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Wiener Morgenzeitung · 1924-03-27 · Heft 1837 (27.3.1924) · p. Seite 11

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1837 (27.3.1924)
Date
1924-03-27
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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Är. io3T En, Domwvstag hätte. MA Rücksicht darauf, daß es an einem Wochentag vor sich ging, nuitzte dies unterbleiben. Das Stadion ist nämlich von dm bevölLemngsreichsten Bezirken der Stadt zu weit erü° strnt. Bon diesen Teilen Berlins dauert die Fahrt zum Stadion Hunriudest eine Stunde. Da die Betriebe am Samstag vechäwmsmäßig spät geschlossen wurden, so hätte der Besuch des Spieles stam gelitten, wenn es inr Stadion zur Aus-- tvagung gelangt wäre. MW beurteilt di« FußlballNasst eines Landes im allgemeinen nach dem Stürmerspiel weshalb man bei den Berlinern nicht mit Unrecht feststellt, daß die Entwicklung ihres FußballlsportS nicht vorwärts schrotten will. In einheimischen Kreisen wird behaftet, daß dies aus die UntevteÄung in gleichgestellte Gruppen zurückMführen ist. Die besten Klubs sind dadurch gezwungen, im Rohmen der Metsterschwi'i zahlreiche Spiel« gegen inferior« Gegner auszutragen. Dies bewirkt einen Ausgleich der Klasse nach unten. In Berlin herrscht auch 4>a§ Bestreben, sämtliche Gruppen atbMauen und die Dpitzenvereime in ein« Klasse zu vereinigen. Die Dennis-Borussia zählt mit Alemannia und Hertha M den besten Mannschaften Berlins. Elfterer Verein hat in letzter Zeit viel an SPielstärle gswonrren, da er einige ausgezeichnet« Kräfte erworben hat. Unter diesem verdient insbesondere der Münchener Wackermann Eschenlohr, der als linker Läufer tätig ist, besrntdeve Erwähnung. Diese neuen Spieler wirkten nun im Troffen gegen di« Hakocch zum erstenmal b-ei Dennis-Borussia mit. Tormänner, Verteidiger Mid Läufer gibt es in Berlin eine Menge, d!« selbst den verwöhntesten Ansprüchen gerecht werden. So war es auch bei Tennis-Borussia. Das Sdürmerfpiel läßt aber in der deutschen Hauptstadt noch alles zu wünschen übrig. Die Angreifer von Tennis-Borussia pflegen noch inmrer ein wildes und vollkommen vliamoses „Eick and rnH"-Systvru. Di« Ballbehartdlung wird rwefft mit der Fußspitze besorgt. Wenn derarÄge Schüsse die Richtung Ms das Tor nehmen, dann sind sir nur mit größter Mühe unschädlich zu machen. Es kommt aber nicht feilten vor, daß ein Beniner Stürncer das gegnerische Heiligtum bv-mlbardieren will und dalboi eine Eckfahne zur Strecke bringt. Das Waftreten der Hakoah wurde in Berlin als großes Wörtliches Ereignis gewertet. Dies geschah nicht nur aus dem Gründe, weil der 5:0-Si>og der Hakoah Wer Westham in der dMtschen Hauptstadt begannt war, sonderre hauptsächlich deshalb, weil ausländische Bereni« sehr selten nach Berlin kommen. Das vom Schiedsrichter Kopehel ausgezeichnet geleitete Spiel nahm fast einen genriMcheu Verlauf. Zumindest war es frei von allen Gehässigkeiten. Diese Behauptung wird durch folgende Spielepisode erhärtet: Schwam brachte einen schanfeu Schuß an. Der Tormann konnte den Ball nicht erreichen. Letzterer na!h>m seinen Weg an den Torpfosten und sprang ms Feld