Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1755 (4.1.1924)
- Date
- 1924-01-04
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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r * 't' ü \ Me lü Men, Frettay Wiener Morgenzeitung. «g ~iWLV. Y^uiwr Wt wt» Fußball. Die Hakoah in Aegypten. Ein begeisteter Empfang in Kairo. UÄegvauvm der ,Miener Mougenzoitung".) Kairo, 2. JLmrer. Der heutige Empfang in Kairo läßt sich nicht schildern. Unübersehbar war die Menschenmenge, die umS tun Bahnhöfe erwartete. Als sie unserer ansichtig lwulLe, ergriff die Einheimischen ein wahrer BegeisterungstaumÄ. Bis Mm Hotel begleitete. uns die Menge. Emen derartigen. Empfang, der alles bisher Dagewesene in den Schatten stellte, hatten wir rächt erwartest. Sämtliche Reisetvidvchmer erfreuen sich der vrWmnmenstev GchunÄhsL SchoLam! Dr. Körner. Die Berufsspielerfrage. Sind die Fußballer der menschlichen Gesellschaft vom Nutze»? Das Thema ist sehr langweilig geworden, da die Oeffentlichkeit mit zahlreichen theoretischen Erörterungen behelligt wurde, ohne daß den vielen Worten irgendwelche Tat gefolgt wäre. Sie glaubt nicht mehr daran, daß es den Verfechtern des Berufsspielergedankens mit ihrer Absicht ernst ist. Nach dem, was wir vorgestern bei der Aussprache der Vertreter der zweitklassigen Vereine gehört haben, sind wir zur Ansicht gelangt, daß die Zweifler recht haben. Was bei dieser Sitzung an Unaufrichtigkeiten und Unwahrheiten ansgetischt wurde, überstieg alles Erwartete. So fand ein VereinSmacher den Mut, den reinen Amateursport zu verfechten, obwohl die Tatsache allgemein bekannt ist, daß gerade sein Klub in den letzten Wochen einem neugewonnenen Spieler ein Handgeld von mehreren Millionen gegeben und für die Freigabe eines anderen Spielers viele Millionen verlangt hat. Herr Me i s l, der die meisten Redner wegen ihrer Unaufrichtigkeit bekämpfte, hatte anfangs einen schweren Stand. Als die Delegierten von Rudolfshügel und F. A. E. umschwenkten, die Komödie nicht mitmachten, die derzeitigen Verhältnisse wahrheitsgetreu kennzeichneten, mußten die Derfechter des reinen „Amateurgedankens" den Rückzug antreten. Herr Meisl brachte seine Ansichten auch deshalb zur Geltung, weil sich mancher Vereinsvertreter „verplapperte" und dann das, was er ursprünglich geheimhalten wollte, aus der Schule schwatzte. Die Mehrheft der Anwesenden gab schließlich ihren Willen dahin kund, daß die Zweitklassigen zum Ama-teurismus zurückkehren wollen, wenn ihnen der Verband genügend Schutz angedeihen läßt. Vorerst war es nicht ersichtlich, was die Herren unter dem „Schutz" eigentlich verstanden. Später gaben sie bekannt, daß sie eine strenge KarrenzbchiMmung verlangen. Sie präzisierten ihren Standpunkt wie folgt: „Wenn ein Spieler von einem zweitklassigen zu einem erstklassigen Klub' gehen will, das heißt, also nach Auffassung der Anreger, von einem Amateurzu einem Professionalverein, dann dauert die Sperrzeit ein Jahr. Wenn aber ein Spieler aus der fünften, vierten oder dritten Klasse einem zweitklassigen Klub Beitritt, dann soll die Sperrzeit im. Höchstausmaße mit drei Monaten festgesetzt werden. Wenn wir boshaft wären, so könnten wir behaichten, daß die Zweitklassigen sich vor Kaperungen