Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1893 (23.5.1924)
- Date
- 1924-05-23
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Geste IÖ 'kff, FrellG MsiW MSLWWAiWK ikmrußrik (E der „Wr.Worgenzeitung" Krstzeint jeden Ircilag „Das alte Heim." Dieser nicht gerade neue Film, der im amerikanischen Dorsmilien spielt, 'ist eine saubere, fein modellierte Wb eit, ir der man das chrliche Bemühen -jedes einzelnen Mitwirlen-- bctt wahrnimmt, wirkliche Menschen glaubhaft zu verkörpern. Wenn die Handlung manchmal auch unwahrscheinlich ist, so sorgen Regie und Darstellung doch dafür, Satz das ganZe Geschehen vollkommen natürlich wirkt. Bewundernswert ist hier die Gestaltung von Effekten mit den primitivsten Mitteln. die immer ganz ungezwungen und doch wirksam sich wie ganz von selbst herausbrlden. Es ist in diesem Film, der, nach seiner Technik zu schließen, mindestens fünf Jahre alt sein dürfte, sehr viel künstlerisch Hochwertiges zu finden, das dem Bestreben, nur Natürliches zu bieten, entspringt, und wenn jeder Eftekt auch ganz genau berechnet ist und bis zur letzten Möglichkeit ausgewertet wird, nie wirkt er so, wie die allzu sichtbare Absicht in deutschen Filmen, die einen Moment herausgreifen, der dann mit allen Mitteln künstlerisch wirken soll. . Ebenso ausgezeichnet wie die rein vernunftmäßig vorgehende Regie ist auch die Darstellung, in der jeder einzelne Schauspieler bemüht ist, eine, wirkliche Type, wie sie das Leben in den amerikanischen Farmen bieten mag, zu verkörpern. Es werden hier zwei alte, einfache Männer als Gegenspieler aufgestM. Jede einzelne ihrer Bewegungen gibt ein BiK> ihres Charakters, und die Geschicklichkeit des Regiffenrs und des Dramaturgen versteht es, diese Menschen immer nur in charakteristischen Augenblicken zu zeigen. Diese beiden Schauspieler sind daher in der nach unseren Verhältnissen beneidenswerten Lage, diesonst nur Stars zugebilligt' wird, sich auch in kleinen Szenen ganz entfalten zu können. Dies nimmt gewiß Zeit, respektive Raum weg. Aber dieser wird dadurch wieder hereingebracht, daß die Handlung ohneweiters riesige Sprünge macht, worunter das Verständnis nicht leidet. Diese Art zu arbeiten ist eben die Kunst der Amerikaner, die so besonders wirkt, und welche ihren Filmen so hohen Gehalt gibt. Sehr gut gelungen ist auch die Naturkatastrophe, die die in diesem Film versprochene große Sensation vorstellt. Sie ist natürlich das Mittel zur Lösung aller Konflikte und Verwicklungen. die die Handlung bis zum letzten Mt zu knüpfen verstand. „Eine Nacht am Nordpol." In dieser großen Komödie zeigt sich viel guter Wille, -er jedoch ein nicht befriedigendes Resultat zeitigt, wenn man zum Vergleich ein amerikanisches Werk desselben Genres heranzieht. Die Handlung, für die Schirokauer zeichnet, ist recht lustig und hat flottes Tempo, doch kommt ihr die Regie nicht in der wünschenswerten Weise entgegen, und wenn sie auch hie und da sehr schöne Ansätze zeigt, ist der Gesamteiikdruck nicht der wünschenswerte. Der ganze Film krankt zunächst daran, daß, obwohl er eine internationale Fürstenkomödie sein soll, typisch deutschen Einschlag in der Art der unausrottbaren Marlitt austveist. Nicht wenig Schuld tragen daran die Schauspieler, die hier von der Bühne her 'bis zum Ueberdruß bekannte Typen von Serenissimus