Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1988 (27.8.1924)
- Date
- 1924-08-27
- Page
- Seite 8 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 .. " Men, Mittwoch __ 9e«ti»öl weiß I» um 800 K. auf 15.100 K. Absckwächuttgen er- 1 führe» Kali gelLblausaureS um 1000 K. auf 28.000 K.. Milchsäure Bol. technisch 50«/» um 300 K. auf 10.100 K.. Natriumsulfit technisch um 400 K. auf 4000 K., Oxalsäure um 1000 K. auf 11.000 K., Montanwachs (Riebeck) um 200 K. auf 7500 K. und Weinsteinsäure kristallisiert spießig um 1000 K. auf 35.000 Kronen. AuSgeLote« wurden außerdem Chlorkalium *u 2400 K. ab ' Wie», Dromammonium zu 21.800 K. pro Kilogramm verzollt, Chlorkalzium geschmolzen 70/75 zu 2200 K., Chlorkalk 110/115 zu 2400 K., Karbolsäure 39/41 weiß kristallisiert pro 1000 Kilogramm zu 60 engl. Pfund transtt Wien. Lithopon Grünsiegel 30«/» zu 8500 K., Natriumbisulfit zu 5600 K., Paraffin 60/52 w 10.800 K., Schwefelsäure 66° S94 zu 1600 K., inländ's^es Terpentinöl zu 23.000 K. und MontantruchS gebleicht (Ri.,'eck) zu 27.000 K. transtt Wien. Qele und Fette dielten den letzten Preisstand aufrecht, ausgeboten wurdest Preßtalg zu 17.600 K., nordamerikanisches Schweinefett (pure Isrä) TterceS pro 100 Kilogrannn zu 87 Dollar ab Triest und tu Kisten zu 28.500 K. ab Wien. Gesucht war Rohöl ab Boryslaw trmsit. AuSgeboten wurden 400 Liter Slibowitz (garantiert rein 56«/,) zu 62.000 K. pro Liter. Kolonialwaren. In Tee, Kakao, Reis und Pflaumen blieb die Tendenz behauptet. In Sultaninen war die Tendenz fest; die Ernte in diesen Gattungen dürfte überschätzt sein, da die Preise anziehen.' Für Smyrnaer Ware wurden 27.000 K. gefordert. Kaffee ist um 200 K. höher. Es notieren; SantoS primes 55.000 K.. SantoS suverior 53.000 K., Rio VII Johnston 47.000 K. pro Kilogramm. Pfeffer Singapore befestigte sich um 500 K. auf 37.500 K. Zucker ist um 10 bis 15 Punkte höher. Es notieren: Kristall 4.20 tschech. K., Würfel 4.80 tschech. K. prompt ab Grenze, ferner tschechischer Provenienz 11.800 K. resp. 13.300 K. ab Lager Wien. Oesterreichische Provenienzware notiert 6900 K. resp. 7400 K. pro Oktober-Dezember unversteuert ab Hobenau. Zum öffentlichen Verkaufe gelangten laut Art. 343 des H.-G.-B. zirka 75 Sacke k 60 Kilogramm Kakaobohnen (superior Bahia) mit 39 Schilling 9 Pence pro 50 Kilogramm trmsit Wien. Zum öffentlichen Verkaufe gelangten nach Art. 343 des H.-G.-B. 4000 Stück Schlösser zu 6,600.000 K. sowie 152 Dutzend Hosenträger zu 4,800.000 K. Zum öffentlichen Verkaufe gelangen am 4. September -0 Schlafzimmer aus ußholz. Sie Warenmärkte. (Eigenbericht der „Wiener Morgenzeitung".) Rohgummi. Im Auslan.de verfolgt man mit Spannung in den Kreksen der Mrmmipflanzer die weitere Entwicklung des Gummiverbrauches der Bereinigten Staaten im lausenden Jahre, da hierdurch fast allein der Markt bestimmt wird, der in der Preisentwicklung seit Anfang vorigen Monats gute Fortschritte gemacht hat. Es