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Wiener Morgenzeitung · 1924-01-03 · Heft 1754 (3.1.1924) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1754 (3.1.1924)
Date
1924-01-03
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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O Veite 3_Wien. DonneMag ~ ' Wiener Movsienrettittes- " ' 1 . 3. Mnnev 1SK Nr. 1754 Ausgeboten wurden von Nadelholz- Schnittmaterial Tischlerware, Fichte 13 Millimeter 16 bis 33 Zentimeter zu 730.000 ff. ab niederösterreichischer Station, 6 bis 7 Millimeter Spaltware von 16 Zentimeter aufwärts zu 100.000 K.. 8 bis 9 Millimeter von 18 bis 32 Zentimtt« zu 925.000 K. ab Wim. Exportware sägefallend V 9* zu 17 Pmnd, 11“ zu 17 Pfnnd 10 Schilling. 8“ und 7“ zu 16 Pfund, Madriers zu 225 bis 235 franz. Franken, 24 Millimeter Breitware Qualität rurmal zu 200 franz. Franken eit atlimLischer Hafen, Lärche Staffel 8/8 15/18 4 bi? 6 Meter zu 600.000 R. ab steiermärkischer Station, von Laubholz- Rundholz Elche von 30 Zentimeter aufwärts zu 650.000 K. ab niederösterreichischer Station, Erle Werkholz pro Kilogramm vou 18 Zentimeter aufwärts zu 480 K. ab Wien, Brennholz Buche trocken tschechoslowakische 1922/28 zu 3,100.000 K. ab Marchegg, trocken hart zu 3,500.000 K. Wien, trocken weich Scheiter zu 3,600.000 K., Bundbolz pro Kilogramm zn 350 K. b niederösterreichischer Station. Wiener Warenbörse. (Gigerckericht der .Füiener MoogenzeilunH".) Zmn öffentlichen Verkauf gelangt am 10 d., 12 11hv, Schurwolle. Börse sör laadwlrtschnWiche Prodatte. (Eigenbericht der „Wiener Morgenzeitung".) Der gestrige Mttwochmarkt wies ziemlich spärlichen Besuch auf, da sich noch die Feiertage geltend urachten. Äe Nnrsatze blieben demgemäß fast auf der ganzer: Linie ohne feden Düang, wenn auch konstatiert werden muß, daß die Tendenz mit Ausnahme von Weißen Mehlen an Festigkteit nichts eingebüßt hat. Russischer Weizen hat fortlauftnd ziemlich be-> laugreiches Geschäft uach Böhmen, da sich die Frachtverkialtniffe nach diesem Lande günstig gestalten. Inländischer Weizen leidet im Absatz durch den ungünstigen Mehlrnarkr. Korn ist in..niederösterreichischer Ware spärlich offeriert und wird rm Preise sehr hoch gehalten. Slowakische Provenienzen rentieren dermalen kaum herein. Hafer und Mais liegen andauernd fest bei schwachem Verkehr. Das Mchlgeschäft läßt fast alles zu wünschen übrig. da einem überaus reichlichen 'Angebot in allen Mehlmarken aller nwglichen Länder fast gar keine Kauflust gegenüber steht. Die Preis« neigen entschieden zugunsten der Käufer, rmr lichte Futtermehle werden höher bvhchlt. * Es notieren pro Kilogramm ab Wien exklusive der Pamchalwarenumsatzsteuer: Weizen inländischer 3225 bis 3275 K., jugoslawischer 3450 bis 3525 K., Roggen inländischer oder slowakischer 277o bis 2825 K., ungarischer 2725 bis 2775 K., Gerste inländische 