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Wiener Morgenzeitung · 1924-06-25 · Heft 1925 (25.6.1924) · p. Seite 9

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1925 (25.6.1924)
Date
1924-06-25
Page
Seite 9 (sequence 11)
Language
German
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•; :,• :■(••■;., t Wt- X0W '•4vPBity lUviUwi)^ ■ Wiener Morgenzettung. 35. Juni 1924 mm-w haM ' nicht vor, weshalb /sich der . AVbröckelungSprozeß weiter fortsttzte. ^Im. allgemeinen, ergaben «sich Kursverluste HiS zu 5 ProMt. In der zweien Börsenstunde wurden Kv-ar einige, Mckkäufe getätigt, .Loch konnten bxeseHen keinen Einfluß ans die Kn-rMldung.. ausüben.^ Die Wövse schloß flauhei «ganz geringMigen ÜmsWn. .^WochenM> wurde Mit 0-69 Pryzept in großen Mengen aWevÄen, ohne Käufer zu finden. . , -?- (AlleS'in Tausenden.! von fli’onett.) - * . .. S Ä I u ß k n r s e t Btttisch-Ung. Bank 48.—, Ung.Krebit . 522, Oesteir.'.Kredit 168,- Galgo Kohlen 522, Rimcttnnranyer 116, Siidbahn 57.—, Staatsbahn 620.—, Anglobank — - Grcck- Sza-zvarer 380, / Oberuna. Berg-Hütten 485.—, Dräsche- Ziegel 206, Ung. allg. Kohlen. 2376, Urikany Kohlen 920, KoLnra —.—, Spodium 147,. Clotilde chem. Fabrik 66.—, Ung. Eisenbahnverkehr 200, Verein. Holz 34, Adria 1375.—.;■• Me Tagung des Makkabi-Weltverbandes. Me Sevisenlurse. Zürich. 24. J«O Devisenkurse Von 11.55 Uhr. Bon der Schweizerischen Kreditanstalt mttaetellte Mittelkurse.) Berlin pro Milliarde (-:-). Holland 211.60 (211.-), Netv-Aork 568.50 (563.50), London 24.88 (24.41), Paris 29.97 (30.70). Mailand 24.95 (24.42), Brüflel 26.- (26.50), Kopenhagen 95.26 (95.50), Stockholm 149.75 (149.75), Christiania 76.- (76.-), . Madrid 76.87 (75.40), Buenos Aires 183.— (183.50), Prag 16.66V, (16.66), Budapest 0.0072 (0.0067), Bukarest 2.47 (2.50), Belgrad 6.65 (6.70), Sofia . 4.10 (4.10), Warschau -.-^ Wien 0.007937 (0.07987). Berlin, 24. Juni. (Devisenkurse.) (In Goldmark für 100 Einheiten mit Ausnahme von Buenos, New-Aork, London,Japan und Rio für 1 Einheit, Wien und Budapest für 100.000 Einheiten.) Amsterdam 157.21 (166.96), Belgien 1945 (19.65), Christiania 56.48 (56.66), Kopenhagen 70.72 (70.92), Stockholm 110.97 (110.97), Italien 18.15 (18.15), London 18.14 (18.116), New-Aork 4.19 (4.19), Parts 22.49 (22.64), Schweiz 74.16 (74.16), Spanien 66.16 (66.16), Wien 6.91 (5.91), Prag 12.87(12.87), Budapest 6.19 (4.99), Sofia 3.065 (8.065), Belgrad 4.89 (4.965). Berlin, 24. Juni. (Notenkurse.) (In Goldmark für 100 Einheiten mit Ausnahme von Dollar und Pfund für 1 Einheit, österreichische für 100.000 Einheiten und polnische für 10Ö Zloty.) - Noten: Dollar 4.19 (4.19), Pfund 18.12 (18.12), Italienische 18.10 (18.10), Oesterreichische 5.91 (5.90), Polnische 77.50 (77.625), Tschecho-slowakische 12L45 (12.345). Prag, 24. Juni. (Devisenkurse. — Mitgeteilt vom Bankamte des tschecho-slowakischen Finanzministerium».) — Berlin*) 8.06 (8.08), Zürich 608.25 (608.25), Paris -184.75 (185.75), London 146Ä0' (146.80), New-Aork 34.- (34.-), Belgrad 29.80 (40.65), Bukarest 14.85 (14.60), Wien 4.72 (4.72), Warschau-f) 659.50 (662.—), Agram —- (—.—), Budapest 3.97V, (3.85), Jugoslawische 89.85 (39.76), Oesterreichische gestempelte ' Krone 4.78 (4.73), Polnisches) 654;— (655.