Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1818 (8.3.1924)
- Date
- 1924-03-08
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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«SW Me«, MMag -verzollt, ohne Steuer. auSgeboten. In der nvederösterreickischen PrvdlvktllMSfleb'ieten ist die Nachfrage schwächer. Preise sind «doch überall fest. Im Burgenlam sind die Produzenten in Aren Forderungen fest. ES herrscht zwar GeschäftsstMrnd. doch ist von Preis- oder Zahlungskonditüom'n keinL' Rede. 8- bis tOProzentige Neckveilde. notieren 8000 K. pro Liter. In sind die Produzenten in ihrem Ausgebot zurückhaltend, weil die Balutaverhältnisst noch immer nicht geklärt sind und ein Schutz vor der Entwe.vtinng der ungarischen Krone noch nicht gegeben ist. Ilpwzentige Ungarweine notieren 2200 ungarische Kronen, Ichprozentt-ge 2500 ungarische Kronen, über IZprözentige Exportweine 3600 bis 460V ungansche Kronen pro Liter. Von den letztgenannten Sorten sind zwar besonders große Mengen nicht nucfjr vorl-andru, immerhin können die Exportgeschäfte reibnngslvs abgewickelt werden. In der Tschechoslowakei ist die Geschäftslage ziemlich befriedigend. Tschecho-slowakische Großhändler tätigen auf >den it-alienischeu Prvduiktionsplätzen bedeutende Abschliisse. Heimische Neuweine werden zu 4.50 bis 5 tschocksische Kronen Pro Liier ausgeboten. In Iuaosl^n'en hat sich die Situation nur wenig geändert. In Wrrjchetz und 'Umgebung notieren 12- bis 13Prozentiae Weine 5 bis 8 Dinar Pro Lider. In Syrmien liegt der Wernhandel ganz brach. 1923er Weine, die in kleinen Posten verkauft werden, notieren 8.50 bis 5.50 Dinar pro Siteiii 1921er und 1922er sind nur in een Quantitäten vorhanden und werden zu 6.60 bis 8 pro Liter verkauft. In Trieft wird seitens österreichischem und tschecho-slotvakischen Weinhändl^ fortlaufend gekauft. Origiwal Sizilianevtveiwe noiisren 10.50 bis 11 Lire pro Grad ab Triest. Die Lage auf den 'italienischen Meinmärkten ist iin allgemeinen unverändert. In Pieuwntt im Casale zeigt sich eine gewisse Nachfrage nach Weinen über 12 Grad, welche mit 160 diS 170 Live pro Hektoliter bezahlt werden. Baiimwollmarkt. Nrw-Bork» 7. März. Baumivollznfuhren in den atlant. und Golfhäfen 8000, im Innern 4000. AnSftlhr nach Großbritannien 1000. nach dem Kontinent 2000. Lokalmarkt middling: 29.40 (letzt. Kurs 28.50). Tendenz: Stetig. — - Terminer Februar —. März 28.78, April Mai 29.03, Juni Juli 28.50, August 27.20, September 26.55. Oktober 28.90, November —, Dezember VU6, Jänner 25.12. Berliner Börse. Berlin, 7. März. Wenn auch mit dem Wockeneude die Zahlungseinstellungen beendet zu sein scheinen, wurde heute an der Börse gerüchtweise von unbedeutenden Verlegenheiten kleiner Maklerfirmen gesprochen, doch konnte die Börse nickt recht froh tverden. Au Gesprächsstoff mangelte es nicht, da die Maßnahmen der Reichsbank und des Devisenkommissars gegen einzelne Bankfirmen wegen Unregelmäßigkeiten in den Devisen' anforderungen größeres Aussehen erregt hatte-n. Das Geschäft hielt sich nach wie vor in den engsten Grenzen, so das; die Kursveränderungen nach oben und unten nur gering waren und vereinzelt zwei Billionen Prozent erreichten. Die sich dadurch bekundete Widerstandsfähigkeit erklärt man damit, daß der Kursstand für die meisten Papiere als billig angesehen wird. Für die einen oder anderer! Papiere wurde Stimmung zu machen versucht, doch hatte dieses Bestreben keinen nachhaltigen Erfolg und die Geschäftsstiue nahm wieder überhand. Am Devisenmarkt war der neuerliche Frankenstnrz das beinerkeuswerteste Ereignis. Sollst hielten sich die starken Anforderungerl in den gestrigen Grenzen^ so daß in den Zuteilungen und der Kursfestsetzung Veränderungen kaum einge- 'veten sind. (Alles in Billionen von Mark.) Schlußkurse: Türkische Lose 26.