Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 2055 (7.11.1924)
- Date
- 1924-11-07
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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tfr. eow M>en, Freitag Wiener Morqenzeitunr;. 7. llkiovMtver rJM D klmk« „Srphenr" in der Staatsoper. Seit Jahrzehnten — ich glaube seit dem Abgang Rosa Papiers von der Staatsoper — war der „Orpheus" nicht mehr in Wien zu hören. Erst vor zwei Jahren erinnerte sich Doktor Bottftieber deS klassischen Meisterwerkes und schuf gemeinsam mit Ellen Teils auf einer primitiven Stilbühne des KonzerthauiseS eine schön abgetönteAafführu-ug. NM hat sich endlich auch die StaatSoper ihrer Wicht geigen di« älteste Opvr unserehoütigsn SptelPlaneS erinnert, die schon 'tot Jahre 1762 rm alten Wiener Buvgtheater ihre Uraufführung erilebt«. Eine spätere Umarbeitung, die sogenannte französische Bearbeitung", audem Jahre 1874, in der namentlich die Führung der Nezi» tative manche Avnderung erfahren hat, liegt der Wiener Neueinstudierung zugrunde, die von Kapellmeister Alwin besorgt wurde. Da» Orchester klang mitunter, namenllich in den Streichern, dürftig, als d6 die nach Tirol und VoravVberg verreisten Philharmoniker nicht für vollwertigen Ersatz gesorgt hatten. In der Rolle de» Orpheus, die erfreulicherweife von einer Altistin gesungen wurde — die französische Bearbeitung sieht einen Tenor vor —, ließ Frau OlzsewSka alle Register ihres ganz prachtvollen Altes spielen. Mdan begreift eS, daß gegenüber dem seelischen und sinnlichen Reichtum dieser begnadeten Stimme selbst die wilden Furten allmählich weich wurden und von ihrem unerbittlichen „Nein" Mietzen. — Diese dramatisch großartige, ihrer Zeit weit voranseilende Szene hat schon Rousseau bewundert: „Diese» No der Furien, das als einzige Antwort wie ein gewaltiger Schlag immer wieder und wieder ««folgt, -ist in feiner Art eine der erhabensten Inspirationen, die ich kenne." — Neben Frau OHsewSba, di« darstellerisch die volle Grütze des schmevzjdurchwühlte« Sänger» der Borzeit kaum erreicht, bewährt« sich Frau Hüni-Mihacsek als wariufühlertde Eurydike und Frau Schön« als liebenswerter Gatt LrvS. Die Tänze des Ballettmeisters KröIler bemühten sich mn griechischen Stil. Am besten gerieten die wild entfesselten Fuvisntänze, im übrigen sah man trotz wallender Gewänder und griechischer Haavknoten M wohlerzogene» Wiener Hofopernballett. Auch die Chöre waren kein kraftvoller Gegenspieler de» Orpheus im Sinne der griechischen Tragödie. Eine Augenweide bot die Szene, namentlich der Gegensatz zwischen dem finsteren Orkus und dem ÜchtdurchGudete» GessÜbe der Selige«. * Wie Orpheus in die Unterwelt, so steigt das Werl in die Tiefen deS Mythos hinab. Wie Orpheus seiner Eurydike, so folgt der japanische Jzanagi seiner Gattin in die UnterweÜ, so möchte auch der Man« au» dem Güdseomärchen sein« Frau, die immer neue BogelgystaLten annimmt, auS dem Totenreich zuvüühollen. Der Mythos von der indischen Urvasi, die ihren PururavaS nicht nackt scheu darf, von Elsa, die - LohengrinS Namen und Art nicht erfragen darf — e» ist immer die