Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 2081 (4.12.1924)
- Date
- 1924-12-04
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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T ■OVTA Wffn, L?mi>nvrv7«T Merier Mor^enzestunft. r4. D'eWniber 1924 Skr. S08L Zum Schutze gegen Ansteckungen Bestes Schutz- und Desinfektionsmittel für Frauen Beseitigt üble Gerüche Der Hauptmann will aus Eifersucht die im Tromnrelteuer seinem Bruder geraubte Frau erschießen. Sie komimt ihnr zuvor und streckt Hu nieder. Im dritten Akt troffen wir sie als Lulu auf einem,Ozeandampfer. Sie nimmt Gift als — jenes Gramophon, 'bei dessen Klängen ihr verlassener Gatte im Unterstände starb, am diesem Schiff zu spielen beginnt. — Den Sinn des krassen Kin-odramas spricht diese Iran selbst aus: „Ich bin die letzte Iran, unsterblich, von euch Männern qecheht, willfährig und hochmütig zugleich, kalt in eurer Hitze, brennend in erotischer Manie, aber vielleicht nur verliebt in mich selbst." Dieses neueste Werk des Dichters von „Vatermord", das in W'en Aussehen erregte, und ..Anarchie in Sillian". das in Wien durchfiel, hatte einen Achtungserfolg. Ein hinterlajsenes Werk von Anatole France, das bisher nicht gedruckt war, wird in die Gesamt,ausga'l»e seiner Schriften angenommen, die ein Pariser Der-lag vorbereitet. Es handelt sich um eine im Jahre 1908 geschriebene Studie über Rabelais. Rembrandt. unter dem Hammer. In London ereignet sich der nicht alltägliche, Fall, daß ein Werk von ReMbraudt me t st bietend veräußert wird, nämlich Rembrawdts Bild der Saskia als Deborah. Aus den Theatern. B u r g t h e a t e r. Morgen, 7 Uhr abends, o° ra ö d i e der Verführung". A k a d e m i e t h e a t c r. Morgen, */>8 Uhr, „D i e F r a u R a t". Volksover. Heute „Der Ebangelimann" mit Anton Ludwig als Gast in der Titelrolle. Morgen „Hugenotten" mit Heinz Are ns eit vom Grazer Stadttheater als Gast. * Im Deutsches Volkstheater wird Sardous Lustsviel „C v p r i e n n e" mit Leopoldme Konstantin in der Titelrolle vorbereitet. Spielleiter: Renata M o r d o. Raimund-Tbeater. Morgen „F e v o r a" mit Tilla D u r i e u x als Gast. Tbeaterin der Josef st ad t. Heute Erstausführung von Paul Rayuals Schauspiel „D e r H e r r s e i n e s Herzens". Neues W i e u e r S t a d t t h e a t e r. Als nächste Novität wird „Sanatorium G. u. G." von Ludwig Stärk und Adolf Eisler vorbereitet. Tie R e n a i s s a n c e b ü b n e bat das Schausviel «P.r o z e ß B u n t e r b a r t" von Max B r o d zur Erst aufführung angenommen. Modernes Theater. Morgen, ytB Uhr abends, deutsche Uraufführung des Sviels in drei Bildern „D e r S a v b i r r i n g" von Ladislaus- L a k a t o s. Vorher wird das. Lustspiel in einem Akt „Kaiser und König" von Bela S z e n e s ansgeftlhrt. „Har bewaffnete Mordaesindel.." i Em Preßprozeß der Hakenkreuzler. pakenkreuzler (nach einer anderen Ver heilig Front gemacht einem „ b e w a f f n e t e n Gegen übermässige Schweissbildung Als Zusatz zu Bädern Angenehm riechend Nur in edelgrünen Originalflaschen M o rd g e s indel, das sich einnial Hakenkreuzler, das andere Mal Frontkämpfer nennt", gesprochen. Vier Häuptlinge der Fronftämpserdevemigung, Oberst a. D. Hiltl. Oberst a. D. Z e i ß, Major' a. D. K o P s ch i tz und Stabsfeldwebel.Streit, die in dem Artikel genannt waven, fühlten' sich durch, den Ausdruck „Mo-rdgesi-udel" betroffen und sie haben durch Dr. R i.e h l die EhreubeleidigMDsklage geigen den HewuAgöber und verantwortlichen Redakteur des „Montag", Paul Kolisch, angestrengt. . < ... 