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Wiener Morgenzeitung · 1924-02-21 · Heft 1802 (21.2.1924) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1802 (21.2.1924)
Date
1924-02-21
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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tzerke 8 Mm, DomrerSiag Wl e«er MvDrd tÄUH. Ä> fttbtmt 1924 Rr. IS» Gross - Steuerpflichtige Achtung! Sie können Ihr grcaset Einkommen und Erwerbstener auf ela Minimum radasleren, wenn Sie «loh bei einem B&u beteiligen. Sie erhalten dadurch beinahe geschenkte B&neer and antorderangsfrele Wohnungen, Ansknnit erteiltBangeaellsohatt, Wien. S. Elleabetbetr&eafl 1. 502* Sie Sehifenlnrfe. Zürich. 20. Fetzmar. (Devisenkurse von 12.26 Nhr. — Von der Schweizerischen Kreditanstalt mitqeteilte Mittelkurse.) Berlin pro Milliarde —.— Holland 215 50 (215.50), Aew-Iock 577.75 (578.25'. London 24.84 (24.80), Paris 23.95 (24.15), Mailand 24.80 24.75), Brüssel 19.70 (20.40), Kopenhagen 91.- (91.-), Stockholm 150.75 (150.50), Christian!« 76.50 (76.50), Madrid 73.50 (73.25), Buenos Aires 195.- (194 50), Prag 16.75 (16.70), Budavest 0.0140 (0.0198), Bukarest 3.10 (3.05), Belgrad 7.80 (7.35), Sofia 4.45 (4.45), Warschau — (-.-), Wien 0.0081V« (0.0081V,). Scrita, 20. Februar. (Devisenkurse.)*) Amsterdam 1,566.075 (1.566.075), Belgien 147.630 (151.620). Christian!« 654.610 (554.610), Kopenhagen 664.335 (660.345), Stockholm 1,097.250 (1,093.260), Italienische 181.545 (181.545), London 18,054.750 (18.004.875), New-York 4,189.500 (4,189.500), Paris 179.550 (177.555), Schweiz 728.175 (728.175), Spanien 532.665 (532.665), Wien 69 351 (59*351). Praa 121.695 (121.695 Budapest (147*630 (148*627), Sofia 32.418 (32.418), Belgrad 57.855 (57.855). *) In Millionen von Mark. Berit«. 20. Felruar. (Notenkurse.)*) — Noten! Dollar 4,189.500 (4,189.500), Pfund 18.054.750 (18 004.875). Italienische 191.520 (191.520), Polnische 450.000 (455.000), Tschechoslowakische 121.695 (121.695). *) In Millionen Mark, ausgenommen polnische Mark. Dudapest, 2V. Februar. (Kurse der Devisenzentrale.) — Amsterdam 12.160 bis 13.040, Bukarest 178.— bis 190.—, Kopenhagen 5150 bis 5550, Chrisfiania 4320 bis 4670. London 140300 LiS 150.300, Berlin bis —Italien 1400.- bis lk.00 Paris 1365.— bis 1475.—.Prag 944.— bis 1014.—, Stockholm 8505 bis 9115, Zürich 6650 bis 6050, Wien 0.4590 bis 0.4920, Sofia 251.— bis 267.-, Belgrad 413 — bis 441.-. New-Bork 32.700 bis 85.000, Warscha« bis Brüssel 1150.- biS 1240.-. Prag, 20. Februar. (Devisenkurse. — Mitgeteilt vom Bankamte des ficbecho-slowakischen Finanzministeriums.) — Berlin*) 7.80 (7.77»/,), Zürich 606.50 (607.50), Paris 148.- (145.25), London 150.05 (149.67'/,). New-Aork 34.90 (34.82'/,), Belgrad 43.80 (44.37'/,'. Bukarest 18.60 (18.85). Wien 4.89 '4.85'/,), Warschau-s*) 3.50 (3.47'/,), Agram —Budavest 8.75 (5.25), Jugoslawische 43.75 (44.12V,), Österreichische gestempelte Krone 4.87(4.82'/,), Polnisches*) —.— (3.35), Ungarische 4.75 (3.75). *) pro B'llion. i) pro Million. Agram» 20. Februar. (Devisen.) Wien 0.1111 bis —, Berlin —.— bis —. Budavest 0205.— bis —, Bukarest 41.— bis —, Italien 340.— bis —, London 341.50 bis —. New-Jork 78.87 bis —, Paris 332 50 bis —, Praa 231.- bis Sofia bis Schweiz 1377.50 bis Brüssel 277.50 bis * crföau -.- bis Amsterdam 2935.— bis —, Stockholm —.—> bis —. Delgrab, 20. Februar. (Devisenkurse.) London 340.50 bis —.—, Paris 333.— bis —.—, New-Jork 79.10 bis - Genf 1365.— bis —, Saloniki —bis —, Mailand 342.50 bis Prag 232.- bis Berlin —bis —.—, Wien 0.1115 bis —, Bukarest 42.25 bis —. Sofia 60.— bis —, Budapest 026 bis —Brüssel — bis —. Amsterdam 2980.