zurück. Schiedsrichter Kopehel hatte der Begebenheit nicht folgen können, weshalb er sich an den Sektionsleiter der Hakoah, der sich in unmittelbarer Näh« des Berliner Flores befand, nm Auskunft wandt«. Der Reiseführer der Wiener erklärte, daß der Ball die Torlinie nicht überschritten hatte. Die Gäste gewannen den Eindruck, daß Herr Kopchel sich für ein Tor entschi-eden hätte, trenn die Antwort eine andere gewesen wäre. Tennis-Borussia ist der gesellschaftlich führende Berliner Berein. Er weist ungofichr die gleiche ZusanmrenseMng wie die Wiener Amateure auf. Ms überaus herrliche Gastgeber ertviesen sich die Herren Lester, R-edlich, Weber mrd der in Wien bestens bekannte alte Berliner Internationale Leilserowitsch. Beim Wettspiel Hakoah—Tennis Borussia warer: di« Borsitzenden des Berliner Bar-Kochda und >des Berliner Mischen BoxTubs Magkabi anwesend. Die Rvistführer der Hakoah Pflegten mit den Bertvetern des BoMubs McMckbt Besprechungen, um einen FnterklulbEanrpf im Boxen zwischen den beiden jüdischen Vereinen in die Wege zu leiten. In Leipzig ist der Sdoviberdvieb viel großzügiger als in Berlin. Naber die Anlage des dortigen sogenannten Stadions häbeil wir bereits berichtet. Bor dem Platz staute sich wie bei Ms ein richtiger Autopavk. Der 33. f. B. spieilte Mch besser und moderner als die Tennis Borussia. Der Einfluß des langjährigen umaarischen Trainers Banyai, der stin-emM dem M. T. K. als Spieler cmgchörte, war unverSenntbar. Derzoit betätigt sich Banhai beim Lmpziger BallfpdeMG. Die Mannschaft des 33. f. B. ist ausgesprochen Mt und hart. Ihr Spiel- und vor allen: Wortführer ist der Mittelläufer Cdi, der selbst ein Borbild, wie es der alte Cricketer-MdttMäufer Preis ab- Dgeiben vermochte, weit in den Schatten stellte. Der Angriff der Leipziger operierte nach modernen Grundsätzen, doch pflegte er in erster Linie das MügellshM. Wiener Morgenzeitung. S7. Marz 1924 Seite 11 Photo- und Kinoapnarate tiowio 3s5.mtHol\o Soflavfso.tüiol Photohau« „HELLY“ HEINRICH LOSTER Wien, II. Rotensterngaiae 23 Ausarbeitungen », Vergröss-erungen Anr Sonntag vormittags leitete Artur Baar, der Süktionslviter der Hakoah, die EmrguwgsvechaMungen, zwischen den beiden Leipziger BmideuklubS, dem Tunverein Bar- Kochba und dem Sportverein Bar-Oochba. Die Turner werfen den Sportlern den Mangel an nalionalfüldicher und zionistischer Gesinnung vor? Die Berchandlungen sind bisher an der Personenfvage gescheitert, da die Sportler ihren Präsidenten Rotter in der gleichen Funktion nach dem Zusammenschluß wünschen. Rätter erscheint aber den Turnern als ungeeignet. Die Einflußnahme des Herrn Artur Baar brachte eine Annäherung der beiden Gruppen, so daß der Zusammenschluß in kürzester Zeit «rstilge-n dürfte. Viel dürfte auch der Umstand dazu beitragen, daß Erich Juihn, mit dem, die Hakocvhner ein herzliches Wiedersehen feiwten, von seinem früheren Aufenthaltsort Halle nach Leipzig übersiedelte. Dadurch ist es ihm nröMch, in kulinveller Beziehung auf den Sportverein Bar Kochba oinzuwirken. Artur Baar unterhandelte auch mit den Vertretern, der Schwlmmsoktion des Turnvereins Bar-Kvchbo, um einen Klübkamps zwilchen diesem Verein und der HaEoah