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Wiener Morgenzeitung · 1924-03-25 · Heft 1835 (25.3.1924) · p. Seite 11

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1835 (25.3.1924)
Date
1924-03-25
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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0k- *838_ Wien, Dienstag , Wiener Morgenzertung. 25. März 1924 Seite 11 , , Dre Hakoah spielt vor der Pause gegeir den he-ftigert Wmo. ist aber trotzdem vom Anbeginn übeÄcgen. Die- Ber^ Miiger-. begehen aber eingangs , envähnten Fehler; wodurch die Leipziger inmevhaK» von 20 Minuten zu zwei Treffers komureu. Am ersten Tor war Pollak beteiligt und das ^vei-ts Tor entisprang einer klaren Abseitsstellung. Die Hakoah spielt <ruhia und Äberlepen werter. Sie kann auch vor «der Pause entert Treffer drrrch Schwarz ausholen, der einen Freistoß wuchtig efnschießt. Znr Bause erwartet man allg-vmcin einen sicheren Swa der Wiener, >da 'letztere nach Seitenwechsel den stänkert Wind zum Bunde genossen haben. Tatsächlich hat die Hakoah nun alles vom Spiel, und «der V. f. B. verteidigt nnt srmt^ lrchsn Spielern. Wegen Verletzung der .Handsregel wird der Hakoah ein Clfmeterstoß zugespwchen, den Häusler sicher emschrefft. Gold darauf wird Pollak verletzt und tauscht mit Nousold Platz. Trotzdem sind die Wiener ununterbrochen vor beim gc«flnerks-chen Tor. Pollak gibt einmal den Ball gut verwendbar zur Mitte und Ing, Sluzky 'besorgt das weitere. Dre Hakoah führt 3:2 und der Sieg scheint ihr sicher zu sein. In der letzten Spielnnnnte erzwingt der V. f. B. einen Eckstoß. Nach dessen Aussiihvuna läßt Duldig den Ball fallen, so datz^ die Emheianischen zu einem billigen Ausgleich gelangen. Cricketer-Plate, Krieau Heute Dienstag {Feiertag}, 7«4 ilSir: HAKOAH egen CRICKETER Vorher die Reserven ■W Billige Sitzpreise! *91 LtrsssenbaKnIinien: L, M, 11 10592 Die heutigen Spiele. Die Hertha hat sich für heute einen sehr interessanten Dast verschrieben. Sie spielt nämlich, wie wir bereits berichteten, aus eigenem Platz gegen ein Team des jüdischen SportveÄbandes. Diese Auswahlmannschaft weist solgeude Zusammensetzung - aus: Duldig (Hakoah); Äolisch (Kad'nnah), Trümmer (Hakoah); Schirrrk, Schönfeld (HasmoNca), Lnmeberg' (Kadimäh); Weiß (Hakoah), Herrmanu (Kadimah), Kesrler, Fuß (Hasmone-a). Juhn (Hechawor). SpieffÄhver Iühu. Ersatz: st Teitletz ' (Kadimcch), Crsenmayer (Hasmonva). Neubauer (-Hazair), Gvoßkops (I. A. C.), Nonys (Hazair). - In diesem Team sind einige bekannte Spieler tätig. Der ' Tormann Duldig ist eines der größten Talente, die die jüdische GporMe-wegung hervorgebracht hat. Seine.uiMsge- . glichenen Leistungen sind auif seine Jugend und auf die mangelnde Wettlspielerschrung zurüchuKhren. Wenn Duldig einen guten Tag.hat, dann werden ihm die gegnerischen Stürmer, nur schwer bekommen. Trümmer hat viele Jahre , in der. Kainpfmcmnschaft der Hakoah mit großem Erfolg gespielt. Er dürste auch derzeit erstklassigen Anforderungen gerecht werden. können. .Äolisch ist ebenfalls von seiner Tätigkeit bei der Hakoah bekannt. Er Mt jetzt zu den besten Verteidigern in. seiner Klasse. Die Läufer sind in der Oeffentlickkeit weniger bekannt. Sie genießen aber in den unteren Klassen große. Wertschätzung. Das Jnnentrio besteht aus durckschlags« und. schußkräftiigen Stürmern. Der linke Flügelstürmer Juhn zählte viele Jahre zu den Stützen der Hakoah, seine besten Leistungen bot er damals als Flügel'läufer, Weiß ist einer der besten Spieler der Hakoah-Resevve. Es wäre verfehlt, sich übertriebener