Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1880 (10.5.1924)
- Date
- 1924-05-10
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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■? 'ur1 heutigen Meisterschaftsspiele. Um di« übermächtige. Konkurrenz der internationalen Doppolvercmstaltmdg aus der Hohen Warte zu 'vemnaiden, Nmrden all« Me-isterischaftsispivle vorverl-egt. Hont« nachmittags bereits fwden Zwei Puukt-eEämpf« statt. Schwung gegen Technik werden «8 fein, was die Besucher des Rapid-Platzes, auf dem heute um 8 Ahr unter Leitung des Schiedsrichters Hader« lÄtuer der Kampf Slovan gegen Rapid vor sich geht, zu sehen bvlkourmen. Noch vor kurzem wäre das Spiel ein« sichere Sache für die Hütteldovfer Meisternrannschaft gewesen. Nun scheinen aber die jungen Spieler durch die Anstrengungen der vorhergeyangemn Kämpfe übermüdet zu sein; die älteren Spieler ' stchsn säst alle aus der Marodenlist«. Die Wiener Tschechen hingegen haben ihre Mannschaft gegen das Vorfahr durch Neuerwerbungen sehr verstärkt und haben heute zumindest die gleichen SiegesattSsichten wie ihre Gegner. Einen schweren Gang hat der SporMub vor sich, der um ö Uhr unter Leitung, des Schiedsrichters Grünbanm den: Sportklub Admira ans dessen Platz «ntgogentritt. Für beide Vereine steht viel ans dem Spi^l, da sie schon durch den Gewinn eines Punktes ihre Lgbellenvorgäntger, Rapid und Slovan, «inhölen können. Der SporMub hatte in der letzten Zeit viel unter Spielervevletzun« gen zu leiden, während die Admira ihre Mannschaft intakt erhielt und durch die Rückkehr Schierls eine wesentliche Perstärkung erfuhr. Dennoch geben wir rein gefühlsmäßig dm Hevnabsevn die besseren Siegeschancen. Slavia (Prag) schlagt Cardiff City 3r2 (1:1). Von unserem Prager Mitarbeiter. Prag, 7. Mai. Nach Aberdeen, Celtic, We-scham United und anderen hatte gestern die Slavia Cardiff City zu Gaste, die sie nach hartem »W schwerem Kampfe 3:2 schlugen konnte. Man hält hier nicht viel von den englischen Mannschaften, da die Mtsten im Vorjahr« von Slavia und Sparta glatt geschlagen wurden. Auf Cardiff City war man jedoch besonders nengiovi>g, da sie einen besonders guten Ruft hüben und sich in der hmrige-n ersten Liga an zweiter Stelle mit einem Skore von 81M placieren konnten. Nach der 2:1-Niederlage, die Slavia sich Sonntag von Die Engländer gehen gleich nach Beginn in die Offensive und drängen die Slavia zurück. Die Slavia-Backs haben viel Arbeit. Schließlich kommt Slavia, die durch den. schnellen und geschickten Angriff etwas überrascht wurde, auf und kann das Tor der Engländer eine Zeitlang belaigern, wobei ihr Stnvin «einige Chancen vergab. Das Tempo ist sehr schnell und «durch einen Fehler des Slavia-Lormaünes kann der ausgezeichnete linke Verbindnngsstürmer Cardiffs das erste Lar Mr die Gäste 'erzielen. Einige Sekunden später, gleich mach dem Anstoß, placiert Capck einen prächtigen, langen Schuß im Netz der Engländer und stellt so den Ausgleich her. Pom PübliTum angeeifert, belagert Slavia nm-erlich daS Kindliche Tor. Nelson ltttlb Blair« di« fabelhcvfte.il Fonlbacks der Engländer, wehren jedoch alle Angriffe ab. Auch Farghuson im Tore spielt sicher., Schließlich^ Wunen sich die Engländer frei-wachen und aus einen: Gedränge vor dem Slgviarar resultiert -der zweite Treffer für CardiU. Die Anstren-Mngen der Prager, dm Ausgleich hevzuistellen, sind umsonst. Beim Stande 2:1 für Cardiff gcht es in die Pause. Nach Wiederbeginn geht Slavia zum Angriff vor, die Engländer verteidigen