Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1924-02-05 · Heft 1786 (5.2.1924) · p. Seite 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1786 (5.2.1924)
Date
1924-02-05
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/2979076-2980834-2980869--17690-3004699
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Wt 1786 Men, Dienstag Budavester Börse. . Budapest, 4. Februar. Die Eröffsluug der heutigen Börse' war ungleichmäßig und in der ersten Hälfte hatte wieder das Angebot das Ueber-gewicht. Später traten ans sämtlichen Märkten Mcinnngskäufe zutage, so daß gegen Mittag die Tendenz als ausgesprochen fest bezeichnet werden konnte. Besonders Mühlen- und Druckereipapiere tvaren ehr begehrt. Die Schlußtendenz war fest, der Verkehr sehr lebhaft. Wochengeld betrug 1 bis 1,75 Prozent. (Alles in Tausenden von Kronen.) S cb l u h k u r s e: Britisch-Una. Ban* 96.—, Ilug. Kredit 679. Oefierr. Kredit 195. Salgo Koblen 685. Nimamuranver 136.5, Südbabn 103. Ctaatsbalrn 450. Anglobank —, Gran- SzaSzvarer 47S.5, Oberung. Bergn. Hütten' 1060, Dratche Ziegel 360. llna. allg. Koblen 3120. llrikanv Koblen 940 Koburg 48. Spodium 185, Clotilde chem. Fabrik 117, Nng. Eisenbahnverkehr 245, Verein. Holz 46, Adria 870. Sie Seviseakurse. Berlin, 4. Februar. ^Devisenkurse. .*) Amsterdam 1.576.045 kl,578.045-, Belgien 175.560 (175.560.. Cbristiania 565.583 (567.578.. Kovenbage» 688.275 (685.283.. Stockbolm 1.105.230 (1,105.230). Italienische 185.535 l 184.939,. London 18.354.000 (18.214.300), Retv-Pork 4.169.500 f4,189.500), Paris 198.602 (198.503), Schwei, 783.362 (731.168), Svanien 536.655 (536:655), Wien 60*149 (59*600-, Braa 123091 (122.193-, Budavest 144*388 (144.988). Sofia 30.822 (29.725), Belgrad 50.174 (49.875) *) In Millionen von Mark. Derlirr, 4 Februar. (9'otenkirrse.)*) — Noten: Dollar 4,189.500 (4,189 500), Pfund 18.314.000 (18.214.300), Italienische 190.523 (186.k33>. Polnische 468.000 (399.000.. Tschechoslowakische 122.942(131.196». Oesterr. gestemvelte 59*601 <58*653). *) In Millionen Mark, ausgenommen polnische Mark. Prag, 4. Februar. (Devisenkurse. — Mitgeieilt vom Dankamte des tschecko-slotvakfichen Finanzministeriums.) — Berlin*) 8.20 (8.19;. Zürich 598.50 (598.50», Paris 163.50 (163.-). London 150.42'/, (150.30), New-Nork 34.90(34.90), Belgrad 41.25 (40.75», Bukarest 17.70 (17.75), Wien 4.81 (4.81), Warschaus) 3.60 (3.55), Agram Budavest lt 90 (11.92'/,) Jugoslawische 41.— (—.—), Lesterreichische gestemvelte Krone 4.83'/, (4.83) Polnisches) 340 (3.35». Ungarische 8.25 (8.12'/,). *) pro B'llion. *?*) pro Million - Duünpest, 4. Februar. (Kurse der Devisenzentrale.) — Amsterdam 12.205 bis 13.085, Bukarest 171.- bis 183.-. Kovenhagen 5310 bis 5810. Christiania 4480 bis 4880. London 140.750 bis 150.750. Berlin bis —Italien 1420.- bis 1520.-, Paris 1525- bis 1635—.Prag 942.- bis 1012.-. Stockbolm 8575 bis 9185. Zürich 5650 bis 6050. Wien 0.4580 bis 0.4910. - Sofia 235.— bi" 251.-, Belgrad 382.— bis 407.-. New-Aork 32.400 bis 34.700. Warschau bis Brüssel 1350.- bi§ 1450.-. Agram, 4. Februar. (Devisen.) Wien 6.1190 bis Berlin bis Bnd west 0.3050 bis Bukarest — .— bis Italien 369.25 bis —.-, London 368.50 bis New-Pork 84— bis —Paris 397,50 bis —, Prag 246.25 bis —. Sofia —bis —. Schweiz 1485.— bis Brüssel bis B arschau bis Amsterdam 3195 bis —. Stockbolm —bis —. Belgrad» 4. Februar. (Devisenkurse.) London 369.30 bis Paris 395.- bis New-York 84.75 bis - Genf 1483.