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Wiener Morgenzeitung · 1924-10-14 · Heft 2032 (14.10.1924) · p. Seite 10

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2032 (14.10.1924)
Date
1924-10-14
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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14. Oktober 1924 Nr. W» Wiener Morgenzertuna. Wien. Dienstag Seite 16 <-vv-n i_' ji < '!"V A 4: - ■ >. ■' Salon de Paris. Der internationale Clou der Autoscrifon, der G st sei der Automob ilausstellungen war wohl der Salon de Paris. Im wesentlichen war auf dieser groß angelegten Ausstellung zu konstatieren, daß in der letzten Zeit wenig technische Neuheiten und Veränderungen in der AlttomabilinÄustrie entstanden sind. Das Hauptgewicht aller Firmen wurde auf die Popularisierung der Wagen, ans die Vereinheitlichung der Typen gelegt. Citroen, der französische Ford, verkauft feine Wagen mcs achtzchnmonatrge Teilzahlung. Riesenlichtreklamen in der Lange ganzer Häuserfronten verkünden seine Tagesproduktion von 300 Stück. Wie es heißt, soll eine eigene Fabrik stir den 15 P. S.- Citroenwagen gebaut werden, wogegen andererseits ein noch kleinerer Typ als der bisherige, ein 3 P. S.-Wagen auf den Markt gebracht werden soll. Das billigste Schaustück der Ausstellung ist wohl der Benjaminiwagen, ein 5 P. S. luftgekühlter Zweitakter, der um 5500 Franken zu haben ist. Nach Citroen der populärste Wagen ist der Amrlcar, der seiner Schnelligkeit wegen den: im Pariser StraßenLilde häufiger auftretonden 5 P. S.-Renaultwagen vielfach vorgezogen wird. Emen breiten Raum der Ausstellung wußten sich diesmal die Amerikaner zu sichern. Zum ersten Male hatte Ford die Pariser Ausstellung mit einem französisch frisierten Modell beschickt. Auch andere Wagen amerikanischer Provenienz waren stark vertreten. Gänzlich fehlte bedauerlicherweise bei dieser großen Ausstellung die österreichische Autoindustrie. Wie man hört, lag der Grund in formellen Zulassungsschwier igkoiten. Mit gewisser Befriedigung kann es erfüllen, daß der Präsident der Republik die im Privawerkausslokale der Austro-Daimler- Werke etablierte Ausstellung/ die in Paris große Reklame gemacht hat, besuchte und sich dabei lobend aussprach. Fast alle Wagen sind mit Vierradbremsen ansgestattet, die vom Publikum auch sehr verlangt werden. Dagegen ist in den Ventilsteuerungen noch keine Einheitlichkeit zu bemerken. Die französischen Wagen sind im allgemeinen mit Magneten, di-e amerikanischen Wagen größtenteils mit Batteriezündungen ausgestattet. Aus den kleineren Typen sieht man fast allgemein Ballonreifen. Ueberckomprimierte Motore sind vorläufig noch nicht usuell. *i’~- Einen breiten Teil der Ausstellung nahin das Automvbrlzubehör ein. 21 Firmen verschiedener Marken haben eine Fülle von Stoßdämpfern verschiedcuftet Konstruktionen auf den Markt gebracht. Eine bemerkenswerte Neuerung sind elastische Volants, die vorläufig für die Renntypen verwendet werden, dank der Beschaffenheit der österreichischen Straßen sich aber wahrscheinlich bei uns bald der größten Popularität erfreuen dürsten. Ein großer Teil der Wagen war mit Zenith- und 2oleMrgasern ausgestattct. Der