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Wiener Morgenzeitung · 1924-09-19 · Heft 2010 (19.9.1924) · p. Seite 9

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2010 (19.9.1924)
Date
1924-09-19
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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' V v ' •m WIPII ..... u 'Ul i IHM; II) Min ,ni|iiu u ii in I r ipj, V m NM Men, Freitag , .!*?*!%? £?'" AViMe Morgenzeitung. w 19. September 1924 (Seit« 9 itmruöM CR der ,-Nt.M-vsöWttMg« naamMSüBB „Orlaes Hände." ‘! (Pressevorfithrung.) Man Um t& sagen,, daß'.ÄeSser Film einer der! besten atnft» stärksten Ist, bis jetzt in Wien erzeugt wurden, «UN sogar dm Bchauptung auffteilen/ daß er h seiner Art laues bisher Dageiwesene bei weitem übertrifft. Daz Drchjbuch. Gr das Vudwig Nerz zeichnet, ist eine schr geschickte > BearLertuM des Mchnamigen Romans von Re ward und hat außer «der schr richtigen Einstellung auf das Dein Visible . außerordentliches Tempo, das die Spannung vorn ersten bis GM letzten Bild ummteubrochen aufrecht erhält. Die Regte Dr. Robert Wien es arbeitete mm alle hier ruhenden Möge llchkeiteir zu überaus wirkungsvollen Effekten heraus und Lot das Gesamtbild tim tiMchürPenden und verständnisvollen Ins^nvieru-ngskunst, die voll und ganz aus den reichen Stoff einglng. Wir finden hier einige Szenen, die wirkliche und hohe Meistwschast Vervatrn. Es muß hier in erster Lime das Bild der EifeNbahnkatastvophe genannt werden. Man sieht den Gr scheint jeden Jreitag »URSKIN0 i. HEUTE: PRATER Der Roman eines Wiener Mädels Kaiser Franz Joseph im Film und das übrige Schlagerprogramm Beginn der Vorstellungen: y45, V46, V«8, »/*9 ROTENTURM-K1NO-. WIEN, L FLEISÖHMARKT 1 HEUTEs PRATER Der Roman eines WienerMadels Kaiser Franz Joseph im Film und das übrige Schkgerprogramm er Voretelloixzen s 4, ty,6, JA8 and */*® Uh autlk einet erstklassigen Kanstietkapelle --CENTRAL-KINO 1!.Tabofs-tra^se 8 Direktion: ). Schulz HEUT Es PRATER Der Roman eines Wiener Mädels KaNer Franz Joseph im FHm und das übrige Schlagerprogramm ' Beginn; V,6, 7, V,9 Uhr WELT-BIOGRAPH-. &. ALSERBACHSTRASSE 39 WG- HVSRJVn ■ Kriminaldrama mit Bebg Daniels, Antonio Moreno und das Übrige &hlagerpmgremm Beginn der Vorstellungen j 5, Vi7, y,9, Sonntag 4 Uhr <,"»» ®vst nqch dem Zusammenstoß nnd doch kann man sich den Vorgang der Katastrophe viel besser vorstellen, empfindet seine Wirrung viel tiefer, als rveiin man ihn auf der Leinwand selbst gesehen hätte. Man steht keinen einzigen Verwundeten in der Großaufnahme, man sicht eigentlich nicht ein einziges Detail, aber doch hat man den Eindruck, daß die Waggons innen von Mut überschtvemmt sein müssen, daß diese Holz- und Eisen« tvümmer das Furchtbarste bergen, was sich nur die Phantasie erdenken kam. Dabei ist der Anblick des zertrümmerten Zuges, der wie ein zerschellter Riesenikodaver auf dem Damm ruht, von ungeheurer Wucht nnd die ihn umschwärmenden Nachtgestalten witb guckenden Fackeln ergeben 'dm Eindruck des Ghaotischen, wie es 'der Film bis jetzt noch nie zu schildern vermochte. ES würde zu weit führen/ wollte man jedes der 'bedeutendsten Bilder analysieren, ihm die verdiente Beachtung und Wertung schenken, denn dieser Film ist überaus reich an Allerbestem. , -Vorzüglich ist auch durchwegs die Darstellung. Konrad Bei dt spielt den Orlac. Man möchte am liebsten sagen, er lebt ihn. d Seine Gestalt und Eigenheit stießen hier, mit der Figur, die er verkörpert, derart zusammen, daß die Grenze zwischen Person und Rolle vollkommen verwischt wird. Es ist die Höchstleistung tiefgehender Gestallungs- und Schauspielkunst. die er hier bietet. In Alexandra S 0 r i n