in dieser Sportdisziplin zu ermöglichen. Geplant sind zwei derartige Wettkämpfe, wovon der eine in Wien und der andere^ in Leipzig vor sich gehen soll. Die Mitglieder der beiden jüdischen Leipziger Vereine benrühten sich schr liebevoll um die Halkoahner. Erstere gaben ihnen auch in später Mondstunde das Geleit zunr Bahnhof. Sowohl in Berlin als auch in Leipzig alrevkannteu die Gastgeber bat dein gememsemren Wondesten die Ueberlegenheit der Hakoah. Sie dankten den Wienern für ihr vorzügliches Spiel, das als überaus lchrreich bezeichnet wurde. Eine Berliner Pressostimme. Das „Berliner Tageblatt" schreibt über das Spiel folgendes: „Die Wiener, die, wie schon kurz berichtet, am Samstag sich gegen die Berliner Tennis-Borussen mit einem 3:3-Resultat begnügc.u mußten, hinterließen dear besten Eindruck. Hakoah, die mit vier Evsatzleilten antreten mußte, war im Feldspiel jederzeit den Berlinern weit überlegen und führte ein ausgeprägtes Kombinationsspfts vor, ohne jedock ihre bessere.,r Leistmrgon zahlenmäßig zum Ausdruck bringet: zu können. Mit 1:1 wurden dir Seiten gewechselt. Nach der Pause waren die Wiener werter tonangebend >nnd konuten vorerst durch zwei weitere Tore in Führung gehen. Nur duvck) ihren Eifer und ihre Zähigkeit, worin sie ihrem in der Fuß- 'balltunft wohl um eitle Klaste besseren Gegner überlegen waren, vermochten die Teimis-tBorussen zum Schluß zwei weitere Tore und /somit ein schmeichelhaftes llnentfchieiden zu erzielen." _ Hakoah (Olmiitz) hatte am vevgalWenen Sonntag einen großer, Erfolg zu verzeichnen, da sie auf oigenem Platze Hanackta - Slavia aus Krsnffier 1: l) schlug. Spiele in Pol«u Warschau: LeMg—Warszatvienka 3:1. — Krakau: Cracovio—Schöneberg 7:8, Wisla—Makkabi 1Ä. Das Meisterschaftsspiel Admiua—Hercha findet <nu kommenden Samstag auf dem Platze des erfteren Vereines statt. Das Eupspiel Wacker—F. A. C. gelangt am kommenden Samstag in Meidling zur Austrapung. Mener Vereine in der Fremde« Einige erstklassige Vereine absolviewn Er kommenden Somrtag Spiele in der Fremde. Die Admiva bepckt sich nach Graz, um gegen Sturm anzutrvtvn. Slüvcm spielt in Preßbuvg gegen don 1. C. S. K. Bratislava. Die Simanevinger tragen Samstag und Sonntag zwei Spiele in MährffchQstrau aus. Schließlich' dürfte noch brr W. A. F. in Agram gegen Hask spielen. Hakoah-Orchestor — Wiener jüdischer Gesimgverein. Donnerstag den 8. April, 7 Uhr abends, im großen Saale des Wiener Konzeuthauses Aufführung des „Turm zu Babel" von Anton Rubinstein. Geistliche Oper für Soli, Chor, Orchester und Orgel. Vorher: „Sakuntala", Ouvertüre von Goldmark. Dirigent: S. BraAavSkh. Solisten: Leo Kaplan, Karl Neumann (beide Volksoper), De. Leo Szamek, Max Lampel (Ovgül). Karten bei der Konzerthauskasta, Musikvereinskasta, Gusti Schmidt, Buchhandlung LBwit. Kehlendorfer und Sekretariat Hakoah. LeichtatbleM. Daß Croßcountrhlausen der Slavia über 3000 Metis. brachte 30 Mann an den Starü von denen A an dem T-E Wettbewerb teilnahmen. Einzeffieger blich Nedobity (Sparta! in 26:16,1, 2. Brozek (Slavia) 27 :23,, 8. Havel Dlavia) 27 :24 >Fn der Teamkonknrrenz siegte Slavia 1 mit 16 Punkten (2. 