— bis —. Saloniki —.— bis Mailand 372.60 bis —Prag 246.90 bis Berlin —bis Wien 0.1202 bis Bukarest 43.50 bis Sofia -.- bis Budavest 0.32 bis Brüssel 358.- bis —, Amsterdam 3205.—bis —.—.-Warschau—.— bis—.—. Warschau, 4 Februar. (Devisen.) Berlin —, London 38,400.000. New-Pork 9.000.000. Prag 256.000, Wien 126.-. New-N»rd, 2. Februar. (Devisen.) London 495.25 Paris 470.25, Berlin 0.23V* für 1 Billion, Mailand 438.5, Zürich 1747.—, Kopenhagen 1643.—, Stockbolm 2632.— Christian!« 1852, Amsterdam 3775.—, Prag 290.—, Wien 0.14, Budapest 0.34, Bukarest 51.50, Warschau 0.0001 Madrid 1290.-, Helsingsors 250.50, Brüssel 417.25, Kanada 2--/,, unter pari, Brasilien 101.75, Argentinien 3322. Belgrad 117.—. Oopyrixk' 19?3 >>» Nachdruck verboten Deutsch-Oesterreichlscher Verlag. Wien. 12. Fortseyung. Sie Heimatlosen. Roman von Wilma v. Dukelich. ' Sw vernichtete sich außerdem, der jungen Dame einen tadellosen Pariser Akzent, itaä Malen von Heckenrosen auf Seide, ein paar schneidige Virtuosenftückchen auf dem Klavier . . . kurz alles, was im Rahmen einer ästhetischen Mädchenerziehung Raum hatte, beizubriugen und auch sonst durch das eigene unerreichbare Vorbild im täglichen Verkehr veredelnd aus sie einzuwirken. Mehr hätte Lydia nicht gefehlt! Dieser 'wortreichen Person ähnlich werden! Genau so stellte sie sich die vornehme Dame vor! Sie krümmte sich vor Lachen -bei dem bloßen Gedanken! Trotzdem übersiedelte sie gerne in daS nette, kleine Vogelhäuschen am Rande der Stadtwäldchens. Denn unter ihren Fellstern war Budapest, das fühlte sie mit jedem Nerv. Wenn auch der Straßenlärm nur von weither hevüberklang, so übertönte er dennoch das Wipfelrauschen des kümmerlichen, kleinen Großstadtparks, der das Haus umgab. Und an dem Gittertor sausten Equipagen vorbei, sie sah seidene Kleider und strahlende Uniformen ausblitzen und wußte: Budapest ist da draußen, gleich vor deiner Türe, und wartet aus dich. Der Pariser Akzent u>nd das Hcckenrosenmalen sind nur unangenehme Begleiterscheinungen, ebenso wie die Gesellschaft und dps gute Beispiel der Frau Baronin. Sie hoffte und ahnte, daß es dieser furchtbar gleichgültig sein werde, wo und wie sich Nagyszombaty Kraus Lydike den letzten Schliff holen werde, der ihr noch zur großen Dame fehlte. Daß sie vielmehr sich möglichst wenig um Lydike kümmern werde, wenn nm die AtonaiSrake« pünktlich im voraus eintrafen. Denn ihre Mtgenosiinnen hatten Lydia die Uebcrzeugung beigebracht. bah der Aufenthalt in diesen Räumen keinesfalls hemmend auf die Eigenart wirken könne. Im Gegenteil! Rrchtft von Drill oder Gedrücktheit, nichts von einer Schule, feil tto AigevMlt raubt, tt* «ft vornehme Schablone Wiener Mörgenzeljimg._5. Februar 1924 ©eite S Fußball. Oesterreich Kegen Jugoslawien. Die österreichische Mannschaft. Am kommenden Sonntag trägt Oesterreich in diesem Jahre seinen dritten Länderkamvf aus. Diesmal müssen unsere Repräsentativen in Agram gseyen die Besten Jugoslawiens antv.'tem Unser Bnnd-eskaprtä.n Hugo Meist hat gestern folgende Spieler mit der Dertvttung der österreichischen, Farben betraut: Tor: Gdi (Wiener Sportklub); Berleidiger: Beer, Teufel (Wiener Sportklub); Läufer: Geyer (Amateure), Brandstädter, Nittsch (Rapid); Stürmer: Wondvak (Rapid), Horvath (Simmering), Jszjda (F. A. C.), Wiefer (Amateure), Wessely (Rapid). — Ersatz: Aigner, Musil (Simmering), HofbauM 2 (Ostmark). Man sieht also, daß ucher Bundeskapitän einige Umstel- Irmgen Vorgenmnmen hat. Er war