Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1821 (11.3.1924)
- Date
- 1924-03-11
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/2979076-2980834-2980904--18124-3005168- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
ITiiiirimiTirfriWi' ‘irr -vr - - vem *» %W«t, Mtztttziag “'"^viJr- ' griff verdiente der Sportklub Hasmonea insofern den Vorzug, «LZ seine Stürmer schneller waren und bester schossen. Bäiml-cr GaSmonea) sprang in der 16. Minute nach Beginn als Ersatz für Wagner ein. Wenig Erfreuliches ist von der Stürmerreihe - Hazairs zu berichten. Ehrenfreund als Angiffslenker war zu langsam. Bis sich Hasmonea komplettiert/ wechseln die Angriffe, dann leichtes Uebergetvicht der Hasmonea. Schirok erzielt auch für sie das erst« Tor. Fuß bringt den Stand auf 2:0. Hazmr fällt zurück und Schönfeld erzielt aus 80 Meter Entfernung das dritte Tor. Nun laßt Haömonea nach, es wird mehr schön als zweckmäßig gespielt. Gelegentlich eines Durchbruches von Pillinger übernimmt Gold "den Ball und lauf: bis ms Tor. Die zweite Halbzeit brachte bange Minuten siir die Hasmortea-Anhanger. Wer Adler, Grebler und Weiß lormten alle kritischen Situationen klären. Die Ausbeute waren drei Korner, dann ha: Hazair aber ausgospielt. Trotzdem kann Pillinger auch ein Tor aufholen. Knapp vor Schluß stellt Kestler das Endresultat her. Hasmonea: Adler; Grebler, Weiß; Schirok, Schönfeld, Sokal^ Cffemnayer, Bäumer, Kestler, Fuß, Fromm. — Hazair: Bär; Serdler, Neubauer; Lutz, Ronis, Kollmann; Bleichfeld, Gold, Ehrenfreund, Schulmann, Pillinger. $vm Agramer Gastspiel des F. C. Torino. Der F. C. Torino weilte am Samstag und Sonntag in Agram und wurde von GradjanAi an beiden Tagen empfindlich geschlagen, lieber das erste Spiel, das die Italiener 1 :5 verloren, erhalten wir folgenden ergänzenden Bericht: Die hche eordlfiferenz entspricht dem Spielverlauf. Trotzdem muß tehaupter werden, daß die Duriner in technischer Beziehnnq gefallen konnten. Sie hatten aber das Pech, vor Halbzeit gegen den Wind, besser gesagt Schnvcsturm kämpfen .Pt müsien, der ne völlig entkräftete. Die sehr scharfe Luft raubte den an mildes Klima, gewohnten Spielern dm Atem, so daß sie nach ^.-ütenwechsil, als auch Gvadjanski dann gegen den Wind fpiclte. im Strafraum zusammengebrängt mit Mühe die Angrtffe der sehr gut disponierten Blauen «bwchrten. Dieser Umstand muß als nÄdernd fiir die schwachen Leistungen der Gäste m der zweiten Hälfte, angenommen werden mrd hatten dieselben bei normalen WittevungsverhÄitnisten. Gradjanski gewiß ernsteren Widerstand geleistet. Wie erwähnt, befriedigten die Meisten, was technisches Können und Ballbehandlung anbelangt. Besonders hervorzuheben wären Aliberti, Schönfeld bis zur Verletzung und der linke Läufer Varalda. Das -Lpiel war sehr schlecht besucht, da sich kaum 400 Zuschauer emgefunden hatten. In Antwerpen besiegte die MMtärmcmnschaft Belgiens jene von Frankreich mit 6:0. Der Holländer Mutters wird von den Londoner „Athletic News" zur Leitung des mn 26. April im Wembley-Stadion stattfindenden English Cup Finales vongeschlagen. Dies wäre der zweite Fall, daß einem ausländischen Schiedsrichter solch ein« hohe Ehre zufällt; Groothoff, ebenfalls ein Holländer, leitete vor dem Kriege einmal das Endspiel des englischen Pokals. Für das Städtespiel Prag gegen Wie« hat Prag dem Diener Fußballverband den 1. und 11. Mai vorgeschlagen. Das für Sonntag in Pretzburg cmgesetzte Spiel zwischen den AuÄvahlmannschaffen