Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1808 (27.2.1924)
- Date
- 1924-02-27
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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WW, MllMoch Wiener Die zionistische Arbeit bei der Hakoah. Anl 24 d. fand im Klubheim der Hakoah die konstituierende Sltzunq dev zionistischen Kommission stall Die Sitzüna wurde Von, Ew.berufer. dem Parteircserenten der Hakoah. ^?^.^oldes. geartet, der die Von allen Sektionen des Klubs beschickte,Der,ammlnnq einganqs namens der Klnbleituna deqnchlc. Anknupfend an die so gilt' gc-lunaene Palästina-Reise der Hakoah. die den Zionistischen Gedanken im Klrib neu belebte. schilderte der Redner in zündenden Worten die derpitim Laste in Erez Izaael und die heutigen Verhältnisse der Zionistllchen Orstanlsatwn in Oesterreich. Im weiteren Verlaufe seines. Referats stellte er ei-' prästdio die weiter unten iin Detail angeführten.An'raqe, die von weittraaendcr Vichliokeit für die zukmiftiste. zionistische Arbeit des Klubs sein werden und die nach kürzerer, reger Debatte die einst immiste Zlnn ahm e durch Me Kommriston fanden. Die Anträge lauteten: 1. Die zionistische Arbeit der^ Hakoah hat auf das intensivste omzusetzen. 2. Jedes Mitglied der Hakoah hat bis zum Ende des Iechres 1924 mindestens einen Oelbaum für den ^akoah-Vald zu spenden. <1. Die zionistische Kommission erachtet es iür am zweckentsprechendsten, die Arbeiten für Palästina auf eine cinziae, bestimmte Kolonie zu spezialisieren. 4. Der Keren. Hajessod-Referent wird beauftragt, umgehend die Arbeiteil für den äderen Hajessod in der Hakoah durchzuführen. ' ' ' 5. Die Propastcmda für die „Moraenzeimnst" tvurde allen Sektionen zur Pflicht gemacht und wird das .betreffende Material in den nächsten Tagen den Sektionen übergeben werden. 6. Die Hakoah überninunt die technische und praktische Durchführung der Arbeiten für die jüdische National- und Universitätsbibliothek in Jerusalem. Nachdem noch Herr Dr. Nassau beantragt hatte, in den Klublokalitäten aller Hakoah-Sektiouen Nationalsondsbüchsen anfzustellen -und mit der lebhaftesten Arbeit für den tPeren Hajessod sofort einzusepcn. und auch dieser Antrag die einstimmige Annahme der Kommission' gesunden hatte. Wunde diese erste Sitzung der zionistischen Kommission der Hakoah geschlossen, die in 'der Geschichte des' Klubs einen wichtigen und sehr bcdeutunizsvollcn Markstein bildet. . Die Kommission erhofft sich von allen. Mitgliedern regste Unterstützung in allen ihren Arbeiten und rechnet iin besonderen mit der Mitarbeit der gesamten jüdischen Studentenschaft, Mittelschüler sowie der jüdischen Jugend überhaupt. Die nächste Sitzung findet am 4. März, Punkt 7 Uhr abe'uds, im KlubhÄm statt und werden die betreffenden Herren gebeten, bestimmt und pünktlich zu erscheinen. Dr. E. N. Die nächsten Meisterschaftsspiele. Der vergangene Sonntag hat papierfo.rmgemäß-' Resultate gebracht, da sämtliche Favörits siegreich blieben. Demgemäß flabftes auch in der Tabelle keine wesenst-cheu Veränderungen Für' kommenden Sonntag sind fünf Meisterschaftsspiele angrfetzt, wobei noch zu berücksichtigen ist,, daß ein Meistcrschaststreffen'bereits am Samstag stattfindet. Die Hakoah bekommt' es diesmal auf dem gegnerischen Platze mit dem W. A. F. zu tun. Die Spiele gegen letzteren Verein zählen zu den nnangervehmsten der Krieau-er. Diese Feststellung treffen wir aber nicht aus -dem Grunde, weil die roten Hüt'eldorser eine besondere Spielstärke besitzen, sondern weil die Treffen der Hakoah gegen sie fast immer sehr hässlich verlaufen. Inreressanterweise gestalten sich.diejenigen