Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 2057 (9.11.1924)
- Date
- 1924-11-09
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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«M Ä Men, Soirmftg' Mlenev MorgenzestuW. N. NoöeiMev 5308 ö. E ^ttn'*? flo*p np KEREN KAJEMETH L’ISRAEL (Jüdischer Nationalfonds) wies, n. 2IRKUS0ASSE 33 Telephon 45606 * WIEN, It ZIRKUSGASSE 33 Telephon 45606 MM L Ausweis Nr. 2. für dk Zeit vom 1b. bis 31. Oktober 1924. Allgemeine Spenden.K. 12,289.200 Büchsen (Zahl der geleerten Büchsen 616), . . . „ 12,640.620 Tempelspenden.. . . 684.000 Bäume... 1,035.000 Kaarothspenden .* 312.000 K. 26,910.820 Summe der bisherigen Eingänge. .:V v . . . „ 60.599.730 K. 87,510.550 Der Keren Kasemeth l'Zsrael ist in der Lage, mit dem Eingangsbetrag dieses Zeitabschnittes 17 Dunam zn erwerben und 17 Baume zu pflanzen. 6,722.900 K. der genannten Summe sind von 24 Selbstkontingentier« ausgebracht worden. Zentrale: * 8970. Alfred Steiner 1550, Max Eckstein 200, Tempelspende Ratz 150, Dr. Isidor MargulieS 104, David'Lauser durch Mendel Pinale 100, Abraham Singer 100, Alfred Frankfurter ,88, Salomou §lltbach 74, Siegln. Salomon 60, Eljakim MargulieS a. N. Walter Seidmmm 60, a. N. P. Gugenheimer 60, ^Leopold Meise! 59,Salo Jonas, Heinrich' Brandweiner, S.-Wein-!reb, Sammlung Rübner, Weiß, Jgra Lebensart je 50, Frau Pabbiner Reftl Friedmann 530. Bezirksseklionen: 3. Bezirk: 750. Wloch 500, Hugo Brumer, Dr^ M. Prager je 100. — 2. Beirk: 285. Emil Landesmann, Josef Hirsch je 100, Pauline Lettner 50. — Zionistische Sektion Prater: 560. Hermann Pauker 150, Kaaroth-Sammlung 177, Güter 100, Jakob Katz 75. — Jugendgruppe Prater: 300. SammUmg 300. — 3. Bezirk: 1654. Direktor Laurus 1000, Johanna Halft« 250, Ing. Gustav Wolf 150, Alois Reich 100, Dr. B. Hahn, Alois Stern je 50. — 9. Bezirk: 100, Prof. W. Haje! 100. — 13./15. Bezirk: 150. Eduard' Mahler 100, Dr. N. Geier 50. — 13 Bezirk: 50, Rudolf Schlesinger 50. — 18. Bezirk: 110. Dr. Julius Brings 60. M. Stern 50. — 19. Bezirk; 300. Dr. Max Prager 300. — Sektion Zwischenbrückeu: 897. Sammlung Fräulein Oppermann, Fräulein Hausner 201, Tannenbaum-Zauderer 201, Josef Ziegelheim 146, Schleien 133, Fräulein Weintraub-Wind 123, Sal- »namt Gärtner 99. Vereine und Sonderverbander Akademischer Landeüoerban-: Akademische Sektion der Hitachönth: 320. Fräulein Erna Haber: Käthe Serebrenik 320. — D Z. Ä. Äcchawer: 2161. Toni Lauser 100, Benedikt, Winkler je 50. Jda Kohn 66. - Z. M. D. Lasmoaüa: 94. G. T. Tausig 70. — I. M. V. Iediöäa: S»8. Franz Königstem 340, AetivitaS 168. — Z. W. D. Masiadah: 602. Dr. L. Soffer 200, Simon Rubel 112, M. Deutsch 87, Brüder Ernst 50. — Z. M. D. «ehemla: 145. Büchsen 143. — Blau-Weiß: 4015. Sammlung bei Bar Mizwah Artur Hahn 300, Sammlung beim Konzert Sostarie 244, Sammlung Krakauer 315, Sammlung Hirschfeld 860, Golostepper 52, Gustav Fuchs 96, Maria Rothenberg 70, Leopold Gutter 50, Marim Hochstimm 100, Salomea Rottenberg 70, LM Brod r 2 Bäume a. N. Karl Meisel, 2 Bäume a. N. Erich Brod 280, Jakob Estermann 75, Dr. L. Lindenbaum 60, Michael & Co. 90, Adolf Goldstein 51, Dr. Alois Lustig 100. - Bund jüdischer Jungwanderer: 1668. Von einem Richtjuden 116, Büchsen 1302, Sammlungen 250. — Chernih-Kwuzah; 261. Moses Rosuer 119, Sammlung beim