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Wiener Morgenzeitung · 1925-02-26 · Heft 2162 (26.2.1925) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2162 (26.2.1925)
Date
1925-02-26
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 Wien, Donnerstag Sühne und Kunst. Wiener Mmrsenzeitung. Serichtssaal. »Ser flngende Fisch/' Reue Wiener Bühne. „Du bist frei, wenn du vom Leibe befreit bist." —- Ich nehme an, daß Alfred Brn sts teils ehrlich geistanvmeltes, teils unehrlich geschwätztes Sexualdrama dieser Lehre Mt. Verstanden halbe ich das Stück nicht, und ich bewundere die Schauspieler, die in dieser Dichtttng z»l Hause find oder es auch -nur glaubwürdig vorspiegeln, daß sie es sind. Mir blieb n^r die wunderschön» Legende vom singenden Fisch haften, in dem die Seele des Erlösers wohnt. Und ergreifend ist die Pantomime, die Trude Wessely (die ich feit ihrer Frau in Tollers ,Hinke mann" und ihrem Gretchen im „tlrjüuft" für eine große Hoffnung der deutschen Bühne halte) mit herrlicher Musik der Bew^urrgen vorfuhrt. Jene Legende, als Prolog gesprochen, und diese Pantomime (mit Unterschlagung des Brusdschen Textes) sollte man aus dem Opus als tauglichen Kern herauNösen und den Rest als untaugliche Schale -beseitigen. Man sieht nämlich in diesen! stummen Spiel (das nur leider Gottes derzeit noch nicht ftatnt.ru ist) ein Mädchen, -dem vor den Berührungen de's lMiäbten 'bangt, weil es nur die Liebe der Seele kennt. In steigender Qual schreckt cs vor der Brautnacht zurück. Dem Manne körperlich sich hinzugeben. Ware für diese Jungfrau Beginn der Derwesung»'boi lebendigom Leibe. Da kommt der Wundermann über's Meer, und sein heller, von Manngier freier Blick ist Balsam für ihr Herz, seine Rede ein goldener Wanderstab für die Magd auf dem Wege vom Manne 511m Menschen, von der Lust zur Liebe. Wenn sie. mächtig angezogen durch Blick und Wort des Fremden, zu ihm hiustrebt, die Stirn neigend über seine Stirn, den Mund nähernd seinem Munde zum reinen Bruderkuß — dann singt ein Engelchor mit. Diese Pantomime, von Alfred Brust inspiriert, vom Regisseur Renata Morde gestellt und von Trude Wessely gestaltet, ist der Gewinn &>:§ Abends. Nicht zu vergessen die schauspielerischen Leistungen der Frauen Gering und Flanz-Landau sowie des Herrn U n g e r. Bei der ersten Wiederholung dieses literarischen Abends, der wir beiwohnten, sprach die Rolle des Wundermannes aus der Fremde (an Stell« des Herrn Onno) Herr Preminger sehr edel und melodisch. O. A. Aus den Theatern. Burgtheater. Morgen, 7 Uhr abends, „S> i e rote Müble". Dienstag den 3. Marz, 7 Ubr abends, zum ersten Male die Komödie „F en st e r" von John GalSworthy. Akademietheater Dienstag den 3. März. 7*8 Uhr abends. „Der Liebhaber". V 0 l! S 0 p e r. Sonntag den 1. März erste Aufführung von »Gräfin Mariza". Heute „Madame Butterf l t)" mit Mme. Ganna W a l s k a von der Over in Chikago a. G. — Morgen „W e r t h e r*. — Samstag gastiert Karl Fischer-Nieman» von der StaatSoper in „Boheme". Deutsches BolkStbeater. Für Donnerstag den 5. Mär,, 7-8 Uhr abends, ist „Emilie G a l 0 t t i" in neuer Einstudierung mit Alexander MoW als Prinzen angesetzt. Raimund-Tbeater. Samstag den 28. k, 7*4 Uhr nachünttags, Erstaufführung des Zaubermärchens „Ala diu und die Wunderlampe". Theater in derZolefstadt. „EiuSommernachtStraum" bleibt bis einschließlich Sonntag den 1. März allabendlich auf dem Spielplan. — Sonntag den 1. März. 3 Uhr nachmittags, „Prinzessin Huschewind". Neue Wiener Bühne. Morgen. 