schützen, ebbst aber unbehindert in ftemden Gehegen jagen wollen. Meisl wies darauf hin, daß die Forderungen der der Anwesenden mcht nur unsportlich, sonha seU Mchr^ t dern im höchsten Grade unmoralisch und unreif sind. Wenn die zweite Klasse reinen Amateursport pflegen will, dann ist es unstatthaft,, daß sie Herrenspielern die freie Entscheidung über ihr sportliches. Wirkungsgebiet einschränken will. Ein Gentleman-Amateur kann jederzeit, zu jeder Stunde und aus welchem Grunde immer, den Verein wechseln. Ja, er hat g u i Miiuumc un einet mu|t< schüft zu zwingen. Ein Fußballer, der aus reiner Liebe Sport betreibt, kann nicht bemüßigt werden, Sonntag für Sonntag, gleichgültig ob es regnet oder ob es schneit, zum Meisterschaftskampf anzutreten. Ein derartiger Dauerwettbewerb setzt Professionals voraus und, wenn dw zweite Klasse reinen Amateursport pflegen will, dann muß sie die Meisterschaft abschaffen. Die Mehrheit der Anwesenden scch, daß ihr Standpunkt unhaltbar sei. Da sie aber keine Zugeständnisse machen wollte, verliefen die Debatten im Sande, so daß man am Ende der Sitzung nicht wußte, wozu man eigentlich gekommen war. Wir kennen das Dilemma der Verfechter des sogenannten reinen Amateurgedankens. Sie gehören dem V. Ä. ©., sind also Sozialdemokraten. Ihnen wurde der Grundsatz eingeimpft, daß nur der ein Anrecht auf Leben hat, der sich der menschlichen Gemeinschaft nützlich erweist. Ihre.Parteidemagogen betrachten nun das Fußbaspiel in erster Linie richtigerweise als Mittel zur Kräftigung der Jugend und in zweiter Linie als reines Vergnügen. Fußballer, die in irgendwelcher Form aus dem Sport Nutzen ziehen, find diesen Demagogen ein Greuel, da sie für-die Bezahlung keine der menschlichen Gesellschaft nutzbringende Gegenleistung erkennen. Die B. A. S.- Leute sind nun-Sozialdemokraten und fühlen sich dazu bemüßigt, dem sportunkundigen Demagogen Folge zu leisten. Andererseits sind sie fachkundige Sportsleute. Sie kennen also die Verhältnisse im Fußballsport, wissen, daß sie nicht zu ändern sind, getrauen sich aber nicht offen für die Einführung des Berufsspielertums einzutreten. Aus diesem Zwiealt führt der Weg, daß man allen den Wert er fußballsportlichen Darbietungen für die Gesellschaft kenntlich macht. Der Fußballer, gleich- Ö in welchem Wirkungsaebiet er sich betätigt, ist ein Dorer und Verfechter des kulturellen Fortschrittes. Sowie der Künstler die Kultur des Geistes hebt, so vervollkommnet der Sportler die Kultur des Körpers. Er ist der Werber und das Vorbild für alle körperkulturellen Bestrebungen. Durch sein Beispiel spornt er viele Träge dazu an, sich mit ihrem Körper. zu beschäftigen. Der Sportler und mit ihm der Fußballer nützen also der menschlichen Gesellschaft in ganz bedeutendem Maße und der Bezahlung der ersteren steht ganz entschieden eine bedeutende Gegenleistung gegenüber. Uno in noch einer Hinsicht dienen die Fußballer ihren Zeitgenossen. Sie-bereiten letzteren nämlich kurzweilige Stunden und oft tote! Vergnügen. Wenn man also Brettelsängern und derlei Artisten ihr Brot vergönnt, so darf man es den Fußballern nicht verweigern. Diesem Gedankengang müsien die V. A. S> Leute folgen. Dann werden sie auch nicht zur Ansicht gelangen, daß sie