gleiche Anschauung von Woltelternpaar Himmel Und Erde, die «acht» vereinigt, durch dir FmerenHündung deS Sonnenauf' ganges getrennt werden. Und so hat auch die Gluchche Musik, die das Land der Griechen mit der Seele sucht, fast wychische Zauberkraft. Sie soll nach Gluck» Worten ,her Dichtung die nen", em GefamMtstwerk ist angebahnt, der Wagnersche Sprechgvsang und her Mozartsche Kunstgchmg dovauSgvahnt. Der lebhafte Beifall erwies, daß auch unser durch manche unkünstlerischsu Konzessionen in ein« seichtere Geschmack» richtung gedrängte» Publikum für die Anmut und Würde der Orpheischen Musik noch Verständnis besitzt. W. ..der Vater." Gastspiel Wegener-OrSka in de» Kammerspiele». Der ältere St rindberg gehört der Literatur an, leider. Im Lebend igsoin hinter Wedekind,' in der Mode hinter dm „Modemen" — der Dämon Strindberg ist entmän«licht, entmannt durch dar schwächliche Geschlecht der Gegenwart. Wegen er machte dm tragischen Strindberg wieder lebendig: wie die Fuvim deS Gewissm», der Ungewißheit den Riesen „Mann" durchtobtm, bis er, der Edle, Große, kapitulieren mußte vor dem kleinm, alltäglichen Weibchen, da» keine Seele, keine Würde, nur Instinkt besitzt — die OrSka erkannte und zeichnete diesen Typ erstaunlich sicher —, war ein« Meister leistunig, die erschütterte. Auch den kleinerm Partien m Strind. bevgs Trauerspiel wurde seitens der Regie viel Verständnis entgegen,gelbracht. Es war einer der tiefsten Dhoatevabsnde der begonnenen Saison. ' o. r, Für ein Mischer Konservatorium in Palästina. Wie wir beveiltS bsvichtet haben, Mvtsrn.immt der Wienier Gesa-ngspWfessor Avrur Wolf vi-ive großzügige Aktion, mn die vortreffliche Musikschule „Sullamit" in Tel-Aw>iw zu einem Konservatorium für Musik und Gesang zu erweitern. Herr Professor Wolf evlatzt soeben «inen A u,f, rus an die breite jüdische Oesfentlichkeit, um die .notwendigen GeildmiM auifznbvmgen. Der Ausruf ist von den ngchstchsnÄen Wiener Schriftstellern und Künstlonr mit rinitenfertigt: Dr. Otto Abriles, Dr. Elsa Bvenenfellb, Nicharb Beer-Hofmcnm, Hosvat Professor Dr. S. Chrnvcmn-, Hofrat Pro fesfor Dr. S. FraNkfuvter, Professor Dr. Max Greif, Viktor 'Heim, Professor Dp. Leon Kellner, Professor Morib R-stm chal, Felix «SaEt-en. Aus den Theai«n. olrsoper. Heute „H o f f m a n n s Erz ä l, l u yg e n" mit Ricbard Kubla als Gast. — Morgen, 8 Uhr. zum ersten Male „W a l k ü r e". — Sonntag nachmittags „D e r L ro m P e t e r v o n S ä k ki n g e n". Deutsches Volkstheater. Sonntag, 3 Uhr, „D e r F e l d h e r r n h tt g «l". --- Dienstag, zu Schiller- Geburtstag, „M a r i a S t u a r t"' Milteilunsen au» dem PubMum. KMsiib KSGhen-Ausstatfunaen %m iB&.R I. Wipplingerstrasse Nr. 18 K a m m e r i p i el e. Heute zum ersten Male „Der G ed an! e". Paul Wegener als Gast. Neues Wiener Stadttheater. Heute, 7*8 Ubr, Uraufführung von „M o r i tz d e r G u t e". Theater in der Josef st ad t. Heute. 7? 8 Uhr abends, «D u f o l l st n i ch t t 8 t e n". — Samstag, 10 Uhr abends Wiederholung der Tanzvorführunsen Claire BauroffS und Jllinor T o r d i 8. Raimund-Theater. Heute, Nhr, „Pension S öller". — Morgen, i!ii Uhr nachmittags, das Kindermärchen „K L n i g D r o s s e l b a r t\ — Sonntag. 