dazu gezwungen, weil die Vienna dii? Bitte aussprach, ihre Spielen: zu Hause zu lassen. Auch Swaiosch ist diesmal beMflich.verhindert. Es ist aber rwch fraglich, ob die Dornbacher Spieler nach Agram fahren, da sich ihr Verein mit der Absicht trägt, am kommenden Sonntag das Meisterschaftsspiel gegen Vienna auszutragen. Wenn die Dmribachrr absagen, dann würde Herr Maisl darauf bestehen baß Tandler in'der Auswahlmannschaft mitwirkt. Die VortEgung würde dann folgende Zusammensetzung aufweisen: Aigner, Musil (Simmering), Tandler (Amaiimive). Die Wahrscheinlichkeit ist aber sehr groß, daß die Sportklub-Lente doch nach Agram fahren. Die Abreise der Meneir erfolgt am Samstag früh, so daß sie noch am Abend des gleichen Tages in Agram ankommen. Die Auswahlmannschaft trifft am Montag früh wieder in Wien ein. Die Jugoslawen. Wir veröffentWm hier nochmals die jugoslawische Mannschaft: Tor: Vrdjuka (Gradjanski); Verteidiger: Vrbancic, Dasovic (Hask); Läufer: Rodin (Hajduk, Spalato), Rupec (Grandjanski), Kurir (Hajduk, Spalato); Stürmer: Babic (Gradjanski) JovanMc (Juaoslavija, Belgrad), Dubraveic Concordia), Petkovic (Jngollavsta, Belgrad), Schaffer (Novisad). — Ersatz: Friedrich, Cindvic. Vimk, Zinaja 2 (Hast), Lüste (Concordia), Vragovic (Gradjanski). Die Länderspiele der Jugoslawen. Er dürfte mtevessteren, wie sich diejugoslawische Auswahlmannschaft bisher geschlagen hat. Wir Vvrösfentlichen nachstehend die Resultate: 28. August 1920 in AnÄverpön: Mderlage von 0:7 Taren gegen Tschecho-Slowakei. 7. Juni 1921 in Belgrad: Sieg von 2:1 Toren über Rumänien. 28. Juli 1921 m Agram: Sieg von 3:2 Toren gegen Schweden. 28. Oktober 1921 in Prag: Niederlage von 1:6 Toren gegen Tschecho-Slowakei. 7. Juni 1922 in Agram: Sieg von 4:3 Toren über Tschecho-Slowakei. 1. Oktober 1922 m Krakau: Niederlage von 1:3 Töven gegen Polen. 3. Juni 1923 m Agram: Sieg von 2:1 Toren gegen Polen. 10. Jmvi 1923 in Lemberg: Sieg von 2:1 Toren gegen Polen. 28. Oktober 1923: Unentschieden 4:4 gegen Tschechow Slowakei. Die Jugoslawen gewannen also bisher 4 Länderspiele, 4 gingen verloren und eines blieb unentschieden. Das Torverhältnis beträgt 14:83 zu ungunsten der Jugoslawen. Eine Agramer Pressestimme. D:r in Agram erscheinende „Morgen" schreibt zum Länderkampf: „Welch reges Interesse in Sportkvei"'en für das am 10. d. stattfindend- Länderspiel in Zagreb herrscht, beweist am besten die Absicht des Sportklubs Gloria in Fiume, der zu diesem Spiel in Zagreb korporativ in Begleitung einer zahlreichen Zi*"scha""^char einrn'ire^e" gedenk*. Die Fmmaner Sportler haben sich gemeinsam mit denen von Silla an die Dire§ .tion der Staatsoahnen in Zagreb um Einstellung eines Souderzuges gewendet, dar die Sportler zum Wett!,Piel und zurück bringen soll." U-eber unsere Si"gesaussichteu äußert sich das gleiche Agro * Blatt skeptisch. Es schreibt: „Wir können nur konstatieren, daß ganz Jugoslawien die Auswahlmannschaft der Oesterrcicher, welche in Nürnberg und Genua gespült hat, als die derzeit spiolstärkste östevreichiische Nationalelf betrachtet und daß die Einsetzung einiger Rapid-, das ist Wi A. F.