3, 4 und 6), 2. Slavia 2 mit 41 Punkten, 3. Sparta 1 mit 47 Punkten, 4. Sparta B init 93 Punkten. Die Hechawer (Leichtachletiksektton) nimmt, am ftmta« das diesjährige Bahntraining auf. Trainiert wird vorlauftg auf dem Hakoah-Platz (Linie L, M, H, H2, A, AK und Iler- Wagen). Auskünfte, Anmildungen im Vereinsheim, 8. Bez.. Danrpffchiffftroße 20 (Eafe Lido) und beim SektionSschriftführer Fred Beck, 7. Bez., Halbgaste 18, Dür 12 ITelepl-on 87-3-60 und 33-9-11). _ Tunren. Das JuM läumsschauturnen des Makkabi Anläßlich seines 25jährigen Bestandes. Im Lichterglanz des gewaltigen Raumes staunt die große Menschenmenge. Das Parkett des Riesensaales wird zum Turnboden. Biegsame Kinder, gertenschlanke Mädchen, stcrhlharte Jünglinge und kraftvolle Männer beleben die Szene. Blühendes Muskeltuni defiliert vorbei. Die starrr Kbrperübung wird lebendig. Die strenge Zucht schablonenhafter Gesten erhält schöpferische Gestaltung. Ein Wille adelt die geregelte Hebung und beseelt die Disziplin des Körpers Der Turnsaal schwiirdet und die Arena tut sich auf: Menschenleiber kreisen in der Luft, atemraubende Schtvingungen der Glider zaubern das Bild des Artistentums. Eiserner Wille lenkt und zügelt die Kraft. Dann wieder Podium des Tairzes: Nhvchmische Gestaltung malt die anmutigste Idylle. Liebliche Weisen werden durch formende Mädchenschlankheit sichtbar Musik zieht vorüber, sonnig und ftoh im Wiegen blühender Jugend, lieber ollem schwebt erhebender Will« * Es ist der j üd is ch - b e w uß t e Wille, der das Schau- K beherrschte. Seit 25 Jahren werden hier Legionen von Kämpfern herangebildet und wachsen den geistigen Führern als Elitescharen der Tat und der Kraft zu. Sie sind die Kerntruppen, die Chalnzim der Zerstreuung, die sich, wie der Redner Dr. Willheim sagte, fest nach Palästina „ausrichten^. Dieses zielbewußte Wollen nmß herrliche Früchte bringen * Es war eine erhebende Veranstaltung. Rührend und voll Genugtuung die Uebungen der Kinder, eindrucksvoll die Vorführungen der Jünglinge und Mädchen, ernst und würdig die Arbeit der „alten Herren". Die olympische Riege der Budapefter Turubrüder vom Vivo es Atletikai-Club und die anderen Gäste erregten durch die vollendete Meisterschaft der Darbietungen Sensation. Die rhythmisch-gymnastischen Vorführungen der Damen wirkten ungemein schön. Im großen Sophiensaal drängt« sich Kopf an Kopf. Man wurde nicht mme zu schauen und zu applaudieren. Der Jubel steigerte sich und nahm feilt Ende wahrend des imposanten allgenwinen Aufmarsches der Turner. Die Ansprache des VereinsobmrnneS Dr. Wrllheim übte tiefe Wirkung. Es wurde daher sehr spät, als Meister Ganglbevger zum Tanze der Jugend aufspielen konnte. _ Ali. Aus den Vereinen. Hakadu-r. HMe, 7 Uhr, Ping-Pong-Training. Jedev Divnstag und Donnerstag Pmg-iPvng inrt Cafe Msergvund. Hasm onea. Heute. 