Kämpfe der Krieauer am hitzigsten, bei denen die Gegner zahlreiche jüdische Anhänger besitzen. Letztere wollen anscheinend jeden Verdacht der Zugehörigkeit zur Hakoah dadurch beseitigen, dass sie sich wie die ärgsten Antisemiten gebärden. Sie hoffen anscheinend, durch dieses Gehaben ihre Treue zu ihrem auserwählteu Verein ins richtige Licht'zu setzen. Der W. A. F. besitzt nun eipe Anzahl Inden wn'er fem-en Mitalixdern und Anhängern, und dies, ist der Grund, warum di? Spiele'ge'gen^ die roten Hüttel-dorfer zu oeii unangenehmsten Aufstaben der Hakoah zählen. >Es ist nicht zu verwunden', dass der W. A. F., der durch seine Freunde aufgepeitschr wird, gerade in den,Käm-psen stegen die Hak.nhner eine überaus derbe Note anschlägt. Die'Hakoah darf deshalb das-Spiel vom kommendeil Somu'-. nicht von der leichten Seite nehmen, um ilichi durch eineii Dtisserfolg ihre Stellung in der Tabelle zu verschlechternd .- ... ... Rapid und Amateure tragen ihr Meisterschaftsspiel am kommenden Sonntag auf der. Hohen^ Warte aus. Rapid dürfte kaum stark, genug sein, um den Ober-Sr. Veitern den Sieg streitig zu machen. Immerhin ist mau gespannt, wie sich die verjünge Hütteldorfer Maimschäft schlagen-wird. Bereits am Samstag tragen -Vienna und Ostmark aus der Hohen Warte ihr Meisterschaftsspiel aus. Die Döblinger werden besser, als am vergangenen Sonntag spielen müssen, -wenn .sic keine unangenehme. Ueb.'rva'cbnng erleben' wollen. Die Simmeringer spielen auf eigenem Platz gvgen Slovan und ■ dürften' die Oberhand behalten. Der Wiener Sportklub tritt in Meidling gegen Wacker an. geaen welhe Mannschaft er immer schwer zu kämpfen hatte.. Schließlich, treffen -.noch Adm-ira und Hertha in Floridsdorf aufeinander. Die Favoriten-er chefiuden sich in einer'derart mäßi-aen Perfäss.rnq, daß sie der Ädnüra kaum gefährlich werden könnest.. Budapestee Neuigkeiten. 'Der neuevl-iche Kronenst-nrz, wie auch die iwuerliche Erhöhung der LustbarkeitssNucr zwingen die Vereine. die Ein- Irittspeife hinaufzuschraubeu. Nachstehend die Preise der einzel-neu Plätze:' Schülerkarten. ° Wgftösterr-nchrsche Kronen, Stehplatz karten 7009--K, reservierte'Sitzpl-ätzk-a-rten 30 009 K., übrige. Sitip'latzkarten 16.000 bis 24.060 K. Diese Preise sind für den Mittelstand, der inst Monat. 600.090 bis 800.000 .ft. verdient, uncrschtv in glich: Dies bekörcknen insbesondere dje Vere ine der unteren Klassen zu fühlen,. die.. um Steuer und PolMilizeuz zu ersparen, ihre SM,e,, bei geschlossenen Pforten, das heißt ohne Publikum, ausznlrasten sich bemüßigt sehen. Professor Holito, - der Verbandstrainer der ungarischen Olympia-Elf, plant für die letzten zwei Wochen vor deir olhmpi- .schen Fuszchallspiestn einen Aufenthalt der Auswahlelf in einem Badeort am Plattensee, uhi das Team in bcster Borfassimg nach Paris -bringen' M''köml-en.- ' Ue'ber die Wiederaufnahme der SporivetÄndung mit der' -tschecho-slowakis-cheeir Republik ist mitzuteilen, daß die schon wiederholt angPahn-test Derhainvlüngen nun N-ühe dem Abschluß sein sollen Auch die bisher /sehr aggressiven Rassenschützlerin 8ämtl. Räumen der Sopliiensäle Restliche Karten an der Abendkasse Sportk-ufe „Hakoa^y Wien HEUTE V210 Uhr abends Grosse orientalische UTE 27. Februar 1924_Seite Hl Sportler scheinen «.irren deutlichen Wink von oben echalten M haben, de,„l nun schweigen sich diese Kreise über diese Frage gründlich aus. Alle ernsten -Sportsleute famtien schon langst .das Handikap dieses B-ciscitestchens gegenüber den Pragern, und die Wi.'d-eranfnahme der Sportbczichungeu wird als unerläßlich bezeichnet. Im Jahre. 