—, Oesterr. Staatsbahn 38.25, Nordd. Lloyd 8.—, Ver. Elbeschifsahrt 8.—, Berliner Handelsgesellschaft 49.—, Kommerz. Privawank 6.76, Darmstädter Bank 13.—, Deutsche Bank 13.6, DiSkonto- Kommrudit 15.8, Dresdner Bank 8.—, Nationalbank für Deutschland —, Oesterr. Kredit 0.625, Oesterr. Läuderbank —.—, Reichsdank 37.26, Wiener Bankverein 0.425, Wr. Unionbank O.ß, 9100. Elektrizitäts-Gesellschaft 12.5, Bochum er Gußstahl.64.—, Daimler Motoren 5.—, Deutsch-Luxemburger 85.25, Deutsche Maschinen 8.26, Dynamit Nobel 9.626, Felten u. Guilleaume 31—, Gelsenkirchener Berg. 60.26, Th. Goldschmidt 17.626, Harpener Bergbau 80.5, Hirsch Kupfer 38.1, Höchster Farben 16.6, Hohenlohe-Werke 39.25, Laurahütte 19.25, ManneSmanuröhren 45.75, Phönix Bergbau 40.1, Schuckert u. Eo. 43.—, Siemens u. HalSke 45.—, Telephon Berliner 6.8, Dollarschatzanweisungen 88.4. »fett« Morgttszettuns. Prager Börse. Prag, 7. März. Während Arbitragepapier» ihr« Steigerunaen fortsetzten, zeigte sich in hiesigen Werten eine immer deutlichere Neigung zur Abschwächung, wohl deshalb, weil die Spannuna am Geldmarkt noch nicht nachgelassen hat. Die WochendeckungSkäuse wären diesmal nicht umfangreich, da sich der Berkehr ver letzten Wochen in verhältnismäßig engen Grenzen bewegte. Am Indnstrieaktienmarkt befestigten sich Schoeller Zucker und Aussig Chemische, während Kömgshofer, Olleschaner nrid Bergmann schwächer lagen. Iu der Kulisse gaben Skoda und Brünner Maschinen etwas nach. Heimische Banken lagen fast unverändert, von Wiener Banken befestigten sich Unionbank und Bankverein. Nordbahnaktien gewannen vorübergehend 80 K. Der Anlagemarkt hat noch iinntet unter Geldmangel zu leiden, weshalb sich die Kurse der Staatspapiere niedriger stellten. Eisenbahnvriorttätm senkten sich wiederum. Am Exotenmarkt kam es iu Bulgaren bei einem etwas schwächeren Kurs 311 größeren Umsätzen. Schlußtmdenz behauptet. S ch l n ß k u r s e r Türk. Eisenbahn-Anleihe 400 Franken —, Böhm. Nnionbank 480.—, Böhm. Eskomptebank 464.—, Böhm. Jndustrialbank 479.—, Zivnostenska Banka 453.—, Anglobank 166.—, Oesterr. Kredit 139.—, Wiener Unionbank 146.—/ Wiener Bankverein 96.7b, Buschtiehrader Eisenbahn Ltt. A , Lit. B Ferdincmos-Nordbahil 8400.—, Prag-Duxer 215.—, Anssig-Teplitzer Eisenbahn —, Nestomitzer Zuckerindustrie 1795.—, Bereinigte Elektrizität Wien 206.—, Brosche 1526.—, Koliner Spiritus 1345.—, Königshoser Zement 1226.-, Breitfeld-Danek 583.50, Ringhoffer 795.-, Simmeringer 172.-, Rothkosteletzer Textil 392-, Alpine Montan 387.—, Poldthütte 340.—, Prager Eisen 986.—, Oesterr. Berg u. Hütten 2780.-. Skoda 618.-. Inwald 478.