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Wiener Morgenzeitung · 1924-01-05 · Heft 1756 (5.1.1924) · p. Seite 9

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1756 (5.1.1924)
Date
1924-01-05
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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ü», Uft Söteit, .®dwätog ”v;' TO!T WKtttler? MoL^knzeKttNU. 'zuas* '*'’' 5. JLnnev 16L4 "" Berte - Ms Ls wandte sich von JtaLien nach Spsnieu und MM gegen dörr U. T.. Südatell *w Baroe.'Mdr SL unenMieden. 2er tüchtige Provi-ri'Pevechu Stzunbachsich A. K. umtevlag m Spanien a»n 30. DMmüer io. I. Gymnaftü« vt %aivcc$om 4:5. SchkießM besiegte noch der ö. Steftirf T. V. E. am 1 k. S>ic FranSfurter Gm-ttacht 3*J (22). Fußball. ' Die &tifc bei Rerpid. Reue Wege und interessante Zugeständnisse. Vorgestern hielt der Sportklub Rapid eine Mitgliedersollversamluna ab. die bis halb 12 Uhr nachts dauerte ütrd zu der auch die Vertreter der Presse und sämtlicher erstklassigen. Vereine eingeladen waren. Von letzteren waren Sportkbib, Slovan, Hertha und Aduüra der Cmladung gefolgt. Der Referent Herr Direktor Fischer teilte seine Rede in zwei Abschnitte. Vorerst kennzeichnete er die künftigen Richtlinien der neuen Leitung und dann ging er. auf den Streitfall, der derzeit zwischen den Spielerit und Schönecker herrscht, näher ein. Die Spielerpartei war wohl ziemlich stark vertreten, doch hatte sie anscheinend keinen entsprechenden Redner irr ihren Reihen, weshalb sie sich auch ruhig verhielt. Ueber öcit Zwist erfuhr man nur bereits Bekaimtcs. Herr Direktor Fischer gab im Namen SchöneckerS die Erklärung ab, daß letzterer das ihm vou Der Generalversammlung übertragene Amt zurücklege. Der Referent führte des weiteren aus, daß sich die Klubleitung mit dem Gedanken trage, zu demissionieren, damit die Spielerpartei in einer außerordentlichen Generalversammlung ihre Berirauensmänner in die. Regierung schrcken könne. Unserer Mehrung nach ist dies als augekündigter Rückzug der Ichönecker Gruppe anzusehcu. die den. Austritt so vieler Spieler von Klang und Namen befürchtet. Eine endgültige Klärung wird aber erst dann eintreten, wenn die Kampfmannschaft aus Spanien zuruckgekehrt sein wird. Die derzeriige Klubleitung, die sich mit Demisjionsabsichten trögt, hatte ein Programru ausgearbeitet, wie sie sich die Entlohnung der Spieler vorstellt. Sie soll nach folgendem Schlüssel erfolgen: Von den Einnahmen werden au jedem Monatsende sämtliche Ausgoberi. die aus der Platzerhaltung, aus der Unterstützung der übrigen Sektionen, aus der Bezahlung der Angeftellten^ustv., abgezogen. Der Reingewinn wird b«tn wie folgt an die Spieler verteilt: Die Kampfmannschafl, zu der die Erste und die Reserve gerechnet wird, soll in drei Kategorien geteilt werden. Am Reingewinn werden die Klastenspieler, also, die Gruppe A mit drei Sechstel, die Gruppe B mit zwei Sechstel und die Gruppe C mit einem Sechstel partizipieren. Der auf diese Weise auf deu einzelnen Spieler entfallende Betrag wird aber nicht zur Gänze zur Auszahlung gelangen, sondern der Fußballer erhält nur 75 v. H von dieser Summe. Der Rest