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Wiener Morgenzeitung · 1924-03-29 · Heft 1839 (29.3.1924) · p. Seite 11

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1839 (29.3.1924)
Date
1924-03-29
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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V". 4% ' WV. rfr, l■■ 'K 7'v"'1\ tV'"' 1 . v >K' Nr. IM Wen/SanrAag Wiener Movgenzeitnng. 29. 'Marz 1924 Seite 11 Platzes zuaute kommt, beu Sieg wird streitig machen können. / Das. letzte Drosian gewann Mnrira 6:1. " - Erste gegen zweite Klasse. Zweierstklassige Vereine haben sich Kr heute Gegner aus der Zweiten Müsse' verschrieben. Der Sportklub Wacker empfängt den tüchtigen Sportklub Bewegung 20 zu Gaste. Die MeMnger > toerden gut daran tun, ihren Gegner nicht zu unterschätzen. Gine leichtere Aufgabe scheint 'sich der Sportklub Ostmark, der auf eigenem Platz gegen die Germania autritt, gestellt zu haben. Die-Leistungen der Schwechater waren -in letzter Zeit nicht so aut, daß man ihnen für heute Sttgesaussichten zubilligen könnte..- __ Unerhörte Roheit ans dem Sportplatz. Ein Mt unerhörter Roheit (diesen Ausdruck gebrauchte der Paudesgerichtsrat Dr. K o e l l n e r in seiner UrteilsbegvirndU'Ng) beschästigte in den letzten Lagen das Bezirksgericht FLnfhaus. Angeklagt erschien der Gernster Peter Ha emers an. als Ankläger die Staatsanwaltschaft, als Privatbeteiltgter (Hauptzeuge) Itttius Bruckner, von Beruf „Schrittmacher^. Die Llnklagr lautet: Am 23. Dezember um 12 Uhr mittags wurde der Oberwachmann Johann Helmreich aufgefordcrt, .den Haemersan arM.zeigen, weil er kurz vorher auf dom Sportplatz, 1:5. Bez., Nagelweidplatz, dem Bruckner ohne Grund Faustschlage ins Gesicht versetzte, wodurch diesem das künstlich >e ^Gebiß zertrümmert" wurde und aus denr Munde fiel; außerdem erlitt er eine Rißwunde im linken Mundwinkel. Der Vorfall erregte großes Aufsehen und Aergernis. Bet der Verhandlung gab der mißhandle Julius Vruckuer folgendes M „Ich war am 23. Dezember Schied srichter bei dem Wettspiel gegen BlueStar und Sportklub West. Ich habe wogen einer Unregelmässigkeit einen Strafstoß gegen Blue-iDl-ar dirtiert. Da kam plötzlich der Verteidiger von Viue-Star, der Angeklagte Peter Haenterscm auf mich zu und gab mir einen Fauftschlag auf den Mund, wobei nur das Gebiß hcrausfiol und ich vor Schmerzen zusammenbrach. Als ich ririch erhob, bekam ich von ihm einen zweiten Schlag ins Gesicht, ich wurde bewußtlos und mußte vom Sportplatz getragen werden." — Der Angeklagte erschien als Grippekranker fiebernd vor dem Richter und bat, während der Verhandlung sitzen zu dürfen, was der Richter ge-stattet. Er gab folgendes an: „Meines Erachtens war der Strafstoß, .den Bruckner diktierte, ungerechtsertigt. und ich gab ihm einen Stoß. Er ist gestürzt, weil der Boden uneben war." Der Richter wr urteilte den Angeklagten zu 18 Stunden A r r c st. In der Begründung führte der Richter aus, -es sei eine unerhörte Roheit und Disziplinlosigkeit gegen einen 'Schiedsrichter, also einem eminenten Vertrauensmann im 'Sportwesen. in so brutaler Weise vorzugeheu. Als mildernd Hai das Gericht eine gewisse Erreg,nug, wie sie bei, Sportspielen immer vorhanden ist, angenommen. Der tt- T. E. (Budapest), der Dienstag in. Prag gegen Sparla spielen sollte, hat