Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 2055 (7.11.1924)
- Date
- 1924-11-07
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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ttt. 2055 Wien, Freitag Film Md Ms. Wir halben diesegrob«, hier entstandene Fil7>Noerk schon gelegentlich seiner Press-evorsühruna eüvftol>end besprochen und gkwüchigt. Durch di« Dramaiisievung dieses «inst eipockMttaclMden Roman von Artziöaschew. die momeittan noch mit fast derselben Besetzung wie im Film Wer eim unserer Bühnen gcht, ist wohl daallgemeine.Interesse dkistm vorzüglichen Lendenziverk, daauch heut« noch Geltung hat, mit Bestimmt« heit gesichert. Verständnisvolle Regie, au-gezeichnet« Darstellung, dir -n Hauptteil von Magola Sonja, OSkar Der eg i. Jnez Allegri. Viktor Franz und Richard Dusch in-kh getragen wird, sowie ausgezeichnet« Technik in Photographie und Beleuchtung ergab«« hier einen überaus wirdurg-vollen Ge« fmtteindvuck. ArtziVaschew. der Schäfer dieses weltumfassenden Buche-, darf mit der Sdegiekunst Fritz Feh er» und der Interpret!§. «eng seiner Figuren durch dieseerlesene Davstellerensembl« hollaus zufrieden sein. \ BM.WuM.mW * bringt den grössten Film «Her Zeiten ■ « Mj W3L m Mo m Eis» ■ Die Schlckaalatragödie der schönsten Frau JUtUi Maatred 1704. — In dm Hauptrollen: Albert Banenaann, Gau da Vogt Edl Darolta, Albert Stelnröok, Wladimir Q&läaroir - «ad Carlo Aldlftl, Ab heat« fn nachstehenden Kinos: Habdn-Sino, 7. ©ez«, Vkariahlls«»» strahe S7.5S vrüar>aKino, 7. ©ez., Viuseu«» stiafer K Flleger-Kt«», 9. Bez.» Slechtensteiagrafet 37 f ai<til9«u«fttna. 1. ©ez., ParMn» U SrnpertaUftine, 1. Bez., Roihgass« 9 CcntraUftiha, 2. Taborslr. S ©ufdl'fttno, 2. vez» Protnstern {«».Slchtlplrle. 2. >ve,„ Nngara. so ILt>pl»le austtil* «. vej., Link» M«HtNo 4 Ad 14. Novemdert «t»Ib>err-Vart.Klao, 12. «e,to, Llckitspleltheat« HernaN. . Koflergass» 3 Halk-Mno, 13. Bqirt, fitfeingn Hauptstrafee 22 BdtfbitgtUftkno, 16. ©ez-, Lerche»« ftldngürlel 66 i n n : ■ ■ K*m ■«■■■■■ ■■■■«■■■ . N. Dez., fieinalier Hanpistraßt 32 «almund-Ltchlsvlele, 14, ©eztrl, S^chShauierftraße 3 Nbbazia-Nlno, 16. ©ez., Neubau» gftrtcl 16 Wiener Movoenzeltunft. „Helena, der Unlerflang LroZaö." Eine-.'der mächtigsten Werke nicht nur DensthlandS. soudern der gcn^n viielt, schuf Mansreid Di o a, der oll ui m« Berliner Regiss-eur, mit diesem MeueilIgen Kolossalfilm. Tie Jlia>de winde hier Mt Loben erweck!, Vas alte Trosn erstand in riesigen Bauten wieder und tausendköpstge! Menischenmassen st'lltcn die be'dm sich mordenden Heere dar.! dluSaezeichnete deutsche Schon ipi^llräf« verkörperten hier die Gcstalien der JKaS. Wir finden hier Edy Darclea als He!ena» den jungen Russen Wladimir Gaidarow alS Paris, Fritz Ulmvr als MenelauS. Herma Ralph als Andvomache, Karl bc Bogt als Hektar. Adele Sandrock als Hekcibe, ABert S t e i n r n ck als PriamvS, Karls. A h d i n i als Achilles, Karl Wüstenhagen chs Agamemnon, Lllbert B a s s er- .ma n n als Alfa kos, .Karel Lamae als Patroklus und Otto /Kronburger o!S Odysseus. „Die