— ), Ungarische 3-70 (3.90V,). - *) per Billion, 's) Kr 100 polnische Gulden. Dvdapest, 24. Juni. (Kurse dev Devisenzentrale.» — Amsterdam 31.300 bis 31.950, Bukarest 360. bis 875.—, Kopen- - h'agen14.100bis14.400.Christiania 11.260 biS 11.500.Londön 861.000 bis 366.500, Berlin - bis —Italien 8610- bis 3690.-, Paris 4420.- biS 4520.-, Prag 2465.- bis 2520.-, Stockholm 22J.7Ö bis 82.680,Zürich 14,810 bi» 16.110, Wien 1,1750 bis 1,1990, Sofia 605.— bis 620.—, Agram 970.— bis 990.—, New-Aork 83.500 bis 85.200. Warschau -.vbi» Brüssel 8810.- . bis 3900.-. ( ' - - Bolgrad, 24.. Juni. (Devisenkurse.) London 870.75 bis -7.-, Paris 469.— bisNew-York 8565.- bis - Genf 1517.—. bis Saloniki' -.- bis —Mailand 867,75 bis —Prch 254.- bis Berlin bis . Me» 0.1212'/, biS Bukarest 88.36 bis Sofia bis -.-. Budapest. 0.11',, bis BMel —bis —, Amsterdam 3250.— bis —Warschau — M8 — Agram, 24. Juni. (Devisen.) Wien 0.1214V, bis — Berlin —.-7- bis — Budapest 0.1065, Bukarest 38.25 ' bis —, Italien 371.—bis —. London 372.— bis —, New-Aork 85.50 bis — .-r>. Paris 461.— bis —Prag 254.60 bis Sofia, biSSchweiz 1517.^- ■ bis —, Brüssel —biS —, Warschau —biS — Amsterdam 3245.— bis —Stockholm —bis — ' Warschau, 24. Juni. (Devisen.) Berlin 28.71 bis 28195 London 22.27 bis 22.49, New-Aork 6.16 bis 5.21, Prag 15.23 US 15.37, -Sten 7.28 bis 7.63. - Programm. / Morgen um 9 Uhr vormittags beginnt die Konferenz. der Vertreter der.jüdischen Turn- und Sportverbände■ im Low ran ä s« a l (3. Bez.. Löwengasse 39). Leider-werden infolge der traurigen wirtschaftlichen Verhältnisse nur wenige! Staaten, durchweg?. Nachbarländer Oesterreichs, vertreten sein. Die deutschen Delegierten, sechzehn cm der Zähl, sind gestern nachts hier einaetroffen und xxtt Hotel Guth adgestiegen. Die Tschechen, vielleicht auch Ungarn und Polen, werden heute erwartet. Im Absteigquartier der deutschen Delegierten findet heute nachmittags xxm 1 Uhr eine Vorkonferenz statt, bei der auch die Wiener Delegierten erscheinen werden. Das weitere Programm lautet: Heute abends: Gemeinsamer Besuch der Iubiläumsveranstaltung des Makbabi 9. Morgen, 9 Uhr vormittags: Feierlich^ Eröffnungssitzung; 3 Uhr nachmittags: Zweite Sitzung. Freitag. 9 Uhr vormittags: Dritte Sitzung; 8 Uhr nachmittags: Schlußsitzung. Samstag, 5 Uhr nachmittags: EmpfanManse, veranstaltet vom Borstand des osterrexchifchen Verbandes. Sonntag, ö Uhr 80 Min. früh; Abfahrt zum Lundenburger Schauturnen. * Probleme der Makkabi-Tagung. ' Nachstehend bringen wir die Ausführungen des Schriftführers im österreichischen Verbandsvorstand. Alfred Tysser, der auch, bei der letzten Karlsbader MaKabi-Konferenz als Schriftführer des Präsidiums und Referent der Antragskommission fungierte. Morgen und Freitag wird in Wen eine Haupwersamm-! lung des Makkabi-Weltv erb and es siattfxnden. Diese Organisation aller jüdischen Turn- und Sportvevbände ist nach dem Kriege aus der ehemaligen „Jüdischen Weltturnerschaft" hervorgeaanaen und hat auf zwei Delegiertenkonferenzen ein Statut geschaffen,- das nunmehr auf der Hauptversammlung legalisiert werden soll. Drei schwierige Fragen werden: die Tagung hauptsächlich beschäftigen: 1. Die Fassung des Zweckparagraphen Der Satzungen; 2. die finanzielle Fundierung des Bevbandes; 3. der . künftxge Sitz der Leitung. Das erste Problem