Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1776 (25.1.1924)
- Date
- 1924-01-25
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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VK. 1776 Wtzrn, Freitag Wienr« MorgenzettunU. Jänner 1924 Verte S BariMwollmM. Dew-Borl^ 28. Jänner. Bmw'wollznfudren in den atlnut. und Golfhäfen 14.000, i'.n Innern 8OOO, Slnsfuhr nach Groß- Lritannien —, nach dem Kontinent 5OOO.' Lokalmarkt Tniddlinct 34.— (letzt. KnrS 89.25). Tendenz : Fest. — Termine: Jänner 83.60. Febnmr —Marz 33.88. Avril Mai 34.08. Juni ----- Juli B2.Ü4, Anglist 30.20, Sevtember 29.80, Oktober 28.25, November 28.20, Tezenrber 27.77. Berl!«er Mrse. Berlin, 24. Jänu'r. Von der wiederum auf allen Märken herrschenden Goschäflsst'llle machten nur Uwiiicc Papiere bei' lebhaften Umsätzen mit nur sich nräßig erhöhendeit Kursen ein« Llusna-Hm«. Hierher gehören namentlich Darmstädber und Nationalbank für Deutschland, ferner österreichische und ungarische Renten und einige - wenige Indnstvlopapieve. Die Spekulation versucht alles,, um auf diese Meise eine Aendemtzgdes Geschäfts-, ganges herbeizuführen. Di« Geringfügigkeit-des Oieschästes ent*' sprach wieder geringen Kursveränd'rungsn'. ' Do sie größer waren, handelte es sich um Erhöhungen von 1 bis, 3 Billionen Prozent, die vorneibmlich. Spezialwerten, wru -d^u4sch:n Eisen- und deutschen Maschinenakt'ien zu gute, kamen. Gel--war für 1 Prozent und darunser unverändert reichlich. M. haben. Di«; Devisenpreise stellten sich zumeist etwas niedriger.- Für New-- York war die Nachfrage unverändert. 1 (Alles in Billionen von Mark.)s Schlubkurl c: Türkische Lose : 24.—, Oesterr,. Staatsbahn 46.—, Ziordd. Lloyd 8.—, Ver. Elbeschiffahrt 6.5, Berliner Handelsgesellschaft 62.7h, Kommerz., Privatbank' 8.12, Darmstädter Bank 18.76, Deutsche Bank'16.87, Diskonto»'- Kommcmtit 193.7, Dresdner Bank 6.0, Nationalbank für Deutschland —.—, Oesterr. Kredit 0.75, Oesterr. Länderbank —, Retchsbank 37, Wiener 1 Bankverein 0.5, Wr. Union» bank 0.5, ALg. Elektrizitäts-Gesellschaft 13.-, Bochmner Gußstähl 68.25, Daimler Motoren 3.7, Deutsch-Luxemburger > 67.—, ^Deutsche Maschinen 11.25, Dynamit Robe! 9.2, Fellen u. Guilleaume 34.9, Gelsenkirchener Berg. 63.—, Tb. Goldschmidt 20.—, Harpener Bergbau 80.—, Hirsch Kupfer 43.—, Höchster Farben 20.1, Hobenlohe-Werke 37.1, Lanrabütte 21.2, MtannesmannrLhren 42.87, Phönix Bergbau 39.87, Schuckert u. Co. 48.—, Siemens tt. Halske 44.— Telephon Berliner 6.37, Dollarschatzanweisungen 4.2. Prager Börse. Prag, 24. Jänner. Die freundlichere Stimmung, die durch die Befestigung der Wiener Bors« hrrvorgemsen wacrde, -verursacht« in erster Linie ein Steigen der AvbitmgLwerte, in denen es m zahlreichen Umsätzen kam. Zu denArbitvagekänfen gssellteil sich heute Deckungskäuf«, wodurch sich die Anfqngskursebedeutend höher stellten; l>eimifche Papiere lvaren aber ziemlich -vernach-- - lässigt. Bon Dankwerten erzielten heimische Papiere unbe- deutende Besserungen, während Wiener sehr fest lagen. In der' Kulisse sind namentlich Skoda- und- Brunner Maschinenmit Steigerungen hervorzuheben. Von. Tvansporwerten ermäßigten sich Novdbahn-Aktien um 180 Kronen. Der Jndustlioaktienmarkt verkehrt« ungleichmäßig. Auf dem Anlagemarkte kam es infolge von Realisationen zu Abschwächungen. Von Cxoterr befestigten sich Schönpriesener und Vulgaren mäßig. Der Schluß war befestigt. Schluß!.urser Türk. Eisenbahn-Anleihe 400 Franken —, Böhm. Unionbank 476.