Vortrag Asis DonGth 142. — Franenorganisation r 210. Sammlung Frau Mülka Bauer 206. — Hagidor, 116. Büchsen 116. — Äikachduth: 668. Efraim Lenz 100, Dr. Adolf Silberschein, Lemberg 141, Sammlung Simon Adwokat beim Brith Mtlah Max Weinreb 250, d. Dr. Tartakower 77. — Jugendgruppe der veopoldstadt: 1098. Rosner 224, Sanlmlung 388, Sammlung beim Sostarie-Konzert 74, Büchsen 375. — Kulturgruppe XX r 1953, Wilhelm Feldman« 67, Mina Wassermann 116. — Äwnzah Chawerin: 634. Sammlung beim Vortrag Asis Dometh 142, Sammlung beim Sostarie-Konzert 135, Kaaroth- Sammlung 135,, Dr. Paul Steiner 'als Ehrenerklärung an H. Fritz Klack 60.' — DiSrachi: 1550. MoseS Hersch Landau 1650. — Zeiret Misrochi: durch Friedler 99. Provinz: Bruck a. ». Lettha: 110. Ungenannt 100. - Kloster- «eubnrs r Garten Klosterneuburg 795; Robert Erber, Leo Weiß je 190. Ing. Max Laudqu. Slloir Fischh Samuel Erber, Broch, Alex. SLwarz, Dr.' Knebel, Morris Kornstein je 60. Fron. . Sidonie Weiß 60.. — Korneuburg r 300. Fritz Lederer 300. — Vinz r 60. Bella! 60. — Mödling: 100. Dr. Ludwig Rosenback 100. — Pernhofen: 120. Raphael Jachzel 120. — Skocheran: 100. Artur . Groß 109. — Zisterrdorfr 50. Dr. Edmund Stein 60. Serbstkontiugenler - Leo EllaSfo« 112- Adolf Engel 94, Rabb. Resel Fried« mann 530, Erna Haber 320, Leo Holpern 640, Hermann Äönig 116, Moses Kerzner 74, Lazar Kranz 287, Max Kreds 60, Moses Hersch Landau 1,650, Ephraim Veuz 100, Eljakin MargulieS 120, Raphael Mersel 336, Hermann Sauker 160,. Moser Rath 200, Adolf Rübner 350. Max chifsmann 800, Abraham Singer 100, Dr. Cbaim Tartalower 218, Saul Weinreb 250, Abraham Zahler 50, Doktor Ludwig Ävsenhäck. Mödling 100. Neue Selbstkontingente: Ju diesem Jahre haben 176 Personen, Selbstkontingente i« Betrage von 285,110.000 Kronen übernommen. Aufgebracht haben davon 63 Personen :36l/a M'llionen 'Kronen. Ueberschri^ene Kontingenter Frau Dr. Taubes hat ihr Kontingent von 1,500.000 Kronen um 934.000 Kronen üb erlchrltten und für daS Jahr 6685 ein Uefaei 2000 Chaluzim gehen allmonatlich nach Palästina 100.000 Dunam neuen Bodens muss in diesem. Jahre der Keren Kajemeth l’lsrael kaufen. Gebt den jüdischen Siedlern das jüdische Land Faläslinawoche des Keren Kajemeth,l’Israel vom 12. bis 20. November Küiitillgeut von 5 Pfund übernommen. Der 6jährige Jakob Katz, Sohb unseres Gesinnungsgenossen Julius Katz, hat sein Kontingent von 100.000 Kronen ans diese Weise aufgebracht, indem er sein Taschengeld, das täglich 1000 Kronen betrug, sammelte, um schließlich 100.000 Kronen dem Nationalfonds zuzuführeit. Aufgebrachte Kontingenter > Wir setzen heute die Liste der Selbstkontingentler fort, mtf zwar führen wir heute diejenigen Personen an, die ihr Kontinge^ nur teilweise aufgebracht haben r AufzubringenbeS Name: Kontingent in Tausenden 600 Appel Naftalt RfP Bartfeld-Krämer Bernstein Artur * Bloch Abraham Dondi Karl Frau- Diamant Dora Dörfler Chaim Eder Feiwel 2,000 300 2.000 1,000 1,000 1,200 500 1,000 250 300 Aufgebrachter Kontingent in Tausende« 100 595 48 1,180 .337 262 800 175 604 200 19 Erber Dr. Huao 8,000 1,980 Fleischmann Moritz 3,000 1,420 Förster Lazar 1,000 820 Friedmann Resel 8,000 1,140 Haber Erna 9,000 542 Halpern Samuel 500 285 Hauser David 3,000 1,280 Hoffmann Philipp 6,000 970 Zakobowicz Leon 1,600 75 Katz, Jakob 100 100 Körner Israel 250 200 Langer Regina abs. meb. 500 262 Liebermann Markus. 