Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 2034 (16.10.1924)
- Date
- 1924-10-16
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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tPolen 20 nroszy I Wien: Zorn Abholen in der Expedition, It Taborstr. 1"3» oder in einerVerachleisstelle (Trafik) monatl. K 40.000 Strassenverkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied, 1. Bez., Wollzeile 11 /MitPoatversand für Wien v. Oeaterr, monatl. K 40.000 Tsc hoch o-Slowakei; Mon. K20. Jucfoslawien: Mon. DinaröO. Polen: Mon. 3*/, Zloty, Deutschland: Mon. Gold mark 4, Fr ankr., Belgien: Mon. Frcs. 15 ' Nachzahlungen *V9 PreiierhohuwreD Vorbehalten Rr. 2034 rener Wie«. Lonuerrtag. 18. Skiober 1024 rr jPt-eis K 1400 Engf land: Mön,4 Schilling, I t a I i e n: Monatt. 15 I ire, Rumänien,Mon. 150 Lei, Bulgarien Mon. 80 Lewa, . S c h w e i z und das übrige Ausland monatlich Frcs. 4. Redaktion u. Administration Wien, II., Taborstr. 1—3 Telephone: 44-0-33,43-3-19. . Ahöührabds. 21-102,25-282 IX. Universitatastrasse 6—8 (Druckerei Steinmann) Oesterreichiaches Postspar* Wassen-Konto Nr. 150.693 „3. R. III" in LMM gelandet. Washington, 15. Oktober. (Per Radio.) Der „Z. RS" ist heute um 3 Uhr 11 Minuten mitteleuropäischer Zett auf dem Flugplatz von Lakehurst glatt gelandet. Riesige Menschenmengen bereiteten dcktz Offizieren und Mannschaften einen beispiellos enthusiastischen Empfang. Ueber der Freiheitsstatne. New-Aork, 15. Oktckber. (Per Radio.) „Z. R. 3" ist Kr Now-Dork um 1 Ahr 25 Minuten nachnrütags mittel- «iwopäische.r Zeit eingetro«fftn und üderff-og den Bmad- «wah. Er hait die $50 Kilometer lange Strecke zwischen Boston, N e w - P o r t und N c w - Hor «k in 3 Stunden Hurückgelegt, also eine Stumdengeschwindigkeit von 110 Kilometer errsi-cht. Der Zeppelin kreiste eine halbe Stande über der Stadt. Am 2 Uhr 30 Mumien umkreiste er die Freiheitsstatu«. Als er den Hudsonfluß überflog, ließen alle Dampfer zur Begrützang ihre Sirenen ertönen. Eine «uubeschveMiche Begeisternng erfaßte Neiv-AoÄ 'bei de>r Sichtung des Luftschiffes. Anumterbvocheuie Glückilvml'sche wurden zum Bord des Luftschiffes hinaufgestvnkt, -so daß Dr. Eckener schließlich einen FnUksPr-uch senden mußte,. er bitte, -ihn uicht ouehr anznfunkeu, da er mit den Mavi«nestationen aOeiten mMe.MuüherfehLare MenschenMUgen -waren ün dien ^staßen NewMsüks, oh* . gesammelt und Juibelru.se ertönten aus der Menge, Äs -das Luftschiff üde,x der Stadt kreiste. Das «Achnfl flog erst Pie ganze Länge der Stadt ab, wandte sich.dann westlich und senkte sich tief As auf die Wolkenkratzer der GeschäftsvierL-el. Am 2 Ahr 55 Mim,den fuhr es nach Lakehurst'weiter. Eine Botschaft Dr. Eekeners an dir Bevölkerung New-Norks. NelvHork, 15. Oktober. Während „Z. R. 3" über New-Ao rk 'kreiste, wurde cm Fallschirm mit einer B o tschaft Dr. Eckeuers an die B-evölk-erung N e w - N s und an das amerikanische BE abgeworfen, die noch in den NachmiitagsMtiern veröffentlicht wmde. Darin heißt es: New-Fork, tvir Mißen Dich! Angesichts der Silhouette dieser herrlichen Riesenstadt