2750 bis 2950 K., slowakische 2950 bis 3350 K., Futtergerste 2900 bis 2600 K., Mais 2950 bis 3000 K., Cinguantin 3100 bis 3200 K.. Hafer 2375 bis 2476 K., Reis Bmana W00 bis 5500 K., Weißbohueu ungarische 6000 bis 6200 K., Großlinsen rumänische 12.300 bis 13.500 K., Kartoffel inländische 750 bis 1200 K., Pflaumen ä 25 Kilogramm etuviert m Kisten 80/85 11.000 K.. 95/100 9000 bis 9600 K., Preßheu süßes österreichisches 1450 bis 1550 K., Preßstroh 800 bis 850 K. ob Station. Malz inländisches 6200 bis 5400 K., Wicke 3000 bis 3200 K., Rotklee 16.000 bis 17.000 K., Weizengrieß inländischer 6200 bis 6300 K., Weizenmehl inländisches Nuller 5700 bis 5800 K., ungarisches 5000 bis 5300 K., (3.45 bis 2.55 tschech. K.), Brotmehl ls 4000 bis 4200 K., Futtermehl I» 2300 m 2400 K., Roggemnehl 4250 LiS 4350 K., Weizenkleie "330 biS 1300 K., Roggenkleie 110» bis 1200 K. Bkchmiirtte in St. Marx. (Eigenbericht der ,Wiener Morgenzeitung") B o r st e n v i e h m a r k t. Augemeldet wurden für den gestrigen Markt 3291 Schweine, allein zu Beginn derselben waren bloß 2307 Stück, darunter 260 Fleisch- und 2057 Fettschweine, aufgetrieben. Der Provenienz nach waren 282 inländische, 371 ungarische, 1607 jugoslawische, — dänische, — holländische und 47 schwedische.-- Infolge der Schneestürme iv Holland imb Dänemark sind die dortigen Fleischschweine auf dem gestrigen Markt ausgeblieben. DaS Angebot entsprach daher nicht der Nachfrage, so daß die Preise gegenüber der Vorwoche bis zu 2000 K. pro Kilogramm gestiegen sind. Fettschweine tendierten in allen -Qualitäten ziemlich unverändert. ES notiertem Fettschweine prima 27.000 K. bis 28.500 K., mittelschwer« 26.500 K. bi» 27.500 ff., Bauernschweine 26.500 ff. Li» 28.000 ff., alte Schweine 23.000 K. bi» 26.000 K. und Fleischschweine 26.000 ff. bis 31.000 ff. pro Kilogramm Lebendgewicht. BaamwollmaM. Brw-Avrk. 31. Dezember. Baumwollzufuhren tu den atlant. uttb Golfhafen 37.000, im Innern 14.000, Ausfuhr «ach Großbritannien 44.000,. nach dem Kontinent 22.000. Lokalmarkt middling: 36.70 (letzt. Kurs 36.65). Tendenz: Kaum stetig. — Termine: Dezember —, Jänner 35.20, Februar . März 35.62, Avril —, Mai 35.81, Juni Juli 34.75, August 31.78, September 29.50, Oktober 38.80, November 28.40. Berliner Börse. BerU«, 2. Immer. Die Bör-e schm: HMuuaMMler ins um« Fahr anMtreten. Bai Beginn des Verttchrs mÄhte sich lebhaftev« KwuÄ'usst auif allen ILnjsMMsten geiliend, dve durch die wüseMrche ErtleichöenMy deS GeLdmarkteZ iMivrstützt wurde. Die Zinssätze stellten sick^ unt«er ein halbes Pvotzew. Deingevraß waren nahezu vilrWxsgS MrserklMmigerr zu veryoichnen, EchEcher war dies bsi vinftÄnen Berten des MMtanmaÄVeS; so stieben Bochuimer um 16, Dmtjsch^LuM:- burger um 4, HrchenOohemn 4, lLaurayüdte bei bevhaffkn Umsätzen um mehr Äs 5 Billionen. Start begehrt waren ferner Qbertolks. die nrehr Äs 13 Billivwen