Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 2019 (28.9.1924)
- Date
- 1924-09-28
- Page
- [Seite] (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Gefahren privaten Bodenbesitzes ater — Bodenspekulation, Latifuntdienibüdung, v r Zerstörung des Baüexnsttzndes dur.ph fortschreitende Verschuldung, Bodensperre füt dH^ Massen des Volkes, werden «durch, ein System VN^vchsri, däs nicht nur mo- -dtzWen hodenrefopmerischen Förderungen' entspricht, sond^h auch ah diet-.^rossen Tramtiönen der mosaischen Gesetzgebung anlät^jft.; Das jüdische Volk «ha«t den sozialen Gedanken, auf dem sich der,KKL aufbaut, 'begriffen, es haiv,er standen, da nicht nur. das 2000jährige Ideal, dem jüdischen Menschen; das jüdische Land wiederzugeben, v verwirklicht Diejüdisehen Kolonien in PALAESTINA Der KKL bat jrridt seinen heschhide^ Mitteln Grosses’ «geschaffen.-. Während er 'bis -zufe^MO^legijfetwa 21.000 Dunain (ein Dunam gleich einem EBtel^ltektöf) in- Palästina «besass, stieg ■ sein, Bad«enbesifcz. bis'^um'Ä^pril; 1928 auf fast 100.00Öi Dunam. Heute besitzt der K'KL mehr als 160,000 Dunam, die er mit seinen Mitteln zum grosses Teil deift Sumpf und dem Fieber, abgewonnen «hat und die vom "Keren H-ajiessod mit airfbiühenden jüdischen: Siedlungen besetzt wunden. Der Haiwpt'teM ides NationäiMonds43esitzes. befindet sich im Em «e k - J e «s r e e >1, dem berühmten'Sdiläclitfd'd der alten jüdischen «Geschichte, der fruchtbarsten Gegend Palästina«. Hier dehnt sich Meile auf Meile jüdisches Land, ein jüdisches . Dorf e/hebt sich neben dem andern, eis, grosses, geschlossenes jüdisches Siedlungsgebiet ist «geschaffen'worden (siehe Karte). « ' von über 5Ö.QftÖ>-Kronen ‘ wirdder vernierkt. '.'.' " ‘ '. r Ztz.iKW Die Erfolge des KKL beruheii .aqf '« dass namentlich dife Jugend dem N«Mön>MWds.mit HesHderer Begetisterupg anhängt. In Oesterreich,: steh ) letzter Zeit «das System der SelbstkontingeiiUeruug \; durchgesetizt: Der Sei'bstkontmgenfcler ü-Herulrnrnt es, jvj ■bestim.m«ter_ Z.eit «einen bestimmten Betrag für d$n «WKE'S^-! ...f. . ' ' k"‘ ® ^«tir Zehntausend^' jüdischer Bauern und Lä^darbedfer bearbeiten «heute jüdischen Besitz, a «b e rZe h n t;ä ru s e n d 'C . r«ü ck e«n ..n'ac li u n>d w arten ä uf L and. Viel, ja fast alles hängt «davon ab, «ob es gelingt, dem KKL grosse Summen, «zur Verfügung zu stellen. Der «Keren Kajemeth asf ein7; Spetidenfonds, darauf angewiesen, dass möglichst jeder Jude «möglichst bei jeder Gelegenheit sich seiner erinnert, ihn ferner wieder mit möglichst hohen «Beiträgen «bedenke. Die Sammelbüchse des «RK-L gdfiört m jedes jüdische Haus. Die Möglichkeit, liebe und verdiente Personen durch Eintragung in das G olden e Buch des KKL zu ehren, oder sie dadurch zu erfreuen, dass man die «Mittel für die -Pf'«I«a n-' | vl v " JEw r/ ■' *J 1 - i1 1' ' * -a" zun«g eines oder mehrerer Bäume in Palästina auf ihren Namen dam KKL überweist, «sollte immer. mehr ausgenutzt werden. Veranstaltungen aller Art, FamÜienereignisse und solche des öffentlichen Lebens geben Gelegenheit, für den, KKL ziu spenden; «an den Feiertagen wird zugunsten des KKL in den Synagogen „«geschnodert“; Immer mehr bürgert sich der Brauch ein, des KKL in Tes«tament en oder SMungen zu gedenken oder zu seinen «Gunsten Lebensv er sieb er urigen abzu«* schhessen. . i wird» sondern d-WS eine Entwicklung ungebahnt werden soU, dievon höchster allgemeiner Bedeut-uug, im schönet pn-Smii beäspiefeebered sein kann. Der KKL