dieses Spiel infolge des bekannten Beschlusses des Körpererziehungsrates abgesagt. Er trug in Budapest, wie wir gestern berichteten, ein 'Meisterschaftsspiel gegen B. T. C. aus, das 0:0 endete. Die Simmeringer reisten gestern in die Tschecho-Slowakei. Heute spielen sie in Witkowitz gegen den Deutschen Sportverein und morgen in Ostrau gegen Moravska Ostrava. Gegen den aggressiven italienischen Trainer Pilotta, der sich beim Lünderckampfe Italien—Spanien hinreißen ließ, ins Feld zu laufen und den spanischen Stürmer Samitier zu. ohrfeigen, hat das Direktorium des italienischen Fußballverbandes eine Untersuchung angeordnet. Das Freundschaftsspiel der Haknah-Akabemiker gegen Arminen, das letzten Samslag toegeu Regenwetters abgesagt wurde, findet heute um dreiviertel 4 Uhr nachmittags auf dem Reichsbund-Platze in Neuwaldegg statt. Die Reservemannschaft der Hakoah spielt heute um 4 Uhr nachmittags auf ei>gen-em Platze gegen Horokan. Sämtliche WvM liakoahn^r heiraten kaufen sfe ikre nur bei Unfcm Schlesinger B.WaiSneritralleS ilmLrfiSS i&Q&ltnapStf) wo sie bei Verzug spreisen ein reichassortiertes Lager von einfachen sowie Luxus-Möbeln vorfinden XaftlunggerSeiclfeterungen spiele wird der B. s. B. Leipzig, gegen den die Hakocch ech. anr Dienstag 3:3 spickte, bestreiten. Die Bolton WanderorH be-geiben sich 'von Wien nach Deutschland, mn in Dresden m»; öctoAiifl zwei Kämpfe zu absolvieren. Das letzte Treffen tvcvgen sie dann am Damstag den.14. Juni in Prag geigen Sparta aus. __ BoM Spieler der Reserve sowie in Betracht kommende Ersatzleute werden ersucht, sich präzise halb 4 Uhr auf dem Sportplätze einzufmden. Hakoah. Die Spieler der ersten Mannschaft treffen sich Sonntag um halb 9 Uhr tut Cafe A t la slh os zur gemeinsamen Fährt auf den R u d o l f s h ü g e l - P l a tz. Sämtliche Funktionäre des I. A. C. haben morgen Sonntag pünktlich unr halb 8 Uhr beim Wettspiel gegen Wiener Viktoria ans denr Strebersdovstr Platze zu erscheinen. Das Meisterschaftsspiel Hasmonea gegen Czechie kovnnt am morgigen Sonntag um 10 Uhr vornüttags auf dem Straßenbahner-Platz (Linie B, Bk) zur Austragung. Die Hasmonea (Reserve) spielt heute S-amstag nur 3 Uhr nachmittags auf dom Fenerrv-chr-Platz gegen die Feuerwehr (Reserve). Herr Dr. Hartmann wurde zum Präsidenten des S. C. Hcvgibor gewählt. Das letzte Meisterschaftsspiel Hakoah—Sportllnb^wurde, wie noch erinnerlich sein dürfte, beim Stande 1:1 vom Schiedsrichter Wa-gner, 19 Minuten vor dem regulären Spielende, grundlos abgebrochen. Der Fußballverband traf mm die Entscheidung, daß die restliche Spielzeit nachzuholen sei. Die beiden Vereine wevden nun dieses NachtragÄpirl voraussichtlich am 10. AP rill, unr halb 6 Uhr abends, auf Idem Dornbachep Sportplatz, zur Austragung bringen. An dieses Treffen schließt sich dann ein Freunds chäfisspie! an. Engländer in Wien. Wie wir bereits berichteten, verhandelte die große Koalition mit Blackburn Rovers, um diesen Verein für eine Festland sreift zu gewinnen. Die große Koalition beabsichtigte, die Engländer. nicht nur nach Wien, sondern auch nach Präg , unp nach' Deutschland zu managen. Auf ein diesibeHÜgliches Schreiben antwortete das Direktorium von Blackburn Rovers, daß es seine Mannischaift unter keiner Be« Lmgung in Deutschland spielen lasse. Aus diesem Grunde mußte