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Wiener Morgenzeitung · 1924-02-16 · Heft 1797 (16.2.1924) · p. Seite 11

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1797 (16.2.1924)
Date
1924-02-16
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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Wiener Myrnenzeitung Skr. 1797 Wien, Samstag Die tschechisch-ungarische Annäherung im Sport. ,.A; Vst" veröffentlicht die Nachricht, daß das Mitglied der Prager Sparta S ch e i n o ft an den M T. K. ein Schreiben gerichtet habe, um Wettspiele zwischen den beiden Mannschaften in die Wege zu leiten. Dr. Fodor, der Vertreter des M. T. K., er» Härte, daß der Gegensatz in den sportlichen Beuchungen mit der Tschecho»Slowakei in jüngster Zeit an Schärst, eirwebüßt hat. Einige Mannschaften hätten brre-ts mit tschechischen Mannschaften gespielt, und zwar 'n Prcßlmrg. ftodm prkiärle weiter, daß Wettspiele mit hervorragenden tschechischen Mann schaften im Interesse des ungarischen ftuß'oMvortes gelegen seien, und daß der Ungarische Fnßballvrrtzznd durchaus nichts gegen Wettspiele gegen' die Sparta oder Slavia einznwenden habe. 284.771 zahlend« Zuschauer besuchten im vergangenen Jahre 83 Fußball«. Eishockey« und Lrichla'hlet'F-Veranslaliungen am Sparta-Platz. Den größten Besuch wies das Spiel Westham Unitid—Sparta, nämlich 28.0,03 zahlende Zuschauer, auf. wozu noch ungefähr 8000 Gratisblitzer kommen, die die Tor« durchbrachen. An Lnstbarleitsstcner führte die Sparta 881.246 tschechisch« Krm"n ab. Fräulein Arel« Stein lHeckawers besetzte im Tisch« tennis-Turnier deS akademischen BallsPielNuos den zweiten Platz. Eugen Reuwirth. der an schwerer Ripp-enstlleutMndung erkrankt war. ist nach Wien zmmckaelehrt, wird jedoch schon Ende Vieser Woche nach Prag übersiedsln, um seine Studien an der dortigen medizinischen Fakultät W beenden. Er wird b'im Hagrbor «'Vraal tä'ia lein. Fußball in Spanien. Barcelona: Das mtsvffsanteste Resultat der Kataloililck-en Meisterichait ist das unent'miedene 1:1- Erasbnis. das die Monnläast Samaras, der ft. C E^uauol avg-en den Hauptr-ivalen des ft. C. Barcelona, den C. D. Europa, erzielt bat. Der wertvolle Punkt. den Europa verlor, sicherte Barcelona, selbst für den Fall einer Niederloas im Retourspiel gegen Europa, den ersten Platz. U'-brigens ist Espanol im Kommen: es führt« sogar in der Panse 1:0. Natürlich war wieder Zcnnora der Held des Taoes. d r vor allem in der Zweiten Halbiert, nachdem Europa ausgeglichen hatte. llngwMiKes leistete. In Las Corts siegt Barcelona, ohne sich ans^uaeben. über M-ant-inenc mit 8:0. — In der Gruiwx B (ieM Terror r^la^iv hoch über Badalona 4:1 und wird somit Gruppm-meister. Resultate: Meisterschaft Kataloniens Gruppe A: Barcelona gegen Marai-nenc 8:0, Europa ae-gen Esp-attpl 1:1. U. S. Sans gegen Babadell 1:1. — Grupve B: Terrasa ge>grn Badalona 4:1, Graoia gegen Athletic 5:1, Jupit-cr gegen Mene 1:1. Leichtathletik. Neue amerikanische Rekords. Die Amateur Athletik Union »er Vereinigten Staaten von Amerika hat auf chrem Iahresibrngreß folgende 1923 ausgestellte Rekords anerkannt: 800 Meter: Thomas Campbell (1-03,4, Weltrekord): 800 Meter: Ray B. Watson (1:53,8); G00 Yard: Campbell (1:10.8 Weltrekord): 200 Meter Hiirdenlauf und 320 Vard Hürdenlauf: Charles R. BrookinS mit 23. beziehungsweile 23,2 Sekunden (Weltrekords): 4 mal 110 Aard-Staffel: University Illinois (Sweet, Hughes. Evans, Ayres) in 42,3 Sekunden (Weltrekord); 4 mal 880 Uard: Penn Stale College (Carter, Gdgerton, Enk, Helfferich) in 7:48,8 (Weltrekord); 4 mal 1 englische Meile-Staffel: Illinois A. C. (Krogh, Buker, Watson, Ray) 17:21,4 Sek. (Weltrekord); Speerwerfen: Milton, An gier 62,12 Meter. Fechten. Ausländische ftechter wevden zu einer vom Athletiksportklüb' abgehaltenen Veranstaltung am 18. März nach Wien kommen. Es handelt sich um die ungarisch« olympische Mannschaft sowie um italienische Fechter. Es ist möglich daß die Gäste ihren Wiener Aufenthalt zu einer Teilnahme an der am 14. März stattfindenden internationalen Seniorenkonknrrenz benützen werden. Die Grazer Hakoah wurde in der letzten Sitzung der Akademie der ftechtkunst als Mitglied ausgenommen. Mannschaftsmeisterschaft. Montag den 18. d. empfängt di« Fechtssktion der Hakoah die Florett- und Säbelmannschaften des Wiener Spvr'klubS $nm Mannschaftskampf Während die noch schwache zweite Florettmannschalt der Hakoah schwer kämpfen wird müssen, um sich glimpflich aus der Affäre zu * Wenn Hakoahner heiraten Union khlasinger I.WatflneritrafieS (nächst KohBmarkt) kaufen sie ihre wo sie bei Vorzugspreisen ein reichassortiertes Lager von einfachen sowie Luxus-Möbeln vorfinden stehen, geht die Söbolnraunschaft mit den besten Aussichten in den Kampf. Die Gefechte beginnen um 6 Uhr abends im Klubheim, 1. Bez., Wiesingerstraße 11. Turnen. Jüdischer Turnvervand. Sonntag den 10. dfand in den Lokalitsten des Restaurants Zitahof eine gesellige Zusammenkunft der Obmänner, Turnwarte, Vorturner und Borturnerinnen statt. Die Kreisleitung war durch die Herren Direktor Spiegler und Läufer vertreten. In der Begrüßunflvrede führte Ziffer aus, daß das Bindeglied -wischen Tutznwüsen und Organisation vollständig fehlt und die diesbezüglichen Bemühungen aus den: Turnboden schlfchlageu müssen, solange nicht der persönliche Kontakt in Form gegenseitiger Aussprachen gefunden ist. Dr Hirsch sprach über die Hygiene des Turnens. Földes berichicw über seine Eindrücke in Palästina, wobei Redner die bei'oninre turnerische und disziplinierte Ausbildung der MaKabim hervorhob. Popper sprach über die Pflichten der Tnrnwarte. Vorturner und Vorturnerinnen. An diele Referate onschliebend, sprach Dir. Spiegler und an der folgenden Debatte beteiligten sich die Herren Ninrmhäuser. N. Hochstim und Dr. Willheim. wobei letzterer insbesondere den ethischen Wert des Turnens beleuchtete. Der Versuch des Turnverbandes, regelmäßig solche Diskussionen abzuhalten, hat mit dieser ersten Probe ein erfreuliches Resultat gezeitigt, und es wäre sehr wünschenswert, wenn bald wieder die' Gelegenheit zu einer solchen Aussprache geboten Würde. * . fßutföil. Hazair-Makkabäa (Touristik, und Wintersportlektion). Smmtag den 17. d. Skitour: Pinkeukogel—^Kreuzberg. Führung Wal^r Löwenstein. Abfahrt Sonntag mit dem Sportzug um 6 Uhr 10 Mm. früh. Führer am grünen Armbande kenntlich. Schwimmen. Die Schwimmsektion der Hakoah veranstaltet nunmehr allmonatlich interne Wettkampfe für alle L'iiftnngs- und Altersklassen. Dies« Kümpfe haben den doppelten Zloeck, das Interesse und die Leistungsfähigkert der Hakoah-Schwimmer zu heben und die Verbindung zwischen Klub, Schul« und Elternhaus inniger zu gestatten. Die erste Veranstaltung findet kommenden 16. Februar 1924 " Seit« U! Montag um 8 Uhr abends im Iörgerbad statt. Die Renn* schwimmer aller Abteilungen