erfreut sich d^iei; «emor einzigartigen Beliebtheit; kein anderer Fönds dürfte -Sieh w«ie er bei den jüdischen Massen durchgesetzt haben. Weit «über 1,100.000 Pfund wurden bisher «dem «KKL zur Verfügung gestellt, und nicht nur die Reichen, sondern gerade der Mittelstand und gewiss tausendmal die Armen und Aermsten halben dazu beigetragen. FreiMch-simi gewaltige Summen erforderlich, um edpen beträchtlichen Teil des palästinensischen Bodens in jüdisch« Hand zu bringen, •Es ist nicht möglich, in diesem Rahmen die ver- ■ schiedenen' Werbemittel des KKL zu «besprechen. Immerhin soll «der'Palästinaf idim e gedacht " werden, «durch die der KKL den Massen der Jiudenbeit zum erstenmal, eine lebendige Vorstellung vom werdenden jüdischen Palästina' gab. Hinzu-weisen ist auch auf «die Aktionen . anlässlich.' wichtiger Feiertage «u«nd Gedenktage .unseres Volkes; an-? lässioh des Rurdmfestes, im Monat. Tikohri Eosch Haschanah), zu Ohaamkah und am 20. Tamüs, dem . Todestag Theodor Hettzls. ©ei diesen ' Gelegenheiteri, organisieren- «die NatjonaiHomdssammelsteHen .der «ganzen ^Welt" gidrife zügige Sammlungen, mit denen zusammenhängend auch Äe? , Nationaftfondsbüchsen geleert au werden pflegen. Dass der Keren Kajemeth Veranstaltungen verschiedenster Art! Vorträge, Theatervorstellungen und künstlerische Vorführungen, «Konzerte und dergleichen durchführt, ist bekannt genug. ' ‘ ' . , Die Spenden für den Keren Kajemeth werden im Ausweis des KKL .veröffentlicht,'der in Wien regelmässig .> in der „Wiener Morgenzeitung“«erscheint. ^Bef Betragen . Bild aus Migdal am i iberiass.ee .€• zubringen. Gerade jetzt hat der «Keren Kajäme^B,« dTem daran liegt, den Zusammenhang seiner Mitarbeitermit,Palästina zu fördern, ein- Preisausschreiben veröffentlicht» durch das seinen «besten Helfern eine kostenlose Reise nach Erez Jisroel ermöglicht werden soll. Das Ziel, das sieh «der KKL für das kommende Jahr gestellt hat, ist hoch; 100.000-D.unam neuen Bodens der jüdischen Siedlung zu erwerben. Oesterreich hat -WstxPf riird z u m «K au«f«pr eis beiz utr-age.n*; Leicht istrdfe Aufgabe nicht, aber lohnend; SDas amtlicke fflandelsbutletin über $ali8stihas. r-1: ’t Fjfage; „Geilt der Aufbau Palästinas vorwärts üuti Wnk w«em?‘* findet' ihre überzeugendste A^twortxH&ht allein durch die Juden, welche das Land apj&atteit, sondern ebenso« durch nüchterne am t- 1 icSe?Publikationen -nach Art des „Commercial B ü ll.e t i n", das vom P eg ie r u n gsd.e partem fehtt für Händel und G e w e r b e herausgegeben wird. Nachstehend ein wyr.Üi.<cher Aupu®.. aus dem Bulletin vom 7. Sep-temb er: „Är bei ts«m ög- I i c h k elfen i m Hai f a-B i s t r i 'letr «Drainage d e r K a «b a r a s ü m p f e." Die Drainagearbeiten - bei den Kabarasümpfen haben begonnen* und werden voraussichtlich fünf Jahre daiuern. Während der nächsten 6 Monate finden 300 Personen dort Beschäftigung. 50 Paar Pferde werden für verschiedene Arbeiten herange^ogen.. Das Landwirtschaftskomitee von ßichron Jacob stellt dje Pferde bei. Man wird hier während der ganzen Zeit 'mindestens 25 bis 30 Aufseher und Zeichner benötigen., Die elektrische Station, in Haifa. Mit den Arbeiten zur Errichtung, der ^utenberg- Statio-n für den «Distrikt Haifa , wurde angefangen. :Sie werden 6 Monate daueren und über 100 Personen ^beschäftigen. Die «Kosten der Statiooisbanten sollen B au tä t lgk e i t in Ujsli f a; Eine afrJkänische Gesellschaft zür Förderung deir Bautätigkeit in Palästina hat für die. Errichtung neuer Häuser in den neuen 'Wohnviertelin Haifas Pfd. Sterl. 