neue Trippledisfouseuwevgaser der Zenithwerte mit seinen: dreifachen Zerstäuber und dem KorrÄtor, der cs ermöglicht, von Hand aus die Luftansairgkappe, dir verschiebbar ist, beim Anwersen zu schließen, so daß das Ingangsetzen des Motors toloss-al erleichtert ist, ist ein beachtenswertes Modell. Ebenso ist der kleine, neue Motorradvergaser dieser Firma, der statt der Drosselklappen Schieber, die durch Bowdenzüge betätigt -werden können, hat, eine erfreuliche Konstruktion. Der Besuch der Ausstellung war ein überwältigender. Schon am vierten Tag hatte man 90.000 zahlende Besucher gezählt. Um 9 Uhr morgens waren die Schaulustigen schon reihenweise bei den Kassen angestellt, um die Ausstellung besuchen zu können. In der Umgebung war noch eine Svnderausstellung etabliert, eine Ausstellung außer Konkurrenz und cchne Entree. Fast alle beteiligten Firmen hatten in den Straßen 40 bis 50 Wagen gleicher Type in langer Reihe ausgestellt, in der Voraussicht, daß es nicht allen möglich sein werde, bei diesem Andrang in die Ausstellung zu gelangen. Und wenn es Abend wurde, flarnMten mit vielen tausend Lichtern die riesigen Reklamen der Firmen in den Straßen auf. Ein Lichtmeer ergoß sich über Paris, über die Stadt des leichten, raschen Lebens, und beleuchtete ein Bild, wie <s imposanter kaum in einer anderen Großstadt zn finden ist. Die Polizisten, die mit ihren weißen Staben, die ohnedies rasch fahrenden Autos noch zu größerer Eile antreiben, bas Surren, Tuten, Drängen und Treiben und dabei doch wundervoll Geregelte des Verkehrs, die grandiosen Eindrücke, die man in diesen Tagen empfangen hat, lassen ein unvergeßliches Bild der Seinestadt in dem Besucher zurück. Felix B. M letzte Autotour. W.r . i.! Wahl hat, hat auch die Qual, stufte der Bankier X. als er zwei Wochen, bevor er KoMrs ansagte, sich ein Kleinauto fauifeit mußte, um tvomgstens modern, wie Morgenstern sagte: „In sam Nichts zu-vück§rtreise>n. Einen letzten Griff tat fot Börtstr'vch Und dann war nichts mehr zu beweisen." Bor dem Bankier lag eine Liste pr-ommenter Kleinautofirmen, ein Stoß von Offerten und ein Brief. Ein Biinnenbries seltsamster Fassung. ,$kitn wir nicht -binnen 48 Stunden im eigenen KÄnauto gen Süden ziehen, wenn nicht m selben Zeit die mattschimmernde Perlenschnur aus dem Anslagenfenster der Kärntnerstraße, die so köstlich zu dom blassen Teint meines Nackens paßt", schrieb die blonde FrewMil, ,/tit meinem Besitz ist, bin ich iven-ige Stunden später -mit Deiner gehaß testen Konkurrenzfirma liiert, selbstverständlich im Besitz der gewünschten Kleimgkaiteu und aus der Reise nach dem Süden". Schweiß-perlen ramren «über die Stirne des Bankiers, di-e in ihrer Gesamtheit fähig gewesen ■ wären, die Ebbe seiner Kasse in Flut zu verwandeln, die nicht so rasch abgeebt wäre, wie die vorhergehende Konjunktursslu-t. Do tat er denn den letzten Griff in die Kasse seiner Küionten, blieb die Perlenschnur dem Juwelier schuldig und fuhr mit w.nam blonden Glück dem Süden zu. Hui, wie surrte der Motor, Hei wie flogen die Kilometersteine und Chausseebamne vorüber, wie blieb sein Pech zurück, weit hinter Hm, vm Rachen des' Molochs GvoßstM, bei seinen verlassenen