troffen sich über je 100 Meter Brust» Rücken. Freistil; di« Damen und Mädchen in einem Lagenschwimmen über 70 Meter (je 26 Meter ied' Lage), ferner findet ein Gr-nppenspringen und eine groß« kombinierte Staffel statt. Eltern, Angehörige und Lehrer sowie alle Freunde deS Schwimmsportes sind freundlichft eingeladen. Der Eintritt ist für Startende und Zustber frei. Arne Borg in Australien. Hobart (TcrSmansa), 10. Februar. Der schwedische Me-istevschwimmer Arne Borg gewann hier heute die Meisterschaft von Australien über 880 Aard in 10:68 8 vor Beaurepaire und Christie. Der jugendliche Charlton startet nicht mehr bei b/fent« lichen Konkurrenzen, um sich für die Olympischen Spiele zu schonen. Neuer Rekord im Rückenschwimmen. Die amerikanischen Zcitungen molden eine neue Westrekordzeit eines I Farieh, der die 200 Mewr in 2 Min. 56.8 Sek. zurückgeleigt hatte. (Atter Rekord von Fahr (Deutschland) in 2:58,4). Aus den Vereinen. A ch d u t h. Hellte Samstag, halb 8 Uhr abends. Bollver« sammluna im BreinSlokaE«, 3. Bez.. Obere Donaustraße 65. MannschaftsaufftelluiNg für die sonntägigen Spiele gegen Art und Viktoria 21--Iungm>anuschaff aus deren Platze. Einzahlung und Mitgliederanmelduna. A d i r. Heut' SamStag. bald 8 Uhr abends. Mitglieder- Versammlung im Mibheim, Cafe zur Post. 3. Boz., Hetzgasse 28, nachher Ausschußsitzung Diaiemgen Spieler, di« <m der Frühiahrsmeisterschaft teilnehmen wollen, mögen sich bei Herrn Pollak melden. Anmeldungen für die Pmg-Pong« und Schach« s.ktion von 8 bis 9 Uhr. Bar-Kochba. Heute Samstag. 7 Uhr abends, wichtige Dollversammlu-ng der ersten Mannschaft, zu der alle Spieler der ersten Mannschaft bestimmt erscheinen sollen. Nachh^Maunschaftsausstellllng für die Wettspiele gegen Hakadur und I. F. C. Sonntag. 10 Uhr vormittags, Vollversammlung im Cafe Magnet, zu der alle Mitglieder erschempn müssen. Tagesordnung: 1. Bericht. 2. Stellungnahme zu der Meisterschaft. Z. Wahl eines Sektionsleiter und der Kapitäne der ersten und zweiten Mannschaft Hagibor. Heute S-amstag, halb 8 Uhr, sehr wichtige Vollversammlung im Cafe Ilion. 3. Bez., Löwengasse 39. Die Mitglieder werden ersucht, bestimmt zu erscheinen. Nachher. Mannschaftsau'fftellung 'für Sonntag gegen di« Banat«? Schwaben aiilf dem Iedlersdorfer-Platz. | Hakoah (Lawn-tennis-Sektion). Dicustag den! 26. d. um halb 8 Uhr abends Vollversammlung im Klrrb-- heim, 1. Bez., Wiesingerstraß« 11. Tagesordnung: 1. Bericht über die vergangen« Saison; 2. Neuwahlen; 3. Fffti'etzung der Mitgliedsbeiträge pro 1934 und Bau des Klubhauses; 4. Eventuelles. Hakoah (Alte-Herren- Mannschaft). Donnerstag den 21. d. um 8 Uhr abends äußerst wichtige Sitzung der Mten-Herren-Mannschaft. Tagesordnung: 1. Wahl der Leitung; 2. Wahl der Delegierten: 3. Festsetzung der Aktivitätszulage; 4. Fest etzung der Traurings- und Wettspieliage. 6. Eventuelles. H a k <r d u r. Heute, halb 6 Uhr. Aus'chttßsitzmrg. 7 Uhr, Spielervollversamnrlu'ng, Ausstellung für das Spiel gegen Bar- Kochba, Einzahlung und Neuaufnahmen. Morgen Ping-lPong. Gäste willkommen! Hasmonea. Heute Samstgg äußerst wichtige Spieler¬ und Mitgliedewevsamml'UNg. Aufftielluna der Mannschaft für das Sonntag statffindende MüfterschaftSspiel geyen Czechve und den Interkkrbkgmipf uns''rer Ping-Pong-Sektrön gegen Kadimah, der Abends anr gleichen Tage im großen Saale des Wiener Theater-Cafe, 3. Bez., Praterstraße 38, vor sich gcht. H a z a i r - M a k k a 'b ä a. Heute um präzise halb 7 Uhr abends Satzung der FußballfektionSleitung, zu der die Herren Feßler. Schwarz, Futterweit, B-üchler. Sternfeld, Dr. Morgenstern. Seidler, Oteubauer und Schlesinger bestimmtest erscheinen müaen. Um halb 8 Uhr Spielervensammlung und Mannschaflsaufft'Nung für das morgige Meisterschaftsspiel gegen Iosefstädter Sp.