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Wiener Morgenzeitung · 1924-12-03 · Heft 2080 (3.12.1924) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2080 (3.12.1924)
Date
1924-12-03
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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SMS Wien. MttwoD Wiener Morgenzeitunft. 8. Dezember 1921 M. 8060 peiEchsr wilckt sin Regisrvitz, der Uriel Acofta in der Bußeltzeu« vsrpflichet, von der Bühne bis mitten in den Thoatersaal AN Wanken atrtib alldort feinen erzwungenen Widerruf zu stammeln. Wir begreifen, daß Berogi auf diesem McwteÄveg sein AMtz vechüWe . . . Der gar nicht Mchte Tempelchoroil mir Mvgatvm Harmonmm (sMv'.'dvig, weil er modernsbeir Tempel» gesang, also fast Kttchengesang, Hst), macht die Szene nicht orquiMcher. Das Hiimmfstürmen der in den Dalles gehüllten Zeloten aus dem Zuschauorraum über schwankende Stege auf die Bichn«, eine nicht ungefährliche gymmstische Ueburdg, löst just am fraglichen Höhepunkt des Dramas Hetterkstt ans. Ansonsten onre wirklich schenSwwte, ernste Aufführung. Die Iudbch des FvauleinS Delp finden wir ganz hervorragend. OAar Beregi wurde mit Recht schr gefeiert. O. A. Ne Mene Pawe. Der Beröin Freie südische Volksbühne wird dl» Samstag den 6. d. in den Raumen der Kunstspiele, 1. B«z, Riemevgosie H, dreimal wöchenEch .jüdische Kleinkunstspiele bringen. Die KLnstlertruppe führt den Romen „SHe g-ildene Pawe" (Der goldene PfM). Es gebaogen kleine MLieustücke, Jnfzsmsvwngen von Volksliedern in nwdsvnster Ausstattung uud GestaHung zur Darstellung» vaS eme Neuheit für die Wische Klsinkunst bedeutet. Unter den MAoirkenden befinden sich die Damen: Wh« Holpern und Mirjam Schnabel-Hoeflich iowie die Herren Regisseur Lev Holpern, Benoni, Kadar-i und Hoff. Die Maler Anna Lesznai und Moor Gergelh entwarfen die Ausstattung und die Kostüme Der TröffmMgSabend findet Samstag de-n 6. d., Riemevgasse 11, f Uhr abends, statt. Karten: Rotenturmlbchar; Buchhandlung ßÄwit, 1. Hez., Rotenburmftvatze 22; Karteübnrsau Aida, 2. Bez., Dcchorstraße 8, und an der AbeMafle. Aus den Theater». Bnrgtheater. Morgen, 7 Uhr abends, y güdiin1. Akademietbeater. Morgen, V*8 Uhr, «D i e VamemitdemScheldnngSgrnnd". Bolksoper. Heute Gastspiel Domenieo Vtglione Borghese kn PuceiniS o S e a". — Morgen ,5)et Svangelimann". Deutsches Volkstheater. AIS Nachmittagsvorstellungen am SamStag den 6. d. und Montag den 8. d., '/»8 Uhr, .Maria Stuart" mit Leopoldine Konstantin.— Sonntag »Das Kamel geht durch das Nadelöhr*. Neues Wiener Stadttheater. Georg Hilbert von den Reinhardtbühnen wurde als Gast für dir nächste d'ovttät verpflichtet. Lbeater in der Josef st ad t. Morgen Erstaufführung von Paul Raynals Schauspiel „DerHerrseines Herzens". JmRaimuud-Tbeater. Freitag .F e d o r a" do« Eardou Meveinstudierung) mit T i l l a D u r i e u x in der Titelrolle. — Sonntag, nachmittags, -um .ersten Male das. ktndermärchen „Lenchens Weihnachtstraum". Theater an der Wien. Mittwoch den 10 S>. findet die dreihundert st e en salte-Aufführung der Lalmaufchen Operette „Gräfin Mariza" statt. Zoh ann-Strauß-Theater. Sonntag Nach- -üttag „Rund «m die Liebe*. Franz Schrekers «ene Oper „Jrrelohe" hacke am ©WM* ffieatec m Leipzig unter Brechers