Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1917 (17.6.1924)
- Date
- 1924-06-17
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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w‘Vyj^p,^wf^r«(*>»w»r.r^(‘^«r'^Ä<»9ift7 ^ipsx^jSi^r r »1 pH ^' Nr. 1917 Men, Dienstag Wiener MorgenzaitMg. 17. Juni E mt« Tagung des Makkabi' Weltvevbandes in Wien. Voyr 26. biS 29. Jrmi. Der MaKabi - Weltverb and ist, nach einer mchvjährige» Panse in den fahren.1.921. und .1983 anlaMch des. Zronlstenkongresses in Karlsbad. wieder Mammmgetreten, um daS Ackerte Band zwischen den einzelnen Jaudesorganisaftpßen Al festigen. Die Berliner Leitung hat es diesmal vorgezoqen, die Tagung nach Wien eiMberufe» und wurde M diesem Zwecke der Jüdische Turp- Und Sportverband Deutjschösterreichs mit den B^bepeitungs-arbeiten l-etraut.Wir Mahren nunmehr'von hustäudiger Seite, daß bereits ein reMaltigeS Programm vorlregt welches, gesellschaftliche und sportliche Darbietungen enthalten wick>. — Die Tagung wird mit einem großen Meeting, das am 25. d. abends stattfmdet, eröffnet. Für Donnerstag den 26. d., 8. Uhr ahestds, wurde ein Sport- 'feft, für Freitag den '27. d., abends/ein Festgottesdienst, für Samstag' den 28. d., abends, ein Festbankett und für Sonntag ein großzügig angelegtes Schauturnen in Lundestbur^ festgesetzt, bei welch letzterem sich über IAO Turner unk Turnerinnen aus Deutschland. Oesterreich, Ungarn, -Polen und der Tschechoslowakei sowie Rumänien beteiligen werden. Assgyplen—Oesterreich; Sparta (Prerg)-^- Amateure (Wien). Zu dieser Doppelv-eran-st-aldung, die am kommenden Sonntag aus der Hohen Warte vor sich geht, werden vom Vorstand des Oesterreichischen Fußballbundes Schülerkarten zum Preise von 6000 K. aus-gegeben, welche nur im Sekretariat, 2; Dez., Obere Donaustraße 111, zu beziehen sind. An der Tagemasie werden Schülerkarten nicht ausgegeben. Der Ein, trittspreis für Stehplätze wurde vom Vorstand des Oe, F. B. mit 10.000 K. festgesetzt. Die Preise für Sitzplätze bewegen sich zwischen 2Ö.QCÖ und 60.000 K-, für Arenasitze und Arenalogen von 80.000 bis 120.000 K., Tribünensitze von 60.000 bsü 80.000 K-, TribMLnlogen bis 200,000 Kpro Sitzplatz, im VorveOruf mit' 3 Prozent Vorverkanfsgchühr. Zum Vertrieb dieser Kartenkategorien wurden folgende . Povverkaussstellen errichtet: Sckreiariat des Oe. F. B., Wieg-2, S9% Oh^pe Donaustraße 111, oder Taborstraße 1; Wrener Amatenr, tortverein, Domoaft, 1. Bez., LmeMässe i; SPorUW Ää, , Cafe yollub, 15. Bez., Hutteldorftrstraße 66; Sportklub Wacker, Weigls Träherpark, 1?. Bez., Schönbrunnerstraße M; Florihsdorser Athletik-SpovÄlub, Hotel Gold. Engel, 21. 23$$., Am Spitz 2—3; First Vienna Footballslub, Hotel- Union, 9. Bez., Nußdorftrstraße 23; 'Sportklub Hakoah, Caft Atlas- Hof, 1. Bez^, Mpernplatz; Sportklub Hertha, Sekretariat, 10. 'Bez., Onelleitstraße 39 a; Wiener KporMub, 17. Bez.', R ötzergasse 6; SporKluh Wovon, Hotel Post, 1. Bez., FleUchmaiKt;. SportwarenhauS Lazar). 9. Bez., Kolingasft :18; Sportwarenhaus Stadioy,^ 2.' Bez., Franzrusbrückenstraße 84; Sportwarenhaus Pohl, 6. Bez., Maricchrlferstraße 5; Sport'- warerchaus Kleq, 6. Bez., Mariahjlfersftaße 85; Svortwarenk Haus Neumann, . 1. Kärntnersfraße; SportwävenhauZ Westend. 