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Wiener Morgenzeitung · 1924-11-05 · Heft 2053 (5.11.1924) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2053 (5.11.1924)
Date
1924-11-05
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Selte 8 Wien. Mittwoch Wiener Morgenzettung. haus. Um die angogelbene Zeit «fuhr ein Wagen vor der Kirche vor; aus demselben stieg der Brautführer Herr Josef Bartel und die Braut Frl. Antonie Prorok. Kaum hatte.sie festen Fuß gefaßt, als auch «schon eine Frau in Hochschwange« rem Zustand« ci-uif die festlich geschmückte Braut stürzte, di-sser den Schleier vom Gesichte riß. in ihren Haaren herumwühlte und sie mit den Worten „Kanaille", „Schlampen" boschimpfte. Die Attentätvrin war die bisherige Geliebte des Bräutigams Mtzzj V l a s s a k. Die Ueberfaltene fiel in Ohnmacht und mußte in die Sakristei gebracht und gelabt loschen. Sie hat sich bald erholt; inzwischen i>«ier»enterten einige Wachovgane. Bevor a>ber diese zur Stelle waren, gab cs noch zwischen den Anhängern beider Parteien eine regclrechu Schlägerei. Ms die Braut nämlich von der GvklüLlen inMltiert wurde, stngfte der Bruder der evstercn auf die letztere Hu, um seine Schwester zu schützen. In dictsvm Borchaiben wurde er über -ge. hindert, denn ein Bruder der Mtzsi Blassak, namens Franz Massat, und ein Freund desselben, der Echneide-vachilse Otto Zouif.al, packten den Bruder der Braut, Franz Prorok, und versetzten ihm mehrere Schlage. Sie schlugen ihm den Minder vom Kopf und traten auf chm herum. Auch der Bräutigam und der Brautführer erhielten Prügel. Otto ZoUfal und Franz Plassak, welch letzterer zur Verhandlung nicht «rjschieuen war, hatten sich rvegen dieser Handlungsweisc gegen Franz Prorok vor dem Bezirksgerichte zu verantworten. Die Beschuldigte Mizzi Blass-Ä gab bei der Verhandlung zu, der Braut den Schleier vom (Schichte herabgerissen zu haben, beischimpft halbe sie sie nicht. Sie sei m furchtbarer Aufregung gewesen. Ihr Geliebter, Anton Kvberl, der jetzige Gatte der Klägerin, mit dem sie längere Zeit ein intimes Verhältnis unbevhMen hübe, der der Vater ihres einige Wochen alten Kindes sei, habe ihr die Ehe versprochen, sie verführt. Hinter ihrem Rücken habe er die Bvkanntjschaift seiner jetzigen Frau geanacht und sie habe erst eine halbe Stunde vorher erfahren, daß ihr GelieA-er sich eiben jetzt werde trauen lassen. Sie halbe gehandelt, ihrer Ginne nicht mächtig. Der Richter vertagte die Verhanidlunig, 'um den Wachmann, der damals intervenierte, und den Be-' schuldigten Franz Massak, diesen nochmals, vorznladc-n. Die Lebensgefahr der Gefangenenaufseher in der Strafanstalt. Der Oberste Gerichtshof unter Vorsitz des Seuatspräjsidonten Dr. Warhanel hat ein Urteil des Kreisgerichtes Ried aufgehoben, mit welchem der Gefangeuenaulsseher der Strafanstalt Snben Ernst Schmidt von der Anklage «es Mißbrauches der Amtsgewalt durch T a b a k b e s ch a sit n g an die Sträfling« freigchiproche-n worden war. Ter Am geAagte hatte bei der Berhandlmvg vor der ersten Instanz an gegeben, er halbe nur aus Gutmütigkeit gehandelt, da er a-*.