Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1939 (9.7.1924)
- Date
- 1924-07-09
- Page
- Seite 10 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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t!'p'- I ■. 1:1;i s, Seite 10 Men, Mittwoch Wiener Morgenzektunfl. mammm 9. Juli 1924 ■>;;• <wi/ v„ r‘l' » Nr. 1939 Jüdische Turner und Sportler! Am Sonntag den 20. d. findet der Gang zum Grabe Herzls statt. Es ist der Wunsch unserer Parteileitung, den 20. Todestag unseres großen, unvergeßlichen Führers in besonders würdiger Weise zu begehen. An diesem Tage sollt ihr, Mische Turner und Sportler, durch Massenbeteiligung die Größe und Disziplin. unserer Organisation beweisen. Erscheinet ausnahmslos! Befolget die Weisungen eurer Führer! Für den Jüdischen Turn- und Sportverband Oesterreichs: Földes m. p. Spie gl er «. p. * Morgen Donnerstag um 8 Uhr abends findet'im Kluoheim der Hakoah eine äußerst wichtige Besprechung der Vertreter sämtlicher Tnrn- und Sportvereine statt. Die Vereine haben zu dieser Sitzung unbedingt Vertreter zu entsenden! Zum abgelaufenen Meisterschaftsjahr. Der Meisterfchaftswettbcwerb ist zu.En.de, so daß es an gebracht' erscheint, einige Betrachtungen anzustellen. Die Amateure habrn Heuer nicht nur den Cup gewonnen, sondern auch den Meistersch-fttstitel errungen. Wenn uns jüdischnaftonale Sportler auch eine unüberbrückbare' Kluft von den jüdischen Anhängern der Ober-St. Beiter trennt, so anerkennen wir den« noch die Leistung dieses Vereins. Die höchsten Fußballtrophäen sind an keinen-Unwürdigen gefallen. Die Amateure sind nicht nür die beste Mannschaft,-sondern auch eines der fairsten Teams in Wien. ' . - . Wir healücktyünfckien die Amateure-Zpieler zu ihren ziveifachrn Triumph und wünschen ihnen noch z^reiche weitere Erfolge.' -- :v’ - - ' - ..Die Hakbgh landete an der.sechsten Stelle und es wäre ganz persehlt, die Tatsache verschleiern zu wollen, Saft ,' dic-se Placierung einem Mißerfolg gleichkommt. Es 'erscheint uns nun angebracht/-d'n Gründen nachzuforschen,' warum -die Hakoah derart mnoünstig abgeschnitten b^. Wir kennen die Diener Derhäst-nisse sebr genau - und wißen, drß die jüdische Mannsch.ft» sich viel!cleverer durchiekon kann als jeder andere Verein.'^ 'Dies ist höchstens ein ÄNIderu-ngs-, aber keineswegs ein Entschuldigungsgrund für die ungünstigen Resultate der Ma"Nichfti. Cs.dürfte.von niemandem bestritten werden, Last die Krieauer viel können. Dies beweisen einzelne Spitzenleistungen, die won einigen wenigen anderen Wie-ner Klubs -vielleicht erreicht. aber auf keinem Fall überboten wurden. Auch in der vergangenen Saison hat die Hakoah eine Prachft-ristung vollbracht. Nach langer Zeit besiegte eine Wiener Elf'einen .Prager Spitzender ein aus dessen Platz, und dieser Triumph war der Hakoah boschieden. Das war aber vielleicht PUR. der einzige wirkliche Erfolg, den die Krieauer. im abaclausenen Frühjahr -aufzuweisen hatten. Die Frage ist nun mehr als llerechtigt. warum die Hakoah in den letzten Wettbewerben nicht.annähernd die Rolle spielt, die ihr auf Grund ihres -.as? sachlichen Könnens gebührt. Wir haben bereits einmal auf. die Mängel der Spieler hingewiesen. Wir-stellten fest, daß sie-.derzeit,, im Gegensatz zu' früher, langsam und wenig ansdauernd sind wobei ihnen noch der seinerzeit in so hohen: Maße besessene Kampfgeist fehlt/Wir'stellen fest, daß die Spieler körperlich z't schwach sind,', so dass sie im Kampf mit-robusten Gegnern sich nicht durchsetzen können. Weiters