8 Uhr abends, KliMevtungsfitzuug. Ping-Pong-Gvltion: Morigem Freitag Fortsetzung der Klub-- moisterfchaft. Heute kein Spieltag. Samstag abe-nds wicl>tige Spieler- und MtgliedeMersamnAung. Anstellung der Mannschaft für das Meisterschaftsspiel gegen Czechie und für daS Reserväspiel. Noung Jewish Sporting Club. Herr Arnow Raseustengl wurde mit Sitz und Stimme in di« Leitung Looptiert. Herr Rofienistangsl wird gsmemisam mit Herrn Leo Popper die Leitung der Boyseiktion beforgvn. — Ping-Pong: Heute, ab 8 Uhr, auf fünf Breitem Training in unserem Klulbheinr, 1. Geg.. Rotgaste, Cafe Avlon. — Boxen: .Heute von hallb 7 bis halb 9 Uhr Training, 8. Bez., Auerspergstraße 21. Traininiasleit«: Tcmreik. — Sportliche Leitung: Sonntag, halb 4 Uhr, Sitzung im Cafe Siller. — Sainstag den 29. d. als Abschluß der diesfähvigen -sefellschaftlich«n Veranstaltungeu Repraümigtioasabend in den Gssellschrftsräumen des Caife Sillen 1. Stock. Nur für Mitglieder und eingeladene Gast:. Unbedingt Abendkleider. Copyristli 19*8 hy Nachdruck verboten. Vkuffch-Oestcrreichlscher Borlag, Wien. SS. Fortsetzung. Die Heimatlosen. Von Wilma Bukelich. Sv dirigierte der alte Meister. Er verstand i*t8 Ha-ndwerk. Selbst Alfred nickte mit dem Kopf«. Ja, die Stimnwn schmolzen iivewander, jede Figur hob sich klar ^heraus, da gab es keime Mystik, keine Verschwommercheiten. . . eS!>var höchste Kunst in BenitzVys Manier. Er war mnsikalifch bis in di« Spitzen sei^ner schlanken, beweglichen Finger und - er wußte, was er wollte. Mfved nickte und horchte. Mll daS tönte aus feinem Stück. Nüvmals noch hatte er eS empftmden so wie iheute. Dies alles tönte aus diesem Werk, da's sein Werk nicht mehr war. Nicht mehr das Lied von der Heimat. Der Tmum seiner Sonrmevnächte. Sein« heimliche, schmerzliche Sehnfucht. Und er erschrak. Wie sollte er spielen, toetiit sr den lotzien Zusammenhang verlor? Den Zusammenhang mit seinem PMivum, mit stimm Werk? Und wieder blickte er hinab in den Saal. Die Damen schauten verzückt drein und atmeten kaum. Die Herren schienen nachzudenken, mit eitler Leichtigkeit, als ob eftt andever Mlle Gedanke um Gedanke in ihnen loSschürfte. Und das Orchester rauschte goldkla-r und in nchigsm Fluß dahin. Das ist das Scherzo. Und beim Andante soll Affveds Solo einsttzen. Nur ein Augenpaav! denkt ldieser sehnsüchtig, steht und wartet und läßt daS Orchester an sich Vorbeivauschen. Steht und wartet unp schaut hinab in den Saal. Nur ein Augenpaar, um sich daran festzuhalten! Nur einen Herzschlag, der dem eigenen entgegenschlägt, der leist mitklingt und m das eigen« Herzweh mit hinein tönt. Ieire Neso-Mnz von drüben, die die Töne golden sävbt und ihnew Seele gibt Und sircht. Und sieht nichts. Spürt nichts. Nur der 8ÜW mm Gier wcht Mg MMY^ der jW Saal hiö in seine letzten'Winkel föttt, der die Blumen versengt und die Flarwlmn ansacht Zn. eiller Bvuvfft, die nie zu sättigen ist, jener Brunst, die sich an Heillglüntern vevgrM, die bic Kunst zu ihrer Dienstmagd ewnedrigt, weil sie sie zahlen kann. Und leidende, ringende Mewschenstelen, die den heiligen Gral ihrer letzten Erlöftr-ng suchen, evirvedrigen sie zu Narren. Geben ihnen die Narretvpritsche in die Hand und Kwlngen sie zu tanzen . .. Und fein Ml stieg und der Mutnebel schwoll an, von seinem Herzen in seine Augen, ein Uebelstin, das ihm den Atem nahm und seine eisMtett Hände verkrampfte . .. So sollte er spielew? . . . Und sah nichts Ehr, denn eine Wand fta-nd auf vor seinen Gedanken. Schwarz, undurchdringlich, riesengroß. Benitzky wurde unruhig', denn Alfred stand da, blaß und