ms zum geadelten Raffke, in veralteten Humor gehüllt, aus me Leinwand bringen. Es wird hier derart übertrieben, als sollte der augenfälligste Beweis dafür' erbracht werden, daß der Bühnenschauspreler für den Film nicht geeignet ist. Es werden unglaubwürdige Figuren aus die Füße gestellt, die unter großen Bemühungen sehr geringe Heiterkeit erregen, aber nie den Glauben erwecken können, daß es jemals solche Menschen gege'ben hat oder geben wird. Der Held dieser Handlung, den Ernst Rückert nach bestem Wissen und Gewissen komödiantenhaft spielt, ist eigentlich ein gar« charakterloser Kerl dem nicht die geringste' Sympathie zuzubilllgen ist. Marie Mindzenty hat des öftern recht nette Momente,.doch kommt, sie -fast gar-nicht. zur Geltung, obwohl sie' vielleicht noch imstande wäre, diese mißglückte Komödie halbwegs zu retten. Ganz aut, wenn auch nicht hervorragend, ist die Regie in den Massenszenen, denen aber die nötige Detailarbeit und Kleinmalerei fehlt, die erst inrstande wäre, diesen Szenen die richtige Charakteristik zu geben.. Dieser Film mag für die jetzige Saison des schwachen Kinobesuches noch annehmbar sein, aber eine bessere Einteilung hätte er bestimmt nicht verdient. Auch irr der Technik läßt er recht viel zu wünschen übrig. _ __ „Turfbanditen." Der Umstand, daß dieser Film auch noch unter den Titelm „Das große Kentnckyderby" und „Der größte Preis" läuft, besagt wohl deutlich genug, daß keiner .der ihrer genannten genügend charakteristisch ist. Es handelt sich um ein Kriminal-Menteurerdrama, das den gewohnten Gesamteirrdruck dieses Genres ohne bemerkenswerte Eigenschaften bietet. Reginald Denny sprelt die Hauptrolle, einen jungen, sympathischen Mann, der unverschuldet in verschieden Kalamitäten gerät, aus denen ihn wieder seine Boxfertigkett rettet. Er zeigt bei den häufigen Raufereien eine erfreuliche Behendigkeit "und im übrigen viel Routine in der Darstellung netter, junger Männer, die nicht viel besagen wollen. Als Partnerin hat er eine junge Schauspielerin, deren Name den schlecht ausgeführten Titeln nicht zu entnehmen war, und die einen äußerst festen Charakter zu zeigen hat, den sie auch neben ebensolchen Waden bietet. Neben diesen beiden Personen finden sich hier noch die üblichen Intriganten, Banditen und jähzornigen alten Herren, die wir noch nie in einem Film dieses Genres vermissen konnten. Also alles in allem nichts Erschütterndes. Es ist gerade der landläufige Durchschnitt, der hier geboten wird, weder mehr, noch weniger, kurz: ein Sommersilm. Sehr nett gelungen sind die einzelnen Ausnahmen des großen Rennens, das imstande ist. für wenige Minuten wirkliche Spannung vorzutäuschen, obwohl man das Resultat schon lange vorher weiß. ___ Film und Krebsbekämpfung. Das amerikanische Ministerium für Volkswohlfahrt hat einen medizinischen Film Herstellen lassen, der im Bilde Mittel und Wege zur Bekämpfung des Krebses weist. Der Bildstreifen soll in großzügiger Art in ganz Amerika verbreitet werden. Die Entdeckung Amerikas im Film. In Amerika wird jetzt ein neuer Film hergeftellt, der die Entdeckung Amerikas behandelt. Der Held der Handlung ist freilich nicht Christ Columbus, sondern der Fahrer der Wikinger, die schon im gahre 1001 amerikanisches Festland betreten haben sollen. ie kamen über Norwegen Islands und Grönland. Amerikanische