Gläubigern Ganz leicht und frei wurde Hm, wie er so dem Süden zusuhr, mit jedem - Kilometer, mit jeder, Minute näher dem va bocngue, näher dem Visavis de Vien. 14 Tage des herrlichsten Lebens an der .. Riviera, der Äidbe, des Glücks und des Spiels Vsyflvgm -wie im Traum. Wie -ein Traum verflog auch Auto, Geliebte und - PerlenHnur eurem neuen Besitzer zu, den Kreislauf der Dinge vollendend und wieder ein paar Tage fpcirec kündete ein lakonisches Telegramm dom sehnsüchtig wartenden Staatsanwalt im Schoße des Mollochs Großstadt an: „Ankomme morgen früh, besuche Sie im Lause des Tages." Und die GerechtigkÄt lächelte. Dixi. . Felix B. Hochschule des Kraftrad««. Ihwrk. Es gibt wohl eingefleischte Ritter des Motors, die. von Unterweisung nicht viel halten, die da meinen, -daß Probieren über Studieren gehe und Krüstfahrt eine Kunst sei, die mancher nie lernt, und dann auch nur unvollkommen. Das ist aber nur zur Halste richtig. Denn so sicher jemand motorisch reiten lernt, wenn er nach dem Katalog startet, ebenso sicher wird er viel Schweiß, Aerger und Lehrgeld sparen, wenn er sich vorher von einem Adepten einweihen läßt. Nun 'hat es freilich immer schon Fahrschulen gegeben, in denen auch der Krasradbesitzer Ausbildung finden konnte. Aber die äußeren Umstände sind hier nur selten für beide Teile angenehm, Lehrmittel und Lerngelegenhett beschränkt. Man will doch nicht gleich die neue Maschine allen Eventualitäten preisgeben, zumal sie auch meist für den Lehrling zu stark und gewichtig ist. Auch die Platzsrage bietet für erste Fahrversuche oft unlösbare Schwierigkeiten. ZIERLER BERGRENNEN 1924 Sonntag 12. Oktober — 5 km — 22»/, Steigung UNSER auf SUNBEAMJUÜJLLÜ >., der bedien Zeit (Jes Tages schlägt alle gestarieten Automobile und Motorräder GENERALVERTRETUNG: Anton lttrner, Ulen, W. Lederergasse 17 Laut polizeilicher Verordnung müssen alle Wagen Deckllcht-Kontroll*AnIagen vorgesehen haben mm polizeilich geprüft und genehmigt bereits lieferbar RIM fiüpßden & Cle.,.Se,S,. „ Telephon S1-S-12, 51-5-90 , rn/mcrMensMmemuausomHnsMmaaiBoonamuMiHmuMMOMmmi Wie schützt sich der Sportsmann am nchersen Reren Unfälle jeder Art: Durch Versicherung 909011 Unfall und Haftpflicht 1 Beson le-'s vrichtlq bei Be re-ben von Körpersporl auch Wintersport), Radfahren und Rfiten. FUf Autobeei tlOrI Aulo-Unlwetsa?-Verslcher«ng deckt alle ffir Automobilisten in Betracht kommend« illsken in . . a S m 4k MM ffb da I S MM» MM 4, su den kulantesten Rmr einer poiizzo «.<>1-,»-,.°. vPo Kosten tose AoskQnft« fc«‘ det DbebUon dH -qü Direktio- Wen, f . SIöc’< rjeaplaV, Kr. > AN^I'T ~ ANUB'ANUIOYD, Al!geino-- mc-A.-O " Tel, Rt UiV, IHW Wien, I., t. Tel Nr. V>8g «Wi- Hier setzt nun die Deutsche Hochschule für Leibesübungen ein, die im Rahmen ihrer vielseitigen Volkskurse für eine Reihe der beliebtesten Sportarten unter Leitung erfahrener Fachmänner auch Lehrgänge für Kraftradfahren abhält. Sechs Kurse für Damen (jawohl!) und Herren sind auf diesem Gebiet vorgesehen, und Herr Artur Vieregg, der organisatorisch erfolgreiche Vorsitzende des Datschen Motorradfahrerverbandes, 'hat st« so geschickt aufgezogen, daß immer eine Schar eifriger Motorstnventen um