stellen wir fest, daß lämtl'sie Spieler. aller Mannschaften unserer Meinung ' nach Züchen Grundsätzen trainiert werden, da die richtige und verständige spdrtliche Leitung insbesondere dem. Nachwuchs äbgehtl Wir. gaben-.den Rat, daß die jungen Spieler vor allem unter, der Leitung' .von Meister Markus «in Körpertrai-ning durch.ma.cheu sollen, damit sie für das Fußballspiel überhaupt geeignet wer. den. M-.t Fliegengewichtlern kann man nicht zu Meistecschasisehren gelangen, da das Körpergewicht der Spieler für den Erfolg v"n aus'chlaggeben'der Bedeutung ist. Wir nahmen die Gelegenheit wahr und sahen uns den Nachwuchs der Hakoah an. Gut 40 Knaben beobachteten wir und können ruhig die Behauptung ausstellen, daß kaum fünf zum Fußballspiel Talent haben. Hier muß die Spreu vom Weizen gesondert werden. Den Gesundheitsspielern soll wohl auch Gelegenheit zur sportlichen Betätigung gegeben werden doch muß man trachten, Talente zu sammeln und in abgesonderte Iun Mannschaften einzureiben. Die Inngens, die dazu berufen sind, einmal die Farben der Hakoah zu vertreten, müssen dann vor allem geleitet und geführt werden. Das Fehlen der sportkundigen Führer bringt es mit sich, daß der derzeitige Nachwuchs der Hakoah nie Spieler hervorb'. ingen wird die selbst in fünf Jahren in die erste Mami'chaft eingestellt werden können. In der vergangenen Saison ließ aber nicht nur die sportliche Leitung viel zu wünschen übrig, sondern auch das Management der ersten Mannschaft war mehr als unglücklich. Wir'machen .der Sektio-nsleitung deshalb schon aus dem Grunde keinen Vorwurf, weil gerade das Management bisher ganz l-ervorrageud war. Diesmal ist die Hakoah aber zum Teil der, großen Koalition hereingefallen und zum Teil war der begreifliche Wunsch, Geld zu verdienen, schuld, daß die Ha-koah zu „Tode gehetzt" , wurde. . Wir glauben nicht, daß irgend ein ausländischer oder Wiener Verein in der ahoclausenen Saison so viele Spiele wie die Hakoah ausgetragen hat. Was. für einen Sinn hatte es, gegen F. C. Bern, Union Zizkow, Grazer Sturm usw. zu spielen.' Der finanzielle Erfolg war gleich Null und sportlich war in diesen Kämpfen auch nichts zu holen. Ware es nickt viel vernünftiger, in einer Saison nur ivenige zwischenstaatliche Spiele, die wirkliche „Schlager" sind, zu bestreiten, als die Mannschaft in eine Unzahl bedeutungslose, internationale Treffen zu jagen. , Der Reingewinn aus diesen wenigen Zugstücken wird bestimmt ' großer sein, als der bei diesen vielen kleinen internationalen Spielen erstelle. Die Folge die'er Hetzjagd war. daß die Hokoan, was bisher nie vorgekouunen ist, gnch nn Ausland „umschmiß". Die von den Krieaurrn in Berlin und Leipzig erzielten . Resultate sind trotz der schmeichelhaften Kritiken der. deutschen , Blätter als Mißerfolge zu werten. Diese unaünstioen Ergebnisse im Ausland und dos schlecht Abschneiden ip den lokalen Wettbewerben werden es mit sich bringen, daß die Hakoah aus der Fremde keine Einladungen mehr erhalten wird. Mit den schönen und interessc'nten Reuen wird es. wenn cs sich nichr bald sportlich zum bessern wendet in absehbarer Zeit einfach 'vorbei sein. Aber nicht nur im Ausland spielt man vor einem internationalen Publikum. Auch m Wien stattfindenden Spielen können einflußreiche Fremde beiwohnen, die dann m ihrer „Heimat über' d--s Gesehene Bericht erstatten. So b-sand sich-'beim letzten Meisterschaftsspiel Slovan gegen Hakoah der Vizevräsident des türkischen Verbandes. Hamdi Emin, unrer den