—, Böhm. Eskomptebank 454.—. Böhm. Jndnstrialbcmk 488.—, ZivnostenSka Äanka 455.50, Anglobank 175.—, Oesterr. Kredit 154.—, Wiener Unionbank 156.—, Wiener Bankverein 105,5g,..Buschtichmber Eisenbahn Lit. .A 602.—, Lit. B 230.—, Ferdinvnds-Nordhahü 9010, Prag-Duxer 215.—, Wssig-Teplitzer Eisenbahn 1260.— Nestomitzer Zuckerindustrie 1925.—. Bereinigte Elektrizität Wien 233.—, Brosche 1525—, Koliner Spiritus 1330.—, Königsbofer Zement 1845.-. Breitfeld-Danek 668.-, . Ringhoffer. 832.-, Simmeringer 176.—, Notbkosteletzer Textil' 39.0.—, . Alpine Montan 3tz4.—, Poldihütte 445.—. Prager Eisen 1080.—, Oesterr. Berg «. Hütten 8110 -, Skoda 65250. Jnwald 478.-. Die Devisenkurse. «erttu, 24. Jänner. (Devisenkurse.)*) Amsterdam 1,666.100, (1,566.075), Belgien 171.071 (173.066), Christicmia 579.548 (578.550,. Kopenhagen 678.300 (676.800), Stockholm 1,087.275 (1097.263), Italienische 162.244 (184.288),. London 17,658.750 (17.855.250). New-Dork 4.189.500 (4,189.500),. Paris 188.538 (101.069), Schweiz 723.686 (729.671), Spanien 550.600 (533.663), Wien 59'851 (59 600), Prag 121944 (122.443,, K>d"°°It »°.«47 (110-S47). Sofia LS.SSb «-Igiod »i.sis (48.378). *) In Millionen von Mark. Jänner. (Aotenkurfe.)*) —Noten: Dollar- Ä&00!^^.500), Pfund 17,655.750 (17.815.350), Italienische 166.533 (186.533), Polnische 375.000 (365.000), Tscheche slowakische 120947 (121.689), Oesterr. gestempelte 58.603 r 58*603). *) In Millionen Mark, ausgenommen polnische Mark. Praj», 24. Jänner. (Devisenkurse. —. Mitgeteilt vom Bankamte des tscbeüio-slowakischen Finanzministeriums.) — Berlin*) 8.05 (8.11). Zürich 603.- (597.50), Paris 150.25 (169.50), London 147.05 (147.05), Rew-Pork 34 80 (34.80), Belgrad 39.75 (89.85\ Bukarest 16.95 (16.87'/,). Wien 4:77'/, (4.77'/-), Warschaus-) 3.80 (3.30), Agram 71" Budapest 12.- (12.-) Jugoslawische 60.00 (69.62'/,), Oesterreichische gestempelte Krone 4.80 (4.80) Polnisches) Ungarische 7.75 (9.25). *) pw Billion, -f) pro Million. Luöapeft, 24. Jänner. (Kurse der Devisenzentrale.) — Amsterdam 11.200 bis11.300, Bukarest 164.- bis 166.-. Kopen- , f, .. .. . ' f vlö «I V* , V*OU m villl ^840 bis'8590, Zürich 521.5 bis 5715, Wien 0.4245 bis 0.4745. f om 215.— bjs. 235.-, Belgrad 846.— bis 376.-. New-Aork 30.275.bi8 33.275, Warschau bis Brüssel 1280.- bis looo.—. Agram, 24.'Jänner. (Devisen.) Wien 0.1223'/. bis Berlin, -.- bis Budapest 0.30 bis Bukarest 42.25 b's Italien 379-bis London 366.- bis ^ew-Nork 87.- bis Paris . 892.- M .Prag 2ü3. bis —.—, Sofia —.— bis—.— Schweiz ' 1510.-— bis Brüssel 357.75 bis Warschau 0.0025 M Amsterdam 6280.- bis , Stockholm — - bis —.—. DeigraK, 24. Jänner. (DevtsenkrnseJ London 871.— b's Paris 892.50 bis New-York 87.50 bis Genf 1517.60 bis Saloniki bis Mailand 381.25 bisPrag 255.— bis -.-4, .Berlin —.— bis Wien 0.1236 bis Bukarest bss '4-.