Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1950 (20.7.1924)
- Date
- 1924-07-20
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite £ sprechen Mint Hütte solche Gedanken sich im Wischen BMWWn fesWHtzt Ehaben, die Wische Seele erfüllen, daK'MM Frücht-Ws' Saat, die Herzl gesät hat. Daß es 'einmal einen aMvesi - Zustand gegeben hat, wissen viele von ttnL. heMiKr , nicht. Das Judentum hatte sich einmal inettteät reit, verzweifelten Kampf um seine geistigen'und. rellen Werte an die Vergangenheit an-geschlvGnz-Dk^ mutlos und ziellos in eine ungewisse Ferne. Es gahnür? die Gesamtheit der Unterdrückung, aber keinen -irryeren politischen Züsammerchüng. Herzl gab uns die Geüremsamkeit wieder, er brachte uns das, was wir heute Äs' selbstverständlichen Besitz festhalM, bte dM Einheit des Judentums in Ost uM West, M'.WisW NeLeMndung der Diaspora. M lDte uns W gr M politische Pflicht, das Exil auch politisch, national, räumlich zu überwinden. Die Befreiwig aus der Gälukh konnte kein Geschenk sein, sie mMe erarbeitet und erkämpft werden. . An dieser NoÜveMMt - hat sich nichts Mtchert. Der Zionismus hat die internationale Nnerkenmmg gesunden; in dem Völkerbundpakt, der . der englischen - Regierung das Mandat erteilt, tritt die Leitung!der M-. nisüschen Organisation als Repräsentant des 'jüdischen Voltes der-Mandatsmacht zur Seiten Der PÄWche Monismus trägt die Vercmtwort-uri-Z für-Inhalt: und Ge»' staltung des AufbaMverkes. Er trägt sie im vollen Bewußtsein seiner historischen Pflicht, aber er kann chr nur gerecht werden, wenn es chm gelingt/ Erez Israel aus einent geMgen Besitz zu einem materiellen zu der-.- vollständigen. Das zu erreichen-ist eine Aufgabe, an die das'gesamte Volk seine Kraft und seine-Wittel setzen muß. An das Volk hat Herzl appelliert und noch yie. hat ein Volk versagt, wenn nian zu seiner Seele, zü sei-! ner Sehnsucht-nach freier Selbstbestimmung Wach.' Aus der Tragik der Verbannung kannsich das Volk nur selbst befreien. Englands Mandat ist nur ein technischer' Behelf. Wir haben zu beweisen, daß wir des Vertrauens würdig sind,, das die Völkergemeinschaft, uns zeigt, wir haben Geld und Müschen für Erez Israel zu stellen, das Land zu erlösen, nach dem sich- Herzl sehnte und wohin wir das, was sterblich an ihm war, bringen wollen. - Herr! und der Zionismus im Urteil eines WerreMche» Mknmten. Das soeben-im-Ve'rlag für Kultur- > ( Politik, München, erschienene:.Buch d^Hreiherrn.v.Musnlin „Das.Haus am Ball- Platz", welches ein fesselndes .Bild der österreichischen Autzenpölitik vor dein-Kriege gibt,'enthält -eine Charakteristik des p.o l-rt'i sch"e n Journa.bisten Herz-l in seiner Par.ifex. Zeit, die damals.bereits den tiefen politischen Blick Herzls bewunderte. Diese-Charakteristik und die in Musulins Buche enthaltene Darlegung über die Stellungnahme des österreichi s men Außenminister irr-ms zu dem von Herzl begründeten, pok i t i s H e n Z i o n i s m n s seien hier wiedergegeben: - Neben meinen Sprachstudien und dem Besuche, der Pariser Kunstsammlungen jjfög, ErMüng. der zahlreichen gesellschaftlichen Verpflichtungen war den Abendstunden Vorbehalten), trachtete ich, mir einen Einblick , in die politische Situation Frankreichs, sein innerpolitisches Leben und seine «außerpolitischen Verhältnisse zu Verschaffen, wobei mir der damalige Korrespondent der „Neuen Freien Presse" in Paris, Theodor Herzl, in hilfreicher Weise an die Hand ging. Herzl, der Jahre