7,^ Uhr nachmittags, „Der Schlafwagenkontrollor". — Dienstag „D e r D i e b". Theater an der Wien, Morgen, 8 Mr nachmittags, „Max und Moritz reisen ins Schlaraffenland". Komödienhans (Exl-Bühne). Heute statt Weibsteufel" „DasJungkernwed". — Samstag und Sonntag abends „Der heilige Florian". Sonntag nachmittags zum ersten Male das Bolksstück „PaterJakob" von C. Moree. Renaissaneebühne. Morgen 25. Aufführung von „S s a n i n". Neue Wiener Bübne. Ab heute Arnold Korff in „M e i st F r e u n d T e d d y". Modernes Tb eater. HeuteErstaufführung „Der Illusionist" von Sascha G u i t r y, deutsch von Benno Bigny. _ Richard Strauß' „Intermezzo" in Dresden. An8 Dresden wird uns berichtet: Das neueste Werk van Richard Strauß, zu dem der Meister selbst den Text verfertigt hat, eine bürgerliche Komödie, „Intermez; o", hat in Dresden seine Uraufführung erlebt. Da das Wevk als Kam-meraper gedacht ist, wurde es nicht in der Staatsoper. sondern ln dem kleineren und intimeren Schauspielhaus aufgesührt. Die Münzende Leistung des Orchesters unter Leitung von Fritz Busch, die hervorragende Regiefülhrung von Alois Mora, die gesanglich und darstellerisch einzigartige Leistung von Lotte Lehmann, die von der Wiener Staatsoper uusackliehen worden war, brachten ein« von Richard Strauß sslibst gerühmte Wiedergabe des Werkes Dlstande, die den neuen Stil dieser musikalischen Komödie restlos traf. Richard Strauß wurde nach allen Wien vam PüMkum stüvmisch geeiert unb von der Gemeindeverwaltung Dresdens durch Umbenenmmig des Residenz. Platzes in Richard-Stvauß-Platz besonders geehrt. (Sin foefttlattoer Zchloffermeister. Der in Wien, 4. Dez„ Kolfchitzkygasie 4, etablierte Schlossemneister Georg Leberl,-wohichaft 4. Bez., Stachembevggasse 39, bestellte vor. einigen Wochen bei der J n z e r sdorfer Eisengießerei, Ges. m. b. H.. in Jngersdarf bei Wien, 8600 Stück gußeiserne RallbaMenigchäuse im Werte von 70,000.000 Kronen. Er erzählte, « habe einen Exportauftrag Nl liefern und könne nach Lieferung bezahlen. Die Ware wurde m TMivferrmgen abgeliefert. Die letztest zwei TeillieferunHen erhielt Leber! am 21. und 26. Oktober und am 28. Oktober erfuhr die F'mma^ daß Lcbevl sich bereits seit 21. Oktober bemühe, mit seinen Gläubigern einm sie'benprozentigen Ausgleich abzuschliehen. Wohlweislich hat er aber der Jnzerßdorser Eisengießerei keinen solchen Antrag gestellt. Ws nun die Jnzersldorser Eisengießerei ihn aufforderte, die Ware, die er zur GäHe in seinem GeschäftÄökale aufbewahrte, zurückmgeben, verweigerte er di«S mit dem Bemerken, die Ware gchöre ihm, er halb« sie fakturiert bekommen, und bot gleichzeitig eine Ausgleichsquote von 7 Prozent an. MS ihm mit der Strafanzeige gedroht wurde, bot er erst 20 Prozent, dann sogar 60 Prozent als Quote an. Die JnzerSdorser Eisengießerei erstattete nun beim Pvlizeikmmnissariate Weden die Strafanzeige, welche auch zurzeit bereits dem Landesgerichte abgetreten ist. Es stellte sich heraus, daß gegen Lüberl schon vorher eine Anzeige ähnlichen