7,8 Uhr abends, Uraufführung des dreiaktigen Schwankes „Der Hundek ö n i g" von Otto T a u i s i g und Adolf G l i n g e r. Modernes Theater. Samstag den 38. d.. 7,8 Uhr abends, Uraufführung des dreiaktigen Lustspiels „Fraulein Jeanne — unsere Geliebte" (La JDame de chambre) von Felix Gandera Nenaiisaneebühue. Sonntag den 1. März, 7,4 Uhr nachmittags, „Aschenbrödel". Komödienhaus (Exl-Bübne). Heute Uraufführung von „Der S i t t e n a v 0 st e l" oder „D a S Seebad", eine satirische Posse von Hans Renz. Die deutsche Uraufführung von An—skis „Dhbuk" findet Sunstag den 28. d. in der Roland bühne statt. Die Rollen und folgendermaßen besetzt: Rabbi Asriel — Fritz Feher. Sender — W. Cornelrus. Lea — Magda Sonja, Frade — Maja Ser:na. Gitcl — Luise Liebstöck!, Bcttja — Stella Kadmon. Dtcmasse — M. Preiß, Nachmann — H. Grldovff, Mendel — Max Wittmann, Michael — E. Weiß. Rabbi Simiott — Fritz Hofbauer. Maier — Sieg. Hofer, Chamm — Gustav D-eßl. He noch — A. Meisels, O scher — H. Nelson, 1. Ballon — Fritz Sieidl. 2. Baffan — L. Günsbeuoer, 3. Batlan — M. Wagner. Tanchum — H. Rense-ff. Baibsche — Gisa (^cert, Bertschik — C. Ssonkin. Elke — A. Sfcvgin, Sosche — E. Ellsier, ein klagendes Weib — E. Werner, der Mesch ulach lein Bote) — Louis Treumann. „An Alle!" im Nonacher. Die Premiere der Revue „An Alle" v--n Eric Charell, Text von Beda, Musik von RaÜph Benatzky, Rudolf Nelson und anderen Meistern, im Ronacher wurde nunmehr endgültig für den 4. März angesetzt. Mit Nücksichl» auf die Vorbereitungen bleibt das Ronache-r-Theater von» l. bis 3. März geschlossen. Für die Hauptrollen werden Kammersängerin Ber a Kiurma, Klara Kärry. Klara Musil, Lucy Jvanovic, Rv -( Berndt. Paula Brosig, Mizzi Griebl, die Herren Louer, L ta, Häb'r ustv. sowie die weltbekannten Tillergirls und der ürnerikänische Tanzstar Kyra verpfichtet. Hebräisches Thea.er in Palästina. Die hebräische Th.atero.'s.lllschask, die kürzlich ihre Zentrale von Berlin nach Telw i m verlegt hat. ist mir der Zusantmenstettunr eines Re- :?.'r:oires biblischer ilassischcr Vorstellungen beschäftigt D.'r oieschäs.s'nhrer, Herr Mniachem Gnessin, hat von der Geineinde Tel-An,iw 200 Pfund St'rling erhalten und wand!« sich um ein Tx>rlel)cu in gleicher Höhe aus den Mitlc n des K.rer: Haststod an bk ziornstische Palästinaexekutive. Im Hinblick ans die Nützlichkeit dieses Unternehmens hat die Exekutive i:n . a u gfristiges Darlehen gewährt. „Die Gattin muß auch dem im Kerker befindlichen Gatten die Treue bewahren." Ein utvgetvShnlichcr Ehcbruchsfall beschäftigte in der: letzten Tagen den Strafrichter des Bezirksgerichtes Favoriten. Larchesgerichtsrat Dr. Dona u. Der lljäh rige Max P. hat im Jahre 1613 seine Gattin Aloisia geheiratet; zwei Kinder sind da. Bor vier Jahren hak P eine fünfjährige Kerkerstrafe erlitten, vier davon hak er bereits in Stein verbüßt. Pom Kerker aus Trat er gegen serive l^altin die ElMruchs klage erstattet. Der Anzeiger selbst wurde zur Verhandlung von Stein nach Wien überführt. Unter starker Bctvachnng be trat er den Gerkchtssaal. Bemerkenswert ist auch der Umstand, daß die beschuldigte Frau P. sich an die Polizeibehörde mvt der Bitte geüvendet hat, zu ihrem Schuh einen Polizeibeamten iit die Verhandlung zu senden, sie fürchte sich vor ihrem Gatten, der ihr in seiner Wut etwas antun könne. Tatsächlich erschien auch ein Polizeiorgan zur anberanmten Zeit im Saale und stellte sich dem Richter vor. In der von P erstatteten Ehe bvuchsklage führt dieser aus, daß ihm Parteien ans dom Hause von einem intimen Verhältnis, das seine Gattin mit ihrem Zimmerherrn Rudolf R.. der seit Ende 1924 bei ihr wohne, »««'erhalte, geschrieben haben. Sie lebe mit diesem Herrn eigentlich im gemeinsamen Haushalte. klyrz sie leiben wie Mann und Frau. Es werden auch Zenten nanchafk gemacht. Im übrigen