hindurch als parlamentarischer Berichterstatter die Verhandlungen im Palais Bourbon von der Tribüne der Journalisten aus verfolgt halte, besaß einen verblüffenden Einbl ick in das parlamentarische Leben in Frankreich' und verband, mit einer scharfen Erfassung der verschiedenen inner- und außerpolitischen Probleme eine umfassende und tiefgehende Personalkenntnis. Er war zweifelsohne der h e r b o r r a g e n d st e' journalistische Berichterstatter, den ich im Lause meiner Karriere kennen zu lernen Gelegenheit hatte Während der Zeit, da ich im Ministerium detz Aeußeru das kultuspolitische Referat leitete/ habe ich mich auch um verschiedene, das Judentum betreffende Fragen bemüht. / Wir hatten in den Heiligen Landen einige von Öftey reichischen Juden begründete Anstalten, die allmählich 'ujb serem Protektorate entglitten waren. Ich war bestrebt, diese Anstalten wieder inniger mit der Monarchie zu vyr Linden. - - - *\ Auch eine andere jüdische Angelegenheit erregte mein Interesse. Aus einzelnen Gebieten der Monarchie, beson ders aus Galizien und Ungarn, ergoß sich auf dem Wege mildtätiger Sammlungen, „Chaluka" genannt, alljährlich ein reicher Geldstrom von-vielen HunderttausendeU-/von Kronen nach Palästina, um dort, in zahlreiche kleine-Kanäle abgeleitet, zu versickern, ohne daß für das allgchsteine Beste irgendein Nutzen zu verzeichnengewesen wäre. Ich war bestrebt, ein Kuratorium,. gebildet aus. denhervorragendsten Vertretern der Judenschaft der Monarchie, zu-- staube zu bringen, welches sich ebenso ym die Verwaltung unserer jüdischen Pflegestätten in Palästina, wie M. eine rationellere Verwendung. der Ehalukagelder . hatte kümmern sollen. Die Schwierigkeiten, ein solches Kuratorium zustande zu bringen, waren nicht gering,-pü es auch in der Juderrschaft. die verschiedensten. Strömungen gattz' Moderne, Konservative, Zionisten, j In den heiligen Landen hatte der ZionisymN um die MchHHWtzMe hermn Mt ansehnliche ErfoW zu vermrwmmmw am 20. Tamus 1924 ‘ ."DerAb'lodss^s'-ÄMs 'Äj-!;.;;''; Massenbesuch des jH«rzl-Gräb(Bi Jeder Jude hat »»diesem hesönckeren Gedenktag da* I vedürkni»/drw ES^ LÄM ru obren Laut,mit an dem Lhrenmal des jüdischen Volkes kür , » Theodor Herzl 'dem HersUWaldln Palästina spendet für dm Keren Kafemethi den jüdi- ' i sehen Natlon$lfonds Bureau: UiZirkusgasseNr. 33/ jfeU45*606 \ Postsparkassenkcmto 100.208 zeichnen; eine ganze Anzahl jüdischer kultureller Anstalten find :dvrt. alL z^nisMei Gründungen'-entstanden; andereschön bestehende HEn eine zionistische Leitung erhalten. Jüdische Freunde, die-ich hatte-und die mich in der Behandlung dir unsere" 'jüdischen Kölomen 'im Auslände interessierenden Fragen, berieten, berichtete» mir mit tiefer Rührung - den. großen Eindruck, -den. üy Wpfingen, alsihnen in den zionistischen Koloriten-. Lräische wieder als eine lebendige'Spräche-äN.'das^Ohr M.'E PMi-fWr w »tnd dt. vtt.m) •m ,, ww|i<|gii wurde 'hiet: _ getötet, als er einen öffentWeV« jraphierte.. Sein GMetLr, M sechs Poltzeiageniten wurden .de«»! ötraßenkSmpfe in MablM. -Lissabon, 18. Juli, (tzavas.) Zwischen Soldaten der rep-üblikanischen Garde und Policei'kchn es, M einem Z u s a m m e n st o ß, wobei a ch t Personen getötet und mehrere verletzt wurden.., Im Geßeusatze' zü Deutschland, das die Juden, deutscher Staatsangehörigkeit, auch in den Heiligen Landen dem Deutschtum erhalten wollte, war vom Standpunkte der österreichisch-ungarischen Monarchiegegen die