Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1898 (28.5.1924)
- Date
- 1924-05-28
- Page
- Seite 10 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Sette 10 Men, Mttwo'ch Wiener Morgenzeitung. «. -Mai 1924 LVW Kr. i89Ö Der Wiener Fußballverbaitzd hat in. seiner letzten Sitzung den Beschluß gefaßt, daß iin der Zeit vom 20. Mai vis längstens 1. -September d. I. ^lielerübertritte von einem Verein zum anderen im allgemeinen nicht gestattet sind. Er kemizeichnvte auch diejenigen Spieler, die von dieser Verfügung nicht betroffen werden -und trotz des Verbotes ihren Verein in der Zeit der Sperre wechseln dürfen. Wir haben in unserer gestrigen Nummer^ alle Ausnnhmsfälle brkcmntgegeben. Der Zweck dieser 4b*fi vom SpiÄ-ausschuß der zweiten Klasse aus. Tatsächlich vervollständigten die einzelnen Vereine ihre Mannschaften in der Sommerpause. Insbesondere die klemerr« Vereine zitterte» um ihre guten Spieler, da diesen alle möglichen Anträge gemacht werden. Es ereignete sich aber auch, daß gute Spieler in .der Sommerpause bei chren Vereinen Erpressungen versuchten, die auch meist von Erfolg!, begjleitet waren. Die Klicks der unteren Klassen sehen begreif«, lichevwtzrse mit großer Sorge der diesjährigen Sommerpause^ entgegen, Ihre Befürchtungen. Spieler zu verlieren, erscheinen mn so-begründeter, als unsere Amateur-, respektive Professional- Verhältnisse nicht geklärt sind. Es besteht die Möglichkeit, daß! wir nach der Pariser Olhmpiccke das BerusssPiÄertum ein-! Mren, wodurch die Erwerbung guter Spieler'viel .teurer zu! stehen kommen würde als bisher. Die Klubs wollen.sich demgemäß noch rechtzeitig ,/eindecken". Des einen Kreutz' ist des arckeren Leid. Die Keinen Vereine suchen nun Mittel und Wege, wie die guten Spieler erhalten worden können. Der Fußballverbanb hat die Wicht, die Interessen der ihm angehorenden Klubs zu schützen. Seine Entscheidungen müssen demgemäß dem Willen der Majorität gerecht werden. Die Mehrheit der dem Wiener Fußballverbarch angehorenden Vereine verlangt nun vom Wiener Fußballverband vor den Kaperungen Schutz. Der Wiener Fußballverband erachtet es' nun als seine Pflicht, diesen Schutz zu gewichren. Der Beschluß unseres Verbandsvo'rstandes, -eine Sperre zu verhängen, entpringt -also vollkommen einwandfreien Motiven. In der letzten Sitzung des Wiener Füßballberbandes kam 4t -zwischen dem Vorsitzenden des Spielausschusses der ersten Klasse. Herrn Dr. Schwarz, und der Mehrheit im Vorstande zu erregten Ausemandersetzungen, die schließlich dazu führten, daß Herr Dr. Schwarz die Sitzung verließ. Letzterer, der absolut sachliche Gründe ins Treffen führte, stellte die Behauptung auf. daß die Sperre de» Satzungen widerspricht. Er -führte, aus, daß das Amneldewesen dem Oestevreichischen Fußbalckevband und nicht dem Mener Fußballverband unterliege. Der Oesterreichische Fußballverband hat in seinen Statuten genaue Bestimmungen, die den Bereinswechisel der SpdÄer regeln. Seiner Meinung nachkann ein Unterverband, in diesem Falle der Mener Fußballverband, Bestimmungen der ihm übergeordneten Bchörde nicht ansheben. Diese Feststellung hat Wohl etwas für sich. Trotzdem glauben wir. daß die ein- C: Landesverhände in ihrem Wivkungsgebiet eine in beten Grenzen sich bewegende Autonomie haben. Die Satzungen des StaatsveickLndes dürfen vom Landesverband sicherlich nicht müder gestaltet werden. Es ist ab-r die Frage, ob diese von dem Unterverband nicht schärfer gohanldhabt werden dürfen! In dieser Streitfrage wollen wir nun nicht entscheiden. . _ Im jüdischen Sport-Verband bestehen schm seit langer Aeit besonders'harte Gesetze, die den Spielerübertritt von einem jrckischen Verein zum anderen regeln. Diese Gesetze haben viel empfindlichere Harten als dir