liegen nun genauere Angäben über die Rohgummieinfuhr der Bereinigten Staaten im ersten Halbjahr 1924 vor. Danach beliefen sich die gesamten Ankünfte aus 156.316 Tonnen. Ein Vergleich mit der Dorjahrszeit und dem ganzen Jahre 1923 ergibt, daß gegenüebr dein ersten Halbjahr 1923 (mit 190.039,5 Tonnen) die Einfuhr um 18 Prozent chb- und gegenüber der zweiten Halste (109.819 Tonnen) um 42 Prozent zunahm; im Vergleich zum halbjährlichen Durchschnitt von 1923 brachten die ersten sechs Monate dieses Jahres eine Steigerung um etwa 4 Prozent. Das Wesentliche für den Markt ist, daß die Vereinigten Staaten wieder in stärkerem Maße regelrechte Einkäufe tätigen. Automobil. Die Lage der Automobilindustrie in Amerika gestaltet sich Hon Jcchr zu Jahr aussichtsreicher, und. hat sich allmählich zu einer der ersten Industrien entwickelt. Tabak. Im Tabakhande-l Süddeutschlands hat sich das Geschäft /was gehoben. An den verschiedenen Herbstplätzen sowie auf der Haardt, gingen größere Quantitäten von den Pflanzern selbst ^fermentierte Tabake in die Hände der Händler über. Die Beschäftigung in der Rauchtabakfabrikation hat Wiener MorgensjeZtung. 27. August 1924 Nr. 1968 sich etwas gehoben und infolgedessen treten die Verarbeiter am Inlandsmarkte stärker als .Käufer auf. Die Berichte über den auf dem Felde stellenden Tabak lauten bis jetzt günstig, doch wäre trockenes Weiter erwünscht, da auch die Pflanze sonst Schaden erleiden wird. Biehmörkte in St. Marx. (Eigenbericht der „Wiener Morgenzeitung".) , B o r ft e n v i e h m a r k t. Angemeldet wurden für den gestrigen Markt 7444 Schweine, allein zu Beginn desselben bloß 7144 Stück, darunter 5115 Fleisch- und 2029 Fettschweine, aufgetrieben. Der Provenienz nach waren 79 ungarische, 344 jugoslawische, 5197 polnische und 1524 rumänische. Außer Markt wurden 156 Stück bezogen. Uvler dem Einfluß einer Minder" rnfubr von 3000 Schweden macht die steigende Belegung weitere Fortschritte. Sowohl Fett-wie auch Fleischschweine sind gegenüber der Vorwoche bis zu 3000 K. pro Kilogramm im Preise gestiegen. Da auf dem Prager Markte, wohin aus allen Importländern bisher große Sendungen dirigiert wurden, eine flaue Stimmung Platz gegriffen hat, so ist mit einer besseren Beschickung der Wiener Marktes zu rechnen. Es notierten: Fettichweine prima 86.000 bis 27.000 K.. mittelschwere 25.000 bis 26.0( 0 K., Vouernschweine 25.000 bis 26.500 K.. alte Schweine 23.000 bis 25.000 K. und Fleischschweine 24.000 bis 27.500 K. <26.000 K.). Vferdemarkt. Zum gestrigen Markte wurden 828 Schlächter-, darunter 177 auf dem Kontumazmarkte, und 246 KebrauchSpferde gebracht. Bei ruhigem Verkehr notierten: Zue" 'erde leichte 3,500.000 bis 12,000.00» K., schwere 5,000.000 bis l'.OOO.COO K.. Kutschpferde 4^00.000 bis 12,000.000 St., Pferde für Schlachtzwecke 5500 bis 12.000 K. pro Kilogramm Lebendgewicht. Berliner Börse. Berlin, 26. August. Obwohl sich die Börse in ihrer optimistischcn