des jüdischen und des ungarischen Fußballverbandes fand nicht statt. Makkabj (Brünn) spielt am kommenden Sonntag gegen Slavia in Prag. ___ Karl Schrenk. der ehemalige Vienna- und Teplitzer Spieler, Hai ein Engagement als Fußballtvainer in Westdeutschland angenomenen. Pressekonferenz. Während der Olympischen Ariele in Paris wird vom französischen Olympischen Komitee durch den Präsidenten der Pressekommistion Frantz-Reichel ein internationaler Kongreß der Sportpresse emberustn werden. Die Tagung wirb am 18. Juli stattfinden. Das Präsidium wurde bereits an den Minister Henry Pate übertragen. ' Wiener Mortzrnzekkunü. Hakoah (Zürich) spielte gegen Neumüuster 3 1:1 unentschieden. Die Fußballmannschaft des Jüdischen Turnvereins Basel unterlag gegen Old Boys 3 mit 2:4 Toren. Die Redoute des I. A. C. findet Donnerstag den 13. d., in den Qlympiasalen statt. Restliche Vorverkansskarten bei Lazar, Kolingasse 13, .'pausier, Taborstraße 59, Stadion, Frauzeusbrückenstraße 24, I. A. C., Buchhandlung Löwit, Rotenturmstraße, eventuell an der Abendkasse. Das Purimfest des Aouug Jewish Sportingclub, veranstaltet von der Kultursektion, findet am Mittwoch den 19. d., 8 Uhr abends, im Goldsalon, Cafe Sillcr, 1. Bez., Schwedeuplatz, statt. Tanz (Jazz-Baud). Entree aus Grund der Einladung 20.000 K., Vorverkauf nur bei Mitgliedern 15.000 K. " __ Boxen. Carpentier in Wien. Wie wir bereits meldeten, wird Carpentier am 27. April auf der Hohen Warte boxen. Der Wunsch, Carpentier in Wien boxen zu sehen, bSiiert schon auf lange Zeit zurück. Anläßlich des Gastspieles der Vienna in Paris wurde eint eventuelles Engagement Carpcntters nach Wien mit dessen Manager Descamps durch Herrn Ingenieur Fuchs besprochen, allerdings vorläufig nur unverbindlich. Ein Pariser Sports mann, Herr Maurice Henuovici, intierc stierte sich für die Sache und stellte uusevcu: August jbuderivatsch die Mittel zur Verfügung, die Abhaltung dieses seuiationellen Ereignisses in die Wege zu feiten. Der finanzielle Aufwand ist, wie man sich leicht denken kann, ein ungeheurer intb es gehört nebst dem Unternehmungsgeist eine gehörige Portion sportliche Begeisterung dazu, sich an ein so großes Werk überhaupt hcrcmzuwagen. .Herr Heimoviei hat übrigens einen großen Teil der Einnahmen wohltätigen Zwecken zugobacht und auch dem First Vienna Football Club, dessen Mitglied er geworden ist, zu dessen Jubiläum ein großartiges Geschenk gemacht. Er läßt nämlich das zusammenlegbare Podium, das über den Rasen gezogen wird, in ungefÄhrem Werte von 700,000.000 K. in den Besitz der Vienna übergehen. Der Protest Breitensträtters abgewiesen. Der Verband Deuffcher Faustkämpfeo beschäftigt« sich mit dem von dem Manager Breitensträtters nach dem Meisterschaftskainpf Samson— Bveitensträtter eingebrachtcn Protest und beschloß o'mstimmig: „Der Protest ist insofern als berechtigt anerkannt, als die Zeugen in ihrer Majorität erklärt haben, daß sich Breitensträtter vor „aus" weder mit den Knien noch mit den Händen am Boden befand. Ans sportlichen Gründen ist aber der Protest laut § 87 der „Sportlichen Regeln" zurnckgewiesen worden." Die österreichischen Amnteur-Boxmeisterschaften. Der erste Tag der Entscheidungen. — Drei Siege des W. A. C. Kampflose Erfolge Deckers und Worms. Eine sehr interessante Bereicherung des Programme^ bildete der Kampf unseres Leichtgewichtsmeisters E i chholzer gegen den Münchener M u y f e c, in welchem sich der Gast als sehr shmpathffcher Boxer von