Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 2049 (31.10.1924)
- Date
- 1924-10-31
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/2979076-2980834-2981132--20955-3008227- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
iPolan: 20 grosCT I Wien: Zum Abholen in der Expedition, II. Taborstr. oder in eberVersehleisstelle (Trafik) monatl K 40.000 Strassenverkauf in Wien dnrdi die Kolporteure der Firma Goldschmied, l. Bez., Wollzeile 11 Mit Postversand für Wien n. Gestern monatl. K 40.000 Ts eh e c h o-Sl owak e i: Mon. K 20. Jugoslawien: Mon. DinardO. Polen: Mön. 37* Zloty, Deutschland: Mon. Goldmark 4, F rank rM Belgien: Mon. Fres. 15 HT Ne*hsah 1 aer** 'HG Hst PrtiMrbSbnnfeB Vorbehalt», 9|t. 2649 ' "t 9Sten. Freitag. Sl. dttober 1924 Ifa-Pa last-King //. Taborstrasse t~3 | Preis K 14001 Eng I a n d: - Mon. 4 ZckiiÜing, Italien: Monatl. 15 Lift, i? u m a n i e n Mbn. 150Lei, Bulgarien Mon. 80 Lewa« Schweiz und das. übrige Ausländ monatlich Frcs. 4. Redaktion u. Administration Wien, II., Tabörstr. 1—3 Telephone: 44-0-38,43-3-19. Ah6Uhrabds. 21-102,25-282 IX. Universitätsstrasse 6—8 Oösterreichisches Postsparkassen - Konto Nr. 150.f 93 IMIIIHIBI 11111111 IW1MH—imiM WBIBW K. Jahrgang Vollständiger der Liberalen. — Sie Frauenstimmen (Cigeridienst der „Wester Morgertzeitnng".. London, Sv. Oktober. Die Wahlen in das Unterhaus haben das folgende Resultat ergeben: ' « onse r v at L o e: 3SS Mandate, Arbeiterpartei: 15» Mandate, . Liberaler 40 Mandate, ' . - Unabhängige Arbeiterpartei^, Genossenschaftler 5, Verfassungspartei S Kommunisten 1, zusammen «YS Mandate. ZmVlf Wahlergebnisse stehennoch ans. Die konseroative Partei har also die absolute Mehrheit im neuen Parlament. gMg darüber Ausdruck geben, »daß,er nicht beabsichtigt, sich von der PoilitiL zurückzuziehen Wi-edergeiwählt sind ferner Schcchkcmzler Sn -owden, Sir Robert Hör ne, Sir Jahn Simon, der frühere Bevkchrs'nnnöster G o s l i n g, St enwort h y, 2 a. n s« Hu rh. Ni cht Wiede rge wähl t-wn-r-dsn die liberalen Führer Mae Lean, Seely Md Pringle, der Grubenmnüster S h i n w e l l. . Di-e gewählten.weiblichen Kandidyten sind:.. die.Herzogin von Atholl, Ladh Ast o r -Mid die Schauspielerin P h i l i p s o n. (alle drei konservativ), außerdem 1 Labour. - ... Die Arbeiterpartei HMt in ihrer RoWnv. Eine Aeußerung Mae Donalds. London, 30. November. Mae Don a l d, eMärle» nachdem er das Wahlresultat erfahren hatte, daß die. A rbeiterpartei in ihrer Position beharren und dort ihre Gegner erwarten werde. —y. Wien, 31. Oktober. .' Mac Donalds Kabinett tottb, so heißt es, die erste. Sitzung des Unterhauses a'bwarten und * dort auf dem Boden des.: Parlamentes die ' .Konsequenzen aus - - der Wahlniederlage ziehen. Herr BaMin, der am Beginn dieses Jahres unterlegen tyar, zihhhan. der Spitze seiner, in .den -Wahlen '.gestäMen Partei ins Untechaus. Er sich bald.ergchen/ daß die WahlenMne Äendevurr-g des Kurses bedingen^Die A^LLerEäÄMr.Wt^mEeinem. anfehjrMen.