- seinem eigenvn Tübaboorrat den Sträflingen einiges hübe - kommen lassen. Hierzu halbe chn übrigens auch die Rücksicht seine eigene persönliche Sicherheit veranlaßt, denn der C fangenenanffeher befinde sich in der Str? anst'alt in ständiger Lebensgefahr, wie dies r. •- der gewaltigen Ueberzahl der Sträflinge ohne weiteres begreiflich sei. Er sei von Sträflingen bestürmt worden, ihnen Tobak zu verschaffen, denselben Sträflingen, die vorher tu ihrer Verzweiflung das Stroh aus den Betten als Rauchtabak verwendeten. Die Strohs Lcke wären, wenn er chnen .nicht Tübat gegeben hätte, vollständig ,Mtfgeraucht" worden, er halbe also den Staat vor Schaden bewahrt. Das Kreisgericht Ried sprach den Angeklagten vom Verbrechen des Mißbrauches der Amtsgewalt frei, weil aus seiten des GestmaenensuU-e'hers höchstens eine disziplinär zu ahndende Verfchllung voÄiege. Tatsächlich war der Angeklagte vom Strafanitaltsdirektör vom Dienste suspendiert worden. Gegen den Freispruch brachte die Staatsanwaltschaft die Nicht-iOkitsbeschwerde an den Obevstvn Gerichtshof ein. Gemäß dem Antrag des Vertreters der GeneralprolvuratM Hofrates Dr. Ga st hei mb, der das Urteil als rechts irrtümlich und mwoUtändia v^eichnete, hat der Oberste Gerichtshof den FreWruch anfgey obe n und die Sache zur nochmaligen Verhandlung an die erste Iustanq zunückverwiesen. 6in Borstob gegen die Barikkorrditiorrn. Bon Dr. Heinrich Schreiber. In der Beratung über das Gesetz, womit die Valulen- und Banknmsatzsteuer ans einen kargen, kaunt mehr sichtbaren Bruchteil von ein hundertstel ihres bisherigen Satzes von ein viertel Prozent, beziehungsweise ein viertel Promille zusammenschmilzt, hat die sozialistische Partei den Antrag eingebracht, dem Bankkonditionenkartell das Grab zu schaufeln. Es geschah dies just nach dem Tage, an dem der Bankenverband eine Herabsetzung der Bankkonditionen verlantbar.t hat, wonach die Bvätageproviswn von sechs Prozent -um ztvei Prozent pro aimo verringert, die Maiichulattorisgebühr von einem halben Promille halbiert und die Kreditbereitstellungsprovision überhaupt gestrichen wird. Es geschah dies just von seiten einer politischen Partei, welche sonst den Koa-litionsgebankon -navd die ver-abuedete Lohnibi'ldunig hätschÄt und das Gewerkschastsprinzip auf den Schild ihres Progrannnes hebt. Und es geschah endlich am Vorabend der gesetzgeberischen Maßnahmen zum Schutze der Einleger und ihrer Gelder, die "'rast des Gesetzes den Zinsfuß vereinheitlichen wollen, jäte Heiner« n-nd Unterbietung verwehren und die illoyale Konkurrenz zwischen den Geldinstituten und Bankfirmen vereiteln sollen. Konsequenz ist demnach dem Anträge des Herrn Abgeordneten Eisler nicht nachzusagen. Er tritt jeder Verabredung der Banken und Bankfirmen bezüglich der Festsetzung der Konditionen stramm unb strenge in den Weg. Der Antrag verbietet solche Pakte und erklärt sie für ungültig, er bestraft sie als Vergehen mit Arrest und mit Millionenstrafen. Dieser Teil des Antrages geht dem Konditionenkartell