soll dem Spieler fort* laufend gutgeschrieben werden. Der am Monatsende sofort zur Auszahlung gelangende Betrag darf dabei eine gewisse Hgrertze niK überschreiten. Sollte dies doch der Fall fein, bau« wird der Unterschied ebenfalls dem Spieler gutgeschriebeu werden. Diese Restbeträge bekommt der Spieler bonu,' und zwar zur Gänze, wemr er aus irgendwelchen Gründen sich nicht mehr sportlich betätigen kann oder wenn er von der Sektionsleitung für nicht mchr fähig befunden wird, in der Kampftnannschaft mitzuwirken. Wemt ein Spieler freiwillig den Verein verlaßt, dann bekommt er seine Ersparnisse erst dann zur Gänze, wenn er zwölf Jahre dem Klub angchort hat. Tritt der,Spieler von Rapid aus, bevor er dem Verein noch drei Jahre angchort hat, dann verfallen seine Ersparnisse zugunsten der Fußballsektion. Erreicht die Anzahl der Jahre seiner Zugehörigkeit zu Rapid beim freiwilligen Austritt eine Ziffer, die zwischen drei und zwölf gelegen rst, dann erhält der Spieler nur einen zu errech nenden Bruchteil feines ersparten Betrages. Der Rest verfällt wieder zugunsten der Sccktion. Die ans diese Weise der Fußball- Mion zugute kommenden Beträge werden aber nicht auf die Fußballer aufgeteilt. Diese Art der Entlohnung hat sicherlich etwas für stch, doch darf nicht vergessen werden, daß die Durchführung dieses Programmes einen überaus kostspieligen VerwÄtungsapparat erfordert. Für unS sind die als unwesentlich gedachten Bemerkungen die interessantesten. Vor allem können wir es uns nicht versagen, ein ganz klein wenig boshaft zu werden. Herr Direkwr Fischer beklagte eS nämlich, daß fast sämtliche erstklassigen Vereine nur den Fußballsport Pflegen. Sie degradieren sich dadurch zu einem Zirkus, während 'sie in Wirklichkeit Sportschulen sind. Herr Direktor Fischer bezeichnete den Wiener Sportklub als deu einzigen Verein, der auch andere Sportarten pflegt. Wir möchten nun an den Herrn Direktor die ergebene Frage richten, ob er schon etwas von der Hakoah gehört hat, die nach Ansicht vieler und nicht der schlechtesten SportSleute als der größte Sportverein Mitteleuropas bezeichnet wird. Melleicht hat Herr Direktor Fischer auch vernommen, daß die Hakoahner nicht nur im Fußbmlsport, sondern auch im Ringen, Boxen, Schwimmen. Hocken, Eishockey, Touristik. Fechten, Tennis und in der Leichtathletik zumindest Durchschnittsleistungen bieten. Herr Direktor Fischer hat auch über vre kulturellen Aufgaben der Sportvereine gesprochen und auch iu dieser Beziehung glaubte er, daß nur der Wiener Sportklub diesen nachkommt. Wir uröchten den Referenten daraus auftnettstam machen, daß die Hakoah eine Schachsektion besitzt, die die Meisterschaft von Wien gewann undeine Orchestersektion, die in den größten Konzertsalen Wiens vor auSverkaustem Haus ihre Konzerte abhält. Sollte Herr Direktor Fischer der Hakoah aus dem Grunde keine Gerechtigkeit widerfahren haben lassen, weil dies ihvl wegen der-gleichen StammeSffiigehörigfctt peinlich gewesen wäre? Mocm erfuhr noch manches Jftwe-Lesjante. So gab der Vertreter des Wiener SporMurbs unuMou-nldsn zu, daß die Spieles seines Vereines schon seit laWer Zeit