verweist der klägerische Gatte auf einen Bvie*. in welchem sie den Ehebruch selbst eingesteht. Der Richter verliest den Pries. Eine Stelle in demselben lautet: „Frage mich nichft warum ich „das" getan habe! Ich habe es einfach tun müssen, die Not, das Elend, der Hunger, die Kinder." — Richter: Das ist doch ein Geständnis. — Beschuldigte: O nein, Herr Richter, ich habe meinem Mann Aufklärinvg g-geiben. warum ich die Scheidung eingobracht habe. — Ter Z^nge R., ein lOOprozentiger Kri^sinvalide (er trägt Hand- und Fußprotosen und bezicht «ine Rente von 1,200 000 St.), gibt an, daß er sich der Frau P. annchme und sie unterstütze. Ein strafwürdiges Verhältnis bestehe ncht zwischen ihnen. Der Richter hat die Angeklagte zu einer Arreststrafe von 24 Stunden verurteilt und führte in der Begründung Ms: Die beschuldigte Gattin des Klägers ist, wie Zeugen anssagen. mit ihrem Untermieter im Kino zärtlich angeschmivgt besessen. Eine verheiratete Frau darf mit einem fremden Mann nicht so sitzen. Im Haus« war das Verhältnis so bekannt, daß man von einer Heirat der beiden sprach. Der Verteidiger sagt, diese Ehe ist eine Farce, diese Ehe, wo der Gatte fast die ganze Ehezett im Kerker zubrmgt. Das Gericht kennt oine Ehe als Farce nicht. Die Ehe besteht und genießt den gesetzlichen Schutz. Zudem hat sie seinen Charakter bei Eingchung der Che, ebenso sein Vorleben gekannt. Eine Frau darf die Ehe, auch während der Mann die Strafe verbüßt, nicht brechen, denn sie bostcht weiter. Und so lange sie besteht, hat die Gattin die Pflicht der ehelichen Treue. Fünfzig Groschen für „Lausbub und Rotzbub". Ein bemerkenswertes Urteil fällte gestern beim Stvafb-ezirisgericht 1 Oberlandesgerichisvat Dr. Weiß in einer Ehrenlbeleioiguuizsklage. welche der Privat beamte Rudolf M a ch a t s ch e k gegen seinen Bureaukollegen Alois Z i b u r a angestrengt hatte. Nach Inhalt der Klage soll der Beschuldigte im Verlaufe eures Wortstreites den Angeklagten mit Schimpsworten wie „Lausbub und R 0 tz b u b" belegt, ihm Gemeinheit und Frechheit vorgeworfen und ihm schließlich zugerusen haben: „Wenn ich Ihnen eine aus den Schädel gebe, muß es Ihnen auch recht sein." Vor Gericht erklärte der Angeklagte, daß er sich an die einzelnen Ausdrücke, die er damals, provoziert durch eine Beschimpfung des Klägers, gebraucht habe, nicht erinnern könne, daß er aber bereit fei. sich beim Klager zu entschuldigen. Letzterer erklärte, eine Abbitte nicht annsymen zu können und aus strenge Bestrafung des Angeklagten bestehen zu müssen. Der BeschnldilAte erklärte nun zu seiner Veranttvortung. daß der Angeklagte ohne jeden Grund ihm den Ausdruck „Lümmelei" zugerufen, worauf er mit mehreren Schimpsworten reagiert habe. Der Kläger habe die Schimpfworte zurückgegeben. Die Zeugin Anna Rambska bestätigte den ganzen Inhalt der Klage, fügt« jedoch hinzu, daß der Kläger zuerst den Angeklagten durch oen Zuruf „Aunmele-i" beleidigt habe. Der Richter verurteilte den Beschuldigten im vollen Umsang der Klage zu einer Geldstrafe von 50 Groschen, eventuell zu zwölf Stunden Arrest. Der Richter führte zur Begründung des außerordentlich milden Strafausmaßes an: Der Privalkläger hat mit dem Schimpfen begonnen, er hat daher erwarten können, daß der Beschuldigte ebenfalls schimpfen wird. Was sich der Privatkläger erlaubt hat. kann sich auch der Angeklagte erlauben. Wenn der Privatkläger betont hat, daß ez sich um eine für ihn sehr schwere Beleidigung Handel, io ist dagegen zu bemerken, daß der Kläger erst knapp vor der Veriähvungsfrist gesagt und dadurch dem ÄngeklMten die Möglichkeit,_ seinerseits zu klagen, benommen hat. Es mußte dcher die äuserste Milde beim Stafausmaß angcwendet werden. Der Kläger meldete wegen zu geringer Strafe di« Berufung an. Den Schwager erstochen. Der 34jährvge Schuhmacher- ': Raimund Hlavath kam am 17. November vorijgen s nach reichlichem Alloholgenuß in die Wohnung fernes _vgers, des Gsschästsdieners Franz Benadik. Dieser sag!