6. Bez., MariaHilsevstraße; SpöMoarenhauK Merfft, 1. Bez., Rotenturmstraße 1; SPyrüvgpenhyuS ,^ur Touristin^, 6. Bez., RelnprechtWovferstvaße 67; Spyrstparenhaus See, mann, 1. Bez,. Annägasse 18; ■ SportwarenhauS Köpf. st Raffey, 10. Bez., Favoritenstraße 90; Konditorei Pest, 11. Bez., Simmeringer Hauptstraße 65; Trafik Nonzat, 2. Bez., Ennsgafft 3; Singer ». Neuftld, 10. Bez., Favorijenstraße; Karl Göttl, 16 Bez., Ottakringerftraße 62; Karl Fleischmann, 8. Bez., Rennweg 75; SportwarenhauS Fortschritt, 7. Bez., Neubaugäsft 12; Sportwgrenhaus Doktor n Co., 8. Bez., Alserstraße 11. Sämtliche Legitimationen sind an diesem Tage gesperrt und berechtigen nicht zum freien Eintritt. UfleM des Nachwuchses. - Der stMDe.>Hchkat. 7. ... .... .. Die HakpHchgt am vergangenen Sonntag einen schönen Sieg errungen, der voraussichtlich der Moral per Ädlwnschcfft KUtraglich sein wird. Wir schAsben den Erfolg bereits in ntöfire* gestrigen Nummer zum guten Teil der- Mttwivkung Fadians zu, dessen gutes Spiel der gesamten Elf Selbstvertrauen und Kraft verlieh. Wir sind wen entfernt' davon, darüber zu jammern, daß wieder ein'junger Spieler, der nicht die österreichische SMiSbürgerschast Msitzt, die AMen der HÄoH verstW. EyWen wir es. doch als unser gutes.Hecht,. KpsHe Spieler, gleichMtig welche Staatsbürgerschaft sie besitzru, Hr unsere Farben kampftn gu lassen. Die Hakoah bHtzt Wn drei überaus talentierte Tormänner, und Zwar DuHlg> Mr-Wd Beer, die wohl noch keine fertigen Spieler sind, imcheH-in a'ber in Msehbaopr Zeit Me Zierde der ersten Manüschast sein werden. Diele drei Spieler dürfen sich nicht wiedest in Me Windrichtungen verlaufen. Ihnen muß ein'Betäi-iFUngSftld in gleich tüchtiger Umgebung geschaffen Warden, Und nun EMmen wir zum eigentlichen Zweck dieser Mbhandlmrg, der wW eine KritÄ bsmhaltet, die aber nur aufbruend und nicht Zerstörend wirken soll. Die HMoah läßt eS schön seit langer Heit an der Pflege des Nachwuchses fehlen. Wir haloen einige Male daraus hingewiesen, daß die Leiter der. Gestion picht die -allein Schuldtragenden sind. Gin Fehler, 'der Vom Sektionsausschuß begangen wird, läßt sich aber doch festsMen, und so wollen wir darauf, Hinweisen,^ damit dieser Mangel behöben wird. Die erste Mannschaft des Mischen Vereines, wird unserer Ansicht nach sehr gut geführt. In den unteren Mannschaften hingegen fehlt die sp Eiche Leitung. Pie Hakocch hat in den letzten Jahren viele ubergus wertvolle Und tstchtige Funktionäre gewonnen, Heren Stärke aber fast ausschließlich in der SymmerOellen Leitung des Vereines liegt. Die gsten Mpahner, die früher in der ersten Mannschaft des jüdischen Vereines tätig waren, oder die vom Pick aus W her'. Hakocch Diemte geleistet Wen, wären die Berufensteu, die Wörtliche Leirung der unteren Mannschaften zu -übernehmen. Sie Wen' sich aber verlaufen und wir wollen -den Gmüden, warum sie dem Bevern nicht mehr Ar Verfügung stehen, nicht nachgchen. Wir müssen uns mit der Tatsache Milchen, daß di-Ä'e^ berMnen sportlichen Führer ganz emfach nicht mehr, da sind. Die Hakoah ist sich schon seit langer. Zeit dessen bewußt, daß dem Nachwuchs her richtige Lehrer, Ratgeber und Freund fohlt und trachtete diesem- U-ebelstand dadurch MzühMen, daß sie Berufstvgiuer weäp-flichtete. Diesen Trainern fehlte aber — und durch diesö Feststellung sollen hiesL tstDigen Spwüler -nicht herabgesetzt , werben — dis PersöuliDest, um erzichevM, diHMWr M sitT^gustdje Jngeüd zü', wirken. Es genützr nicht, U^m man vemMaWüchs ei-Mlne -techMchss FertiZkMnheHringt, man mutz der spoMüchen Beiätigün-ß guch den Inhalt tiyn der „Wstnex Morgenzeitung'^ ist : abends) unter den Mynnerttt TL »LVL TL « LOT «8T zu erreichen geben, das heißt, man muß den ju-n-gen Juden auch Kämpferqualitäten berhringen. Dies ist n-u-r dann, möglich,- wenn die Jugend ihren Lehrer Äs ein dLrehvungswÜVdigeS Vovbild gelten läßt und wenn sie das Gmvs-indeu hat, daß dicher Fuhver' M-istihr durch dick und dünn geht. Der letzte richtige Jwxtzwdbjshner, den die Hakoah besaß, war Erich Juhn. Er-Herstarch'«s» dem Nachwuchs KamerMchastsgefühl, Liebe zum-Verein und Ax Mischen Sache und als Folge davon Kampfgeist bringen. Erich Juhn hatte demgemäß weit mehr Erfolg, als aste dix kostspieligen Trainer. Wir Meisen mrr darauf hin, daß von diesem Dp.ortsmamr die Spieler Nußbaum, Trümmer, Pollak, Egon und-Kurt Juhn, Fisch, Gtzula Schwarz,^ Fritz Hirsch usw. herausg-obvacht wurden. Sämtliche der angeführten .Fußballer haben lange Zeit zu den Zierden der ersten Mannschaft gezählt. - - . Unter den Alten HgßoabUHrn werden sich,sicherlich.Sports-., leute stüden, die NesÄibe Fähigkeit wie Erich iMchn ^lbefttzen.-ddtrl -sind die wirtschaftlichen BerhUtnisse anders geworden. Erich Juhn irÄbeitete aus JdeaWnms. Heute,ober ist dies nicht w-chr iMMch, wechüLb derartige Leiter des Nachwuchses Mprechetzd eytschNigt werde» müsse». Djese Ausgaben werden sich dadurch bezahlt -machen, daß di«. Augen Spleiß nicht nur.dem Verein e.chalten bleiben,.sondern auch , richtig herangegogen werden. Wir frenen uns, daß die Hakoach bereits einen von uns. gemachten Vorschlag akzeptiert hat. Meister Marikus wurde dafür gewonnen, den Nachwuchs für das Fußballspiel geeignet zu machen. Wir sind überzeugt davon, daß dieser bew-cchrte Trainer in seinem neuen Wirkungsgebiet Erfolg haben wird. Pie richtige Leitung her FußbullsMiou stellen wir Ms so vor', .daß' LunechlM. des '.MLschusseS ein sportlickssr Beirat .gebildete wird. Letztsvem gehöre» naben dem Se-ktionsleit-er und Markus noch zwei Trainer vom Schlage Wich Zphns an. Diesem sportlichen Beirat -obliegt dann die Leitung des Nachwuchses, wobei Pas Arbsitsgebiet entsprechend aufgeteilt wird. Für die Einheitlichkeit der Whrung tragt der Sekt-ionsleiter Sorge. Auswärtige Resultate. Spiele i» Italien. Genua Cricket F. C. gegen F. C. Bo. ' logna 1:0! BreScia—Livorno 1:0. Die Türken in Stoöcholm siegreich. Das Nationalwistn der Türkei blich vorgestern in Stockholm gegen eine tdörtrge". StÄdteman-nfchöst mit 2:1 knapper Sieger. - Oberösterceich. Die Ergsbnisse -waren: Spart-a <Liüz)— S. E. (Urfahr) 6:0 <3:0), G. N. C.—Amateure (Steyr) 16:0- (7:0). _, Die FrShjahrSmeifterschast wurde bis 8. Juli erst-reckh. Fahia» (ßakoah) erhält für FreUndschas.tsspiele -feines/ Vereines vom W. F. V. SpielbswilligMg, falls. er vor bgjjail 23. Mai von der^ Hako-ah heim W. F. V. gemeldet wurde.- ./ / OMrreich—Aegypten. Die österreichische'' Auswahlmannschaft wird am kommenden Sonntag im Länderkampf gegen Aegypten in folgender Ausstellung antreten: W; Mer, Rnfel (SporKlrch); Kurz (VieNna), Braw)stÄ)ter, Metsch -Map»); SM, Hoß (Vienna), Horvath Mmmering)^ Wbauer -L (Ostmark). WeffD (Rapm. Ersatz: AiAner Hmrätw!''