die große Koalitimr das ganze Prosekt fallen lassen. Nun ist es ihr aber gäl>u>ngen, die Bolton Wanderers endgültig zu verpflichten. Dieser BerufÄspielerverein, der in der englischen Liga den zweiten Platz einninrmt, wird an den beiden Pftngsftiertagen zwei Spiele in Wien austragen. Die Vor- Borkampf Samson—Godtzard am 4. April. Der Kamps zwischen Frank Godoard und Paul Samson-Korner, den Schwergewichtsmeistern von England rmd Deutschland, der rm Berliner Kaisevdamm-Velcdrom stattfinden sollte, dann aber abaesagt wurde, geht nunmehr am 4. April int Berlmer Sportpalast als Ersatz für den ausgefallenen Metsterichasts-- kamvf Prenzel—Milenz vor sich. Ted Kid Lewis wird zeme Berliner Verpflichtung an einem späteren Kampftage erledigen. Das Programm an» 4. April sieht demnach folgende Paarungen vor: Samson—GiÄdard, Grimm-Funke (Meisterschaft im Weltergewicht), Graß—Volkmer (Metster)ckMt im Bantamgewicht), Runge-Ensel (letzte Ausscheidung rm Leicht- Der Boxkampf zwischen Corpeutier und Gibbons ist nach einer o-ffiziellerr Müllekluny aus New-Aorik auf den 4. Jiilr fistgesetzt worden. , Dir Internationale Box-Union hat ans men Antrag des Italien tischen B oxvevbandes die Genehmignrug zu einem Kampf, um die Europameisterschaft im Mittelgeiwicht zwischen dem' Ti.telvevteild.iger Roland To>w nnd dem italieuischcn Mister Bmno sfvattini erteilt, trotzdeur Frattiui erst kürifitch von Tod Kid L:wis gchchldgen wurde. Ted Kid Lewis in Berlin. Der bekannte enMche Ruttel-, gcüvichltsboxer Ted Kid Lewis weilt -mWnblicklich mit^ zwar Trainingspartneru in Bevlm. Es wird über cinen^Kampf verhmrdelt,'der im Berliner Sportpalast stattfinden soll, und ber dem voraussichtlich Erich Milen^ der Gegner des Engländers sein wivd. Hsöetz. Horkeyfpiele. Hakoah—Cottage E. D. (halb 11 Uhr, Hakoah-Platz)- Dieses Treffen zählt zur Meisterschaft. Die Hakoah^ muß ohne, ihren Tormann "Max arürcterr, da dieser die Reise mit dem ->>sterreichisck>en Team mach Müitchrn'mitmacht. Weiters wird am rechten Flügelstürmerpofteu ein treuer Mann ausprobiert werbeit. Nach 'den zuletzt gezeigten LcistungeN müßte die südische Mannschaft einen sicherett 'Sieg erringen. Hakoah 2—Allround S. C. 2 (viertel 10 Uhx^ Hakoah- Platz). Da die ^lllround-Reservc nur eine geringe Spictstärke besitzt, ist mit einem Sieg der tüchtigen Hakoähner zu rechnen. Hakoah 'z—Lehrer 3 (halb 4 Uhr, Hakoah-Platz). DieseS' Spiel kommt bereits heute zur Austragung und w:rd Aufschluß über das Kärtnen unseres Nachwuchses .geben. Wir erwarten einen Sieg der LehrermaMschaft. rc. rc. raschest und zu billigsten Preisen bei Ehrenpreise MetMwamlfabrik Großmam i So. K(a. Schüller & 8».. Wien. 15. Bez., Zdagafie 11 >«« Meinvertteter: Agon Polka? (Hakoah), Telephon Nr. 82-1-32 Dem Hakoahner Landesmann wurde, wie wir bereits berichteten, die seinerzeitige Strafe votl 18 Monaten auf 12 Monate herabgesetzt. Der Strafnachlaß wurde^ von erncm Protestkomitee auf Grund eines von der Hakoah eutgebrachten Protestes gewährt. Larldesmamr ist Mitte April spielborechiigr. Rothenberg (früher Harvestehude, t Hamburg), ist ber Hakoah beigetreten. Rothenberg, der ein erstklassiger Hockeyspieler ist, bedeutet für die erste Mannschaft der Krteauer eine erhebliche Verstärkung. Fritz Kaufmann, der Fricdensverteidiger ber hakoah, ist aus