gewannen und ssemer G<. Kr elektrische Unternähmen, dwe sich um 2 Billionen höher stellten. Dmtische Anlegen wurden wieder zu. wAweiise 'beträchtlich echWen Kursen aus dem Marti gemmmnem. Nach BcstrichiiMMig der Vovliejaenidsn KMffaiustrage wurde das Geschäft uchiiger, die feste Stimmung konnte sich abG behaupten und die Kuäse zogen maU weiter rin. (MeS in Billionen von Mark.) S ch l u ß k n r s e: Türkische Lose 30.5, Oesterr. Staatsbahn 62.5, Nordd. Lloyd 13.135, Ber. Elbeschiffahrt 7.5, Berliner Handelsgesellschaft 70, Kommerz. Privatbank 6.5, Darmstadter Bank 16, Dentsche Ban! 18.—, Diskonto- Kommandit 22.75, Dresdner Bank 9.75, Nationalbank für Deutschland —.—, Oesterr. Kredit 0.9675, Oesterr. Länderbank —, ReichSbauk 38, Wiener Bankverein 0 725, Wr. Unionbank 0.725. Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft 13.5, Pochumer Gußstahl 83,. Daimler Motoren 5.37. Deutsch-Luxemburger 65.5, Deutsche Maschine» 7.75, Dynamit Nobel 11, Felten u. Guilleaume 43, Gelsenkirchener Berg. 71.75. Tb. Goldschmidt 25, Harvener Bergbau 84, Hirsch Kupfer 58, Höchster Farben 23.—, Hohenlohe-Werke 45, Laurahütte 30.5, Mannesmannröhreu 53, Phönix Bergbau 51, Schuckert v. Co. 58, Siemens u. Halske 54, TellKhon Berliner 9.5, Dollarschatzanweisungen 4.2. Prager Börse. Prag, 2. Jänner. Di« Börse eröffne«: heme Mi- Aus «i-MMir (Mtteien kam es wMi: Reajl-ffa.ionen Or leichten MschwächunMi. So Kr Mpmr, Schoeller, Aussig RoGiwerien, Chemische, PetvÄ-SM: wnd K:mstdüinge.r. DaMM waren Montan. MrWEer, BeWnann, CoSmvmos und Sprvi't'lls- Mssien schr fest. In Arbii-rlagewrrten war gegen Schkuß das Antgebo: vocherrtchend. Der DanEemnarlt veckehrte fast durchwegs fest. Auff dem A-Wlagomarkt kern: es zu Atbschtwüchunigvn und intfÄtge erhöhten Angebotes kam es m ömiyen Fällen zu keinen Nöbienmtzpn. Aaff dem ExotenmarA bestand Nachfrage nach Schörchrichsner und SÄo. Der Schiliuß War unttlgülmäßrg. Schlußkurse: Türk. Eisenbahn-Anleihe 400 Franken Böhm. Unionbank 475.-, Böhm. ESkomptebank 468.-, DSH«. IndustrtalbMk 480.—, ZivnostenSka Banka 458.50, Anglobank 173.—, Oesterr. Kredit 170.—, Wiener Unionbank 176.—, Wiener Bankverein 117.50, Buschtiebrader Eisenbab« Lit. A 600.-, Lit. 8 229.-, FerdinanbS-Nordbahn 9900, Prag-Duxer 205.—, Aussig-Teplitzer Eisenbahn 1265.—, Nestomitzer Zuckerindustrie 1990.—, Vereinigte Elektrizität Wim 244.—, Brosche 1695.—, Koliner Spiritus 1465.—, KönigShofer Zement 1390.—, Breitfeld-Danek 580.—, Ringhoffer 875.—, Simmeringer 197.—, Rotbkosteletzer Textil 380.—, Alpine Montan 370—, Doldihntte 473.—, Prager Eisen 1150.—, Oesterr. Berg n. Hütten 3190.—, Skoda 662 —. Jnwald 540.