respektablem technischen Können entpuppte. Das Match endete nach spamntznlden Verlauf unentschieden. Eingeleitet wurde der Reigen der Ereigniste durch den Kampf der Leichtgewichtler Wanek (Wacker) gegen Pimperl (W. A. C.). In ter dritten Runde holte Pnnperl auf, arbeitete aber unrein, und mußte verwarnt werden. Wanek errang schließlich einen Pnnktesieg. Im Ansscheidungskampf um die Federgewichtsmeisterschaft trafen sich Pollitzer (W. A. C.) und Rirsch (Rapid). In der ***«*^' 11. März \m El tat Runde mußte Rirsch ans einen schweren Rechtshänder niedergehen rind gab dann auf. Im Entscheidungskarnpf der Fliegettgewichller Vogl (W. A. C.) und Dezsö (Sportkltlb) war ebenfalls „schwarzrot" siegreich. Mit diesem Vogl hat Trainer Holberg tatsächlich den Vogel abgeschoffen. Der Mann ist flink, schlägt überlegt und hart, hat aber noch ein ziemlich dürftiges Repertoire. In der zweiten Runde tonftc Desto durch drei in kurzen Pansen aufeinanderfolgenden Kinnhaken schwer erschüttert, raffte sich zwar in der dritten Runde noch zu einer verzweifelten Offensive auf, mußte a^er dann viel e'instecken, und dem W. A. C.-Manu einen klaren Punktsieg überlassen. Jtn Entscheidungskampf um die Bantam- Meisterschaft leistete Koschatzky (Wacker) dem Titelverteidiger Czappak (W. A. C.) harten Widerstand. In der dritten Runde erzwang Czappak durch forciertes Tempo die Initiative und errang einen hart erkämpften, aber verdienten Punktefteg. Nach längerer Pause war wieder Eichholzer (Sportklub) im Ring zu sehen, der in der Meisterschaft beschäftigungslos ist. Sein Gegner war der Münchener Muyifec vom Sp. C. Jahn, ein Boxer, besten Arbeit sehr gute Schule verriet. Es war ein flotter, spannender Kampf mit vielen schönen Momenten. Eichholzer hatte nur bei einem Punktrichter einen kleinen Borsprung, weshalb der .Kampf garrz korrekt als unentschieden erklärt wurde. In einem Revanchekcnnpf außer Konkurrenz siegte schließlich der technisch bessere Brandt (Sportklub) über Möllering (Wacker) sicher nach Punkten. gßtmt'tennfe. Nathan Bursztyn (Poung Ielvish), konnte beim Turnier des akademischen Ballspielklubs im Handikap 1. Klasse den ersten Platz besetzen. Aus den Vereinen. Hasmonea. Heute, 8 Uhr abends, erster Uebungsabend der Schachsektion. Anmeldungen zu dieser Sektion werden täglich abends im Klublokal, Kaffe Piffl, 2. Bez., Frauzeusbrilckmstraße 1, entgegcngenommen. I. A. C. Heute, Leitun gssitzung im Eafe Baldinhof. Morgen haben sich sämtliche Damen und Herren des Vergnügungsausschnsses zu einer wichtigen Besprechung für unsere Redonte im Klubcafe einzufinden. Kadimah. -Fußballsektion: Das Training findet jeden Dienstag auf dem Ostmark-Platze statt. Termrir Wege:: Kapitänswahlen wird noch bekanntgegeben. Wir sind mit einem erstklassigen Trainer für die Fußballmannschaften in Unterhandlung. Spieler, welche den Jungmannschaften beitreten wollen, wollen ihre Anmeldung rechtzeitig bekanntgeben. — Schwcrathlcttksektion: Jeden Dienstag und Freitag Training unter Leitung des Herrn Feuerstein. Gäste willkanrmen. — Ping-Pongsektion: Jeden Montag, Mittwoch, Donnerstag und Samstag Training im Klubheim unter Leitung des Herrn Dnldig.' — Tennissektion: Beginn des Trainings anfangs April. Die Mitglieder dieser Sektwn wollen sich wegen der Spreleinteilnng rechtzeitig melden. — Geselligkeitssektiön: Sonntag den 16. d., 5-Uhrtee im Cafe Landtmann. Näheres wird noch bekannt gege ben. Vollversammlung oller Sektionen Montag den 17. d.. Präzise 