zionistischen Bestrebungen^ n> d.exen-Dienst mein Pariser Mentor Theodor Herzl den Schatz seiner westeuropäischen Kultur gestellt 'hatte, iNichts-^inzulveNden. Die Monarchie lo^r ein Völkerstaat, die österreichischen Juden in Palästina wurden ihr nicht entfremdet, wenn sie ihre alte- Sprache wieder -zur Geltung kommen ließen.. Das krrlturpolitische Referat im-Min i st eri u m d es A euß ern bereitete der zionistischen Idee keine Schwierigkeiten, im Gegenteils es war bereit, sie zu fördern. Der Krieg und nreino Berufung nach Bern habe» die eingeleitytcn Aktionen unterbrochen. Re England schlägt eille Weltkonferenz vor. '(Eigendienst der „Wiener Movgenzeitung^.) - Genf, 18. Juli. - Die englische--Regierung.,hat den ^Völkerbund von 'ihrer Msicht verständigt, eine Konferenz wl'l'er'Regi^erwngM-ber - Welt' einzuberufen. oder ein'beMfen zu helfen^ die jich mit dem Plan der ä l l g eni e i.n e n. A b r ü st u n g' befasse» soll. An der Kopferenz sollen auch diejenigen. Staaten ..teilnehmen, die' noch n i ch t dem V ö l k e r b u n d angehören. Die Regierungskrise in IugoWwien. Jovauobie mit der Kabinettsbilbung betraut. s,. - (Gigeudkust -der „Wiener AwMvzeitung".) - Belgrad, 19 .Juli. Die RegknmgMse scheint in der Richtung zum Ko-nzentration'skabinett sich zu entwickeln. Es '.verbautet, daß Pusie durch den HofüMvschrall, . der 'gostern -bei J)nt . ut Audienz ^erschien, seine schriftliche Demission überreicht halbe. Hm-te vormittags erschien der Präsident der Gkupschtina Jnbo Jov.anovi.e neuerlich^in Audienz. Nach der Audienz verweigerte er alle Erklärungen, begab sich aber sofort-in iden radikaben Klub, wo er anit seinen Gesinnungsgenossen Berätuügen pflog. Es wird behauptet, daß Jovauovie das' Mandat zur Bildung eines-! KonzentrationSkMnettS vom König entgege-ngerrommen habe.. Nach einer in der politischen Welt Belgrads, sich erhallenden Version rechnet man mit eindm K abi'ne t t am s Kle rikale n u nd Rad i k a l c n. J-odano die hat seine Beratungen mit den ÄMgliehern -des. dsmissionierten- Kabinetts fortgesetzt, die jedoch' gegen jede RegierungsneUbildüng oh n e Pa s i c sich entschieden ausgesprochen haben sollen. Somit muß auch die Mss.ion Jovanovic bereits alsL.-es ch -e -i t e rt ängeWn ^werden - Las Attentat aus Zagluk Pascha. , . Zaglnl wiederhergestellt. Beim - ägyptischen- Konsulat .in-Wien ist ^gestern folgendes T.elegranml .des' -Ministeriums des Aeußeru in Kairo eingelangt: „Der.-Präsident.Zaglul Pascha hat gestern abends das Spütd k V erlassen und ist in das Volks haus (Amtssitz) zurückgekehrt. Eine enthusiasti sche Menge drängte sich längs des ganzen Weges und überschüttet^den Befreier des Landes mit ihren.Vivat rufen.-Alle Straßen in dpr Nähe des Volkshauses waren schwarz von Menschen, Die Fr'eude ist allg.ettt ein." Bor einem Sttett der englischen tzlettrizMs arbeiter. London^ 19. IM. Die tm MMN Lande veransballete AbftinMMng'unter den Ar-beitcr»der eiU.ttri» f che n Zentralenevgjalb eine gro ß e Me!hrhei-t für den Sireik, uipr eine Lohnerhöhung von.- z e h n S ch i l l i n g in der Woche durchzufstzen.-.. Lee amerttamsche Konful in Teheran .• London,,19. ,’^uti.