Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1983 (22.8.1924)
- Date
- 1924-08-22
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Vx. 1989 Mm, Fmttag Wiener Morgenzeitung. _ 82. August 1924 Seite 9 „M-Morgenzeitung" aumr**""' .MngMMche Ghen." Leider ist da- Buch dieses an und für sich sehr gesWt geatLeWen FiknS auf Me Unmenge von glücklichen Zu- Men gestellt, bk ihm daS GchrSge der Unglaubwürdigkeit in größtem Maßstab geben. Es ist eine Üble Angewohnheit zahl-- reicher amerikanischer Äutoven, diese Art von Zufälligkeiten in Mer solchen Menge auzuhSuftn. daß sie gerades sprichwörtlich wurden, und man kann diese Art, FUmMcher zu verfallen, beim Men Willen nicht al5 der'Filmkunst, die heute nnbedingt ernst genommen werden will, zuträglich bezeichnen. Geschichten, die auS einem Bauernkalender stammen könnten, sind heute werm auch GrWth behauptet. daß die Mentalität des großen Publikums dem eines neunjährigen Kindes gleich sei — für Filme als Unterlage nicht mchr empfehlenswert, da bereits die angenehme Erfahrung gemacht werden konnte, daß das große Publikum auch ernste und wirkliche 5dunst zu würdigen imstande ist. Die Regie hat — und dies ist das beste, was sie schließlich machen konnte — nur auf die reine Bkldwirkung hingearbeitet Und dadurch in.diesem Pinne einige s^hx schöne Wirkungen zu schaffen gewußt. Hauptsächlich erwähnenswert wären hier einige Szenen auS einer größeren Abendgesellschaft, die in ihrer weichen 'Beleuchtung und geschickten Nuancierung gLn; ausgezeichnet gelungen sind. Anderweitig geht aber die Regie — durch das Buch ungi'mstig beeinflußt — in dem Drange, um jeden Preis Effekte schaffen zu wollen, zu weit und kommt in dag.rein Kitschige, daS eS lekder nicht zulatzt, diesen Film als ein ernst zu nehmendes Werk zu beurteilen, auch wenn man von den unglückseligen Schwächen dieses Buches ganzabsehen wollt«. Die Darstellung ist im allgemeinen recht Mt und Pauline Frede ri ck, die hier die Hauptrolle spielt, hat einige Auftritte, die großes Können und eine eigene Gestaltungsga.br zeige« und Zeugnis dorr wirklicher Kunst oblegen. Recht gut, wenn auch absolut nicht Überragend, ist Sills als Mer ihrer Partner und, recht herzig die verschiedentlichen Kinder, die einen , großen Raum in dem Film einnehmen und als unbedingt! wirkendes Mittel für Rührung fchr reichlich in An- Wendung gebracht sind. . m :■, ■ Lesen Sie DIE FILMWELT;: - llbiitrterf« Kinorevue FKm-Fachblatt and -Publtkuma-Woclianadiiift REDAKTION UND yERWALTUNO : Wieda VII.. Hermanngess* Nr.fi Telephon Nr. Ausgezeichnet ist der Film in Hinsicht der Beleuchtungstechnik, die eine prachtvolle Verteilung von Licht und Schatten in einigen großen Dekorationen zeigt, und die Aufnahmen eines schweren Gewitters. Äie Photographie zeigt jenen weichen Glanz, der die amerikanischen Filme auszeichnrt. „Männer, Reichtet Frauen nicht!" Man hat hier für diesen Film eine reizende kleine Komödie um Gloria Stvanlson und Wallace Retd herum geschrieben, die in ihrer ganzen Harmlosigkeit aber unbedingt z>l fesseln weiß. Es ist absolut nichts Neues noch Ue'bervagendes, was dieses Merkchen bringt, aber es liegt hier die Force in der Art, wie dies olles gebracht wird. Die Regie weiß hier ohne jeden Aufwand ganz reizende Bilder zu schaffen, denen wunderschöne Naturaufnahmen als Folie und Hintergrund dienen und wirklichen Sinn in guten Humor gekleidet zu bringen. Allerdings steht der Regie in dieser Komödie ein ausgezeichnetes Ensemble zur Verfügung, das sehr gut zusammengespielt ist. Reib bietet hier seine ganze Liebenswürdigkeit