Wunder de- Meeres." Nächsten Freitag erscheint in den Wiener Kinos diesehervorragende Kult-urwerk, das einen riesigen Triumph der Kirvematographie bedeutet. Sechs Akt« lang spielen hier am Grunde de- Meere- und erfüllen den Beschauer mit seltener Spannung. Kämpfe mit MeereSnngehmem und vieleandere geben dem Film einen Inhalt, der ihn einer reichen Handlung Mchstellt und ihn an Wert noch bedeutend über jeden guten Durchschnitt hübt. — Formung und Technik haben mit diesem W-crk gleich kolossale Erfolge zu verKeichn-rn. Wir werden Über diese- Pracht-wert zeitgemäß noch eingehend «berichten._ Wegendes CmImIma» zam letzten Male beispiellosen IblBprolongiert bis inkl. Sonntag den 9» November 1924 113!' ' JISKOR (GEDENKE) Regie: Sydney M. Qoldln Ifa-Palast-Kino 2. BEZ9RK, TABORSTRASSE Nr. 1 Hauptdarsteller: Morris Schwarz, Oskar Bereif, Dsgny Servaes, Frau Abrahamowilz, Frau Geraten, Carl Goets. u. a. Beginn der Vorstellungen täglich V*5, VA Vt8 u. *[ß Uhr 7. Novvmkber 1924 GM 7. Was kosten Filmmanuskridte? Das runde Sümmchen von 1,000.000 Dollar m bar bezahlt«. die Fox Film Corporation, Ni.üo-Nork, dem populärsten Bühnenautor Amerikas, John Golden, für die Verfilmnn'siSvecht« seiner sämtlichen Theaterstücke. Allerdings ist der Erfolg der Goldenschen Theaterstücke in Amerika sprichwörtlich und einzelne seiner Stücke erlebten eine nnunterbrocheue AustührungSdauer von vier Jahren. Der Sohn des Polizeipräsidenten als Filmstar. Der Schn des Polfteiprästden-len von San Frcuuisko, Georg« O'B r i e n, hat sich dam Film zugewandt und wird.sich demnächst im Nahmen der Fox-Fi'lme dem europäischen Publikum vorstellen. George, der trotz seiner Jugend zu den ausfallendsten. Person- - lichkeiten der amerikauischen Jcunesse zählt, hat in den letzten Jahveü durch seine romantischen Herzensassären und durch seine sportlichen Tollkühnheiten viel von sich wden geniacht; sein Vater, der Herr PolizeiprWdent, soll angeblich schr unzufrieden sein, dag William Fox die schauspielerische Begabung seines Sprößlings entdeckt hat und überdies für dessen gefährliche N igU'Ngen sogar noch ein hübsches Stück Geld 'bezahlt. Die Filme der Woche. wi}ftna." — „Der Zusammenbruch." Grotzstadtvrr» lockungem" — „Das Geheimnis vom Brinkenhof." — „Ssaniu." „Rund nm die Liebe." — „Eines Schurken Untergang." SSANIN (Das Evangelium der Liebe) nach dem Roman von Artzibaschew mit WAGDA SONJA und OSKAR BEREG* Regie: FRIEDRICH F E H E R erscheint ' vom 7. bis Io. November Im Votivpark-Kino IX. Ifa-Palast-Kino II. Heimat-Kino IX. Haria-Thereaien-Kino VII. vom iz. bis xS November im Opern-Kino I. Kärntner-Kino I Ifa-Palast-Kino II. Hernalser Lichtspiele XVII. QUITTNER. ZÜCKERBERG & Co.. WIEN VII. WM r——BURG-KINO, 1 Openriog 19-—, Von heut« bim 10. November Die Spinne im Weibe Das Schicksal eines Narren Btt 11 a 11 a A I n! r a n t s ln der Hauptroll« und das übrig« Schlagerprogramm Beginn der Vorstellungen: V45, */A V«8, *lfi f^NTRAL-KINO ' 11. Tabors trasse 8 Direktion: J. Schulz Von heute bis 10. November Kele na Das berühmte Filmwerk, welches das griechische Thema behandelt smd das flbrige Schlagerprogramm Beginn: VA 7. 