— bis —.—.Warschau —bis — Warschau. 20. Februar. (Devisen.) Berlin —, Lands» 39,500.000, New-Bork 9,200.000, Prag 266.000, Wien 129.-. New'Tlorlt, 19. Februar. (Devisen.) London 429.625» Paris 417.95. Berlin 0.22 für 1 Billion. Mailand 429.-. Zürich 173050, Kopenhagen 1568.—. Stockholm 2610.—, Christiania 1318. Amsterdam 3722.Prag 2S0.—, Wien 0.14, Budavest 0.30, Bukarest 55.-, Warschau 0.0001 Madrid 1271.50, HeMricssors 251.—, Brüssel 349.50. Kanada 2"/„ unter vckri. Brasilien 102.10. Argentinien 3385. Belgrad 127.50. Mball. Skach Halbzeit. Dtt Beginn der FrühjahrSmeisterschast. Unsere klimatischen Verhältnisse bringen. es mit sich» daß dar Meiste rschafts betriob im Winter ruhen «miß. Dadurch zerfällt dieser Dauevwett bewert» in zwo! Teile, vom denen sich der einte über die Herbstsaison und der andere über die FrühjahrsfpiÄzeit erstreckt. Der heurige Winter ist überaus streng, so daß sämtliche Vereine ziemlich unvorbereitet in die Meistcrschaftskämpfe der Frühiahrssaison «treten müssen. Gewöhnlich absolvieren die -Klubs ' vor dom Beginn der Meistorschaft mehrere Fwun-dschasts- und ein Eupspiel, so daß ihre Mannschaften bereits in guter körperlicher Verfassung den ersten Punktekampf bostreiten. Diesmal gestalten sich die Verhältnisse wesentlich anders, so daß es uns nicht Wunder nehnien würde, wenn der kommende erste Meisterschaftsftmntag große Ueberraschungen ibringen würde. Die Hakoah bekommt es sofort -mit einem sehr ernsten Gegner in der Krieau zu tun, da sie gegen Simmering spielen muß. Die Simm-ermger haben in der abgülanfe-nen Spielzeit ein ganz bedeutendes Können bewiesen, so daß sie bcfähigt erscheinen, selbst den Meistertitel zu erringen. Ihre, Mannschaft ist jung, ehrgeizig und ausgeglichen. Selbst das -kritischeste Auge kann an ihr kamen schwachen Punkt erkennen. In welcher Aufstellung die Hakoah dieses schwere Spiel bestreiten wird, ist derzeit noch nicht bekannt, da einige Spieler noch auf der Marodenlifte stehen. Auf keinem Fall werden Scheuer und der disqualifizierte Hänsl-er Mitwirken. Die Hakoah hofft albet wenigstens Schwarz auf das Feld zu bringen, wodurch der Angriff ganz bedeutend gewinnen würde. Die Hakoah muß sich dessen bnvnßt sein, daß sie am kommenden Sonntag einen der schwersten Kämpfe zu bestehen hat, wobei sic keineswegs mit den Ibesseren Chcvncen in den Kampf geht. Mit einigem Interesse sicht man dom Erstauftreten der verjüngten Elf des Sportklubs Rapid entgegen. Die Mannschaft spielt auf eigenem Platz gegen den Sportklub Ostmark, der in den letzten Treffen eine ganz -bedeutende Fornwerbessernnq erkennen ließ. Die Brigittenauer nehmen wohl den letzten Platz in der Tabelle ein, dock) glauben wir, -daß sie in der kommenden Frühjahrssaison keine schlechte Rolle spielen werden. Ein Erfolg der versüngten Hütt:ldorfer Elf über -ihren Gegner vom. Sonntag müßte ihnen sehr hoch angerechnet werden. Kerne leichte Ausgabe ha-ben die Amateure zu 'lösen, wenn sie am Sonntag in Floridsdorf die Adnnra bekämpfen., Letzterer V rein ist insbesondere auf dem eigenen Platz sehr fchwer zu schlagen, und -die Amateure werden voraussichtlich dieselbe Erfahrung machen müssen. Der W. A. F. trifft auf eigenem Platze auf die Vienna. Bei den Hütteldorfern dürfte Braudstätter zum ersten Male Mitwirken, doch glauben wir nicht, daß diese Verstärkung genügen wird, um den Döblingern den Sieg streitig zu machen. Wacker und Slovan spielen auf dem Platze des -letztgenannten Vereins, welcher Vorteil bei der Gleichwertigkeit der Gegner genügen könnte, um den Wiener Tschechen den Sieg einzutragen. Der Wiener SportKub "trägt in Dörnbach fein