—. Budavefter Börse. Budapest, 2. Jänner. Joach der Nenjechrspause erüffnote die heutige Börste recht. unlustig und daS AngÄot Wie mff fäm'Mcheu ArürAen das UMmeWicht, so daß lvührmd dV ganzen Börsenvertaustes di« TeMstz eine aAZMipvochen flam war und auch Vis Wm Schluß anhiM. Kursrückgänge bis zu 20 Prgzeltt öMÄM fast di« RsgÄ. Die in der letzten Zeit fadmiisierlen Wert« Äielben auch hen>t« von dem allgemeinen Mchgang niicht cnMrtchlossMr. Der Schluß war MtstlloS und der Bevkchr m'miäM. WockiengM lbetmg 3,75 Ns i Pr-oz-mt. (Mes irr Tausender: von Krvnerr.) S ch l u ß k u r s e: Britisch-Ung. Bank 74, Urrg. Ki»Mt 500, Oesterr. Kredit 152, Salgo Kohlen 642, Rimanmranher 1106, Südbahn 89, Staatsbahn 488, Anglobank Gran-» SzaSzvarer 300, Oberung. Bergu. Hüften. 735, Dräsche Ziegel 285, Ung. allg. Kohlen 2100, Urikany Kohlen 426, Koburg 46, Spodium 165, Clotilde chem. Fabrik 100, llnq. Eisenbahnverkehr 315, Verein. Holz 29, Adria 455. Ae Jevisenkurse. Berlin, L. Järrner. (Devisenkurse.) Amsterdam 1,616.950 (1,596.000), Belgien 189.825 (189.525), Christians« 613.468 (618.450), Kopenhagen 746.130 (747.128), Stockholm 1,118.310 (1,111.128), Italienische 184.538 (183.540), London 18,154.500 (18,254.215), New-York 4,189.500 f4.189.500), Paris 216.458 (216.957), Schweiz 740.145 (738.150), Spanien 547.628 (547.628), Wien 59'850 (59 451), Prag 128.440 (128.440), Budapest 220 944 (219*450), Sofia 29.925 (29.9251, Belgrad 47.481 (47.481). Fn Millionen von Mark. Berlin, 2. Jänner. (Noteulmie./i-) — '.'ieku: Tullm 4,189.500 (4,189.500), Pfund 18,154.500 (18,254.250), Italienische 186.034 (184.538), Polnische 536.000 (570.000), Tschechoslowakische 123.942 (120.199), Oesterr. gestempelte 59*102 (57*855). *) in Millionen Mark, ausgenommen polnische Mark. Prag» 2. Jänner. (Devisenkurse. — Mitgeteilt vom Baukamte des tschecho-slowakischen Fin<u:zministeriumS.) — Berlin*) 7.65 (7.40), Zürich 598.- (597.75), Paris 173.50 (174.75), London 147.92'/, (148.25), New-Dork 34.15 (34.10), Belgrad 38.60 (88.75), Bukarest 17.35 Wien 4.74 (4.o9), Warschau 4.60 (4.751*). Agram (-.-), Budapest 17.75 (17.-)' Jugoslawische 38.25 (38.35), Oesterreichische gestempelte Krone 4.73 (4.58) Polnische 5.60 (5.25s*), Ungarische 10.80 (10.50). *) pro Billion, s*) pro Million. Budapest» 2. Jänner. (Kurse der Devisen;— Amsterdam 8050 bis 8490, Bukarest 115.— bis 128.—, Kopenhagen 3750 bis 8970, Christiania 3080 bis 3800, London 91.900 bis 96.300, Berlin bis Italien 915.- bis 970.-, Paris 1080.— bis 1146.—, Prag 620.— bis 664.—, Stockholm 5610 bis 6940. Zürich 3700 bis 3920, Wien 0.30 bis 0.3220, Sofia 150.— bis 161.-, Belgrad 239.— bis 253.-, New-Uork 21.250 bis 22.350, Warschau 0.20 bis 0.30s*), Brüssel 950.- biS 1005.-. f) Kr 100 polnisch« Dtark. . Agram, 2. Jänner. (Devisen.) Wie:: 0.1249'/, bis — .— Berlin bis —, Budapest 0.46'/« bis —, Bukarest 45.— bis Italien 385.50 bis —London 385.37'/, bis — New-Aork 88.80 bis —, Paris 451.— . bis —, Prag 260.50 bis —, Sofia —.— bis —. Schweiz 1557.50 bis —.—, Brüssel —.— bis —, Warschau —bis , Amsterdam 3380 bis —, .Stockholm —.