Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 2020 (1.10.1924)
- Date
- 1924-10-01
- Page
- Seite 9 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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WMr MöWikKrtüttgi. Oktober W BotteS AMMert e«ch. Ns M Wtosai-son IM mit her FilmSfahrt ihren Ein-! zuA hielt, wurde sie freudig überrascht. Nicht nur all die alten Detttarren, die durch Jahre hindurch ihre treuen BeAsiter waren/ auch eine erkleckliche Anzahl neuer Knaben -und Mägdlein, Mf neuen Fchrzeugen, Men in der langen Autoschlanke, als welche sich die WuSfa-hrt dem Beschauer immer präsentiert, zu Ehren des unvergessenen Toten, zielwärts.- Einig und freudig di< Klubs und ihre Ssktionen, friedfertig die Prominenten und Kompetenten und Wern die Neulinge. Und die Saison kam und mit ihr die Rennen und die Zeichen' unserer Zeit, Kampf, Streit und Streik. Die -alten Kämpen traten gegen Neulinge in die Schranken, die Routine des alten Fahrers siegte naturgemäß gegen den Ju-gendmut des neuen Amateurs. Ah, da ist -es schon, das Wse Wort, der Zankapfel der Vereine, der Haupbstreitpunkt der Saison, deren Kampfruf lautete: Deklariert euch!" 1 Es wurden Rennen gefahren, in denen der sportbegeisterte Amateur, mit feiner schwer erworbenen Tourermi aschine, unter großem Kostenaufwand zum Gaudium des Publikums Lei Bahnrennen rundenweii hinter der Spezialmafchine der Fa- LrK, des Vertreters, dessen Reklame und Beweis für die , Qualität seiner Marke das Rennen ist, zurückbliÄb. W wurden Rennen gefahren, in denen Fahrer, zum ersten Male startend, gegen solche fahren mußten, die feit Jahren bei keinem Rennen fehlten. Es wurden Rennen gefahren, in denen Fahrer, die ihr vom Munde AbgesparteS dazu verwektdeten, um den Motorsport zu huldigen, näbcn solchen fahren mußten, die dafür -Millionen erhielten, daß sie in den Sattel stiegen. Ist das Sport?. In keinem SporUveig, in .keinem Lande herrscht ein solches Tohuwabohu wie im Motorradsport Ocherreichs. Diese Zustande sind geeignet, die wirklich sportliebenden -cchzuekeln, vom Sport zurückzudrängen. Warum soll der Amateur Geld, Mühe, Zeit und den Kragen aus feiner kostbaren Maschine za Markte tragen, um gegen weitaus besser fundierte, gegen Fabriken, Vertretungen und deren Fahrer in cmssichtlose Konkurrenz zu treten, -als belachter Letzter durchs ZiÄ zn kommen «nd -die Folie für die ganz Geschwinden abzugeben, Das kann kchr sportlich denkender Mensch verlangen. Ä muß zu einer reinlichen Scheidung «kommen, sonst gchi imser Motorsport daran zugrunde, sonst leidet das sich rSCHWABENBERGRENNEN-| 38. September 1934 SUNBEA tzorläusig noch dafür interessierende Publikum unter den j Kämpfen, die um diese Streitfrage entbrennen, unter den ' Folgen, die, diese Kämpfe zeitigen. Das Badener Rennen mit dem Startverbot ist noch in lebhafter Erinnerung/ Es gibt dagegen eben nur ein Mittel: „DÄl-ariert euch!" Felix B. SS attoeafans&lfi» SS Dr. Ptnl Felesiig fährt die beste Zelt des Tages Neuer Kategorie-Rekord! Absoluter Strecken-Rekord für Motorräder gewinnt den 1, Preis der Kategorie IV und Schwabenberg-Wanderprels Generalvertretung A. KARNER, VIII. Lederergasse 17, Tel. Nr. 38-0-17 , au4 Das Schwakenberg-Rennen. Salzer