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Wiener Morgenzeitung · 1924-10-26 · Heft 2044 (26.10.1924) · p. Seite 10

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2044 (26.10.1924)
Date
1924-10-26
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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«Selk in Men, &omäo$ MeMv MovgrnzettttNst^ 26. Mober 1922 Nr. 2Ö44 ' n 0 p k Bi R I ( H T ♦ * - Mvdrtee im Tabarin. Der Sieg -er Wiener Sirickmiäremnduftrie. Die Idee eines Modetees mit Modellvorstellungen, mag sie auch noch so fvuchibvmgend nwd wertvoll sein, ist «bisher m Wien noch nicht so recht populär geworden. Um so bedkrn-er- Nchor gerade für jene Modellhäutser, die aus Mangel an Gro^ü^gken u>nd a-u£» verscha rr PrestigspaMik sich von einer PropagLnda fernhalten zu müssen glauben, der gerade jetzt während der lange andauernden WirkschastÄtniise eine starke Resonanz schieden sein müßte. Drotz dieser Hindernisse gelang es der MchAschrrststellevm Mi^i Neu mann, einen Moldetee (zugunsten emes charitat-iveu Zweckes) gn arrangieren, bei welchem die «neuen Kraation-en in -öMHcknen-Grwppenvor-fl'chMvgen zun Geltung kamen, sÜMMU-ngsvoll und i!nsormativ zugleich geglisder-t, da svilcherart eben .nicht mr>r die einzelnen Stück« gezeigt wurden, sondern auch die Gelegenheit des Tragens zmn Bewußtsein gebracht wurde. D.e Shopping - G s> u p jj e zeigte PÄ^jackeu, Xtoricmiievbar und warme ^otricktastüme mit Wolldesatz, ainen Typ, der internatlona-le Mode zu werden verspricht. An Sportbekleidung scheu wir Ski-, Auto- und R-odelkas-üme, durchwegs gediegene und origmelle Stücke. Für die Hall gab es sehr elegantc S-irickmodLlle, das sogenannte gestrickte Seidenkomplet, wundervoll in dcn Farben und in -den Stirtov-Äen, währ-eu) die Tanzren-Gruppe in Kloidern mit langen rmd kurzen Aenneln brillierte. Fürs Haus (Ai Home) boten sich Pysames und Teaoowns in ..nxuMter Ausführirng. Den harmonischen Abschluß -Meten die großen GcsellschaMleSderr. Neu war hierbei das Tonvmieren der Spitze .in den verschiedensten Varianten, wobei, das Spitzenmaterial rre-Wich zur Leitung kan:; die Kambinationen Spitze mit Pech nnd Spitze mit Straiußfraiwen haben sich viel Synipathie er-vbert. Während aber 'bei den bisherigen Modevvrführuu.qen nur Nachmittagskleider und Abendtoiletten zu sehen waren, gab es im Tabarin .zum ersten Male eine S t ri ckm o de sch a n. Nun erst ist man zur Ueberreugmrg gelangt, daß die Strickmrde auch für die elegante Dame Alm Shopping und für den Nachmittagstee Geltung hat, mt!b neben den feinen Seideugeweben bestchen kann. Die Modelle des StrianiodenbauseL Lady bevspielsweisa haben, die außerordentliche Zweckmäßigkeit und Eleganz dieses echt österreichischen Zweiges einwandfrei bewiesen und gezeigt, daß gestr'ckter MMtel, Kasack« und ücslünr keine Geschwackskonkurreng zu schauen haben. Herrengarderoben nach Mas s und 1c o n f « k t i o n i e r.t sowie sämtliche HERREN MODEARTIKEL (Herrenwäsche, Krawatten etc.) zu »lässigen Preisen! HEBB1MDELZE kot opossum in jeder Grösse und Ausführung 80" zu besonders billigen EinKihrungspreisen! "MG Herrenmodehaus A. Borenstem, Wien, fl.Hailanilsir.10 Copyright 1824 3>y Nachdruck verbot««. Deutsche Berlagsanstalt, Stuttgart. 