Warschau zum ständigem Aufenthalt nach Wien zurückgekehrt uttd wivd wieder für die Hakoah spielen. Mftnmet!. Hagibor (Prag) hat die Renn- und Wassevballniannschaft der Hakoah jit ihr ent großen Iulb ilÄmnÄneetmg, welches am 14. und 15. Jtnli in Prag zur Ätrstvaguttg gelaugt, eirtgeladcn. Die Hakoah wird der Einloduttg mit ihr-en besten Schwimmern uwd Schwimme rinnen sowie der Polomernuschäft Follge leisten. Außer dem veranstaltendetr Vereitt werben Hakoah (Wien), Vivo (Budapest) und Bar-Kocha (Bvimn) an den Wottbeiver- Copyrixtk UM dv Dkuhch-Oesterrrtchrscher Verlag, Wien. Nachdrrci verboten. 57. Kvrtjetzung. Hie Ketmatloseu. Von Wilma VuMich. Kliarkkr «ber, 'die Hysterische, dntzschi>esich für einen Budnpester Bcmkdrvektor mit betoegter Vergangenheit und einem harrn-l-osen, kleinen MageMtarrh, denn schbieWch — so behauptete sie wenliMens altKüg und viebdeutig — haben die Männer ja doch schon alle ihren Knacks weg, che ste ans Heiraten denken. Man mutz mit herabgemmder-- ten Anifprüchen an sie herantreten! Woher ihr diese Kebensweishe-it plötzlich «gekommen war, verriet sie wicht. Tatsächlich war ste mit den stürmischen Erlebniffen in Verbindung;, die ihre BudapHer Periode vorzeitig abgeschlossen hatten. Und Zwar hatte es sich Äatttals um eine wirkliche Glanzpartie gehaudckt. Um eine ohne Lederjoppe und ohne Magenlatarrh. Um >den grotzetr Schlager hatte es sich gcha-Udelt, mit dem man nicht nur die guten Fr.enndiunen, sondern die an Klatsch und kveiblicher Intrige interessierten Kwiise eines ganjzen Komitats venblüfst. Und diese Glanznummer hotte sich gefil'üden, hatte eine gange Saison lang die KöfHe von Klevi und JrmuM heiß gemacht, die' Manei, das Familiiewülbel, so gut «es gehen wollte, vor ihr verschwiegen. Sie aber ließen alle ihre Künste spielen, machten dem Helden die breitesten Konzessionen, wobei J-wnusika ihre Vornehmheit inS Sphynxhafte steigerte. Klavi aber so hysterisch 'war, daß sie sich selber nicht mehr kannte. Irma schwieg und zuckte nur zeitweilig nervös mit 'bent Nasenflügel, aber der Seladon kam doch nicht zu kurz, denn die Dinge, auf die er vor allem Wert legte, ließen sich auch schweigend erledigen. Marita aber, deren Teint ins Grünliche spielte und die ihre Abmagerungskur so weit trieb, daß sie wie ein wandelnder Schatten wirkte, übevbot sich in Gturzbächeu hastiger Reden und in einem Lachen, das sich zum Krampfe steigerte und sie nicht mehr losiieß, wenrt es sie einmal gepackt hatte. Trotzdem: auch Klar! wirkte auf ihre Art. Und die Manzpartie schien eine ganze Weile gerade too» Mer M Horchers jvsMert zu M, st, daß Mvvi Gvex Sache sicher 'war. Denn sie hatte ihre geheimen Zeichen. Aber auch Irma hatte ihre geheimen Zeichen. Und auch sie lwar ihrer Sache sicher. Oft gerieten die beiden aneinander. Zankten sich und lärmten. Oft kamen sie de's Abends heim: puterrot. Außer sich. Eine entrüstiet über die andere. Warfen einawder Schimpfworte an den Kopf, irie wenig zu den vornehmen Abentviletten paßten. Beschuldigungen, die ste nur so heranszi schien. Eine übertrumpfte die andere. Nichts war schmutzig und gemein genug, um nicht gesagt oder geglaubt zu werden. Am Morgen aber versöhnten ste sich wieder und vückten dann abends gemei^nsam aus. Manch das Famtlienübel, schwieg. Niemals beteiligte sre sich an diesen