der Banken an den Leib. Allein dies ist dem Antragsteller noch nicht genug; er macht auch eine Exkursion in das PreiStreibereigchetz, ungeachtet besten, idaß dich-e Art von Gelegenheitsgesetzen vom Tode gezeichnet und dem Abbau geweiht ist. Der zweite Teil des Antrages verfügt nämlich, daß .die Auls.bowttl.ng eines übermäßigen Entgeltes flir den Abschluß oder die Vermittlung eines Bankgeschäftes gleichfalls als Vergehen straffällig macht, und Kvar wieder will Arrest und Milliardenstrafen. Uebermäßig jedoch wird ein solches Entgelt genannt, welches die Provision unter künstlicher, also erzwungener Ausschaltung oder Einschränkung des freien Wettbewerbes bemißt. Als Ermittlungsgrundlage dienen die Gestehungskosten, das Risiko und die Natur des Geschäftsbetriebes; was darüber hinausgeht, ist von Uebel und wird als Preistreiberei verfolgt und geahndet. Der Antragsteller hat selbst seine Vorschläge als drastische Mittel gekennzeichnet, die angeblich nötig sind, dem Ausnahmezustand, welcher durch den Druck des hohen Zinsfußes heraufbeschworen ist, beizukommen und zu steuern. Von drastisch zu problematisch ist freilich kein weiter Schritt und so ist der Eiktdmck picht zn veüwflche«, daß der Antrag nicht all-u tragisch zu nehmen ist. Es ist Wohl eine überlebte und überholte Ansicht, in einem Preiskartell die bequeme Plattform für bas Preisdiktat zu erblicken. Vielmehr ist auch eine solche wem Setifen Devisen ~eld f*Wart Amsterdam l. l holl. Gulden . 28110.— 28210, Belgrad 1 Dinar. 1028,- 1002, Berlin. 16820,— 16920, Brüssel 1 belgischer Frank » 3414,— 3426, Budapest 100 ongar. Kronen « 93,— 93, Bukarest 1 Lei. 397,— 399, London 1 Pfund Sterling . . 322000,- 3230M, Mailand 1 Lire. 3l84,- 3096, New-York 1 Dollar ..... 70933,— 71185, Paris 1 Frank. 3712.- 3728. Prag 1 tschecho-slow. Krone . 2113.— 2123, und Snlntenftttfe vom 4. November 1924. 3C Sofia 1 Lewa . . . ... . . , Stockholm 1 »chwed, Krone . Warschau. Zürich 1 schwelt. .Frank. , . Valuten Amerikanische Noten . . , Belgische Noten 100 Franken , Bulgarische Noten zu 1000Leva Deutsche Noten ... Englische Noten. Oetd 514.- 18820.- 13590.- 13665.- 70460.- 3370.- 498.- 16640.- 3202CO.- Ware 518.- 18880,— 13690,- 13TI6.- 70860,- 340.1,— 5T6.— 16760.- 321800.- CJeld Ware FrauzQBlsche Noten. 3690.— 3720,- HoliandUche Noten. 27800,— 28000.- Itall nlsche Noten 3050,— 3070,- Ingoslawisdhe Noten. 1022.- tosfi.- Polnlsche Noten .. 13490.— 13630.— Rumänische Noten. 392.— 396.— Russische Noten (Roman.) . . — Schweizer. Noten 100 Franken 13520.— 13600.— Tschecho-slow. Noten ...» 2102.— 2118.- Türklsche Pfund-Noten.36050,— 37050,— Ungarische Noten. 90.70 91,90 Copyright 1924 by Nachdruck verboten. Deutsche BerlagSanstalt, Stuttgart. 