. riM), Rainer. Ludwig, Cyrenka, GslhweM (VfennÄi Mina-'- xik. WMMshsiMl). Die Leitung de? 'SpiÄch wiÄ> /der tsche'-/ chische Schiedsrichter Herites innehaben. ' ' ' ' De? F. A. C. hat gegen den W. A. C. beim Wen«r FO-' ballbund eme Anzeige erstattet, die bchagt, dqh her WstteÄU^ Schlchungen versucht und durchg^Mrt hat. D;^e AMWsMch - das umfangreiche Bsweismaterial wurden vom W. F, V. dem Struma zwecks Untersüchung Lbevgchen. Interessante Spiele suchen am kommenden /Donnerstag-, statt. Die Hakyah trägt auf eigenem Platze ihr MwisterföMf-'- spiel gegen den Wiener'Spoxtklub aus. Die Vienna eMMgt/ fälliges Meisterschaftsspich. Ebenfalls zur Pteifterschast M das Spiel Simmprstzg gegen Rapid, das auf dem Platz vor sich gehe» wich. y right Jüdisä »rlag, Berlin. > Nachdruck verboten. 18. Fortsetznng. Von Sami Gron»Wamt. .Hier dokumentiert sich der ungeheuer^ entwickelte politische Instinkt der jüdischen Masse. Alle sind durchdrungen von.dem Gefühl, daß ihre Existenz als Volksganzes davo-n abhängig ist, daß die moralische Autorität.aufrecht erhalten wird, die durch die Synagoge verMpert wich.. WdeU Völker bedürfen staatlicher Machtmittel, bedürfen der Organe eines Staats Wesens, der Gerichte, d;r Polizei, des Militärs, bei de» Juden wird das alles ersetzt und ü!hertrosten durch >daS nationale PerantwortungsgefM, durch die moralische Selbstzucht, Jeder einzelne P sich der Bedürfnisse des Ganzen bewußt und ordnet sich unter Hintansttzung seiner persönlichen, Jnteresien den Interesse» des Ganzen unter. Wie in einer jüdischen Stadt kaum ein Jude, mag er persöulich denken wie er^ will, es wagen -wird, am Sabbat sein Geschäft zu -öffnen, -wagte er es .in -diesem Falle nicht, de-m Verbot her Höchstpreisüberschreitung zuwider fx handeln. Nnd so wurde damals zum höchsten Erstaunen her PehApdest dokumentiert, daß die Wnen, schwächftch^u Rabbinen im Iudentempel auch in wirtschaftlichen Dingen mehr Macht befaßen als die miMrifche Behörde irr all ihrer Pracht. . < Patz war also die Shuagoge, die.damals -Richard Dehmel keimen lernte^ und die auf ihn gleich beim ersten Anblick einen ganz gkwaftigest Eindruck machte. Aber auch die Stadt Wilna imponierte ihm und tu-« teressierte ihn«- uitgemein mit ihrem merkwürdigen Gewimmel rings um die Elostrt, hühschen Kirchen, pon denest die Stadt durchsetzt, ist. . . ' Gesuch inWilsta.^ Ich hatte Wilna zuepst im Herbst 1915 gesehen, als ich lstich auf dem Durchmarsch an die Front mit meiner Kompagnie dort einige Tage aufhielt, bis die Bahn nach Solh, dft uns Mstepbefördern sollte, wiedepherg-estellt wyr.^ M Ml§ war die Stadt ehe» erst post de» Msttschtzu Hfttzt Md eis sah noch übel genug darin aus. Ws ich in den ersten Jännertagen 1917 auf einer ,Menstrejst" die ÄMwjeder auf einige Tage von Ko-wno aus besuchte, war daß ßi»e Art Sestsgtiou für mich. Die Dienstreise hatte ich -mir durch ckstige hoshafte Couplets epsungest, die W bei de? Silvestevfekr zum besten gegeben hatte, und unser Oberleutnant Fresttz hafte sich besonders auch darüber gefreut, als in vorgerückter Stunde, -wie er das Fest verlassen sollte und 'ch. wro mir von