-. Sofia 62 - bis —, Budapest 0.34 bis -Brüssel bis—Amsterdam' 8255.—bis —.—.Warschau —.— bis—.—.' Warschau, 24. Jänner. (Devisen.) Berlin' —, London 41,350.000, New-York 9.850.000. Prag 284.700, Wien 138.—. New-Borü, 23. Jänner. (Devisen.) London 421'/., Paris 446.25, Berlin 0.2 für 1 Billion, Mailand 438.25, Zürich 1725.—, Kopenhagen 1620.—, Stockholm 2580.— Clmstiania 1833, Amsterdam 3701.—, Prag 290.—, Wien 0.14, Budapest 0.34. Bukarest 49,75, < Warschau 0.0001, Madriö 1268.50,' Helsingfors 250.50. Brüssel "405.—, Kanada 2V« Mter pari, Brasilien 111.50, Argentinien 3216.—. Belgrad 114.50. Die PaMiM-Me der Hakoah. Von Dr. I.'H. Kdrner. ' In Jerusalem. Sofort nach unserer Ankunft.in Jerusalem fuhren wir in | bas Volkshaus, wo uns Tee serviert wurde und -die HerbergS« Väter uns in Obhut nahmen. Wir wohnten bei Colonel K i s h, Bentwich, Prof. Fooor, Edwin Samuels Mr. Lo.urs, Dr. Ticlro. Kornfeld, Jehu, Choma, Raschkows« iky, Werzmann. Fromfrn. K-alvariskh und Dr.. Ru pp in.. Um'acht Uhr aibends fand di« offizielle Begrüßung statt. Der Saal wav derart Mersüllt, .daß Polizei aufgeboten werden mußte. Der Präsident' des Makkäbi, Herr W e i z m a n n, hielt die erste Ansprache.' Im Namen der Exekutive sprach Colonel A i sh. Im Namen des Waad begrüßte unS David Jelli n. Schließlich kam auch noch der. Präsident des Iernsa-. leiner Fußballv?vbandes zu Wort. Die 'Antwortrede Dr. Körners wurde von Dr. Hugö BergmaNn übersetzt. Die Feier wurde' noch dadurch'gehoben', daß ein gutes Streichorchester des Makkabi konzertierte. -Hieraus betrat die Musterriege des jüdischen Turnvereines das Podium und führte in vollendeter Weise ihre Exerzizien vor. Unter' den Anwesenden befanden sich sämtliche führende Zionisten von Jevnsatem und auch der Gouverneur M. Ronald S t o r r 8 war erschienen. Am folgenden Tag besuchten..wir zeitlich in -der Früh das Bureau der.Zion.istischen'Executive, wo uns Architekt Kaufmann an der Hand mehrerer Karten und Slizzen einen erläuternden Vortrag über Palästina und die entstehenden .Kolonien hielt. Im Bureau des Keren Kafymeth empfingen uns U s s i s ch k i n, Berger und Dr. Zweig. Vom Nastonalfonds fuhren wir in das neu angelegte Viertel n-ach Talpnoth. Auf einer Anhöhe sind zahlreich« einstöckige fch gebaute Einfamilienhäuser und die ganz modern einger-ichtete Schuld errichtet. Die Kinder kamen uns mit ihrer Musikkapelle -entgögen und der Direktor der Anftalt/übernahm die Fühnmg durch das neue Viertel.- Nach einer kurzen Rost ging es nach Bethlehem weiter. Auf der Rückfahrt besichtigten wii: das Grab R'ahels und kamen dann wieder um zwei Uhr nach Hause. Ilm vier Uhr nachmittags begab sich' «in Teil der Spieler und Reisegesellschaft zum. Oberkochmissär^ Die. Residenz liegt hoch oben am Oelberg'ünd zeigt eine herrliche Aussicht aufs Meer. Der restliche Teil der HakoaWr' wgr. beim Gouverneur zu Gaste, der uns zu Wen elney Mnsuhrtoe gab. Es.hatten sich zum Empfang ein-gefunden: Sir'Gilbert Clahtyn.'