nach dsni vom §wru Direktor Fischer gekennzeichneten Ähilnsstl LlMohnt werde». Wir eviniteru u-uS, daß vor nicht allzu 'la-rvger Zeit Vertreter der Domlbacher es Writteu haben, daß ihre Fußlball-er '-vgend lvelche Zwvenidun'gLti rchollvit. Herr Direktor Fischer «iftand auch zu, daß Schönecker schon vor deut Jahre IWv vom Verrsti in irgend wÄcher Form Bc-ttäHe.erhoLtt.n hat, auch dies, wurde sogar im Fußballdctck'-'iw von den Delagietten von Rapid seinerzeit bchtrincu. . Herr Direktor Fischer gestaud auch rm-mMvunLen ein, daß; das Benchmerr der Aubängevschast von Rapid viel zu wmsichen übrig -läßt, so daß -die ErHiehung vios-er Niassen Mt als notlvendig erscheint Er galsogar bekanm. daß der Fanatismus der Parteigänger der ^pi^er so weit geht, daß SchöweckkV,!d«r in Breitewse'e wchu., um feine persönliche Sicherheit besovgt ist. Diese Mitteilmig scheint uns sehr ber.evkc-uswer!t. Wir «muern .uns noch gut w.ron. was sich-vor ungefähr -oi-nem Jahr beim MeMpschaftsspiel Rapid gegen Hakoah irr der Krieau zutrug. Damals gelang es den Anhängern von RapG, tzlr Hakoahner «in scher Beziehung n-utcrzükMM», so daß der Mische Verein viele Milliorren «ausgeben mußte, mu den Sportplatz wieder instand zu -setzen^ Wir haben damals über dir Anl)ättger.schaft vo,r Rapid beredte Klage geführt «und forderten vom Mtzvallperbcmd eÄce DtszihMn'e-rmkg. Dw gxsarnte Poesie, schwiieg, da sie es anischeinriD nicht wagte, mit den Hüttel- -dochern amzubindeu. TOr^'' FichballvsM-rch ftatk keinvrl Anlaß gesunden, csiMschroiten. Nun ernähren wir cms denc Mu-r^de de§ BiKchrMdenten vmr Rapid, daß ihnen ihre eigenen Pavteigälivge-r, die sie vielleicht tm IniLveli? «der wünäckenswerterc MeisterschastSsiege gewähret! ließen, über den Kopf getoachsen sind. Es ist cime alle Tatsache, daß mdn die gevusrneu Geister nicht so bald los ivird. Herr. Direktor Fischer hat neue Wege gewesen. Wir hoffen, daß sie zur allgemeinen Bcsscvrmg der Wiener SportverWinirsse ll^m'Oyen wenden. UngaLischc Beeeine in der Fremde. Der F. ST, E. rvuU «aai -2. d. in .Konstautin-opel ein ££«&<> spiel gegen Feuer Bagche aus und blieb mit 2:1 Töven Sieger. Der M. T. K., »der. >in San Gebah-ian ysgen Real Soviedad 2:3 nn-terle^n war, rch-anchie-rte sich am .1. d. garii; igchöri-g. Der unqarWe Mriister schickte die Spanier mit 4:0 LvvAt vom LpictLfeD. Der >U. T. E. hatte in Spanien Lein Wück. Er verlor am 1. d. i« BareÄona MM« F. E- Sabadell 02 Basas «weilt in Jtäilxn und sie>sie am 1. d. in Äneoua 3:1. II..2. S. E. setzit-e -seimn Siclaes^.ng in^Jtaliien sott. Am 30. Dezember v. I. si-r-gtkn. die Ungarn gegen- L-oinhabdia 14- ’kttio 6:2 (4:1) und «nt 1. d. sieben sie «egen. BiaveMo 2:1 evfolgveich. Für das Länderspiel gegen Z-ialien ivurde alcnd» gültiger Austragungsort Genua vesiimmt. Die Hauptversammlung des Oesterreitchischen FußbaA &unb*§ wurde für den 26. April angesetzt. Die Ausstellung der österreichische» Auswählmaunschast für den anr 18. d. nr Nü r n b e r g gegen Deutsckckanh> statt-- findenden Länderkampf wurde gesteru vom BundeSkaPitan w» einige Tage verschoben, da die Vi>ettna noch nicht anqÄanat« ist, deren