22. Fortsetzung, Mt Stadt an der Moldau. Roman. Von Auguste Hauschner. Ntzariau-ka lanevte auf dem Rand - des Strclhsacks. Boxel, in einen alten Unter rock gewickelt, eng am sich gerollt, sein Körper heiß wie erglühendes. Metall, konnte als Ersatz für einen Ofen gelten. Von Zeit zu Zeit stieß er Seufzer äußersten Behagens aus. Sie war bemüht, auf Vergißmeinnicht geschmückten Bogen, dem das Küchenbuch als Unterlage diente, .einen Brief zu schreiben. Beim Schein der Kerze, die auf der Dicke vor ihr stand. Schwere 'Arbeit. Ungeischickt fügten die Finger Wort an Wort. Nach den ersten Sätzen hielt sie imre, um. Boxel das Geschriebene vorzulesen: ,Heisg'ckipbrr gnediger junger .Her Erich! W gckit es Dir? hast mich l'iep? Bin ich Dein Schätzt? Ich tu «fö, alz stoß ich mir das Herz rem um Dich ap. Wann 'kommst Du zurick?" Die Anstreng'wng verlangte eine Paust. Andächtig zog sie un-ter dem groben Hemd einen verborgenen Schatz hervor. Briefe, Karten, kleine Liebesgakben. Ueber jeden Gegenstand machte sie das Kreuzeszeichen und bedeckte ihn -mir Küsten. Der Inhalt des Briefwechsels war ihr im Gedächtnis unvergeßlich ein geprägt, aber sie ihaltze noch nie Gelegenheit gefunden,- sich, so vor Störung sicher, mit dem Pintscher darüber auszufprechen. „Wißt Boxel, alles hat er über die Bozena' geschickt, daß nicht wer was merkt!bei uns im Haus. Jeschische, bin' ich gesprungen, wie sie das erstemal auf mich gerufen hat. Wart', Boxel, ich les'es dir vor." Mit seitlicher Stimme, Die große Prhmvde. An apartes Pilat-Modell. Schick, modern und vornehm — dicke, drei Fordernnaen müssen sich notwendigerweise auch auf die Beizmode vezioben, die auch in der hourrgen Winterjaison dominieren mv** Und da die von Paris ausgchende Rich^ang di« Anpasstvnig an den Stil des Kleides verlangt, st wird der Pelzman: el, «wie es beim Stoffmantel der Fall rst, in knapper Linie grhckten fein, .geziert mit Schal, WickeÜragen imd breiten Mcmschcoten. Infolge des hohen Preises der Edoffelle, wie BreÄschwcmz, Zobe-l, -Persianer und Chinchilla, haben sich die sogonanuten „unechten" Felle die Gunst der' Dainmvwelt erobert, um st mehr, als, sich durch kunstvolle Konfektionierung sehr schöne, aparte Stücke ergüben können. Ms ibe-liebteste Beavveltung des Kanrnjhastnfelles gölten SeÄkanin und Murmel, die mit einfavü-igem Brokat oder. Crepe lMarvoain oder Satin zu eleganten und kleidsamen Mänteln verwendet werden. Zu den vornehmen und nicht übermäßig teueren PM-anten gehören der grau-schwavze A st r a ch a n, der weichhaarige Opp o s' um' und Periianerk-lauen, durchwegs für -den stilvollen Pelzmantel rmd für dessen Äer-brämuu>g >bestimmt. VII. Lerchenfelderstrasse 9—11 Telephon Nr. 30*1-41. PELZMÄNTEL JACKEN, STADTPELZE etc IN ALLEN GANGBARSTEN FELLARTEN LAGERND QUALITÄTS-PELZE! Modell Pelzhans Pi lat, Men, 7. vez., Lerchenstlderstratze 9—11. Besonders favorisiert erscheint .Heuer — Wohl im Zuiammenhaug mit der Hiunei-gung zum maskullinen Bubikopf — die kurze, bis über die Taille reichende Pelsjacke: aus Fohlen und breirschwanzartigem Karakül, N-ntvia, Persiaerer. mit Kragen 'Nnd Manschetten aus einer äbstechenden, eim täniaen Pelzart. An Stelle der Stckos und Muffs tritt die Verbrämung mit Pelz hervor. Der Pckzbesah am Kragen der Jacke, an den Manschetten, am Ausschrütt und Saum des ,/großen" Kleides, zu Orna-menten kombinierte PelAreistn, br-iuMn die r-eyvollsten Wirkungen hervor. Das Entscheidende bl-oibt aber nach wie vor der P e l z- - mantel. In -unserer Zeichnung bringen wir ein besonders charakteristisches Modell des PölWauises Pi lat, u. zw. einen BrertschwanMantck. mit Chmchillakragen -uüd Ehiuchillamauschet.de in gerader Linie, die äußerst vornehm Aeidet.. Dässelbe Modell wirkt auch in Perisianerklauen überaus vorteilhaft. 