Diegeshoffnungen hmzugvben. Wir erwarten aber, daß sich das jüdtziche Team chrenvoll schlagen wirtd. Das Vorspiel bestreiten ein« zweite AuAvahlmaitnschast ' des jüdischen Sportverbandes und die Reserve der Hertha. Dieses Team weist folgende Zusainmeirs-etznng ans: Bär \ (Hazair); Sei^der (HMir), Dr. Dickler (Hechawor); Lechuer (I. A. C.), Kaplan (Kadimah), Gold (Hazair); Arm, Berg (I. A. C.), Schuihnrann (Hazair), Bock (B-ar-Kochba). Haas (Hazair). Spielführer Dr. Dickler. Ersatz: Münzer (Hechawer), Schwamm (Brr-Kochba), Lutz (Hazair), Tabak (Jordania), Buller. (Kadimah), Kahn (Bar-Kochba), Schlosinger (Hazair). Säurtliche Spieler und Ersatzleute der beiden . Teams . haben Schuhe, Stutzen, und weiße Hosen mitzubrmgen. Jeder Mische. Klub hat ztve'i Ordner beizustellen, die sich heute pünktlich nur halb 2 Uhr nachmittags auf dem Hertha-Platz einzusinden' haben. Die Hakoah spielt heute aus dem gegnerischen Platz gegen die: Cricketet. Die Erstklassigen werden mit folgender Mannschaft antreten. Halprrn; Scheuer, Vogelfänger; Fried, Grünleid, Kerr; Katz, Wortmann 2, Heß. Häusler, Neufeld. — Mit besonderem Interesse steht man dem Wiederauftreren von Holpern und Scheuer entgegen. Das Spiel verspricht einen sehr interessanten Verlauf zu nehmen. Aws -der Hohen Wart« geht das Jubrläumsrundspiel des S. E. Slovan seinem En>de entgegen. Vorerst spielen Jugoslavija gegen Kinstsi. Wir erwarten den Steg der Serben. Dann bestreiten Zidenice und Slovan daS bedeutungsvollste Treffen des ganzen Rundchielcs. Bei Slovan wird Kozeluh mitwirke::. Beide Vereine haben die gleichen Siegesaussickten. Der W. A. F. absolviert aus eigenen Platz das Cupspiel gegen Donaustaldt und sollte einen sickeren Sieg erringen. . Fremtdfchaftsp'-iÄ-r tragen folgende Klubs auf den Plätzen, der, erstgenanuteu Vereine aus: Simmering- Ostmark, 9iapid—Sturm 1007 und Wacker—Red Star. GradZattski in der Türkei neuerlich siegreiche ' Koustantinopel, 21 .März. GradjauÄ'i gegen Besiktase 1:0. Nach sch-,- scharfem Spiel konnte Gvadjanski über die vorzüglich spielende türkÄiche Mannschaft Dssiktase einen knappen Sieg erringen. Das Tor schoß Gbh. In Barcelona schlug die Nationalmannschaft, welche in Mailand 0:0 Mit Italien spielte, ein Team von Catalonien überlegen mit 7:0. trotzdem im letzteren Spieler wie Montesinos, Sancho, Carulla, Polo, Eros, Aleautara, Sagt Barbr mittvirkten. Das Spiel lieferte wiederunl einen deutlichen Beweis.' daß Spanier aus hartem Boden unvergleichlich bessere Leistungm bieten, als aus weichen Plätzen. Leichtathletik in Südafrika. Ende Jänner wurde in Durban ein P'wvmzu^aich Transvaal gegen Natal abgehalten, der mit dem Siege Naicls (8:3). endete. S. I. Atkmso-n (Ltatäl) gewann dabei den Weitsprung mit 7,22 Meter, somit seine eigene,^ im Herbst 1923 ausgestellte südafrikanische Höchstleistung nm bein.ahe 10.Zentimeter verbesserte. Auch im Hü'rdenlausen über 120?)ard blieb er in 10,2 Sek. Sieger. Der bekannte Sprinter H. P. Kinsman (Natal) g-uvann die 100 und 220 Dard-Läufe in 10 Sek., resp. 22,4 Sek;.-während Skott (Transvaal) in: Hochsprung nrvt. 1,84 Meter Erster wurde. Finanzielle Schwierigkeiten des. ämerikanischr» Olympischen Komitees. Wie einer an den Genfer „Argus Athletique Juterna-tional" gelangten Mitteilung an eu-t,nehmen ist, hat das Olympische Komitee Nordamerikas, gegenwärtig mit prusten Flnanzschwieri^keiten zu kämpfen.' Fürs die" Pariser Expedition brauchen-i die Amerikaner rund 320.000'Dollar; sie hatten aber erst, etwa den. zohnten Teil davon zusammeugebrachj, nänilich 37.6M Dollar, und von dieser Suumie sind -bereits etzwas über 10.000 Dollar für die Winter-spiebe m Chamvnix verausgabt.worden, so dgß heute — nach Abzug aller Ausgaben — noch knapp 16.500 Dollar, übrig Miben. Nun ikommt die UdbersabrOder äin'erAM-ischen Wettkämpfer allein aus 160.000 Dollar zu stehen, und da diese Sumnie an vier zum vor-., 'ausgeschten V-.