(Hrüter.) Aus Teh e-r an wird gemeldet, daß der amer t!antsch e Konsul im Per lauf^eines Aukrubrs aetötet worden sei. eine italienische Anleihe fiir Fngoslawieu. Rom, 19. Juli. Es wird beiställgt, daß die Pevhänd»' handluingen über eine italienische Anleihe von 6Ost Millionen L i.r-e an Jugoslawien günstig fortschreiten. Sie werdiwo-u der Banda Cominereiale begobm'wer-, den. Die Bedingungen würden die gleichen sein wie für di^ 'Anleihe an Pole Sie eingliedernng der farzWcheu MW in das Heer. ' (Eigerrdienst -der „Wiener Morgenzeitu-n-g".) ' Rom, 19. Juli. Die Publikation des Dekrets über die Eingliederung der Miliz in das Heer steht uv.-', ulittelbar bevor. Das Dekret wird die Stellung und die F'Uuktiorlen^ der Miliz festlegett. Sie soll der in t-. li tär is ch en Vorbereitung und gewissen territorialen Diensten züge'wiesen werden. Sie wird durch §qs. Atinisterinm des Innern für die' S i ch e r u n g d e r V ös fentlrchen- Qrdnung herang'ezogen werden können. Ferner wird die Miliz freiwillige Kolomalformptiouen bilden. In Kriegszerten werden alle Angehörigen der Miliz im MMridienfte - ihren Heeresformatlonen folgen^ während andere zu territorialen Diensten h'erangezogen werden sollen. Ein- Gesetz über die Stellung der Of». f i z i e r e der Miliz ist in Vorbereitung und. soll der,,Kam- ', mer vorgelegt- .werden. Die Miliz chjxd Ünler .-dew Hom- - mando des M im i st e r p r ä s r d e n t e n stehen." r;-■■■. V .. ''! Lie llmbilvang des polnischen Kabinetts. Witos redivivüs? ' - , , ' (Gigendienst der „Wiener M-org-mzeitung".). ' Warschau, 19. Juli. Im Zusammenhang mit'den' Verhandlungen T h u g u t t smit dem Ministerpräsidenten Grabski hat ersterer nach Niederlegung des Vorsitzes -in seinem--Klub -seinen Austrittmus dem-- ,-,Wyzkvo'- lenie" angemeldet. Es verlautete daß .Abgeordneter T h ugutt mit seinen nächsten Parteifreunden eine neue Volks Partei zu bildenim Begriffe sei. Es ist auch nicht ausgeschlossen, daß diese Gruppe zur Regierungsmehrheit übergehen wird, in welchem Falle T h u g u t t sicherlich ins Kabinett eintreten würde. Ministerpräsident G r a b s k i verhandelt inzwischen mit der W i i o s- Partei, der er die Besetzung von zwei Min ist erportefeuill es vorschlägt. Nach dem Mißerfolg des Abgeordneten Thügutt hält man es für nicht ausgeschlossen, daß Abgeordneter Witos an die Konsolidierung aller Volksparteigruppen herantreten und deren Führung übernehmen wird, in welchem Falle ihm dann wiederlrm eine führende Rolle im Sejm zukommen würde. Ae jüdischen Minderheitrsragen 1« Pole«. Gesetzentwürfe Über die Mischen Gemeinde«. — Vor dei Aufhebung der Rechtsbeschränkungen. Mgendi^nst der „Wiener Morg-euzellung".) Warschau, 19. Juli. Der M i n i st e r r a t hat sich in seiner letzten Sitzung eingehend mit der R e g e l u n g d e r Juden frage beschäftigt.- Unter anderem wurde beschlossen, einen Gesetzentwurf über die Regelung her jüdischen Gemei.»devrdnung und die Aufhebung der noch aus der russischen Zeit bestehenden ' gesetzlichen Beschränkungen der Juden auszuarbeiten. ES ist nicht ausgeschlossen, daß diese Gesetzesprojekte noch vor Schluß der Sommerses.fion dem Sejm v'orgeleg't werden. Der 'Ministerrat hat sich auch ntit den letzten Vorfällen in der Eröffnungssitzung des neugewählten! Warschauer jüdischen Gemeinderates, über die wir semerzeit berichteten, beschäftigt. zehnstündentag in Pole«. Warschau, . 19. Juli. Der Miuistervat Hat beMossen. die Arbeitszeit in den Metallfabr-iken P o ln i s ch - Ob erschlesiens unter der Bedingung, aus 1V S t u nd e.n zu verlängern, daß hierdurch di« Vor-' kriegsnorm nicht überschritten werde. Dieser Beschluß ist durch die.ErnsÄhvung des ZchnstundentageS in der 8Mallindustrie. Deutscho-ber^chlesien!s veranlaßt wo-vM.