8 Uhr abends, nn Klubheim, Cafe Metropol, 9. Bez., Berggaste 33, dortselbst täglich Milgliedsaufnahmcn. Doung Jewish Sportingclub (Schwimmsektion). Heute, viertel 8 Uhr abends, Schwimmtraining im Beatrix-Bad, 3. Bez.,' Münzgasse, unter Leitung des Herrir Mesner. C||l|l|r Kalo-Wiener Handelsgesellschaft — Societä Commerciale Italo-Yiennese I »IW >» Lrporllvrt Üsterrniebis^be 8rreagni»8v. lmgoi-ti-rt italienisebs Produkts wien Kxti*l«$»latae V WSEIV, IV. VerkatafisEaallew MESSEPALAST B 100 Ehrenamtlicher Meseedienst — Ständige Ausstellung — Esposizione Permanente SOLE TORINQ ROTUNDE NORD 7572 GopvHfth 19*3 by Nachdruck verbot««. rkugch^Otsterreichischer Verlag, Wie». 41. Forgetzu»-- Ae Heimatlosen. Von Wilma vakelich. Kornitzer in iseme Hand bekommen! Welche Pervepse Wonne lag in dein einen G^darcken schon! Und Lajos dachte diesen Gedanlken zu Ende. HnndertmÄ, tawsendmak. Kvr-- rntzer -stürzen. Tas System Mr^n. Und feine Ms dachm pilanlosen Gedanken erhielten ein festes Ziel. Sein Haß ein Objekt: Kornitzer. Die^r verkörperte die Preste. Die Presse aber verkörperte die Äüyenmacht des herrschenden Regimes. In diesem einen gesalbten nnld sakrosankten Haupt vernichtete man den ganzen Orgamsmus, der die Gifte cmZscheidet und das Volk zugrunde richtet. Ein tröstlicher Gedanke wenigstens. Und Lajos sagte sich: abwarten! And er wartete Stunde mn Stunde. Im übrigen hegte er die leidentschafkliche Hoffnung, daß KorNitzer ihn schließlich doch hinauswerfen wert«. Selber zu gehen, dazu fehlte ihm die Kraft. Und er ahnte, daß er kaum jemals die Kraft finden werde. Was sollte er auch beginnen? Sein Lotterleben in dm Straßen Budapests wieder aufnehmen? Im Bolksgarten nächtigen oder in den Armen Boriskas, der Biellgoli-ebten, wenn der Abend außer Abonnement war, toa'ä genug selten geschah? Nun hatte er eine »hübsche Geliebte, eine nur fürs -Herz, wie er prahlend feststellte, und auch Tihamer fand, daß sie sich äußerst dekorativ ausne-hme, als Lajos sie, quasi als Renommierstück, irr der „Gelben Tulpe" einführte. Im übrigen hatte Lajos der Leinen, kraushaarigen Terike rasch die .handlichsten Theorien der freien Lisbe beige'bracht; und di sie ein Mädchen von rascher Auffassungsgabe und genügend vovgeblldet war, gingen ihr diese Theorien sofort in -Fleisch und Blut -über und sie betrog Lajos auf das unverschämteste mit Tihamer, der ihr tausend Mal bester gesiÄ, da er zwar -weniger van freier Lielbe wußte, jedoch einen seidenen Pyjama von zartester lila Farbe trug, feines Parfüm benützte und mir auf Schampus Wvor. Trotzdem . . Die kleine Terrke -Um eine Glanznummer in Lajos' Dasein. Und er konnte sich nicht so mir nichts dir nichts entschließen, sie und alles drum und dran im Stiche zu lasten. Im Gegenteil. Jetzt war er auf den rechten Appetit gekommen. Und ^seiu Appetit verlangte nach immer mehr und nrehr. Ja, jetzt erst war es ihm bewußt geworden, daß seine Garderobe abgetragen war, -und er vervollständigte sie -verstäüdmsvoll zur Elegairz eines Bonlev ardtrottsurs. Die Hofen waren wohl etwas stark kariert, und der Schlips bliab knallrot, was e-iue -delikate Anfpicluicg sein sollte, die ungefährlich war, -weil keiner sie verstand. Daß die Weste aus gebluntten Samt Nrar, verriet nur individuellen Geschmack. Aber der Rock war bürgerlich und solid wie die ha^Mürgerliche Existenz, die Lajos führte, seitdem er ein -sixbefoldetes Individuum ge-worden. Und sein Appetit war ins Riesengroße gewachsen, ftitidem