(Ministerpräsident) mit Gemahlin.' Kommandant Locke (Vertreter des "Gortverneurs), Mr. B'o w m äjy'(Arbeitsminister), Colonel Her«n (Finanzminister), -MhM' Bei Rashashibi (Bürgermeister von Ittusälem), David. I «! l i n (Präsident des ,Maad .Meumi^, Me such äs. (Präsident des„Waad Hair^, drei Vertreter des arabischen FußballvePbandcS. der Präsident des'«wAischen Fußballverbandes,- W e i z m a n n (Präsident deS Makkabi), Oberräbbiner Kuck,)Norman Bentwich, Edwin Samuel und Gemichlin.und ändere mehr. ' Am Abend gaben die HnrM der ZIvnirischen Exef 4t v e der Hakoahdm zshlveiche Reden gehalten wurden. Unser F öl de s' gcK die Anregung, im Jahre 1925 in Palästina. die jüdische Olympiade abzuhalten, was gräü« Begeisterung auslöste. Um Schluß deS Banketts mbetreicM uns Colonel Kish im Namen der, Exekutive ein herrkiches Geschenk, eine, in.' der Bezaläl-Werkstätte gearbeitete Widmung in Form einer T h orä r o l l< Di« Reisegesellschaft hatt« Ut 'gleichen Zeit eine von Dr, Suche stow arrangierte Zusawmeükunst, bei der die Herren Tischbh, Scheinkin und Ing.' Seidener^ und sttäter Colonel Kish und^Dr. vag)Br-ieLfand Aufklärungen über Bodenkaus, Industrie, Ein- und Ausfuhrmöglichkeiten gaben. 5000 Dunam Land wurden sofort gekauft, vier industrielle Unternehmungen' abgeschlossen und Dr. 'S uch e st o w beauftragt, am nächsten Tage nach Tel-Awiw zur Besichtigung eines bestimmten Terrains zu fahren dessen Ankauf ebenfalls beschlossen wurde. Dieser Kauf sollte rm RahmeN' des Ruthenbergschen Projokts vorgenommen werden. Die .palästinensisch^ Herren waren mit dem Ergebnis des Abends überaus zufrieden. Am 11. Jänner besuchten toir; am Vormittag den Bezalel, das Hädassech-Spital, dos Agrikultyrmnsoum und das archäologische Museum. Dann unternahmen Ivir einen Garrg durch Jerusalem. Zu Mittag wären Dr. Körner und Földes ber Colonel Kish, wo-sie dem Oberkommissär Herbert Sa mu el vorgestellt wurden. Der Oberkommissär unterhielt sich, ein« Stünde lang mit Dr. Körner über die zionistische Bewegung in Wien. Auch der Gouverneur S t o r r § und Bürgermeister Rah« gib Bei Nashashibi .inteWieren sich für die Hakoah. Mch drm Mittagessen führen wir zum Match. _ Der ' Gouverneur erklärt«, daß «rZich nicht erinnere, solche Menschenmassen zu einer VerrnstÄtnug ziehen gesehen zu haben. Hundert« Automobil« und Wagen, ganze Truppenkörper englischer Soldaten, Scouts, Schulkinder. Männer und Frauen strömten hincnrs. Als wir mit-M. EMt«nz auf' dem Sporchlatz erschienen, spielte die Kapelle die englisch« Hymne. Während des Wettspiels lvar der Oberkommissär voll des Lobes überunsere - Burschen und.meinte, daß derartige Veranstaltungen von großer Bodentung für'd'i« zioWisch« Sa'ch»' seien.. .Sie sollten bald wioderkymmen. Meinte er. Däs Bild unserer Mannschaft mit Sr. Exzellenz in. der.Mitte iwird uns immer ein ehrendes Andenken bleiben. Nach dem Wettspiel ließ sich der Oberkommissär gpQrfkgyfo liafeoah-Wien Sonntag den 27. Jänner 1924, y^O Uhr vormittags, im Centrat*K|n9, .11: Hckosslrasse 8 m!t Mehtblldern des’Präsidenten Ör. f. H Körner über die* Pa!äst5nauttd Äag|fp»on-HQls© clor. Hakoah Montag den 88. Iänner;l,d24 '/a9 Uhr abends OSyntpla-Snä!, I. ROtgasse \ ÖWSzMIe , «fler aus Palästina u. Aegsfpten zurUckgakehrten : Filssbaile^tiiit. " : Akademie untiTastä Kunstkräfte». Franrl Resse!, Karl’ Farkas, Hermann Leopold!: tu & * .. . t ... i-... -u i! V..',.