Inhalts erstattet wurde. Er hat nämlich unter ähnlichen Vorspiegelungen von der Firma M. Hirschberger, Schrauhenhandiung, Wien, 5. Bez., Reinprechtsdörferstvaße 70, Schrauben im Werte von 16,000.000 K. hevausgelockt und als er diese Ware zahlen sollte, sich insolvent bezeichnet. Auch bchanptete er, die Schrauben nicht mehr zu besitzen. Bei einer Hausdurchsuchung wurden diese Schrauben, in feiner Wohnung versteckt, Vovgesunden. Geischädigte wollen sich bei Herrn Ing. Wilhelm Mbert Besserdich, Direktor der Jnzersdorser Eisengießerei in Jnzersdorf -ei Wien zwecks Einleitung einer gemeinsamen Mtion melden. __ Ein gerichtliches Machspiel zum Berliner Pogrom. Bor dem Schöfsengericht Berlin-Mitte stand am 3. d. der Arbeiter Hugo Schallert, der während der antijüdischon Ausschreitungen im Berliner Scheunenviertel am 5. November 1923 an den Angriffen auf die Juden teIwcchm. Ein PoilEizeivorstcher hatte vom Fenster seines Reviers in der Nähe des Königstors an jenem Lage wcchvgenommen, daß zwei i-Wiisch aussehende Herren von der Straßenbahn heruntergerissen und ihrer Wertsack)«n beraubt worden waren. Schnellstens wurden Schupobeamte zur Hrffe geschickt und der Angeklagte wurde mit an. deren festgenommen. Mau fand Lei ihm ein Zigarettenetui, das Äner der Herren, der außerdem bei der Gelegenheit schwer mißhandelt worden war, sofort als sein iEgentum erkannte. Der AngMagte wollte nicht beteiligt gewesen sein, sondern behauiptete, daß er das Etui bei einem Unbekannten, gekauft habe. Das Gericht hielt den 'Angeklaciten des schweren LandsriedenSLrncheS für ichevführt und erkannte gegen ihn auf anderthalb Jahre GefänigniS. In der Begründüng wird ausgeführt: Derartige Ausschreitungen müßten sehr hart bestraft werden. Es könne nicht gcdMet werden, daß Leute einfach auf der Straße von Räubern totgeschlagen würden, und dies war« beinahe gsschchen, wenn die PoLizel nicht schnell zur Hilfe gekommen wäre. Seine Sorgen. Der pensionierte Hauptmann RobÄst Beigel hatte beim PÄi^ikourmissariat Landstraße die Anzeige erstattet, daß seine bei ihm tvoihHasle Untermieterin, die Pianistin Rita Sch., auf dem abschüssigen Güsimse der im zweiten Stock gelebe^ren Wohnung eine Leine Flasche Milch unbeanssichtigt hingestelli und dadurch das Leben der Passanten in hohem Maße gofähndet habe. Bcigel füqte hinzu, daß er um das Einschreiten der Behörde in dicsenr Falle mn so mchr ersuchen müsse, weil er für die Handlungsweise seiner Untermieterin und für eventuelle Folgen dieser .Handlungsweise vevankvortlich sei. Das Polizeikommissariat leitete auch tatsächlich die Anzeige an das StvafbezivkSgericht 1 woselbst gegen die Pianistin die Anklage wegen Gsfähröung der Kochetftcherheit erhoben wurde. In der gestern durchgeführten Peri Handlung erklärte die Angeklagte, sie habe als Untermieterin beim Hanptmamr Beigel, der sie um jeben Preis ans der Wchnunlt bringen wollte,' ein wahres Martyrium mitgemachi. Hmrptmann Beigel habe sie eines Tages zur Polizei zitiert und verlangt, daß sie in eine Irrenanstalt abgegeben wende. Sie sei auch vom Polizeiarzt« untersucht worden, sei jedoch