2g. Fortsetzunz, Die Stadt an der Moldau. Roman. Von Auguste Haussier. Erich versuchte, die AnorÄnumgen zu Lef-oGKen. ES den a-nderen nachzuwachen, die rhve AiuszsichMngen «vuf den ^Hauptstraßen spazieren Mrten, mit ihnen Heidentatien prahlten, glücklich waren, wenn a>uf Schnitt und Dnitt Mmmschaft .Habt ach^ vor ihnen stamld, ihren? UrlaruL in alle erlaubten und verdotenen Lokale trugen, -amt Haustöchtern KebÄten «und mit deKahtten Dirnen duihliten. -lFhm lag Asche -Aber allMn,;was den anderen -glauzte. Er begriff nicht: waren die meisten von ihnen.nicht, gleich ihm, -hinausgez-og-en, von Begifte-ru-ng rauchend, stolz auf die Bnndesbrüderschaft, von der zulkünstigen Größe ihres Vaterlandes -träumend?' Und hatten sie nicht, gleich ihm, den Zusammenibruch ihrer hochfliegenden Hoffimngea erfahren? Vor Unfähigkeit, geistiger Verwirrmig, Ehogsiz häuften sich Menfchenheikatomlben. Er gedachte -der Worte des verhaßteuKrommers; im anderen Falle hätten tatefe Mütter in Italien geweint. Schleimige Toileranz oines, der svlbst der Tolencmg bedurfte. Umd doch: wältzte sich das Pferd -der Feinde mit he.rauisgLtniebenenEilNg8wei-hj.ennicht in >den gleichen Qualen? Verendeten -im Femde'ssa-nd die Säuglinge nicht mit demselben JamM-er, -wenn die Brust der landflüchtigen Mütter ihnen nicht mehr Nalhnnng geben kcamt-e. Und konnte ein Ideal, -das -man -durch Roheit, Blut und i ierische Verwüstung schleifte, wirklich noch als -der Gipfol gelten, zu dem emPorKuElimmen jedes Opfer ein geringes war? Seltsamer Widerspnu-ch. Trotz Zweifelt, Wel und Enttäuschung drängte es ihn, wi-eder in den Kampf zu gehen. Es litt in n-icht in -weichen Betten, da er .Huwdenttaufende in Schlamm u-nd vereister Ende wußte, er fühlte Derauiwi-rtu-ng aus sich geladen, her er sich i-m heimatlichen Wohlleben entzog. Noch nie hatte er sv aufhelleud in sich hineingeileuchtet, als in dieser Stunde, ta ein Stachel spitzig in seinem Herzen stak, daß es zu bluten Wen wie unter den Schmerzen einer Wunde. Derselbe Ort, die nü-mlichen Venhältmste und Menschen, und ihm doch wie unter einem Zanberstab der-, wandelt. Sein früherer Bevnf, von ihm -immer schon bespöttelt, erschien ihm lächrvl-ich. Seine Karierre wertlos. Die Frauen... ivohm er blickte, sah er Pärchen. -U-eberreife Werber, Mädchen, halbwüichsig, noch m Kinderschichen laufend, -in Soildaten eingehängt, ihnien in Ha>ustür und HLusenecken in unkeufchen Geibärdsn a-Weschmiedet. Er höhnte sich: was für ein Narr bist du -gewesen, damals als Mlla zu dir zum Wschrsd kam. Ein Abenteuer hätte sie dir bedouten sollen, du hast in ihr die Möglichkeit deiner zukünftigen Ehefrau geschont. Aber sie hat nicht warben können, der Taumel hat sie mitgeristen. Theresens Bosheit war nicht die erste Nachricht, die er von Hellas Flatterhaftigkeit empfing. Therese? Ihr aufgeMhter Reiz hatte «ihn betroffen. Durch die Bereitwilligkeit, mit -der sie seine Sinne übrrströmte, war e-in Gelüste in chm auifgefbackert u-nd a-usgcköscht, -da sie, wie er annaihm -aus Ehrgeiz, zn -dem Mbfall ihres -Mannes schwieg. Ueberall argwöhnte Re MberemPftndlickMt feiner -hochgeispannten Nerven ein Nachlassen -der ehrlichen Gesinnung, ein Schielen nach beiden Fronten. Er überlegte: eigentlich sind sich nur zwei Geschöpfe gleich geblieben, Marianka und Boxel. Er lächelte, wenn er daran -dachte, wie sich, von dem ersten Tage an, seine Beziehungen -u Tier und Mensch gestaltet halten. Beide seines Winks gewärtig. Wenn er ihnen tagsüber .den Befehl erteilte., schlüpften sie, ifo'bald die Wirtsichaftsrüder, stockten und kein Berräler zw befürchten war, aus ihrer Tveppenluke in sein Zimmer. Er auf das Bett gestreckt oder auf -den Diwan, sie .beide zu se-inen Füßen auf «den Teppich hingekauert in Anbetung und Unterwürfigkeit. 