neigen wir Len Bug unseres Luftschiffes und g r ü ß e n d a s g a n z e a m e r i tanische Volk mit aufrichtiger Freude. Wir hegen die zuversichtliche Hoffnung, daß unsere Fahrt über den Ozean eine Epoche freundschaftlicher und fruchtbarer Z u s a m m e n a r b e i t zwischen unseren beiden Völkern anbahnen wird, eine Epoche gemeinsamer We'iteventwicksung des unsterblichen Werkes des Grafen Zeppelin» des Eroberers der Liiiste. - J-u diesem S'mine wollen'wir Hand in' Hand au der Aufgabe arbeiten, - durch Aelberbrückuug' von Zeit und Raum alle Rationen immer enger mit einander, zu verbinden. Der Kommandant und die Nümuschast düZ „Z. R. 3"' übermittln der Bevölkerung' von Mw-Wr<k und dem -ganzen amerikanischen VoWe 'ihre «besten Wünsche und Grüße. Dr. Eckener." . . Die Ankunft in Lakehuoft. Rew-Iork, 15. Oktober. (Radio.) Der „Z. R. 3" wurde' rn Lakchurst von einer uMheurw Menschenmenge mit Mr-' Mischer Begeisterung begrüßt, als das Luftschiff am Horizont erschien.. Ein gewaltiges PolizeiauMbot hatte daS Flugfeld' «'^gesperrt, um es vor dem Zudrang der Neugierigen frei* zuhalten. Als das L ustchsiffdie Lanbnngsfe-ile aus warst wurden diese von 300 Mann ergriffen und verankert. Neue Stürme der BeigePeru rrg brachen los, als di« Besatzung die Gondeln verließ. Diese Begeisterung war ebenso groß und spontan wie bei der Ankunft der amerikanischen Weltflieger auf dem Boden der Bereinigten Staaten. , '' ' Die Fährtteilnehnrer eWvien, daß die IlÄerfährt uvchtvvsentlich hätte abgekürzt «werden können,'wenn das-Luft-' «Wff infolge S«t u r m g «fahr nicht feineit. Kurs geändert'' hätte. Der „Z. 3t. 3" vMeb ferner |etök: früh vor Nlorgm-: grauen, über Neuschottland in der Lust stehen, um bei Tagesanbrilch über dem cnnerikauischenBoden zu 'erscheinen. Die Besatzung des ,L. R. 3" kehrt unverzüglich nach Deutschland zurück. Einige der erfahrensten Mechaniker bleiben in Lakehurst, um die zukünftige amerikanische - Besatzung des Luftschiffes mit der Führung vertraut zu machen. Der amerikanische Hauptincmn Kle i n, der die Fahrt als BeoArchter miwemackt hat, wird provisorischer Kommandaut des „Z. R. 3". Präsident Covlidge boglüEnnrnseht den KommMrdnnLer»^ Aew-Iork, 15.' Oktober.. . Gn-Mpruch.) Wie aus Washington'gemeldet wird, war die erste offizielle' Persönlichkeit, d^ Dr.-E'ckeuer beglückwünschte,. Präsident C o olrög e. -Einige Wnuten! später gab er die Erlaubn is zu r 2au-duug des „Z. R. 3". In.allen Re g i'e.r'unMIHKU^befionheirs .bei der Ma.r rn.e/--ffL-..die Be ge iGe'M u.tz^g r oß und 'die Teilnahme offensichtlich. ' Dr. Eck«esier Mer die K^hrt. 16. ^tM. 'HlKksprüch^ m Doktor Eck.ener unter deuu''HML^rE-Mweseicken in'LaLehmst müs hex Kabine, des-,^Zi R. 3" stwg, erklärte er: > ., „Ein ne,u er Weltreko rd von 5000 Meilen-eims «unmckerbrocheuen' .Fluges. 'Der crsie- -Ter-l unstres- FluHrs. war schön. Der■ tetztc Teil'vollzog sich Bei schwerem Weit ex. Bon Dienstag 5 Uhr bis heute 5 Uhr «kämpften wir gegen das .Wetter -mit-einer SchlieMg-- W von '55 bis 60 Merlen «dve StuuLL. Wr lenkten unseren- LM's'von der direkten-Linie-ab, als wir'aus der Fahrt vouden Azoren nach La.kehurst fvMden/daß-wir in einen sich erhebenden Süd west wind, chch in - ein- Keines- Ti-efdruckgebiet steuerten^ 'Anr Montgig .abends machten wir 46 - Vkeilen. die. Stunde.