'VV In der gestrigen VerhaMung'vor den Geschwovnen erklärte sich der Angeklagte nicht sch u l d i g und bot den Wahrheitsbeweis an. . - 'Bors.: Wollen Sie sich zu-m inkrinr-inierten Ausdruck „Mordgesinde'l" äußern? — Angekl.: Ich versteche unter Mordgvsindel jede B andenb ildnng, die das Töten von Men s ch enb e z w e ck t. Das bezwecken die Frontkämpfer. — Vors.: Glauben Sie nicht, daß Sie mit diesem Ausdruck zu weit gegangen sind? — Angekl.: Die Herren Privatkläger haben ja selbst durch die Korrespondenz Herwoi mitbeilen lassem, daß ihre Organisationen Geländeübungen veranstalten.. — Vors.: Daraus können Sie doch nicht allgemeine Schlüsse ziehen. — Angekl.: Ich halbe diesen allgomenren Schluß gezogen, weil solche Uebungen sehr häufig mit dem Töten von Menschen endigen, zuletzt beispielstveise ans den: Exelbevg. Verteidiger Dr. Joses Kläger begründet sodann juristisch den Wahrheitsbeweis und stellte neue Bsweisanträge. Nach längerer Beratung verkündete der Vorsitzende den Gerichtsbeschluß, daß zur Führung des Wahrheitsbeweises der ehemalige Vizekanzler Dr. Frank sowie NationÄrat Doktor Deutsch als Zeugen vorgeladen werden, sevmr daß eine Anfrage an die Grazer Polizeidirektion vom Gericht ergehen werde, oib die Privatkläger sich an den damaligen Zwischenfällen in Graz beteiligt haben. Die übrigen Äeweisanlräge wurden vom Gerichtshof abgebehnt. Die Verhandlung wurde sohin vertagst. Berufung des Staatsanwalts im Prozeß Iaworek. Der Löiter der Staatsanwaltschaft Hosrat Dr. Immen dörfer hat gegen das Strafausmaß gegen Karl Iaworek, ber bekanntlich zu dreieinhallb Jahren schweren Kerkers verurteilt wurde, die Berufung an das Oberlandesgericht einMbracht. Die Zugehörigkeit zum Judentum als Austellungshindernis. Der Verfassung^,erichtshas .hatte in der aibgelausenen Session zum ersten Male über die Frage .zu entscheiden, ob Staatsbeamte ein Klagerech: gegen den Staat auf Ersatz für unzureichenden G hali haben. Der Mi'litärlanzleibemnite d. R, Josef T e i ch e r brachte gegen den österreichischen Bundesstaat beim Ber'assunasgerichtsyof eine Klage auf Ersatz von 1000 Dollar ein, welchen -Betrag er aus Geldern von Verwaiststen aüsgebraucht habe, weil fehlt Gehalt nicht ausreichte, um seinen und süiner Familie Löbensun.erhalt auch nur im entferntesten zu decken, zumal er selbst in seinem Dienstort in Pottenstein, seine FamÄie in Wien wohnen mußte. Zugleich klagte, er aus Uebernahme in den Gerichtsdiemst der 13. Besoldungsgruppe, die chm zugesichert, aber nur deshalb nicht gewährt worden sei, wall er ans Galizien stamme u n >d Jude.s e i. Diese Ursache der Ablehnung seiner Beförderung sei daraus zu eni- . nehmen, daß der OberlandeSgerichtsveserent Hosrat Dr. K os ch i n chm mündlich aufgetragen halbe, eine