-. Budavefter Börse. Budapest, 7. März. Die heutige Börse eröffnete in freundlicher Grundstimmung. Obzwar auch heute das Angebot ziemlich groß war, trat immerhin eine größere Ausnahmsfäbigkeit des Marktes zutage und es begann schon in der ersten Börsenhälfte eine langsame Aufwertung der Kurse. Späterhin wurde das Angebot durch die Prolongation vergrößert, weshalb die Kurse wieder rückgängig waren. Die rückläufige Bewegung hielt jedoch nicht an und gegen Schluß erreichteir die Kurse teils das Anfangsriivcan, teils überschritten sie es sogar und es ergaben sich iu den meisten Effekten durchschnittliche Knrserhöhungen bis zu 10 Prozent. Da die Spekulation erst gegen Schluß größere Käufe vornahm, schloß die Börse bei lebhaftem Verkehr in fester Grundstimmnng. Das Wochengeld betrug 1,6 Prozent. (Alles iu Tausenden von Kronen.) S ch l n ß k u r s e: Britisch-Ung. Bank 145.—, Ung. Kredit ,975, Oesterr. Kredit 324, Salgo Kohlen 1060, Rimamuranyer 228, Sttdbabn 136, StaalSbahn 765.— Anglobank —. Gran- Szaszvarer 715, Oberung. Bergn. Hütten 1875.—, Dräsche Ziegel 496. Ung. allg. Kohlen 6026, Nrikany Kohlen 1500, Koburg 80, Spodium 438, Clotilde chem. Fabrik 200, Ung. Eisenbeibuverkebr 490, Verein. Holz 70, Adria 2000. Die Jevisenkurse. Zürich, 7. März. (Devisenkurse von 12.15 Ubr. — Bon der Schweizerischer Kreditaustalt mitgeteilte Mittelkurse.) Berlin pro Milliarde —.— Holland 215.40 (215.40), Rew-Uork 578.12 (578.12). London 24.84 (24.85), Parts 22.65 (28.82), Mailand 24.70 ,24.79), Brüssel 19.80 (20.40), Kopenhagen 91.50 (91.507,), Stockholm 151.- (151.-), Ebrisricmia 78.50 (78.50), Madrid 70.50 (70.50), Buenos Aires 197— (197.-), Prag 16.70 (16.76), Budapest (0.011), Bukarest 3.02 (3.05), Belgrad 7.20 (7.20), Sofia 4.16 (4.10), Warschau (-.-), Wien 0.008162 (0.00816). ’ Berlin, 7. März. (Devisenkurse.) (In Goldmark für 100 Einheiten nnt Ausnahme von New-Pork, und London, für 1 Einheit, Men und Budapest für 100.000 Einheiten.) Amsterdam 166.61 (156.61). Belgien 14.36 (14.96), Christiania 56.96 (57.06), Kopenhagen 66.33 (66.33), Stock- Holm 109.72 (109.72), Italienische 18.05 (18.16), London 18.055 (18.065), New-Dork 4.19 (4.19), Paris 16.56 (17.16). Schweiz 72.62 (72.82), Spanien 51.27 (51.27), Wien 6.38 (6.38), Prag 12.21 (12.21), Budapest 5.90 (5.90), Sofia 3.19 (3.19), Belgrad 5.68 (5.48). Berlin, 7. Marz. (Noten! urse.) (In Goldmark fiir 100 Einheiten mit Ausnahme von Dollar und Pfturd fiir 1 Einheit, öfter- 8. MLrz 1094 CWüi i DURCH DIL .- BANKEfrWfitT »MMN ■TO- Allgemeine Indusfriebank rormnls: Filiale Wio^ der Böhm. Indnstrial-Bank Telegramm-Adresse: Indusbank Tel. 65-8-07,66-4-85, 65-4-86 Serie, 68-5-75 Wechselstuben In Wien: I. Hoher Markt 7, IV. Wiedner Hanptstrasse J?, VII. KalserstraBse 48 Austro - Holländische Bank Zentralbureau: Wien, 1. Dr. Karl Luegerplatz 4 (I. Ebendorferstr* 6) Telegrammadresse: Hollandbank Wien / Tel. 27-5-25 Serie Ifommanditgesellscliafft 1 Hm/igmund Amarant & Co. Wien, 1. Graben 22 (Eingang Petersplatz 4) / Tel. 60890 Serie 1 Bankgetchäfte aller Art | Dorotheum- Bankabtellung übernimmt Spareinlagen Segen Einlagebücher Fides, Treuhand-Bank 0. m. b. H. Tel.: 61-3-20, » Mo«iA*rtnc«on Tel.: 6173-26, 61-2-24,64-0-72 *• NeUtOrgaSSC 17 61-2-24.64-6-72 Riiinalt M iri Mselstikei li 1 WIEN, IX, KOUNOASSE 19 Telephone: 19256, 22381, 15231, 19227, 19239, 15519 | Bankkommtfnditgesellscü»Et Franz Pollak Wien, 1. Seitzergasse 4 (Ecke Bognerg. beim Graben) Telephone: 60-4-82, 60-1-93. 