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Wiener Morgenzeitung · 1924-01-22 · Heft 1773 (22.1.1924) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1773 (22.1.1924)
Date
1924-01-22
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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tzeike I ' Men, Dienstag Die mysteriöse Angelegenheit der Spaniers Lafuente. Zu der mysteriösen Angelegenheit des Verschwindens des Spaniers Lafuente teilt dessen Frau einem unserer Mttmbetter mit, daß der spanische Gesandte selb st die auf den Betrag von 457,(^0.000 K. lautenden Quittungen un'erschrieb, also wissen mußte, daß nicht ein Betrag von 457.600 SC ausgezahlt werden solle. Sie glaubt nicht an eine von ihrem Manne beabsichtigte Unterschlagung. Uebw die Eheangelegenheit des spanischen Gesandten wagte die F-au nicht, sich eingehend zu äußern, da sie fürchtet, daß ihr die P o li z e i»,. direktion sonst die A u f e n t h a l t s b e w i l l i g u n g in Wien entzieh em -werde. Nach der Rücksprache mit dmi Rechtsanwälte Dr. Schncpp und der Frau Lafuente kann festgestellt werden, daß die Angaben der Polizeidire^ion in manchen Punkten vom Tatbestände abweichen. Das Kind des spanischen Gesandten ist tatsächlich ohne Wissen und ohne Einwilligung der Mutter von dem Gesandten mit einem Auto abgeholt und in Begleitung zweier Geheimpolizisten in das Sacre-Coeur-Jnstittrt nach Preßbamn gebracht worden. Derzeit befindet es sich wieder in Wien. Der spanische Gesandte hat die Aufhebung der Exterritorialität des verschwundenen Beamten verfügt. Auffallend ist, daß der Gesandte selbst seinerzeit der Frau, als sie sich wegen des Verschwindens ihres Mannes bei ihm erkundigte, sagte, er hätte den Lafuente weggeschickt. Der Frau ist bisher das Verfügungsrecht über die 45 Millionen, die Lastrente ihr gegeben hatte, entzogen. Heute beabsichtigt Dr. Schnepp, vom Staatsanwalt die Erlaubnis der Aussolgung deS Betrages an die Frau zu erwirken. Mnf Fahre „Storifo". Bor einigen Tagen konnte das Organ der Zionisten Ostgaliziens, die in polnischer Sprache erscheinende Tageszeitung „Chwila", das Jubiläum ihres fünfjährigen Bestandes feiern. Ueber Initiative des bereits verstorbenen Dr. Gerschon Zipper, damals Präsident der ostgalizifchen Zionistischen Organisation, begründet, hat das Blatt seit seinem ersten Erscheinen anfangs 1919 eine rege Entwicklung genommen und' zählt heute zu den am meisten gelesenen in Ostgalizien. Seine aufrechte Haltung hat ihm eine große Zahl von Freunden in der ganzen jüdischen Oeffentlichkeit erworben, ein Zeichen, daß es seine publizistische Aufgabe mit vollem Ernst erfüllt hat. Aus Dollem Herzen wünschen wir unserem Bruderorgan für viele, viele Jahre gedeihlichen Bestand. degasn« auf dem Trapez. In Spanien hat ein Dichter die Aufmerksamkeit des Publikums dadurch auf seine Werke zu lenken gesucht, daß er ihm diese Werke im Zirkus, kühn auf einem Trapez schwchynd, vorlas. Hoffentlich hat der Manu auch in den poetischen ^Werken selbst soviel Menschenkenntnis gezeigt, wie in .dem originellen Modus ihrer Publikation. Denn er hatte sich weder über Mangel an Aufmerksamkeit noch über Mangel an Beifall zu beklagen. Nicht einmal den Tadel, den sich'sonst eigene Wege eiwchlagende Künskler