- Wir. steuerten nach N e % - S cho t t la n d . in einenr 'südöstlichen Wvnd mb > lkam-en» dä-nn m. schneller Fahrt längs der Küste füdwesi, wobei wir zwischen den Kreuizerrr' „MWoaulee" ünd „De-, troit" hrndurchstchren, ohne «inen zu schon'. Ein günstiger Wind bvaichte uns nachLale hur st, nachdem wir Boston- und dann N e w - Z).o r k. mit - einer durchschnittlichen Ge-. -schwiMgkert von 90 Mellien.- passiert -'hatten.^ So, nieüre Herren, jetzt fmd wir hier!" '' . . Ein Zwrfchenfall auf hoher See. New-djorst 16. Oktober.' (Radio.) De^^ Führer des.„Z. 'R. 3", Dr. E ck e ne rj machte nach der Ankunft in -Lakchnrft Urtit AiUtAu« s,^«. Der „Z. R. 3" mußte von 15 0 0 M e t er H o h 'e fast bis an den Meeresspiegel niedevge-hen, weil die Seiden hüll, des Ballvns an.einer Stelle geborsten war und aus' de« Lücke Ga s c utwich. Der Schaden.wu'rde in halbstündige, Arbeit repariert - und blieb, ohne Einfluß ans di« Der Mückwuhsch an Arnsiein. Friedrichshafen,. 15. Oktober. Die Zeppelin-Lustschi-sfbaugeMschast echielt GlückwMfchteilvg-va!UM'e vom Bord des „Z.. R. 3" zu Händen des . Chefmgemsurs Doktor A r u st'c i n: .,$'m Dr. Arnstein!. Herzlichen Glückwunsch" zu der pBPigen Leistung.des „Z. R. 3", der schwere. Stürme des Nachts spielend meisterte. Dr/Eckener.- - -;; •- Gevr Maybach, der^ DiMvr der -Motorenfabrik," erhielt von - Dr.' Eckener einen "ähnlich lautenden Glück- Aber das Weltmeer. .. — V.'W i e tt, 16. Oktober. Der Ozean ist nun zum zweiten Male überflogen. Bor fünf Jahren, knapp nach dem Kriege,' stchr das englische Luftschiff „R. 34" von Schottland nach.Nelv-Iork und. zurück. Gestern ist das neue Zeppelin-Schiff in Lakehuvst glatt gelandet. Die Freude über diese stolzen Errungenschaften der.Technik hat sich zunächst in.Anterika in einer riesenhaften Ovation geäußert, die die Führer und, Mannschaften des glückhaften Schiffes sich wohl veichient haben. Es ist.das' wundervolle Zusamntenwirken von Mensch und Maschine', das den Flug zu einem auch künstlerisch schonen Ereignis gestaltet, dessen Bedeutung aber auch-in einem höheren.politischen Sinn zum Ausdruck kommen muß.- Die Herrschaft des-Menschen, über das Meer will sich zur Herrschaft über die Luft entwickeln.'Noch.ist dieses Ziel nicht erreicht und guch der Flug des Friedrichshafener' Schiffes hatte mit Stürmen und Nckbeln -zu kämpfen. Es Hatz sie in stolzer Fahrt beKvnn gen, aber es wird-noch geraumer Zeit und emsiger Arbeit bedürfen, ehe'das Groß-Luftschiff zu einenc Instrument des öllltagsverkehres werden kann. Einstweilen ist ws nur ein allerdings gewaltiges Schaustück, eine Demonstration geistigen Annens und Physischer Leistungsfähigkeit, die. höchste Achtung erztvingt. Die ganze--Welt-ha.te -nnt'.