Leitung ebnen, graldeKu sensationellen Erfolg. Das Werk hat aufs neue seine starke dvovvatilsche Kraft bÄvisjen. BittnerS „Rosengartlein" hatte ckn Prager Douöschen LandeHthöatvr schr starken Erfolg. Die Damen Ortner und Schnxnq sowie der Barvtvnrst Josef Schwarz holten sich mit ch«n -aniKaren Rollen reichen Beifall. flff* Soeben erschienen! *M> Von Z. F. Finkelsiein Ein kulturpsychologiches Werk ersten Ranges! Die hervorragendsten Jaden als Spiegelbild der jüdischen Gegenwart losoe Aus dam Inhalt: Bialik, Nord au, Achad Haam, Perez, An—ßki, HerzI, Zangwill, Smolenski und andere Preis gebj 60.000 Kronen, geh. 49.000 Kronen Zu beziehen durch die Buchhandlung Löwit I.. Rotentunnstrasse, und Bücherstube Rath L Präger, 2 Per., Tabor* Strasse 20a, sowie in allen Buchhandlungen „Zwingburg", ein« szenische Kcmvate von Ernst Krenek -A. an oer Berliner Schacvtsoper unter der infpierievten Leitung von Erich Kleiber mit stärkster WirAwng aufaeMrt worden. Krenek, evne der größten Hofftmngen der -neuen Musik, hat mit dios-eim Werke wieder eine Probe seiner überragenden Be.aaibu.ng -gvaeben. Di« AuGührung war ein Ereignis im Berlmer Kunstleben. yericktskaal. AuS der t i Republik. Ein Vorfall, der sich im Sommer lberm Abmarsch einer Mte-Anng der Wehrmacht Ms dem Prater abgespielt hat. bWde.te gestern beim Strafbezrrksgerrch^ 1 den Gegenstand einer Verhandlung, in welcher sich der ScklosstrgchUst Johann Huber, der SckmhmachevgMlfe Stephan Schütz und der Bankbeamte Erwin Kalman wagen Beleidigung einer seWständigen Abteilung der Wehrmacht als Behörde zu verantworten hatten. 27 Mann des Infanterie- Regiments Nr. 4 hatten unter dem KonmMndo des Offizier- Stellvertreters Josef S ch a f f a r i k auf der Jesuitenwies« während « EreWerpause u.nd beim Abmarsch das „DmtfchmeistevlieL", „Die Wach' am Rhein" und ..Deutschland, Deutschland über alles" aw?eftinrmt. Der Allährige Schlossergchrlfe Johann Huber stellte den Kommandanten der Wteimn-g deswegen zur Rode und aus der Reihe der zahlreich ana^samrmelten ZilvAisten fielen mohreve Schimpftvorte. Der Ofiitzier- SteMertreter kommandierte: „Baionett auf!" und die Soldaten begaben sich mit aufgepAanztem Bajonett zum Praterkommifsarlat, wo der Kommand-Mt von dem Vorfall Meldung erstattete. Mehrere Wachleute eilten auf die Jösultenwiese, wo sie Johann Huber, der autzer den Pfuirufen den Soldaten auch die Worte: „Ihr Hakenkreuzler und Bluthunde" zugerufen hoben soll, verhafteten. Im Verlaufe btt weiteren Domonstravion wurden auch Stephan Schütz und Erwin Kalman, die gleichfalls Pfuirivfi gegen die Soldaten ausgestoßen halben sollen, verhaftet. Be^irrsnchter Dr. J ellinek fand alle drei Angeklagten der B-ol'Ndigun'g einer sebbständigen Abteilung der Wehnnacht schuldig und verurteilte Johann Hwber zu acht Tagen. Schütz zu drei Tatzen und Kalman zu fünf Tagen Arrest, alle drei bedingt unter Einräumung einer ernjährigen Bswührungsftist. Beleidigunae« gegen da- Bundesheer. Der Qbor.ve.rwaltuingskommissär der Gemeinde Wien. Wdax Brückner, soll am 21. April wahrend einer Eifenlbahnfohrt doi Mariazell im Verlaufe eines Wortwechsels Mit dem Reichswchrmann Emst I o g be-leidigende Ae-ußerungen gegen die gesamte Roichswchr gemacht halben. So soll er unter