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Wiener Morgenzeitung · 1923-12-14 · Heft 1735 (14.12.1923) · p. Seite 9

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1735 (14.12.1923)
Date
1923-12-14
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 1738 — W»«n, M-eitag " Wiener MovLenzeltttnü. fl Äezember Vfflt SM V TiliJlfl Fußball. Wie lange noch? Herr Pvof. Ernst Vogel aus Zna'mr hat uns einen Brief geschrieben, den wir wem veröffentlichten, da er viel Gutes und Bcherziqenswertes enthielt. Wir sind aber der Ansicht, daß er in seinen Sckffußfolgerungen zu weil ging und dein ftußballsport keine Gerechtigkeit wi'derftlnen ließ. Es ist richtig, das; sich viel fremdes parcisitenartig ihm au.fdrängtr. Unsere Aufgabe ist w, den Kampf gegen alle Auswüchse z» führen. Es'wäre aber verfehlt, gewissermaßcir das Kind mit. den: Bave auSzugießen. Und nun wolle»» wir aus die Einzel^ Helten der überaus interessanten Pol-emit eingthen. Herr Pros. Vogel ist der Ansicht, das; das Beispiel, das der deutsche ÄortAnib Leoben durch seine Weigerung, gagen die Grazer Hakoad zu spielen, gegeben hat, Nachahmer finden wird. Dies ist wohl uröglich, dock) kann ein Vergleich »nit den» lvcrüchtigten Waidhoseu-er Studerllenbcschluß nicht gezogen werden. Die Tendenz der u-atioualen Ltu-denten ist nämlich gänzlich^verschieden von der internationalen Spori'borvegrmg. Im Sport gilt der oberste Grundsatz, das; die Vereine sich, wie sie »voller», prfammerrfeiftn können, das; aber, der sportliche Bekehr mit den Angehörigen aller Völker gepflogen werde»! »raus;. Insbesondere in den Vo'lkssporien, wie ihn zum Beispiel das Fußballspiel darstellt, ist ein? Isolierung nach irgend welcher Richtung hin auf die Dauer umuöalich. Wir sel-en auch, daß politisch unduldsame Ziveckvereinigungen Kompromisse nrachen müssen, wunl sie nicht zur sportlichen Bedeutungslosigkeit herabsinken wollen. Als trossendes Beispiel sott der in Oesterreich bestehende B. A. S. angeführt werven. der auf Grund des sozialdemokratischen Parteiprogmunnes ssde G-emein-schasl mit bürgerlichen Vereinen vermeiden sollte. Obwohl ein derart prominenter Parteinnmn, wie tllatioualrar Volker!, au der Spitze des B. A. S. steh», der sicherlich seinen dnandsäven irou bleiben will, so ist dieser Zweck-verbaud doch gezwuimen. sich im Rechmen des Oe. ft. B.;u betätigen. Dadurch besteht für die Vereine, die dein V. A. 'S. angeliören, sie Notwendigkeit. nicht nur »nit sogenannten, nitpolitischen, sondern sogar mit anders orientierten Klubs in den Wettbewerb zu irrten. Der Vrrsnch des Deutschen Sportklubs Leoben, die Grazer Hakoah zu boykottiereu, wird nidjt einrual von ihren Wiener Gcfinnnngsgenosscn gutgcheißei», er ist auch tatsächlich nid)-» ernist >>,u nehi»»eu, und es kommt chm «nur die Bedeutung einer D-'monstratlMk zu. lieber kupz oder lang werden die Lcobencr zu Kreuze kriechen und sich »nit der Geste begnügen. Es besteht also 'keine Gefahr, daß cs den jüdischen ftuschatlcrn ähnlich «ergehe»: sollte tote der» -Mischen Studenten. Den ProfefsionaliSnms als S-u-mPf zu bezeichne»», ist unserer Meinung »»ach nicht an» Pfade. Verwerflich ist der Scheiiramateurunus. Das offene Berrffsspiolertum hiriggeu Hot seine Berechtigung. Herr Prof. Vogel schreibt, daß es ihn »richt freuen könne, wem» die jüdische;» Vewine ihre