ihren Grundsätzen untren geworden sind, wenn sie ihre Stimme für die Einführung der Beri"'?.si'i-'lcrtmns abgeben. d. Aus dem Straf- und Meldeausschuh. Emgestellte Verfahren: Gegen Hazair, wegen Ausstellung eines urwerechtigten Spielers gegen HaSmonea; Spieler Samuel Weitzner für Hazair berechtigt. Disgtra.Uiziort ivurden: Auf zwei Monate, d. i. vom 6. Jänner bis emschließlich ö. März 1924: Wirtschafter äHechawer) wegen unfairen Spielens. — Auf drei Monate, d. t. vom 6. Jänner bis einschließlich ö. Apvil 1924: Sudrich Ächan (SS. A. C.) wegen Beleidigung des Schiedsrichters. Geldstrafen: Wacker 16.000 K. lvegen Auifftellrmg von unberechtigten Spielern gegen Freie Elf. Tscheche-Slowaken in Spanien. Slawin besiegte den 1. F. C. Barcelona im Revanchespiel 3:8 (1:0). — Der D. F. C. unttirlag in Valencia gegen Gymnastic Elüb 2:6 (2:1). Für den D. F. C. waren Kuchynka und Sedlozek erfolgreich. Schwimmsektion der Hakoah. Zu Beginn der Vollvcrsarmulung begrüßte der SÄtionÄeiter Herr Dr. Heller die EvschienenUi und erstattete anschließend den LeitungKbericht über das abgÄaufene Jahr. Ihm folgten die Berichte des Kassiers (Szig. WertWmer) und des sportlichen Leiters (Sam. Werthermer). Die Abgetretene SektionAeitung brachte eine einstimmig gut geheißene Resolution zur Abst-mmnun^. in der dom scheidenden Leitungsmftgliede Herrn Ernst Weiß für , seine langjährige, überaus ersprießliche Tättgksrt für die S°H>ion der Dank ausgesprochen wurde. Man gab der Hoffnung Ausdruck, den bewährten Mitarbeiter möglichst bald wieder aktiv Mitwirken zu sehen. — Die Neuwahlen hatten folgendes Ergebnis: Sektionslsiter: Otto Hollub, Dr. W. Heller; Kassiere: Sz. Wertheimer. Frau Hilde BranÄstätter; Schriftführer: Frau Hollub; sportliche Leiter: Sam. Wevthoimer. Max WackM; Verbandsverlveter: Louis Jung; Pressevertreter: Bernhard Mamper; Referent für zionistische Angelegenheiten: Gisit. Leitner; Beisitzer: Ernst Rösler, Ernst Braun; Vertreterin der Damenabtvilung: Frl. Lotte Schönfeld: Vertreter der Wasserballer: Der jeweilige Kapitän. Diese Liste gelangte per AAlamatton zur Annahme. Die neue Leitung sprach sich noch kum über Wege und Ziele der Sektion für das Lammende Jahr aus. Auch weiterhin soll neben der Erzielung' guter Sportleistungen auf breitester Grundlage das Schwimmen als Wasser- 0 gefördert und gepflegt werden. Auch die unentgeltliche »Übung der unbemittelten jüdischen Jugend bleibt weiterhin eine Ausgabe der Sektion. Htckoah (Touristik- und Wintersportsektiou). Auskünfte und MÄgsiMranmeldungen jeden Freitag ab 8 Uhr abends. Programm für Sonntag den 6. d.: Pretül. Abfahrt am Vortage nach Mürzzuschlag. (Führer Sonnenschein.) Anmeldung. Günstige Schnoevelhälttvisse vorausgesetzt, finden im WienerwaK» Mfahrten für Anfänger und Vorgeschrittene statt. Näheres im Klubheim. Wienerwaldfußtour: Zusammenkunft halb 6 Uhr in Mauer. RodarM—Julienturnr—Mödling. (Führer Austerlitz.) — Heut«, halb 9 Uhr, in den KlubrLmnen, 8. Boz., Bermoplatz 1. erster Gssellschaftsabend. Vorträge und Tanz. Beim letzten Wienerwald-Lkiwettlauf am Sonntag gewann das Mitglied der Hakoah (Skiseilt ion), Herr Dr. Max Stern, in der Gruppe der Werbeiläufer <6 .Mometer-Lans» unter 56 Teilnehmern den ersten Preis. Hakoah