besteht darin, daß der nationale, be^v. zionistische Charakter der Organisation mit den Wünschen der Delegierten au§ jenen Ländern, die Schwierigkeiten bei ihren Regierungen durch eine derartige Fassung, des T-endenzpavagvaphen befürchten, in Einklang geibracht werde.. Die zweite Frage, die finanzielle Fundierung, hängt inniger als es'auf den ersten Blick erscheinen mag, mit dem Sitz der Leitung zusammen.' Die Benragsleistungen ' der einzelnen Verbände sind meiner Ansicht nach leider sehr unsichere Einnahmsquellen. Ich glaube daher, daß es ausschließlich großer Tüchtigkeit und Geschicklichkeit der neuen Leitung bedürfen wird, um die notwendigen MrttÄ zu sichern. Diese Leitung wird sich aber selbstverständlich nicht nur aus geeigneten Männern — an diesen war Berlin nicht arm — zusammenfetzen müssen, sondern sie wird auch an einem politisch und vor allem wirtschaftlich geeigneten Orte ihren Sitze haben müsien. Damit erscheint mir aber auch schon der Vorschlag des Berliner Präsidiums, diesen Sitz nach Wien KU verlegen, gegervstcnchSlos. Die wenigen Wiener Führer im Mischen Sport- und Turnleiben sind in ihren Organisationen überlastet. Die wirtschaftliche Situation Wiens ist schlechter denn j-e, kxxrz. es wäre nicht klug, wenn die Wiener Vertreter diesenx. Vorschlag nicht widersprechen. Gegenüber den angeführten großen SchwierMeiten fallen die PropagandamöäliHketten eines Sitzes der MaWabi-Leituna in Wien gar nicht xns Gewicht. Leider kommt der natürlichste Sitz unserer Führung, P a l a st i n a,/ auch noch nicht in Betracht, da unsere dortigen Mitarbeiter die Uebernahme aus technischen Gründen äblehnen. Wohl aber erscheint mir die Tschtzcho-Slowakei oder aber Polen, das Land.der jüdischen Mafiey, für den Sitz des Präsidiums gegeignet,. wenn dieser unbedingt nicht mehr in Berlin verbleiben soll. tür unsere I-eser! ver erste moäerve kuLbailromaii ab Montag den 30. Juni 1924 „ in de*,Wiener Mofgenzeitung* In dem Bestreben, den Lesern stets das Aktuellste aus den Ereignissen des Tages und dts Lebens zu vermitteln, lässt die „Wiener Morgenzeitung“ von Montag: den 30. Juni an einen sensationellen Sportroman erscheinen, den ersten modernen Fussball« roman in deutscher Sprache, „GOAL“ ein Werk des englischen Autors Sidney Hotler, wurde von der „Wiener Morgenzeitung“ mit Aufwendung grosser Kosten zur autorisierten Uebersetzung erworben und wir hoffen angesichts des grossen Interesses, welches der Fussbalisport heute allgemein erweckt, unseren Leserneine willkommene Neuheit zu bieten. Horiers Roman hat in England ung ehest res Aufsehen ervorgerufen und in unglaublich kurzer Zeit eine Auf läge von 600000 Exemplaren erreicht. Das von Anfang bis zu Ende spannend geschriebene Buch beleuchtet grell die Verhältnisse IM englischen Professionalismus % . Es. schildert den der seihen Fussballklüb von der eines Berufsspielern, ... ‘ keit cher Provinz bis zu den höchsten Cup-Ehren der Residenz, fuhrt, und gestaltet in künstlerisch vollendeter Verfleähtung den sportlichen und männlichen Triumph. seines Bilden;. Das Werk gewährt tiefen Einblick1' ' ö;. :. . hinter fie Kulissen des Fußballsports Darauf ist auch sein grosser Erfolg in Bnglßhd zurückzuführen, der ihm angesichts der Aktualität und packenden Gestaltung des Stoffes auch bei uns sicher treu bleiben wird. Der Roman „Goal“ wird ab 30. Juni in der „Wiener Morgenzeitung“ zu lesen sein. Jede M.ontagsntimmejr: der „Wiener Morgenzeitung“ wird den Roman auf einer, ganzen Seite bringen; täglich erscheint eine Fortsetzung im Sportteil unseres Blattes. % t Copyright , «achdru« DetfiotttU , Jtdllcher Verlag, Berit«. 