7*9 Uhr r—— KÄRNTNER-KINO ——, —-WELT-BIOGRAPH ——> L Kärntnerstrasse (Ecke Johannesgasse) IX. ALSERBACHSTRASSE 39 Von heute bis 10. November Von heute bis . 10. November Püt md — QUO VADiS? - Römisches Kolossalwerk mit Emil Jannings te dem Schauspiele „Bitte recht freundlich 1" und Alphons F r y 1 a n d und das übrige Programm und das flbrige Schlagerprogramm Beginn */,4 Uhr, letzte Vorstellung vor 9 Uhr Beginn der Vprstellungeii: 5, */47, 7V9, Sonntag 4 Uhr caa ROTENTURM-K1NO WIEN,1.FLEIS CRM ARKT 1 Von heute bis 10. November Filmroman mit Henny Porten und Alf BlDtecher und das übrige Schlagerprogramtn , Böginn der Voistellunjan s V»6. •/»*. 7*9 und */40 ühi'; Bejlöiunneik einer erstklasgigen Üan»tlsrk»ps»si; > SCHOTTlNRING-KeNO— I, SCHOTTENRINO 5 // TEL 17-4-25 Von heute bis 10. November DasSaheimnIs vom Brinkenhof Pilmroman mit Hennr Port e n » und Alf Blütecner und das übrige Schlagerprogramm Beginn: V*B, ',.7. yt9 - TOgmura BMC3»gMg?ryer<gCK>w»r.g zu behalten, „heut früh ist mir der große Mann aus Gips umgefallen im Salon. In hundert Stücke." Sde bniete vor.ihn hln und Mete wie zu eriwim HeMgen drei Hände: „Ach süßer, HnLdemr Hepx Erschl" Es gab nur Men Momente der SslHstvevgessenlheÄ, in htwin s-: sich diese An'vsde erllaubte, ,/we.nn du möchi>:st miit ihr vchen. Ich chrb' vom meiner Mutter Mg zivei ftiberne Lösfeil, nnd zu Haiuise beim Vormund, dex auch mein Pate ein« chMve Dienststelle besorgen, bei einer guten Fra,u mit mehr Lohn und bevchteVer Arbeit. Gleich schaue er sich ÄeZ* hal-b «u'm. Sie ließ ihn nicht zu Ende reden, klaamnerite sich an seine Schuber, chre Glwder flogen wie rm Fiebersrost. In ihren Nugeu war ein Betteln wie das eines TiereS, das seinen Heuler iM Erbarmen flicht. Copyright 1M4 1>7 Nachdruck Verbotes« Deutsche Lerlag-ansiali, ©tuttgart. 30. gortsetzuur, Die Stadt an der MM«. Roman. Bon Auguste Hauschner. ' Er, unwillkürlich erleichtert durch diese Lösung, suchte nach/ einem Weg, sie zur Sachlichkeit zurückzuführen, erkundigte sich, was denn vorgefallen fei, was st« sich habe zuschulden kommen lassen. Ein wenig aufgerichtet, strich sie die zerwühlten Haare aus dem geschwollenen Gesicht. Stockend, von leisem Winseln unterbrochen, als rühre sie mit jedem Wort an Wunden, klagte sie: die Gnädige sei schon lange mit ihr ünzufrieden. Obgleich sie wirklich, bei der heiligen Maria, könne sie eS beschwören, keine Arbeit scheue. Sie helfe der Köchin und dem Stubenmädchen. Um halb 5 Uhx in der Frühe habe sie oft angefangeu und halbe Nächte am Bügelbrett gestanden. „Aber natürlich", ihm selbst wurden die Augen feucht bei ihrer treuherzigen Zer- Wkschum^, ,/ich bin zu u,ng>eschickt, ich bin nur ein Bauernimen'sch ich passe nicht in ein so-feines HauS. Ich mein' oft, es ist .schon san'ber, wo für die Gwäbige der Staiutb noch Liegt. Un<d ich lha-ö'. schon öfter' was Ze>vschlagen^ 'besonders," wi* einem Lächeln von -hergKerwißend«r Scha-lkhastigkeit, „fE du wieder