des OesterveichMen Fußballverbaüdes. Der jüdische Sportverbcmd faßte vor mehr als einem Jahre diesen Beschluß, damit die Hakoah den auderen jüdischen Brudervereinen nicht die heften Spieker entzieht. Im Interesse der Pflege des Massensports ist es gelogen, daß möglichst viele jüdische Vereine in Wien .bestehen. Dies schren dem jüdischen Sportverband nur dann möglich, wenn Der Ausnahmszustand. der Spielerbesih gesichert erscheint. -Mt Rücksicht darauf, daß zu sammeln. rufen, unsere Ansichten über die jüngste Entscheidung des Wiener Fußballverbandes zum Ausdruck zu bringen. Vor allem stellen wir fest/ daß den kleinen jüdischen Veroinen durch die Bestimmungen des Jüdischen Sportverbandes weit weniger genützt als der Hakoah geschadet wurde. Die Mannschaften der jüdischen Vereine der unteren Klassen. besitzen so manches Talent, das ausreifen hatte können, wenn es zur Hakoah gekomnien wäre. Das Talent verkümmerte aber, da es gezwungen wurde, im alten Wivkungsgebiet .zu bleiben., Wir gcken gerne zu, daß ein fertiger Spieler eine Mannschaft -W»V ^VVVI» tJ**/ vun wiu . WMVW VUiV*V| vyui|» ganz woseMich verbessern kann. Ein Talent aber, das selbst geführt werden soll, ist nicht in der Lage, die Spielstärke des - Vereines mr günstigen Sinne besonders zu beeinflußen. Wir stehen also der Tatsache gegenüber, daß die kleinen - jüdischen .! Vereines, sich in der fünften, vierten und 'mr günstigsten Fall in der dritten Klasse herumschlagen, wobei , diese Klubs mit; wenigen, Ausnahmen ihre ganze- Energie. darauf, richten müssen, nicht in eine tiefere Klasse abzusteigen. Auf der anderen Seite - fehlt es der Hakoah an allen Ecken und Enden an entsprechendem Nachwuchs und daran-trägt die Sektionsleitmig keine Schulde Die Fußballer spielen nämlich viel lieber in.der ersten Mannschaft bei einem kleinen Verein, als in einer Röservvgarnitur bei einem großen , Klub. Wenn also ein erstklassiger , Verein ein Talent besitzt, dann kann er es nur durch finanzielle Zuwendungen halten. Selbst die Hakoah, als . größter jüdischer Verein, kann es sich nicht leisten, Spielern der unteren Mannschaften .Zuwendungen zu gewähren. Die Folge davon ist/ daß sich die Talente versaufen, und tatsächlich flicken wir bei allen kleineren . jüdischen Vereine ehemalige junge--Spieler der . Hakoah. Letzterer Verein ist also gewissermaßen die Melkkuh für die Bruderklubs, ohne aber von letzteren Spieler wieder zurückerhalten zu können. Der Erfolg dieser Hebung ist der, daß die Klaffe des Wiener jüdischen Sportes stagniert. Wir lassen uns nun von rein sportlichen Erwägungen leiten, wenn wir feststellen, daß die vom -Wiener Fußballverband verhängte Sperre nur den Erfolg zeitigen wird, daß der gesamte Wiener Fußballsport keine. Entwicklung zur Höhe nehmen kann. In der ganzen Welt ist es so, daß die besten Spieler' zu den Vesten Vereinen gehen. Wenn dies verhindert wird, dann gibt es unserer Meinung nach keine Nutznießer, sondern nur Geschädigte. Bei aller Anerkennung der sittlichen Gründe, die den Wiener Fußballverband bestimmten, eine Sperre zu verhängen, glauben wir doch, daß diese dem Interesse des Wiener Fußballsportes zuwiderlauft. A. Das olympische Fustballtuvnier. / Paris, 27. Mai. Holland siegt über R umä» n-ren 6:0. (2:0). Rumänien schlug sich besser, als dies das Resultat besagt. Vier Tore schoß der Mittelstürmer Py l, eines -der rechte, eines der linke' Flügelmann der Holländer, aus einem Elfer. Schiedsrichter Herren (Schweiz) konnte nicht befriedigen. Der Schiedsrichter Retschury hat die Leitung des Spieles Tischecho-Slowakei ge>gen Schweiz abgesagt. Ein Erlsatzmann ist noch nicht bestimmt. Nicholson schlägt Amateure. Im gestrigen Freundschafts« wottsprel schlug Rircholsa.n die-Lvmbirnier-te