leicht'zuziehen, nämlich den Borwurf der „Verstiegenheil", bekam der Dichter, der statt aufs Podium -auf ein Trapez gestiegen war, zu hören. Man folgte vielmehr dem Höhenflug seines Geistes um so williger, je höher mau auch die leibliche Hülle dieses Gmstes auf dem schaukelnden Turngerät emporsteigen sah. Und als der Poet zur Esfekterhöhung eines Aktschlusses lotrecht in schwindelnde Hohen entschwand, erdröhnte das Gebäude vom Beifall der Begeisterung und es gab keinen, dem etwa „die ganze Richtung" nicht gepaßt hätte: die Richtung nach oben. - Tie heutige Menschheit ist eben sehr für diese Richtung und iie jubelt, wenn sie sie von ihren geistigen Führern eingeschlagen sicht, vorausgesetzt, daß die? sticht nur in der abstrakten Form eines Kunstwerks geschieht, sondern gleichzeittg konkret auf einem Zirkustrapez. Und der kühnste Auflchwung der Geister wird sofort populär, wenn er sinnvoll vom Bauchaufschwung begleitet wird... Das gilt ohne lokale Einschränkung. Denn wem die obige Geschichte „spanisch" vorkommt, dessen Aufmerksamkeit wollen wir aus die populävm Tagesgrößen unserer engeren Umgebung lenken und auf die Art, wie sie m den Genuß dieser Popularität gekommen sind. . » Es kann nicht bezweifelt werden, daß Wien reich an Begabungen und Talenten ist. Aber wie unendlich schwer wird es ihnen gemocht, sich durchzusetzen. Plötzlich kristallisiert sich aus dem lärmenden Trubel des Großstadtlebens ein Name heraus, tönt von Mund zu Mund, setzt unzählige Federn in Bewegung, schließlich wird auch dem Träger dieses Namens die Jyder förmlich mit Gewalt in Hand gedrückt, er muß seine Memoiren schreiben und veröffentlichen, das Publikum balgt sich um sie, denn es ist von der Persönlichkeit des Verfassers fasziniert. Wer ist nun dieser Glückliche? Ist es em Dichter? Vielleicht! Jedenfalls war es für die Dichter vergangener Epochen schwieriger, berühmt zu werden. Wie viele bluttge Tragödien mußte, um nur einen zu nennen, Shakespeare schreiben, wie viel Mordtaten und Mißhandlungen auf die Bühne bringen, um seinen Namen dem Gedächtnis der Menschheit einzupragen! Dem Günstling unserer Tage fällt dies viel leichter. Zwei Gistlnardversuche noch dazu mit ganz unzulänglichen Mitteln ins Werk gesetzt und kläglich mißlungen, genügten, die alte Stadt der Lieder in die Täterin vernarrt zu machen. Denn es ist eine Täterin — das ist das Entscheidende — imi> keine Schroiberin. Daß sie auch schreiben kann und ihre Schriften ' vielleicht wirklich einen Persönlichbcitswert haben, wäre ohne ihre Taten den Wienern wahrscheinlich kaum in dem Maße bekannt geworden, obwohl sich der Dame die üblichen Pforten zur Oeffentlichkeit leichter geöffnet hätten als anderen Autoren, tzr sie selbst in einer PuchhaMunA maßgebend wirkte. Ein Wiener Moraerrzeitunü. 