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Wiener Morgenzeitung · 1924-08-22 · Heft 1983 (22.8.1924) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1983 (22.8.1924)
Date
1924-08-22
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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«r. 1988 Mm, Freitag ' 4i% MonatS September abgchen zu lassen. Die ganze KartaffelwuKstchr ivach den gewannten Ländern soll akn 1. Detzem» ber durrygvführt sein. Im Vorfahre hat Aegypten aus der Spwjtztunwn SO WO Tonnen,- Palästina 4000 Tonnen Kartoffelbezogen. ' '' Ausländische Kreditangebote in Jugoslawien. Wir berichteten bore-itS, daß JuMowien Besuche unternommen hat, um im Ausland Kredite zu erhalten, und es wurde in der Schweiz mit einer Finanzgruppe sin Uebereinlkommen bezüglich der Anwvffung von 16 Millionen Schweizer Franken getroffen. In letzter Zeit wurden mnmchr Jugoftawien drei bedeutende Kreditangebote gemacht, und zwar hat die englische Gruppe Armsttong and Whithworth einen Kredit von 8 Millionen Pfund Sterling zum Ausbau der Adria« bahn angeboten. Ms BMngMg wurde die EvkMmg der Konzession zur Ausbeutung verschiedener Mstallbevgwerke in Bosnien gestellt. Nebst der englischen Grusle hat ein aus der Ban ca Adviwdioa, Banea Com merziale Triestina und der Bmea Eommeryiale Italic,na bestehendes Konsortium Jugoslawien einen Kredit von 600 Millionen bis 1 Milliarde Lire angeiboten und durch 20 Jahre hindurch 7 Prozent für Zinsen und Amortisation fordert. Aus diesem Kredit sollten ebenfalls Eisenbahnen in Jugoslawien ausgebaut werden, außerdem stellte das Koiffortmm die Bedingung, daß italienische Arbeiter und Ingenieure angestellt und dem Konsortium die Konzession zur Ausbeutung großer Waldungen in Jugoslaüoien ertM werden. Zn diesem beiden Angeboten gesellte sich als drittes, das der amerikanischen Firma Blair und Co., mit welcher Jugoslawien im vergangenen Jahre bereits erfolglos verhandelte, denn'damals konnte die an Jugoslawien zu gewährende Anleihe in Amerika Mm Kuvst von 86 nicht placiert ,verden. Jetzt erklärte sich die Gruppe bereit, die jugoslawische Anleihe zum Kurse von 90 aus den: amerikanischen Markte unteuzUbringen. Es werden, wie verlautet, mit allen drei Gruppen Verhandlungen geflogen. Bisher wurden in keiner Richtung hin bindende Zusagen gemacht, oder irgend welche Beschlüsse gefaßt ■ Gründung einer deutsch-ungarischen Haudelseinrgungsstelle. Zwischen dem Deutschen 'Industrie- und Handelsraq als Gesamtvertretung der deutschen Industrie- und Handelskammern und den maßgebenden ungarischen Wirtschaftsorganisationen ist, wie wir hören, ein Vertrag geschlossen morden, wonach handelsrechtliche Streitigkeiten zwischen deutschen und ungarischen Kaufleuten unter Ausschluß des Rechtsweges künftig durch Anrrrs der Handelseinigungsstelle geschlichtet werden können. Freigabe der Erträgnisse des in Amerika beschlagnahmten Vermögens. Nach Mitleilungen aus Washington steht die Ausi'.ahlnnci der nach der Wiuflow Bill den Eigentümern von beschsaguebmten Vermögen ahjährlich bis zur Höhe von 10.000 Dollar sreizugebenden Zinsen. Dividenden und' anderen Nettoeinkommen unmittelbar bevor. Der Alien Property Custodian hat hierfür ein Sonderburecm eingerichtet, da. die Ausrechnung der "ans die -einzelnen BciaWermögen Entfallenden