WußballseLttion). schußsitzung findet wegen Erkrankung Aus den Vereinen. Die für houve angosetzie Aus» mehrerer Mitglieder nicht statt. Nächste Gitzrmg Freitag den 11. d. Kadimah. Heute, 8 «Uhr abends, Schwerathletik. Sonntag, 7 Uhr abends, Pmg-Pong-Trvining. halb 9 Uhr abends gsmüÄicher Uutchhalttmgsabond. SämÄiche MUglieder der Ping-Pong-Dektion wollen pünktlich erscheinen. Der nächste Bünte Abend im Pvfe Landtmann findet am 13. d. statt. Verein Vierte Klasse Südost..Heute um hoilb 7 Uhr wichtige Sitzung im Verbandsheim, Taborstvaße 1. S Theater von heute Burarteattr Julius Caesar 7 jRkaflenit>t])eatcrt Der gute König */,8 Slaatsoper: Carmen y27 OolKfopcr: Die Boheme >^8 venttcder voNtttßearer: Die Jüdin von Toledo 7 stai«una-Lbeatek: Die Dampfmaschine %S M. Haammplde: Mein Vater hat recht gehabt 7 — Die Damen vom Olymp 10 3eftaU*aBCt-B9b*tt Die Erwachsenen 7 flau (Diener Bühne: Pbi-Phi 7 Öhr. Stadttheater: Das Weib in Purpnr 7 garltheater: Glück bei Frauen 7 tbcater an der QMent Die Perlen der Cleopatra - 7 Ar. Bürgertheater: Das verwunschene Schloß 7 Johann St'antt-Cbeater: Bajazzos Abenteuer 7 Ar. Komüdiefthanit Der Hampelmann 7 Kolaad-Bühte: Ein Fehüritt V*8 Bttstspicltheater: Der Nachtportier vom Maxim 7j8 ApoNS'Vßealer: Der süße Kavalier 7 IMUBalatMiine (N., Taborstraße 1): Der Mann der sein Gedächtnis verlor 7.6, 7, 7,9 Boteatarm-Kino (l.. Fleischmarkt 1): Ehre Deine Mutter 4, 7,6, V48, 7<9 7 Em- “Keller KopP beginnt das Neue Jahr ... w (teemSdhetv! DcA-Oetker^ BacKuv.l Dozent Dr. Hans Könfgsteln, Primararzt, und Frau Anna Königstein geb. Dufcaft geben im eigenen wie auch im Namen aller übrigen Verwandten Nachricht von dem Ableben ihres innigstgeiiebten Vaters, Schwiegervaters, Grossvaters, Bruders und Schwagers, des Herrn Dr. Leopold Königstein Unlvaraltfltaprofessors der am 2. Jänner 1924 im 74. Lebensjahre nach schwerem Leiden sanft verschieden ist. * Die Beerdigung findet Freitag den 4. d. M., 7,H Uhr vormittags, vom Zentralfriedhofe (I. Tor) aus statt. Wien, am 2. Jänner 1924. 6enon und Eaxar KSnigsttla, als Brüder, gfttilit, Anns. Amalie, Jeanette Könifl$(«i« u. ßiala HenlttL» als Schwägerinnen, BdaiiCh KenlttL» als Schwager,?erdl«anfl Josef reich. 3o$ef, Henriette» Ecopold Könisrrei». als Enkel. ä Wirt snwM, log ~ . ood Xoodolontalioii aMu. her Beamte tobt BEBSON-Gummiabsätze u. Gummisohlen, denn dieselben schonen seine und seiner Umgebung Nerven und sind billiger und haltbarer als Leder. 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Rosen, Baden be> wie«» Gutenbrn». nerstraße414 Schule Gulfch Stenographie Maschinschreibe« kaufmännische Fächer II., LeopoldSgaffe 38 üromöbell Schreibmaschinen Leop. Steinhart Wien, L, Biberstrasse 9 Tel. 74-1-07. SchrHbnwchlnen-Rcparaturen Jakob Gelles, I. Rotgasse 1 (Ahn0kr BttBeWM berufen Sie sich auf die ,Mener Morgeuzeitung^ Herausgeber u. Eigentümer: Jüd. ZsttungSu, VerlagSges. m. b. H.. Wien, 2. Bez.. Taborstraße 1—8. Berantw. Redakteur: Alwin Goldschmied, P.ien. 4. Bez.« Favoritenstraße 72. — Druckerei- und Verlags-A.-G. Jg. Steinmann, (verantwort!. Leiter: Viktor Mistlbevger), 9. Bez^ Universitätsstroße Nr. 8. Redaktion für die Tschecho-slowakische Repnblikr Ludwig Wei^ Bratttztzwa. FrscherchorMr ß,