Erfolge erkaufen. Wir müssen gestehe»,, das; »vir in dieser Richtung dam Gcdan-re»rgang nicht folgen können. Erfvfte erkaufen heiß:, daß mm» den Gegner besticht, oder daß man Angehörige anderer Völker gegen Beffahlimci für die jüdischen ftavbcn l'äinpsen läßt. Herr Pros. Vogel wird wohl selbst gugebe»!. daß dies bei den jüdischen Vereinen nicht zutrifft. Gerade dieSbezügUch befolgeil die jüdischnationalen Sportvereine streng ihre Statuten, di< klipp »md klar besagen, daß >mr Juden Mitglieder Erde»» können. Wir glauben nnn in unserer Ansich» »richt fehl zu gehen, daß die Bezahlung der jüdischen Spiller bei Herrn Pros. Voa^l Anstoß -erregt. Prinzipiell sind wir ariderer M-ei- »rnng. Wir heißen es siährr nicht gut, wenn die Fußballer des Makka'bi Wrüm») Leine»» bürgerliche»» Beruf ausüben und nur von ihrer sportliche»» Betätigung lebe»». Wir bedauern es auch sehr tief, wen»» I»»den ihre Berlrffte an den AntoHen am Makkabi-iTportplatz vorschützen, rm», sich vor» de»» Abgabe»» für den Kere»» Hasessod zu befreien. Die VevainKleitung desMakka'b» (Brünn) ladet, »venu sie diese UebeWnde reicht abschafft, eine schwere Sch»»Ld aus sich. All dich- Dinge könne»» «btt nur zu der» Auswüchsen des Scheinmnateurismus, die sicherlich gu beckämpstn sind, gezählt werden. DaL reine BerrrfKspielertun» kann als notwendige und keineswegs verdammenAverte Erscheinung bazeichuet werde»».. So wie andere Kulturträger haben die Fußballer, denen die Aufgabe Mimt, durch die vollenden» Vorführung dieses SportMeiM die Lerbcsübuingen zu propagiere»», den Anspruch a»»s Entlohrumg. Die verlangte und ln» Int-arasse des Massensportes wünschenswerte, hervorragende Leistnngsfähigktil der Exponenten des ftnßballspieles kam» nur dann erreicht werde»», »nenn man diesen die entsprechende Lebensinöglichkeit gib». Untere mähr»e nr»d forgeNbeschwerie junge .Leute werden sich kaum dazu eigner», Anreger und Borbildner abzngebeu. 'Selbstverständlich muß dafür Sorge getragen werde»», -daß auch die BernsKspieler. die m,r eilten verschwindenden Faktor' in der grüße»» Masse der sportliebende»» jüdischen Ingerrd aus- »wache»» darf, auch eine»» bürgerliche»» Berus btsihen. Es darf selbstverständlich »»ich» Vorkommen, daß junge Leute der Arbeit entzogen »n»d emfremdei werden. Zahllose Beispiele belveisen, daß dies auch fast »eie der ft all ist. Es konunt »rar selten vor, daß ein -ausgezeichneter jüdischer Fußballer ausschließlich von seiner .sportlichen Berät»gu-ug lebt. Alle si»w in Srellungei» mzd besitzen auch dann ihre Existenz, wenn sie sich vom Schauplatz ihrer sportliche»» Täligteu .zurückzichen. Der Vorwurf. daß das ftußballspisl teiu Masse»»., sondern nur ein ^suschanersporr ist. schein: bei oberslächlicher Beurtsil'u»»g -etwas für sich zu haben. Bei näherem Eingehen in die Materie erbe»»»»: war» aber, daß er uubegründe» ist. Wohl b>- tämpfeu einander ans d-.ni, Spielfeld nur 22 jnuae Leute, während raufende sch,schauer dun Scharispiel gelvissermaße»» ,»,»' tätig beuvohnen. Unter diesen Taui.nden von Zllschau-ern befindet sich ein großer Prozentsatz .».-tiver ftnßbatlrr, die bei kleirrsren B'reine»» oder lu imrevea >Manrrschafren den -Sport pflegen. Weiters sinket »nan im Publikum zahlreiche ftreuude des, Trirncns »,ud arw-erer Arreu der Leib.