-ftebevhaster - Erregung .'die Fahrt.des Schiffts begrercei: und sie niulmt seine glatte Lastdutztg init-'laütem Iube-l hin. Ehrt sie doch sich -selbst,- IKejm.M qdyf ^JngenieuWi'. mch'Maschinisten, die -diese -MkkÄMrachten,. -ihren Dankzeigt. - Sie- Verdienest ihn -Höpau-H Jahren Pas MHe-Wagnis Luft-emem ÄrPereit, -stürnnschcren Wege zu. einem güten- Ende-gebracht hatten.. Der Gedanke, der.:Mr.. Erbauung dieser starren Flugschiffe führte, war. nicht aus dem Friedensfeh neu geboren. D ie Zeppelin-Ballons, - so wie sie in her . Werft . am Bodensee hergestellt wurden, sollten dem Krieg dienen, dem Weltherrschaftsziel des deutschen Militarismus zum Sieg verhelfen. Sie waren nicht darauf eingestellt Wochen, die Verbindung von Volk zA Volt zu schaffen, sondern sollten dm Tod.unh die Vernichtung über die Grenzen Deutschlands hinaustragen als Vollstrecker der Ultima ratio des -Waffentaisers, der. mit seinen Generalen, der. Hoffnung lebte, mit Hilfe der Zeppeline das Jmperimn mundi an sich zu reißen. Wiffen und Kunst wurden in dieser Zeit nur als Handlanger, als Werkzeug zu'der großen, alles-mit Zerstörung bedrohendell Mordmaschine benützt- und-'wie alles, was in Deutschland geschah,'nur diesem Zweck sich unterordnete, ihm freudig diente, so würde'auch die rastlose Arbeit der Technik zum Sklaven des patriotischen Wahnsinns gemacht. Am klarsten und entwürdigendsten geschah dies am! Zeppelin — der Nanre -des Grafen ist ja zu einem technischen Begriff geworden —, und das Hochgefühl, das seine ersten Fährten erzeugte, wandelte sich 'bald in tiefstes und berechtigte!» Mißtrauen. Der edle Wetteifer, den jede Erfindung des nrenschlichen Geistes, jedes große Resultat des Sinnens ü.nd Förschens auslöst, wurde vom Gift de.s Militarismus durchtränkt. - Deutschland baute zu seinen Dreadnoughts' noch seine Mammut- Mord Maschinen der Luft.' Also taten' alle' von den gleichen Bestrebungen beherrschten Staaten dasselbe, und alles Trachten der Kabinette war darauf gerichtet, noch vollendetere Tödeswerke zu schaffen. Das 'Schicksal der Zeppeline ist. so.von chornchereiu beeinflußt worden; es ' hat sich so gestaltet wie alle Pläne ihrer Förderer, rmd der. erste- Flug nach dein Kriege ist kein Akt des Weltverkehres,, sondern, eine.- vour Be.rsailler Vertrag diktierte Reparationsmaßregel. Es ist begreistich, daß, die Vaterländler im Deutschen-Reich heute diesen- Triumph der technischen Wissenschaft mit sehr gemischten, Empfindungen feiern. Sie haften-sich ihn anders gedacht, weil sie die -Verwertung.-dieser-Errungenschaft..mit ihrem Geist i erfüllen wollten.- Der Zeppalinso.wieder über London, über Mrdun -flog, trugihre ^Hoffnungen und galt darum als ihre Ersindung, als Leistung deutschen Mistes. Er fst es nicht;, und) heute, da er heil-Frieden, trägt und von Deutschland nach Ämeftka als Bote'der Versöhnung kommt, muß dies mit besonderer Sclärse bc- - tont werden. Das Prinzip, des ftarren,. aus gasdicht abm 0^ B® fl flPt&t ersparen Sie beim Einkauf von Stoffen für Herbst und Winter, U. W WM A fl W Damen- und Herremvüseke, lleinen^waren, Strick- und WirkuilHin^ waren, Teppichen, Vorhängen usvv. DG- Im Warenhaus i .' T ■ , . n . . Tolonhöo 47-1-7V En gros En detail