Hnnweis auf das jugendliche Alter des Kanoniers Jag. der 19 Jahve alt ist, die Bvmevkung gemacht haben, daß die Reichswehr ein Knabenhort sei, Waders, das müsse eine feine Wehrmacht se«m, \ M welcher solche Kinder, die kaum der Schuile entwachsen , sind, sich ibefinden. Geste-vn hatte er sich vor d.e>m Stvajibezinksgericht zu verantworten. Mehrere Zeugen hesMgten seine Aeußevungen. Der Rich'er verurteilte ihn zu d.uer Geüdstrafi von 20V.VV0 K, eventuell zu 48 Stunden Arrest. Der Berurteilie vrilegte sofort die Gelidstrafe Volkswirt. ßin MalorttSiskamvf in d« Pettoleuminduftrie. . Dabrowa und die Firma Gartenberg und Schreier. Au der Wiener Börse erhält sich seit einigen Tagen mit Hartnäckigkeit das Gerücht, daß in dom bekannten fmnzösischt-polnifchen Petvokewmkrmzern Dabrowa, welcher auch die bekannten Petvvlenmgesellschasten Schodnica und Karpathen umfaßt, ein Majvr'itütska-mpf ausge-brochen fei. Darauf wird auch die Steigerung der Karpathen-Mtien in den letzten Tagen zurückgeführt. Es verlautet, daß die Firma Gartenbevg und Schreier, welche bekanntlich auch über holländisches Kopitail verfügt, die Majorität dieses Konzerns anftvebe, um auf dies« Weife das Schwergewicht in der Polnischen Petro-- leumindustrie zu erreichen. Die Situation der Dabrolva erleichtert diese Absicht, da sie 'bekanntlich auf dem Pariser Platze nie festen Fuß soffen konnte und nunmehr fast ganz oihne französische feste Basis dasteht. Ihre Versuche, sich auf dem Wener Platze Geld zu verschalffen, sind mißlungen, da vor kurzer Zeit das KotMiungsgefuch der Dobrowa von der Wiener Börse abschlägig beschieden wurde. Sie war infolge dessen genötigt, einen Teil ihrer Kavpathen-Mktien zu verkaufen, um sich die notwendigen Mittel zu verschaffen. Diese Gelegenheit benützt nunmehr die Firma Gartenberg und Schreier gm Ausdehnung ihres eigenen Konzerns. Ae tschechisch-polnischen Handelrvertrassnerhaadlnanen. Prag, 2. Dezenüber. (Dschech. Preß-Bur.) Die tschecho-flowÄifch-polnifchen HandelsvertwMerhcMdlungen dauerten gestern den ganzen Tag an und das Ergebnis der Bevatungen wurde in einem Protokoll niedergeilegt. Es' wurde feftgefetzt, in welchem Sinne und inwiefern der im Jahre 1922 abgeschlossene tschecho-flowakisch-poln ische Handelsvertrag abgeändert, bezw. ergänzt werden soll. Gleichzeitig wurde vereinbart, daß die beiden Delegationen ihre BerhaMungen am 15. d. in Warschau fortsetzen werden, und daß die beiden Parteien die Zwischenzeit zur internen Durchberatung aller in Erwägung kommenden Fragen ausnützen werden. 2er Lodz« Tertilarbetterstreil. Lodz, 1. Dezember. Der Streik in per TextAmduftritr dauert unvevmmdvrt an. Gegenwärtig beifinden sich 125.999 Textilarbeiter im Streik. Im Zusammenhang mit der Streitkagitcrtion wurden gestern mehrere Mitglieder der unabhängigen sozialistischen Partei, welche die Streikenden zu Gewalttaten aufforde-vten, mit ihrem Führer, dem Lodzer Arzt Nierzenski, verhaftet. Beim Ministerpräsidenten G r a b s 5i fand unter Teitlruchme des Innenministers sowie des Wobwoden aus Lodz und des Vertreters deS AvbeitSministermms eine Konferenz betreffend die Verlegung des Konfliktes statt.' Die Regierung hat beschlossen,^ energische Maßnahmen zu eWeifen und insbesondere auf die