-Spieler entschieden als ein.' Schwächung derselben angeseheir wird. Das dies un'ere Chancen für das bcvorstchende Länderspiel hebt, ist nicht rrötiig, besonders hervorzuheben und wird dieser Umstand mich viel zum Selbstvertrauen unserer Spieler beitragen." Ein interessantes Wettspiel soll im Frühjaihv in Prat, zur Austragung gelangen. Die Auswalstmaunschasten der südischep Sportverbände von Oesterreich und Tschecho-DlMvakei sollen einander entgelgeu,treten. Ter Reingewinn des Spieles ist dem Zeniralvevband südischcr Hochsck-üier Prags -ugedacht. Oesterreich—Jugoslawien. Die Rciselciitung der österreichischen Auswablmannschci'si haben der Präsident des Oe. F. B.» Naiiottalrat Bollert, Bundeskapitän Hugo Wteisl und Vorstandsmitglied Falk inne. Eine Zurechttveisung. In der gestrigen Sitzung des W. F. B. gelangte ein Schreiben des Schiedsrichierkollegiums .zur Verlesung, in dem über die Desavouierung des Schiedsrichters Wagner durch das ProiMomitee Beschwerde er>hdben wurde. Das Schreiben besagte, daß die Aussagen des Schieds- . richters Wagner ü>ber die abgetbrochenen Meistevschastsspicile Hakoah—Admira und Hakvah—Sportklich nicht berücksichtigt . wurden. Der Vorsitzende Deutsch erklärte, daß Herr Wagner, der nicht geeiMet ist, schwere Spiele zu leiten, im UMecht ssi. Dann wurde in die Tagesordnung weviergegangen. Eine weitere Zurechtweisung. Die Hakoah hatte gegen Ebevgassing oin Pslichtspicl absolpieren sollen. Nun hat der Bevband aber festgesetzt, daß die erstklassigen Vereine sich vorn Pflichilpietl durch leine AbGsesnmme von 200.000 K . die de-m gegnerischen Klub znkonrmen, befreien können. Die Hakoah sandte, dem Beischluß folgend, den Ebergassingern die Ablösesumme. Letztere gaben sich aber damit nicht zuifrieder: und' beanspruchten eine Million Kronen. Der W. F. V. wies aber gestern das Verlangen als unbegründet ab. Schiedsrichtergebühreu. Der W. F. V. beschloß gestern, daß die Schiedsrlchieirgr'bühren in Hinkunst wie folgt zur Austragung gelangen: Die Vereine erhalten im Verlband geger: Erlag der SÄiedsrichtergebühren Bons. Diese Bons haben die Klubs nach bett Wettspielen den Schiedsrichtern zu übevnlittelu. Die Unparteiischen können dann iederzeit in: Sekretariat >des Verbandes die Bons gegen die ihnen zn'kommend-n Gebühren einlösen. Armin Weiß» der tüchtige Mittelläufer der Prcßburger Hakoah, hat sich bei der Wiener Hakoah airvgemeldot. Weiß, der .in Preßburg eine schr gute Stelle hat, beabsichtigt nicht nach Wien zu übersiedÄn, sondern er will nur an jedem Sonntag zu den Wettspielen der Hakoah nach Wien kommen. Das am Sonntag unterblieb?na Freundschaftsspiel Häkoal)—Cricketer gelangt am kommenden Sonntag aus dem Cricketer-Platz zur Austragung. Holland dürfte^ ungeachtet anders lautender Nachrichten, an dem Fußhallturnier, der Olympischen Spiele in Paris teilnehmen. Mit dem Training seiner Natiorcalmanuschasit wurde William Downley betraut. fordert. Die vier Repräsentantinnen, die das einjährige ErTiehungsresttltat der Baronin verkörperten, waren lauter Individualitäten. Auch waren drei dieser Vertreterinnen dvs ungarischen Hochadels aus PüspAladany und hießen Meinberger. Freilich, Weinbevger de Biharberegi, was Vater Meinberger, wie man sich erzählte, unter de.m Banffyscherr Regime schwere Tausender gekostet, mit denen er den Biharbereger liberalen Kandidaten durchgedrückt hatte. Dafür durfte Papa Wemberger, -er im übrigen herrschaftlicher Pächter 'war, sich nun in seiner Adeligkeit sannen und hatte aüßerovdeMich vornehme Töchter, die der 2ldel wie angegossen Ilei-ete. Sie konnten sich wiMch vor lauter Vornehmheit nicht halten, und Püspökladany war für ihre Qualitäten viel zu eng. Besonders Klari, die das Benehmen und ldas Aeußere einer wirklichen Gräfin hatte, hielt es zu Hause nicht aus, deM was