Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1881 (11.5.1924)
- Date
- 1924-05-11
- Page
- Seite 12 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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IS Mm, Sonntag ~~ Wiener NtorsenMung. 11. Mai IW N r. ISA * * * n 0 P f B f R I < H T Wiedersehen mit der Spitze. Zur Berliner zweiten Spißenmesse. Im Berliner Zoologischen Garten bietet die Spitzenmrsse einen^ Gesamtüberblick über die Mode, wie man sie sich erschöpfender gar nicht vorstellen kann, da sie weit über den Rahmen einer Spitzcnausstellung hinansgeht und dadurch das Interesse jener Kreise erweckt, die für die Wunder moderner Bekleidungsindustrie empfänglich sind. Wenn auch Deutschland modeschöpferisch unbedeutend ist, so nimmt es doch in der Spitzenfabrikation einen wichtgen Platz ein, und im Augenblick, in welchem die Mode sich der Spitzenindustrie mmimmt, nmß mau ihr die gebührende Aufmerksamkeit schenken. In erster Linie kommt hier die Plauener Spitzenfabrikation in Betracht, die, was Kinderspitzen und Spitzenstoffe anbrlangt, gänzlich auf Stick-, Aetz- und Luftspitzeutechnik eingestellt ist. Modisch wertvolle, gewebto Spitzen können in vollendeter Manier noch immer nicht hergestellt werden, aber an gestickten Tüllspitzen und Spitzenstoffen tvird sehr. Feines und modisch Wertvolles produziert, so daß es als Ersatz für Webspitzen in Betracht kommt, und den Anforderungen des hohen Modeideals, das nur sehr duftige, hauchdünne Spitzen gelten laßt, entsprechen kann. Von verblüffender Wirkung sind die Imitationen der echten Brüssler- und Duchessespitzen, die bei den Jmitationskrägelchen und -Manchetten Verwendung finden, unrsomehr, als jetzt der kleine Spitzenkragen und die damit korrespondierenden Manchctten allenthalben auftauchen, herausentwickelt aus dem Bubi-' kragen, der einen Teil der von uns bereits charakterisierten Neigung zur maskulinen Linie bildet. Die Vervollkommnung der mechanisch hergestellten V a l e n c i e n n e s Pi tz e macht unleugbare Fortschritts wenn sie sich auch mit der in England und Frankreich geschaffenen nicht vergleichen kann, aber auch diese westliche, historisch berühmte Industrie kann sich nicht voll ausleben, da selbst für die feinste Wäsche verhältnismäßig nur wenig Spitze verwendet wird und die viel Spitzenmaterial beanspruchenden, volontierten Dessous gegenwärtig aus der Garderobe der eleganten Dame verbannt sind. Allerdings sieht man auf den leichten Voile- oder Batistfommerkleidern ganz schmale Epischen, leicht eingekräuselt und dicht aneinanderstoßend aufgenäht, aber für breitere Valenciennespitzen haben die modeschaffenden Ateliers bisher keine passende Verwendung gefunden. Tie Mode der schlanken Silhouette kann die Spitze und den Spitzenstoff nur als duftig und reich fallenden Volant verwenden, der das Problem, faltig zu sein ohne die Kontur zu verbreitern, einwandfrei löst. Die farbigen Spitzen, die uns noch vor kurzem als extravagant erschienen sind, beginnen, ein vornehmer Modeartikel zu werden. Von exquisitester Wirkung sind die auf der Spitzenmesse ausgestellten Toiletten aus blondfarbenem oder mattgrünem Spitzenstoff oder aus Crepe Georgette mit Spitzenvolants, die die Rolle hocheleganter Sommerkleider und bei künstlicher Beleuchtung als Abendkleider, besonders für den Badeort, übernehmen könnend Als hervorragendes .Stück soll eine Toilette erwähnt werden, bestehend aus einer langen Kafak aus havannafarbenem Spitz enstoff, eingefaßt mit mandelgrÄnem Crepe Georgette, aus welchem Miede» ■GteS&zifenZTc ^'VWen l$eg*ündee 16jl8, Neuheit Leibchen-Gürtel- Kombination, fiscbbeinlos, am blossen Körper zu tragen. Spezial- Abteilung für Geradehalter,KSrperform- Korrekturen (Hohlwattierung), Miederbinden und Giirtel-innenbinden gegen Senkungen u .nach Opera- Rs tionen, Umstandsblnden. VD.PURGG.5 «öEftCSK «ff 6ÖJÜOC« vaxSttUTO. Zum Sakkoanzug der elegante Brogue-Schuh wEdDMt&EnnE'X --<^ ,rüns rj Elegante Cbamenhüle L Mahlersir»ssetS auch das Unterkleid bestand, das, vovne von oben bis unten ganz fein plissiert, aus der nicht ganz geschlossenen Kasak hervorsah: also die wieder aktuell gewordene Idee, aus dem. transparenten Stoff eine Art langer, loser . Jacke herzustellen und auf ein farbig abstechendes Unterkleid zu legen. Man bemüht sich, originelle.Arten für die Verwendung von Spitze und Spitzenstoff zu finden: Capes, ganz aus Spitze gebildet, lediglich als Dekorationsstück für große Feste -oder für die Bühne gedacht, natürlich nur möglich zu einer 1 einfarbigen Toilette als Ergänzung derselben; Mäntel aus schwarzem Belourchiffon mit einem kleinen Rückencape .aus plissierter Spitze — also durchwegs luxuriöse ÜM phantastische Kreationen. Der. subtile Charakter der Spitze verlangt de? zenteste, vorsichtigste Anwendmrg, aber gerade deshalb bietet er dem verfeinerten Geschmack die reichsten Möglichkeiten» R. Meuczeh. EfK.v, ©Ml 6>.