Zuschauern. An diesem Tage wird ihm die Hakoah wahrlich nicht imponierhaben. Der 'irdische Verein dürfte demgemäß in absehbarer Zeit kaum eine Einladung, nach Konstantinopel p: kommen, erhalten. Slovan lüngegen wurde nach dem Cupiviel gegen Amateure vott Hamdi Emin vom Platz weg noch für den heurigen Sommer verpflichtet. - /Wir glauben nun, die verschiedenen beaanaenen 'Fehler gekennzeichnet zuhaben. Wir hoffen, daß die Mängel beheben werden, damit sich der Rückbl'ck über die kommende Meisterschaft erfreulicher gestalten kann. Auf dem Donau-Platz finde: heute um 6 Uhr das fünf Minuten. dauernde Nachtragsspiel zwischen W. A. C. und Donau statt. Ter Kampf beginnt beim Stand 1:0 für Donau. Die Auswahlmannschaft von Bülitz siegte in Lemberg gegen Czar-ni 2:1 (0:1). Hakoah (OlmÜtz) besiegte auf eigenem Platze -den S. E. Hodolanv 2:1 (2:0). Makkabi (Protznitz) unterlag in Proßnitz gegen Hanacka slavia 0:1. Der Tormann der Makkabi, Zaisler, erlitt eine schwere/Verletzung. ^Zaisler stvurde. von Popelka-zu Falle, gebracht -mud. ersterer erlitt eine Gehirnerschütterung.. Er wurde .vom Plätze getragen und ins Spital transportiert. Sein Zustand ist nicht lebensgefährlich. Das Spiel war äußerst roh und unfair. Gegen Popelka dürfte von der Staatsanwaltschaft i:~ Strafanzeige erstattet werden. Die Olympischen Spiele. Die Ringkampfkonkurrenzen. Paris, 8. Juli. Leichtgewicht: 'Matura (Ungavri) schlägt S e st a, .(Oesterreich). . Im Kinze llschi eß en auf Tont-a.u>be>n trafen neun Schützen, darunter, der Oesterreicher Schodl. 20 Taulben. . Degenfechten (Halbfinale): Frankreich, schlägt die B e reinigten - Sta a te-n 9:6 bei einem uitent» (chiedenen Gang. I-talien schlägt Spanien 10:5 bei einem unentschieden Gang'. ' Im 8 aufen über 200 Metev wurde Frank (Oesterreich) Zweiter. «Bereinigte Staaten),. Dödge (Vereinigte Staaten), Mutter's (Vereinigte Staaten), Hofs (N-orwegen), H a ugoo f. (England). Leichtathletik. Fünf neue französische Rekords wurden aMMich eine- Meetings der Enfants de Nept-nne von Tourcomg;am Sonntag erzielt. Mlle. Ernestine Lebrun, deren Stern schon am Ver-blassen war, schuf allein vier neue Bestleistungen.- Sie erzielte folgende neue. Zeiten: 100 Meter beliebig in 1:24,2 (ihr alter Rekord 1:24,4); 200 Meter in 8:12 (alter Rekord 3:16,6, Mlle. Mortier); .80y'Meter in 5:4,4' (ihr alter Rekord. 5:14,4): 4M Meter in 6:54^2 (alter Rekord Mlle. Prolin 7:6,6); Väntzvveren aus Tourcoing.verbesserteüber 400 Meter bslrebig den Landesrekord seines -Klubkollegen Padou - mitö:Ä vom 25. Juni 1-922 auf 5:49,6. ' "' ‘ *' / Aoxen. Klubkampf Hirkoah gegen Rapid. Im Freiluftkampfring auf dem Rapid-Platz treffen sich ein» ander heute um 7 Uhr abenlds die Boxmcrnnschaften de8 S. C. Rapid und der Hakoah. ■ . ... . Dir Hütteldorker Mannschaft ist eine der ältesten Wiens, sie ist derzeit für die Hakoah nock ein unbezwingbarer Gegner. Die Hakoah kann aber von ihr sehr viel lernen. Heim Boxsport ist e8 schon einmal so, daß man in einem e:nz:gen ernsten Kampf viel mehr lernen kann, alS selbst bei ernem langjährigen Training. Dies ist auch der Grund, haß die.Hakoah derart .viele Klubkämpfe bestreitet. Folgende Boxer werden einander heute entgegentreetn: . Federgewicht: SharminnS (Hakoah) gegen Houschka (Rapid). Spünner (Hakoah) gegen Rirsch (Rapid). " Leichtgewicht: Szerenh (Hakoah) gegen Christ (Rapid). Mildwurf (Hakoah) gegen Spiheder (Rapid). Weltergewicht: Koch (Hakoah) gegen Achatz (Rapid), Kuppermann (Hakoah) gegen Grießler (Rapid). 