-Fr. um halb 3 Ubr auf dem Noutral-Platze (Pinie 66 'bis Endstation) — Am Sonntag um halb 11 Uhr vormittags findet im Löwenkino, 3. Bez.. Löweugasie 33. ein Vortrag der Zionistischen Sektion Landstraße statt. Referenten: Dr. L''N>enbn';. Dr. K'laber und Schriftsteller Dr. Artur Rnudl. All« Mitglieder und Freunde d s Vereines wevden ersucht, bei diesem Dortrag bestimmt zu erscheinen. — Unser Verein veran- Copyrig'li 1928 hj Nachdruck verboten Deutsch-Oksterretttnicher Verlag, Wien. LS. Fortsetzung. Die Heimatlose«. Von Wilma Vukelich. Und unseren Großen bleibt die Politik, in der sie sich ÄiuStörmett können, und wir obstruieren und opponieren lustig darauf los und sind sehr zufrieden, lvenn wir das große Wort geredet haben, indes der Jude unseren Weiten einfährt." „Sie gehen von falschen Voraussetzungen aus. mein Herr." Tihamer sprach es fast triumphierend; denn es schien ihm, daß er Fentzö nun m seinen eigenen Argumenten fangen würde. „Wir sind eben keine Juden. Wir wollen es gar nicht fein. Wir sind genau so gute Ungarn wie Sie e's sind, wollen der Nation dienen, so wie Sie ihr dienen, und haben längst mit jeder anderen Tradition gebrochen." „Ja, das babt ihr. Und damit bringt ihr uns völlig urn! Alles andere ließe sich eher schlucken. Mt allem anderen ließe sich irgendwie fertig werden, nur mit eurer eigenen Traditionslosigkeit nicht. Mit eurer Wurzellosigkeit nicht, die euch von Experiment zu Experinrent treibt, weil ihr ja doch nirgends -daheim seid.?lus dem Ghetto seid ihr direkt in unser Haus gekommen. Ohne Erinnerung, ohne Pietät. Was gab es da für euch zu ehren oder zu schonen? Unsere Werte waren ja nicht euere Werte. Gegen unser Altgewohntes fetztet ihr euer Neues. Leben euver Art. Ziele in eurem Sinn. Werte nach eurem Begriff. Und da ihr heimatlos seid, faßtet ihr Wurzel in jeder neuen Idee. Fandet euch rasend schnell und ohne Uebergang in allem Neuen zurecht. Habt uns überschüttet mit diesem Neuen, für da's wir gar kern Bedürfnis hatten. Seht euch doch um! Scht euch den ganzen Betrieb an! Der Ungar ist konservaffv bis in die Knochen. Sein Staatenideal ist ein mittelalterlicher Feudalstaat. Sein Freiheitsideal ist das Ideal einer Freiheit für die Herren, in dem die Rollen verteilt sind, wie Gott es geboten, der die Herren ja selber ein fetzte über die Knechte. Das Volk der Bauern und Kleinbürger hat milde Sitten, ist patriarcha- und feine geistigen Bedürfnisse sind leicht zu stillen. Ein wenig Rausch. Ein wenig billige Sentimentalität. . . geweihte Kerzen und fliegerde Mariensahnen... das ist alles, was das Volk braucht. Ihr aber steckt uns an mit euren verrückten Ideen Md bringt uns m Gegensatz mit uns selber. Wir müssen dre «xtr^nfftcn Dichter haben, weil ihr e's wollt. Weil ihr entnervt seid und mit euch selber zerfallen. Weil euch das Paradoxe anzieht und das Extreme eure Heimat ist. Und das Gestammel eurer tveltflüchtigen Haschischrancher nennt ihr dann den Schrei der ungarischen VoWseele. Drum müssen unsere Künstler immer da§ Neueste in wahnsinnigen Gebilden