22. Jänner 1924 Der jüdische Sammeltag. Nr. 1778 Nach den unShisher vorliegeWen Mel-dungen hat der jüdische Sammeltag in manchen Bezirken ein besonders günstiges Resultat ergeben. Mil wenigen Ausnahmen hat sich eine reiche Gebefveudigkeit bei der jüdischen B.vAkerung gezeigt. Ms Sammler haben sich besonders ’ \ die zionistischen Vereinigungen der einzelnen Bezirke, darunter vor allem die zionistischen Frauen vereine, die jüdische Turnerschaft und' die Jugendorganisationen, bewährt, vor allem der Wanderbund Blau-Weiß. Das genaue Ergebnis der Sammlungen wird erst in einigen Tagen nach Sichtung des Materials bekannlgoaeben werden können. Im 1. Bezirk hat sich die jüdische Gschästswelt eifrig an der Sammlung beteiligt, doch zeig'e sich hier ein empfindlicher Mangel einer größeren Zahl von Sammlern. Auf der Effektenbörse hat Börsenrat Glück die Aktion glücklich durchgeführt. Di.' Komiteelei tu ng im 2. Bezirk erklärt sich mit dem bisherigen Ergebnis sehr zufrieden. Mit Ausnahme des Pvatevsprerrgels wurden 100 Sammlerpaare gezählt. In der Produktenbörse wurden die Sammler sehr günstig ausgenommen. Die Aktion bei der Gschästswelt hat naturgemäß die in den Häusern voryenommene Sammlung weit übertvoffen. Im 3. Bezirk entwickelte sich eine besonders eifrige Tätigkeit in der Großmarkthalle und in St. Marx. Don den anderen Bezirken sind der 8. und der 9. VkftiA 5ii erwähnen. In dem ersteren Bezirk führte die Ziontstis ch e B e z i r k s o r g a n i s a t i o n im Vereine mit der „Tikwach Jehuda" die Sammlung must.'rgÄtig durch und hatte eine lückenlose Spreugelemteilung geschaffen. Die in diesem Bezirk gesammelten Beträge sind ansehnlich und werden noch durch die in ihrem GesamtvesMat noch istcht vorliegenden Sammlungen in den Sanatorien un6 Banken ergänzt. Der Tempelverein Josefstadt hat gleichfalls einen stattlichen Betrag 'gesammelt. Im 9. Bezirk war die Sammeltätigkeit überaus erfolgreich, was insbesondere den zionistischen Organisationen zu danken ist. Die Kleinarbeit war hier hervorragend. 120 Saimnler betätigten sich in ersprießlicher Weise. Sehr erfolgreich wurde auch im 12., 14. und 16. Bezirk gearbeitet. Hier wurden 120 Bogen auSgegeben. Ungefähr 100 Sammler standen zur Verfügung. Der jugendliche Heerbann der Makkabi-Turner und des WanderbundeS Blau-Weiß hat sich^vielen Dank erworben. Ein jüdischer Straßenbahner erschien bei dem Leiter, Herrn Goldschmidt, und «erklärte» daß er in den Dienst gehe, vorher aber eine Spende für die armen jüdischen Kinder geben wolle. Er frug, ob 30.000 K. genügen, da er nicht mehr entbehren könne. Man konnte überhaupt die Beobachtung machen, daß die Spenden der Aermeren zahlreich flössen. nHBHnariHaRsmamonBHHBHBHBnnBn zionistische Bezirkssektion Leopoldstadt Sektor I - ■■ Heute Diensta g den 22. d., präzise 8 Uhr abends <» d-° Tischgesellschaft Barschak Hotel-Restaurant Barschak. II. Große Schiffgasse 3 Bortrag David Nebenzahl: „Konsunttur-Politik" Gästetoillkommen! Eintritt frei! Voranzeige: Am 29. d. Vottrag Gemeinderat Dr. PlaschkeS: „Kulturarbeit in der jüdischen Gemeinde" biederer Mann aus dem Volke, der ihrem Prozesse beigewohnt hatte, faßte mir gegenüber den Eindruck, den er von der Angeklagten schalten, hatte, in die anerkennenden Wove: „Schön is sie net, abrr man merkt, daß sie was gelernt hat!" Es war das erste Mal, daß ich bei einem Wiener niederen Standes einen solchen Respekt vor der Bildung fand. Zumal Frauen, die „studiert", aber nicht schön sind, bilden eine sichende Figur in den Witzblättern. Dort wird aber nicht ihre Häßlichkeit durch ihre Bildung zu verklären, sondern nur ihre Bildung durch ihre Häßlichkeit lächerlich» zu machen gssncht. Die Vukobrankowics ist freilich keine stehende Figur der Witzblätter. sondern