dem Kömmer'sleiter aufgeiragen wurde, Hn' durch ein schlagendes ZlvgiWM MüGthalM, ihm zur'ef:' „Sie dürfen "jetzt nicht hinausgehen, sonst könnte jemand behaupten, es wäre hei der Presseabteilung einmal wa^ Gescheites herausgekonmren, was ganz un- >denvbar ist." .Darauf, erklärte er anderen Tages, es solle doch einmal -was Gescheites bei uns herauskyMMn und ich sollte auf qcht Tage heraus. So wurde mir irgend ein Auftrag für Gftna erteilt. Da sah ich also diese Stadt wieder — und konnte die Veränderungen innerhalb von fünf Vierteljahren ftMEen und mich an-böse Tage erinnern. Hier auf dem Bachichofsplatz hatten wir damals vor dem ÄUsmarsch ftundestlaug bei' dem Gepäck herumgestanden, fitere Stunden hatten' Wir Zwischen heu Meisen herumMungext, m ganzeu von 6 Uhr früh bis Mm späten Abend, LÄ dannjene gräßliche Fahrt begann, ist ehemaligen Viehwagen, die sauf Aufschrift nicht mehr für Piehtransporte zu'gebrauchen iwaren, eine Fahrt, dft her Vorgeschmack demnächstiM StrypaLeu war, Wir hatten uns im PuM des Ahe'nds durch die LWeU Dreppengänge geschoben, schwer bepackt und ohne Richtung und Ziel ^u begreifen. Dstrch bie stillen Gassen waren wir, ächzend Mter der Last, siöhneUb gewandert, HiWßilsU vqr Muer Kirchensilhouette, die plötzlich sich gegen den Nachchimmel hob, erschauernd, in ein Kaffeehaus, in dem freie Müschen sich bei Wusik WHstsigW, Wid« voll starrend, bis wir endlich in jene dunNere Kasernenbaracke eingefallen waren, weit hinter der Wschen grünen Brücke mit gespreizten Wjlem. Todmüde waren ww auf un-seve Pritschen gesunken, txotz der Kälte und des Un- MWrß halh einschlaftrch, M düstst, mitten in der Nacht, M tiefsten Dstukel poy etrmn HölleEpm zu erwachen. Rings um uB polterte.und krachte es; ungewohnte russische Rufe tönten aus dem Dunkel, alles sprang auf und griff nach Heu Gewehren, bis dann gus der Finsternis eine singende Stimme durch den Lärm veruHmftch wurde, die iMMr wjödexhplte: - ,/Ruhlk lrMn bleiben^. ,KuM guft!" ,>Nix tun deitsche Kameraden." ,/Olle gefangen!" ' „G''bbt gpttes Fressen!" . . ' linier Schimpfen, Fluchen und Lachen Wurde -uns allmählich klar, daß einige Kamerädeu aus einer: Nachbarbgracks sich russische Gefangene geholt hätten »ud Mit Wer Hilfe Pritschen und Mche zerschlugen, um die gewaltigen Oefen zu heizen. Bald war wieder alles ist Schlaf versunken. Und -dann waren wir tagelang durch die Gassen, gelaufen, in die Casetz und ^eHabest eingvfallest, -btzgfthig den Großstadtgeruch' in uns aufnehnrend, den Hauch« lebendigen Sem^, den Wr nun aus lange zum WteftWWspüren sollten. Mt viel später in Osterode in Ostpreußen, durch -das unser Krankenzug ein halbes Jahr, später langsamdurchfuhr, sah jch zum ersten Mal wieder harmlose Menschen, wenn auch nur von weitem, die uns lustig und ftilnahmspoll Myinkten. Damals, in llLilna, lebft ich unter besonderen Bedingungen. Der Puls schlug leMfter, dtzK UM sah vieles durch eine besondere Brille. Es hielt schwerstW Ber- Miche zwischen damals unp jetzt M ziehen, über doch gab es gewisse objektive Mrkniale. Es hafte sich manches utw nicht Mr beim HeschGer MOept. Es seMn zum Mßwiel dix 1915. so Mfsenwejft auftretenden, erschreckendest Plakat«, Welche die betreffenden'Häuser als' verseucht bezeichneten, (Fortsetzung folgt.)