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Wiener Morgenzeitung · 1924-10-02 · Heft 2021 (2.10.1924) · p. Seite 11

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2021 (2.10.1924)
Date
1924-10-02
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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f ,>rr'r tte MWsWWG aameutlich StaatSibaahnaktien, die mit M schlossen. Voch.-. qM> vatietz« amtttch zwischen 0^8 un d 0,W Prozent. , MeS i» Laufenden von Kronen.) . ch 1'ü ß k« x f et Brittsch-Ung. Bank 41.--, Ung. Kredit M, Oesterr. Kredit 140, Salgo Kohlen, 430, Rimamurcucher 120, Südbähn öS.—. Staatsbahn 43V.—, Anglovank —.—.Gran- BzaSgvarer 280.—, O-erung, Berg-Hütten 276.--, Dräsche- Ziegel —.—, Ung. avg. Kohlen LWV.—, Urikany Kohlen 840, Kovmg 33.—, Spobinm: 114, Clotilde chem. Fabrik 45.—. Ung. Nsenboliiwerkehr lji&wv Verein. Holz 1L,6, Adria 1010.—. V Zürkrh,1. Oktober. Levisenkurse. (Devisenknrso von 12.05 Uhr. Von der Schweizerischen Kreditanstalt mUgeteMe Mittelknrse.) Berlin pro' Milliarde (-ü.-), Holland 202.80 (201.70), New-Uork 635.12 (626.80), London 28.48 (28.81), Paris 27.77 (27.40), Mailand 22.99 (22,87), Brüffel 26.46 (26.10), Kopenhagen 81.26 (90.75), Stockholm 140.- (189.25), LhrWanla 74.75 (74.-). Madrid 70.26 (69.75), Buenos Aires 188.80 (188.60). Prag lv.68 (16.66), Budapest 0.0066 (0.0068), Bukarest 12.69 (q»-.—»), Wien 0*007* (0.007876), . •, S:- Sertin, 1. Oktober. (Devisenkurse.) (In Goldmark für 100 Mnhtziten M Ausnahme von Buenos,New-Hork, Londüy,Japan und Rio Ur i Einheit, Wien und Budapest fiir 100.000 Einheiten.) Amsterdam 162.09 (161.79), Belgien 20.81 (30.03). Chrkstiania 69.68 (69.45), Kopenhagen 72.97 (78,07), Stockhol«,; 111.87 (1UZ7), Italien 18.87 (18.84),'London 18.M (18.66), Netv-Nork 4.19 (4.19), Paris 22.19 (31.96), Schwch 79.80 (80.06), Spanien 66.76 (66.76), Mn 6.916 (5.916), Pr 13.51 (12488), BltdMst 6.44 (6.44), SM 8.06 (8.06), 8.7f (5.83). , . Irr. t . Ma,. 1. OktiM LvWE^HMgE Bankamte des^ tschecho-flowaklschen FinarttzministerinurS.)' — BeE) 8.06 (8.07%), Mich 847,50 (660.S0X Paris 180.60 (179.-), Londrm 151L0 (161.80), Hew-Aork 83.95 (33.95), Belgrad 48.80 (47.-), Bukarest 17.20 (17.87%), Wien 4.71% (4,71%), SBattäcmf) 664,75 (654.-), Agram —Budapest 4.18»/, (4.18), Jugoslawische 48.25(46.87), DT “ .. Polnische f) 663. . *)-er Pillirm.;Duöapast, 1. Oktober. (Kurse der DeviserrzenttW)^ Amsterdam 29.870 W 60.025, BukarestS95.- bi» 898.—. Kopenhagen 16.440 bis 18.510,Christiania 11H10 bis 11.070,London845.000 bis347.000, Berlin—.- bi» -.-. Italien 3380- bis 8400.-, Pari» 4090.- bis 4120.-, Prag 2302.- bis 2314.-, Stockholm 20.620 bis 20.780, Zürich 14.730 Hi814.805, Wien 1.0900 bi» 1.0960, Sofia 670.— bis 674.—, Agram —bis —, New-Äork 77L60 bis, 77.750, Warschau .Brüssel 3749 SiS 8769, Belgrad 1061.- bis 1067.—, : ., f Nyram, 1. Oktober. (Devisen.) Men 0.1V32 bis —.7- Berlin - bis —. Budapest —, Bukarest — bis —, Italien 819.— bis —, London 836.7bi» , Nety-Aorr 72.90 m —PariS' 339.—^ SiS —, Prag 218.50 SiS Sofia —üiS Schweiz 1398.50 bis —.—, Brüffel —bis —.—, Warschau —bis.—.—, Amsterdam—.^- bis —, StoMokm —bis —. Belgra-. 