eme solche der GerichtSsaalrubrik Das Bleiweiß, mit dem sie hantierte, hat sicherlich wicht die SpeÄen, die sie zubeveitete, Wohl aber ihre Gedichte den Wienern schmackhaft gemacht — den Wienern von heute, die die aus dichterischen Seelenkonflikten resultierenden Mordtaten nicht nur „im Büchel", sondern in der Wirklichkeit genießen wollen. Würde Goethe jetzt, leben, er könnte seine unglückliche Liebe zu Charlotte Buff nicht durch die Abfassung des „Werter" ab-veagieren, er müßte sich, um heute so berühmt zu werden, wie er es zu seiner Zeit durch diesen Roman geworden ist, schon selbst das Ende seines Helden mit der Pistole bereiten. Es ist eine Zeit, die mehr aufs Konkrete, als aufs Abstrakte gerichtet ist. Dem Dichter, der nicht so „konkret" veranlagt ist. daß er die Mordtaten von der Bühne ins Leben überträgt, steht wenigstens das ZirkuStrapez zur Verfügung, auf dem ihm zwar hoffentlich nichts geschieht,, aber doch — etwas geschehen konnte. Was zur Erzeugung der für die Aufnahme dichtvvisHer Werke notwendigen wohligen Publi. kumsftimmung znm Glück vorläufig noch genügt... S—r. Ae Wische» Katakomben in Rom. Bom Verein für jüdische Geschichte und Literatur fanden am 12. d. zwei bemerkenswerte, von zahlreichen Zuhörern &e*: suchte Verträge statt. Zunächst würdigte Professor S. Krauß die wissenschaftliche Bedeutung des Oberrabbiners Immanuel Löw anläßlich dessen 70. Goburtsatges. (3>ieje Würdigung haben wir in der Sonntagsnummer unseres Blattes gebracht.) Hiermrf sprach Rabbiner Dr. Rose'nmann über die jüdischen Katakomben in Rom. Er führte unter anderem aus: Bon dem Le-bon der jüdischen Kolonie "Roms in den e-risten nachchristlichen Jahrhunderten wissen wir nur wenig. Im Jahre 70 nach Christi wurde das zweite Mische Reich niedergewovseir, Jerusalem zerstört und im Triumphe zog der Eroberer TituS in Rom ein. Ein Relief an feinem Triumphbogen zeigt den hachgehaktenen siebenarmigen Leuchter. Münzen mit der Inschrift: .Jsudaea eapta" bezeugten Roms Sieg-. Aber wie so oft in der Geschichte üb.rwand auch damals die Geisteskuttilr der Unterjochten das Siegerschwert der Eroberer. Judäas Geist dmchdrang Noms Geisteswelt, und scfbst nahe Angehörige römischer Kaiser huldigten der jüdischen Lehre. Spärlich indes sind die Nachrichten über das jüdische Leben Roms. Joföphus Flavins berichtet uns einiges. Aber wo keine Bücher und Schriften Kunde, geben, dort reden Steine. Die Labyrinthgänge des unterirdischen Roms führen eine beredte Sprache und berichten von Roms jüdischer Kolonie. « Der Italiener B v s e u i o schreibt im Jahre 1632 unter dem Titel «3Wma juterraina" über die Auffindung einer Katakombe. In den Jahren 1859 bis 1885 wurden weitere vier Katakoniben entdeckt. Sie sind ausgesprochene jüdische Friedhöfe gewesen. Cs sind Grabmäl-cr mtt zumeist lateinischen und griechischen Inschriften. In den Texten kommen vereinzelt jüdische Vornamen vor. Der Deutsche Nikolaus Müller entzifferte die Inschriften. Sein Schüler Nikolaus B e c s setzte sein Werk fort.Mm den Grabmälern der Katakomben befindet sich kein christliches Zeichen. Im Gegenteil,. Emöl.me, die uns Juden teuer sind, wie der siebenarmige Leuchter, der Oelkrug, die Palme und BundeSlade fchniückten die Gräber und unterstützen den jüdischen