a, einer überaus begabten Debütantin, findet er eine ausgezeichnete Partnerin, die chrer Aufgabe mit der vollen Leidenschaftlichkeit nach kam, die sie erfordert. Fritz Kortner ibot hier ebenfalls garr Ausgezeichnetes und auch Carmen Cartellieri übertra hier selbst in bezug aus ihre Person hochgespannte Erwartungen. Haus Ho-mma und Stasny boien in kleineren Rollen ebenfalls Bestes. Richtig die Stimmung erfassend sind die geschmackvollen Bauten des Architekten Wessely und die Photographie der Operateure Günter Krampf und Hans Androsch in ergeben Bilder von düsterer Plastik und zeigen wahrhaft künstlerische Beleuchtungstechnik. ,Prater." Ein Wiener Volksstück im Film, von Amerikanern hergestellt. Man möchte es im ersten Momente nicht für möglich Wien, daß -dieses Wien hier auf der Leinwand nicht echt ist, sondern nur nach Photographien in Univ-evsal-City, wenn manchmal auch nicht ganz genau, aber immer logisch und schr leicht erkennbar, gebaut, ist. Ost besteht dieses Wien nur aus Geschäftstaseln. So beispielsweise der Stephansplatz aus einigen Schaufenstern, -über denen die Tafeln „Viktor Schmied" u. Söhne" nnd „Jakob Rothbevger" laufen. -Aber das Leben und Treiben und der einzige Kandelalber vor ihnen sind so typisch, daß man in dm Scheiben unwillkürlich das Spiegelbild des Stephanstnr-mes sucht. Ebenso die einstöckige Fassade des Grand- Hotels, bei der man nie auf den Gedanken kommen könnte, daß es wahrscheinlich gar keinen zweiten Stock besitzt. Das, Buch der Handlung sei mit der Bezeichnung „Volksstück" genügend charakterisiert. Cs birgt eine Menge schmeichelnde UnglaübwürdWeiten und ist so das richtige' amerikanische Märchen für eOvachsene Kinder, täuscht »wer die Wirklichkeit hiivweg und hat in all feiner Realität em gutes Stück verträumte, -ideaWevende Phantasie. Die Regie zeigt die routinierte Präzision, die-wir an den'amerikanischen Produkten schätzen gelernt haben. Sehr Mt nnd durchwegs ftrlgetreu ist die DarstelllUM. die von Norman Kerry, Dorochy Wallaee, Mary Philb-in und Cefare Gravi na getragen wird. Der chem>Mge österreichische Gardeoberst Anton Baverka, der für feine Person schr viel Gewicht auf Namensnennung legt, spielt hier einen Kaiser Franz Joseph, der lebhaft an aus dem Handel gekommene Ansichtskarten und ,Makauer-KMnder"-Gefchichten gemahnt. Auch ine Übrigen Typen der Hofgesellschaft und *-• ,Berhängnisvolle Nächte." Ein selten kitschiges Geschehen bildet den Grundstoff sÜ< die Handlung dieses Films, der auch die ältesten und abgedroschensten Zwangsmotive nicht verschmäht. Das „Testament mit der Heivatsklausel, die unter allen Umstäden erfüllt werden Muß. der Einbrecher, der sich schließlich als Detektiv, noch dazu GeuMman-Det-ektw entpuppt, sw alle wechseln hier mit andern abgedroschenen Späßen ab. Doch verfügt dieser Film über gewisie Qualitäten, die nicht abzustreiten sind und ihn in manchen Momenten nicht nur wertvoll erscheinen lassen,, sondern chn Unbedingt erträglich machen. Dies ist in..erster Linie de? aus- Meichneten Regie zu danken, die hauptsächlich mittels ptachivoller Naturaufnahmen eine Menge von reizenden Bildern zu schaffen vermochte, die so manchen Fehler an Logik und fortschreitendem Tempo vergessen machen. Auch die Darstellung ist recht aut. In ihrem Mittelpunkt steht Bebe Daniels und spielt wieder einmal die verwöhnte Tochter aus allerbestem Hause mit sehr viel wirklichem Charme. Dabei ist sie auch in ihrem-Fach, dem der leichtsinnigen jungen Mädchen, das schließlich und endlich vom „Richtigen" geheiratet wird, sehr gut, geht allen großen Mischen Moveme-nts mit einem erstaunlichen Talent aus dem Weg und agiert fröhlich ihre Rolle