1. Oktober. (Devisenkurse.) London 339.37 bis —, Paris 378.70 bis —. New-Iork 73.80 bis - , Genf 1890.50 bis Saloniki bis Mailand 319.50 bis —Prag 217.76 bis Berlin bis Wien' 0.1062 bis -.-7-, .Bukarest 87.63 bis -Sofia m Budapest 0.09 bis Brüssel -^47-W°rscha»^.x- Warschau» 1. Oktober. (Devise«) Berlin'—bis ^.7^- Lonboil 28.04 bis 28.26, New-Nork 616 bis 621,. Prag 16.45 bis 1V.6S. Wien 7.38 bis 7.66. >.'7227«''—' mu'rn wwiwiiyn FMaü. Bold Me-ev l# Wien. , Gold. «er MlSgUeichMte Verteidiger der Hakoch, der Mor d,s Ssmmwmonade in KMmo, der HaüptMt Litauens, beim dortiaen DWaSi - «tüd Trainer tätig war, iit Montag MchtS^wioder'in 'Mim ernMtvoOn.^ Er ftchte bereits Mtew dl-e HÄoah au«f und^dÜM vörauÄichtlich noch in dieser Woche dm BerttM untE«Ge<Po M er aur kommenden Gon«- taa mit dem Mschen Deveirv i« Budapejst, gegen tz. T. C. Meilen damr. Gostr unterlag in Kowno einem sehr Warfen dch an mehreren WetGieilen teil und hatte jZvchl als StzÄer ÄS mich ÄS Trainer beim MMalbi -großen Die Mckkchr dieser auSaezeichneten Verteidigers dedeutet sur die HMmh eine üvesenÄiche BevstSrbung. . Aus j»er MchtmnirtettVklasse. _Ias Mei!stevschaftssplel Slovan gegen Amateure, das am 12. Oktober hatte stattsmdm sollen,,wurde ans den 21. Dezember verschooen.; ^.^ SporAub Slovan, der im MeiisteischMMel gegen Rapw mit 2:4 Toren unterlegen war. richtete an das Kontrollfomitw die Anfrage, ob Wondrak MMrechtigt aeweisen lei. .^.?Ä^N^^^^üNttvortvte, daß. dies der Fall war und mithikt kein Grund für einen Protest gegeben sei. ^Kern wurde die Zusammensetzung des Struma für die velden Nichtamateurligeu vorgenommen. Zum Vorsitzenden wurde Dr. Seidl (Rudolifshügel) gewählt. UÄberdies gehören denr Struma noch folgende Herren an". Devidee (Rapid), Weiß (Mnatmre), Hetlinger (Hertha). Dazu kommt noch ein zu wählendes Mitglied der zweiten Nichtamateurliga. In den Beglauhlgungsausschuß der beiden Nichtamateurliaen wurden fÄentsen-det: Mberti (Vienna), Walthauser (W. A. C.), Berdach (Admira) und ein noch zu bestimmendes Mitglied der zweiten Nichtamateurliga. In das KontroMmitee wurden die Herren Ing. Grund (Slovan) und Urban (Sportklub) entsendet. v^ie Merkblätter sehen für Nichtamateurspieler ein monatliches MMsteiukommen von 500.000 K. vor. .Der SpielauS- ,schuß der ersten Nichtamateurliga stellt nun an das Kontrollxomitec das Ersuchen, für nicht >stäMig in der ersten Mannschaft tätige Spieler fallweise ein monatliches Mindesteinkommen von 300.000 K. zu gestatten. Schiedsrichter Gvoßmann wurde auf die Liste der für MeisterschÄtsslpiele der ersten Nichtamateurklaffe bestimmten Arrparteilschen gesetzt. __ Rund um den Nichtamateuvismus. . yDie Gegner des Nichtanrateurismus behaupteten, daß bei' Mer Neugestaltung unseres Fußballbetriebes das Interesse der Zuschauer abnehmen -werde. Sie behaupteten, daß sich die Massen vom Futzballspovt - tzurückzichen werden, wenn die Spieler chfiziell Irr ihre Leistungen EntschädiMngen erhalten. Die «rstm beiden Meistevschastssonntage haben nun bewiesen, daß" diese Schwarzseher Unrecht hatten. Sämtliche .Meisterschastskämpfe erfreuten sich eines guten Besuches und .alle Klubs, die ihr Äusgobenbudget Kr die Spieler nicht Mü hoch bemessen . haben, brachten in den beiden ersten Meisterschastskämpfen zu- . mindest so viel Geld hemm, als sie die Mannschaften im ganzen . Monat kosten. Dies trifft nicht nur für die Spitzenvereine Rapid' und Hakoah zu. Auch Klubs mit einer weit «geringeren Zahl von Anhängern imd in oiesem Monat bereits der Sorgen enthüben^ Dr Sportklub RudeüsshüMl zum Be .sM wendet seiner Mann-, schast im Monat Nicht igauz Ä) Millionen Kronen zn, In seinen beiden Meiste^chastssprelen gegen Vienna nick Slovan hatte er. eine Reineinahme von . 22 Millionen Kronen zu verzeichnen.. Die Fcworitner Haben also die Spesen, die ihnen Hr^ Mann-, schast einen Monat verursacht, gedeckt. Derjenige, der Gelegenheit hatte, in der Nachkriegszeit einem englischen Ligamatch Leizuwohnen, der stellte sofort einen Vergleich mit vielen Mersterschaftskämpfen unserer Nichtamateurvereim her. Die Hcckoahner besuchten anläßlich ihres Gastspieles «in London ein solches Ligatreffen und erzählten, daß sie vechältnismäßm wenig Taktik und TechnAk, aber dafür umsomehr Härte, Energie und Aufopferung sahen. Tatsächlich gewam man insbesondere beim MeisterschaftWiel Halo ah gegen Rechid den Eindruck, daß nur diejenige Mannschaft sich durchsetzen kann, die sich in ausgezeichneter körperlicher Wechassung befindet. Die Hauptaufgabe unserer Trainer wird es sein, mtf«e Mannschaften einem harten Kondittonstraining zn unter» ziehen. Die Voraussetzung für ein erfolgreiches Abschneiden in der Meisterschaft dürfte die gute' körperliche Berfassmrg einer Mannschaft sein. . ' Wir haben alles Interesse daran, daß Wien mit seine m- 'Nichtamateurismus nicht isoliert bleche, /deshalb sollte es die Aufgabe aller Wiener Sportjournalisten sein, die im Ausland'' vorkommenden Verletzungen der Amatenrregel rücksichtslos anfzudeckan. Nachdem tvir.;n unserer Sonntagnummer eine Ge-.i schichte von den biederen Wasferburgern erzählt halben^ können wir unseren Lesern« neuerlich mit einem Beweis Dienen, dgß im Ausland dieselben Ve'rWtnisse wie bei uns herrschen. Der F., T. C.-Flügelläuifer Nokken bezog von seinem Verein einen Monatsgehalt von 3 Millionen ung. Kronen. Außerdem wurden ihm noch aiÄere Zuwendungen geüvährt. Er bekam AiMge, Wäsche und «überdies bezcchlte der Mu>b «für.ihn die Wohnung, so daß sich sein Einkommen auf über 5 Millionen ung. Kronen. tm Monat stellte. Trotz dieser Ziemlich hohen Entlohnung nbersiedelte Rollken nach Italien, wo ihm wahrscheinlich noch mehr geboten wurde. Der Fall Rotten beweist deutlich, daß sowohl - oie Ungarn als auch die Italiener für den Nichtamatenrismns schon längst reif sind. ' ' Es ist aber gar nicht notwendig, bis ins Ausland zu ivandern, um auf ganz eigenartige Amatenrbogriffe Zu treffen. In Graz z. B. werden die Spieler frisch und lustig ganz offen bezahlt. Vielleicht vermag uns jemand darüber Aufklärung zu geben, wovon Kowanda und Heist in Graz ihren Lebensnnterhalt bestreiten. So weit uns bekannt ist, gehen sie in der steirischen Hauptstadt keinem bürgerlichen Beruf nach. Sie leben vom Fußballsport und lassen es sich dabei wchvscheinlich nicht schlecht «gehen. . _\. Ächiedsrichterbesetzungen. Samstag: Admkra-Platz: Sle^ -van gegen Admira (Haiherieithner). — Sonntag: Simiueriugcr^. -Platz: Rapid gegen Simmering (Pbhak); Amateur-Platz: BienM gegen Amateure (Wagn-er); - SportÄub-Platz: Wacker «gegen Sportklub (Retschuay).! Jüdischer Turm und Sportverband. Heute um halb 7 Uhr abends findet im Zionistischen Landeskomitee, 2. B^., Täborstraße 20 a, eine neuerlicheDölegiertensitzung statt. Da in dieser Sitzung sehr wichtige Enftcheidungen.getroffen werden sollen, haben alle Vereine im eigenen Interesse vertreten zu sein. Vorstandsmitglieder gelten nicht als Delegierte. *»*»-*«**► , . Copyright 1984 by NüitzbnrS verboten, reutscheverlagranstalt, Stuttgart. 1« Fortsetzung, Die Stadt an der Moldau» . .Ro-rna»,. Ko'n Auguste Hauschner. Er fragte, da er die Freunde heftig miteinander Mtern hörte: \ „Was habt ihr, Kinder? Was ist euch'passiert? Änd erfuhr, was Jakob ihm biser verschwiegen hatte, wotzes sich die Berichte überschrien, daß eL Mowall gegeben Habe heute auf dem Wenzelsplatz. Rechts deutsche Studenten auf dem Bummel, die vornehmsten Verbindungen, .links die tschechischen in kleinen Haufen. Beim Uebergang zum Graben sei ein Zusammenstoß erfolgt, die Minderiheit der Tschechen habe flüchten müssen, und da man schon beim Raufen war, sei es gleich über die Juden hergegangen. „Hepp, heptz" und Kuteintreiben einiger Passanten. " ■; ' ' Jakob und Josef, auf dem Heimweg von Kanzlei und Redaktion, waren mitten in den Tumult geraten. Es war ihnen beiden aufgefallen, daß Erich Schlecht von Montelirpo sich inmitten der Lärmenden befunden hatte. Was Mkob für einen Zufall gelten lassen wollte, indessen Josef mit geballsen. Fäusten behauptete: zustimmende Rufe des Einstigen Studimgenossen seien an sein Ohr gelangt. Die Aufregung der Erzählenden äußerte sich verschieden. Jakobs Glieder zuckten, nervös, schlang er die Finger ineinander. Josef Zahradil fraß dös Gefühl in sich hinein. Sein Blut schien vor der Wut zurstckzuweichen, nur auf den hohen Backenknochen loderte es auf, und durch die Brillengläser brannte eine Drohung. Der Greis rückte das gestickt^ Käppchen tlefer in die von der Schrift der Runzeln kreuz und quer bedeckte Sttru. Mit leisem Lächeln warj er dis Gelassenheit -es Alters über die jugendliche Glut. „Kinder, was nehmt's ihr aus?. Immer Mar der Go! ein Rosche. Und.so lange die Welt steht, wird der Stärkere Pen.Schwachen Jakob , reckte die gebückte Haltung, die langen Arme durchfuchtelten die Luft. ' „Urgroßvater, wie könnt Ihr so ruhig bleiben bei Unserer Schande? Ihr, dem sein Vater selig noch erzählt hat von der großen Zeit." Nun trat auch auf das Pergament der greisen Wangen eine leichte Rote. „Laß ruh'n, laß ruh'n die alten Meisfes. Es hat der Kille Not genug gebracht." Schon war ihm die Ueberlegenheit zurückgekehrt. „Wenn du erst wirst.in meine Jahre kommen, wirst du auch aush.