25. Forßetznng. HawdoloH md Lahfeustreich. Von Sammy GtEAattn. Im AuchthMS hätteder. gute'Mann AöftMl BisLveilen waren auch die Iuiden selbst schuld daran, wenn der gute Wille der Ederen Geste nachlxeß. Was M man dazu , sagen, wenn di e MlstavbchÄvdett, nachdem ihnen Äav gemacht war, welchen ^Gewissenszwang es sür gesetzestrem . Juden bedeute, nichtvijiutzste Kost M genießen, Mu rituMe - Speisungen für die Gefangenen oder Soldaten Mießen Md dann schen mußten, wje einzelne FeldraMner Mst seelenruhig an der KaftnomaWeit teilnähmen. Solche 3Vüvdelosigkest mxd Taktlosigkeit richtete mehr Schaden an als je gutgemacht werden konnte.- Kurios ist folgender. Fall: Gin jüdisch-deutscher Soldat war in. Kowno.gestorben. Mit großer Mühe'erreichte der. Feldrabbiner Dr. Uoftnsack, daß er aus dem jüdischen Friedhof beigesttzt wurde, Der General hatte sich gegen die Erlaubnis sehr gesträubt. Äach seiner durchaus derständlichen und Wohlwollenden Aivsicht gehörte der Mann zu seiuen Mmera?>en auf den Soldatensriedhos. Der Rabbiner überzeugte ihn sogar, so peinlich die Ausgabe war, daß es der religiösen Jebevlieftrung entspräche, W im Mischen Friedhof 'beizusetzen, auch der Familie wegen, die das wünschsn würde, um am To>deStags undM arideren Gelegenheiten nach jüdischen Gebräuchsn sein Andenken. am Grabe feiern zu können. Per Soldat Wurde also mach jüdischem Äraüch .auf. dem Hudenfriedhof . unter Erweisung der militärischen Ehren beigesetzt« Und dann ließ die Familie den Toten eKumieren und auf den Zentralfrwdhof ÄberMM. Rasensack! >war sehr ärgerlich, waöman ihm^ nicht verdenken ^känm ^.ü-nid."sagteM^Mm Mnigt ^or»' jetzt ab^ ftage'jch jeden Kranken, ivo er beephigt sein will!"— Ma, wird er ja wohl.nicht getan haben, aber Tatsache :ist folgende schnurrige Geschichte aUS dem WesM deren' "'Held ein Felmabbiner ist, Mit dessen Streichen sich ein besonderes umfangreiches Kapitel anMen ließe: Der katholische FeldgeWche teilte ihm mit, daß im Lazarett zu St. Q. ein junger MilitLrarzt, Dr. T., schwer krank läge, der dringend den Feldrabbiner frechen wolle. Pflichtschuldigst Me der Herr Rabbiner ins Lcharett und redete den Kranken folgendermaßen an: . „Sind Sie der Unterarzt Dr^ T.?. Wen von «Uhren Angchövigeu iwünschen Sie:iim Falle Ihres' Todes benachrichtigt?" Dr. T. ist am Leben geblieben, um dieses Beispiel praktischer Seelsorge zu ep- •»p«. .; Unsere Behörden konnten stch lange nicht daran gewöhnen, daß es Inden gibt, die auf chr Judentum allergrößten Wert legen, ohne irgendwie religiös zu ssin und ohne sich an die Vorschriften des Mischen Rituals zu hallen. Daß es in Massen Juden gibt, zumal die streng die Sabbatrnhe beobachten, aber doch ^dabei vergn-ügtihre Kgaretten rauchm, war eine Entdeckung, die den Kommandanten der Gefangenenlager viel Kopfzerbrechen machte. Nun muß man wissen, daß es unter den jungen ^uden im Osten viele gibt, die -ihr sveiheitliW Unab- . hangigkettsgeftrhl gar