tut man mit seiner Eleganz in einem solchen Neft, wo es nicht einmal Militär gibt? Keinen Korso! Keinen Gerbeau! Wozu hat man -den seinen Geschmack und das schone Geld, das der Papa verdient, wozu die noblen Dreoollschen Toiletten, alles auf Seide, wenn es sich doch nicht lohnt, sie antzuziehen? Für.Püspökladany war der Bavchentschlafrock mit den R-iesertkaros von undefinierbarer Farbe mehr als gut germg. Dort schlurfte man in zertretenen Filzpantoffeln umher, weil es doch auf eins herauskam, kämmte sich um zwölf Uhr mittags, weil man die Vormittage im Bett vergähnte . . . Auch ein Dafeijn! Und wenn man dann schon am Nachmittag, um die Freundinnen zu giften, seinen Bndapester Schick auskramte, belegte Brötchen verfertigte ,Mie von Gerbeau", um die Püspökladanyer »^Jeuneffe dove" zu bewirten . . . verlohnte sich das der Mühe? Die Freundinnen gifteten sich zwar, aber die Löwen fraßen sich durch die Berge belegter Brote einfach hindurch . . /und merkten gar nichts von ihren besonderen ästhetischen Werten. Papa Mein'berger aber hieß die verfeinerte Tochter eine verschwenderische Schlampe und Klari * Web als letztes AuSkunftsmittel die Migräne übrig . . . uud der Ausspruch des einsichtsvollen Hausarztes, daß die Püspökladanyer Luft ihre 'delikate Konftitudion schädige. Er verochnete Budapest .», und Klari strahlte. Budapest? ... Ta wollte auch Jrmuska, 'das zweite Weinbergevmä'd'chen, nicht zurückbleiben! Auch ihr wurde schließlich der Ramn zu enge. Auch sie fand, daß 'ihre zarte, blonde Schönheit am Boulevard bester zur Geltung käme als im Püspökladanyer Geflügelhof zwischen all dein Getier, mit dem sich ihre weniger zart besaitete Mama herumplagte, obwohl eine Bihavberegi Weinberger das längst überwunden haben müßte. Aber die Mama hatte Ansichten! Schauderhaft! Nähen. Bügeln. Kochen.. Putzen. Kühe und Hühner. Schweine und Stopfgänse . . . Was diese Mutter nicht alles im Kopfe trug! Und vernrischte diese landläufige Begriffe mit der Ideenwelt ihrer verfeinerten Töchter, die sie nun einmal nicht verstand! Es war bester, den Schauplatz zu wechseln. Sich einen Rahmen zu finden, wie er für so viele Vorzüge paßte. Der diese Vorzüge erst zur rechten Geltung brachte, ohne sie jedoch in ihrer vollen Auswirkung zu hommerr. Da war das Haus der Baronin doch gerade der richtige Boden! Da konnte man nobel sein von früh bis abends. Nobel essen, gähnen, reden und sich ausschweigen. Wie es einem beliebte! Keinem fiel es ein, die Ausstrahlungen dieser in sich beschloffenen Individualitäten zu hemmen. Im Gegentett. Alan hielt Distanz. Man achtete die Freiheit der Persönlichkeit . . .! Das war 'iva‘§ Alpha und Omega der hosrätlichen Erziehungskünste. Tenn im Grunde hatte die gute Baronin genug damit zu tun, die bescheidenen Ansprüche, an die sie ihre Schäfchen gewöhnte, mit den gewürgten Rechrmngen, die sie zu schreiben verstand in einen - gewissen harmonffchen Einklang zu bringen, so wie sie sich bemühte, die Po'Mpösen Namen., die ihre Speisekarten zierten, mit der Unkompliziertheit der Gerichte zu vereinbaren, die meist aus Bohnenpüree mit Ziviebelsauce bestanden, wie Lydia sofort foststellte, obwohl gerade ihr Urteil nicht maßgebend war; denn erstens hatte sie nicht den richtigen Appetit, da sie von früh bis spät Delikatessen naschte, und zivsitens verstand sie nichts vom Kochen. Woher also hätte.sie es wiflen> sollen? Kortsetzung folgte

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.