ihn versammelt ist. Je ein Kursus hat bereits April und Mai dieses Jahres stattgesunden und unsere Kraftradgemeinde um -etliche Dutzend begeisterte Jünger vermehrt. Vorauf geht jedesmal ein von Herrn Bieregg erstatteter Vortrag über Kraftradtechn-ik und -Sport in der Aula de's Köllnischen Gymnasiums (Untevgrundbahnhos Jnselbrücke). Dann folgen unter seiner Führung vier Doppelstunden Fahrvevsnche. Praxis. Grau ist alle Theorie, unIweifelhast. Hier ist aber auch die Praxis buchstäblich grau. Graue Staubschwaden lagern über der Avus, wenn abends von 6 bis 8 Uhr die Uebungs-nraschiuen knattern, die von den Deutschen Werken (Derad), v. Zündapp, Dihl, D. K. W., Stock (Evans) usw. zur Verfügung gestellt wurden. Auf einer vom sonstigen Bahnverkehr getrennten Strecke unweit des Torhauses der Nordkurve entwickelt sich der B'trieb. In Gruppen von etwa zehn iwerd-en die Hochschüler des Kraftrades erst mit den Teilen der Maschine'bekannt gemacht, in ihren Handgriffen unterwiesen. Dann, kommt der dramatische Moment des ersten Starts — meist angeschvbener Wns' —, der bei vielen Damen (trotz Bubenkopf und Retthgst) doch nicht ohne Herzklopfen abge'ht. Wenn dann die ersten Explosionen ersetzen, krampsen 'ich doch manchmal die Hände um Dekompressor und Bremse, unid Rotz und Retter , stutzen schon. Ja, so geht es im Anfang, und wenn wir alten BenziEmpen 20 Jahre rückwärts denken, können wir diese Novigenge- Mhle verstehen, . Herr Bieregg hält aber alles m Schwung. Wie eine sorgliche Glucke, die Enteneier äusgebrütot hgt, läßt ex seine Küchlein mMvischr SchwiMmversuche machen, und siehe da: auch die Zagbarten f^nren ' Stuude'.ffrist schon entkit'ppet' fünf M.'ler fr:it Lrenden. So kommt schrittweis? die Sicherheit, und wenn die acht Stunden um. sind, können die Studenten hoffen, zwar nicht schon fertige Kraftradler zu sein, wohl aber mit einiger Aussicht' iäuf die Zensur „Genügend" die amtliche Prüfung abzulegen. Wieviel ihnen freilich noch zur Vollenduikg, zur Beherrschung (!) der Maschine fehlt, lehrt ein Blick auf die 'dicht benachbarte Rennstrecke, wo die zu den bevorstehenden Rekordversuchen trainierenden bekanitten Kraftradgrößen im 100-Kilometer- Tempo gespensterhaft vorüberdouncrn. Anmeldungetr und Auskunft durch die Geschäftsstelle der Deutschen Hochschule für Leibesübungen, Berlin, W 35, Kurfürftenisttaße 48. Und so,mit: .Hals- und Beiubvirch! R. W. Lar zirler BeMeanea. Linste auf Sunbcam beste Zeit des Tages. Der Aulontvbilklub für Tirol und. Bovarlberg veranstaltete auf der Straße Zirl—Scharnitz eilt Rennen, das über 8 Kilometer führte und gut beschickt war. Unser placierst sich auf Surrbeam als Hauptsieger, fuhr die beste Zeit aller gestarteten Fahrzeuge heraus. Man ist es. schon gewöhnt, die Mauke Snnbeam in allen Rennen gut placiert zu finden. ORIGINAL FRANZ. AUTOMATERIAL R.&F.HERZ IV. KARLSPLATZ 7 (VERKAUFSHALLEN) ist eingetroffen! IV. Karlsplfliz Nr. 7 (VeMshnNen) Das neue Modell "■ 'K uiantest Wt'mmmrm .. Benzinoi^on ftrohmoBer 4CVIII' CTiopwnoaon*ooanoMOBiaMga«conBWpawooaianooopaaMBMwowa ■ya’iHievrnttaatarwwugw’-^wwi i iw«iTiinifw* MgyartwMMIlfl 7920

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