Industriellen einen scharfen Druck auszuÄben, damit diese die Forderungen der Arbeiter annehmen. f 4. I Werbet Abonnenten sürdie 1 „Wiener Morgenzeitung" C opyri?ht 1924 d, Nachdruck verboten. Deutsche Lerla-Sanfialt, Stuttgart. ^7- Fortsetzung, Die Stadt an der Molbav. Roman. Bon Auguste Hauschner. Gleich einem Schwimmer arbeitete sich fetzt ein evrrzebne-r durch die Flut der Töne. Einer, dem die Schultern schief und kvu-mm nach vom hingen, ails schleppten sie den Packen «vH, der sie zerbrochen hatte. Es fiel Jakob schwer, obgleich er den jüdischen Jargon bereits beherrschte, das Gegvvgel zu verstehen, das sich aus der Kehle des aufgeregten Mannes quetschte. „Du hast vom Bal-Schsm gesprochen, hoher Rabbi, int Seele war er aller Seelen, die heilige Thora hat in ihm gelebt. Aber hast du wie gehört von meinem Urgvotzvater, zu Guten ist er geworden, über hundert Jahr. Er hat noch gekennt den Rabbi Nachmann, sein Andenken zum Segen, das ist dem Bäl-Schem fein Urenkel gewesen. Nicht genug hat er gekonnt von ihm erzählen. Der gemeine Mann war chm mehr wert, wie der reiche. Er hat nicht in der Klaus gesessen und gelemt, M den Wald ist er gelaufen in die Felder, die Sprache von den Kräutern hat er verstanden, und was die Bügel zu einander sagen. Kern Gut und Böse hat es für ihn gegeben und kein anderes Gesetz als Gott lieben und seinen Nächsten, und wäre es selbst sein Feind. Meinen Urahnen hat es jahrÄcmg das Herz Äbge fressen, dm Zaddik amHusuchen, Vis er hat Kinder, Frau und Geschäft im Stich» gelassen und ist dem RaDb' zugeHaufen. Aber er hat sich gleich verirrt, leim Mensch ist ihm 'begegnet und beim Obdach. Ihn hat gehnnge-rt und gedüvstet. Aber mehr noch hat ihn geplagt: bald -mußten die ersten Sterne zum Vorabend vom Sabbat aufziehen, und er hatte das Tauchbad nicht genommen, um sich zu reinigen von Schuld -und Sünde. In seiner Not hat er zu Gott gebetet, daß er chur beiftehe und zu einem Wasser führe. Abe-r nlichts hat sich weit und breit gezeigt, als eine Pfütze, von Laich bedeckt und faulen Blättern zugeschüttet. Da hat er sich nicht anders l hel^n können. Die Worte Davids auf den Zippen, ist er | gestiegen in den Tümpel. Und was 'hat sich zugetrao-on? Silbern hell und klar ist das Wasser unter ihm aufgesprung-en, weiß ist er daraus herausgetaucht. Und um bt-e nächste Ecke hat er uur biegen müssen; da hat die Stadt vor ihm gelegen und des Rabbi Nachma-nns Haus." Rabbi Bär hob sein Glas und trank dem Verkünder zu. ,Mut ist ein Schluck, er nähert die Entfernten. Wahr -hast du gespvochen, Schlo-ime, der Weg zu Gott geht durch das Herz. Sehnen und der Wunsch vollbringen Wunderdinge." „Und vergiß nicht Rabbi." Eilig lief es herbei, das Männchen, eisigrau und so schnell und -klein, daß es fürchten mochte, Ms der Entfernung nicht die Schatten zu durchdringen, die allmählich jede Form verschlangen. „Nicht bloß Traurigkeit und schreckende Gelübde verlangt der Ewige von seinen Kindern, er lisbt sic auch in ihrer Fröhlichkeit. Mein Vat-er selig —mag er mein Fürsprecher sein, wenn ich im Sterben liege — Hat gehabt einen Verwandten, M-eir hat er geheißen, und seine Frau Rebekka. Große Menschen, die gern gelacht haben und gesungen, brav, fleißig, haben Gott gedient mit