verwirklichen. Drum taumeln sie wie Schlafwandler vom Kubismus zum Lallismus, reißen irns schließlich selber mit, verhöhnen sich und ihre Kunst und verlachen unsere naive Andacht. Denn sie selber sind andachtslos, sind nur neugierig und leben von Sensationen. Drum übeArunrpfen nufere Moden alles Dagewesene, und drum verläuft unser öffentliches Leben im Schwarz- Knstlertomvo. Unreell. Arts Zufälligkeiten beruhend. Durch Tricks verblüffend. Und unsere Weiber schreien nach Wahlrecht und freier Liebe, obwohl sie geistige Analphabetinnen sind und selbst von dem Abc sozialer Grundbegriffe kein« Ahnung haben. Euer Wille aber, das Volk zrl beglücken, zeitigt keine gesunden Blüten, denn ihr überschüttet das Volk mit Theorien, die es nicht versteht. Und euer Sozialismus, der mit allem Bestehenden kurzerhand ausräumen will, ist ohne jede Grundlage, ohne jede Wurzel im Volke selber und stürzt es nur in sinnlose Anarchie. Denn er entspricht keinem Bedürfnis. Ist eine Ausgeburt eurer müßigen Kopse, wurzellos wie ihr selber, ohne Zusam-menil>ang mit der Wirklichkeit und ohne jede S'pur historischen Verständnisses. Wollt ihr nach mehr? Saht ihr nicht selber, daß es ein Weg bergab ist, den ihr uns führt? Denn *':« Volk, das nicht in sich selber beruht, nicht in ftiucm Geiste sich emwickelt, sondern wuchert im GeM mej ifi m MiSS Bck. Ihr liebt uns und wollt uns Gutes? So lasset uns wir selber sein, verschont uns mit euren Ideen!" Fenhö schien ganz zusammengiebrochen. Sein Angesicht faltig und grau und sein Auge ging weit über die Freunde hinaus. Es schien rn eine Zukunft entrückt, di« voll war von den tragischen Bildern eines Zusammenbruches, &u er verflucht war vorauszusehen, ohne helfen zu können. Gin Alp legte sich aus die Brust der Jünglinge, die erschreckt und zusa^mmenaeduckt daisaßen und sich sh'aieingezogen fühlten in etiit Unglück, das ihnen sinnlos und ohne all« Logik erschien. Keiner getraute sich als erster die Stimme zu erheben/ In Lajos' Kehle aber saß ein trockenes Schluchzen — eine Welt war vor ihm zusammengestürzt. Nach langer Pause sprach er endlich, tastend und zögernd. „Aber wir -wollen uns doch asstmilieven. Wollen es ganz und gar. Mr wollen von: Herzen gerne alle unser« Interessen den Interessen des Ilugarturns unter-ordnen." „Das wollt ihr. Natürlich wollt ihr das. Damit aber werdet ihr noch vmtwer leine Ungarn. Läßt sich dk' Blut verleugnen? Lassen sich tau stunde Jahrie Geschichte «Mfach abtun? Und im dritten und vierten Gliedc noch tverdet ihr Juden sein und tverdet «das Judentum wie ein Fatum in euch selber enrpfinden, wenn die Welt schon längst eure , Abstammung vergessen und verziehen hat." j „Wa's aber sollen wir tun?", klagten die Jünglinge gramvoll und enttäuscht. ,Mohin uns wenden, da es doch überall -dasselbe ist? Raten Sie. helfen Sie weiter, da Sie uns so vieles genommen haben!" „Mas weiß ich", murrte der Alte. Es klang aber gar nicht zornig, nur müde und trostlos. „Zieht doch eure famose Agilität zu Rate. Cs wird euch schon etwas Vernünftiges einsallen. Ihr schwimmt ja in jedem Wasser. Oder wuchert fort. Ms liegt auch daran? Mag zugrunde gehen, was zugrunde gehen soll!" Und er stand auf und verließ sie. Sein GreiseuschM -war zögernd. Sem Rücken gebe-ug-t. Nur sein Auge blitzte unter der buschigen Braue hervor. Drohend, ivisseud, aber auch traurig. Tprtsetzmrg folgt)

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