8. NovÄMlber 1924 Nr. 2058 ~ Verabredung nicht mehr und nicht weniger als eine Schutzmaßnahme' gegen die Preisschlenderei, die anch dem Unter- «ehui-er'-Äs.Äm wnHome harten Kampfe um die wirtschaftliche Existenz gegönnt sein muß und ihm ebensowenig eutwM'd-en werden damf, wie etwa dem Arbeitn-chmer, der sich um die gewerkschaftliche Koalition schart und sich dahinter verschanzt. Gibt es ein Koalitionsrecht, dann muß eS auch für die Banken gelten, und es geht nicht an, es für sie als unstatthaft und nichtig zü verdammen. Auch ihnen muß eS nnverwehrt bleiben, ihre Geschäftsbedingungen; gemeinsam zu beraidvn und föstznstell-cn -n-ud sie gelwissen Bi-ndnn-gen zu nn-terziehen, die ihnen nach Stand und Chanee der ökonomischen Verhältnisse als geboten erscheinen. Soll das Spiel der Kräfte frei sein, dann ist nicht einzusehen, wartnri es nicht auch r Angehörigen eines Verbandes eine gewisse Gebundenheit auferlegett dürste, der sie sich freiwillig unterwerfen, weil es ihnen dadurch ermöglicht ist, sich zu ralliieren und der alten, bewährten Taktst zu folgen, die sie anweist, getrennt zu marschieren, aber vereint zu schlagen. Auch dem Bankgeschäfte kann es nicht versagt werden, über das Maß seiner Vergütungen sozusagen über den kurrenten Tarif, eine Einigung zu erzielen und sich danach zu richten, zumal sie im wohlpevsta-ydenen eigenen Jnttresi-e, bas mit jme-m der Volkswirtschaft und der Volkswohlsahrt Hand in Hand geht, so viel Enthaltsamkeit und Selbstbesinnung zu üben gewohnt sind, um zu wissen, daß sie nicht über die Schnur hauen dürfen und mit den Erfordernisien der Zeit und ihrer Konjunktur zu gehen' haben. ' Freilich das eine Gute hat anch dieser Angriff für sich, daß er sich als Weck- und Mahnruf erweist, daß auch ein Kartell sich innerhalb gewisser Grenzen bescheiden und sich nicht schrankenlos ansleben und aüsgeben darf, ohne auf Wjherstand und auf Reaktion zu stoßen. DaS aber geht zu weit, die Banken unter ein Ausnahme- Brecht zu stellen. Soweit das Ausbeutungsgesetz wider die Preistreiberei in Wirksamkeit bleibt, findet es ohnehin seine Anwendung auch auf das Bankgeschäft. Fällt es, wird es als artti-quient emfgslassen, s-o.gilt dies füglich ebenso für ras Bankgeschäft wie für alle anderen Unternehmer und Geschäftsfetter. Den Zwirn aber doppelt zu nehuvvn nn-d die Banken doppelt e^MMsä-dÄn, sie, wenn der eine reißt, mit dem -anLersn zu umschlingen und festzuhalteu und dazu noch mit solcher eisernen Klammer, daß der Strafgedanke jede freie Regung und Bewegung unterdrückt und das Geschäft ihr völlig ausgeliefert wird, ist kern Recht und keine Gerechtigkeit mehr, sondern bchördliches Preisdiktat, das