Spieler bei Nominierung der DsarnS in -Betracht kommen. Jüdischer Sportverband. Zur Vermeidung vou Mißverständnissen und eventuellen spateren Reklamatirmen werde« die Vereine aufmscksam gemacht, daß Schekelhefte nur beim Jüdischen Sportverbande behoben und dortselbst auch abgeführt werden dürfen und nicht, wie eS bisher auch durch die B^nckZfektionen geschah. Die Ausgabe der Schebelhefw erfolgt an allen Wochentagen mit Ausnahme von Samstag in oer Zeit von 6 bis 7 Uhr abends. — Montag den 7. d. um halb 8 Uhr abends tut Hakoah-Klubheim wichtige Borstandssitzrmg. Fügende VorstanbSmtwlicden werten ersucht, pünktlich zu er - ^cheinetr: Direktor Spiraler, Actur Baar. Wolfensogn, Drktor Heller, Ingenieur Zdenro Kömgstem, Herbert Feßler. Lauser, Torczyner, Tysser. HaSmonea. Sonntag den 20. d., 16 Uhr vormittags, fünfte ordentliche Generalveffsminlung im Feltfaale de- Wiener Theatercake, 2. Bez.. Pratr-rirraßc 33, mtt folgender Tagesordnung: Protokollverlesung; Rechenschaftsbericht; Be-- der Schriitr,"'brer, Kassiere. Revieren: Erteiärna des Absolutoriums; Statutenänderung; Erhöhung der Mitglieds^ beitrage; Neuwahlen und Eventueller-. — Sollten Zur feftgesetzten Zeit nicht zwei Drittel der Mitglieder anweseua sem, so ftndet eine Stunde später eine unter allen Umstäiwen beschlußfähige Generalversammlung statt. Mit Rücksicht auf dia äußerst wrchtigc Tagesordnung tverden sämtliche Mitglieder ersucht, bestimmt zu erscheinen. Am 3. Februar finden die Wahlen der Fußballfektion statt. Ab kommenden Montag Saaltraining der Fußballsektiort iin 1. Jüdischen Turnverrtnssaale, Liechtensteinstraße. Die Spieler der ersten Mcntnfchaft sind verpflichtet, benu Training zu erscheinen, während die Spieler der übrigen Mannschaften erst nach vorheriger Anmeldung bei Herrn Kupfermann am Training ieilnehmen können. Fritz Markftebr, ein Bruder de§ verdiertswollen Obmanns Ernst Markstein, ist der Hasmonea beigetreten. SiLgnmud Adler, der Besitzer des Cafe Adler, ist der Hasmonea betgLtreten. Die Generalversammlung des S. L. Hazair-Arattabä« findet ant Sonntag den 2V. d. um 4 Uhr nachmittag im Safe Lovrana, 3. Bez., Löwengasse 36, statt. Anträge sind bis längstens 13. d. beim Schriftführer einzubringen. Jum 1:0»Sieg der Slavia über den 1. F. C. Barcelona, »na, 1. Jämter. Slavia-Barcelona 3:2 (1:6). Es störten irr der 9. Minute Kratochvil, in der 61. Minute Stapl, in der 88. Minute Kratochvil. Das erste Goal Barcelonas in der 71 Minute aus einem Elfmeter, das zweite aus einem Freistoß in der 88. Minute. — In der 18. Minute kam es zu einer Kollision zwischen Staplik und Samitier. Dieser wurde durch Plartco ersetzt. In der 89. Minute wurde Hlinak so schwer verletzt, daß er vom Platze getragen, werden mußte. An seine Stelle trat Seifert, während Pechar als Back eilttrat. Cella,- der die Verletzung Hlinaks verschuldet hatte, wtrrde auZge-, schlossen. Gegen Schiedsrichter Boa? demonstrierte das Pn« - bliküvt. Spauiscke Pressestimmeu über die Slavia. Rach den: , ersten WettMsl der Slavia mit dem s>pa-:rWm Meister sangen die lotalerc Fach- und Tag"szeit>unqen Lobhwnnrn die Slavia und ihr Spiel. Trotzdent