«, wie schon öfters, in ruhigem Tone, er soll ihn nur besuchen. wenn er nüchtern sei. Benadik saß auf einer Äohlenkiste und schnitt Bilder für seine Kinder Ms, wobei er dem Schwager den Rücken kehrte. Seine Frau, die Schwester Hlavatys. bemerkte in der Manteltasche des Bruders ein offenes Schnappmesser. Sie bat ihren Bruder leise, das Messer mzumachen und ihren Mann in Ruhe zu lasten. Hlavath erwiderte ebenso: „Ich tue ihm ja nichts, aber hamdvaht wird er. wenn nicht von mir, so von meinem Freunde Oskar, der schon zehn Jahre Zuchthaus hat." Plötzlich sprang Hlavatv auf und stieß dem Schwager von rückwätts das Messer in den Hals. Die Wurrde war tödlich. Hlavath wurde am nächsten Morgen auf der Straße von einem Wachmann verhaftet. Gestern hatte er sich vor den Geschwornen. unter denen sich fünf Frauen befanden, wegen Totschlages zu verantworten. Die Geschwornen beMtworteiten die Schuldsrage auf Totschlag mit acht Ja und vier Nein. Bei der Verkündigung des Verdikts begann der Angeklagte he-siig zu weinen. Er wurde zu zwei Jahren schweren Kerkers, verschärft d»»rch Dumelhaft am 17. Novernber jeden Jahres, Vevurtvilt. Er dantte für die Strafe und erklärte sie anztitreten. _ I WerbetAbonneatensiirdie I! „Wiener Morgeuzeitung": 26. Februar 1925 Nr. S16L Volkswirt. Polnische WIrtschastrwoche. «Bon unserem polnischen M. S.-Korrcspoirdentrn.- In der polnischen Banlwvlt sind zwei Majorrtätsände» rnngen;u verzeichnen. Der Abgeordnete Korfanty hat die Majorität der Bank für Handel »uw Industrie, der Verband der Jnvalii>e»l die der Bank des polnischeil Kredits erworben. Ans den Börsen hielt auch in der Berichtswoche die Hauste an, obzwar sich das Telllpo der Kurssteigerungen ein wenig äbschtvächte. Ten Teil'venznmschlvnnig auf 'den Börsen führte bokanntlich der Erfolg der Anlleihe und die erwartete Valorisierung der Aktien auf Zloty herbei. Nun haben einzelne Gescllschasten die Valorisierung bereits dnrchgefi'chrt, solcher gilbt es jedoch rwch wenige, wogegen die Gesellschaften der führende»» kleitkpolnischen Effekten, die auch den Wie,t«r Arbiirageverkehr bilden, noch immer keine diesbezüglichen Schritte nntevnomnren haben. Die Zeit für eine Auftvertungshausto ist gekommen, so lange man jedoch den Wert des Unternchmens »xicht kennt, ist schwer der Kurs der Aktie zu bestinmren. Auf den Polnischen Börsen tauch!en in der Bcrichlswoche Nachrichtetl ans, die wissen trollen, daß zun» Beispiel die ZieleniStvski-Aktren auf 10 bis 12, Ehadorotv aus 6, Ehybic auf 6 Zloty valorisiert werden. Sollte dies der Fall sein, so beinhalten die jetzigen Notierungen bereits diesen Kurs und sogar die voraltssichtliche Dividende, da sich diese wahrscheinlich um 9 Prozent drehen wird. Jnsolgedessen blieben die Arbttr agierte, »rachdem sie diese Kurs« erreicht haben, bei diesem Kursrl'iveau stehen, wogegen die anderen Werte tveittre Ikurssteigerungen aufzutoeisen haben. Der Warschauer JMrstrieveuband „Leviatan" verhandelt wegen einer Slnlcihe siir die Industrie des chemaligen Rustisch- Polen in >der Höhe von 10 Millione»» Dollar auf die Dauer von 25 Jahren. Der Delegiert« einer englischen Gruppe, Gardner, hat mit 'der polnischen Zuckcrindustrie emen Anleiihevertrag abgeschlossen. Der Verband der Zuckerindustrie erhält ein« Anleihe in der Höhe von 2 Millionen Pfund Sterling in vier Raten bei einer Verziuftrng von 10 Prozent