Meisterschaftsspiel gcgen die Hertha aus. Die Favoritener dürsten durch die Mitwirkung des bisher verletzten Mittslstürmers Sindelar eine wesentliche Verstärkung erfahren, so daß der Sportklub schwer zu kämpfen haben wird, wenn er erfolgreich sein will. Photo- und Kinoapparate sowie s&mtltohe Bednrfea-tlkel Photohaus „NELLY“ r HEINRICH LÖSTER Wien, II. Rotenaterngasse 28 Ausarbeitungen u. Vergrösserunge» Verband und Presse. Das Syndikat der Äövp-rsportpnblizisten hat eine Re«' folntion gefaßt, die wir bereits gestern ver-öffentlichten. Dies» Entschließung würde dem Verbandspräsidenten Deutsch übermittelt, wobei dem Wunsche Ausdruck verliehen wurde, daß sich H:vr Deutsch mit dem Präsidenten des Syndikats, Redakteur Kienzl, ins Einvernehmen setzen soll. Wir kennzeichneten M diesem Streitfälle bereits einigemcrle -unseren Standpunkt, den wir auch weiterhin beibehälten. Ein junges Vorstcmdsntt.-glied des Wiener Fußtzallverttuldes hat sich die nicht genug zu vcrurteilende Ungchörigkeit gegenüber der gesamten Presse geleistvt, ohne daß der Vovsitzendc, Vizepräsident Tmnaskiewivz, dem Redner Einhalt geboten hätte. Wir fanden es als vollkoimneu begreiflich, daß sämtliche anwesende Journalisten einmütig den, 'Sitzungssaal verließen und dann durch die Organifat-ion der Presse Gsmlgtuung verlangten. Nach -den uns privat zngekom« mencn Mitteilungen ist der Beleidiger auch bereit, umfassende Erklärungen abzu^gben. In der gestern veröfsentlichiten Resolution verlangt das Syndikat der KörPersportpubl-iMen aber auch eine Entschuldigung vom Pröstdenten des Wiener Ver-- bandes, Herrn Deutsch. Dieses Verlangen können wir leider nicht gu.tl>eißen. Herr Deutsch hat eme^Brandrede gegen eine Tageszeitung gehalten, da er sich durch sie nngcrcchtfertigter-- Iveise in semcr Ehre schwer gekränkt fühlte. Herr Deutsch hat den/ Sportredakteur dieses Blattes schwer 'beleidigt, wobei er darauf Wert legte, daß seine Aenßerungen Wort für Wort in den amtlichen Nachrichten des Verbandes veröffentlicht werden. Der Präsident des Wiener Verbandes begründete diesen Wunsch damit, daß er den Sportrodaktenr dief.'s Tagblattes zwingen wollte, ihn vor dem ordentlichen Gerichte zu klagen. Die Ausführungen des Herrn Deutsch waren also nur gegen ein Blatt gerichtet, und wohl keiner der anwesenden Journalisten konnte den Eindruck gewonnen haben, daß die ge-- samte Presse gemeint sei. W-ir teilten von allem Anfang an nicht den Standpunkt dieser Tageszeitung -und erklären, nnn, daß die Angriffe dieses Bbattes in der leidigen Provisionsg'schichte unserer Meinung nach nicht am Platze tvaren und «daß die Beweisführung der Logik eiftbehre. Ter Sportredakteur des von 7 Herrn Deutsch grkenn.zeichtteien Mattes hat seine Angelegenheit nun selbst auszutragen, und das Syndikat der Körpersportpublizisten hat keinen Anlaß, sich in diesen Streit zu mengen. Präsident Deutsch hatte sonst keine wie immer geari-ete Auseinandersetzuirq mit einer Z:itnng oder mit der Gesaimtiheit . der Presse. Man kann ihm auch nicht den Vorwurf machen, daß er den Redner, der sämtliche Journalisten beleidigte, nicht in die Schranken wies, da er den Vorsitz nicht rührte. Es fehlen also alle Gründe, die geeignet wären, vom Präsidenten des W. >A. F. Genugtuimg zu verlangen. Im Interesse der geregelten Aus" tragung und Beilegung der bestehenden ^Differenzen zwischen Verband nnd Presse würden wir es ^begrüßen, wenn das Syn- ' dikat der Körp,*rs-ort>publizisten feine 'berechtigten Forderungen - einer Korrektur unterzieht. Wir wissen nämlich, daß Herr Deutsch über die von ihm-verlangte Erklärung mehr als ungehalten ist, so daß er nur ans