-r.sallstern:m-e (1. März,-1ä. April, 16. Mai und' 1. Juni) in Raten von je 40.000 Dollar zu entrichten ist, ^befand sich das amerikanische Olympische (Komitee Ende' Februar in einer _ keineswegs beneidenswerten Lage. Welche Lvsuwg die Amerikaner gesunden haben, nm aus den gekennzeichneten Schwierigkeiten heraus-ustmmren, ist heute noch nicht bekannt. _ Das nächste Schauturnen. Der B. Ä. C. turnt heute auch beim Fest des Makkaör 10. Nach dem Makkaibi 9 folgt heute der MaÄlabi 10 mit einem Schauturnen, das im Sophieüsaab vor sich gehen wird. Die zahllosen Freunde dieses.strebsamen Vereines werden es sicherlich mit Freude Le grüßen, daß die hervorra genden Turner des V. A. C. (Budapest), die erst am Samstag die Zuschauer durch.ihre vollendeten, ans Artistenhafte grenzenden Darbietungen entzückten, auch heute Mitwirken werden.. Das -heutige Programm ist svlgenbes: 1. ,Aufmarsch aller Abteilungen. 2. Frenibnngen der Herren. 3. Rhythmisch-gymnastische Uebungen der Damen. 4. SlaWbungrn der Knaben. 5. Reifenübungen der Mädchen. l>. Geräteturnen der Mädchen. 7. Geräteturnen der Knaben. 8. Geräteturnen der Damen. 9. Ge-' räteturuen der Herren. 10. Pferd- und Barremibungen des V. A. C. Budapest. 11. Gemeinsame Barremilbungen des B. A. C. Budapest und des Makkaldi 10. Der' Makkabi 10 hat ins,besondere im Jugendturnen bisher ganz Hervorragendes geleistet. Es ist demgemäß erklärAch, daß er immer glänzende Gipselturner hervorgebracht hat.^ Die von. ihm veranstalteten Schauturnen erfreuen sich begreiflicherweise .ständig der größten Beliebtheit. Mit Rechts sind auch heute glänzende Leistungen zu erwarten. Mit Rücksicht aus die Teilnahme der Knaben und Mädchen beginnt das Schauturnen pnulilich um 8 Uhr abends. Kapelle Gaargelberger. Weißmueller u. Co. an der Arbeit. Die amerikanischen Schwimmer ha'ben ihr Training für die Pariser olympischerr Spiele in Florido ausgenommen mrd schon ist , eine Reih« amerikanischer Rekords, die zugleich offiziöse und offizielle Weltrekyrds sind, oesallen. Die Damen haben bereits zwanzig Höchstleistungen überboten, die Herren sind mit deren sechs fertig geworden, von denen Wcißmneller allein fünf schlug. Weißmueller innerhalb fünf Togen die Rekords über 100 rmd IM Patzd überboten und erreichte denienigen über 100 Meter (freier Stil). Er durchschwamm die 100 Aard in 52,4 Sek., den früheren Rekord nur 0,2 Sek. schlagend, und erreichte 150 Aard in 1 Min. 24,4 Sek. Weißnmeller ist heute Inhaber von 19 Höchstleistungen zwischen 100 Bord und 500 Meter und von vier Rekords imr Rückenschwimmen. Die gleichfalls berühmte Mist Helen WainwrWt. die noch nicht 20 Jahre ailt,ist, die sich seit Antwerpen verbessert hat, icklua die .Leistnna über 300 Meter frei um 10,2 Sek. mit 4:19,6. Miß Spbill Bauer hat sich im Rückeusckwinrmen sPeziaWert. Sie schlug darin die Rekords über 200 Aard und 200 Meter in 2:46,6, bgzw. 3:03/8. Der Rekord im 100 Meter Brustsä/wimmen ist van Miß Geragchy nm 13 Sekmrden unterboten wotzden. Sie durchmaß di« Strecke in 1:38,8. - Heute Dienstag1 den 25. März Schauturnen »iirwmiinwuwiiiwniiniiiina des : i. T. V. Hakabbi X. in den SOFIEN-SÄLEN, 111. Marxergasse unter Mitwirkung des Budtpester J. T. V. Vivo