jedoch zäh ihr Tor. Schließlich erlieft Slavia dach hen Ausgleich, der W Publikum mit lang anhaltendem Beifall ausgenommen wird. Die Belagerung oes CardrffqTores wird fortgesetzt, Blair muß verletzt das Spielfeld verlassen. Mit bloß zehn Wbann spielen die Engländer das Ginbacksysteim, so daß alle Angriffe der Slavia im off stde enden. In der letzten Minute der zweiten Halbzeit läßt sich ein Cardiff-Spieler im Strafraum hands zuschulden kommen, was mit einem Elser bestraft wird, Len Capek zum dritten Tor der Prager verkuandelt. Gleich darauf zeigt die Pfeife des Schiedsrichter den Schluß des schönen Spieles an. Die Engländer hinterließeu einen fahr guten Eindruck. Sie spielen schnell und fair und forcieren das mütelhohe Paßspiel. Ihre besten Leute haben sie in den Halbes und in den Backs. Slavia konnte ebenfalls befriedigen. Dem Spiel« wohnten zirka 16.000 Zuschauer bei, für einen Wochentag eine recht beträchtliche Zahl. Photomul Kinoapparate I eowle $ä*n«ltoä,£ SystnrLsnrtrirsI I Phofohau» „KELLY“ » ftijNRiCH LOfFiR Wjtep, ÜRotensterngasso 28 I AusarbeliUngen u. Vergrösserungen | für. 1880 Wiener Morgenzeitnns. gUBbßü. der Wiener Hakoah gefallen lassen mußte, gewann das Match noch cm Interesse, wenngleich Slavia mit zwei Ersatzleuten antrat. a»»MW»»»»«»WM>»aWiW«MVPWMMilMp«»>,itzWWWMWMHWWWlW«,W>BW«MWP»WR«>aiWWWMW»WWI^^ Linie 87 dis körnt srgaiss, Linio 36 bis Raruwit^kaga.tjpo, dann Joeqf S’/iedigaaae, Staitba^nstation Hqtiigeuatndt, dann SchQlw^. Sonntag den 11. Mai 1924 Zwei f„4?atL‘»ie Fussballwettkämpfe Slavia (Prag)—Ha ko an S» WJHv Cartiiff Gitv—-Vienna Entklqsilgo englisch« Profpasionqlittannsehaft *** Vorverkauf von Sitzu. Stehkarton an folgenden Stellen: Qeschäftastelle Hakoab, I. Wieatngeratraaee lt; H&naler, si. Taborstraese ü>; Baitaxe, Mariahilferstresse 188; Stadion, II. Pranzensbrüokenstraeae 84; Apmteure, tiliengaesej Rppia, Htttteldorforatrasea B8i Pohl. Man'ahilferatraaae fij Vionna, Hotel Union; Sportklub, Rötzorpaaep: F. Schwer*, I>ilbljr)$er Ü»yptesn»evtz Hi Lazar, KplinpaMej Everfit, Roten tarmstrass»; Köpf & Rnfiay, FavoritenstTBSse 8t | ^obnhhaPa nT°ltt‘i ftindorapitalgaase tz. mm rifmeiyvepiHWii ifpin >-aWWBWHWUM0SBpMWBW!»W>»W»B«»WMaW> '■■cwinrnnwiM.ioi.iw iwwiii.iiiiim» naptqawMmiwnminnw»»wmnimuii i|,iiB»i«twa«*wwBwiiwBB»3aB«nw»w»aK«iiwii»nuiBwmM^jagröpBmnBMHwnaiBB—ne—p—naa—nwnnfinE— Conyrigth hx 1V88 Nachdrud verhoteft. Hkulsch-Oksterr^tchilcher Verlag, Wien. 8>. FortsetzyNP Von Wilma Vukelich. 9>. Fortsetzung, „Du aber,^ und er preßte die Hände dös Freundes, .„du bleibst hier. In deine Hand ist das Erbe gefegt..Und in Hawnaihs Hand, die meine. Mitarbeiterin ^war Md meihr von mir-nnp meinem Glerben weiß als sogst ein Mensch." Dansbar upd voller Trqn-en hingen Hannahs Augen an Daniels blassem beseelten Apostelkopf. „Sorget, daß unsere Sache sich niemals ein-ovdne in die Reihe der großen Machtsragen nnferes IqhchunderA. Denn das ist -die Taktik unserer Heit, das; sie eine WmpMsre geschaffen-hat, in welcher sich unfchlbap jode Idee zur Machtsrage umkoistalli^siert. Mag sie leuchten in der Hand der wenigen -wie die Gottesfackel, die Mgssen Kspreißen sie und spielen-ihre Reste gegeneinander aus. Wir aber wollen nur sammeln, Iüdentnm M nicht mm Äo'l'kstum, es ist vor allem Religion. EH ist AchickW zugleich und Erkenntnis. Narnm^jM die KWstqDWN eures Schicksals und lernet-von den anderen. Wo Macht ist, ist lintergemg, Euer Judentum, wie ihr es ihMh-rg-vtzstet über die-. IahphUndeiftö, Asch -währen, solange euer