diesem Grunde nicht gewillt ist, sich mit dem - Präsidenten des Syndikats ms Einvernehmen zu setzen. HanSl von den Amateuren wurde bereits für den W. A. C. freigegeben, so daß der Ex-Qber-St. Veiter schon, in , den nächsten Treffen des Praterklubs neben Kozcluhspielen nnrd. Sport in der tschecho-slowakischen Armee. Die „8. N." haben an das Ministerium für Volksverteidigung ein Schrei^ den gerichtet, in dem sie das Ministerium auffordern, die Mannschaft der englischen Rheinarmee, zu Wettkämpfen gegen - tschecho-flowatische Militärmannschaften einzuladen. Es sollen ’ drei Spiele stattfinden in Prag, Brünn und Preßburg. Der Reinertrag soll dem Roten Kreuz zufließen. Die Meisterschaft des mittelböhmischen (Prager) Gaues wird - von nun an in der Weife ausaetragen, daß in zwei Jayren nur eine Mcistcrschcfl ausgetragen wird. Infolge^ Oipyrix k iS?» by Wadlbmrt vnboten. D«ulsch-Oesierrc,chn'Ä«r Verlag, Wieir. 26. Fonjrtzung. Die -eimattoseN. Vom Wilma Vukelich. War bereits den Zweiten Winter in Budapestustd eine bekannte und bewunderte Korsoerschemung. War daheim m -den vornehmen und mi-t allem modernen Prunk überladenen Salcns der Leopoldstadt, in denen sie sich mit einer lässigen Grazie bewegte. War unermüdlich als Dauertä-nzerin auf allen Elitebällen der Hauptstadt, und man s-prach von ihrem Schick, von chrer unvergleichlichen Anmut, ihren kecken und gel-u-rvgenen Einfällen, von der schillcruden LuftMit ihres Temperaments und von dem gedämpften -Feuer ihrer wundervollen Augen. Man spann Legenden um sie. die i!hre Erfolge besangen, man pries sie als Partie und flüsterte sich bei Nennung ihres Namens eh-rfurchterrrgende Ziffern in die Ohren. Und lachte boshaft und voller Interesse, denn die Körbe, die sie ansteil-te, waren Legion. Keiner war gut und schön und vornehm und reich genug für sie, ihre Ansprüche gingen über jedes Maß hinaus und wuchsen mit ftdem Erfc-lg. Das ganz Große, das ganz Vollkommene mußte es sein, kein Titelchen ließ sie sich abhandeln. Alles oder nichts wollte sie haben, und dabei blinzelte sie vielsagend mit ihren Aügen, lachte ihr klingendes Lachen und das Hieß so viel wie: von nichts ist keim Rede! Selbstverständlich werde ich alles haben, das ganze große Glück -und alles, was für Leute meiner Art dazu gehört, auf eine einzige Karte gesetzt. Und dabei -ist mir kein bißchen bang. Ich weiß sehr gut, was ich wert bin. Warum"alfo sollte ich bescheiden fein? Inzwischen genoß sie. Und wie konnte Lydia genießen, wie außer sich sein vor Genuß! Lachen, kichern, zwibsch.'ru. Naschen, kokettieren, tanzen. Flirten, inrmer hart an der Grenze des noch Möglichen, verliebt fei-n. Ja, in emer ftänd.gey V-erlieblheit durchs Leben taumeln, glühen . . . glühen . . . weil es schon Seligkeit ist, .zu glühen. Sich mit jedem Nerv in dem anderen fühlen, der einem wieder entgegenglüHt. LsbM Und Leben -hieß sie es, wenn sie -mit ihren schönen, gleitenden Schritten den Dvnaukovso hinabging, die feuchte Brise atmete, und neben ihr klirrten die Sporen des feschesten Husarenleutnants im ganzen Land. Böchh ging ne'ben ihr her, der junge Baron, der schneidigste Kerl von ganz Budapest, und war so rasend verliebt, daß er taumelte. Wirklich, Böthy, der doch alle «Machte. . . von dem man Geschichten erzählte . . . einfach unerhörte Geschichten .. . Mthy ging wortlos an Lydias Seite. Sein Auge trübie sich. Seim große, starke Männevhand bebte -wie die Hand eines Greises. U-nd er sah zu Lydia -herab, hilflos, bettelnd, krank vor Liebe und Sehnen, Lydia aber lachte . . . lachte. Und es war Leben, wenn die Sonnen -der elektrischen Luster um sie auf-flammten und einen Goldton