1921 ivurde inr Budaposter Parlament em Gesetz über den Kövpersport -und die allgemeine Sportpflicht -beschlossen Das Gesetz führt die allpe-msine Sportpflicht bis zum 21. L benssahre im Budapest wie allen anderen Gemeinden ein. sah außerhalb der Hauptstadt die Bildung, voll sogenann-ten „Levente"-Verein-igun-g-ön s-Btlrschenorgami-s-ationen) vor und wies die schulen-twachsene Fugend in den Städten tom Sportvereinen, beziehungsweise -den Firmensp-ortvoreinen zu, flu deren Gründung all- Unternehmungen verpslichtet wurden. Das damals in Rie-chtslrast erwachs-cine Gesetz wurde gleichwohl bisher rricht geihandhabt. Nun erließ die un-garische Rogl-ernng aus Gru'iid eines Dekretes d:s Jieichsverwesers Horihy erne Verordrumg, mit -der dieses Gesetz iin Kraft tritt und gleichzeilig eine darallf bezu-ghatzende Vollzugsverordnung. Somit^ erscheint die -sportliche. Betätigung in Ungarn für alle Staatsbürger bis zum 21. Lebensjahre g-esehmäß-ig obligat eingesührt. _ Das v.rhältnisni-^,ig sehr -günstige Abschnerden der Buda- Pe-sier zweiten Klasse in Brüssel gegen Beilgrens olympisches Dea-m ul.ach'te hier großen Eindruck. Alle -Blätter befürchteten ein arges Debakel. Dieses blieb jedoch dank donr hervorragonden Können der jungen Dcckungsreihe Bukovi-Toth-Rokken, ^8 Fnllbacks Szendrö sowie des M. A. C.-Tormamr Feher aus. Der Angriff allerdings erreichte bei weitem noch nicht das Nivaau für ein erstes Auswah'lspiel Die knappe 0:1-Niederlag-e des zweitklassigen Buda-pester Teams -läßt hier die Meinung aufkommen, daß zur entsprechenden Krastentsaltuug lder olpmpischen Amigrisfsreihe auch die Hintermannschaft der zweiten Klasst genügt, ja einzelne Posten au-ch im olhmprschen Tea-m am besten mit Vertretern «der zweiten Klasse besetzt werden können, zumindest aber diese als Ersatzleute in erster Reihe in Betracht geno-nnnen werden Müssen. F. T. C. hat Eisenhoffer zurückerwor'ben. U. T. E verlor -das rechte Stürnl-erduo. Vom V. A C. sind Breuer (gravitiert zu M. T. K.) und Groß 3 ausgetreten. Der S. C. Hazarr-Makkabäa veranstaltet am Sonntag den 2. März gemeinsam mit der Zionistischen Bezirkssektion und der Zionistischen Tischgesellschaft Landstraße in den neurenovierten Klubsälen des Cafe Lovrana, 3. Bez., Löwengasse 36, eine große Eröffnungsfeier mit Akademie und Tanz. Jugoflawrsche Schiedsrichter für die Olympiade l» Paris. Auf Ersuchen des französischen Fußballverbandes hat der jugoslawische Verband drei Schiedsrichter für die Fußballspiele der Pariser Olhrnpiade nominiert. Es sind dies die Schiedsrichter Pick, Fabris (Zagreb) und Mazic (Subotica). Heinrich Greif, der Goalgettzer des S. E. Ari, wird Sonntag gegen Hagi'bor wieder antretcu. Die horste in sämtlichen Räumen der Sophienfäle stabtfiudende.Hakoah-iRedoute verspricht die Sensation der heurigen Ballsaison zuwerden. Die im orientalischen Stil gehaltenen Dekorationen wurden -von der Vita-Fülmg-esellschaft zur Verfügung gestellt. Restliche.Karten «im Sekretariat. 1. Bez., Wiesingerstraße 11, und an der Abendkasse. Die Herren werden darauf aufmerksam -gemacht, -daß der Eintritt ausnahmslos nur in Frack oder Smoking gestattet ist... - Cechie Karlin und Viktoria Zizkov werden in den ersten Tagen des März ihre Reise nach der phrenäischen Halbinsel antreten. Selbstverständlich wurden zu diesem Zwecke Pesetasbedürftige ' Spieler aus allen Ecken und Enden engagiert. Karlsbader F. C. fährt nach Frankreich, wo er in der zweiten Hälfte des Monates März Wettspiele in Straßburg, Paris und Cette austragen wird. Hazair-Makkabäa—Czechie 2:1 (1:0). Hazair-Makkabäa: Bär; Seidler, Bleichfeld; Gerner, Rouis, Gold; Schlesinger, Ehrenwald. Weihner, Torten, Pillrnger. Der