Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 2035 (17.10.1924)
- Date
- 1924-10-17
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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«Seite 8 SSiat, Freitag Wle-er Marken,ettung. Grscheint jeden Ar eita g jeden Ar eitag Einiges Mer unser Radioionzert. ' Wir machen unsere Leser darauf -aufmerksam, haß unser' Radiokonzert nicht nur eine Vorftchmng der Wien-er Sendung sein soll, sondern auch «ine fachmännische Beratungsstelle für diejenigen, die die Llbsicht halben, sich «inen Radioapparat anzuschaffen oder einen halben uich mit demselben keine befriedigenden Resultate erzL^-n. Wir haben vz§ 'üomHt ititb es -ist uns gelungen, mehrere gangbare TWU in: Vorführungsraum unserer Redaktion zu iirstallieren, um sie rmstten Besuchern zeigen zu können. Wir hoffen, daß nnsere Bemühungen durch^ ihren Besuch von Erfolg gekrönt sein werden. Die Redaktion. Ein Ruudgaug durch die Radiowerke öchraü. Einen prominenten Matz in . der RadioiMvstrie Oesterreichs nehmen die Fabrikate der Fi-nna Schrack ein. Baron Klimburg, einer der leitenden Persönlichkeiten der Werke, führte mich in liebenswürdigster Weise durch dve Awbeitsräume der Fabrik. Bekanntlich ist die Andsonröhre das Hertz des Radioapparates, das das tote Gebilde zn pulsierendem, tönendenl Leben erweckt. Die Audionröhreuerzellzung der Firma Schrack ist ein sehr interessairtes FabrrkationÄgebvet, das mit den modernsten technischen Hilfsmitteln und Maschinen ausgestattet ist. Der Werdegang 'der Itudiomöhren vom -einfachen Glasrohr bis zur fertigen Lampe vollzieht sich dort in der kürzesten Zeit mit der größten Präzision. An der ersten Maschine werden die. Glasröhren der eutspvechen^orr Länge nach geschnitten; an der zweiten Maschine werden sie angewärmt und an einem Ende durch «inen Deller -umgesMpt. Dann werDen die Drähte durch die Rchven. gezogen, sie werden - abermals -angewärmt und das nicht umgestülpte Ende in heißein Zustande gequetscht; sodann komnN die Rvhve mit :den Drähten ..ineine Kiiihlvprrichtung.. Nach' chi-eser ' Prozedur werden in Spetzialmaschinen die' Elektroden aufgebari-i und mit 0770 SOMMER A. G WIEN, VIl. RICHTERQASSE Nr..12 . Apparate und Einzelteile Zentrale: IV. Karlsplatz, Verkaufsstellen Fabrik: V. Bräuhausgasse Nr 6, Tel. 51-3-80 u. 51-3*56 Broadcasting MINERWA Lautsprecher Lumiere und GOUmOnt .WIEN, I. OPERNRING 8 elektrischen Spezialschwoißmaschinen -geschweißt: Daun werden die Glühfäden in Wasserstoffatmosplsiive aufgeschweißt, uachdonr si-e vorher in Spez^lgafen vorgeglüht wurden. Nach Aufschweißung des übrigen Glaskörpers, der noch ein verlängertes Glasrchr als Abschluß trägt, wird die der Form nach fast fertige Röhre mit diesem. verlängerten Gasrohr, auf das Glasrchr der Rot-ationsvsvrpMnpen anfgef-etzt und auf zirka ein Hundertstel evakuiert.. Durch spszia'lel>e-ktris«he QuecksWerdisfufionspmnpen wird das Baeu-um auf ein ZchmniMoutsdel erhöht. Eigene KomMssionsmEirveter dienen Mm Messen dieser kioiwen Drückt Daun kommt -einer per. schwierigsten Teile der Audionröh^rerZeugung, das ist die Entfernung