er die Möglichkeit hatte, ihn zu stillen. Es kanr vor, daß er zweimal zu Mittag aß... er aß sozusagen für seine verhungerte V-evgangenlheit mit und atz a conto . . . auf eine ungewiste Zukunft voraus. Und durchtobte Nächte in der „Gelben Tulpe", wobei die Bündler gerne mittaten, wenn er nur Terike mittbrachte, die ein herziger, unverschämter, kleiner Käser war, für drei« aß und trank und von einem Schoß auf den anderen rutschte. „Wo bleibt die Idee?" fragte ihn Tihamer schadenfroh. Gewöhnlich wagte er das erst, ^wenn Lajos das zehnte Glas hinabgegosten hatte. Tenn dann war dieser rührselig, weinte, schlug sich an die Brust rmd predigte Buße. Vorher aber wurde er saugrob, wenn man mit »der Idee begann-, ja sein Gesicht nahm eine ^'idenschaf-lliche Farbe an rmd sich gespenstig aus unter dem feuerroten Haarschopf. Nur seine Augen -blickten immer in gleicher Kindlichkeit hinter dem weißen Wimipernkranz hervor, bloß daß ihr Staunen größer geworden war und tausend Fragen auftat, die ohne Antwort blieben. Im übrigen hatte Lajos an Auftreten gewonnen und wirskte.fast so imponierend wie Kowitzer selbst . . . jedenfalls wie einer, der sich suhlt. Me einer, -der gewohnt ist, Zähne und Ellbogen zu gäbr<mchen, seitdem er lebt. Und seitdem sich di-e Idee unter feinen Händen zu verflüchtigen begann — man ist doch nicht ungestraft der Mitarbeiter von Kornitze-r und Konsort-eir, man drischt nicht ungestraft vom Morgen bis zrnn Abend leeres Stroh s-ozosaaen, ohne Inlhalt, ohne Sinn. . . wobei man selber den. Inhalt verliert, das spürte Lajos an dem Gift, das langsam in seinen Adern zu lreisen begann und i-mmer näher nach se'.netn .Herzen griff. . . Ja, seitdem war aus der Idee, sc'ne-r scvnen,wilden, ewig jimigen Geliebten, eine energische schwätzende Person geworden, deren Srrada die Zeitung bezahlte. mit vierzehn Hellern die Spaltzelle, und die nun alles kurz und klein drosch, zerredete, zerpflückte, cntsrette. Und K-ornitzer war Wfrieden, das lesende Publikum war zufrieden, nur Lasos war es nicht . . . i>or. zehnten Glase Netter. Dann blagte er um die Geliebte. Vorher aber nahm er Terike aus den Schoß, sperrdierte ihr noch einen Schnitt Bier und entwickelte neue Theorien. Macht haben! Herrschen! Mit der starken Faust herrschen, ohne Nücksich-t und ohne Kon: pro misse! 7tlles formen nach fe-inem Ebenbilde! Den Ste>mpel seines WÜletts der zitternden Kreatur aufprägen. Tenn die Kreatur ist geboren, um beherrscht zu werdeir von jenen, -die stark sind und ohne. Bedenken. Die nur einen Willen -kennet:: den Willen, sich in andere zu prosizieren, alle mit sich selber zu durchträltiken. In Liebe u-n.d in Haß. Im Geist und i-m Fleisch. Städte medrrreißen und wieder aufbanen. Staaten umforinen. Seinen Nanren m die -Herzen schreiben, im guten und int bösen. Alles an sich reißen. Ueber alle Genüsse verfügen. Weiber zu Königinnen erhöhen-. Dirncir zu Priesteriniren tveihen. Talente lenken, dem Genius der Wl-enschheit die Richtung geben. Selber aber immer ttnberührt bleiben. Kühl, schar,fblickend, bewußt in jedem Augenblick. Und verachterr. Den ganzen Krempel demchicn. Hohnlachen und mit diesem Hohnlächelt bei sich selber beginnen. Weinen. Weinen über die gairze armsoli-gc, liederliche Wckbt. Mit Dirnen sausen und sich von Dirnen betrügen lasten. Und von der Lüge le-'ben, sich an der Lüge sattfresten. Ein. Kornitzer werden. Ja, zum Schl-tisse tvevden wie Kornitzer... die fette, eklige Made... (Fortsetzung folgt,)