und Gloria Swanson, die als kleine, verwöhnte Modepuppe eine Art „Sichselbst" spielt, ist hier viel 'besser als in den großen 'Rollen, in denen ein dramatisches Geschehen Anforderungen an sie stellt, denen sie nachzukommen meist nicht imstande .ist- Ihre ganze Liebenswürdigkeit kommt erst hier zum Ausdruck, und man staunt darüber, daß diese Frau in'so großem Ausmaß Charme zu entwickeln imstande ist. Reizend ist sie so beispielsweise in der einen Szene, wo ■ sie einen Revolver vorsichtig wie ein giftiges Reptil mit zwei Fingern durch das Zimmer tragt und sich dabei sehr gefährlich vorkommt. Elliot Dexter als ihr zweiter Partner zeigt sehr schönes, ruhiges Spiel und auch die Gegenspielerin der Swanson ist sehr gut, hat aber leider nicht das Exterieur, um mit ihrer, unbedingt bedeutenderen Partnerin effolgveich konkurrieren zu-können. Weiters könnte diese kleine Komödie noch als Musterbeispiel für billig herzustellende Filme gelten, die doch unbedingt wirksam, sind. Die wenigen Dekorationen sind in dnrch- .aus bürgerlichem Milieu gehalten und geben zum Großteil das Innere einer Jagdhütte wieder, . .und auch die - Freilicht-' fzenen zeigen keine exotischen Landschaften, sondern verraten nur sehr geschickte Einstellungen. Brillant ist der Film in seinen technischen BelanDn, Lubiisch-Honorare. Ernst Luibiitisch, der fetzt rtt Amerika arbeitet, erhielt für die Regie des Pola-N e g r i-Jilms „La Czarina" ein Honorar von 75.000 Dollar, Der in Arbeit befindliche Lubitsch-Film Wird denTitel „Th ree wo men" trägen. Kinotechuiküm hi Odessa! Die ukrainische StaatSkinoverwaltung hat die. Kinoschule in Charkow geschloffen und an ihrer Stelle in Odessa ein Kinotechnikum errichtet. . liche! Hauptrolle wird -von derbökannten fchwedischest SchaufpiLterln Jenny Häfälgüist verkörpert werden. * Die Filme „Der geheime Agent." — der Straße geholt." — „Der „Die ewige Fackel." — „Der schenhiebe des Lebens." — Rendezvous mit dem Tode." - — „Quer durch Europa." — liche Junggesellen." — „Das Nordens." — „Steuerlos." - — „Liebe im Boudoir." der Woche. - „Weib gegen Weib." — „Vot. Schusterjunge Sr. - verwegene Reporter." — „Peit-. „Gefährliche Frauen." -7- „Das - „August Squibs Hochzeitsreise." „Der Weg zum Licht."—„Weibelste Gebot." - „Das Gesetz des -7- „Die Herrin gon Montbijo»/ Reise- und Sommeraufenthalt DAS SCHÖNSTE SEEBAD AN DER ADRIA fiel unmittelbar am Meerufer gelegen, herrliches Baden, sandig, 400 Mete* langer Strand, modernes Jiotel mit 200 Zimmern Ausgezeichnete Küche, eigene Eisfabrlicatlon Konzerte, // Bar //..Verschiedene Unterhaltungen ,/ Sport Verpflegung J. Kl. 65 Dinar täglich Zimmer von 30 Dinar aufwärts KURORT Qieichenberg HOTEL MAILAND best empfohlenes Haus ersten Ranges, in sdiörtkter, zentralster Lage/Rensiön/ Vorzügl. Küche / Zivile Preise JOSEF H&7ZL, Hotelier Bad Reichenhail RESTAURANT UND PENSION streng MAR KOVI CS streng . Sommerbetrieb ab 1. 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Zu spät sprang er dem Geschoß entgegen; ganze sechs Zoll entfernt ■ von seinen ausgestveckten Händen sauste der Ball ins Netz. Einige- Minuten später erfuhr die.gesamte Sportrvelt des Landes. Mit nngAMgem^ Sststwett, 'daß. HÄHwood den englischenPokal gewonnen Hatte! Während die Telographendrähte die Nachvicht in alle Welt trugen, wälzten sich riesige Menschenmengen über das^ DPielM gedeckten Tribünen zur Dort stand m seiner Loge, umgeben von den Herren seines Gefolgles, der König und schüttelte lächelnd Ben .Warrmers Hand. Seine Majestät sprach einige Worte und der Hollywood-Kapitän winkte Dick Mrrr