nicht anders zu dokumentieren! wissen, ÄS daß sie in möglichst provozierender Art gerade am Sabbat öffentlich rauchen — sehr zum Aerger dev Mten. Eine Unterlassung aus RüDcht auf anderer GöMhle erschiene ihnen als Verleugnung aller Prinzipien. .. ' Nicht jeder versteht es, mit diesen UnvertragAchSN so geschickt umzugehen wie der selige David Wolfsöhn. Inp Iahre lWZ fand in Hamburg der neunte Zionistenköngreß statt. Biele Vorkonferenzen wurden im Hause -der Mischen Loge abgehalten. Wen» nun am Sabbat, dem Tage vor der Eröffnung de» Kongresses, in -den Räumen der. Doge geraucht worden Ware, hätte das bei den Frommen Hamburgs unliebsames Befremden erregt. Unseren -rusiisch- Mschen Heißspornen das klar zu machen und st« zu belwegen, auf ihre Grundsätze und die BeMgnng ihrer freiheitlichen Änschauungen aus puren QpPortunitätsgvüiN'den zu Verzichten, -war ein au'sstchtZloses Beginnen. Dolfsohn versuchle auch nichts Äevgleichen. AVer noch bei Beginn der Konferenz arn vorhergehenden Montag prangte überall im Logenhause, auf allen TrePpenaVsätzen, in jedem Flur und jedem Zimmer ein Plakat des Inhalts, daß str dtsfsm-' Hanse das Rauchen nicht gestattet sei. Dagegen war auch, vom Standpunkt eines Freiheitskämpftrs nichts zu fügen' und es wurde die ganze Woche strenge RauchabstiOH W. halten. Wie erstaunt aber war man, als nach SabbatmÄgang plötzlich alle die Plakate verschwunden waren. " - Ich möchte hier noch ein Beispiel dafür etnfÜge«, mit', welcher.Zähigkeit die Juden ihre lleberlieserung bertsi-.. digten. Dieser Zwischenfall gehörte nach dem Zeugnis feetfbeteiligten Aevzte zu ihren eindrucksvollsten Kriegserleb-' Nissen: . Gwes Tages wurhe .-in-S Hospital ein. alter-Jude , eingeliefert, der an einer-höchst seltenen Ed seltsamen- Krankheit litt. Er wurde untersucht und darauf. die'Ä-kttmr. auf den anderen Vormittag um 10 Uhr angesetztt Der Patient starb auch in der Nacht programwäßig. Slm anderen;^ Morgen früh um 7 Uhr wurde der Assistenzarzt Dr, Mosers thal herausgetromtnelt. Or fand xm Vorzimmer einiges AeMte der IudtzMchaft, darunter den alten Nabbryer Red' , Nissen Karg. Die Deputation Märte'ihm.höchst aufgeregt^' sie .Mm gehört, der Lote solle heute segstrt-werden, das'-' ' widerspräche jüdischer Üebung und sie würden das nichtzulassen.'-Der Arzt'erklärte befremdet,, er wisse nicht,/was die Sektion sie anginge, wenn Einspruch erhoben werden^ - sollte, könnte das doch höchstens, von den Angehörigen de's Verstorbenen geschehen. „Nein!" wurde ihm entgegengerustn, es handle sich um eine allgemeine jüdische Ange<" legeriheit und sie würden das unter keinen Umständen zu- lassen. Mit dieser -Versicherung entfernte sich die Depuiation. Als Rosenthal sich dann zum Lazarett begab, faM er vor der Tür «inen großen Haufen von -Inden, Männer/ und Krauen, die eine Höchst bedrohliche Haltuütz einnahmen und chn Mächst verhindern wollten, das Halls betreten. Er versuchte, auf die Leute beruhigend e-inzuwirken, aber obwohl er persönlich weit bekannt und wegen^. seines.humanen MvkenS akS Arzt^beliebt -War, erreichte er^ nichts, als daß ihm schließlich der Zutritt gestattet wurde?/ Im Sektionssaal erwartete ihn eine -weitere -Utzberraschung.« (Fortsetzung folgt.) 09264905

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