- ™ Marten ipi Sekretariat erhältlich dm Fußballervorstellen und dankte dem Spielführer Neufeld. Der Bezalel spendet« uns durch Prof. Schatz ein Ntusterstück dreser Schul«. Wir begaben uns hierauf in die Synagoge, dann zur Churlvah und zur Klagemauer. Hier begrüßte unS Oberrabiner Kuck in feiner Predigt. Am Abend tvaren wir Gäste des Vereine- Menorah, der aus der ehemaligen jüdischen Legion hervorgegangen ist. Mit unseren wackeren Freunden wurde eine wahre Verbrüderung gefeiert. Oberräbbiner Kuck erwähnte, daß die Begrüßung in Erez Israel deshalb eine so großartige sei, weil man in uns den Wiederlierst-eller der von unseren Vätern stets hochgehaltenen jüdischen körperlichen Leistungen sieht. Bei den Unruhen vor drei Jahren habe es sich am besten gegeigt, wie wichtig die Turn- und Sportbewegung für das Mische Volk ist. Sämtliche Juden, auch die Agudisten, hätten «8 nur der Strammheit der Chaln.sim zu ver-danken, daß die Araber verjagt wurden. „Bringet die Gebeine Her ls nach Erez Israels'." Die jetzt einlangerrden palästinensischen Blätter enthalten spaltenlange Artikel und Berichte über die Ankunft der H a k o a h m Palästina und über den enthnsiastischen Empfang, 'den die Reisegesellschaft alberorterr hatte. Ueber die Empfänge und Festlichkeiten in Petach-Tikwah entnehlnen wir dem „Haarez" ein interessantes Detail, durch welches die Berichte Dr. K ö r n e r s in unserem Blatt« ergänzt werden mögen. Nach emem Festgottesdienst wurde im Rathaus von Petach-Tikwah ein großer Empfang veranstaltet. Der Bürgermeister der Stadt, Herr Gissin. begrüßte die Gäste. Nach ihm sprach namens des Barons Rothschild dessen Vertreter, Her r Bri ll, woraus dann Herr Ben-Ami im Namen des Makkabi-Verbandes Palästinas bif Sportbrüder ans Wien begrüßte. Er schloß seine Rede mit den Worten: „Wir beschwörerr «uch, Brüder in der Hakoah, im Namen des heiligen Rechtes, das ihr an dem Grabe Herzls habt, bringet oie Gebeine terzls, unseres verewigten Führers nach Erez Israel! Mit der vast dieses eures Einflusses vereinigt euchmit dem Makkabi von Palästina!" Dr. Körner anwortete unter anderem: „Als wir bi« Hakoah armtdeten, wußten lvir noch nichts von dem, lvas in unserem Lande vor sich geht. Erst jetzt sahen wir all das, was wir uns nicht einmal erträumen konnten. Wir finden in euch die Vereinigung der Kraft und Geist. Ihr verlangt von uns, daß wir die irdischen U-sberrest« unseres Führers hverherbringen mögen. Wir müssen es jedoch gestehen, daß wir hierfür noch nicht vorbereitet sind. Können wir doch noch , gar nicht mit euch in unserer herrlichen Nationälspvache sprechen. Lehret sie uns und reicht uns hierzu eure hilfreiche Hand und wir schwören euch, daß wir eure Bitte erMen werden." W«e AuswahlmamMO i« Ge»«a (Schluß.) Um 3 Uhr traten wir die Fahrt zum Sportplatz an, der bereits"-bis auf das letzte Plätzchen gefüllt war. Der italienische Verband bewies neuerlich wenig Takt, da für die Reisebegleiter und Wiener Journalisten nicht einmal Platze reserviert waren, so. daß sich diese an der Seitenlinie ins feuchte Gras setzen müßten. Der in Italien bei