auf Kompressor-Mercedes beste Zeit des Tages, doch der Rekord Rtitzlers (Steyr) bleibt ungeschlagen. Mrich Graf Kinsky (Steyr) hefte Zeit der kompressorlosen Wagen Und beste Zelt aller Herrenfahrer. Hansal auf Siehr beste Zeit der Tourenwagen und neuer Re» kord der Tourenwngeftklafsest. Dr. Paul Jeledy (Sunbeam) beste Zeit der Motorräder nnd neuer Rekord dieser Kategorien. Bei günstiger Witterung fand Sonntag, wie aWHMch, das Schwabmberg-Reunen statt. Die Bcteilignng.war groß, die Organisation, die -diesmal der unermüdliche GeneraMvetär des königlich ungarischen AutomobiWUbs, Dr. Aladar Szelnar, durchführt?, musterhaft. ,Unangmehm betn-er-köar machte sich'die, JndiszPlin des Publikums, die durch das unzeitgemäße Betreten der Rennstrecke dazu führte/ daß eine Person von mein im Rennen befindlichen Wagen überfahren wurde und einen Beinlbruch erlitt. Die Sieger waren wie gewöhnlich Mercedes und Steyr inr Auto, Sunbeam und Zen ich im Motorradrennen.; Resitltebe. Motorräder. Bis 150 Kübitzentimeter: Alois Daivok <Puch. 6:10,6)71., Laszlo Urbach (Franzis Barnett, 6.47I) 2., Endre Merah- Horvach (Meray, 7:06) 3. Neuer Kategorierekord.' - - Bis 280 Kubikzentimeter: Laszlo Balazs Mew-Jmperial- I. A. P., 4:42,8) 1., Adalbert Breitschneider Meray. 5:lß,2) 2., Franz Lukawecz (Paulini, 8:44) 3. Neuer Kategorierekord. Bis 360 Kubikzentimeter: Coneerna A.-G., Wun^Fahrer Franz Galt (New-Jmperial-J. A. P., 4:18,8) 1., Laszlo Bailazs (Zemitz-I. A. P., 4:30,6) 2., Walter Delmar (Sunbeam, 4:31) 3. Neuer Kategorierekord.; Bis 600 Kubützentm.: Autohaus A. Karner, Wien, Fahrer Dr. Paul Fsledy (SMbeam. . 4:15,3) 1.,/Andor GaÄ (Sun- SveMham skr Elektrotechnik Aurlchtunz elektrischer Magen und Installationen Wien,!!I.PetrusgMRr.9 -Kulante st Benzin """ 3119 Olstation $trohmeier&C9 beam, 4:43) 2.; Robert Jellmek Mew Hudipn; 4:83,4) 8. Die Zeit des.Siegers ist neuer Kategorierekord, neuer Streckenrekovd und beste Zeit aller Motorräder. . Heber 600 Kubikzentimeter: Coneerna A.-G.. Wien, Fchrer Leopold Dirtl-(Zenith---J. A. P., 4:16,6) 1., Ladislaus Woffuer <£ ^. S, 4:47,4) 2., K. Md fEmmag, 6:18,8) 8. Rener Kategoriexekovd. Motorräder mit Beiwagen bis 600 KuibHentimeter: IK. Kafzala (TÄkunph, 6:17,8) 1., J^ng. Ferdinand Eichler (Piktoria, 5:58 ß) 2. Neuer Kategorierekord. Motorräder mit" Beiwagen über 600 Kubikzentimeter: Rudolf Trnkoczh, Wien. (Indian, 6:30) 1., Michael Majscich <A. F. S.. 6 :W,6). Neuer Kategorierekord. Tourenautomäbile. . Bis 1,1 Liter: GM Schlederer (iMgomobil, 6:87,1) 1., Mtor >Stzott (Sälmsan, 6:43,6) 2., F. Karl ChramÄoch (Magomobil, 7:49I) 6. Bis 1)8 Liter: Otto iDtepz Mercedes, 4:31,4). 1.,'C. C. triebe MagomMl, 6:M^) 8.,'Iofsf Schinalz (DtMa, 6:10/1) Neuer KatögoÄerMrd. >Bis 2 Liter: Kalman Farkas (Buigadti/ 4:68/8) 1., Mex. Bihari (Prasier, 10:16F) 8. : " Bis 8L Liter: Andreas WoDrer - (Lancia, o:16L) 1., FeMuand Roslza McSsto, 5:82,6) L, Georg Hut '(Prefw, 6:W)1)'3. Neuer Katsgomereikord. Bis 3 Liter: Malter, DÄmar (St-chr, 4:39) 1., Jflban Dandy -(Peugeot' 5:04/6) 8. Diese gestartet. Bis 3/5 Liter: Ede Daszlo Mm-assh (Steyr, 4:394) 1., Ulrich Ferdinand Graf Kinsky (Dteyr, 6:04/6). 