>MWaHoMänner ihre VorgÄriger es verlÄfsen Hähirn^ Die . Freur^fchast mit' Frankreich ift: ge(ii$ert;' zu einem ersolgversprechenden Kchnpromiß geführt. Das wichtigste Resultat der Arbeit Mcic-Donalds, der; russische Handelsvertrag, ist freilich gefährdet. In dieser Frage spricht das Urteil der Wählerschaft.'sehr klar. Die Wahlkampagne hatte in ihren ersten Stadien ein anderes Ergebnis erwarten läss-en. Die sozialistische Arbeiterschaft faßte das Abkommen mit...Rußland,als.einen großen EvfolgHrer Politischen Richtungaus, als den ersten starken ^Schlaft gegen die kontinentalen, Re-aMonsPärteien und als-em-Mittel', Rußland "wÄer an Europa anzuschließen.- Der 'Widerstand der englischen,Gegner- und des radikalen Flügels der Bolschewiken könnke'die^ englischen Wähler nicht irre 'machen, die in^dem Vertrag vor alleljr die Voraussetzungen für eine Belebung'des Weltarbeitsmarktes sahen. Erst die unglaubliche'Briesinttitze/ in dersich die Konservativen' und 'die' Kommunisten die Hand reichten,- und dank." der''5 grenzenlosen Vertrauensseligkeit Mac Donalds den Premierminister in die .Falleder -Lächerlichkeit' locken könnten, 'änderte das Bild-mit einen: Schlage.' -> - -- - - - Die Avbeiterregievnng tritt. wieder in die tzppo-' sition zurück. Aber sie findet ein vollständig verändertes Territovmm vor. Sie verliert ihren Führer, dessen Fehler auch sie belasten und ihre. Autorität einschränken. England ist zum System der zwei Parteien, zurückgekehrt, das darin bestand,, daß Hiesiegende- Richtungdie Machtsülle und Verantwortlichkeit der Regierung er- ' hält, daß-alber die Oppösitio-n bei allen'wichtigen Fragen - gehört wird. Eine reinstimmenmyßige' Entscheidung in Lchensproblemen des Staates gibt' e§ .in 'Mttglaüd, nicht,' und daraus schöpfte jede Regierung ihre ' moralische Kraft. Es ist fraglich, ob, nicht die. letzten Ereignissezu , einer derartigen BerschäWng der Gegensätze' führen werden, daß diese'Gepflogenheit 'der- Sta-atsklqgheit' eingeschränkt werden wird.'Es ist.zü. hoffen, daß dies nicht eintteten wird, da ja die Arbeiterpartei noch' nnrner an der zweiten Stelle steht und.demgemäß bei den Fragen der Sozialpolitik und dör-'internatiöMlen BeziehMgen ■ nicht gut übergangen werden 'kaum - -./. V Die liberale Partei,, die-dein unmittelbaren Anlaß zur vorzeitigen Auflösung desUnterhauses gebracht hatte, ist noch ärger getroffen' als 'die regierende.. Ihr linker Flügel, ist dezimiert.worden,' hiennanÄveichstche Folge des nicht Fisch,, nicht FleiWschtt/wvllens.' Die Asquith-Gruppe stand--zchisck)en'Mnservat'iven' upd? Ar»- beitern, sie versuchte es bald hierstbald dorb und wurde zwischen densich drehenden Mühlsteinen zerrieben. -Das Agitati-onsnüttel'des .FreihandelsMrsör - in dem--Außen-. blick seine Wirksamkeit, .im welchesN' die;Konsevvätiven den Schutzzoll^ verlettgnete.il, ünd.es-Ll.iob nur der .russische Vertrag übrig, der aber im KbeMen KleirOü^erLum viele Sympathien gefunden hatte.' Ans diese Weise teil- . ten sich Konservative, .und. Arbeiter