63-4-85, 64-4-48, 68-4-78, 69-4-89 Telegrammadresse: Frapobank Rankhaus Prym & Co. ■w ="■: rz.'T ■ Kommanditgesellsclialtr: ■, —= Tel. 62 332 Wien, 1. Botenturmstrasse 19 t«i. «2-3-32 I B?nkhaus H. Rohatyn Wien, 1. Maria Thereslenstrasse 10 | Telephon 11-4-60, 11-4-61 1 « rrx BANK- und WARENacnenKei &\^o.kohhissionshaus Wien, 1. Wlppllngerstr. 19, Telephon 60-1-57, 68-3-60 Durchführung sämtlicher Banktransaktionen Wiener Handelskreditbank A.G. Wien, 1. Wipplingerstrasse 23 Telegrammadresse: „H&credo“ Telephon 64-5-65 Serie Ezposltnr: I. Sohottenrlng 18 a — Telephon 69-3-14 Copyrigth 1923!>y Nachdruck bttüoUn. Druisch-Oesterreichischer Verlag, Wien. 39. Fortsetzung. Die Heimatlosen. Von Wilma Bukclich. Tumi tauchte sie in dem Lärm der Gasse un-ter. Kaufte kaurstud UnnötigEoiiten und sah die Verkäufer mit Micken an, daß diesen das helle Wasser über die Stiveme lief. Dann rannte sie zu. Gorgeis, traf aber lucber Alfred noch seine Mutter zu Hause. Suchte ihre läufst sortgelegteu Lehrbücher wieder hervor und lernte 'den PythcvAore'ischen Lehrsatz auswendig. uwmorierte die Kepl'euschen Gesetze und' die Iäihveszahlenifosge .sämtlicher /MMN-schen Könige, von Szent Iftvan dis zu Ferencz Fosika. Begann eine Handar-lmt, deren Vollend NW sie ioenigsten'8 zwei Jahre ihres Le'beus getostZ hätte. Und stand am vierten Tage ihrer Kamlpse vor Geros AtelierÜir. Maß, zitternd w'.tibi Vevschüchtert. Gar!N,i>cht die alte s'iogessrohe Lydia. Irr eincui einfachen Negenlnantel stand sie da und einem» dunksen Wolikl'c.id lvie oi*« Tf-elitic§ ängstliches Schnluuidchen. Ncur die Augeir schienen größer denn je und voll seltsamer Beredsauvkeit. Und die feinen Borderzähne gruben Spuren iu die Unterlippe. Dann aber richtete sie sich enrpor und ein bewußter Wille straffte ihre ganze Gestalt. Und sic läutete so energisch aac, daß sie selber erischrack. Gero öffnete. Faßte die Keiiw, kalte 'Hand und führte Lydia schweiMtüd iils jZi-nnner. Nicht ün jenerr tdu-Men Ra.ui»n, der die weißen Marnrorgestal-delt bai'g und den Tvanrn der Nacktheit. In sein Atelier führte er sie, das licht und nüchtern war. Das viele bösblickettde Glasaugen halte, voir denen eiu>zelne init dunkelblauen VorhäuMN a-bgedätlipft »lvvven. An'ch roch es nach Oelsavbe u>nd Terpentin dort. Die blanikeir Steinftiesen waren gescheuert. Der ganze Ranim.war einfach und sain'em Zweck gencäß eingerichtet. War Arbeitsranm, und auch Gero trug den weißen Arbeils'kittel, >der die Spuren seines Scha'ffens in wirren FarbenNckselr zeigte.' Wie sonderbar fremd erehr darin »rWerU Lange HM «r Lydias Keine, erfrorene .Hand in der. seinen und wartete, bis sich das Beben des verflogenen Vogels beruhigt hatte. Daivn führte er mit einer Gebäude ruhiger RitterUchksit diese Hand an seine Lippen. Sah^ dein Mädchen in die Augen init einem feste»:, besonnenen Blick und sägte: „Ich danke, Lydia!" Das war alles. Und wivs mit einer vichigetr Gofbe nach der sparrischen Wand, die «den einen MinVel des Ateliers abschnitt, und dies alles schien so einfach, so durchaus selbstverständlich, daß auch Lydia völlig ruhig wurde. Sie fühlte nur: .da üvar kein GedaM rmhr. Da gab es fein Bedenken und kein Ueberlegen. Da war nur ein Wille, foer herrschte. Und Lydia tat, wie dicher Wille wollte. Sie preßte die Lippen aufeinander -rmd entikleidebe sich in fieperha-fter Hast und Aufregung. . . Gew nmlte. Die Slirite m Fältelt