8. Diese startet. Neuer Kategori-Lrekov'd. - , . ' , , ,Bis 4/5 Liter':" L-Oerreiichifche WaffienfabriksgoseWchaist»- W-ien, Fahrer Ivföf HamfE Mehr, 4:02,3) 1-., HMrt Petro- - nelli Mneia, 6:16.6) 2., Astghal (Mstro-Dariniler,. 6:49) Z, Die Zait des iSiegers.ist neuer' Kate-gorierekörD für ' Cöurencmt-omobü-e und beste Zeit aller TourenautomobTe. Ueber 4/6 Liter: Fritz: v. Zsolnatz W-tzrc-edes, 4:30/4) 1./ Georg Evdi Kvausz Mercedes, 4:54) 2. Diese gestartet. yleu«r Mte-goriereko-vd. 1 . - : . ■ 1 ■ Rennwagen. Bis 14 Liter: Dr. Paul Feledy GMagen, 5:17,4) 1., Jvs-ejf'Schlederer W-agomoM, 6:02^) 2. Diese gestartet. Neuer Kcrt-egorierekorld. Bis 1,6 Liter: Emmerich Barbi (Kompiressor-Mereedes, 4:49,4) 1., Alexander Hetees Wat, 6:08,4) 8.» C. C. Friese -Magomobil, 6:44,6) 3. Neuer. KategoriereLovd. Bis 2 Liter: Daimler-Motorengchellschaist Stuttgart- Untert'ürHeim. Fchrer Otto. Salzer <KvmpressorMerrodes, 4:W,9). Neuer-Mtegonerekovd, beste Zeit des Tages. Ueber '3 Mter: Ulrich' FeMnaud Graf Kinsky 'Mepr, Ueber 3 Liter: Ulrich FeMnanb. «Grafv. Kinsky <«Stchr. 4:09,6). Dieser gestartet, . . 8 kL ZIAL Kr MOTORRÄDER sowie Bau von Spezial-Fahrrad-, Renn- und Tourenm&schlneit Strohmer & Traoksdopf VI. Barnabitengas8e 6 3106. Dolomitemeise im Klebmirto. Von MeWn-alrat Dr. Emil Marcus. Präsident des österreichischen KleinautMubs. (Nach einem im österreichischen Kleinwutoklulb gchaltenen Vortrag.) AA ich im Frzchst^r mchveren evsahrenen Automobil liftett gegenüber von meiner Absicht sprach, eine Reise durch di« Dolomiten im Kleinauto zu.untermchmen, wurde ich Mchdrücklich gewarnt, diese auch für einen großen Wagen beschwerliche und gefährliche Tour zu machen. Nun sind wir und unscr Wagen heil zurückgebchrt und -haben bk Reise, die uns Wer 2000 Kilometer und bis zu 2200 Meter Mhe über dem Meeresspiegel führte, ohne Defekt und — Ach möchte sagen — fahrplmmtäßig beendet. Nach der üb- Gchen gründlichen Waschung repräsentiert sich mein Perl- Magen Type ,ß B" und seine MevwWW Oallvnbe- «tfung fast wie neu. % Retrospektiv muß ich sagen, <&$ meirrer Erfahrung Mb zwei Momente zu diesem klaglosen Gelingen bergern haben: die Ballonreifen und die Stoßfänger. Es ist ein Vorurteil, daß der Äeim Wagen nicht jeder Tour ichs-en -sein'soll, ein Bovnrteil, das aber nicht nur in lienkvevsen, sondern auch bei Kachle en sehr verbreitet M und einstens einen Schein von Recht für sich hatte. So Ange ber Kleinwagen war, konnte er seiner. Ausgabe nicht Aerecht werden unt» den SttaPaM einer großen Tour nicht iFsnügeu. Erst durch ein, dem logischerweise zarteren Wau cmgepaßtes. widerstandssähigeres Material und einen, der Eigenart um ÄebstMg eims kleinen Wagens Rechnung ibyagendm, von dem großen Wagen abweichenden Bau konnte das Ziel erreicht werden. Nimmt man demgegenüber die geringere Belastung von Mn, den durch gute Federung, WWGMg ÜHK.; «MMMK. m unten, so läßt sich Leicht die Formel finden, wo der Kleinwagen dem großen ebenbürtig zu werden beginnt. .'So kommt es, daß man heute im Kleinwagen nicht nub sicher, sondern auch schnell und beguem reist, da'die Unebenheiten -der Straße kaum mehr störend in Erscheinung treten. Wenn man andererseits bedenkt, wie Miig man im KlpiNauto fährt — ha^be ich doch füx Fcchrslpesen nur etwa einemtoieriel Milliomn