und skandinavische Schauspieler verkörpern die Hauptrollen des Filmes. ' „Die zehn Gebote". Ein Gedanke,-der in Deutschland schon mehrfach seine Ausführung ersghren sollte — auch Lubitfch hat sich bekanntlich mit dem Stoff beschäftigt — wurde soeben ausgeführt, und zwar von einem amerikanischen Regisseur, der durch seine verschiedenen Filmlschopfungen viel von lsich reden gemacht hat. Cecil G. de Wille, der Regisseur der Pammonnt, vollendete soöben seinen Film ,Me zehn Gebote". -Der Wert des Filmes wird von den Fachleuten auf mindestens eine Million Dollar geischätzt. Eddie Polo will vom Film weg. Der bekannte Sensationsdarsteller. der lange in Amerika arbeitete und ein Wiener Artist, sein soll, beabsichtigt, seinen Berus aufzugeben und sich ganz ins Privatleben zurückzuziehen. Copyright by 1923 Nachdruck verboten. reutjch'Öesterreichilcher Verlag, Wien. 102. Fortsetzung. Ae Heimatlose«. Bon Wilma Vukelich. Und dann folgte diesem ersten Tage einer völligen Erstarrung die erste Nacht ... die erste Nacht einer schwülen, qualvollen Unruhe, in der die Gestalten ansstanden, alle gelebten und ungelebten Stunden seines Lebens erwachten und bei ihm waren. Und er verbrachte diese Nacht in seinem Zimmer, ohne die Kleider von sich zu tun, ohne sich auch nur eine einzige Stunde der Ruhe zu schenken. Schritt auf und ab in diesem kleinen, gütigen, braunen Zimmer, das seine Kämpfe gesehen und das gesehen, wie er sich allmählich zu sich selbst gerungen hatte. All Arbeit, an Einsarnkeit, an Entsagung. Und das gesehen, wie er den Faden gefunden hatte, der ihn zurück zum Menschentum geführt, zu so viel Träumen und Hoffnungen. Und zuletzt zu dem Werke, das geläutert aus seiner Seele geflossen war und ihn nähergebracht hatte seinem Ziele: Gott. Und dieses Werk würde niemals vollendet worden. Der Aufschrei aus der Seele seines Volkes, das sich so sehr nach Erlösung sehnte, würde verhallen; denn keiner war da, diesen Schrei zu hören, so wie er ihn hörte, und das Gehörte wiederzugeben im Rausche der Musik. Seine Hand aber würde niemals, niemals mehr den Bogen führen . . .! Fast wie Rührung ü'berkam es ihn. Sterben! Wo so viel ui-gesagt geblieben!' So viel Oie'bes-werke ungetan. So viel flammende, hinreißende, jauchzende Musik unerlöst im letzten Klang. Wo noch immer das Chaos kreist und keine Sterne gebiert: nur Sehnsucht, Sehnsucht, Sehnsucht . . . ' Sterben! Wie ein Schlachtopfer, das inan gebunden an kn Altar schleppt. Ern Schicksal über sich hereinbrechen lassen, feige, geduckt, ohne sich zu rühren. Morden. Gemordet werden. Gemordet, verstümmelt, von Seuchen zerfressen, zerstampft von Len dahinstürmenden Kosakenheeren. In den schlammigen Wellen des Dnjestr ersaufen, vor die Hunde geworfen werden wie ein'Fetzen Fleisch, mit dem keiner rechnet. Dessen Tod nicht einmal in die Wagschale fällt. Denn er ist nichts. Weniger als nichts. Kalter Schweiß stand auf seiner Stirne und er raste. Raste gegen Gott und sein Schicksal. Er wäre geneigt gewesen, in diesem ersten Sturme scknem Leben ein Ende zu bereiten. Aber auch dazu war er zu müde. Und als der Morgen graute, schlief er ein. Angekleidet auf dem Diwan. So fad!ihn Hannäh, als sie am nächsten Tage kam, eintrat auf den Zehenspitzen, ohne zu klopfen oder zu läuten. Lange sah sie ihn an. Was war er bleich! Das