Zänkereien. Lümmelte sich um so mit ihrem ganzen Oberkörper über den Tisch hin, stützte den Kopf in die Hände und hörte Zu. Au^fmerksam und interessiert. Und lächelte manchrnal aus gaitz besondere Art in sich hinein. Denn auch Manci, die kleine Mgerhaarige, hatte ihre geheimen Zeichen. Ja, auch sie. Und sie lvar ihrer Sache wirklich sicher, wie die Zukunft bewies. Denn während sich die bei^den Delikaten noch lärmend um den seltenen Fang balgten, rnachte Manci die Anigelegeüheit ohne blonderes A-uffehen ab: ste verlobte sich mit der Glanzpartie, trotz ihrer Negerhaare und trotz ihrer üblen Angewohnheiten, von denen der Lölve lbe- >ha-uptcte, daß gerwde diese es ihn: besonders angetan Hätten, nachdem er sich bei de^n bei^den lieberfeinerten den Appetit verdorben. Und Klari urrd Irmtrs 'konnten es niemals begreifen, daß so etwas möglich sei. Es warf alle ihre bisherigen Erfahrungen über den Häufen. Ja, es entzog ihnen den Boden, in dem sie sich Vevlvurzelt hatten, den ste mußten sich fragen: wozu die ganze Ausmachung, die ganze anstrengende Noblesse, wenn ste so wenig nützen? We:m nwu mit gleichgültiger Unbekümmertheit ebensogut oder nach besser an> die große Schüssel golangen kann. . .? Und so kehrten sie, stark aus dem Gleichgewicht gevatW, tzchu zu dW tMferLichM UeiMWn, U-Äl KmmAa «war srch, nach all den anstrengenden Experimenten ein wenig ausatmen zu dürfen. Zog sich mit fövnrlichen Genuß den großkarierten Barchentschlafrock wieder an und lümmelte nun zur Abwechslung in Püspökladany zum Fenster hinaus, wobei sie der dortigen Jugend gnädige Audienzen erteilte. Klari aber, ausgehungert bis zum Skelett, stürzte sich mit einem wahren Heißhunger aus die ländlichen Leckerbissen, die in der Vorratskammer ihrer Mama die Stellagen anfWten. Leckte und knabberte den ganzen Tag und sah nach ein Paar Wochen wie ein Mensch aus. Selbst ihre hysterischen Zustände schienen wie weggeweht, seitdem ste die Freude an Ganslebevsett, hausgemachten Würsten und den guten Konfitüren, die Mama Weiuberger nach besonderen Geheimrezepten bereitete, wieder gefunden hatte. Und dann verlobte outet) ste sich, nachdem sie sich die lvundertätigen Rezepte der häuslichen Küche noch besonders ausgebeten hatte und dazu ein Paar Kisten von allem «Guten; denn die Bnidapester Ernährungsmöglichkeiten flößten ihr fortan großes Mißtrauen ein. Lhdia aber blieb allein. Mt ihrer Haltlosigkeit und ihren Zweifeln. Und begann sich in dieser Str.wmmg nach Daniel Ku sehnen. Die Erinnerung an die Tage ihrer ersten Liebe^serlebniste glomm in ihr empor, die so restlos in sich selbst erfüllt gewesen «waren. Und aus dieser Erinnerung erivachten di«c alten Gefühle. In ihren schlastosen Mchten sah sie iumter vair Daniels Gesicht vor sich, das still und gütig lvar. Und empfand sein Wesen als eine letzte Sicherheit, seine Liebe als eine letzte Zuflucht. Niemals zweifelte.sie an dieser Li«elbe. Sie 'wußte sich sicher in ihr. Ganz geborgen. Da gab es kein Schwanken, kern BedenLen, kämen Zwiespalt. Man bettete .sich in dieser Liebe zur Muhe, wenn man müde )var. Wenn man sich irgendwie selftst verloren hatte. Und Daniels Liebe gab einem den Glauben au sich selber wieder. An die Reisihett und Schönheit^ eigener Gefühle. k W«tsHm»g sick§t. )

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