ganzer Seele und Ovaren doch dem New ein Aergerms. Ich muß euch sagen, er war einer von den Besonderen, dem war der Verkehr zwischen Mann und Frau verächtlich Er duldete ihn rmr wogen der Vermehrung. Sonst gehörte die Frau ins Geschäft, der Mann in die Schurke, um zu lernen und die Thora auszulegen. Meir aber hat gar nicht geleugnet, daß ihm ein Kuß von seiner Rebe'Ska besser geschmeckt hat als alle Talmudspeise. Nur mit ihr hat er auf allen Hochzeiten getanzt, große Kinder sind schon nm sie gefpmngen, und immer sind sie noch auf -der Gasse Arm in Arm gegangen und ha-ben sich, wenn niemand hrngeschau-t 'hat, umgefaßt. Am Sabbatvorabend hat Meir Miussaoh nicht erwarten können. >daß er hat können nach Hause gehen und sich zu seinem Rebekkche legen. Aber nach und nach ist das Alter über sie gekomnwn. Der Wunsch war da, die .Kraft hat nachgelassen. Cs hat sie beide sehr betrübt. Keiner hat sich getraut, es dem andere» zu gestehen. Aber heimlich haben sie Gott angefleht, er möchte ihnen, wem auch für kurze Zeit, die Lust der Liebe noch einmal ^wieder kosten lassen. Und Gott hat ihr Gebet erhört. Mit grauen Haaren sind sie wieder geworden wie junge Eheleute. Luftiger als ihre Kinder sind sie gewesen au ihrem goldenen Hochzeitstag. 9Lm nächsten Morgen hat man sie tot gefuiftden, Brust an Brust auf ihrem Liebeslager." Ein zusttmmendes Dachen schwirrte auf. Auch aus des Rabbis Erwiderung klang ein Lächeln. „Stolz könnt Ihr seii auf Eure Verwandten, Laib Mendel, daß sie dem Allmächtigen so wohlgefällig waren durch ihren starken Trieb und ihre Lebensfreude. Er weiß, an einem lücheiln'den Gesicht gesunden kranke Seelen. ES gibt von ihm ein Wort: besser ein luftiger Abtrünniger als ein trauriger Chassid. Liebe ist fein obevst-e's Gebot." Es war Jakob, als wandle er irr Märchen. Draußen tobte Krieg. Kampf zwischen Rasselt uttd Parteien; Haß, Jchstl-cht, Habgier, Lüge rangelt miteinander um die Oberhand. Und hier in diesem dumpfen Zimmer, ärmliches Obdach als Almosen zugeworfen, >bei dem ZervWd eines Festmahls, schuf sich ein Häuslein Verachteter. Getretener, Gehetzter eine Umwelt, in die keine Not von außen drang, in der sie unumschränkte Herrscher waren mit . königlichen Rechten. Gott und die Juden, niemand zwischen ihnen. Kein anderer Ge'danke als der Weg zu chm, jedes Wort eine Stufe, die Höhe seiner Seele zu erklimmen. Jakob dachte: Ich weiß wohl, es ist die Täuschung eines Sabbatabends. Mit dem ersten Sternenschein verwandeln die königlichen Kleider der Gaste sich in Lumpen, die Priester sich ip Schacherer und .Hausierer. Wie aber, wenn e's den Erlesensten unter ihnen gelingen könnte, die Werhestiumlüng in Werke umzusttzen? In eigenem Boden eingepflanzt zu einer vollen Ernte heranzuveifen, ein starks und geeintes Volk. Alles krause Raukeuwerk von ihrem Glauben abgeschnitten, - daß nichts zurückbleibt a>ls der lebendige Zusaminenhang mit einem höchsten Wesen, das sich Gott nennt, Wurzel alles Geschaffenen, Inbegriff aller Weisheit, Reinheit und Gerechtigkeit. Wäre nicht ein solches BE das ewig auserwählte? Würde nicht vom Osten her wie vor zweitausend Jahren Licht in die VerfinsteMng der Geister fallen? Gortsetzimg folgt.)

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