Wettspielen übliche „Höllenspektakel" wirkte auf die Gäste sichtlich entmutigend. Den Spielverlauf haben'wir in unserer Montagnnmmer bereits eingehend besprochen, so daß wir nur noch einige Betrachtungen anstellen wollen. In Italien kann selbst die beste ausländische Manirschaft ganz gehörig „umschmeißen". Die Spielweise der Italiener ist nämlich unberechenbar. Wir bezweifeln auch, daß sie überhaupt überlegt handeln. Der Ball wird im schärfsten Laus aus der Luft übernommen und gleich weitergegeben. Die Italiener „ziehen" das Leder über die halbe Breitseite des Spielfeldes usw. Das ganze Spiel ist auf Schnelligkeit, Rasanz und Rücklichtslosigkett aufgebaut, Je toller es aus dem Spielfeld zugeht, desto besser ist die Stimmung der Zuschauer. Letztere jubeln, denn sie sehen: „Giuoco ttaliano", auf das sie sich so viel einbilden. Die Oesterreicher haben sie nun eines Besseren belehrt. Erstere kauften nämlich den Italienern gleich in den ersten Spielphasen die Courage ab. Den Einheimischen kann man nämlich am besten dadurch beikommen, oaß man noch härter als sie spielt, und dies besorgten die Oesterreicher in reichlichem Matze. Blum, Tandler, Chrenka, Nietsch, Geyer, Mieser und ' Jszva „streuten" förmlich die Italiener nur so herum. Daß dabei manchmal die Grenzen des Erlaubten überschritten wurden, ist selostverständlich. Der Zweck wurde aber erreicht; die Italiener gaben klein bei. da sie eingeschüchtert wurden,.so daß die Oesterreicher in der Folge keinen toll gewordenen Gegner vor sich hatten. Nun waren auch die Vorbedingungen gegeben, daß die Gäste ihre gewöhnte Spielweise,Pflegen, konnten. Daß dann die taktisch wett unterlegenen Italiener nicht mehr mit« konüten und vier Tore in den Kauf nehmen mußten, war nicht zu verwundern. Die Italiener besitzen keine Fachleute, die neue Wege . weisen würden. Da sie überdies den Ratschlägen ausländischer Trainer mit Verachtung begegnen, ist eS kaum wahrsch-'i!n daß unsere südlichen Nachbarn in absehbarer Zeit eine führende Fußballnation in Europa werden. Nach dem Spiel wurden den Oesterreichern große Ovationen bereitet. Am Abend fand dann ein Bankett statt, Versandes war wahrlich alles eher als kavaliermäßig. Am Montag um 6 Uhr frühwurde die Heimreise anyetreten. Am Abend traf die Auswahlmannschaft in Villach, «m, wo der dortige Sportverein den Wienern einen herzlichen Empfang bereitete. Am Dienstag um halb 8 Uhr früh kam dann die Reisegesellschaft in Wien wohlbehalten an. Jszo Gansl bei der Grazer Hakoah. Jszo. Gansl, W frühere glänzende MtttcGiirmer der Hakvah, trug sich einige Zeit mit dcr AMcht, den Crickewrn^beizutraten. Wie wir nun erfahren, hat Gansl feinen Entschluß geändert und überisichelt nun nach Graz, wo er für die -dortige Hakoah spielen wild. Uns bereitet cs. Genngtiivunig. daß ddcfer tüchtige Spieler auch in Hinkunst für die jüdilschenl Faöben Wimpfen wird. GanA, der m letzter Ze-i>t große Erfolge beim Mäkk-adi (Czernoiortz) außzuweisen hatte, dcdeutet Mr die Grazer ^Hakoah eine große Berftarikung. Straf- und MeldeauSfchuß. ÄuMihobvne Suspcnfen: Hagi'bor. Strenge 'gerügt wurde: Sektionsleiier von wagen Aufstellung" dama. •iwt.