die ZMungen vor den Feisrtagelt nur mit 6 Seiten erschienen, widmeten sie den Dschechv- Slowaken eine ganze Spalte, ncanche sogar eine ganze Sctte und mchr. ,-El NotiLierv BrDaino" gibt seinem ÄrjÄel.die Aufschrift: „Tie Swvra aus Prag ist ein Wunder" und schreibt:, „Wir tmlßten, daß der Rivale Spartas sehr stark ist, aber alle unsere Erwartungen wurden ü-berlrosfen. Tatsächlich war daS Spiel der Slavia wunderbar. eS hatte keine Schwächen. STavm t»U. Nachdriuk ««rboteir! 7» I.»Si»ro)mjIrokk-V«r!se, LerUn. (49. Jortlehn»s«) Sukel Moses. Roman dort Schalom Asch. Auch WLaifcha hatte sich geändert, seit sie geheiratet hatte. Der Onkel schiert ihre ganze mädchenhafte Zärtlichkeit ausgesogen und etwas voll seiner mäiMlichen Brutalität in sie eingehaucht zu haben; dies war an ihrer beider Gesichtern zu cr!cmteu. Ebenso wie in des Onkels Gesicht nwn-schliche Hilflvsigl-eit strahlt^, so lvar tit dieser Zeit in Vraschas Gesicht die mädchenhafte Zärtlichkeit gänzlich er* loschen. Sie war stärker und voller geworden, wie eine schöne reife Frucht; doch ihre Äugelt blicktelt schreckhaft, als hätte sie Angst vor etwas, das in ihr elttsta-nd; ihr Gesicht aber hatte Veit AuSdvttck des Bereitseins zuln Schlitze ihrer selbst. Ihre große, starke Erscheinung und ihr erttschiedener Mick drückten Herrschaft aus. Die Schwallgerschaft vertiefte uitd verstärkte lioch telt Eindruck ihrer gebieterischcrt Herrschaft, §en sie unt sich vcrbreiiete, ten Ausdruck einer schivangeren Stantmesmntter, welche lveiß, daß sie Leben auf die Welt bringt. Onlcl Moses hatte, seit sie schwanger war. Ehrfurcht lutt. Achtung vor ihr, wir vor cttvas Religiös-Geheimnisuolls^i, Mysteriösem. Eilt itltbcgretslich zärtliches Gefühl gegen [ein eigenes Fleisch und Blut, gegen sein ztveites Ich hatte ihn ergriffell, welches tu tiefer Verborgenheit in dent Älädchen lag, das sie in sich barg und dem sie Leben schenkte; aber auch eilte geradezu religiös-mystische Furcht, vor dem. lvas setzt in Atascha vorging, vor dent Unverstärtd- . list-elt, Ultbciivußtett, das in ihr entstand, vor dem Wrmder Gottes, der ^durch sie Lebert schuf.! Das hatte Onkel^Moses schwach gelltacht und ihtt ulttertänig zu ihren Füßen gezwullgell. Das ulid noch etwas. Onkel Moses l^tte rille, große Sehltsttcht ltach 3,'eir M, ltt-it er M«jcha hatte, Es war, als hl>. er sich Volt allen -häßlichst EmpfindltlMlt gereinigt, die ihm aus se.inent srüherett Lebert geblieben waren. Und Mascha, die jltnge, unschuldige Älascht, lvelche er erzogen und zu seiner Fralt gelnachi hatte. Dlascht. lvar für ihn das Symbol der ^Reinheit. Iu ihr hatte er sich Volt seinem ganzen häßlichrt uud süudhaftelt Lebert gereinigt. Nicht nur sie selbst, auch das Zimuier, irr welchent sie wohnte, die Gegenstände, welche sie berührte, die Kleiner, welche sie trug, sie ertvecktert tu ihnt die Enpsindurrg der Reinheit. Diese Berührung mit der Reinheit hatte ihnangesteckt; er tvar erpicht auf Sarrbevkeft und hatte Sehltsttcht danach. Das tvar es, was ihn..zu Maschas Diener. lvaS ihn schwach und merrschlich litachte. Doch ent ganz anderer Trieb sagte Alascha. Auch sie lvar