Bestätigung über seine Zugehörigkeit zum deutschen Volke b«izub r i n gen. Das Bundeskanzleramt (Justiz) beantragte' die Abweisung der Klage, weil kein Staatscmgestellter wegen Unzulänglichkeit seiner Bezüge einen Ersatz für Aufwertungenbegehren könne. Der Versassungsgerich tshos (Vorsitzender Hofrat Dr. Vi 1 orelli) hat die Klage av gew i >es e n, weil zur Entscheidung über Ersatz eines Aufwandes wegen Unzulänglichkeit der Bezüge eines Vertragsbeamten der Ber'asÜMgsgericbtshof nicht zuständig sei und oie Ueberführung in eine B^solbunpsgvupp'e ein Hoheitsakt des Staates sei. somit nicht im Klagewege vor dem BerfassungSgerichtshofe geltend gemacht werden könne. AMERICAN TAILORS Brüder Koch Ges. m. b. H. Inhaber: ß Max Altar W* Merzavii Fernruf 90H ErstNasfige Maß - Schneiderei für Herren . / Reich« Auswahl iq feinen englischen Stoffen / Elegante Ausführung'. / BMge Preffe 9er Handelsvertrag mit der Achecho- Slowalei. Zn dem gestern' im Natioualmt zur Vorlage gelangtes Handelsvertrag mit der Tschecho-Slowakei werden 'der Polim schen Korrespondenz von maßgebender Seite folgende Mittel lungen gemacht: ' '. . Unser gegenwärtiges handelspolitisches Verhältnis mit der Dschecho-Slowakei basiert auf dem H.andelsübereink rmmen von: Jahre 1921. Dieses enthält Vereinbarüngen über dis Rechte der eigenen Staatsangehörigen bet ihrer wrrlschastlichen Betätigung im Gvbiete des anderen Staates, über den Eisenlbahrv- und Schiffsverkchr; es schlen. ihm aber zolltarisarische Abmachungen. Für den Warenaustausch galt nur der Grundsatz der meistbegünstigten, Be hv'n d l u n g. Der neue - Vertrag ist ein Aiffatzvertraig zu dem vorerwähnten Handelsübevemkommen, das also '.mit.'Heringen Aenlderungen aufrecht erhallen bleibt, aber durch.gegenseitige Zugeständnisse in den Zöllen eine weseEche Ausgestaltung erfährt. Der tschecho-slowakische autonome Zolltarif istin seiner Anlage heute noch — abgejchen von schr wenigen Aenderu'vgen — der alte Tarif der Monarchie. Der zur Einhebunig gelangende Zoll ergibt sich durch Multiplikation des' Grnndzolles mit dem neuen Koeffizienten. Für die österreichischen TariszuMtän-dnisse war die Grundlage bereits unser neuer, -hm September dom NatioMrat verabschiedeter Zolltarif. Die Deriragssätze sind ebenso wie die Sätze unsres neuen -autonomen Zolltarifs durchwegs in Goldkronen erstellt. Das Ausmaß tei österreichischen Zügeständmsi« ist m de»' wichtigsten Waren aus der folgenden Zusammenstellung zu ersehen. Der Satz unseres neuen autonomen Tarifes ist in Klammern beigefügt. Gerste: 1,50 (Maximum'^i); Gurken in Salz» Wasser oder Essig eingrleigt, in Fässern: 5 (60); Eier, in Fässern : 12 (30); Schinken, znbereit«t: 20 (24);' Quiargel und Primsen: 8 (30); Gurken in Gläsern (svgenanntie Zwaimer Gurken: 20 (100); Baumwollgewebe, gMelchtri'M (120, 185); Strümpfe und Socken aus Baumwolle: 200, 350 (220, 300); Packpapiere: 6 (8); Zigavettenpapier: 22,-25 .