Geist der Inschriften, welche uns Zeugnis geben von der Innigkeit deS Familienlebens, von der Herzenswärme und traditionellen Gemütstiefe unseres Volles. Nmn Synagogen aus dieser Zeit sind ftstgestellt, in denen unsere jüdischen Brüder sicherlich in hebräischer Sprache gebetet haben. Die fremdsprachigen Inschriften der Grabstätten sind vielleicht auf au Wen Zwang durchzuführen. Gleich wie hoch' bedeutende Werke jüdischer Kultur gar oft in fremden Sprachen geschrieben wurden, beweisen ums die griechischen Inschriften in den Katakomben RomS den ungebrochenen jüdischen Sinn nuferer ehemaligen Stammrsgenassen, welche in den Jahrhunderten deS Druckes, der erst im Jahre 1870 von ihnen genommen wurde, mtt hoch gehaltenem Leuchter ails Sinnbild deS Lichtes den alten jüdischen Geist lebendig erhielten, wie er uns aus den Ruinen des unterirdischen Roms überMgend endgegeublüht Ae Knlturgemeinde von Rovlsad sUr den Keren Haleffod. Die KultuSgemeinde von Novisad hat in Anerkennung der Notwendigkeit eines jüdischen Palästinas in ihr Budget für das Jahr 1924 10.000 Dinar arfgnommen und diese Summe in der Sitzung vom 90. Dezember 1933 ei nstimmig votiert. Der Finanzreferent Julius Frank bemerkte, daß es'sich Hiebes nicht um einen hohen Beitrag handle, vielmehr darum, daß für den Aufbau eines jüdischen Erez Israel nicht nur einzelne, sondern auch Gemeinden, Vereine und Organisationen milzuhelfen verpflichtet seien. Er rufe alle Kultusgemeimden des jugoflawifchen Königreiches auf, diesem Beispiel zu folgen und in ihren Budgets eine Summe für den'Keren Hajesiod zu bestimmen. Kn WWer Kongreß kn Ungarn. Budapest, 19. Jänner. (Tel. d. „Wr. Movgenzeitmig*) In jüngster Zeit tauchte in offiziellen Regiemnaskreisen wiederholt der Plan auf. die Führer der verschieden-en jüdischen Parteien in Ungarn zur Einberufung eines allgemeinen jüdischen Kongresses zu Vervnlaffen. Die Regierung würde im Falle einer Einigung den Kongreß selbst einberufen. Der ungarischen Regierung handelt es sich dabei gewiffermaßen um die Revision der Beschlüsse deS jüdischen Kongresses vom Jahve 1867 und 1868. In dieser Angelegenheit liegen bisher nur die Aeußerungen der Führer der Neologenpartei vor, die den Plan mit aller Entschiedenheit ablehnt. Obgleich gerade die Neologen in iüngster Zeit der Schaffung eines einheitlichen Judentums in Ungarn das Wort redeten, haltende den gegenwärtigen Zeitpunkt nicht für geeignet. Ueberditzs stehen sie auf dem Standpunkt, daß die Juden sich ihre inneren Angelegenheiten selbst und zu der ihnen geeigneten Zeit zu regeln haben und sich eine solche Regelung von der Regierung und ganz besonders von der gegenwärtigen nicht oktroieven lassen können. _ ’, Moses Mendelssohn und die neue Wische Schule. Im Nahmen des Vortragszyklus des Vereines für jüdische Geschichte und Literatur in Wien hielt vor einigen Tagen der bekannte Esperantist und Döathematiker Professor Otto Simon über dieses Thema einen anregenden Vortrag, Der Redner hatte in seinem Vortrage das Bestreben, die hchuige jüdische Generation mit dem Lebenswerk des großen Philo» sophen zu versöhnen. Deshalb vertrat er den Standpunkt, daß Mendelssohn fälschlich alle Schuld für die Sünden der Tlfftz

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