Zinsbeträge einen großen Arbeitsaufwand verursacht. Ans dem Gesamtzinsbe-r-ag für sämtliche VermögenSleile wird ein einheitlicher Zinsfaktor ermittelt, der voraussichtlich einer Verzinsung von etwa 4 Prozent entsprechen wird. — Wir können hierzu bemerken, daß die Tatsache der Freigabe von Zinsbeträgen Noch ungewiß Wiener Moirffenzettirna. ist; es handelt sich in den oben wiedergegebenen Mitteilungen noch um Vorarbeiten. Im übrigen dürfte dev in Frage stehenden Freigabe feine zu große allgemeine. Bedeutung beizumessen sein, da es sich bei den meisten Vermögenöposten um Beträge unter 10.000 Dollar-handelt. Es-ist weiter festzuhälten, daß für Barbeträge (ausgesparte Dividenden usw.) d,e Verzinsung erst /üb 4. März 1923 läuft. Dividenden für Shares. Zinsen, für ' Bonds usw. wurden bereits für eine längere Zeit dem Vermögen Angeschlagen. Der russische Waggonbau im Jahre 1924—25. Wie Rußpretz erfährt, hat die Leitung der russischen Eisenbahnen beim .„Glavmetall" (Metalltrust) außer den für das OPevakionsjchr 1924—26 vorgesehenen Arbeiten noch die Reparaturen verschiedener Lastwaggons sowie den Bau neuer Personenwaggons in Bestellung gegeben. Insgesamt fallen in den Rahmen des Reparalurprogrammz die Instandsetzung von 625 Personen- Waggons, von denen ungefähr 300 zweiachsige Waggons vierter . Klasse sein sollen. Ungünstige Pflaumenernte in Jugoslawien. Aus Belgrad wird uns berichtet: Die diesjährige Pfbanmenernte wird in Jugoslawien ziemlich ungünstig, sein. Das Hauptpflaumengebiet des Landes in Bosnien wird m-aKimal 400 Waggons gedörrte Psl-awmen liefern können. In Serbien selbst ist die Lage nicht Anrstige-r, nur Mt dem Unterschied, daß dort die einzelnen Früchte schön groß entwickelt sind. Ne WarenMMe. (Eigenbericht der „Wiener Morgenzeitnng".) Holz. Da8 hiesige Platzgeschäst ist anhaltend ruhig und es kamen nur unbedeutende Abschlüsse zustande. Der finnische Holzmarkt ist gleichfalls still. Man hofft jedoch, daß die englischen und französischen Käufer, die sich, um niedrigere Preise durchzuzwingen, bisher zurückhalten, noch in diesem Monat auf den Markt komtüen werden. Eine weitere Preisreduktion würde dem Vernehmen nach die Existenz zahlreicher finnischer Sägereien bedrohen, indem seit 1920 die Sterlittgnotierung für finnisches Holz ständig gefallen und die finnische Mark gegen Sterling um 50 */# gestiegen ist, während Waldpreise und Arbeitslöhne stabil waren. Die größeren Exporteure haben bereits 60 bis 75*/, ihrer Produktion verkauft; die gesamten Abschlüffe pro Enhe Juli werben auf 600.000 Pfund Sterling geschätzt. Es handelt sich dabei hauptsächlich um Tanne für Holland zu 165 Gulden. RoMute. Auf ben ausländischen RohhäntemÜrkten hat sich eine Neue, nicht unerhebliche Befestigung vollzogen. Die Preise sind um IO bis 20, bei Spezialgattungen sogar bis 30*/«, höher gegangen. Auf d.ern Ledermarkt ist eine. fühlbare Belebung der Nachfrage eingetreten, so daß man auch die Einarbeitungen in rohen Häuten wieder verstärken mußte. Ferner war eine ununterbrochene, wenn auch nur langsame Aufwärtsbewegung der Weltmarktpreise zu beobachten. Sowohl in Südals auch in Nordamerika haben die Preise seit etwa Monatsfrist erheblich angezogen. Schließlich hatte man im Häutehandel mit einer Aufhebung der Ausfuhrsperre für rohe Häute und Felle