(30); Handschuhe: 300 (500); Möbel aus gebogenem Holz, gebeizt,- gefirnißt: 16 (24); Hohlglas, nicht raffiniert: 4,50, 11,' 16,(8, 16, 25): Fensterglas: 13 (17); Porzellan: 16, 26 (20, 40); StemiMtgeschirr: 9,18 (12, 24); Spezialmaschinen für Zuckerfabriken,'Brauereien und Mälzervien: 2y, 26, 30, 32 <26, 35, 40,'45); Spe-ialmaschinen für Berg-, Hütten-, und Walzwerke und für die chemische Industrie: 24, 32, 38, 42 (26, 35, 40, 45); Orgeln: 40 (45); Streich-, Zupf- und Blasinstrumente: 30 (100); Aetzkali: frei (7, 20); Kartoffelstärke: 8 (12); Zinkweiß: 8 (14); Emailgeschirr: 66,50 (80). Bon den für unsere Ausfuhr erzielten Zugeständnissen inr tschecho-slowakischen Zolltarif sind die wichtigsten die nachstehenden. Die angeführten Zollsätze sind die muen BevtragLzölle, sie verstehen sich in Dschechenkrouen. Das Ausmaß drr Ermäßigung gegenüber den geltenden Zöllen gibt der in Klamurern beigefügte Prozentsatz. Fe-igenkaffee: 360 (20 Prozent); Baumwollwaren, gemeine, glatte, rohr^M, gebleicht 1100, Lvoxi-ir-ki 1924 b? Deutsche Berlagsanucilt, Stuttgart. Nacbdruch verboten. 48. Fortjetzung, %\t Stadt an der Moldau. Roman. ' Von Auguste Hauschner. Er glühtin innerer Erregung. Heiml-ichstes wurde in 'chm aufgewühlt. Wünsche, die unausgetragen in seinent Gewissen welkten, lasteten vorwurftvoll in i^m, verlangten Rechenschaft, forderten Gehör. Wie von unsichtbarer .Hand gehalten, sah er die Wage seiner Zukunft schwanken. Stand er in der Stunde der Berufung?- Welche Schale würde er beschweren mit dem Gewicht seiner Entscheidung? Seltsam. Während sein Entschluß einen Ausweg-ausdem Ehaotischen zu formen suchte, blieb, wie unter der Schwelle des Bewußtseins, seine Aufmerksamkeit an dem Gebaren des bäurischen Mannes hasten, der als letzter Gast an den Disch herangetreten war. Länge nur damit beschästigt, dem Magen zu genügen und die Kehle anzuseuchten, schob er, gesättigt, rücksichtslos Teller und Glas beiseite, stützte die Ellenbogen aus die Tafel, barg in die Handfläche die verfitzte Mähne seines Schädels. Schläft er? dachte Jakob. Dagegen sprach ein Zucken, das Nachmankes Körper zwweilen überlief, und ein 'sonderbares Knarren, als zöae jemand in einer verrosteten Maschine ein lange unbenutztes Uhrwerk aus. Jetzt schien die Feder bis zur letzten Spannung ausoefpult, bereit, die ra'ende Bewegung zu entladen. Des Mannes ungefüge Masse schnellte auf. Rach rechts und links schauderte er d'e Kolben seiner Arme, riß über der nackten Brust das schmutzige Gewand entzwei, warf den Kopf na^'hinten über, ^ls wolle er die Decke sprengen mit BliDM Stimme/ ,Adonai! Adonai! Adonai! Mein Herz ist rein!" In ununterbrochener Wiederholung: ,Adonai! Adonai! Adonai! Mein Herz ist rein!" Schaum stand vor seinen Lippen. Wie in Trunkenhert schwankten seine Glieder hin und her. Wo ist er? d-^chte Jakw. Welches Geheimnis offenbart sich ihm in >der Besessenheit? Ihn schwindelte inmitten des Taumels der Entzückung, der auch die anderen ergriff. Sie verließen ihre Plätze, verbanden sich zum Reigen oder umschlangen sich zu zweien^ Hochzeitlich erregt, veülobt der Braut Sabbat, die sie mit Liedern lockten. Daß sie komme, „die mit Preis überstreute Gelebte, Schwester, sie m den Palast zu führen, mit ihr zu besteigen das oberste Himmelbett. Aus Jakobs Mund preßte Isaak seine weichen Lippen. Er umschlang ihn zärtlich. „Bruder, süßer Bruder, komm