h^Mt. Der Mittelstürmer errötete bisüber die, Wren. Er beugte sein Haupt und fühlte einen, festen Hä-Mdvuck, dann hörte er eine, sonore, freuMiche Stimme sagest:, ,Mn wunderbares Goal! Ick) gratuliere Ihnen herzlichst dazu. Das Spiel hat mir diel Genuß bereitet ..An alles andere, was sich in diesen denAvürdigsten fünf Minuten seines Lebens zugeiragen, hatte er keine'Erinnerung mehr. Erst als er vollkommen erschöpft inmitten seiner Kameraden im AnNeideraum saß, dämmerte es ihm langsam, . , daß das Spiel vorüber war und daß Hollywood gewonnen . hatte! Der AEck Pat Finnegans, Mcher stolz wie ein Pfau in dem weiten Raum herumspazierte und ein über das andere Mal ausrief: „Ich-möchte weine Ohren dafür geben, Jungens, wenn ich. heut' abends in Hollywood sein konnte!" brachte ihn vollständig zu sich. Das Herrliche, UN-. faßbare war also doch wahr g-iwordett! Mötzlich empfand er Sehnsucht nach Margery. Die Türe öffnete sich und' eine Menge Deute kanten' herein. Sie würdenvon Hollister geführt, dessen Gesicht vor eitel Freude strahlte! An seiner Sette ging ein Mann, in welchem?Rarr sofort den Manager des Kenstngron- Klubs erkannte. „Der Manager des Kensington-Ktttbs. wünscht dir vorgestellt zu werden, Dick," sagte Hollister. „Paß auf, daß er dich nicht umbringtwogen des letzten Goals." Ein gezwungenes. Lächeln spielte um die dünnen Lippen des anderen. . „Ich möchte Ihnen gratulieren," sagte er zu dem Zenterforward und fügte spöttisch hinzu, „daß Sie soviel Glück gehabt haben.. Warten Sie einmal, kenne ich Sie - nicht von irgendwo her?" fuhr er fort. „Sie sollten mich jedenfalls kennen!" antwortete Marr knapp. „Sie haben vergangenen November mein Ansuchen, für Mren Klub zu spielen, abgelehnt, Entschuldigen Sie mich jetzt, bitte, ich möchte rmin Bad nehmen." In den drei Viertelstunden,- die null fölgten, drängten sich unvergeßliche Situationen. Der Ankleideraum war voll. von Besuchern. Sämtliche Klassen waren vertreten, von den Sportberichterstattern der großen Tageszeitungen Äs zu MMDsttWWedäW; urch keiner ließ es sich nehmen, dem Skorer des entscheiidenden Goals zu graM lieren. Diese unauMrlichen Gratulationen wurden schließ« sich zur Qual; trotzdem erstrahlte das Gesicht des jungen Mittelstürmers, als er die.Hand eines graumelierten^ jugendlichen alten Mannes schüttelte, der ihn mit. Stolz auWckte. „Die Leute hielten mich für verrückt, als ich ihnen sagte, daß'ich. dir diesen Trick beigebracht habe." sagt^ Johnny Bell. „Aber es ist doch so, Junge, was?" ' „Ja, es ist so, Johnny; du «hast mich alles, was ich kann, gelehrt." . ,$0, aber du bist viel besser, als ich jemals gewesen -bin, mdm Junge!" antwortete der alte. Internationale. „Nächstes Jahr wirst du zweifellos Englands Zenterstni> mer sein!" ' ' Die Ankunstswie auch die Abfahrtsseite der Station war schwarz vor Leuten, die Kopf an Kopf gedrängt standen. Sämtliche Zugänge zur Station waren von Tausenden belagert, die, wenn sie schon nicht den Mit den rotweißen Farben Hollywoods geschmückten Zug sehest konnten, wenigstens einen Blick auf die Helden de§. Tages, die Männer, welche den Namen der Stadt in der ganäeN Welt bekannt gemacht hatten, werfen wollten. -; .... In einem streng abgeschlossenen Raume Wihm steiges wartete der Bürgermeffter von Holly-voo-d,'' mtt weißen Barttoteletten, Zwicker und den Insignien seines Amtes, umgeben von saMtkichrn Mitgliedern des Stadt-, rates, astf. die-Ankunft des Zuges und begrüßte .strahlestdest Lächelns die Gewinner des englischen Pokals, als sse' dest Waggons.entstiegen. tiSchluß folgt.) t * 33811794