in den Mandats- - gewinn aus Kosten der. Liberalen, die .dem. Schicksal aller Mittelparteien verfallen. Sie gehen'denseMen Weg wie.Hre Parallelgruppen aus dem Könkinent. Da sie - aber' bisher in. der. Regierung nicht vertreten^ waren, so. : wird' ihre Niederlage ohne sonderliche' MiMng' bleiben. Diese Partei, hie so Großes, und Ruihinreiches geleistet! und .die Demokratie in blutigen WmPsen.Mm SiHe ge- . führt M, ..tritt., vom politischen SHrchlatz m einer Zeit s ab,^in?der..man. ^Ueibt nur-"der. TÄst/. da.tz .d'w' siegenden^MnieMMven,"! noch .immer demokratischer, sind-als . die ."DWokraten; Mitteleuropas: . ' ' > .... .' '?/- Die Unsachen des Zusainmenbnuches der .'Ä-beealeN'. r; Die Lage erinnert an dm großen Wechsel in der politischen Meinung >des Landes, der sich im Jahve 1916 zwgnnsten' des Liberalismus . vollzog. Der Zm s a m m e nbiruch de r Libe.raken.Pckrte i .hat auch ' in den konservativen A r e i s e n Best ü r z u n.g. hervorgerusen. Die Liberalen schreilben ihre Niederlage der Tatsache, zu, daß das Land nicht so sehr gegen die Liberalen als vielmehr gegen d i e.A r b e i t e r p a r te \ gestimmt hat, und eine Prüfung der Wahlziffern scheint, diese Ansicht, zu bestätigen. In den Wahlkreiisen, wo Dreieckwahlen stattfanden, haben nn^veisellhaff zahlreiche Wähler, die unter gewöhnlichen Umständen die Liberalen unterstützt.hätten, für die Konfervc>.tiven gestimmt, um die Gefahr zu vermeiden, da ß d e r 'K a n d i d a t d e r A r b e i t e r p. a r t e i -durchdringe. ' Gewinn- und Verlustziffern. Die Konservative n haben 154 Sitze gewonnen' Mp 8 verloren, «die A r b e-t ter Partei hat 22 Sitze gewonnen und 62 verloren, die Liberalen gewinnen 9 und verloren 111 Sitze, die GeitjossenschastXer; gswinnen 1 und verlieren 2 Sitze,^ die Berfas su ng's-' Partei gewinnt 3, die Unäbhängigen verlieren .2 Sitze. ' Tr-tz dem schr schlechten Wetter am Wahltag toat die Wahlbeteiligung überaus groß; durchschnittlich .haben mehr als 8 0 Prozent Der Wählerschaft von ihram M.mni!vecht Gebrauch, gemacht.. -Besonders groß war - die Wahlheteiligung .der..F.rautzn.. , , Die Konservativen schielten 7,162.168, die Arb et terparte i' 5,186.495, die Liberalen 1,819.672 Stimmen, die Vevsassungspartei. 91.522, die'Unabhängigen 69.135, die -Genossenschastler 95.539, der-Kom--' Muinist 68.969 Stimmen. Die Zahl der weiblichen Abgeordneten tst gesunken. Es wurden 4 Frauen gewählt,..darunter drei Konservative Mild ein Mitglied, der -Arbeiterpartei. Gewühlte nnd Unterlegene. Mac Donald ist mit einer -Majorität von-. 