dann von der Polizei, die sich bei ihr entschuldigt häve, nach Hanse geschickt worden. Hanptmann Beige! habe sie wiederholt beschimpft und bedroht, so daß sie schließlich aus der Wohnung flüchten mußte und auch endlich die Wohuung bei Hauptmann. Beigel verlassen habe. Der Richter sprach die Be-ichn!digte frei mangels jeglichen strafbaren Tatbestaudes und betonte, daß es sich im Vorlivgenden Falle um ein« phantastische und überiiliissige Aw» zeige des Hauptmannes Beigel gchairdelt habe, um seine Unter« Mieterin ans der Wrbnuna zu bringen. Wie sie wirtschafteten. Der jetzt 50 Jahre alte Zivil, ingenieur Martin B l od nig, der nn Kriege als Ober'entnant bei der MilitärgeLändevertvaltung «ingerüm war, stand wegen Mißbrauches der Amtsgewalt und der Amts- Veruntreuung vor dcan Landesgericht. Der Prozeß war schon im Jahre 1917 eingeleitet worden. Außer verschiedenen anderen Fakten wurde B'lodnig hauptsächlich zur Last gelegt, daß er einen Waggon Holz auf K o st e n des A e r a r s bezogm und diesen Betrug durch Aenderung in den Büchern;>r verdecken gesucht hat. Er hat auch für private Zwecke militärische Avbeiter verwendet. Die Untersuchung zog sich bis zuur 'Umsturz hin. Blodnig war damals nach Ungarn überfiedelt. Scklietzlich hat er sich sMst den österreichischen Gerichten gestellt. Er wurde des Betruges schuldig erkannt und pr 'fünf Monaten schweren Kerkers verurteilt. Tie Strafe ist durch die seinerzeit erlitten^ Untersuchungshaft verbüßt. Der Oberste Gerichlshsf über die Valorisierung. In ein«im beim Bezirksgericht Innere Stadt anhängigen Rechtsstreit hatte der Klager die Beklagte auf Löfchnng eines ans soiner Realität, 1. Bez., Kramergasse 3, feit oem Jahre 1013 eingetragenen Pfandrechtes für eine Forderung von 15.000 K. geSlagt, mit der Behauptung, daß er die Realität Ende 1920 'känflich erworiben, die Zahlung der einverleibten Forderung mr SoliW-jahlung übernommen, nach dem Kaufabschluß der PfatidglänibigeMn' die Rückzahlung vergeblich angeboten und in- 'fo'Gpjc Annahmevevweigeruna gemäß de>m Schuldschein der Gläubigerin diy Darlehvnsfor'derung aufgeSündigt und zur Gänze samt Zinsen rückgezahlt habe. Die Zahlung fei ,zu Hauben des Sohnes der Beklagten erfolgt, der den Empfang hesiätigt und eine Quittung in Aussicht gestellt habe. Die Br- AagtE halbe den Betrag wohl erhalten, icdoch die Ausstellung der Löschungsquittung' aus dem Grunde verweigert, da ihr Ephn zur Quittierung nicht berechtigt gewchen sei und daß sie die Valorisierung der Fordevung begehre, da ber Gewährung des Darlehens in dem Schuldschein^ vom Dar« 'lehensnehiner (dem Bovbesitzer) die Verpflichtung übernommen wurde, das Darlehen in der durch das Geisetz vom 2. Anguft 1892 eingeführtsn Währung zurückMahlen. Die Beklagte behatlptete auch die rechtliche Ungültigkeit der Vollzugsanweiisnmg vom 25. März 1919 (Schumpeter-Berorbnung) und daß dicse Vollzugsanweijs.ung wicht ans vorher emgsgangene Verbindlich, weiten Anwonduing finden könne. Das Bezirksgericht gab dem Magebvgchren auf Löschung des Pfandrechtes statt 'und wies das Valarisierungsbegehren der De- Aagten ab. Dieses