1,000 664 Liechtenstern Leo 760 624 Löwh Ilona 250 160 Lutzki Moses 3,000 200 Mandl Dr. Berisch 1,000 208 MargulieS Gerschon, Oberkantor 1,000 420 Mersel Noe' 500 262 Mersel Raphael v 4,000 3,370 Nemann Jakob 1,000 100 Papurosch David 500 400 Pohorylles, Dr. Leo 250 80 Präger. Dr. D!ax 1,000 60 Rabmowitz Bruno 1,000 350 Rath WkoseS " 1,000 885 Reich Emil 250 15 Rosegg Alfted Oswald 1,000 567 Rosenblum Salomon 150 40 Rubin Moses 500 50 Salzhauer Moses 2,000 1,300 Schwager MoseS 16,000 1,800 Schwager Samuel 1,500 299 Schwarz Elly 300 35 Segall Maurycy 500 200 Singer Wraham 1,500 100 Spieß Jakob 400 825 Teichthal Nelly 1,000 25 Teitelbaum Isaak 550 246 Tennenblatt M. A. 2,500 772 Ungarfeld MoseS 100 10 Weinreb Saul 1,000 884 Weinstein David 603 " 50 Wiesen Moses 200 60 Zeug Schlomoh 250 161 Nächster Ausweis erscheint Sonntag de« 23. d. Uebersiedlung unseres Bureaus. Ab morgen Montag den 10. d. amtieren wir in unsere» neuen Bureau. 1. Bei.. Kärntnerstrakre 28. Tel. 77485. 77486. Großer Feftsaal des HM kontinental ll. Taborsttaßv Samstag de» IS. November 1824 präzise 7*8 Uhr abends präzise 7»8 Uhr abends der Meister des jüdischen Volksliedes Falob Lehmann Am Klavier: K. G i m p e l (Warschau) Am Klavier: K. Gimpel der Meister des jüdischen Volksliedes Hakoah-Snartett Dr. Lampl / Rosenbaun: / Dr. Schwarz / Ing. Slndsky Der Reingewinn fließt dem Keren Kajemeth L'Zsrael zu Karten im Vorverkauf von 10.000 bis 60.000 K: Buchhandlung R. Löw 1 l, l. Notenturmstraße 22; Kartenbüro Aida, ll. Taborstraße 5, und im Büro des Keren Kajemeth -l'Zsrael. 1 Kärntnerstraße 28 Telephon 77-4-85, 7M-86) Copyright 1924 by RMdruck verboten, Deutsche Btt!az»lmsllUt, Stuttgart. 3t. Fortsetzung, Die Stadt an der Moldau. Roman. Von Auguste Hauschuer. Wähvend et sich zu AvWNlLnten zwcmg, an denen Rrch- Egbert er selbst nicht Mmbte, -war er bemüht, sie zn beehren. Sie solle doch vernünftig ftin und einisehen, hier im ^Hauise könne ihr Bschältnis nicht mehr lange ein Geheimnis bleiben. Er werde sie nicht schützen können vor dem j Zorn der Mutter, das gäbe dann einen mvschmren Skandal, Knall und Fall wevde man sie aus dem Häuft jagen, i Während, wenn sie anderswo in der Nahe diente» könnten k sie sich doch zuweilen treffen, zum Beispiel bei ihrer Jrerm-- >dm der Bozena, oder bei einom feiner Kameväden. „Und es wäre mir doch eme große Beruhtgumg, dich gut versorgt zn wissen, wem ich wieder weg mach." Wäh- 'rend seiner Rede waren ihr, von ihr uMachtet, grche Tropfen, die Wange entlang ans seinen Ro-ck gelaufen.! Gramvoll war ihre Haut wgraM wie von Krankheit. Jetzt s schnellte sie empor: „Weg? Wohin?" Er wollte es mit dem Allheilmittel, einem Kutz, ver- , suchen. „Wo ich hingchöre, Schatzeil, in den Krieg." Sie verwehrt ihnr die Lippen.. . l Kein Weinen mehr, äks sei durch das Entsetzen alle -Weichheit in chr eingefroren. Ein heiserer Laut gurgelte! aus ihrer Kehle. „Unmöglich nein! Das darf nicht sein!" Er dachte: Ich darf nicht die Gednld verlieren. Gegen seine Gewohnheit, weit über ihr Begrifssi vermögen, schloß er sich ihr auf. Vertraute ihr, wie unglücklich er sich fühle, wie verlassen und enttäuscht. Schenlkte ihr die Genugtuung: als einzige wahre Freundin habe er sie erkannt. Versicherte, gern