der QueMbeidmupse aus. der: lwchvvakuierten 'Röhren.. Dieses Problem wird durch Verwendung Mssigar Luft geWst. Die Lampen, die während des ganzen Prozesses dreimal geprüft wurden, w-evden nun Es Schaltbretwrn zu je 100 Stück einer zweistündigen Belastimgspcolbe unterworfen Nach dves-er gewissenhaften Prüfung weiden sie erst zum Versand verpackt. In den MonwgerÄmnen werden die bekanntein drei Mhvenappavate, der Zwbchenkreise-mpfänger und der neue Zwe-iröhrenapparat. in solcher Menge erzeugt, daß dem Besucher sofort klar wird, wie weit die Rädiobewe-gamg in Oesterreich um sich gegrWn haben umß, wenn trotz dieser' Produktion bei allen Händlern das Ha-upttzebrauchSwort des Tagesgespräches, das Wort „ausverkauft" ist. Es ist immer^eine erfreuliche Angelegenheit, wenn man Wer eine einheimische Fabrikation berichten kann/ daß sie sich im Aufblühen befinde. ,md daß die Nachfrage in -diesem Industriezweig so groß ist. daß die Produktion erhöht werden nmß. Da die Schracksche Fabrik allenmodernen Anforderungen Idechnung . tragend, fort- I RADIOWEltK E. SCHRACK WIEN, XVIIIa SCHUMANNGASSE Nr. 31 Audionröhren Lange Lebensdauer» erstklass. Entgasung, beste Verstärkung Stromsparende Spezialtypen sSm”E!ES? Hochwertige Empfangsgeräte Lizenz: TELEFU^KEN // Patente: SCHRACK RADIOAPPARATE UND -BESTANDTEILE ELEKTRA LICHTREKLAME INSTALLATIONEN WlN, I. Sil ESiT «TT 19, Tel. 75-2-68 SBcaiolöflUs für klettrotechnik Einrichtung elektrischer Anlagen und Installationen Wien,HI.PettusMeNr.9 . 0 opyiipbl 1024 bj ' Nachdruck verboten, Deutsche ÄerlagSanstakl, Stuttgart. . lü. Fortsetzung. Die Stadt an der Moldau. 'Roman. Borr.Auguste Hauschner. . . Auf -dem Rücken liogou-d, gleich einem Kahn die Veoldau abwärts Seiten, d-iughast und doch jeden Augenblick bereit zum Sprung ins^ Löben ... Zuhause dann -dve Uniform.. Abzeichen der Hörigkeit, mit donr bürgerliche« Rock vertauschen..." Sie gingen rmter den zur Wölbung geschlossene« Kronen der Kastanienbäume an hellen Fenstern von Sommerhäusern vorbei und stiegen zwischen dichtem Strauchwerk zuui Baumgarreu hinunter. Durch die verschwenderische Blumenfülle der Anlagen. Rosen in Beeten und in Büschen, an hohen Stämmen und in duftenden Wellen, über Lartzbengänge stürzend, mitten in den Reichtum voql Glyzinien, Res-eden, Heliotrop, Levkoien, ein betäubendes Konzert von Düften, ein verwirrend zauberischer Favbenstrauß. Erich sagte, die Arme schnsüchtig. in die - laue Lust hinausgeb'reitet: „So denk' ich mir den Zustand eines Bräutigams, kurz vor der Hoheit. Hie und da bricht er noch aus und hält sich für einen, freien Mann. Aber die Schlinge sitzt ihm um die Gurgel. Heute oder morgen wird sie zugezogeu." Auf dem Gelände, das längs des Flusses lief, den sie mit einer Fähre überqueren mußten, um nach dem Dorfe Troja z« gelangen, stießen die beiden Offiziere in Zivil auf Borboten des Festes. Schießbuden waren ausgestellt, Fruchteis, türkischer Honig wurde umhergefahre«, fliegendes Händler boten Lampions an, Zuckerzeug, papierene Schlangen, lärmerzengende Instrumente- Zu den Klängen eines heiseren Leierkastens drehte sich das Karussell. Hoch flogen die .Röcke von den Waden, kreischend hielten sich die Weiber an den Burschen ftst. Rings umher lagerte im Gras das Volk. Mitter, den Säugling an der Brust, um sie her das Gekrabbe-l der nach halben Dutzenden zählenden Nachkommenschaft, Kinder, die grüben, balgten, spielten, grohlten, ohne Scheu hinsaßen, ihre Notdurft zu verrichten. Dazwischen verlnäülten sich die Liebespaare. Betrunkene stolperten über daß lebende Pläsier. Mm.... ta .