über das warme entblößte -Fleisch.ihres Nacken's breiteten. Und auf dem Tisch gleißte -der. schlveve Damast, silberne Geräte glänzten diskret, in den feinen kristallenen Kelchen aber schäunlte der Sekt. Die Tische bogen sich. Die Speisen waren Gedichte, Kunstwerke in Forrn und Duft und Geschmack. Und über den weißen Damast ergossen sich Blumen, so rot -wie Blut. Die Zigeuner aber weinten ihre Seele aus, fangen und weinten, und der große, blonde Herr mit dem schweren Siegelring -uud ^der gefährlichen Glatze raunte au Lydias duftendem Mädchenhalse: ,^)'ch liebe dich, Lydia, und will dich zur Herrin meiner mythischen Reichtümer machen. Ich will^dich zur Königin machen in einem Reich, wo das Geld alles ist. Ich will dich bedecken mit Juwelen, jeder Wunsch deines Herzens soll in bare und klingende Goldmünze umgesetzt -werden. In meinem Hause bist du alles, denn Geld ist alles . . Und dieser -Herr hatte Millionen. Lydia wußte das. Und Tausende Zitterten vor einem Wink seiner kalten, fleischlosen und gierigen Hände. Vor Lydia aber zitterten diese Hände, die scharfen, durchdringenden Augen wurden fiebrig unruhig,- tvenn sie sich auf Lydias feingezeichneten Nacken senkten, uud eine Fllin'.me ergoß sich über -den kahlen Schädel, die Mern au dem dünnen.Halse span-nien sich. War es die Kleine, die so perlend lachte, die mitten in 4« Achende GM Kve. HWy,, DMnhM ^chtzerlen streute, so daß sie nochmals hoch aufiochte, überschäunrte, in sich versank-. . .? Dann schrien wieder die Zigeuuer auf, der schluchzende Laut'lv.urde selber zum Dachen und glitt langsam hinüber in selige, wiegende Walzerwc-i.sen. Verwelkte Kränze hingen an den Marmorwänden des Saales. Rosen troffen nieder auf das spiegelnde Parkett. Lydia aber schmolz dahin in wiegender Glut. Traum- Wellen schlugen über ihr zusammen und trugen sie fort m ein fremdes, leuchtendes Land. Und in die wiegenden Laute des Walzers hinein klang das Lied, das ihr der junge Dichter -in die Seele saug. Er war so jung. Sein Auge leuchtete vor Unwissenheit. Seine Mange war weich und sein Lächeln ahnungsvoll lüstern wie das Lächeln eines neugierigen Kindes. Und er umfaßte Lydia, die wie ein we-ißes Elfchen in seinen Armen hing und ihn ansah aus großen neugierigen Kinderaugen. Und wissen wellte. Das große Geheimnis, das sich hinter diesen Blicken barg. Und ihr Körper bebte vor Sehnsucht, an diesem, der jung und schön und fthusüchtig tvar wie sie selber, das große Gehoimnis zu erfahren. . . Tann aber lachte sie. Und ihr Lachen tvurde leichtsi-N'Mg, neckisch, giwend. Die wiegende Glut des Walzers zerbrach an den S-turrr.wellen, die der Tschardasch durch den Saal fegte, heiß, sinnlos, brünstig bis zur letzten Exaltation. Die Geigen schrien -auf . . . und Lydia Vevfank . . . in eine letzle Ekstase, die sich erlöste im Ausschvei des Blutes. Wie eine trunkene Mänade hing sie im Arme -ihres Tänzers nnd wüßte mcht's mehr: nur Tanz, nu< 3iausch. nur den Genuß der trunkenen Stunde. Sie tanzte mit gelöftm Locken, mit schwimmenden Blicken, purpurne Glut auf der Stirne. Und die Sehnsucht schwieg. Noch einmal weinte die Sehnsucht auf, als Lydia in ihrer Loge saß und die Wellen der Nknsik emporbrandeteu und sie lockten, ganz zu versinken, sich hinzugeberr ihrem süßen, Docken. Und Lydia barg die schmalen, weißen Schultern frösieln-d -in dem weichorr Hermelin ihrer Boa und legte hilflos -die Hände ineinander, hilflos vor dieser Brandung, vo-r diesem süßen Locken, das sie rief und rief . . , Und dann wußte sie mit einem Ädale: Sehnsucht ist a!k& L2ortüKung,jolgr.) 7360778^^^755^32048499

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