Anschauung hinsichtlich des Ausfallens der Abstimmungen im Reichstag über das Londoner Abkommen nicht beirren läßt, herrschte heute größere. Zurückhaltung und nament»' lich auf dem Aktienmärkte Gefchäftsstille. Die Kurse bröckelten allgemein mäßig ab, etwas stärker, und zwar teilweise bis zu 3 Billionen Prozent auf dem Montanmarkte. Auch heimische Renten waren bei ruhigerem Geschäft als gestern mäßig abgeschwächt, zeigten aber überwiegend doch Widerstandsfährgkeit. Die scharfe Zusammenlegung bei der Berlm-er Handelsgesellschaft ließ chren Kurs etwas abbröckeln, hatte aber aus die Kursgestaltung der übrigen Bankaktien keinen Einfluß, da sie nicht als symptomatisch angesehen wurde. Der Einhertskurs- . markt neigte überwiegend mäßig nach unten. Der Geldmarkt war unverändert. Die Devisen waren zumeist wie gest-evn. (Alles in Billionen von Mark.) Scklußkurse: Türkische Lose 26.3, Oefterr Staatsbahn 27.75, Rordd. Lloyd 6.75, Ver. Elbeschiffahrt 2.9. Berliner Handelsgesellschaft 27.375, Kommerz. Privatbank 6.375, Dcmnstädter Bank 9.5, Deutsche Bank 11.1, Diskonto- Kommandit 12.875, Dresdner Bank 7.5, Nationalbank für Deutschland —, Oefterr. Kredit 0.425, Oesterr. Länderbank —, ReichSbank 46. Wiener Bankverein 0.275, Wr. Unionbank 0.3, Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft 9.625, Bochnmer Gußstahl 50.—, Daimler Motoren 2.8, Deutsch-Luxemburger .50.—, Deutsche Maschinen 6.25, Dynamit Nobel 8.2. Felten u. Guilleaume 22.25, Gelsenkirchener Berg 53.875, Th. Goldsckmidt 13.6, Harvener Bergbau 64.5. Hirsch Kupfer 24.25, Höchster Farben 16.75. Hobenlobe-Werke 17.—, Laurahütte 7.—, ManneSman"röhren 37.75, Phönix Bergbau 36.875, Schuckert u. Co. 35.25, Siemens u. Halöke 48.6, Telephon Berliner 4.5, Goldanleihe 4.2, Dollarschatzanweisungen 86.3. Prager Börse. Prag, 26. August. Nach der gestrigen Nachbörse eröffirete der heutige Markt ruhig und mir vereinzelt kam es zu Kurssteigerungen. In -der Kulisse überwogen die Abschwächungen. Im Schranken war die Tendenz nicht eiinheitlich. Schwächer lagen Zucker-, Eisen«, Chemische- und Bauwert«. Namentlich Prager Eisen-Mtien büßten aus die Meldungen über die Betriebseinstellungen 35 tschech. K. ein. Höher stellten sich nur Kupfer und Böhmisch-Mährische. Nordbahnaktien. konnten die: anfänglichen Bevlnste wieder wettmachen. Heimische Banken waren nur unbedeutend verändert, Wiener lagen etwas tiefet Auf dem Anlagemarkt waren -vierte Staatsanleihe und Stadt, anlc'chrn lebhaft gefragt. Exoten lagen unverändert, llmgesetzt wurden nur Bulgaren und Schön-priesener. Der Schluß war ruhig. S ch l u ß k u r s er Türk. Eiseiibalm-Anleilie 400 kranke» Böhm. Nnionbank 894.-, Böbm. ESkomptebank 388 -, Böhm. Indnflrialbank 414.—, ZivnostenSka Banka 408.50 Anglobank 84.60, Oesterr. Kredit 86.—, Wiener Unionbanl 74.50. Wiener Bankverein 57.87'/,, Bnschtiebrader (SUenbahii Lit. A —, Lit. B —, FerdinandS-Nordbabn 6025.— , Prag-Duxer 160.