lange blonde Haar zerwühlt und aus der Stirne gestrichen. Die Züge zerstört und in grausamster Qual verzogen. Die Hände aber inernanderverschlungen, diese zarten, langen beseelten Künstlerhände mit dem seinen Limenspiel der bläulichen Adern. Hannah kniete nieder vor seinem Lager. Eine Welt stieg auf in ihrer Seele. Gedanken, Gefühle stiegen auf — und zerrannen. Sie fühlte, wie sie es niemals noch in ihrem Leben gefühlt, selbst in diesen letzten Schreckenstagen nicht: hier wurde das Sinnlose zum Ereignis. Hu diesem Gebilde. In dieser Hand. Die Gott geschaffen, um das Zarteste aüszudvücken. Um das Unsagbarste zu sagen in der Sprache der Töne. Die geschaffen war, um in taufend Herzen Begeisterung zu erwecken. Liebe, Trost, neue Sehnsucht. Töne zu zaubern. Eine Welt, schöner, reiner, freier als die irdische. Diese Hand verurteilt dazu, nach der Mordwaffe zu greifen. Lauern mußte sie . . . zupacken... . sich in die Kehle Pressen. Morden, uw nicht selber gemordet zu werden. Träne auf Träne drängte sich aus dem Auge Hannahs. Träne auf Träne rollte schwer über ihre Wange. Und angestrengt wußte sie denken und denken. »Was hatten sie im letzten Sinne zu tun mit diesem BöKergroll, der keine andere Waffe kennt, als jene wilder, reißender Dieve? Was ging s i e Serbien an? Auch iu seinen Reihen kämpften Brüder. Und ihr Walk wußte kostbares Bruderblut vergießen. Wem zu Liebe? Wer wird ihm Dank dafür wissen? Dann aber tönten Daniel Worte an ihre Ohren: Judentum ist Mission! Jude sein, heißt Mensch'sein! Und sie verstand. Das «war der Sinn des Sinnlosen. Darum würben auch sie hingezogen in dieses Rasen 'der Völker, mit dem ihre Seelen nichts gemein hatten, , ». Mir hü' UM» Harry Pie! kommt im Herbst nach Men. Dieser beim halbwüchsigen Publikum so über alles beliebte SerffattonS« darsteller wird anfangs der kommenden Saison hier ein» treffen und — wie er mit einem großen Etablissement hier vor wenigen Tagen vereinbart hat — in, einem mit Mm kombinierten Sketch auftreten. Mn neuer jüdischer Film. Die kommende Saison wird uns einen ausgezeichneten G o I d w h n - Film bringen,' der im jüdischen Milieu svielt. Er betitelt sich „Hungernde Herzen" („Ghettokinoei: in der Großstadt^ und ■ soll eine Propaganda'aegen den Antisemitismus in Amerffa sein. Sein Erfolg in New-Aork war ungeheuer. In Men dürste er Mitte Februar 1925 erscheinen. Ein neuer Fliegerfilm. Der AusnahmetechnUer und ehemalige Feldpilot Hans v. Pedal führte seinen vor kurzem sertiggestellten Film, der Men aus der VogÄperspMive zM und gleichzeitig eine Propaganda für das FÜMeug als <m» gemeines Verkehrsmittel vorstellen soll, dem Österreichischen Aeroklub mit Erfolg vor. Die hier gemachten Erfahrungen sollen in einem großen Lehrfilm über Aeronautik verwert^ werden. Max Linder abgereist. Mar Linder ist nach Fertigstellung seines Films bei der Vita-Filurindüftvie von hier abgereist und begibt sich nach Kalifornien, wo er zwei Filme herzustellen hat. Das Weiterbestehen der Zensur im Staate New-Aork wird gemeldet. Der Antrag auf Beseitigung der Filmzensnr, welcher im Senat mit 26 gegen 23 Stimmen angenommen war, ist mit 77 gegen 64 Stimiyen von der gesetzgebenden Versammlung nach langen Debatten verworfen wowen. Die Zensur bleibt also in New-Iork für ein weiteres Jahr bestehen. Preisausschreiben. Für