15.0 0 0 Darlehen gewährt. Man nimrht an, dass in den nächsten Monaten mindestens 50 neue Häuser erbaut werden. Neue Geschäftsunternehmungen in Tel Aviv. «Nächst der Bahnstation Tel Avivwird eine moderne Textil f a b r i k „Lodziia Cö. Ltd." errichtet. Ein Teil der «Maschinen ist schon eingelanat, der übrige Teil sowie die Rohmaterialien«. werden binnen kurzem ' erwartet. ' : . « . Die R l e s e n f o rl s c h r i 11 e der B ä u t ä tigk eit. Mit Hilfe der Hypothekenbank «der Zionistischen Organisation, in die der Keren H a j e'ss o d PJ|d. S te r 1. 5 0.0 0 0 investiert hat, wurden; bitsfier i» Palästina 301 Häuser erbaut, und zwar 325 in Tel Aviv, 49 in Haifa und 32 in Tiberias. «Diese Bauten bilden den Grundstock der «neuen jüdischen Stadtviertel Tel Nordau und Nordia in Tel Aviv,' Hadar Hakarme«l in Haifa -und Kir^ath «Schmuel in Tiberias. . Die Bank, deren «Hauptbureau sich in Tel Aviv befindet, hat 306 Darle«heu im Gesamt'b«st r a g ev ö n Pf d. S t e r 1. 4 8.7 3 3 gewährt, däe »wie folgt verteilen: / . j Den Lagerraum ihrer « Gerberei hat nunmehr die Firma L ef ko w i tz, Tel Aviv, fertiggerstellt und mit dem Ankauf von Viehhäuten in der Hingebung Jaffas begonnen. Java-Tcl Aviv 225 Darlehen im Oesamtbetr. v. "£ 32 389, Haifa: 48 „ „ » : » „ 9334 Tiberias 32 „ « ,, » „ '6.110« Jerusalem 1 „ . 660 sich auf; Pfd. Sterl. 15.0 0 0 belaufen. I St r ass e-n bau auf <J em K ajm e 1. Dem-. Wächst geginnt der Bau einer 6'WpmWr langen und % Meter., bteTfcen!§.tr;a«s^e. zwischen den Liegenschaften der Palestine Development Cö., der American .Real festate ünd‘7der «inihia#sfch'erii Achüsali auf dem - feerge» Krmel. Der Bäu wird für die nächstem 6 Möi ^atemindestens 200 bis 250 Arbeiter erfordern. M ar meladeiab r-ikerr in'Ri^d'hotn u n d S i c h t o n. Da grosse Weinvorräte in den Kellern von Risohon le Zion und ßichron Jacow unverkauft Zurückbleiben, - «beschloss man, .sfoh der -Zti'befeitung von Marmelade und k o.n den 8 i e r te rp. 1 r ä u b e n s a f t zuziuw.en|en. Wn VdMch im Vorjahr erwies, sich als .erfolgreich. Es wurden 35 Tonnen kondensierten TraUbensaffeS «erzeugt und nach Europäischen, besonders' englischen Mälzten verschidkt« Eine neue Vakuum-Maschine i«m Wert^ von Pfd. S;|erl; 1000 kam jetzt in den Kollern von Sichron zur AutfsteMing. East die ganze dies jährjg-e Er nie.. ausser>« MigM' hundert Käntar Trauben, d^ für die ZuberKung v^nx Süssweirien be^timmit! sind,}; wird für J am iund-.kondensierten Traubensaft V&rwer4e«t’"" - w^. Wie ersiehtlich, hat die Hypothekepibank ihrej Arbeit. auf «die jüdische. Stadt Tel-Ayiv konzentriert, I wo eine «Hochkonjunktur der 'Bautätigkeit' herrscht,.; hingegen wenig «Darlehen an Jerusalem« gegeben.! . Dieses Feld konnte im grossen; Ganzen « der Palestinej .Building. Loan and SaVing Cooperative Society über-] lasseri bleiben.? ■«f «Es ist von Iafferesse festziistellen, dass die«] «gesuch«e mussten mangdis «ienügehdlf^Sieii'erfieit oder« 7 Wegen 'begrenzten Kapitals cabgeWiesep werden. Es* iist zu 'bemerken, j das«s--aTl e Rückzahlungen^ p r o m P, ti e i .%ge,h5e!ni;« # r; ■» - 7. .' t f; 4 Eigentümer, Verleger und Herausgeber: Druckerei- und Verla»gs-A.-«G. I«gn. Stednmann, Wien, IX. — Verantwortlicher Redakteur. Dr„ Otto Ab e 1 e 8» Nr. 4. — Druck: Druckerei- «und Venlags-A.-G, Ign. Steirimann, Wien; IX.,, Uniyersitätsstrasse 6—8. Wien, 11, Kurzbauengasse