von Anfang bis zum Ende, besteht es dabei unbedingt zu fesseln, und schließlich ist man Leim besten Willen -nicht imstande zu sagen, was eigentlich an der Frau daran ist, mit welchen Mitteln sie oft diese ganz unerklärlichen Erfolge berbeiführt. Antonio Moreno als ihr Partner ist -leioer nicht so sympathisch wie sie und Man merkt ihm außerdem schon vom ersten Augenblick an, daß er kein waschechter Gauner ist, wodurch die Wirkung des Bluffs, am Ende (der aber für einen routinierten Kinobesucher absolut -keiner mchr ist), noch mehr ^beeinträchtigt wird. Ansonsten zeigt er elegantes SchÄblonensPiel und, sehr nette sportliche Äeistn-ngen. Ein Gannerterzett ist ausgezeichnet besetzt und sicht sehr echt aus, während die ihnen verbündeten Damen leider alle anziehenden Eigenschaften sehr stark entbehren lassen. Sehr ne-tj ist weiter noch einjugendlicher Komiker, der aber leider nicht mit irgend welchen Neuigkeiten in -seinem Fache aufwarten konnte. Ganz -ausgezeichnet -ist aber die Photographie und die Beleuchtungstechnik, die Bilder von seltener Schärfe und Plast'? geben. Die Filme der Woche. „Der Geisterseher." — „Prater." — „La Motte, die Tänzerin vom Kolosseum." — „Die maahsche Dschonke." — „Nur eilt Ladenmädchen." — „Apachenliebe." — „Halbjnngfranen." — „Die Fahrt in den Tod." — „Wildkatzen." — „Blaubarts achte Frau." iflia nrn American Fiim-Co. bringt Praterpu'bliknms sind schr geschickt naKgeÄhmt'^und gespielt. ° , Zieht man die Gönndlverschiodenhoit be8 Amerikaners vom Wiener in Betragt, so -kann man ibidem FAm, der das hiesige Milieu oft auch im Detail ganz täuschend schildert, nicht genug Loib Men. un»d muß die -scharfe Beo'bachbungsgabe des JnsMierenden chvliich bewundsrn. Auch in- Hinsicht -der Ausstatimng und der techn^ischen Belange qt dieser Mlm ganz erstklassig. . . dis größte Filmpremiere der Wiener Kinos! Die ergreifendste Liebestragödie PRATER (Wien 1914—1918) Ab heute: QpemiKino.l. BurgrKino,I. Roteuturm-Kino,i. Kreut- Kfoo, I. Gehtral-KTno, II. Löwen-Rfno, III. Flotten- Kmo, VI. Kammerlichtsplele am Schwarzeqbergpl.. III, Theater-Kino, XVII. Astoria-Kino, XVW. Ab Aleiistag^ Kosmos-Kino, VII. o,I. Schäffer-Kino, VI. erljchtspiele am Schivatzenbergplatz, IIL Marlalfer Llebtspiele, VI. Palast-KlnOj VJII. Ifltl Apollo-Kino, XVII. Kalvarienberg-Klno, XVU. Qopydght Orstechüd ft (So. Lnkag, ötclitu 8), Fortsetzung. Jas Mädchen im Mel. % , iKLöminalrvman. Von Josef Goklomb. er zu dem NeevwWe, M ch de i ne „HM'K WM" IfefoP iSxm. Dargan kam hevelin. „Sprich," ger, „die eche dev Kr ^letzte sei'N'l"- Äls dev GeM Wwreg, Wir ÄaMNs, iUlltrÄ in die Tasche. „Unole Saitn wollen v>öm SooÄand Wch wUett, wjde kommen ein, toter Neger .» " Davgan igvichße, ^oo-ckmd Dächl," Wbist Wind -ver-og sich. - -Das GeisWb des WgovS LMM täm anyeneHme UMvraschung ans. Er tfbomib auf und Mckbe von Dargan p Dora, die sich daMbe-v 0imüIsiMn>, haß MN >H Ko SecklandHarü-Kvuche hielt. Den Micken des Negers Wend, sch' Meen, daß sich die Wr geöffnet HM und ein« furchöbare, bucklige Gestalt iheremAsÄoeteiN' war, deren AmWck sie schaudern machte. Das Oeisicht war faszinierend Mid iböänMgend AUglsich. . Der Bucklige setzte sich in ebnen enormen SeM Das iva-r cBsv Huiich, in dessen Bureau man sie besohlenihatbe. Er Men sie gav nicht zu -sachten und richtete Mv Auge forfchettd ans den Neger. Dann sch er fragend auf Dargan, der ihm mit den Mugern Fügte, wa!s vorgegangen ivar. Gutch nickte und gab durch Zeichen Dargan seine WWe. Dargan wandte sich darauf au den Neger: , „Ich werde jetzt deine Geschichte uniersiWen; W du noch was zu sagen, bevor ich gehe?" '-J ,Haben nichts Mses gemeint", murmelte er. Dargan