— bis Belgrad» 2. Jänner. (Devisenkurse.)^ London 386.12 bis , Paris 451.50 bis New-York 68.77'/, bis —, Genf 1550.50 Bis Saloniki bis Mailand 384.87 bis Prag 259.87 bis Berlin bis Men 0.1245 bis Bukarest 46.- bis Sofia —bis —, Budapest —- bis —, Brüssel — bis —, Amsterdam bis —, Warschau —.— bis Warschau» 2. Jänner. (Devisen.) Berlin —, London 27,325.000, New-York 6,340.000, Prag 186.200, Wien 89.50. Nem-PorK» 31. Dezember. (Devisen.) London 432.25, Paris 509.50, Berlin 0.24 Kr 1 Billion, Mailand 432.125, Zürich 1746.-, Kopenhagen 1772.-, Stockholm 2642.-, Christiania 1465, Amsterdam 3791.—, Prag 292.—, Wien 0.14125, Budapest —.—, Bukarest —Warschau —, Madrid 1290.-, Helsingfors 247.50, Brüssel 446.25, Kanada unter pari, Brasilien —.—, Argentinien Belgrad 113.50. Copyright 1984. Rachdruck verböte» J. Ladysclurikoff-Verlag, Berlin. (47. Fsrtsrtzung.) Mel Moses. Roman von'Schalom Asch. Der Dickel nahm sie wie das erstemal in das ungarische Restaurant mit. Er sprach von allen: möglichen, nur nicht davon, weshalb Mascha zu ihm gekommen war. Mit keinem Wort war er ihr behilflich..Er wollte den Sieg voll auskosten, sie sollte ihn wirklich bitten und selbst aussprechen müssen, wesihalb sie gekommen war. Er erhielt den Preis seines Sieges, als sie wieder in der neuen Wohnung waren und er sie wieder in >das blaue Zimmer führte. Der Onkel setzte sich auf das Bett wie ein Henker aus den Holzklotz und sagte: „Nun, hier kannst du mir sagen, was du zu sagen hast!" „Onkel, ich bin bereit, dich zu heiraten", sprach Mascha. „Ist das wahr, bin ich schon nicht mehr zu alt für dich?" „Onkeil. . „Ich wil» offene Worte hören und eine klare Sittmuon scheu. Wamm hast du früher nicht wollet und warum willst du jetzt? Haben dich vielleicht deine Eltern daW gezwungen? Sage es mir offen." ,Mer, Onkel, warum sprichst du so zu mir?" , „Ich will es wissen, und es muß doch einen Grund geben, warum du mich seht heiraten willst nnd früher nicht wolltest." „Der Grund ist, daß, . . ich dich liebe!" sprach Mascha verschämt. „Wie liebst du mich, wie den old good unele oder )vie einen Mann, den man heiraten will?" Mascha hÄb ihre großen Augen zum OM auf und fragte: ,Marum fragst du mich solche Dinge? Du weißt es ja Mt'." „Ich weiß gar nichts nrchr Mst. Früher hast du nrich anders geliebt." „Früher war ich «in Kind," anttvorteie Mascha leise. „Und jetzt?" Aiascha sah ihn an und erkannte den alten OM. lvieder. Tie erinnerte sich der Szene,, da sie noch ein Kind Ivar und er ihren Vater vor ihren Augen verspottet hatte; ebenso wie damals tvollte sie auf ihn losspringen und ihm ins Gesicht schreien: ,Diest, Hund!" Doch ein'Gefühl der Rache an sich selbst zwang sie, füll zu stehen und big Inquisition auszuihalten. Sic schwieg. „Und jetzt?" fragte der Onkel noch einmal. „Was jetzt?" ,Mre Haft du -mich jetzt lieb?" „Jetzt liebe, ich