Amateur-Mannschaft l.'ll (0:0). Wacker und Hercha tragen übermorgen Donnerstag i» Meidling ihr fälliges -Meisterschaftsspiel aus. Die Vienna wird übermorgen Donnerstag und am kommenden Sonntag neuerlich pausieren. Der Sportklub Rapid trägt Samstag und Son-niag M- Spiele in Deutschland aus. Tume«. Der erste Wiener jüdische, Turnverein Makkabi 9 bringt morgen Donnerstag (Fviertag) um' 10' Uhr vormittags im B-urig-Kino, 1. Bez., Opernrmg 19, den bekannten Palästina« srael im Jahre 1923" zur Bor- 7 und 9 Uhr ... — —„. ^.0 und mn Tage der Boripühvung au der Kassa erhältlich. Schwimmen. Die Schwimmsektion der Hakoah bat einen ersMassigv» Trainer aus Magdeburg, 'der Hochiourg des deutschen Schwimmsports, verpflichtet. Dieser Trainer tritt iseme "Stelle am 1. Juni an. Das-Training findet bis Kur Evoiffnung -de- Strandbades Alte,Donau an jedem Donnerstag in beiden Hallen des Dianabades von hack 7 bis hack 9 Uhr, weiters an jedem Sonn- und Feiertag bei schönsm Wetter von 10 bis 12 Uhr vormittags im Schonbvurmerpark statt. Am Montag-Training, das von halb 9 bis 10 Uhr abends im Jövgerbad stattsindet, dürfen nur dienominierten Rennschwimmer (Damen und Herren) tsilnehmen. Aus derr Vereineit. Ari. Heute um 7 Uhr' abends im Cafe Postsparkasse. Ausschußsitzung. Nachher Spielerversammllung und Aufstellung der Mannschaften für die Sonntagsspiele. Hakadur (Pm-g-Pong-Sektion). Heute ab 7 Uhr Training in unserem Klubheim, Cafe Müller, 1. Beg., Schottenring 13. Sämtliche Mitglieder werden ersucht, bestimmt zu erscheinen. Hakoah. Fußballsaktion: Honte um halb 7 Uhr äußerst wichtige Spielerversammlung im Klubheim. Tagesordnung: Die Deutschlandreise. Sämtliche Spieler, der ersten Mannschalst haben im 'ÄÄllfe des heutigen! BörrmitagS ihre Passe im Sekretariat zu erlegen. — Schwiimnsektion: Heute um 6- Uhr abends Äeitungssitzung im. Klubheim. Tagesordnung: 1. Der-' Michtnng eines Trainers. 2. Teilnahme -am- Meeting des Prager H-agibor. 3. Unser Wettschwimmen ulsw. L>nie :-;7 bis t’ernt erfasse, Linie 36 bis Rarawilzitagasse, dann Josel' .Fried . a -«e. Siadlbalinslalion He:ligenstadI. dann Schulweg. Sonntag den 1. Juni 1924 St MJtai» HIBERNIANS - AMATEURE (Schottische Profesaionalmannschaft) Meisterschaftsspiel lsa^ilb» 4 ’SDBao« 1® na». P ortklub Vorverkauf ab heute: Amateure, I. Liliengasse (Dom-Cafe), Hakoab, I. Wiesingerstr. 11 (Cafä Atläskiof), Stadion, II. Franzensbrückenstraße 24, Rapid, XV. Kannegasse 1, Stone & Blpth, I. Kümtnerstraße 41, Göttl, XVII* Ottakringerstraße 52, Vienna, IX. Nußdorferstr. 28, Ever fit. l. Stephansplatz 1. Schwarz L Sohn, XIX. Döblinger Hauptstraße 44, Köpf & Raffay, X. Favoritenstraße 81, Sportklub, XVII. Nötzergasse 6, Völker, XVII. Elterleinplatz 1 Theater von heute Burefbeater: Die rote Mühle 7 Htz«ar«ie-rßesler: Garten der Jugend '/»&' 51»»tr-prr: Der Bajazzo — Schlagobers 7 Uöllisoper s Tristan und Isolde 6 Btffggarteit* Tanzabend Fritz Wolf-Ferrari 9 veutrcßer volkrißesier: Brand 7 Ldertter i« üer GoseTstadt: Der Kaufmann von Venedig V-8 m-aef»errdesttfr Die Flucht nach Venedig v,8 »niUl-Cbeaier: Komödie um Rosa V»8 ResaUsxsce*BfiM(e: Familie Hatsche! 8 Heue wiener Bitbae: Die fremde Frau 7 wr. ASwmerrplele: Liflh, die Kokotte 7 — Die unmögliche Go-Go 10 Ctistfpicltbtattr: Sie und ihr Zimmerherr V,8 earttdeuler: Blaubart V-8 rßerier»» der wie»: Gräfin Mariza 7 Wr. Stadltbeater: Die schwarze Perle V»8 Wr.Lürgerttzealer: Cloclo 7 I-hs«a 5tt»«§r-rßesierr Ballettgastspiel der Budapester Oper: Haschisch V,8 Hpollo-rdesttt r Die Königin vom Montmartre V»8 wr.Komöäieutzrur: Eine mit Talent V,8 Ms»a-Süd«e:Jou-Jou V,8 rctzweirerhsur (Prater): Orchesterkonzert Wacek OTEL samt Haus und Wohnung, Leopold. 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