Urteil wurde vom Landesgerichte Dien und endgültig vom Obersten Gerichtshöfe bestätigt. In dem Urteil deS Qoersten Gerichtshofes wurde hinsichtlich der Verpflichtung den Schuldschein Mch der Währung vom Jahre 1892 zu begleichen, ausgeführt, daß die Beklagte niemals behauptet hät^ daß sie das Darlehen in klingender Mün)- gegeben und sich dessen Rückzahlung in Goldmünzen der Krorr '~- währung ausbedungen habe. Lefterreichische RationalbM. Außerordentliche Generalversammlung. Gestern vormittags fand eine aalßerordentlichr G.>u.'.al« Versammlung der Oesderreichischen Nationalbank statt, welcher die Aenderunigen des BankstatutS, wie sie schon vom Natioualrat gesetzlich angenommen sind, zur' Beschlußfassung vorgelegt wurden. Es hanldelt sich ^erstens daWm, daß ein Eexeluiivkomitee dringende Angelegenheiten, wie die Bestimmung der Diskontrate ufw., gegen nachträgliche Genehmigung des Generolrates erledigen soll, wobei natürlich dem Generalrat wsiter das Recht zustehen soll, solchen Anträgen zuzuftimmen oder sie abzulehnen. Es ist dies eine Deremfachung des internet: Geschäftsganges des Noteninstituts. Ein zweiter Punkt der Statutenänderung bezweckt, daß die jeweilige Gneralversammlurtg eins größere Reservesumme für eventuelle Verluste, die aus einer Krise wie der jetzigen entstehen können, bestittruren soll. Endlich soll auch statutarisch der Generalversammluug die Möglichkeit gegeben werden, für den Pensionsfonds der Angestellte« eine größere Summe als Reservefonds zu -bestimmen. Trotzdem allgemein gehofft wuvde, daß die Ge-neralversammlung glatt verlaufen werde, ergaben sich doch einige Zwischenfälle. So erklärte dm Vertreter der Avbeitevkammcr, daß er prinzipiell gegen das Exekutivkomitee fei, weil der Vertr-.uer d,e§ Betriebsrates und der Arbeiterkammer im Generalrat bei wichtigen Beschlüssen nicht im Exekutivkomitte sitzen, das; also in dieser Hinsicht ihr Einfluß gemindert wird. Ein Aktionär wehrte sich dagegen, daß die Pensionisten zu viel, während die Aktionäre zu wenig berücksichtigt wuvden. Der Präsident der Nationalbauk Dr. Reisch suchte alle diese Vorwürfe $u entkräften. Bei dieser Gelegenheit erklärte er auch, daß das Noteninstitnt hei der jetzigen Krise nur ganz geringe Vco lnste erlitten habe, die nicht nennenswert - seien, und daß die Aktionäre sjünü >ze Dividenden für das nächste Jahr zu erwarten haben. Di.'ft Aeußcrung wurde mit großer Spannung apfgenommen. Dr. Reisch erklärte, daß die Aufgabe des NoteninstitutS nicht nur darin bestehe, Erwerbsaefchäft« zu machen, so'.cderu auch der Wirischaft dienen müsse. Es ist dies ein richtiger Standpunkt. Es fragt sich aber, ob ie.r auch wirklich immer wird ein-gehalien wer!«« können. Zunahme des Barschatzes. — Abnahme des Notenumlarrfes. Der AuÄveis voin 31. Oktober d. I. zeigt eine Z una h m e des B a r s ch a tz e s um 231 Milliarden auf 4111 Milliarden, eine Abn-chme des Wechfelporteseuilles um 176 Milliavden aus 2376 Milliarden und der Bundesschuld um 7,5 Aftlliarden. Dr men sprechend weist die Gesamtzirkulation eine Bermthr'.ni'g von 47,6 Milliarden auf 8213 Millia-.d.m aus.