S. C. Czechie, - der noch im vorwöchiqen Spiel gegen Hasmonea mit einer sehr schwachen Mannschaft antrat, hatte diesmal alles mobilisiert, um gegen den Meisterschaftsanwärter chrenvoll abzuschneiden. Der S. C. Hazair-Makkabäa, ohne einige seiner tauptstützen riltretend, dokumentierte während des ganzen Pieles, auch, als er gegen den orkanartigen Wind in der > zweiten Spielhälfte ankämpfte, eine deutliche Ueberlegenheit. Copyr:R>.h 1928 by . Nachdruck verboten Leutjch-Oesterreichjscher Verlag, Wien. so. Fortsetzüng. Die Heimatlosen. Von Wilma Vukelich. -, Geht und steht sv nach den geheMgten Gesetzen And Vorschriften einer tyrannischen Kaiste. Man ißt Austern und trinkt Champagner. Man tut dies -wnid läßt jenes. Man -venspielt ein Äerm-ögeu m einer Nacht, aber man exponiert -sich nicht durch irgendeine nützliche, bürgerliche Atzbeit. Man hat eine schicke Geliebte und macht allen jwwgen und entgegenkü-ntmenlden Frauen 'den Hof. Aber man heiratiet n'cht unter.seinem-Niveau . . . das heißt, man heira-tet eher eine kleine Choristin als ein Büngenmädchen ohne Mitgift. Man Vew.vils-cht jede persönliche Marke. Man trägt Gefühle und- Leidenschaften niemals zur Schau, sondern Versteckt sie unter jener Maske -der Ge-lass-enheit, die bald M Maske einer Meli-chen Langweile erstarrt. Das. öffentliche Gesicht 'des Gentleman, den nichts angre-ift und nkchts anisregt, der in Jem-ent Nobelspleen das Leben selber als glatte For-m tzetracht-et und -lieber ans Knlhalt und Sinin verzichtet, ehe er die. Form zerbricht. Um den Freunden zu imponieren, Pflegte Dihamer zu sagen:' „Mein Freund, der Davon Bovlwmisza. . und ionßte dabei - sehr genau, daß sein Freund uiTifo Vorbild, dieser erste Tnrfmann Ungarns, dessen Pferde die englischen. -Favoriten schlugen dessen Weine Fürsten, trank-en nnd-nm dessen abgelegte Geliebte -sich di« Millionäre niedererer Schichten schlugen...^ .daß' dieser Freund und Baron ihn als ein zudningllche'S. vom Leben empor geschwemmtes Element so weit duldete, als diese Duildun-z -dem denivkrabisierenden Gelist der Zeit entsprach. Weil es mit znm Stile 'des großen Gentl-sman gehört, sich diesem Geiste!Nit Gleichmut und Ueberlcgenhe'it -u -fügen. Und Ti>hamer erzählte von Jours n>nd Soiveen in jener eleganten und verschlvssenen Wellt der. Villen und Pailäste, tve-lche die schweren Vvvhänge von Brokat -rmd die kostbaren Spitzenniarkisen von der Außenwelt aibschl-ießen. Die wie eine stille -und stolze Welt annl-u-ten, in die man'über nra-rmorne Treppen aus weichen Sniyrnaläusern nur aus den Zehenspitzen eimndringM wagt, Di« se>ine, Heipflegte- und w-u-nderschöne Frauen beherbergt, rosige Kinder und eine Inmnknltnr, die für den D-vaußen!stehendeu, dm kleinen Studenten oder- Beamten,, den ■ Stammgast verrauchter Kneipen, den Bewohner unreiner und ungepflegter Ziminer -wie die labende.Vevkörperun-g seines Schönheitstrauntes, ' wie selne we-ltgelwordene Sehnsu-chf, wie Nvster aus Seide,-. Samt und -.lauter Warnte erscheinen, in denen die vc-rseincr-ten Gedanken und GesiMe gedeihen wie exotis-che Blüten. Und Tihamer entwarf Augenbl-icksbUder von sich und sei-NAN si-eghasten IAustrelen .in dieser Welt. Er spiegelte sich in -den Mg-m seiner' Kameraden als Gvqndso'gn-our - und Habitue dieser Kreise. - Er war der Eroberer', dem alle Herzen zuiflo-gen, die er Mifnah-m -oder zerbrach, je nach Lauule 'und Stzimmung der Stunde. .; Er hatte.Mentzeuer über. Abenteuer . . . und wunden &e .Freuude ^kepti-fch,. lachte La'jos sein dröhnendes Provokantes Lachen und, kuvff Alfred die Lippen ein auf seine böso-ndeve- Avtwas bei ihm immer 'bedeutete, daß feine Nerven zu spielen-begannen v. . o, dann wurde Tihamer noch ei nmal so sa-rbögn-n seinen Schi lderungen. Ja, er wartete mit Namen und Daten aus . . <namenÄich nach dem zweiten Glase ..BiÜänyer, den er absolut nicht vertrug.. Er s-ch-ildertie sich als verhätschMn Fvauenliebking. Er schlüpfte in diese seidenen -Wter. Im die weichen--'weißen Arme der Frauen, die -ihn.'verführten.und an ihren Hos fesselten. Die ihn fütterten'wit'süß-en LiieblinHss-pelilsen. Btzrarrschten mit chreck -Parffinn-.