--aTS fl 1 PA«! \y Neuheiten für den Rur- und Badeort. Das populäre. Modellhaus Juli «8 K r u p n i k in der. Kaiser st.r a ß e, das stets bestrebt ist, für jede Saison Neuheiten Pariser Genres zu bringen, hat uns aus einer Reihe von Modellen einige reizende Stücke vorgeführt, die .wir in nebenstehender Zeichnung reproduzieren r 1. C o m p l e t aus blauem Rips, Rock in Stehpltssee gearbeitet, mit plissierter aufgesetzter Borte in Bleu Royal. 2. Cape aus schwarzem Tuch mit interessantem Kragen und aparter Bindart, die Schulterpasse in Rot und Gold gestickt.. 3. Mandelgrünes Crepe de Chine- Kleid, Plissee und Applikation.in gleicher Farbe und Material. 4. N a ch m i t t a g s k l e i d für de.n Hochsommer in Marocain imprime mit Shawl/ am Rockende schwarzer Marocain-Besatz. Der Schönheitsschlaf der Frauen. Nichts ist mehr imstande, die äußere Erscheinung einer Frau ungünstig zu beeinflussen, ihren Teint grau, ihren Blick matt, ihr Haar glanzlos zu machen, als zu wenig Schlaf. Nicht F r an k> reich, das sich so gern das Land der schönsten Frauen nennt, hat dieses Toilettengeheimnis zuerst entdeckt, sondern England, das Land des Sports und der Hygiene. Die englische Frau der höheren Geselljschaftsschichten weiß schon längst, daß sie außer sieben bis' acht Stunden Nachtschlaf auch tagsüber noch einer Ruhepause bedarf, des sogenannten „Schönheitsschlafes". Diesen Schlaf läßt sich die besser situierte Engländerin durch nichts und niemand rauben. Im Gegensatz zu der französischen Schönen, die ihre natürlichen Reize durch alle möglichen kosmetischen Mittel zu erhöhen bestrebt ist, Ast die Engländerin bemüht, sich diese Vorteile durch eine hygienische Lebensweise zu sichern und ist dabei sehr erfolgreich. Sie versteht es besser' als die Frauen der meisten anderen Völker, ihre Schönheit und Frische so lange als möglich zu behalten. Es ist, das muß betont werden, durchaus nicht nötig, mitten am Tag eine Stunde lang zu schlafen, denn die horizontale Lage, das Ablegen der Kleider, die Ruhe, das Verbannen sorgenvoller Gedanken leisten auch schon ausgezeichnete Dienste. Natürlich lernt man es nicht im Handumdrehen, sich loszulöfen vom Alltag, muß erst erkennen, daß man entbehrlich ist und alles aufs Beste geht, auch wenn man eine Stunde die Räder des Getriebes zum Stillstand zwingt. Der helle Strumpf. Hie und da taucht -in Modeberichtcn die Ansicht auf, daß der helle Strumpf nicht „vornehm" sei, und darum vom dunklen verdrängt werde. Dies ist eine vollständig^ falsche Beurteilung der Situation: denn es handelt sich bei der Mode der hellen BeinbeTeidung nicht um eine kurzlebige, zufällige Erscheinung, sondern mn einen Modet h p. Der schwarze Strumpf ist das Kind der-Achtzigerjahre des' vorigen Jahrhunderts, während man bis dahin nur Weiße, zeitweilig auch rote Strümpfe kannte. Tiemoderne Helle Bembekleidung bedeutet also nur die Wiederbelebung einer alten. Gepflogenheit. Aber während der Epoche, in der der Helle Strumpf nicht zur Geltung kam, entstanden die Maschinen, die alltäglich Millionen jener feinen und zarten Strümpfe erzeugen. die wir alle bewundern. Die Feinheit des Strumpfes setzte sich in Grazie und schmeichlerische Wirkung, um'und .'hier' liegt der springende Punkt. Nicht die erotische, nicht die luxuriöse Note hat den Schl-eierstrümpf zu jener Popularrtäbgebracht, die heute unbestritten ist. Die Ursache seiner Karriere' liegt in der Grazie, in der Erhöhung der Schönheit des Beines, kurzum in der Herausarbeitnng der natürlichen Form und Farbe. Wie derb _ sieht das mit einem undurchsichtigen Baumwollstrumpf bekleidete Bein aus neben eiuenr mit entern ganz feinen, , hautfarbigen Seideit- oder Fr! d Ecosfestrumpf umhüllten! . Hingegen sind alle groß gemusterten, breit gestreiften^ oder karrierten Strümpfe der Schlankheit des Beines nachteAig; allerdings tritt für die Zwecke, für die i>e gedacht sind, das heißt, zum Sportschuh, der ohnehin "die Form des Fußes vergröbert, die Frage der Schlankheit des Beines in deir Hintergrund. M odeme Seidenwaren oderne Jackenfutter kaufen Sie billig im Hodengeschäft HELA SILBER II. Taborstrasse 18 (Hotel National) Bitte, Adresse genau s:i beachten! 1058* Reste besonders preiswert! PERMANENTE AUSSTELLUNG Kunstgewerblicher Arbeiten aller Art Blasen / Handarbeiten / Hippes Feine Damenwäsche Handgemalte Kleider und Tücher Hausindustrie EXPORT Hanna Menzel & Cie« Kunstgewerbe Wien; I. 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