«- ta-, Mm ... ta ... ta, brummte dm Ankommenden asts dent Wirtshaus die Baßgeige ent- , gegen. Die Fiedel war nur vemchmbar, wenn der Bogen die obechen OiktaMl strich. 1 ‘ Im Tantzsaal war jeder Luftzug hermetisch abgespervt. Wie in einem Kessel kochten in dem Viereckigen Raum unter der tief herabhängendr« Decke Geräusch, /Geruch, Beweg,nng ineinander. Dicker Tabaksqualm vevwölkte die Beleuchtung. Er folgte dem Schlürfen, Schleifen, Hopsen tapsender und leichter Schritte, flaß Ausdünstung der Körper, Bierneigen und Speisereste in sich hinein. An Seitentischeu drängten sich Zecher und Verzehrer. In der Mitte tanzten Mädel mit Soldaten. Die meisten Männer Plurn-P, in ihrem Bau nicht angemessenen, in Eile aus der Vorratskammer herausgestoberten'Monturen. Sie drehte« sich, einer die Artm auf den Schultern anderen verschränkt, Brust an Brust, Leib an Leib, brünstig hingegeben wie an eine tierische Verrichtung. . - „Bi-el Lärm, 'wenig Lustigkeit", state Eü-ch. „stiere Sache." Er winAe Guido: „Ge-hen wir wieder!" Als er in e-imr Ecke Mariä'üka entdeckte. Sie saß-geduckt, wie von schwerer« Tagewerk ernlüdet, die .Haare stmck gebrannt und von der Stirn hinweWerissen. Das Glas Mer, von einem' Doutschnveister soeberr vor sie hiügeftellt, beachtete sie nicht. „Sie ist d.'ch ein du-mmes ^uder", dachte Erich?,M-e stumpf sie aussieht mrd wie gewöhnlich. Was mir.i-mmer so. geheimnisvoll an ihr erscheint, ist sicher nur, daß sie mit einiemmnt zü stuft an etwas zu deniSen." 17. Oktober im . M. 2038 wähvortd bchrvbt ist, die zchlomnäßigo Erzeugung der R-adiou appavate zu vergrößern, so -ist es sicher, daß sie in der österreichischen Radioin-du-stvie'den prominentc-n Platz, den sie mv .gmommen ha-t, mch heibeha-ltieu wird. Fekix D. Winke sil» die Herstellung von AM»- apdarate«. Der Amateur, der daran geht, einen Apparat zü bauen, legt vielfach viel zu wenig Ge-wicht aus eine gute Isolation, die zwischen den -einzelnett leitenden metallischen Bestandteilen seines Apparates vorhanden sein soll. Allerdings kann man ihm dies nicht verübeln, wenn er den Radio-Verkaufsstellen Detekborapparat-e steht, die auf Hotz montiert find Mv daher alles eher als Zweckmäßig sind, auch dann nicht, wenn tatsächlich mit solchen Apparaten empfangen werden kann. Der Wirkiurgsgrad dieser Apparate würde erst dann ein richtiges Urteil gestatten, wenn, von der richtigen Ausführung der einzelnen Teile ^abgesehen, seine Isolation verbessert würde. Man verwende als Grundplatten für die Montage stromführender Teile stets Hartgummi, Fibre oder ein ähnliches Jsoliermaterial, das den Stromübergang zwischen den einzelnen Metallteilen