—, Anssig-Tevlitzer Ellenbabn — Nestomitzet Znckerindnflrie I486.—, Vereinigte Elektrizität Wiex 119.—, Brosche 1125.—, Koliner CvirituS 1065.—, KöniaSbofet Zement 1005.—. Breitfeld-Danek 482.—, Ningboffer 717.—, Snnmerinyer 110.25, Rotblosseletzer Textil 305.—. Akvim Montan 195.—. Poldihütte 296.50. Präger Eisen 8 .8.—, Oeste' Berg u. Hütten 2470.-, Skoda 653.-. Intvald 267.-. Budavester Börse. Budapest, 26. August. Die heutige Börse eröffnet« bei minimalem Verkehr mit zum. Teil nur ganz gering erhöhten Kursen, die aber im weiteren Verlaufe gänzlich verloren gingen, da sich di-e Spekulation infolge der ungünstigen Wiener Be. richte und der ungewissen außenpolitischen Lage vom Markte fast vollständig fern-hielt. Der Schluß war daher geschäftslos. Wochengeld wurde amtlich mit halb bis -dreiviertel Prozent notiert. (Alles in Tausenden von Kronen.) S ck l n ß k n r s e: Britisch-Ung. Bank 44.50, Nnq. Kredit 566, Oesterr. Kredit 192, Salgv Kohlen 575, Rimanmranyer 126, Südbahn 56.—. Staatsbahn 485.—. Anglobank —.— Gran- SzaSzvärer 368.—, Oberung. Bera-Hütten 440.—, Dräsche- Ziegel 200.—, llng. allg. Kohlen 2960.—, Urikanti Kohlen 680, Koburg —.—, Svodinm .140, Clotilde chem. Fabrik 62.—. Una Eisenbahnverkehr 195—, Verein. Holz 19.—. Adria 1040.—. Baumwollmarkt. - Uev-Dvrb, 25 August. Banmwollzusubren in den atlant. und Golfhäfen 11.000, im Innern —.—, AuSffchr nach Großbritannien —, nach dem Kontinent —. Lokalmarkt middling: 26.45 (letzt. Kurs 27.60). Tendenz: Stetig. — Termine: Ananst —.—, September 24.40, Oktober 24.47, November —, Dezember 24.04, Jänner 24.02, Februar Marz 24.36, April 24.44, Mai 24.53, Juni- Juli 28.94. Sie Devisenkurse. Zürich, 26. August. (Devisenkurse von 12.— Uhr. Bo» der Schweizerischen Kreditanstalt mitgeteilte Mittelkurse.) Berlin pro Milliarde (-.-). Holland 206.60 (206.75), New-Pork 634.- (534.-), London 23.98 (23.97). Paris 28.85 (28.70), Mailand 23.61 (23.57), Brüffel 26.70 (26.65), Kopenhagen 86.- (86.50), Stockholm 142.— (141.76), Christiania 74.- (78.90), Madrid 71.- (71.—), Buenos Aire« 180.- (179.50), Prag 16.02V, (16.-), Budapest 0.0070 (0.0070), Bukarest 2.52 (2.47V Belgrad 6.60 (6.55), Sofia 3.85 (3.85), Warscha» — .- -.-), Wien 0.007525 (0.007525). Berlin, 26. August. (Devisenkurse.) (In Goldmark für 100 Einheiten mit Ausnahme von Buenos,New-Hork, London,Japan und Rio, für 1 Einheit. Wien und Budapest für 100.000 Einheiten.) Amsterdam: 162.34 (162.84), Belgien 20.975 (20 90-, Christiania 67.61 (57.85), Kopenhagen 67.73 (68.03), Stockholm 1.81.32 (111.22), Italien 18.56 (18.65), London 18.825 (18.806), New-Nork 4.19 (4.19). Parts 22.69 (22.59). Schweiz 78.45 (78.55), Spanien 55.56 (55.56), Wien 5.92 (5.925), Prag 12.58 (12.59), Budapest 6.48 (6.49). Sofia 8.045 (3.045). Belgrad 6.20 (6.19). Berlin, 26. August. (Notenkurse.) (In Goldmark für 100 Einheiten mit Ausnahme von Dollar und Pfund für 1 Einbeit, österreichische für 100.000 Einheiten und polnische für 100 Zloty.) — Noten: Dollar 4.19 (4.19), Pfund 18.815 (18.79), Italienische 18.70 (18.55), Oesterreichische 5.92 (5.92), Polnische 77.