versonnen. Seiive Pevsorr hatte etwas seltsam EinsanreL und Zusammenhangloses, wie er so dastand und mit dem kleinen Sträußchen, 'das auf dem Notenpulte lag, vergessen spielte. Seffe knüpfte er den Goldfaden auf, der die Maiglöckchenstengel AUsammenhielt und ordnete Blüte um Blüte nebeMlnander an. Und von föiner einsanven Gestalt ging eine Kälte auS, die sich auf die Musiker Äbertutg, auf den Gaal, der langsam immer 'wmhiger wurde. Da und boxt hörte man verhaltenes Huisten, Seidenkleider rascheln. Ein paar unruhige Köpfchen schwirrten hin und her. Ja, die Lichter flackerten nrvvöstr und rin stiner. dünner Strom von Kälte machte die entblößten Schuktern schauern. ■ Was war das nur? Alfreds Nachbar tippte ihn auf die Schulter, flüsterte leist und au>sgeregt. Alfred nickre freundlich rrnd lächelte nrüde nnd abwesend. Nochmals sitzt« 'das Orchester ein, aber die Töne begannen langsam auszugleiten. Gin Ettvas war da, das die Ordnung stöxte, die Harmonie zerbrach. Nun hob Alfred die Geige an das Kinn. Sein Port begann. Sein Solo. Die ernsaute Stimm«, die über den Stimnien schwebt und :n die Leere weint . . . Die nach etwas ruft, das ewig wie ein Traum vor ihr tzerschwie.bt unH das f« dennvch nwmals erreicht. Die Braut, die ferne Geliebt«, nm die alle Fieder Nagen, die er in sti-nem Liede zu bannen versuchte, indem er stm Schnmchten schilderte und seine Sehnsucht. Indem er ihr« Schönheit pries wnd liebend um sie warb ... nur Ungarn, um die Heunat. . . Und die Heimat verschloß sich ihm. Das Lied klang farblos und leer. War nur ein Weinen. Das Weinen des ewig Verdammten. War ein Händevmgen. Die Heimat aber war nicht in seinem Liede . . . So spielte er stine Stimme. Wie eine einsanle, erstarrte Klage. Sein Herz Hub so mächtig an zu schlagen, ldaß der Bogen m seinen Händen bebte nnd ein leises, seufzendes Tremolo aus den Saiten erklang. Müd, enttäuscht und trostlos glitt ein Mick über die Menge, die sich zufammendvcmgte und die ein unheimlicher Schauer erfaßt hatte. Diese Menge fühlte sich verhöhnt. Belsidigt mrd betrogen. Man hatte ihr eine Sensation Vevsprochen. Die Sensation war cmsgoblieben. Die wsig geschminkten Lippen kräuselten sich böse. Die zierlichen Fächer wippten energisch auf und ab. Geflüsterte Worte zerbrachen die Stimnmng Völlig. Geistreiche Worte, Witze, die wie zersttzende Elenmtt« auch 'das beste Wollen zerstörten. Und einsam Nagte die Stimme, sprach von Sehnsucht und jener letzten Hoffnungs' lvfiglle-it, die ihren Träger erstvßt hatte. Und keiner verstand sie . . . Ja, das Lachen flog, bereits auf in dem überhitzten Saale und brachte den Nerven Entspannung. Gott, wie leicht eS sich lachte und wie gut es tat, zu lachen! Nur wie ein Süftltten huschte dieses leichte Dachen durch den Saal. Doch Mfted spürte selbst 'den Schäften diests Lachens. DaS Gefühl ferner Ohnmacht übermaMrte ihn. Er stufte die Violine , . . Er «war zu Ende. Noch schwebten di« Hände Benitzkys in der Lnft und suchten die verlorenen Stinnnen zn sa>mmein. Tie Musiker spielten und spielten, cftrv:-hauf ihren Sliu'rcu i::v Angstschweiß zu Perlen begann. (Fortsetzung folgt.)

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