da bist, gnädiger Herr. Manchmal bin rch schon g-elaüfisn und lM' ge!kau>ft." Zur Begründung ihrer Behauptung, legte sie die Hand ' aufs Herz. „Aber alles ist so teuer, und manches mutz der'Mensch doch für sich selber brauchen, und die Gnädige schant -doch such sehr auf NetkM'it. Aber heut, sie imij> in.ehrmcilS schlucken, um Gewalt über ihre Stimme war, einen Dukia-t>en. Allewill ich verrufen, naef? uatb nach zcchll ich im Geschäft wach, was ich uech> sck>Mg bleibe. Keinen Schaden soll sie durch mich haben." . Etzich fchä-mite sich für seine Mnitsr. Hau sie in ibwr großen Wohnung, war Vorsitzende in W.'Utät'.ol.'itsvevsinen, Taufende von Bekannten wußte sie' draußen bluten, ihren Sohn in >bestä.ndig,er Gefahr, >rmd hing ihr. Heriz an Tand und Plunder, ivar AeiiÄich und kailtsinnig genug, ein l-unWs schuLdloseK Geschöpf, -um «ine Handvoll Staub zu quälen. Gr zag ^Mar-iaM auf feinen Schatz, trocknete ihr mit fsimm Du-ch die he-itzen Augen, zwang sie, um st« zu er-. heitern, sich 'auSgiobig zu fchne-uzen, wiegte sie in feiauen Armen und redete ihr Kärt'Iich zu. Sie solle doch nicht so dum»m fein and sich Sorgen machen nm |o einen Miserablen gipsernen Panolöen. Morgen werde «o einen anderen kaufen. - ,^chon ist er da." Sie kuschelte sich an seine Brust gileich einem Kätzche>n. Von Zeit zu Zeit durchlebt von einem tiefen Seufzer. Ihr kalt gewordener Körper fing an, sich an dem seinen zu erwärmen, es würde ihn nicht gewundert ha'ben, hätte sie geslhnstrvt. 'Gr Mach zu ihr in dem Idiom be'8 Liebenden, mit der törichten BetonMlig, die man -leinen Kindern gegenüber -braucht. Sie könne sich auif ihn verlassen, er werde ihr Nur das nicht. So sollte er sie nicht bestrafen. Sie wolle ja alles tun und leiden. * Ohne Lohn dienen, lein Essen verlangen und kein Trinken. Nu« daß sie in seiner Nähe bloiben könne, ihn bei Tisch bedienen, seine Kleider putzen, stim StÄfel Ivichsen, den Hun-d spazieren'führen. ^Jch hüibe keinen Menschen aus der großen weiten Wslt als dich -und Boxel." Und wenn es ihm zu viel sei, sie sah auS, als stietze sie sich in das Herz ein Messer, sie wülle Mcht «mehr zu ihm ko-m-men in der Nacht, ohnehin würde sie bald wieder bei der Kachi schllaisen müssen, „nur vielleicht, wenn mal die Kathi Ausgang hat und-du Lust lhast, mich z-u rufen.. Der Reiz ihrer demütigen, durch die Nü-rkha>l>lll0sigkci-t beinahe unschuldigen SinnliDait war so berückenddas; er ■ sich fö-umt enthalten konnte, sie an sich zu reiften. Und doch drückte d'.-cfe mächtige Vevfuchu-ng ihrem Schicksa«! das Siegeil aus. Was seit S«tun-den in ihm. reifte, es rang sich durch zum unaba-MMchen Gntschlu-tz. Fort mutzte er, auch u>m> dieser Li-vbs-chast willen. Er da>chle: ich bin oin Luimp. Äie Mutter verurteile ich und selbst tue ich diesem Geschöpf das Schlimmste an. Es gcht aber -nicht anders. Sie wird -sich mit einem amde-ren trösten. Und ich gche hier zugrunde. Mag -dranften ans mir werden, was da wist, ich werde wissen, wo ich hirtgchöve. Und wenn wir am Ende doch noch fteawt.... (?vDtt'kfeu.itö McrfJ A/.C