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Wiener Morgenzeitung · 1925-01-23 · Heft 2129 (23.1.1925) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2129 (23.1.1925)
Date
1925-01-23
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Sk. NM flöten. ftrdted Wisnev M i» asnrertrmg. KitmruSnk Wr.MorgenzeiLna- Film Ult rtwiitwjw Erscheint jeden Ireilag Me 3dee d« «nropSWen StzndUat,. Wie jede Industrie muß sich auch die Mmproduktion m ürccnu Ausmaße nach den Möglichkeiten des Absatzes richten. So kam es auch, daß lu den letzten" Jahren Amerika den .uropäksschcn Filmnrarkt zum Großteil m seine Hände 'b:kcm. weil die transatlantische Industrie es veOanden hat. teils ourch cigene Organisationen, teils durch Gewinnung von Vertretern die große Masse ihrer aufgespeicherten Produktion m Europa in einem derartigen Maße aibgusetzen. daß der M sab hier eräugter Werke beeinträchtigt wurde und die Pro- Auktion reduziert werden mußte. Durch diesen Umstand und das Streben. Abhilfe zu finde», tauchte IMd in den mahgeheudcn Kreisen der (Gedanke aus. die gesamte europäische Filmproduktion durch Beleiliaiurg verschiedener Länder an ihr zwecks Sicherung eines erweiterten in te r na t i v ua l? u A h s a tzgebietes .zu konsolidieren. Diese Idee wird ras „europäische Syndikat" genannt, das hauptsächlich von W. W e n gern f f. dom Mit-begründer der „W e st i", des S t i n- - FUimnniernchmens, aufs eifrigste propagiert wurde. Nun ist dieser Gedanke seiner Verwirklichung in greif - bare Nähe Mrückt, da es gelungen ist, eine Fusion „P a i h e - W e st i" g u st a n d e zrr bringen, deren Vorsitz-Charles Pathc, der Mtmerster der europäischen Film industrie, führt. Die „Pathe" ,md die „Westi" Verzügen über ein 4tetz von Filialen, die ganz Europa umspannen und einige größere ProdUktionsgesellh'chaften in Berlin und Paris, die gemeinsam in der kommenden Saison zehn große FilnMevke von internationalem Zuschnitt Herstellen tocrden, die m gang Europa durch eiben dieses Netz zur Ausführung geibracht werden. Weiters sehen di« hier getroffenen Vereinbarungen vor, auch bei den in Frankreich hergestellten Filmen deutsche Darsteller Berwendung finden und d i ese in ihn en bisher fremden Gebiet e n populär gemacht werden. Kriembilds Rache <i Ten: Der Nibelungen Cod und das übrige Programm Beginn 7,4. 7.6. 7. -/.9 Uhr Dieser Vorteil kommt natürlich nicht nur der „Wefti", sondern der gesamten deutschen Filmindustrie zugute. „KönipssÜnven." William Fox beehrt sich darzubieten -- und ein ssauberland eröffnet sich dem Blick. Die Biibel wird lebendig — allerdings ein wenig eigenwillig geän^et — und ein-5 ihrer packendsten und größten Figuren erscheint im Mittelpunkt einer au Pracht und Reichtum schweren Handlung. Was diese bekannte Produktion seinerzeit in dem Kolossaibwevk „Tie Königin von Saba" bot, schien der Superlativ der Filmausstattung zu sein, doch hat ihn dieser Film in dieser Hinsicht noch übertrosifen. Riesige Menschemnassen. wuchtige und mächtige Bauten, eine Armee von Pferden und Kamelen, das alles wurde aus dem Boden gestampft, um diese»» Kolossalwerk die nötige Folie zu gelben. Ein Rtäsenauswand au Mitteln, wie er sich bisher noch nirgends fand. ErdrückeüL ist diese Pracht der Ausstattung, die den Beschauer überwältigt, immer mit neuen Masseirszenen wieder in atcullosc Spannung setzt. Herrlich sind d>e Bilder aus Aegypten, Syrien und Palästina, die dortselbft ausgenommen wurden und hinreißend die wilabeUregtett. mit einer verblüffenden Präzision geleiteten Kampfttzmen, die das Mächtigste vovstellen, was bis jetzt in dieser Art geboten werden konnte. I. Gordon Edwards, der als Schöpfer und Regisseur der Königin von Saba" weltbekannt wurde, hat sich in diesem Film selbst übertrosifen. Die geradlinig verlaufende Handlung vermag es durch ihre raffinierte Einfachheit, den Beschauer am Herzen zu packen und läßt ihn nach der ersten