gerechnet, . und unter diesen haussegünstigen Momenten zogen die Preise auf sämtlichen Auktionen seit ungefähr Mitte Juli erheblich an, während auf der Berliner Versteigerung die Stimmung nicht mehr ' ganz so fest war wie die in Süd- und Mitteldeutschland. Inzwischen hat das Reichswirtschaftsministerium mitgeteilt, daß eine Aufhebung der Ausfuhrsperre, vorerst nicht erfolge, daß vielmehr das gesamte deutsche Häutegefälle der inländischen Ledererzeugung und -Verarbeitung Vorbehalts bleiben müsse. Die ablehnende Haltung der Behörde gründet sich nicht allein auf die Forderungen der Häute- und Lederverarbeiter, sondern auch auf __LS. August 1YS4 - Gerte 7 die gerade in den Ländern noch bestehende Ausfuhrsperre, auf deren Haute es der inländischen Erzeugung ganz besonderankommt. In Deutschland hat sich der Absatz auf dem Ledermarkt recht belebt, die Schuhindustrie hat die KristS ziemlich über-, wunden, sie greift auf dem Ledermarkt wieder kräftig ein, und da der Herbst vor der Türe steht, der, den Beginn der stärksten Verbrauchszeit für Leder zu bringen pflegt, aber auf der anderen Seite weder bei der Schuhindustrie, noch beim Zwischenhandel nennenswerte Lederbestände vorhanden sind, so rechnet man auch für die nächste Zeit mit einem lebhaften Bedarf für Großviehhäute. - Diehmärtte i« St. Marx. (Eigenbericht der „Wiener Movgenzeitung".) Rindermarkt. Der gestrige Auftrieb belief sich auf 27 Stück inländisches, 46 Stück ungarisches, — Stück tschechoslowakisches, 371 Stück jugoslawisches, 368 Stück rumänisches, 43 Stück deutsches und 23 Stück dänisches, zusammen 798 Stück Schlachtvieh, worunter sich 539 Stück Mast- und 359 Stück Beinlvieh befanden. Der Gattung nach waren 594 Ochsen, 139 Stiere und 65 Kübe. Bet schwierigem Verkehr haben sämtliche Qualitäten 500 K. im Preise nachgegeben. Ein Großteil blieb unverkauft. Stechviehmarkt. Die gestrige Gesamtzufuhr belief sich aUf 1765 Stück Kälber, darunter 856 lebende, 352 Weidnerschweine, 90 Weidnerschafe. 86 lebende, 9 Ziegen Md 16 Lämmer. Infolge zunehmenden lokalen Bedarfes tendierten Kälber fester. Lebende blieben zwar im Preise unverändert, allein Weidner haben im Vergleich zur Vorwoche um 1000 K. pro Kilogramm angezogen. Fleischschweine stellten sich gleichfalls um 1000 K. pro Kilogramm höher im Preise. Fettschweine erhielten sich auf vorwöchigem Preisniveau. Es notierten: Lebende Kälber 20.000 bis 26.000 K., Weidner 24.000 bis 30.000 K., Fleischschweine 26.000 bis 31.000 K.. Fettschweine 24.000 bis 27.000 K., Weidnerschaie 10.000 LiS 18.000 K., lebende 8000 bis 12.000 K., Ziegen 8000 bis 12.000 K. und Lämmer 15.000 bis 18.000 K. pro Kilogramm. __ Berliner Börse. Berlin, 21. August. Nach der Festigkeit der letzten Ta^ machte sich besonders zu Beginn des heutigen Verkehres em empfindlicher Rückschlag bemerkbar, welcher auch von einem Nachlassen der bisher etwas größeren Geschäftstätigkeit begleitet war. Es handelte sich dabei mehr um große Positionslösungen umfangreicher Engagements in verschiedenen Aktienaattungen, die seinerzeit ans den erfolgreichen Abschluß der Londoner Konferenz eingegangen waren, als um politische Beweggründe, obwohl in dieser Hinsicht Zweifel einer Annahme der Londoner Abmachungen durch, den Reichstag stark betont wurden. Von dem Rückschlag wurden hauptsächlich Dividendenpapiere betroffen, von denen die Mehrzahl der führenden Werte 1 bis 2, vereinzelt sogar 3 bis 4 Billionen Prozent verloren. Auch Kali-Aktien mußten von der Steigerung der letzten Tage entsprechende Prozente wieder hergeben.