2 0 0 0 . S t i >m m e n gswahlt, - L l o y d. G e o.r g e rn»it - einer' scschen. von 12.0 0 0. Mnstott C. hn r ch i l -l mit, einer solchen von 1.0.9,OG- -Stimmen. Der Minister: Wheatley wurde 'mit knapper Ma jo rität gewählt, der Minister Hodges wunde geschlagen. Serrsation erregt die Nieder lag e des l'ibe ra -l c n ^Aü h re r„8'. A s q>u>r-th,' die auch dyn -seinen ^-uevn . bedauert wird, die - jedoch 'gleichze-itig auch ihrer Befriedi« Iie Pemaltuns MMims. Die Mandatskommission dankt Sir Samuel für seine AusWnste. Genf,-30. Oktober. Die Mandatskommission hat heute .die Prüsuug des britischen Bevichtes über die Verwaltung ' P al äst i n a s . be ende t. Sir Herbert S a nr n e l gab ergänzende Ausikunft über den ö s f>c n tlichen Unterricht, -die chvisÄichen, mmselmänischen uind jü dische.n ".S ch -ule n, ml Paläftin-a, den '.G e- «ch^r-ä-i s^che-n<- S-P r ach &» i m'-'äün 'U- Lichen Verkehr, die Ärb'erts-bedingnngeu. . die ösfentli'che H'hgie ne, das Budg e ß! und J die Finanzen sowie die Handelsstätistikr Die Koimmisswn anerkannte die mit der Verwaltung PaWstinäszusammenhängie-ndon - Schwierigkeiten .'und dankte .Sir Herbert Samuel für ssine. Auskünfte. Sodann nahm die Kommission Kenntnis von deut ihr durch das Exekutivkomitee des arabischen Kongresses in Palästina übevmittelten Berichtes. , Re neue Session des tschecho- Parlaments. Das Expose des Finanzrninrsters. — Doktor Benesch über, die euvopäische Lage. Prag, 30. November. (Dschech. Preß-Bnr.) In der heutigen ersten Sitzung der Herbstsession des Parlaments wurde das Budget für 1925 vorgelegt. - Finanzminister Becka hiM hierbei ein aussühvliches Expose, in welchem er darlegte,''der Staatsvorauschlag >sür das Jahr 1925 Kreise Ausgaben von insgesamt 15.974 -Millionen^ demnach -um 1020 Millionen weniger als im Borjahre ans. Die Ei-nnahnnen betragen 15.702 Millionen, demnack' um 669 Millionen weniger als im Vorjahre. Der. Abgang betrögt Heuer 272 Millionen gegen 601 Millionen i>m Vorjalhre. Für I nvesti t i o u e n ist ein Betrag von 1319 Millionen gegen 2W9 Millionen im. Vorjahre vorgesehen. - Der Finanz-minister hob weiters die Notivendigkeit einer' Herabsetzung der S t a a t s a ic s g a b e n hervor, gleichzeitig aber auch die Dringli-chleit einer Rege-Kmg der Verhältnisse der Staatsangestellten. Die Währungs- .p o ls t ik werde. auch weiterhin aus die A n f r e ch t e r-. h ä I tn n g d e r K r o n e n k u r s e hinarbeiten. Bedeutende Ersparnisse — beinahe 500 Millionen Kronen — seien im Heeresetat erzielt. worden, u-nd zwar durch Emffihvung eines achtzehnmonatigen Präsenzdienstfs, worla-ch bekanntlich die Tschecho-Sl-owakei ein halbes Jahr hm-dunli. 150.000.Maun und M zweiten Halbjahr .'nur 90.009 Hann. unter. Waffen hält. Der Mi-mster begründete schließlich die Noftvendigkeit'einer neuen Auslandsa'n l e i.h e mit dem. Bedürfnis der. Wiederbelebun-g der Industrie und.hob hervor, daß die Tschechö-Sloivakfi.bisher Mur, einmal, im Jahre 1922, eine AuslaPdsanleihe awsgenomnten habe. - Der Minister kanr zunächst aus das Genfer P r o- -t o kö l'l zu sprechen und betonte, daß der B ölte rb ü-n d- PÄkt nicht die obligatorische friedliche Beilegung von Konflikten erzwinge und n i ch t j e d e u Krieg u n m ö g I ich' mach e. Das Genfer Protokoll soll diese Lücken dadurchausfüllen, -daß es die Staa te n v e rpfli ch t e t' ü n d . zwingt, alle internationalen S t r eittgke i t e n auf 929624