mit etwas tu Bevühvmtg gekontlttett - rtnd die Folgert luarert <^atlz andere. •> Jede Berührrutg, jede gc.lva-tlsaut. argernngerte (-ärt-- Uchkeit. rief bei ihr zinmchst Ekel und daurt GleiWiltigkeit hervor. Sie tat aller', trwS von ihr verlartgt lvurde, rveil es ihr schiert, daß sie darnals, als sic zunt Ortkel gegängelt und ihn gebeten hatte, sie zu heiraten, sichln allont eiuver^ standen hatte; und sie hielt sich für ein Opfer. Iu der erstell Zeit nach ihrer Hochzeit lag lwch eilt stiller Leidens-schetn auf ihr — der Schein eines Opfers, der sie. edel ttud schön machte. Doch der Dnfel zeriß nach und nach diesen Heiligenscheilt mW verlöschte ihn. Er erweckte einen Reiz in ihr. Doch Tr. Gold'ste.ius elcttrische Maschilteu, tvelche Onket.Moses träges Blut wärmtmt >tmd ersrischielt (der Onkel gebrauchte sie iusgche.im), tvaren nicht imstande, den OMel jung zu ntacheu. So lveckte er sie aus ihrem MädchelltranM und lvar lttcht itllstalvde, ihr einen attderell, einen Wahr!raunt zu schast!eit . . . Sie ltwr lvie eilte Braut, die zu einer Hochzeit > 'laden ist, auf der Dqr BrÄtt-igg'ln Wt » . . We ein" junger, frischer Sprößling unter einer Glasglocke, dessen Erte gedüngt und dessen Wurzeln gewärntt tverden. doch dessen Zweige dttrch das Glas be,engt sind ... Durch jede Berührung, durch jede ihrer ZärÜichkeiren machte sie ihn edler und schöner, pflanzte sie in ihm neue Sehnsüchte nach dem Leben ein, doch sie selbst wurde haß« licher und roher. Wie der Pharao, welcher bei Nacht iu Kinde Mut badet, ging der Onkel bei Tag gut, freundlich, -strahlend lind lächelnd rmrher, bester zu den Mensch'-n und ztr Gott. Sein Herz, welches mit dem Kinderblut genährt war, Las er des Nachts gctrun-kett hatte, wurde weicher, fühlender und menschlicher... Sv nährvs Mascha. Nacht für Mcht -mit ihrer Mädchenunfchuld und ihrem Jugend' adel tropfenweise einen fventben, alten, dürren Dorn. Der Dorn itegümt zu Hültcit und sie selbst verdorrte . . . In der ersten Zeit empfand sie Scham. Sie meinte, alle lvüßtclt es, alle sähen ihre MädchertgLhe.rmniste, welche der Onkel enithMt hätte und sie lägen nackt und Äoß vor der ganzert Welt — daher schloß sie sich tagelang in ihrem Zimmer rin, verMoß sich vor den Brenschen, schämte sich, ln Spiegel zu schauen, ihr: eigenes 'Antlitz anzuf'öhsn. Ihre eigene Schwester zu. scheu. Datttt ergriff sie Sehnsucht tmch ihren Mädchen« jührerr. Sie liebt: es, sich mädchenhaft zu kleiden wie zu der Zeit, da sie noch tu der Pension gewesen war, und cmtueTte sich an den Keiusten Umstand, der sich ereignet hatte, als sie itoch ekt Madchett lvar. Die Gespräche mit ihren Freundinnen, ihr Spiel mit Charlie und ihr Spott über ihtt — jede .Weinigkeit rief bei ihr unendlich viele angerlehme Erimterungen hervor. Sie schloß sich ganze Tage lang eilt, zog ihre Schulbücher und Schulhefte, die 'sie als Andenken behalten hatte, alte Griefe, die sie emmal von Freundimten bLkommen hatte. Geburtstagsgeschenke, Sou* vemrs -und anderes unschuldiges Spielzeug hertwr u«d süllt-e -bttmit ihve leeren sehnsuchtsvollen Tage ans.

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