gelegt. Das Atlge L.wlckuisfeir. Die Lippen fsst arteinaudergepveßt. Ei>n fuernder MP 'lag auf Äiefenr Mänmvgesicht. Gine liefe; In-fich- Gekehrtheit, die nur iit Momientetk die Vevbindmlg mit dein Modell sucht. Dann saugt sie sich fest an diese in. Gleitei ,von Fornc zu! Forur. Sachlich. Mit der kühlen Überlegenheit des Forschers, die sich restlos mnfetzt in die Glut des Schaffens, in jem Mut, die einzig imstande ist, die SiuuUchkeit des Mannes aufzusaugen, und sie irr das Geschäfsene auf daß es leuchtender, blühender, lebendiger ive-yde, ein Zweck ttc sich, vorbeim jeder an^deve Zweck zttvücktviU. Gero malte. So tief setine Augeic sich in das lebendige Wersch Lydias bohrten, so wenig sah er dickst. Ja sah den zarten ttnd süßen SchwUlNg der Linien, a>ber er sah und spürte das Beben .nicht, das ihn errtgegeüschrie. Er sah die heiße Röte nicht, die sich ansgoß üiber den> seineir, ge- 'bogenien .Hals, die die Brüste säribtc. Er sah das Zucken der Schultern und die schüchterne Hilflosigkeit nicht, die die Augen weitete und die wuchs und wirchs, je länger Lydia daftaud, elufanr m ihrer Blöße, so gottverlassen in dem weiten, füMosen Rau>m, als ob sie mntte-rseelenallein aitif der Welt wäre. Daun bog c,iu leiser Trotz ihre Lippe nach äbivärts, -vH sre wie die Schnrollippc e-rwes Mndes wnwde, das . Aeich in Tränen ansbrechen üvürde. Wie fror sie doch! Wie ' lächerlich stand sie da, wie verloren in ihrer zitterndm Blöße! Und wozu nur? Wozu das große Opfer, wenn doch die Seligeit sich keineswegs umstellen wollte, die >de>m Opfer folgen muß? Denn um dieser Seligkeit willen hatte Lydia das getan. Nuae ivar es ihr plötzlich klar: sie war -das letzte zu geben bereit >u!M dieser großen, großen Selig- - feit willen, die mir deur wird, der gibt, 'restlos und ohne zu feilschen. Und ivar geEomnMr, weil sie zn geben ibereit war. Hatte sich gegebei: . . , das Beste, Unis sie 'besaß... ihre lebendige Schönheit. . . ihren Leib. Gero aber uralte. Sein Auge wurde seltsam schanf und saugte sich schmerzlich fest an Lydias Leib. .Was. wollte er nur von ihr? Er, der ihren Körper zn trennen versiichte dorr ihrer- Seele? Der ihn zu stehlen versuchte, >wie er ihr vertrauen gestolsten hatte. Indem er sie mit Illusionen betrogen. Mit Lügen gefüttert! Gm Zitievn ging durch ihre Gestatt und riß sie form- ■ lich znsautmen. War das sie. . . Lydia . . . die daftaud, armselig, komisch, m hilflcjstr Nacktheit? Gänzlich vergessen undans - jsich selbst heransgerisstn? Daftaud vor diesen! fremden Mann, der nichts in ihr sah als ein Objekt für "sein«' Kunst. . .? Go heftig wurde ihr Beben, daß selbst Gero anfm-erkfam wuirde. Wie im Fieber schlugen ihre Zähne zusammen. „Sie sind müde und frieren," sagte, er teilnehmend N'Nd mit gütiger Sttmine. Und legte den Pinsel nieder. Vorsichtig trat er näher heran an das Mädchen, das nacheweglich in ihrer Pose verharrte, .nnt scheu gefenkteir Augen. Gero aber sah sie lauge, lange an. 'Bit cincnt Mick, der aus irgenideiuer s'ckltfaur kühlen und fremdelt Region zu ikomnteu schien. Er glitt an ihrem Leib herab und tastete Form um Form ab. Dieser Manu lvar Fachmann und Künstler. Die Glut fetlues Schafstnis war die Glut des Sehers, der 'dein Mo-dell den, Körper stiehlt und ihm die eigene Swle einhaucht, ' auf daß es Kuusttverk werde. 'Fortsetznnallolgt.tt -