Kronen verausgabt, und wir fuhren zu dritt mit 60 Mogvamm Gepäck —, dann versteht man, daß bei den praktischen Engländern der Kleinwagen - den großen Wagen schon stark verdrängt hat. Der Ossterveichische KleinauMub, der seit dreiviertel .Jahren bestrebt ist,-das Klei-nauto in Oesterreich zu propagieren, hat sich also eine aÜÄsichtsvolle und dankbare Außgabe gestellt, und ein- Ziel Ms Schweißes der Men wer^. - Wir fuhren am Morgen des 27. IM von Wen-Wer den Sem-mering nach Bruck, wo Mittagssiation gemacht wurde. Nach dem Essen ging^A über die berüchbigte Strecke Bruck—Jeobendank der Ballonbereifung mit 35 Kilometer Duvchschmttstempo — ohne unangenehme Empfindung. 'Frr Knittelfeld trafen wir nachmittags ein und. Neben dort bis zum nächsten Morgen. Am zweiten Tage fuhren Iwt schon eine längere Strecke, >da der Regen des Vortages einem lachenden Sonnentag gewichen war, und Kärnten und Tirol wesentlich bessere Straßen als die bisherigen aufwiesen. -UeLer da's von waldigen Bergen -malerisch umrahmte Friesach und durch die Landeshauptstadt ging's längs des Wörcherst-es iu . leichter Fahrt nach Villach, von >wo wir, Mch längerer Mittagsra-st, den'.Weg über Spittal und Oberd-rauburg nach Lienz in Dirdl fort-, setzten. Der folgende Tag war für das Glocknergebiet reserviert. Mr Dnien über Dölsäch und den ffeileN IsÄsbeM ins malerische Mölltal, nach Mnklerst und. Heiligenblut, «W MWWOMM.'WMMH Dort, beginnt die neue Straße 5m MocknerhaM, wenn man einen, knapp für einen Wagen fahrbaren, äußerst steilen uitd beständig frei am Wgvumd' führenden Weg so bezeichnen kann. Offenbar um das Sicherheilsgeffchl noch gu erhöhen, wird in Heiligeublut auf einer leicht Merschbaren Tafel mitgetM, daß feider Aut-Mobilist den Weg inS Mocknerhaus auf eigene Gefahr fährt. Diese Tafel lhaben wir glücklich nicht bemerkt, und da>mit auch die zweite, diel - schmechlichere Ankündigung einer Viertelmillion-Ataut für einen Wegen nuferer Kategorie. So fuhren wir die nicht' .UNgesährkiche Straße hinauf, um Plötzlich das dovsichts- - halber schon weit auf der Strecke befindliche ominöse MaüthauS zu erblicken' ünd zur äußerst schwierigen, unter diversen Reversieren zu bewerkstelligenden- Umkehr genötigt, zu sein. Uebrigens dürfen wir Heuer nicht über Las-- Mautunwesen klagen: leider hat sichmts-er -schönes Oesterteich - m Puncto Straßenpftege nicht gebessert, iba die Straßen. in- Niedevösterveich, Steiermark und speziell auf der Strecke Annsbruck—Satzburg skandalös find. Es -würde vielfach genügen, die tiefen- Gruben mit feinem Schotter guzuschütten, um mit geringen Mttcln doch halbwegs brauchbare Maßen zu schaffen. In Tirol muß man-eine Landesabgabe zahlen-, wofürman eine zwei Tage gültige Steuerkarte erhält.' Am nächsten Vormittag zwang uns ein starker Regen in Lienz zu verweilen; erst am Nachmittag fuhren -wir über bkitalienische Grenze, was anstandW, aber, unter großem Zeitverlust vor sich ging. . Nebenbei ertvähnt, mußten wir, wie alle die Grenze passierenden Kra-ftfahrzeüge (auch Motorräder!), einen Stcuersoldaten m größeres Stück Weges -mitführen/so daß wir zu viert, mit 50 Kilyigvamm Gepäck/ fuhren, worauf erfreulicherweise 'der- Wägen kaum reagierte. ' - :..V ^..(SchlußfM.> i '