mit uns nach Erez Israel." Durch Ton und Rhythmus immer das vom Irdischen gelöste inbrünstige Gebet „Adonai! Adonai! Adonai! mein Herz ist rein". Von schwärnt-erischem Gleichnis und leidenscha-ftlicher Beschwörung über sein gewohntes Selbst gesteigert, fühlte sich Jakob überrieselt von Schauern der Magie. In seinen Adern brannte nie empsundene Glückseligkeit, leuchtende Visionen schossen an seinem inn>eren Gesicht vorüber. Cr meinte ihn zu sasserr, den Sinn des erhobenen Namenlosen. Manz ging von ihm aus in i das Dutckel, - .in dem alles Körperliche sich verlor an dbe Berauschung der Wstase. Zeit und Raum war ausgeschältet. Wie aus weiter Ferne uäherte sich M.Schall der Wirklichkeit, Traurig klagte Isaaks Stimme: „Gleich wird es vorbei sein, Großvater hat den Leuchter angerührt." Jakobs Ner-veu, gespannt wie die Saften einer Harfe, aus. der Phantasie sphökrische Akkorde streicht, drohten Milt einem Mißklang zu zerspringen. ^Bringt Licht," hörte er den Rabbi sagen. Dom Grauen vor Entzauberung gejagt, floh er vor der Ernüchterung des Tempels in werktägliche Niedrigkeit. Er glaubte in seinen.Dfcmr noch die Sabbätmellodie zu tragen. Leise umschrneichelte sie die Hche seltner Wange. Erst allmählich kam ihm $ie Klarheit wieder, er erkannte die Treppe, die im Hausslur mündete. Sie war unerh-ellt. Am zerbrocheuerr'Geländer tastete er sich r-n das Erdgeschoß herunter. Hinter der leisen Melodie, die wie ein Lichtchen vor ihm hüpfte. Schon konnte er die Worte des Liedes verstehen, mit dem ldas Klagen eines Kindes beschwichtigt! werden sollte. Cr dachte: ein Kimd sein und auf den Knien seiner Mutter liegen. Müdigkeit überwältigte ihn, wie nach schwerer Wanderung über Gipfel, und Sehnsucht, für eine kurze Weile in der Schlilchtheit des saiuften Gesanges auszuruheu, 34. Zu zweien «und dreien waren die klei>nen Michtlmge in Kisten und Kövben eingebettet. In ihrer-Mitte hockte, auf einem Schemel, die Sängerin und wiegte-einen wimmerst» den Säugling aus den Knien. Der trübe Schimmer einer Unschlittkerze fiel aus rabenschwarze Flügel dichter Haare und aus >den feinen, weißen Strich, der ihre Scheitel teilte. Selbst noch einem Kinde gleich, so schmal und zart in ihrem schwarzen Kleid, war doch alle Innigkeit der Mutter über sie ausgegossen, selbstvergessem Hingabe an He, Kreatur^, die in ihren Armen klagte. „Gittel," sagte Jakob leise. Sie schreckte auf. Er suhlte sich in ihr Gmpffnden ein und dachte an ein aus dem Nest gefallenes Bögelchen, das er einmal in Händen hielt, und dessen balnger Herzschlag ihm an die Finger klopfte. Er kam näher'Md beugte sich zu dem weinenden Geschöpfchen. „Ist es krank?" Alle Scheu verschwand aus Gittels' Zügen als sie iiber der Sorge über ihren Pflegling ihrer selbst vergaß. Sie sagte traurig: „Ich glaube, Beigele hak Hunger. Und es ist keine Milch mehr im Hause zü kriegen.". Als das Würmchen, seinen: Instinkt gehorchend, die Lippen suchend nach ihrer Brust bewegte, fah sie, wie einer Schuld bezichtigt, vorivurfsvoll an sich herunter. -Ach, wenn ich sie ihr doch verschaffen könnte."; ' ' In Jakob regte sich ungestüm der Wunsch zu Helsen. (Fvrjsetzuna foTcit.’).. I