ören mit dem lieben Gott zu rechten. Der Ewige hat es gegeben, er hat es genommen. Sein Name sei gepriesen. Amen." Ermüdet legte er das Haupt zurück. Frau Kauders, Lei der die Leiden AdUttis zu Miete wohnten, kam, um das Gespräch zu unterbrechen. „Es ist schon spät, der Großvater soll sich nicht so lange unterhalten Er schläft sonst nicht die Nacht." Sie stellte die Wendsuppe vor den Alten hin, schlug ihm das Best auf, half ihm, sich zu entkleiden. Cr wußte: sie ist so pflichtgetreu, damit sie mich' loL wird und Weggehen kann zur Nachbarin zum Tratschen. Er dachte: Mba. Ka Gegenstand. Ob ich allein schlaflos im« Sessel sitze oder in den Kissen. Wem liegt das auf? Mag sie sich vergnügen. ■ -„4, ■;/ T ■ , ' - j; 3. . Sie hatten sich in den Hintergrund des alten Inden« friedhofes zurückgezogen. In den. Winkel, der einer Wildnis glich: Hunderte von Grabsteinen schichteten sich auseinander, von Laubbäumen überschattet, überwuchert von Fareukraut und, wildem . Stachelbeergestrüpp. Aus vermoosten Trümmern saßen sie.- Aus dem Efeu, der sich einem Teppich gleich zll ihren Fußen'dehnte, ein Gewirr verdorrter- Zweige und neugrünender Sprossen, stieg der Geruch vön Verwesung und aufquellendem Saft. Der Plan dieser' nächtlichen Zusanlmenkunft war von Josef ausgegangen. Er hatte an versteckter Stelle in der Friedhofsmauer eine Schadhaftigkeit entdeckt, hierdurch vorsichtige Entfernung einiger Sttzine zu einer Lücke geweitet werden konnte. Bezaubert saß er nun und berauschte sich mit Vorstellungen gespenstischer Erscheinungen, die seine Phantasie in die nächtliche Umgebung trug. Eduard Leschner (einer Laune Josefs folgend, hatte er die Geige mitgebracht) kämpfte mit der Versuchung, eine /Traurigkeit, die ihm die Kehle schnürte, in Töne auszuschluchzen. Es war mehr für .sich selbst als zu den Freunden, daß Jakob in bewegten Worten der.Zeit gedachte, in der dieser ehrwürdige Gottesacker ihm als Kinderspielplatz diente. Unweit der Pforte hatte das kleine Haus gestanden, in dem entfernten Verwandte wohnten. Wand au Wand mit den Leichen, die man, nach einem inzwischen aufgehobenen Brauch, in der Nebenkammer aufzubahren pflegte, vor ihrer Ueberführung nach dem neuzeitlichen Veerdigungsort. „Mir hat nicht gegraut vor dieser Nachbarschaft. Ganze Nachmittage habe ich damit verbracht, Bilder in vergilbten Zeitschriften der Großtante anzusehen. Hat man mich von 'den Büchern fortgejagt, An ich hinauZgelaufen und habe Versteck gefpiÄt hinter den Grabstätten des alten Totengartens. Damals war er für mich «ein großer Park, unserem Stadtteil KUgchorig., Er -war meine einzige Gelegenheit, mich in freier Luft zn tummeln, Grünes zu scheu, Blnmendust zu riechen, alles, tvas andere Kinder in öffentlichs,r Anlagen genießen. Später habe ich ihn als Reliquie verehrt, habe ihn mit unserer Religion verglichen. In Ghettodunkelheit verbannt, hat er, mitten rnr Verfall, Leine Sto; zichung gesteigert. Aus seiner Verwitterung ist Leben ausgewachsen. Bäume, Graser, Blüten. Dann «hat man rhu verstümmelt. Man hat Gräber aufgerifsen, Taustndr von modernden Gebeinen hat man aus ihrer Ruhe aufgescheücht, feinen Boden hat man glatt gewalzt,' seine Ueberbleibsel Kvifchen breiten Straßen und Harakter'lose Mietskasernen «eingeZwängt. Jetzt gehört er mir nicht mehr und keinem, dem er hellig warl Jetzt gehört er den Fremdrir-- führern, die ihn nach drr Höhe ihres Trinkgeldes . jetzt ist er zur Sehenswürdigkeit einer (Nrvßsw'c. . gesunken." - . .. •< - (Fortsetzung folgt.)

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