rücksichtslos und über alle Bedenken hinweg das Bankgeschäft als anrückiig erklärt, es auf dm JÄdex stellt und mit Feuer und Eistu verttlgm möchte. Das mag der polittschen Maxime entsprechen — allein so weit darf der Bogen nicht überspannt werden. So dürfte auch .dieser Anschlag gegen das ^Bankgeschäft sich zum bloßen Theaterdonner dampfen, der wohl hinlänglich Lärm schlägt, aber doch nur ein Schlag ins Wasser ist. Avienemisfio« der Aroler Dafferlrastwerle« «kttengesellschaft in gunsbnuk. M 4. d. -geilangen zwei Fmrftvl der Mtiien der vor kunzom gegründeten Tttoiler Wasierknuftwerke-Akt'ienige'sell-sch t zur Äffentlichen SÄb-st-niPlli-on, während -der Rest des Atüntkapitals der genannten Gesellschaft von den Grüitdern fest ttbernommeü wurde uind syndiik-atsmäßiH gefpervt Hst. Emirs der großartigsten und nach Anschammg aller Fachleute gUiknnftSreichlften Kraftwerke Oesterr-eichs gölamtzt durch die' elektrische Encrgiegewimmng aus dem hevvorragcudrn natürlichen Energtespeichrr des Achrusoes zum A-uKbau. Dieses Werl wird eine Leistung Sim-mm, tven-u er schweigen wollte^ verspürtem sie mtr von Zeit zu Zeit das Bedürfnis, sich -des Wunders seiner Rückkehr zu vergewissern. Boxel etwa, indem er mit dem K-oPf in die Beine seines Herrn stieß, Marianka, indem sie ^verstohlen den Stoff seines A-ernrrls streichelte und Wie. Die Amwelt ihrer Zuivesiläsfigike-it lullte ferne Uiv ruhe Dweilen ein. „Ich," saHbe er sich, währen-d er. den He'-nnweg htnauStzuslchveibeu, sich an dem Geländer des Ka-iusers ent» bang bewe-gtt und horchte, wie die hembfallenden Tropfen amf den WasserspiMl ranis-chten. „Um das bitzchen Frieden halbe ich mich turnt sMst gLbracht." ■ Schroslf hatte er der Faimili-e j-ede A-usknnst übe-r s-L:.ne Kri-e-gsevlsbinisse vevweiig>ert. ..Lest die Zeidu-ng, erkund'gi euch hoi dem anderen. Wir haben alle das nänrl-iche erleb!." And doch lag U-n-gehemer!iches m feinem Gedächtnis dercknäutt nnd a-ulfgefpeick)ert: ein wüstes Dirrchsinaudet von L-eistwng, Unterlassung, Bravour und Gra-uisain-keit. Wie ihn fim Nahk-antpf mit dem Gegner der Blutrausch zur Raserei getricbeu und er dem schönen jungen Eng- Mdor rachssichtig das Ba-j>o>nett ins Henz gestoßen hatte, ein anidenuval hatte er den verwundeten Fr-cruzchrn inittcu i-m KiuMlreAein auf dem Rücken -iins Lazarett g,eschleppt. Wie er -da-malls, als das Pferd unter ihm tvogges-chesseit wurde, von Angst besessen tafootnehufeit tvar, sinnslos gejagt, über Leich-en und Verwundete hinweg. Und jener Dl.'geset,nzug als Ervoever, veLsch-nmtzt, verschlammt/ don Pu-lverdampf geschwüvft, trunken von Ermüd-tmy. Me,ich einem Tier -hatte er sich in SHt und Schmps desoffen, mit bien iciutbeten geschlemmt, gebrüllt, sich das schönste Mädel znm Geni-es^n dvingen lassen'. Wie giftiges Elem-e-nt in 'luftdicht zugekonkter Flasche gärte Evm-nevU'wg inchm, sti-eg an den Vevschiluß de«r Lippen, würgte Wn die Gurgel, ^ie herauözuspeii-en, daß sein J-nneres von ihr gesärrbert werde. <For!s.'tzllN;t folgt.)

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