ging hinaus. Hutch betrachtete noch rnuuer den Neger, der sich den Anschein gab, M Wle er sich hier wohn Er Wnd sogar aus, streckte sÄne mächtigen Weider und Merte sich Wch. ,,Hallo, Bvuder, ich glauben, du schr starke Arme und Käude Vben. Lassen sehen, oh lömien mit Finger haken." Der Bucklige lächelte amülsiert, faßte, ohne aufzn- Istchen, die Hand des Negers. Mit aller >Kraft, die er auf-, brachte, konnte sich der Neger gerade halten. Er PreMe die -LiVen zusammen, die beiden Körper wurdenimmer gespannter, Zoll für Zoll mußte der Neger nachaeben. Er lachte nervös auf. ,M right, (bot gewinnen, lassen los!" Anstatt loszulassen, idrückte Hutch noch fest-:r u;. Der Mge-r schrie auf. ' > ,-Fch aujigeben •’T. 0 Good!" „Dann sag' die Wahrheit!" schrie Cora. Hutch gab -ihm -noch einen Plötzlichen Druck. Der Negsr!sch>mmMe: '■■■}$>'• ,/Fch sprechen .'7'. vh . . . ich sprechen. Dassen! gehen » > . bitte! — Ich' einbrechen ... weißes Hans-. . . ich slchdn Dafsljstlber -. . . 0 Good, du brechenmeinen Arm ... jemand «nach mir schießen . .. lch auch schießen. Gr fronst liegenbleiben, aber ich schwöre, er nicht tot sein." Hntch»gab durch einen- Seitenblick Cora zu! versuchen, daß sie Dargan nachlaufen solle. Er -ließ langsam die Hand des- Negers los,-der sich, in Schmerzen windend, in die Ecke verkroch. Dann -sank Hutch in feinen Sessel und Men die anderen vergessen zu haben. . » Es dauerte lange, bis Dargan zur-ückkam. Endlich trat er -ein und -sagte zu Hntch: - „Es ist bei- Brewisters. Dort liegt ein Mann auf dem Goden im Eßzimmer; ich glaube, er ist tot." ,-Tot?" schrie der Neger und sank in seinem StjnP zusamnien. „Dann ich ein gewesener -Nigger sein." Er ^begann zu'betteln: ,-Gemenn, mir geben ein Chance! Wenn Sie sein Seotla-nd Uavd>, - meine schwarze Haut nix gut für Sie. Ich -helfen zwei schivere Vögel für Sie fangen, sie suchen seit zwei Iahve-n." Dargans Hippen Vevzogen sich- ,Menn du jemals einen an SoMand Darb verraten Mt, hauen wir dir jeden Zahn einzeln aus dem Maul, Mb -reißen dir die dreckige Zunge raus und schmeißen deiner schwarzen Leichnarn vor die Hunde. Hörst du?"- Der Neger war überrascht, traute ihnen aber nicht /Mas Sie tun M mir?" y Dargan vevMMg-te sich -mit Hütch in der Sprache der Daubstummen, Ms er sich wieder an -den Neger ivairdte, -war ex bedeutend fveuMicher. ,Mr tkömen dich hier brauchen. Geh' mit Eora." Der Neger atmete tief Md grinste. Ätt sei danken! Ich sein unter FreuMn." ' Er verließ mit Dargan und Cora fra's Zinmwk. Eileen und Hutch waren allein. Einige Minuten war Hutch tief in Gedanken versunken-, dann sah er Eileen scharf in die Augen. Sie hatte das Gefühl, als ob er ihre . Augen so Packen würde, wie er die Hand!des Negers gepackt hatte. Sie nahm ihre Kräfte znsonrmen, dem Blick zu widerstchen, Er kam Ähr näher; die Augen warm weit mifgerisien. — Mit unglaublicher Anstrengung gelang es ihr, sich aHuwenden, aber sie war stst a>m Ende ihrer Kräfte und taumelte. Unbekümmert -darum, ging er . an einen Schrank und -nahm einen Augenspiegel heraus, den er si ch -um -die Stirn band. Dann machte er ihr Zeichen, sich zu. setzen. Hütte sie sich geweigert, er würde sie mit Gewalt gezwungen haben. Er rückte seinem Stuhlnahe Hera», bis der Schein der -Laimpe in dom konkaven Spiegel veflektievte amd sein magnetisches Licht in Meens Augen fiel." „Keinen Widerstand! Gehorche! Schlaf ein! Gehorche und schlafe!" ' . ' - - - ' FüsAmiert, konnte sie dem Willen Hutchs nicht wider-- stehen. Der Gedanke, einzuschlafen, tat ihr wohl. Sie war iso Mde. Sie würde alles pevgessen, Es war so eindringlich ^87^7955844968

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