- Von Vorkriegsanl-eihen stellten sich Alte Reichsanleih-e mäßig niedriger; .dreiprozentige Reichs- und Kriegsanleihe konnten sich behaupten. Preußische Konsöls waren etwas lebhafter begehrt. Bei der allgemeinen Zurückhaltung und.bei den kleinen .Umsätzen bekundete die Börse eine ziemliche Widerstanldskraft, ohne daß es aber auch im späteren Verlaufe zu einer wesentlichen Besserung der Stimmung gekommen wäre. Am Geld- und Devisenmarkt ist die Lage unverändert geblieben. (Alles in Billionen von Mark.) ' " Schlußkurse: Türkische Lose 23.625, Oesteri. Staatsbcchn —, Nordd. Lloyd 6.8, Ver. Elbeschiffahrt 2.875, Berliner Handelsgesellschaft 30.5, ‘ Kommerz. Privatbank 6.5, Darmstädter Bank 9.75, Deutsche Bank 11.125, DiSkonto- Kommandit 13.5, Dresdner Bank 7.375, Nationalbank für in Modefarben 100 cm breit WttN.UADlER6A5Sfr"« Copyright Oesterheld & Co. Berlaü, Berlin. Fortsetzung. DAS Mödche» im Nebel. Kriminalroman. Von Josef Gollomb. „Natürlich konnte das PulbWum das nicht wissen. So ließ jte es und wurde Violinlehrerin. Jemand — ich vergaß wer — erzählte ihr, ich schwankte zwischen Chemie und Musik als Beruf —sie lachte entschuldigend. ,Me sehen, waS'für ein Dilettant ich «war! — Mso, sie gab mir Stunden. Sie war mir so ergeben, daß wir bald gute Freunde wurden. Wer bald merlkbe ich, daß ich zur Chemie und zum Vater wollte. So ging -ich zurück. Sie kam mit mir zu Besuch. Dann bat Vater sie, als m-fhie Lehrerin und Gesellschaftern zu bleiben. Das tat Isie, und jetzt ist sie hier m’it Ws in London." „Das ist alles, -was mich -betrifft", lächelte sie schwankend. „Vater ist so wundervoll. Sie wissen, nicht wahr, daß er ein Verfahren fand, Radium zu erzeugen, das um hundert Prozent billiger ist als bisher?" Sie sagte das nicht, nur z,lt prahlen, aber mit einer Absicht und mit wachsender Besorgnis in ihrem Lächeln. Sie konnte den Ausdruck auf Malvins Gesichtwicht sehen, da er di>e Augen halb geschlossen hatte, und seine Hand, die brennende Zigarette über den Mund hielt. - „D ie Zeitungen sind voll davon", sagte er endlich. Es ivar etwas Rauhes iu seiner Evwidevuug. Sie horchte aus. „Freuerl Sie sich denn nicht — wenigstens ein bißchen?" - „Für Sie", au-iwortete ex nach einigem Kampf.-. Eileen betrachtete ihn erstaunt, enttäuscht. „Das haben Sie, Herr Malvin? Was haben Sie «legen meinen Vater?" „Nichts . .. . ich. . - . „Seien Sie offen mit mir", >bat sie. ,/Jch habe vergÄbenS versucht, Sie an Bord bslaunt zu machen; Sie sind stets au'sgc wichen. Ich habe Sie öfters eingeladen, zu uns zu lo-numm, Sie schützten immer etwas anderes vor. Was soll -das heißen?" ,-Sie werden mich verachten," er wich ihrem Blick aus, „es ist Er der Neid des Gescheiterten gegenüber dem Erfolgreichen." „Oh!" Sie war betroffen. ,ßk haben kein Recht, in -Ihrem Alter sich einen Gescheiterten zu neunen. Wenn Sie nur wüßten, wie viele Jahve mühseliger Arbeit, Entbehrung, Mißerfolg über Mißerfolg mein Vater erdulden mußte! Das ist der Teil, den Mutter erlebte — und sie staub, bevor er den leisesten Hoffnungsschimmer vor sich sah. Nicht sehr