dich, wie einen Marn:, den inan heiraten will," fest blickte sie dem OM in die Aiugen. ,>Wie einen Mann," sprach der Onkel nach. Er ging auf sie zu, UMvmte ste und küßte sie fest auf den Mund... Als Mascha derb Onkel Ve.vließ, hatte sie -das Gefühl, jetzt sei ihr schon alles erlaubt. Und sie war -wirklich zu allem fähig ... Dritter Teil. 1. Aarw und Frau. Aiascha rvar schwanger. (Es lvar zwei Jahre mch der Hochzeit.) Onkel Moses zitterte, um sie wie um ein kleines, schwaches Kmd. Er hatte keine Ruhe in seinem Geschäft; alle Viertelstunden ließ er sich mit seimr Wohnung verbinden, fragte durc^ Telephon nach Maschas Besinnen und ermahnte sie: „Maschas mein Kiüd, please, bewege dich Mp nicht!" Sobald er gehört /hatte, daß, alles zu Häuft in Ordnung sei, wurde er rühiger, ging zu den Schneidern Hinauf und scherzte, M den LMKLMM; „Nun-, Schlojmele, warum schweigst du, singe uns doch deine KeÄuscha vor " Seit der Onkel geheiratet hatte, war Dag um Tag qine sonderbare Aenderung in seinem Charakter zu merken. Nicht nur sein Verhältnis zu den Menschen war ein anderes geworden, auch sein Aeußeres hatte sich geändert. Sein '-Gesicht hatte einen viel menschlicheren Ausdruck bekommen* etwas Weiches und Hilfloses stahl sich zwischen die FettMen um semren Mund und um die tiefliegenden Augen — sein Gesicht hatte nichts Schreckhaftes mehr. Es )var, als hätte eine weibliche Hand in die Falten dieses Gesichtes Lteb-e gebrückt mtd .Zärtlichkeit guf sie gehaucht, die Zärtlichkeit ihres Wesens, es )var, als verbreitete Onkel Moses den ganzen Tag die Liebe und Weichheit, die e.r aus einem geheimen Quell gesogen hatte. Onkel Moses lächelte, wahrhaftig, er lächelte seine Leute an. Onkel Moses war steuMicher geworden, und von Tag zu Tag verloren seine Leute mehr die, Furcht nnd den Respekt vor ihm. Doch an: stärksten -war diese Veränderung-an Onkel MoftS zu merken, seit Mascha schwanger geworden war. Gleich am ersten Tage war dies im Geschäft bei den Schneidern oben und bei allen Landsleuten bekannt ge)vorden. Ottkel Moses' Haltung, seine Unruhe, sein-fortlvährettbeS Telephonieren und sein gutes Läche!l-u hatten es verraten. Hinter seinem Rücken - begann man, über ihn zu lachen, raunte einander allerhand Geheimnisse in die Ohren und warf heimliche Seitenblicke, auf Saul. Doch Sam ins Gesicht zu sehen, fürchteten alle. Sam schien jetzt die Zügel m die Hand genommen zu habe::, welche Onkel Moscs hatte fallen lassen. Onkel Moses verließ sich in Geschäftsdingen immer mehr auf San:. San: war nicht bloß -der ,Inside man", sondern übernahm auch allmählich die Bestellungen von draußen, Sam sah di« Aufträge durch, Sam ftrtigte die Reisenden ab; nach und nach wurde Sam der Ivahre Herr im Geschäfte und alle hatten vor ihn: viel -nrehr Furcht als vor -dem Onkel. | (Fortschimg folgt.)

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