Ethos lvährt. Sich wandelnd im Wgndvl de? - Zeiten, Immer aber ener -tiefste? Kisprnck," „Warum gehst du von uns?" sagte Alf'ved f?gnrig und unsicher. «Mir sind schwach, und hie Idee chjch unseren Händen entgleiten." „Ich gehe, -mil ich muß. Es isst Win Schicksal, zu gehen. Und ich habe nichts mehr zu sagen, Nach mir aber werden andere fomnien, die die Idee «lveiter au'Hihqiuen werden, sie soll hewegsich bleiben, wje es nnspre Geelen sind. Imnter aber soll sie im letzlan Menschentum M?zejn, A dem, was wir als Menschentum in uns selber gerettet haben. Und das ist's, was unsere Idee jMeß«. sich «vlvei-tern Wird, weit ÄÜe? die Gpenhen deH Judentums hinaus. Ve.rsteht mich recht: JndMt-nm ist Mission. Einmal gab datz Judentum der Mnschheil die Liebe; Dummheit und Mißgunst wiesen es aps per Gemeinschaft der VAkke?, Da verWmmsrte die Liebe, und Per Mensch Wch dem Menschen feind. Noch ist der Erlöser nicht gekommen, -den nns das Wort der Heiligen Schrift verheißt. Aber die Mission ist gebliehen, und -die Leidenden und Sehnsüchtigen aller Völker warten des verheißenen Messias, auf daß er die Grenzen umveiße, Die Abgründe überbaue. Die Herzen den Herzen nähere. Und das ewige Reich des Herrn aus per Erp« errichte. - De? Mensch will sich zM Menschen ePsGn. Nicht nur Inden, sondern überall dort, wo Menschen an einander leiden. Und sich zerstören, weil sie die Welt und ihre Einrichtungen ans Macht, nicht abex ans Liebe gegründet. De? Jupe hat lange außechalb diese? WachtsMren geM und hat es durch die Isolierung >der Jahrhunderte gelernt, Musch zu sein. MLensch Po? gy-M, >Unh ßhe? MgOn^Pe und Opönzen hi'WLg menschlich zu Wen. Und das ist^s, was wir nietnalS prsiHgsbey, niemals verlieren Wftn,.Die Mission M'kres Menschentnms, die weiß ühev nnss?e Mische Msswn hinausgeht. Ich sage euch das in de? WWH Wschiepes, In per letzten Gundö. in Per ich auf dem Boden- Onrapas siche, Ich sage Wch, 'daß m\m Mission weit chhe? jche Parteifpgge, über Politik Mih Nat'wnalM hiMÜsgcht, Daß sie einMndet in Pie großen MpschiheiUrageu und unsere SchMcht zn? Einheit llst, die keine Gve-nzon kennt. Ja, die hmansgeht über die Grenzen des VWlüchen. Die an den Gestypen der Mere, an «den. trennMdön FeWlöcken de? Oeihirße nicht Wmacht, Di? piß MnWrr M, .IW MeMßcheuge Whricht, Ne GvkWn Mischen Raffe Wd Mffe, das trennende Hindernis zwischen allen Schichten der Gesellschaft VMM , 10. Mai 1924 Seite H Sparta hat kommenden San-n-t-ag Bolton Wanderers z Gaste, die in Leipzig gut abgoschnitten habm. . DaS Meisterschaftsspiel Hazair-Makkabäa—Beritas, das bis nun stets zu den interessantesten und schönsten Spielen der Gruppe zählte, kommt morgen um 10 Uhr vormittags auf tzchn Polizei-Sp. Vg.-Platz in. Kailseonrühleu, Endstation 21er- Wageu, zur Austragung. Int letzten Spiel blieb HM-ir- MaNabäa nach erbittertem Kampf mit 3:2 Toren siegreich. Da der jüdische Verein morgen mit einigen Erlsatzleuten Mt reden wird und die Miainnlschaft außerdem durch die langändMeMde Meisterlschaftssaifon stark -überspielt ist, dürfte Veritas im morgigen Spiel stcigrerch bleiben. Die Akademiker der Hakoah. tragen heute ihr fälliges Meisterschaftsspiel gegen die W. -Ä. F.