'Mittelgew:cht; Gronich (Hakoah) gegen Worm fistapkd). - Halbschwergewicht: Ing. Kadmon (Hakoah) gegen Schrammel (Rapid). Aus den Vereine«. - A-r :/ Heute, 7 Uhr /abends, AuKschußtsttz-nng, zu dev -sämtliche Herren bestimmt zprerscheinenhaben. - Nachher Spielerversammlung. B a r - K o ch b a. Heute, -8 Uhr abends, im Cafe Fortuna, Ausschüßsitzung. Die Herren Pelpan, FraM. Blau und Weiß werden ersucht, zuverlässig zu erscheinen. Srmstag.12. d.. 8 Uhr abends, Mit gliederversammlu'ng. Hakadur (Ping-iPong-Sektion). Heute ab 7 Uhr Training im Cafe Hochbevger, 9. -Bez.. Gvünetorgass« 17. Me Mitglieder werden ersucht, bestimmt zu erscheinen. (PRATER) CAFÜ _ ..._ Kalte und warme Köche / Gewählte Getränke / Höhenluft J Sonnenseite / Schattenseite./ Wasserseite 4S0 HTTn t^AcrorD Täglich Orchesterkonzert der,Kapelle W. QANQLBERGBR U I I U l\ADtWLK Auf dem Südplateau Künstler-Duo PRITZ und Dr. LAZARUS W ‘Theater von heute s $Ch5»>Ttt»ncr $<hloiltbtattn Unsere kleine Frau glUWäNe«,.Bunter Abend — Wiener Sinfonie-Orchester bei Regen im Festsaal der Hofburgl - üolkreperr Der lustige Krieg Cl>eaf<r In üler 3o$<Uta(lt: Lnkelchen hat ’ geträumt " Raimtliifl-CheÄter (Sxl-Bühne): Die politische Witwe modeiBts theattri Pariser Leben; klk. Ravimerrplelt: Die Galgentoni — Bei . Leonie ist war los! -7- Was Frauen träumen ... 10 Dtstsplelthtater: Der kühne Schwimmer 8 l^ärltheater (Amerik.-jidd. Kunfttheater): Die sieben Gehängten */,8 Chtiter an üer wie»: Grasin Mariza V-8 Akt 5tsdtthe»ter: Im weißen RSßl 7»8 Ulr. Börßcrtheater: Die Afrikareise '/,8 I-ß.Ztts«r§'Lbeaßer: Des Königs Nachbarin '/-L Re»»Iu»«ee'LLhke (Moskauer Studentenchor): , Abende an' der Wolga ' 8 R-l»Nd'LÜh»eDiagnose-16! V,8 Vr.RsMllMrnr: Eine mit Talent - . -V,8 Kotiffft»iinl>llfle1 (Prater): Kapelle W. Ganglberger, , Mnstlerduo Fritz und Dr. Lazarus ' . Soeben erschien dhe Nummer8/9 der ökonomischen Zwei-Wochenschrift Palästinas W INHALT Restaurant ‘yWlENEA‘ 1V3 Wien, II. Obere Donaustr. 91 . “ieo Vorzügliche Köche «o Palästina-Weine A B E |l D S NIL CH I 0 E K V ( H E l. Impoit-Markt Erez Israels / 2. Aegyptlsche Handelsbilanz /r3. Oekonomische Lage Syriens / 4. Produktion und Export der palästinensischen Kolonien / 5. Palästina- Welzem'und Palästina-Weizenmehl / 6. Der Orangenmatki /?. Die kooperative Bewegung / 8. Ballgesellschaft „Solei Boneh“ / 9, Die Konsum-Kooperative ^fyiaschjbir“ / 10. Zolltarife für Erez Israel, Transjordaman, Syrien und Aegypten / 11. Neue Unternehmungen und kleine Chronik Die ftunimer um fasst 65 Seiten / Quartformat / Preis 1 Sh. V Redaktion und Bureau: PL öw B. 21. Tel-Awiw, Palestlne ftt»rWz IX.Mrrtr.18 K»ir*« för Anflnjor. 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Kärntnerstr. 39 Eingang Annagass« 1, r«l. 77043 Untersuchungder Augen und Verord-I nung passender AugenglSser) täglich von 9 bis 6 Unr abends kostenlos unter der Leitung des Augenarztes Herrn Dr. Poborski ssia NÄHMASCHINEN SS PICK IX. Uechtanstalnstrass« Nr. 9BJ27 Vl.Oumpendorferstrassa Nr. 67 IV. Wladnar Hauptstrasse 10, „Union11 Kaufhaus 9 Weiße Golda Jakob Bellas, terausgsber u. Eigentümer: Iüd. ZeitungSu. erlagsgef. m. - b. H., Wien, 2. Bez., Taborstraße 1—3. Berantw. Redakteur: Ernst Weltreich, Wien, 20. Bez., Traunfelsgasse 8. — Druck-erei- und Berlags-A.-G. Ig. Steinmann (verant-wortl. Leiter: Viktor MiWoerger), 9. Bez., Universitätsstraße Nr. 8. Vetantw. Redakteur für die Tschecho-Slowakei: Litdlvig Weiß, Bratislava. Fischertorgasie Nr. 3. 6249 02298853