— (77.60). Tschecko-slowakische 12.655 (12.655). Copyright Oesterhcld & Co. Verlag, Berlin. 9. Fortsetzung. Las Mädchen im Nebel. Kriminalroman. Von Josef Gollomb. ,/Nach seinem lahmen Knie zu schließen, kaum. Oder sollte er simuliert haben? Eine -halbe Minute nach dem Stoß hatte ich mich schon wieder au-fgerichtet. Ein Lahmer hätte wo-hl nicht Zeit genug gehabt, zu verschwinden, ohne daß ich es bemerkt hätte. Und schließlich, warum sollte er denn wegrennen?" ,Mn Dieb!" rief der Ehuuffeur. „Und simulierte La-Hncheit," fügte -der Polizist hintzu, „um in den Wagen zu kommen und zu stehlen?" „Auf den Zusammenstoß konnte er doch nicht rechnen, nicht war?" fiel Denni's eifrig ein. „Nach einem Taschendieb sah er nicht aus, obgleich ich nicht viel von ihm s-elhen konnte. Der Kragen war hochgeschlagen und der Hut saß tief im Gesicht." Naida ging zum Telephon. „Welche Nummer hat Neiw Scotland Aard" fragte sie. ,^Fch werde anrufen, wenn Sie erlauben", sagte der Polizist. „Ich wollte-es eben selbst tun." Sie gab chm den Hörer. Er verlangte eine Nummer. Nach einer Weile kam die Antwort. Der Polizist berichtete kurz. Bald darauf hörte man das Tuten eines Automobils vor der Haustür. Ein paar Männer kamen herein, ein Photograph mit seinem Apparat, andere trugen .Handtaschen. Der Führer, der größte unter ihnen, wurde von dem Polizisten vorgestellt. Inspektor Barton Hawleh vom Zentralbuveau", sagte er. > Der Vorgestellte errötete leicht. Trotz fünfzehnjähriger Täti^it als Kriminalbeamter konnte er seine Schüchternheit nicht verbergen. Als Farmerssohn hatte er das -Mück gehabt, nach London zu kommen, wo ihm seine Talente rasch einen hervorragenden Platz i.m Dienste der Kriminalpolizei sicherten. Er war erst siebenunddreißig Jahre und schon einer der Ghefs van New Scotland Dard. Evleen^ suhlte sich bei seinem Anblick etwas erleichtert. Sein -kluge's, energisches Gesicht machte den Eindruck ruhiger Sicherheit „Wir werden alles tun, was in .unseren Kräften-steht, Fräulein; seien Sie unbesorgt", sagte er Winkle," ries er einem der Polizisten zu, „auf Ihrem Posten ist das passiert, nicht? Erzählen Sie, was Sie wissen, unterdessen wird Doktor Brent den Körper untersuchen." „Es war Viertel nach sechs, Herr Inspektor; ich hatte vierzig Meter nördlich vom Picadilly-Palast Dienst. Der Nebel -war so dicht, daß ich kaum einen Schritt weit sehen konnte; die -Magen fuhren nur im Schneckentempo zum Picadilly hinunter. Plötzlich hörte ich den Zusammenstoß zweier Autos und das Klirren von Glas. Ich guckt« in -der Richtung, von wo der Lärm kam, bekam aber.einen Stoß an das Bein, der mich beinahe umschmiß. -Es war ein Auto — int nächsten Augenblick war's verschwunden. Es schien den-Zusammenstoß verursacht zu haben und wollte -wohl unerkannt