ginge er wirklich nicht wieder hinaus in das Morden der Schlachten, aber e-r achte es als .seine Pflicht. Und es würde ihm sicher nichts pasiieven, wie ihm ja auch das erstemal nichts Mgeftoßen sei. Ihr Amubet-t, das ihn, tone sie selbst gesehen hatte, nie verließ» habe eine Wunderkraft, -und er würde ihr auch häufig schreiben., Und der Boxel werde sie auch oft besuchen. Die zu Haufe 'würden froh fein, chn mal los zu fein. „Und Ihr könnt miteinander von mir Planschen." Sie gab kein Zeichen, ihn gehört zu habem Kalkweiß war sie Mwordem, durch zwei tieft.Falten, in die glatte Stirn gegrabw, Wen sie gealtert. Getäuscht von ihrem Schweigen, ging er über sein Ziel hinaus. „Und wenn ich wiederkomme.. „Du kommst nicht wieder:" Mit einer ihm mrerWrlichen Gebärde, als horche sie ins Weite, flüsterte sie leise: „Das aller -hat er mir gesagt." Unwillkürlich war er der Richtung ihres Ohres ge-- folgt. Blitzartig huschte e's an ihm vorbei: Hatte er nicht einmal schon geglaubt, nur auf einen Herzschlag weit ent-- fernt zu sein von der Erkenntnis feiner Zukunft? ,-Wer hat dir was gesagt?" Sie aniwoEte ihm nicht. Da er, zornig werdend, nach ihr gvisf, galubte er Holz zu fassen. Er rief sie au, drehte sie zu sich, ^beinahe wäre sie dabei unDöfallen. Im Stehen wie erstarrt spreizten sich ihre Muskeln, Schaum stand vor ihren Lippen. Die Pupillen, wie immer im Zu» stand heftiger Erreguing, schrägten sich nach innen in . die Augenwinkel. Er wagte nicht, sie losznlasftn. Mit^ einer Hand konnte er die Flasche Kölnisches vo>m^ Nelbeniisch erreichen. Mit den Zähnen drehte er sie auf, sprühte das wohlriechonde Wasser auf ihre Schläfen, Hren Muud. Er spürte, wie sich ihre Steifheit löste, hie Lider senkten sich herab, hinter der Stirn, darüber bestand kein Zweifel, war das Hirn in diesem Au>genblick ein unbeschriebenes Matt, alle ihre Organe mochten geschwächt und der Schonung ftihr bedürftig sein. RücklsichiAlos, aus Furcht vor -der Wiederkehr eines Auftrittes, den zu ertragen sich seine zu.m Zerreißen angespannten Nerven nicht gewachsen suhlten, trieb es ihn zur Roheit. Er ließ ihr keine Zeit, sich des Geschehenen zu besinnen. „Was machst du denn noch hier?" herrschte er sie an. „Gch' in die Küche. Hast du denn dort nichts mehr zu tun?" Sie blinzelte ihn ratlos an, unfähig, sofort den Zusamlskenhang zwischen vorhin und fttzt zu fassen. Bon der Gewohnheit des Gehorchens übernlannt, sagte sie verängstigt: Jsn ist wahr, die Mädchen -haben Ausgang. Die Kathi hat sich den Boxvl mitgenomnien. Und ich muß das Nachtmal richten, die Gnädige ist im Theater." -Lautlos sah er sie mit' kleinen Schritten zm Schwelle gehen. In der offenen Tür wendete sie sich noch einmal um und sagte, ihm war, als habe trostlose Vevlassenhoit Klang und G-estalt gewonnen. „Ein Armitschka bin ich Hers Erich." 7. Mit heftiger Bestürzung hatte Eduard Leschner die Fahnenflucht -des Freundes festgestellt. In ftmem Gemüt begann der warme Ausdruck sveudi-ger Erregung zu erkalten, da er Vermerkte: Die Lust, ihm noch ein Meer brausender und singender Atome, diene den anderen wieder ails Schauplatz gesellschaftlicher OberftäMchkeit. Wäre die Aufgabe, zwei mit eleganten Menschen angeifüllbe RäuM unbefangen zu durchschreiten, nicht ft - uMsiegb«? schwer gewesen. (Fortsetzung Hjolgt.>