die von der Zeitschrift „D e r Filmfrennd" (München, Sonnenstraße) veranlaßte Preisausschreibung eines kurz skizzierten Filmsujels läuft die Frist am 15. Juni äb. (1. Preis 1000 Goldmark, 2. Preis 600 Goldmark, 3. Preis 400 Goldmark.) Der Entwurf darf 400 Maschinenschriftzeilen nicht überschreiten. Genaue Angaben über das Preisausschreiben im Heft Nr. 1 der genannten Zeitschrift. _ Die Filme der Woche. „Der Unbekannte." — „Die Bettelprinzessin." „Quarantaine." — „Klub der Einäugigen." — „Im Netz verstrickt." — „Cerisette, die Grisette von Schanghai." — „Die närrische Wette des Lord Aldini." — „Der Weg ins Glück." — „Die Frau ohne Bedeutung." .-Lesen Sie DIE FILMWELT Illustrierte Kinorevue Fllm-Fachblatt und -Publlkums-Wochenschrlft REDAKTION UND VERWALTUNG: Wien, VII. Hermanngasse Nr. S Telephon Nr. 3S«5*88 — ROTENTURM-KINO- WIEN, 1. FLEISCRMARKT1 Ab heute bis 26. Mai Die närrische Wette des Lord Aldini Ein Abenteurer-Film zwischen Himmel\und Erde mit Carlo Aldini in der Hauptrolle > - und das übrige Sohlagevpr ogramm Beginn der Vorstellungen: 4. >/,8, t/*8 and */t9 Uhr Begleitmusik einer erstklassigen Künstlerkapelle Judentum ist Mission. Wenn alles aufflammt in wildem Haß, in der Blindheit der Vorurteile, die den Menschen gegen den Menschen wüten lassen, muß einer übrig bleiben, der die Fackel der Menschlichkeit hochhält. Wenn <fic .vergessen, daß ein einziger Vater über ihnen ist,' ldaß eine Erde sie genährt hat. . . muß einer da sein, dessen Blick ungetrübt bleibt, dessen Herz warm schlägt, der den Samen der Völkerliebe mit seinem Blute nährt, ^daß er wieder wachsen 'könne, blühen, Früchte tragen. Jener Baum, der alle nährt, alle in seinem Schatten hält Freunde und Feinde. Me, die eines Gottes Kinder sin^ Und Menschen. Menschen. Und .Jude sein, heißt Mensch sein.. Unsere Wurzel ist im Boden Zions, der unser >Blm genährt hat. Unser tausendjähriges Schicksal aber ist Menschentum. Leidverfolgtes, schmachbedecktes, ringendes Gottes^ ^Menschentum. Und unsere Mission ist, die Liebe zu vermitteln von hüben und drüben. Anzufachen den erloschenen Funken. Die gekvampften Finger aufzulösen. Wärme in die erstarrten Glieder zu flößen, sie ineinanderzulegen. Ihr Werk ist der Krieg. Denn ihrer ist der Haß. Unser Werk aber muß der Friede sein. Die Aussöhnung. Das ist die Aufgabe, die Gott uns mitgegeben auf den schweren Weg des Exils. Das vermittelnde, letzte Glied zu sein in der Kette seiner Menschheit, wie wir das erste waren, dem er seinen- Namen ausgeprägt. Sie wischte die Tränen aus den Augen und lächelte schmerzlich. Dann weckte sie Alfred mit einem leisen Streicheln ihrer Hand, und er schlug die Augen auf,, wie befreit van einem Alp, mit einem tiefen, tiefen Seufzer: ' ,/Jch habe geträumt", sagte er bedachtsam und gar nicht erstaunt, Hannah neben sich zu finden. Mit einer zarten uifo behutsamen Gebärde legte er die Hand auf ihren dunkelwelligen Scheitel. . . ,/Jch habe geträumt. Und sah die große, , goldgewölbte Kuppel eines.Tempels. Zion lag zu seinen Füßen, wie -wir es uns >ausmalen in unseren Traumen. Die weißen Mauern einer märchenhaften Stadt, mit schlanken Minaretten und dem Dunkelgrün; der Zedern vor dem hellen Blau des Himmels. Ueber der gMenen Kuppel aber flammte die Glut einer Fackel, die weithin sichtbar war. (Schluß fvlgt> i J