davo-nfahren. Es dauerte lange, bis ich i.m Nebel Doktor Goodrichs Wagen ausfindig machen konnte. Der Ehausfeur saß mit -blutender Stirn auf dem Pflaster. Doktor Goodrichs Kopf hing halb aus dem Fenster, sein Hals war von den Scherben -zerschni-tten. So wie die Dinge aussahen —" ,Mnen Moment," -unterbrach ihn Hawley, Fräulein Goodrich, wir wollen Sie mit diesen Dingen nicht —" Erleen schüttelte mit dem Kopf. „Ich will es hören", sagte sie. Der -Inspektor zögerte, dann nickte er dem Polizisten zu, sortzufahren. ,^Jch half so gut ich konnte, obgleich-kein Zweifel war, daß Doktor Goodrich tot war. Die Kameraden Jevons und Lewis waren hinzugekommen. Wir verbanden den Ehausfeur, und er untersuchte seinen Wagen. Evst setzt fiel ihm ein, daß sich auch ein Lahmer im Wagen befunden hatte. Dann rief ich Sie an." „Es ist gut, 'danke", sagte Hawleh. ,^Jch will sehen, was Doktor Brent sagt." ,^Jch möchte mitgehen", sagte Eil-een. Hawleh blieb zögernd stehen. „Es wird sehr hart für Sie sein." „-Herr Inspektor," .'bat sie, „glauben Sie mir, nicht'8 ist für mich -so hart, als im ungewissen zu bleiben uwd' nichts tun zu können." ,/Die brauchen bloß einen AugeMick zu Wanten", laate er warm „Ja, -warten!" sagte sie einfach in ihrem Schmerz. ’ Er sah sie prüfend an, bevor er sich entschloß. ,Mut, wenn Sie wollen." Naida beglestete sie. Hawleh wechselte «in paar Worte mit dem Arzt. Dann betrachtete er aufmerksam die Gegenstände auf einem Tisch, die man in den Taschen des Gelehrten gefunden »hatte und fragte die beiden Damen: „Wissen Sie, ob etwas fehlt?" Erleen zwang sich hinzusohen. ,,Jch glaube -nicht", sagte sie unsicher. ,-Gewöhnlich sehe ich seine Kl-eider durch, wenn er sich -umzieht, er vergißt manchmal etwas. Heute früh hatte ich nachgesehen — und ich vermisse nichts." „Hw, wenn -der Lahme also stehlen wollte, hat er nichts bekommen." Seine Stimme war undeutlich, als ob ex in Gedanken wo anders wäre. Aufmerksam ging er um den -Körper herum, ohne ihn anzu-sassen. Er betrachtete gespannt den Hals, dann wandte er sich an Hrnkle: „Sie fanden den Körper zuerst und sind stets dabe' geblieben?" o ,^Ja. -Herr Inspektor." ,/Besinnen Sie sich genau, hat jemand außer Ihnen den Körper angesaßt?" „Nur Jevons und Lewis, die mir halfen, ihn hier heveinzu tragen." „Haffen Sie Handschuhe an, als Sie ihn beehrten?" „Nein, Herr",-antwor^ten M-e drei. „Ziehen Sie mal Ihre Handschuhe jetzt aus/' Die Polizisten taten es, drehten ihm ihre Handflächen zu und ließen ihre Fingerspitzen -untersuchen. Er betrachtete sie sorgfältig und verglich sie mit etwas, das er an der Kehle des Toten entdeckt hatte. Dann-ries er den Chauffeur herein und -ließ sich dessen Fingerspitzen zeigen. Die Untersuchung war anscheinend erfolglos,-denn er betrachtete auck die Fingerspitzen des Toten. Eileen -näherte sich ihm. „Wollen Sie mir nicht sagen, was Sie gesunden haben? bat.sie. Hawleh schüttelte den Kopf. - . (Forijetz'.n'g