auf ein Minimum herabsetzt. Man wird in der Starkslvonttechnrk, wo Peviodenzahlen - von maximal 50 pro Sekunde austreten, keine Apparate finden, bei -denen Hotz als Isoliermaterial verwendet wird. In der Radio-techmk hat nran es mit Peviodenzahlen von mehreren Hunderttausenden in der Sekunde zu tun, und. da . genügt oft, wie sich jedermamr leicht überzeugen eine Berührung selbst isolierter Teile mit dem Finger, um den ankomnlenden Hochfieq-uenzstvom zur Erde abzu-leiten und den Empfang zu verhindern. Der Amateur gewöhne sich daher daran, beim Aufbau seiner Apparate größte Sorgfalt auf die Isolation zu verwenden ~ und blanke Drähte durch Uolierröhrchen zu führen, damit er die Gewahr hat, alles getan zu haben, was zur. Herstellung eines gut funktionierenden Apparates nötig ist. Richtet er weiters beim Einkauf sein Augenmerk darauf, nicht das Billigste» sondern das Beste zn verwenden, so wird er keinen Enttäuschungen aus'gesetzt sein und an seinem Apparatwirkliches Vergnügen finden. Ing. R. St< Radioapparate, Zubehörteile in Q u a I it ä t s ausffih rung Gesellschaft fGr Elektrotechnik ING. K$PPLf KLUG & Co. Wien» VI. Haydngasse Nr. 3 Telephen Nr. 44-32 // Telegr.-Adr.: .Transfomi“ Oer neue amerikanische Empfangs« apparat mit sensationeller'Leistung ,WIRELESS‘Radiogesellschaft Wien,* l. HelferstörferstraBe 4 LUDWIG# RI SCH« Radio-Geräte-Verk.-Ges. Wien XIII. DMetW R. LECHHER (Willi. Hüller) Wien, I, Graben 30/31 Radioewpfattgsapparate in allen Preislagen SOmtlldie Bestandteile // Antennenbau Täglich Vorführung im Radiosalon Trotzdem redete er sie an: „dlam, Marianka, wo kommst denn du daher?" Wie jyeun am Funcke aufspr'mgt in der Lanipe . . . es war mchr als.Helligkeit und Freude, -was MariauLr belebte, ihr Haar vergoldete, , das Blut rosig untex die jn ilchweiß«, .gestraffte Hautoberfläche trieb. „Am liebsten möchte sie, wie der Boxel, an mi hinauft springen uM mich zerreißen!" dachte Erich. Sie war in Demut aulfFestauden, . wie. vor dem Ge-- bieder., ,^'ch Hab' müssen . . . die Bozena von der Hausmedsterin daneben . . . ähre Mutter hat ihr nicht allein herauf -erlauben wollen. Seien S' nicht.bös a-uf mich, junger Herr." „Magst imt mir Mnzen, Marianka?" Marianka tMizte schocht. Jnun-er wurde es ihr anfangZ schwer, die Trägheit zu überwinden. Aber wie so oft inr AugenMck der Gemeinfarnkei-t -ha-tte er die Empfindung-: sie ist mom Besitz, sie weiß tarn sich selbst nichts mehr. Die Mufikan'ten spMen eben eine Art von Atarsch. Men Anwesenden mußte er bekannt sein. Ohne den Tanz zu uutevbrecheu, begleitete' sie den Rhythmus mit Gesang. Auch MariaEa stinnnte in den Gefamtchor ein. - „Wie ich vom Hradschin marschiert bin, - Habe ich an meine Mütze - Eine weiße Blüte angesteckt. An die Mütze steckte ich die iveiße Blüte, Bon meines Mädchens Aug' betaut. Begivssen von den schwarzen Augen meines Atädchens. Zeugnis unsrer wahren Liebe,;;;; Die wir uns gelobet.haben, De wrr ü«s -.Gottes. ^Führung'a>nvertvGtm.- Än. die Mütze steckt'ich mir die'weiße Blube, Damit meines Mädchens zn gedenken, I^ch niemals -unterlassen kann." Oortsetznng folgt.) -