beneidenswert, wie? Ein Mann, der Jahre läng sich allein abgemüht hat! Niemand hatte Vertrauen genug jtt seinen Versuchen, um ihm zw helfen; er mußte alles allein machen —" „Alles allein?" unterbrach Malvin scharf. Eileen war überrascht über die Härte des Tonfalls, denn idüe Worte, dir ihm entfuhren, schienen eher ein ärgerlicher Ausruf. „Da Sie mich-fragen," fuhr sie verwirrt fort, „muß ich Ihnen wohl von Herrn Garra erzählen. Ich weiß so wenig darüber. Ms die ganze Geschichte passierte, war ich gerade in New-Dork. Vater sprach nie ^darüber, und-da dir Sache schlintm ausging, wagte ich nie, ihn darüber . zu fragen... Als Vater feine Versuche fast vollendet hatte, fchrieib ihm ein C'hemilker namens Garra. Dieser hatte von der Erfindung meines Vaters gehört. Er arbeitete auch an der Gewinnung von Radium und glaubte, einen ähnlichen Weg gefunden zn haben. Sie trafen sich, gründeten eine Gesellschaft und gingen später rach üllexiko, wo sie ein großes Lager von Pechblende entdeckten. Sie brachten etwas Geld zusaiM-men. 'bauten eine kleine Anlage und begannen den Betrieb, als sie in einen furchtbaren Streit.gerieten, Sie -klagten, -und Vater gewann den Prozeß; Mister -Garra -wurde durch dais Urteil ruiniert -und veging aus irgend einem Grunde Selbstmord. Vater -war ganz z-er- Eine leichte Berleg«mheft rötete Eileens Wangen, sie sagte: „Herr Malvin, wenn Sie «wüßten, wie absolur unfähig mein Vater ist,-jemandem- Mröcht Krtun '- Er war plötzlich ausg-cstanden, ein merkwürdige» Lächeln um seine Lippew „Tanzen -wir," sagte er, „fetzt spielen sie mein Lieb» lingslied", und er begann einen Walzer mit ihr zu tanken. Eileen versuchte, st-in Gesicht zu scheu, um die Veränderung. die sie so sehr beunruhigte, zu verstehen. Als sie wieder faßen, ging sie noch ein-mal mutig ziem Angriff vor, im Vertrauen darauf, daß er sicher nichts zu verbergen habe. „Ich habe Ihnen alles über mich erzählt," sagte sie bü.nah' neckend, „jetzt erzählen Sie mir Ihr schreckliches Geheimnis." „Mein Leben ist nicht s-chr interessant." Das Mädchen ärgerte sich über die Kürze. ,^Jch bin nur ein Herumtreiber." „Wohin und woher?" . fragte sie mit Wärme. „Sir gehen wahrscheinlich weit und sind augenblicklich entmutigt; Vater ivar's viele Jahre. „Ich habe keine so glänzenden Hoffnungen." Seim. Gvbi-tterung wurde zwe-ide-utig. „Mein Herumtveiben ist das Gemeinste." Plötzlich verlor er die Geduld. „Warum, warum bestehen Si^ darauf, daß ich Ihnen sage, wie gemein mein Leben ist?" Sie zuckte zusammen und wurde traurig. „Ich will nicht darauf 'bestehen", ihre Augen blickten schm'erzlich, als sie sprach. ,^ch bitte Sie um Verzeihung — oh, ich schäme mich." -Ihr G-eisicht brannte; sie schien förmlich zufammenFuzucken vor ihm. - Er sah sie an. als ob er sie geschlagen hä-tte, mrd sein Gesicht wurde -weiß. Sein ganzes Wesen war gespannt vor Aufregung, und ohne zu überlegen, nahm er Hve Hand zwifche-n die seinen. ' , ,Hören Sie," sagte er atemlos, „vergeben Sn mir. Geben Sie mich nicht auf. Ich werde Ihnen sagenwarum Sir sich nicht zu schämen /brauchen. Sie fragten mich nur, weil ich es wollte — so dringend wollte, daß Sie mich fragest!" Si-e' schüttelte den Kopf- >Sie sagen das nur, damit ich mich west-iger (Fortsetzung folgt.>

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