es Athietkai Club r Saaleröffnung 7 Uhr 7883 Beginn 8 Uhr Aus den Vereinen. » Bund Blau-Weiß. Heute Dienstag Purimseier unter Leitnng des Fräuleins E. Haber, 2. Bez., Prater^ straße 60, Cafe Reichshos. Karten an der Abendkasse. Hagibor. Heute, 2 Uhr nachmittags, Elektra-Platz, Fr-euntdschastsspiel gegen Bar-Kochba. Alle ausgestellten Spieler haben pünktlich und zuverlässig zu eitschemen. — Plug-Gong- Sektion: Wäorgen, halb 8 Uhr, Klubkanipf gegen Zentralverein im Kliebhenn. Cafe Ilion, 3. Bez., Löwengasse 39. Es spielen die Herren Teichtal, Schreier, 3toth, Landau, Ruibin 1 und 2, Zünder. Rabinowitsch. Ersatz: Wein und Rogner. Hakoah. Die heutige KlMeitmrgsisitzung entfällt. Fußballsektion. Die Spieler der Jicserve sowie die in Betracht kommenden Ersatzleute hüben sich heute Punkt 2 Uhr ans dem Cricketer-Platz eipzufinden. Kaüimah. Mittwoch den 26. d. findet im Klubheim die erste Orchesterprcbe des neu gegründeten Mandolinenorchesters statt. Alle Damen und Herren, die sich gemeldet halben, wollen zur Probe um 8 Uhr bestimmt erscheinen. Poung Jewish Sporting Club. SchwvmmfeStion: Heute entfällt des Feiertages -halber das Schwrmmtraiuing im Beatritzbad. — Bopsektion: Heute, trotz des Feiertages. Tvaimng in unserem ueueir Trainrngsquartier, Uui las-Bude. 8. Bez., Auerspergstraße 21, gegenüber dem Rathaus. Trainingsleiter: Tomek. Die Sektionsleitung bringt .zur Kenntnis, daß sie ab 1. Zlpril einen Kurs s>iir Anfänger eröffnet. — Ping-Porrg^Sektion: Hellte entfällt das Training. — Klubleitnng: Heute, 3 Uhr nachmittags, im Cafe Arlon, 1. Bez., Rotgasse, .Mubleitungsisitzung. Da^gesorduung: Fortsetzung der Budgetdebatte. SportSvieskasten. Hasmonea. Zuschrift verspätst vingelangt. Lvxvrixik 1SSS liv Nachdruck verdoteri. Lentsch-Oefterreichpcher Verlag, Wien. 5j. Fortjetzung. Die Heimatlosen. Bon Wilma Vukelich. Geeicht, gepunzt und mit sieben Siegeln per- . sehen. Herr FenhShazh de Nagysenyö, der noch vor' zwei Jahren Feuerstein geheißen chatte und sich auch als solcher nicht schlecht gestanden war. verging fast vor Wut. Die weiße gestärkte H'emdenbvust zitterte so stark, daß die Brillautenknopfe leise >daran klirrten. Und wenn er die Ghre hatte, neben Fehervari in der evsten Reihe zu sitzen, so tvar er e'ven Fenhohazh . . . auch keimr voe: den letzten int heiligen ungarischen Reich. Hatte genau so seine Millionen in sicheren Wertpapieren angelegt wie Fehervari die seinen und sein Sohn diente bei den Nadasdyhusaren, und außerdem war er Aussichtsrat sämtlicher großer Unterwchnmngeu Budapests . . . hatte seine Villa' in Ofen.- Abso: brauchte ein Wkann wie er Fe^hervaris Ratschläge?' Mama Fehervari tvar im Taubengrau evschietwn. Taubengrauer Paruw mit Silberftickerei. Dernier Cri. Furchtbar distinguiert in -der Wirkung. Alber sie sah elegisch ans und seufzte; denn sie war in der Taille stark zusammvngepreßt. Der distinguierten Wirkung zuliebe.^ Natürlich: ")t'Messe Mige. Ein wenig eitel war sie doch auf ihren Schick. Und 'beobachtete bügelnd.den Eindruck. Erzlherzogin Augnsta chatte beim letzten Hvjiball dieselbe Robe getragen ... nur daß man selber eben anders Figur machte. Und dann bas Dekollete. Aus ihren Nacken hielt sie viel. Er tvar sehr -üppig und sehr weiß. Und die Familiendiamanter» tvirUetl unerhört pompös aus der gediegenen Unterlage. ' 'Uebrigens seufzte sie stärker. Cs kam von ihrem W«t'ijchW MMWt. W EpwarANA des WniUMM regte sie. Denn Mama Fchervari war musikalisch. Oder sollte sie vielleicht doch zu stark geschnürt fern? Muci hingegen war nicht musikalisch. Sie