-wnid -ihr-^r' Lieb^--.'. . -Ehemänner gab es in -diesen Kvaisen. nicht.' Ehemänner zählten dort gar nicht mit. Die'- wa-pen wirkt-ich wir daz>u da, ^den Glanz herbeizuschassen' und' möglichst elegant die Rechnungen zu zahlen. Der-Hauissrenud war alles. ' - „Bei Fchervarls", sagte Tihamer äußerst vieldeutig- und sah so unsvideristehl'ich -wie mög'lich aus) .'ließ es aber' dahmgeMt -sein, & es' sich um diese oder , jene Liniedes Felhevvavils-chen 'Hauses handelt-e. „Bei Fel'herva-oi-s wird so gespeist und so gelebt. -Fehotvabi Mucasch . . ein origiinelles Kerlchen,' wißt ihr.. , .' und so. verliebt, die Kleine . . .! ''(Kestem schrioh-'.'Pe.i-mir übrigens Daß die Fcheryar-is,m'it dem -Mägnatengeschlecht nicht das geringlste. zu.tun hatten^ pers-chwieg er wohlweislich vor -den FriöuUden.'Daß sie uoch-vov riwas mehr als einem Jahrz-chnt die Veigelstöcke aus T-öröAanizsa waren und ihr Vermögen . . . Isidor Veig-elstock u. Komp, in Hadern und Kn-ochenabsällen gemacht. . . ldas verschwieg er vor sich selber. Er sah livrierte Diener nnd geschnitzte -Pvunikgeräte. Ja, er sah segar Ahnengalerien und die Ansätze z>u einem kleinen Museum, das -seine Spezialität in den seinen Porzellandichtungen Altwien-s und Meißens gefunden. Er aß exquisite. Soupers und tras „tont Budapest" in den Festräumen des Fehervar'.s-chen Hauses. Auch wußte er als Innenmitgl-ied dieser Kroise, daß diese Aufmachung aus der soliden Grundlage, mehrerer Milli-onen bevuhte, die Jehervari u. Komp, -m Hadern und später in den ausge-dohnten chemischen Jndustriermternchmungen der Firma evworl>en hätte. ‘ . Er sah den Papa. . . und war platt. Denn Papa Fchervari vr-rstand es. zu verblüffen. Ein Jude, der aus der Bühne des ungarischen Natio.naltheaters.in einem französischen Sal-ndrama -die Rolle eines englischen Vollblntaristotraten spielte, so peinlich ^bedacht, xc.de Spur de's angcstanrmteu Judentums zu verwischen, daß er geradezu heräussordernd echit wiMe... ja, er war die schlagende Verneinung des Rassenprinzips, denn er war blond, nrager, aschgrau und häßlich, aristokratisch bis in die beherrschte Geste. Engli-sch bis in -die Fingerspitzen . . . bis zur Äkauier. Ga-nz ohne den plebeischen Sport, sich um joden Preis mit Orden, Titeln -und'dem jüngst erworbenen Rang behängen zu müssen. Nur e,in Jude ist imstande, im Verlaus einiger "Jahre seine Eigenart so gründlich äbzuistreisen. Die Wirkung war aber auch danach '...!' Mama Feherva-ri itxir in der Noblesse ni-cht gainz ebenbürtig. Schlecht gewählt vor Kwa-u>zig Jahren, als sie noch mit ihren droißig!a'U'send Krcnen die gute Partie JxixijMte. Jenes Genre, das die Fettsucht als Fatum in sich selber trägt und sich umsonst -kaistei-t ein Leben lang: es quillt und quillt, sprengt Formen- und Mhie der elegantesten Toiletten. Hat stumpfe Fettarme und e-inen feisten Nacken, denen weder Geilst noch Geschmack, weder Puder noch Schminke, weder Kneipp noch Lahmann — a,ber auch die brünstigste Andacht der Goldenen Kä-lb-Aube.ter nicht — die Mevkniale eiin'e's Vovnehlnen Aeußeren an täuschen können (Fortsetzung folgt.)