jährlich. Dasselbe Konsortiu-m hat mnt auch gemeinsam mit dem Zuckelrindustrieverbaird die englisch-polnische Bank erworben, wobei die Engländer 150, der Verband 40 Prozent der Aktien besitzen werden. die Ursachen der Wiener flauen Börse. Die rnckläufige Tendenz, welche di« Börse in ' den letzten Tagen an dert Tag legt, hat in manchen Kreisen Staunen hervorgerufen, zumal da allgemein die Ansicht vertreten war, dost schon das tieffte Niveau der Kars« erreicht worden sei. Für die neuerlichen Kursabgaben wer- - den mehrere Momente angeführt. Es wird an der Börse erzählt, daß ein Großaktionär, der schon im Vorjahre große Mtienmenger» ab''«,stoßen hat, auch jetzt größer« Mtienposten realisieren müsse, um die notwendigen^ Zahlungen bei der Durchführung anderer Geschäfte besorgen zu . könrten. Auf diese Abgaben ist es auch zurückziu-führen, daß unter anderem ein sehr fch'weres Papier, welches ei-nen ' Millionenwert darstellt, in der letzten Zeit eine abbvöckeln'de Kurstewegung zeigt. Alber auch, andere Werte sollen auf . diese Ursache hin im Kurs gesunken sein. Für das Sinken - der Alpinen wird das Motiv ins Feld geführt, daß ein Besitzer eines größeren Mtienpake-tes, der auch mit Frankreich in näherer Beziehrrng steht, seinen Besitz verkauist habe und sich hiefür Juli-Süd. welche eine stprozentige Verzinsung^ garantieren, verschafft habe. Endlich wird erklärt, daß auch einzelne Banken in der letzten Zeit durch ihre Filialleiter das Publikum zur Abstoßung ihres Besitzes veranlaßt -hätten. Sei dem wie auch immer. Tatfäch- . lich hat sich die Kontermine dieses Umstande bemächtigt : und geht auch ihrerseits mit /Abgaben vor. Die gestrige Sitzung dßs Stützungskomitees, dessen Verhandlungen - streng gehei>mgehal>ten werden, schei-nt diese Angelegen- ' -heilen genauer besprochen zu haben, ohne daß ein entschiedener Entschluß gefaßt wurde. gntereffenqemeknschaft Staatreisenbahngeseflschaft-Warchalowrli-Werke. Seit längerer Zeit schweben Besprechungen, welche den Plan eines Zusammenischlusies zwischen der Pröv. osterr.-ungar. Staatseisenbahngefellschaft und der Oesterreichische Indnstriewerke Warchalcwski, Cißler u. Co. A.-G. Vevscilgten. Da eine voll« Fusion der beiden Unternchmungen sich vorerst als nichts durMihrbar erwies, haben die Verhandlungen nunmehr das Resultat ergaben,; daß sich die Staats«if«nlbahn-iestllschast durch Uekernalhmc " eines bedeutenden A7tien,pvsten!s der WarchalowAki-Werke -- in hervorragendem Maß« an diesem. Mn-ternehmen be-! teiligte. Der Abgabe von Aktien hat sich die Oosterreichische ' Eisenbahn Verkehrs« nistalt mit ihrem namhaften Besitz mtd. weiter auch der Wiener Bankverein mit seiner Keinen Quote angeschlossen. Die Mevkurbank, welche an den . Warchalowskl-Merken schon seit deren Gründung 'beteiligt ist, bleibt weiter an dam Unternehmen interessiert. Die - Finanzierung der Warchalowski-Werke wird in Zukunft von der Mgemeinert Oesterreichischen Bodeukreditarrstalt und der Merkurbank 'gemeinsam besorgt werden. Die Staatseifenbaihngesellschast wird ihre Vertreter in die Warcha>lotvs!k!-'Mepke entser.den, da durch die zustandegekommene Transaktion eine dauernde Jnteveffenge::te>mschaft zwischen den beiden Gesellschaften begründet ist. _' (Entgeltlich.) Zahlungsschwierigkeiten der Firma Hofbauer. In Textilkreisen hat es le«l>h'ast>.s Aussehen erregt, daß die seit 60 Jahren bestehende rerrommlerte Band- und Spitzensirma Adolf und B Hojbauer, Duchla-ulben 20, in Zahlungsschwierigkotten » geraten ist. Die Passiven worden auf zirka 10 Milliarden geschätzt, Es sind Versuche angebahnt^ die Schwievisköiten ohne

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