'wm KAUFEH IIE BILUO/T I.TABOft/Tft H? 18 (HOTEL NATIONAL^ ItlCPnOK 404.2L PELZE ALLER ART. VERBRSHUNGSFELLE BEIM SELBSTERZEUGER MF" zu konkurrenzlosen Preisen! "BAU Besuch lohnend! Pelikans Steinsais, IBieiJ. Ufltqm 3 (EtuweiiiUni», ‘Ärztlich empfohlen: Nach Operationen, bei Frauenleiden, Senkungen, Hängeleib etc. Hygienisch und doch moderne Linie (Besondere Spezialität) 7 erzielend Geradehalter für Kinder und Erwachsene Körperform-Korrekluren (Ausgleich - Mieder — Patent-Hohlwattierung) SPEZIAL-ATEMgR H. LE BO WITSCH Wien, VU. Mariahilferstrasse 66, 1. Stock Zweiggeschäfte in Linz undTroppau Gegründet 187S (Separierter Sprechraum) Telephon 31-3-68 Äst Verfluchte, Erichs Tonfall nachzuahmerr, buchstabierst sie. die kurzen Zeilen: „Liebe Marianta. Ich will Dir nur sagen, daß ich gut gereist und gut angekommen bin. Ich bin gesund und hoff« von Dir dasgileichei Sowie ich Zeit ha'be, schreibe ich wieder. Gruß an Dich und Boxel. Dein E." Der Hund hatte -den rechten Ohrzipfck etwas eufgerichtet und sich bequemt, die unter dem Uuterrock hervorragende Fahne «in wenig zu bckwegen.. Mit diesen kargen Zeichen des Interesses nicht zufrieden, faßte sie ihn um den Hals und flüsterte ihm zu, wie sie über diese Karte habe weinen müssen. Kein Kuß, kein Trost. Auch im nächsten nichts von Gevnhaben und Zärtlichkeit. Und wochenlang dann keine Nachricht. Was sie da hatte ausstehen müssen. Hat er was mit einer anderen? War er krank? „Nacht für Nacht ist er mir er-- schienen auf Krücken oder ohne Arme. Oder den Kopf dick verbunden. Und hat gejammert und zu mir gesagt: Marianka, hatte ich doch dem Zahradil gefolgt. Bester tot als hier -draußen länger leiden." Sie erschrak. Was hatte sie denn -da geschwatzt? Eifrig, als gelte es, einen Eindruck in Boxels Hirn zu verwischen, mahnte sie an jone fürchterliche Zeit, wo auch die Annufchka so krank war. Nur so hin -war sie geschwunden: „Weißt noch, der Kathi h.:be ich vorgeredet, sie ist meine Schwester, manchmal hat sie mir erlaübt, daß. ich -h'mspringe vom Maschstß weg oder vom Bügelbrett. Wie sind wir da gelaufen, gelt? Und die Medizin . so, teuer, und ins Feld hat man doch auch schicken wollen. ’ Drei Monat Lohn voraus war ich schon der Kathi schuldig. Und die Kopfweh damals. Und dabei die Maste Arbeit, wo die Grmdige die ganze Wohnung hat putzen lassen." Boxel, schien einzu-s-ehen, daß seine Pflicht als Freund eine lebhaftere'Betätigung von ihm verlange. Er setzite sich, stellte zur Abwechslung den rechten Ohrenzipstl auf inch ließ es ungckviß, ob ein leises Jaulen Mitgefühl oder Trauer über die gestört« Nachtruhe bedeut«, Marianka war von ersterem überzeugt. Sie zog den Pinscher auf die Knie und erinnerte ihn, während sie ihm die langen Zotteln aus - lden Augen strich, wie die heilige Jungfrau sich damals ihrer Not erbarmt und ihr zu einem Brief verholfen hatte. Einen richtigen, Vevschlossenen, langen Brief von ihrem Herzensallerliebsten. Die tief heräbgeschmolzene Kerze brannte düster. Marianka hob sie, weniger chvetwegen, ihr war jeder Strich geläufig, als dcmrit Boxel bester folgen könne. „Du dummes Mädel — ich kann Dir doch auf Karten, ' die durch die Feldpost gehen, keine verliebten Sachen schreiben. Hmt-e geb' ich einem Urlauber dieses Schreiben mit. Da will ich Dir -vor allen Dingen vielmals danken für die schönen Sachen, die Du mir immer' schickst, Du lieber Schatz. Deine 'Zigaretten schmecken am allerbesten und ^bittere Schokolade esse ich für mein Leben gern. Wer ich bitte Dich, gib nicht so dick für mich'aus. Brauch' es für Dich, daß Du gesund bist, wenn ich wiedevkomme. Was soll ich Dir von mir erzählen? Schön ist es nicht. Vorgestern war ich zum erstenmal in emer großen Schlacht. Aber Du siehst ja, es ist mir n-ix passiert. Dein Amulett hat mich beschützt. -Wenn ich Urlaub krieg', werd' ich Dir mehr erzählen. Dann werd' ich Dir all die schönen Bufsis geben, di« iv. meinen Karten stehen und werd' mich nach der -schreck«chen Rustenkälte an Dir wärmen. Das Herzel, das ich Dir geschickt, sollst Du zwischen Deinen lieben kleinen Brüsten tragen und denken, daß an dieser Stelle gern Dein Liebster liegen möcht'. Wso bleibe mir brav. Es küßt Dich überall und herzlich Dein Erich. Dem Boxel «men Gruß auf» Schnauzerl." . (Fortsetzung folgt.) > 4 t 7931299^5415

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