-Made-Miker aus. Der Ä. % F. stellt eine spieilstarlke und faire Mannschaft, die das Treffen völlig oiffenguyalten in der Lage ist. Die Hcckoah- Mademcker dürften einen knappen Sieg erringen. Das Spiel ftndet um halb 6 Uhr auf dem Hakoah-Platz statt. Bar-Kochba—A. S. V. Baden 7:2. Bar-tKochba, die vorige Woche in Baden gastierte, konnte ihren dr.ittklassigtzn Gegner glatt abfertigen. ,Dir besten Leute bei Bar-Kochba. war-en Schwamm, Drucker, Bock, Kahn und Singer, von den. Badenern konnte nur der linke Verlbindnngsstürmer gefallen. Die Tore schossen Kahn (8), Bock, Drucker, Horoschowssky, Rpseüberger und Setzer. .. IWscher Turn- und Sportverband. Der Unterausschuß für Turnen hält seine erste Sitzung heute Samstag um 7 Uhr abends im Kluhheim der Hakoah, Wien, 1i Bez., Wiesingerstraße 11, ab. Tagesordnung: 1. Bericht über die Generalversammlung des..Preises Oesterreich der jüdischen Turn- und Sportvereine. 2. Konstituierung. 3. Tagung des Makkabi- Weltverbandes. 4. Turnerische Veranstaltung anläßlich der Tagung der Vereine Makkabi 2, 9, 16, 17) 19, 20. Groß- Gnzersporf, St. Pölten und Linz wollen in Anbetracht deri Wichtigkeit der Tagesordnung zur Versammlung ihre B?«- treter entsenden. _ Leichtathletik. Das Meeting der Vienna findet honte um 5 Uhr auf dev Hphen Warte statte Das NenMlngsevgebnis war ein ganz ausgezeichnetes, da alle Wiener Bereine, die ÄeichtaihletiE betreiben, an-den Start gehen und weit über hundert Nennuiu-' gen vorliegen. Aus den Vereinen. A r i. Heute im Cafe Postsparkassa, 1. Bez., Biberstraß^ Nr. 10, Mitgliederversammlung und Ausstellung von drei Mannschaften. — Heute Wettspiele mit zwei Mannschaften aegen Vienna-Reserbe und -Jungmannschaft auf der. Hohen Warte. Folgende Spieler treffen sich um halb 3 Uhr auf .dem Platze: Kende, Fainstein, Grnsberg, Weiß, Wind, Pollack, Kürz, Schiller. Wolf, Bauer, Mollner 2, Adler, Brandstätter, Wenn Hakoahner heiraten kaufen sie ihre Anten $chlesing«r I.WallnerrtraRe 3 falickst KPhimarkftp WO sie b e i V9 r* u g $p re 9 s in ein reichassortiertes Lager vcrn efnfadien sowie Luxus-Möbeln vorffnden Zahlungsorlelchterungen Diö heilige Idee p?r Gillheit, -des Gi-nge.schlossenfeins in « i n e S Gottes Liebe, der Wstammmg Ms dem Sawm ei nes Bai«?8, und das Gödeihen unter dem Lichte einer Höret: Jude sein, -heißt Mensch sein. Mensch vor allem. Gs ist unser blutig eÄworbenes Erbteil, Und dieses Erbteil wollen Wir retten, inbam wir den Heii-Mt-losen eine Heimat, dm En-iwu-rzelten ein« letzte Zn» ftwcht gewähren, Indem wir sie sammeln in der Idee. Dann aber, wenn euer eigener Rücken stramm geworden jist, euer Auge hellsehend und ihr voll des Gottes' seih, de? euch wieder erfüllt wie in den Tagen des Provhejeniutüs, dann sollt ihr die Fackel ausnehmen und sie tragen zu dey Völkern. Denn Judentum ist Mission und ZsWisMts Einigung. Und nochmals soll die Idee der Liobe ausgehen in allen Herzen. Soll ausgehen wie ein reifer- Samen, der aus gutes, üppiges Erdreich fiel. Soll gehenvon Volk zu Volk, auf daß einer die Sprache des audereN versiehe, aus paß eine? die Heiligtümer des anderen ehre,- auf dqß Friede sei und Freude und Gedeihen unter allen Menschen." D«r Wsf des Dampfers schrillte über die Donau-, Dann gMe . pie Glocke lauge und eiudringlich. Wchied, Daniel rieß sich los. Er hatte sein l-etzis Wort ge» stmochen. Eine Sekunde lang lag Hannaihs tvänenMevströmie§ Gesicht aus feinen Händen und mit «dem Ausdruck überschwönglichster Liebe stammelte sie wsinend: ,^Fch komme, DapieÜ Ich komm!" Md ass die Rüder ihr surrend« Achait begannen, die Wasser rauschten, ausspritzten und verroMn, stand Hamnch am Ufe? und winkte, wi-Me mi-t dem weißen Tuche. Ihre Stimme aber klang hell über das Wasser, das sich breiter und brsiter zwischen Schiff und Ufer wälzte: „Aus Medersehen in der Heimat, im nächsten .I^ihr!" ttzortsetzung folgt.)