Szene bis zum letzten Bilde nicht mehr los. Die Regie evfüllt sie mit einem schnell und kräftig fortschreitenden Tempo, verdichtet die Spannung in einer steil ansteigenden Kurve itnb erzielt Bildwirkunigen von einer ungeahnten Kraft und Wirksamkeit. Mag es hie und da auch Vorkommen, daß eine oder die ander« Eigenwilligkeit aufstößt, die, vml der Bibel abweichend, das Geschahen auf der Ueberlieferung fremde Bahnen führt, so sicht man gerne über sie hinweg, denn sie bieten dafür den: Auge ungeahnte Schönheiten. Der glänzende Hof König Sauls, die Schlachten -gegen die Philister, der Kanrpf des Hirten David gegen den Riesen Göliath, sie alle ergeben eine Reihe von wundervollen Bildern. deren Bann man sich nicht einen Augenblick lang entwichen kann. Wunderschöne Frauen erfüllen den Hintergrund des Geschehens und geben diesem so überreichen Film immer neuen Reichtum cm Schönheiten. Ausgezeichnet wie die Regie ist auch die Darstellung. Die meisten der hier beschäftigten Schauspieler sind noch aus der „Königin von Saba" bekannt und sie bieten hier nicht weniger als dort an markanten und doch immer liebenssvürdigem und sympathischein Spiel. Jede einzelne Rolle wird hier mit der Natürlichkeit und Ungezwungenheit verkörpert, die Von beute di« 86 Jänner Huf alifl'i». verlangen iviederdolnng des Nlde'unsenVii«* Kriembllds Rache i.Tdi: Könifl €tzel und das übrige Schlagerprogramm Vorstellungen täglich: 4. 7A 7,7. 7,8. 9 Uhr •?3. bannet 102:1 Serie 7 i-.bcit mir L.-m von jcecr, mimisciun Bose weir en-fenue^» bühnensremdcu amcrikankschen Darsteller pr eigen ist. Es rvürde zu weit führen, würde man jeder dieser so ..mhireich hier gebotenen ' einzelne» Leistungen die gebührende Würdigung 'gelle::. Auch ist hier vielleicht etwas, das sich über die Leistnngen der einzelnen weit hinaushebt, viel beaanenslvertcr: Das glänzende und ganz reibungslose sammenspiel des gesamten Ensemblev. Auch hinsichtlich der Beleuchtungstechnik und der pl.rsii scheu und künftterifchen Photographie ist der -Film rinübertrefflich in seiner Art. „En MSdel «nd drei a^le Narren." „Eine Tragikomödie des Mi«"ns" nennt der ^territe! dieses Werk, d»-. reich an kleine,,, entzückenden Sp'weizenen ist, die herzerwärmend zu wirken vermögen. Das eben so spannende wie graziöse Geschehen berichtet von drei alten Herren, die, durch. jahyzehntelaiM Freundschaft innig verbmÄ»en, zusammen Hausen und sich „die drei weisen Narren" nennen, Männer, die ihr Leiben vernünftig genossen haben und bereits in dem Stadium sich glauben,, in dem man jenseits von Gut und Bose stcht. Da tritt in ihre Mitte ein junges Mädchen und die drei alten Herren vermeinen auf einmal, dem Leben noch einen neuen HohopunLt übgewinnen zu Kamen und verlieben sich regelrecht in daS ibÄhonde Weib, das dadurch in keine geringe Verlegenheit gerät. Das, Zusammentreffen verschiedener mysteriöser Ereignisse läßt sie aber an dom Mädchen. das sie so sehr zu lieben vermeinen, zweifeln, starke Skepsis, ein sicheres Zeichen des fortgüschritlenen Alters, bemächtigt sich ihrer und ebenso schnell wie sie bereit waren, sich in das Mädchen zu verlieben, ebenso sch,cell sirw sie auch dazu bereit, sie zu verurteilen und zu verdammen. Schließlich aber lösen sich alle diese Verwicklungen friedlich, das junge Mädchen heiratet den Neffen eines der so unweise gewordenen Starren und diese ziehen sich wieder in die Beschaulichkeit eines Löbens zurück, das nur mehr der Betrachtung und der Ruhe gewidmet ist. King V id or, der Regisseur, ^verstand es, diese Handlung zu einem überaus livbenswurdigen Schauispiel zu gestalten. Seine Bilder sind stimmungssatt und von jener Natürlichkeit, die unbedingt zu erwärrnen weiß. In manchen Szenen liegt der ganze Zauiber, den sie auf den Beschauer ausströmen, oben nur in dieser Stimmung, die faszinierender in ihrer Ruhe, ist als so manche Handlung in der Lebhaftesten Betvegung. Diese