nicht. Sie tat auch keineswegs so. .Sie war wegen Tihamer hergekommeu und war tmr wütend, ihn nicht zu sehen. Wo blieb er nur? - Schon färbte sich ihr winziges E)esichtchen giftgrün. Ihre Blicke schossen hm und her wie gereizte Schlangen. Endlich war er da. Und sie. befahl .ihn heratl. Mit einem lässigen Winken ihrer Hand. Sie belud ihn. Pwgrrmm, Blumen, Schal, Fächer lud sie ihm auf, in dem bloßen Bedürfnis, ihn gleichsam symbolisch zu ihrem Basallen zu machen. Denn er gehörte ihr. Sie würde ihn bei den Eltern ertrotzen. Je weniger er wollte, um so sicherer mußte er ihr gehören. Sie würde ihn einfach kaufen, wie ' sie sich jedes..Ding kaufte, das sie begehrte. Was war zu teuer für Fehervari Margo? ' Auch Frau Marianne.Sörgei saß in der ersten Reihe. Endlich! Nun war-auch das erreicht. Ihr gesellschaftliches Avancement. Ihre Klassenerhöhung. Pie war des Künstlers M utter und''dieser' viß sie-mit sich in den Vordergrund der Ereignisse, sie, die ein Leben läng vergebens danach gestrebt hatte, die Erste zu sein. Für Künstler gelten Ausnahmegesetze. Hhnonöffnen-sich die exklusivsten Kreise. Und jie, würde trachten, mit hineinzuschlüpfen, das war doch klar. Denn sie - selber hatte teil an diesem Erfolg, den ihr Genie inszeniert hatte, so wie sie an Alfreds Leib, an seiner Seele und an seinem Talent toll hatte. Niemals zweifelte sie daran. j Und sie tvar schön an diesen: Abetrd. Noch einmal dämonisch schön. Die Spuren der Jahre schienen ansgestrichen M sein. Stolz saß das schumle edelgeformte Haupt auf dem schlanken Halse, sJn weitem. .Umkreise verblaßte die- Schönheit vor der Mudetldeü' Weiße ihrer schimmerndes ZaA, vor dem mhjteviöses .Glautze nnergrüsdlichen Augen. Vor dem geistreichen Lächeln ihrer anmutig vertieften Mundwinkel. Rona, der Schutzgott aller Talente und Halbtalente, tvar geblendet. Ganz ohne Fassung lehnte sich der große Krittler an die Sessellehne der schönen Frau und neigte sich tief, tief auf diesen elfenbeinweißen Nacken. Verschlang ihn mit seinen wäßrigen, kurzsichtigen Augen. Seine Nasenflügel vibrierten leise, und über seine fauuischen Lippen flog ein vielsagendes Lächeln. Frau Marianne aber hob das Haupt nnd lächelte wieder, unbeweglich saß sie, den flüchtigen Glanz dieses unbestimmten Lächeins um die Lippen, und ließ den heißen Atem des Mannes über ihre nackten Schultern streichen. Was tat es, daß Rona sie mit den Augen verschlang wie ein gieriger Hund? Schreiben sollte er. Ihren Sohn in alle Himel heben. Ihn als noch nicht dagetvesenes Genie hinaus schreien, daß alle Welt es hörte und wußte. Und alle Welt würde wiederholen, was Rona sprach. Und an den ersten Erfolg" würde sich der zweite anschließen und alle weiteren wie von selber. Und Alfreds Erfolg, der Richm seines Namens würde sich ausbreiten, er würde vor ihm herfliegen von Stadt z>n Stadt. Konzertsäle, Fürstenschlösser, Königspaläste würden sich öffnen vor ihm. Er würde Wien erobern und Paris. Er würde in den englischen Graferrschlössern spielen und die Herzen der amerikanischen Dollarpvinzessinmn ergeigen. Sie aber . . . Frau Marianne, würde an alledenr teilnehmen; denn sie war des Künstlers Mutter, sein Jnrprefavio war sie. Sie würde reisen mit ihm, alle Wege würde sie vor ihm ebnen. Und dabei selber Parkett erste 9keihe sitzen. Ueberall, wo er auftrat. Reizend, bewundert, geistreich und amüsant. Und sich selber amüsieren. Das Leben auskosten in großem, berauschendem Stil ... So wie sie cs immer gehofft hatte. (Fortsetzung folgt.)

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