Regieführung spricht von einer ausgeglichenen -mch verständnisvollen Kunst, die superior und femsmmg ist., Ebenso ihervorrvgeüd wie die Regie ist auch die Darstellung in allen Teilen. Zunächst müssen in erster Linie die Darsteller der drei alten Herren ^besonders lobend hervorgehoben werden. Elaude G i l l i n s w a t e r. William H. Stau« und Alex Franci8 verköupenr diese drei Figuren mit einer Meisterschaft uUd Liebenswürdigkeit, die es einem unmöglich macht, einem dieser so ^prachtvollen Darsteller den Vorrang vor den anderen einzuräumen. Außerdem sind sie großartig zusaurmengvspielt und bilden,trotz ihren stark aus.«« prägten' Individualitäten ein harmonisches Ganzes. Eleanor Boardman spielt das junge Doädchen, das die drei aus ihrer Beschaulichkeit herausreißt, mit viel Warme und Können. Sie ist reizend und liebenswürdig, ist inuner natürlich und fchr qympathW. Emen ebenbürtigen Partner hat sie in William H a i n e s. Ausgezeichnet ist dieser Mm auch m Hinsicht der Ausstattung. der sÄbevqlänzenden, weichen und plastischen Photographie rmd der künstlerifchou BvLeuchtungstechnik. Dieser- Film, in allen Teilen ein voWommenes Meisterwerk, wird gewiß auch in Wien beim PuAikum den AMang und von Beifall finden, der ihn, überall, m er bis jetzt lief, zuteil wurde. . Die Filme der Woche. „Bruderzwist." — „Königssiindeu." — „Der Berg des Schicksals." — „Flammende Herzen" — „Ein Madel und drei alte Narren." — „Claire." — „Wie man Männer fängt." — „Helden der Straße." — „Zaza." — „Militonas Liebe und Haß." — „Die Sünderin." -CENTRAL-KINO —— II, Taborstrasse 8 Direktion: J. Schu 1 z Von heute bis 86. Jänner Ein Mädel u. drei alte Narren Eine köstliche amerikanische Komödie in 6 Akten und das übrige Schlagerprdgramm Beginn: 7,6. 7, 7,9 Uhr -LOWENKINO-- III. Löwengasse 33 Von beute bis 86, Jänner ZAZA das Mädel vom Variiti 6 Akte eines Varietestars mit Gloria Swansoit und das übrige Schlagerprogramm Beginn: 7,6. %7, 7a9 Uhr Jenes K°; Mädel, von drei alten Herren gestern durch die Kärntnerstrasse in auffälliger Weise verfolgt, wird von bewuss* ten Bewunderer um ein ehrbares Wiedersehen herzlich gebeten. „d'Artagnan“ bei der heutigen Premiere von: ■ ■ a a*n ■ a ■■■■■■■■>■■■■■■■ nman ■■■■■■ ■■■■ ■■■■■■ aa ■■■■■■ ■■■■■■■■'■■ isias ■■ ■■■■*■ 30. Jänner bis 2. Februar im Weitbio IX. Schönbrunn XIII. Apollokino XVII. 3 ■ 23. bis 26. Jänner v im Mädel ^Harren US» Raimundkino XIV. Abbaziakino XV. und der reizendeh Tragikomödie des Alterns. Ein Goldwyn-Film der 27. bis 29. Jänner: Oartenbaukino I. Rotenturmkino I. Schottenringkino L 3. bis 5. Februar: Rochuskino III. Phönixkino VH. Alt-Wien-K. XVL u ■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■•■■■■■■■■■»■■■■■■■■■lassHaBflaBBsissasiasiBöisaaiRisaiiaiBi —BURG-KINO, Von heute bis 86. Jänner Ein Mädel und drei alte Narren Amerikanische Komödie in 6 Akten und das übrige Schlagerprogramm Beginn der Vorstellungen: */4B. Vfi, 7.8. 8{ß Uhr . KXRNTNER-KINO- I. Kärntnerstrasse (Ecke Johannesgasse) Von heute bis 86 Jänner — ROTENTURM-KINO — WIEN, 1. FLEISCEMARKX 1 Von heute bis 86. Jänner Die Sünderin Sittendrama ln einem Vorspiel und 5 Akten und das übrige Schlagerprogramm Benins der Vorstellungen > */fi. %<&, 7*8 and */»® Ohr ße?leitranelk einer erstklassigen Künstlerkapelle — SCHOTTENRING-KINO—!. SC HOTTEN RING 5 // TEL 174-25 Fox-Film bringt; Den grössten jüdischen Kostümfilm David und Goliath 100*000 Mitwirkende (K 8 n i g s s (I n d e n) Auszug des Volkes Israel aus Aegypten Originalaufnahme aus Palästina Ali 83» Jännar IMS xu sahan lim Ifa-PaUit-Kino, II. Taborstrasse 1 Kammerspiele Schwarzenberg-Plate, III. Schwarzenberg-Platz 3 Mwia-Thereslen-Kino, VlL Mariahilferstrasse 50 vr iöwen-Xino, UI. Löwengasse 35 Kruger-Kino, I Kmgerstrasse 5 Palast-Kloo, Vlll, Josefstädterstrasse 48/45 Vipdobona'Kino, XX. WaUensteinstrasse S

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