-Kilmugen, die zum Spiel gekomnn'l» sind, um Impulse empfangen. Die reiner» Schaulustige»', die fast ausschließlich den ältercu Jahrgänge'.» angchören,'sind entschi-.isc»» iu der Mindrvhe::. Wir heißen die Ausschi'eiuntge»», eie sich ans e-eu Iälßballplätzen ereignen, wahrlich ui»,»» gut. Das ftußballspiel als solches ist -aber nichtdie Uvsache, souvenn. -u»r der Anlaß .zu diesen Exzessen. Auch beim Karre „spielen soll es schon borgetomüirerxse'iu, daß die Gegner eiuandcr' in die Haare gefahren sind. Es wird aber doch »rie-tnarrde»» -eirrgefallen sein, das Kartenspirlcr»^ -als roh g,u h^ichur»». Aohnlick verhält es sich »tt-it dem ftlißbattsport. Bei strenger Handhabung der vvrge- - schriebenen R-egelnsind^^ Derbheiten -ausgeschlossen. Daß -dies nich: inuner zuirisst, ist schauerlich. /Man muß auch -Mittel und Wetze finden^, un» fcde Ueberschreitnrrg unmöglich zu »lt-achen. DaS ftußbatlspie! als solche-- zu' verchone»». w-ürde zu -weit gehen. Wir anerkeiulen den g»ueu Millen de» Herrn Professor Vogel. Er kann siche: sein, daß «rvir :'-»»» ans das Dalkräftinste »»niorstützen. wenn er gegen all: Auvwitchse dee- IußbaUsportes in soiner tempdranreiiwoUen An nmcerr. Das.ftußi>ü'.tsprei on sich fügt der Jugend Waue», Schade»» gn. Ga»»zz »m GrgenieN. Wir 'gwttben. daß «S gm'»gr»7>t ist, gute und Miinilchc'nNverkk DtgeNden zu wechm. Die I-ugend hat sich eirnnüng für den ftutzballsporl eacffchioden., und rtz besteht kein Grund, -ihr Hinder nisse 'in -de»» Weg qu legen. Die B-egefft-erming «soll in -di-r richtige», Behnen gelenkt werden.. Bcrsiegen darif er aber gun» Nutze»» unseres Volkes nicht. h. Generalversammlung de» Jüdischen Lportderba»»dm. Die Generalversaminlung des Jüdischen 'Sportverbcmdes »nutzte, infolge technischer Schwierigkeiten «ns Samstag de», 22. d.. halb 4 Uhr nachmittags, verschöbe»» werden. Der ge»»,»»*» Ort tvivd d^N Vereinen später bekanntge-gebe»» werden. Antrae» sind längstens bis zum 19. d. im Sekretariate einzubringe,',." Auf je 100 beim I. S. V. angerneldete Mitglieder entfällt ein Delegierter. Die Höchstzahl der vo,» einen» Vereine z»» entsendende»» Dlegierten beträgt fünf. Die Delegierter» müssen längstens bis zum 19. d. von den Vereine»» dein Sekretariate des S. V. bekanntgegeber, »verden. Sollte der Poststreik nicht,»n Bälde bee»»det werden, haben die Vereine ihre Post bis längstens 16. d. im Sekretariate abz,»holen. Nähere Mitteilunaen werden im Sekretariate erteilt. Bullad Debüt bei der Sparta. Wie wir am Mocuag uu-iigstdilt haben, bringen wir heute ein Uvt-ei-l der SM.zpress..' über B'»»llas erstes Spiel lbo» der Sparta. ^Hondel-iiiip'' schreibt: Das größte. Int-e-resse des P»tbMu.»naalt den -^avwaM.'un-i-er densn Bulla deibütiert hat, und wir -Zönne»» chdich sogen, sttürb Ach. Dieser Spieler hat alle Eigruschasts,'..,' welche ei,» erst K-affiger St-üvnder brauch'!-., Zn Äer vollstä-nÄrgen Ballt-echnik recht sich ein -außerardentliche-r Zug noch vorrrc -und der W-mstand, daß -er, mit, ibeidan ftüßn» schi-cht, -msöht rhi» vor dem Tore höchst gesährlich. Das .Zworte von ihm erzicPte Tor war für einen ftußballgounntand riwwrchrerGeimtz. —Sparta ilyzeriier: gefährliche AlM-iffe drrrch Die rechte Seite, wo Bulla Ledlocet radollose Bälle s-erbie-r». In der 18. MÄmt-e raißt Bulla d»dvck ein seines Dri'-bbling bis vor das Tor das P-uWiArm M», Äppl-aus hin. Es scheint, daß diese Moisterl-efftAW »nit eine»», ' Erfolg g«krö»»t tvibd, aber im -letzten Mome»»t wird sein placierter «Schuß!A»rch eine Roibinsonade Kir'ibas ebgAvehrt. Iu der 22. Min-n-t-» wiederhol't sich haa-rscharf die Akt im» der 1b. M'i-»'-» »: Der Dreiländerkampf im Schwimmen. Nugarnv, Deutschlands und Oesterreichs beste Klasse am Start beiin Hakoah-Meeting am 15. und 16. d. itn Iörgcrbad. Nachdem .»vir bereit? an» Dienstag die Hariptbewerdc der .zweicägioen Wottkänrpfe bcsproche»» hübe»», lassen »vir szeute ci-rrc Botzjchm, für die klla-hine,nkon-kirrrenzen' und die Wässerball-spiele folge»». Die Samstag^Letwewerbe wevvcir durch Die Mädchen- La-tze nstasfe'l bis 17 Jahre Lmal 50 Meter dugÄmtet. Obivchl di-.- Hakvah durch Erkrank.»,»,.; ihrer besten Ingrndbrnstsch>o»n»meriu ,H. Bratma»»,») gchaird'ilÄpt ist, sollte }k knapp gegen Helga (Ostmark) ge-winne»». — Das Her rer». N t u 11 n,g s ls ch w i in m e n 1 o 0 M e t e r sieht Lichtesteü» 'Hakoahi in Front gegen F. PaniDi <1. W. A. S. K.s -und Lao. -Schles-ingrr (Hat'oah). — -Das H e r r c -n - K.»"»r s p r i»»- gen <0 Sprünge?, sollte öcc kleine geschnrardige >oostde»»isrbe Mvister Pluümmntz lRHerrn», Kö-lr») a-ege»» ftankas W. A. S.). Glaser <Don-?-u) »rnd S. Standinaer I. W. A. S. K.) getvNnen. — It» der Iünglingsstaffel -Imatl 50 Meter ftreistil sollien die Hakoah-Zöglrnge, trotz h»-s A»:>> scheioens von Lichtenstein in die HerrEasse, keinen BHivin. gcr fin-den. da Nassau sich stark verbesjen hat. Die Mamiicha-si A des l. W. A. S.-K. wird W. B. C., Donau n-nd W. Ä. C. sicher schlagen können. — Im Knav e n»B rujstischw imrncn 5 0 Meter fehlt der ftavorir ftlesch t'Hcrkoahl wegen Krair-cheit^, -eine Boraussaae ist kaum möglich. Idä ausischließli-b junge Kräfte unter 11 Jahren antretsn? — Ir» der I»in o.- lin-gs-Lage-nstafsel llmal Sy Meter wirder Kmnps Ha-koah, gegen 1. W. A. S. K. aufs neue enibrennen. »»ich: schl-ech» wird vier auch die B-Memnschaft der Haloa!» abschneiden. — In» M ä d ch e n - ft r e >i st i k hi? 1 4 I a h r t Copyrigti' 1924. ' '.'ind'brisft :erboten, J. LRdyBc’’*:":off-Vorla?, Berlin. (ZS. Fsrijehmig.) Sukel Moses. Roman von Schalom Asch. ,rO ja, doch in anderen Lände»»», so glaube ich, ich weiß eö »richt, doch ich glaube es, gibt es gelviffe Beschränk ürngen ifcS Eigentu»»»srechtes. Die st.llacht des Goldes ist auf gewisse Rechte beschränkt. Sic geht nur so weit, als sie nicht 'die, Interessen der Gesamtheit schädigt. Hier in Amerika hat das Gold unbeschränkte Rechte. Dn darfst alles für Gold kauft»». Der beste Beweis dafür sind tfk Paläste da — vielmehr nicht die Paläste, sondern die Plätze, ans dene»» sie stehen, die Plätze, llvelche in anderen Ländern dem Volk, de.r Allgen»einhelt gehören ivürderr, tvührend sie hier in Amerika für Geld an einzelne Menschen verkauft -werden. Das ist das Recht der ve»»schlösseneu Brunnen. Es ist spezifisch amerikanisch." „Wavu'nr?" „Aul-crikanisch heißt Änuokratisch. Die De-nrokrane ist m-e-iner Meinung nach der größte Feind, ivelcher der Ätenschheit erstanden ist, seit die Welt besteht; dem» Demokrati«, wie sie bei uns in Amerika verstanden wird, gibt jedem einzelnen, welcher die Fähigkeit dazu besitzt, das Recht, als sein Eigeillum eine uMegrenizte Zahl vo»» Gütern, »nögen sie nun aus totem Material oder aus lebendem Jndividnal-- toilleu bestehen, hörig zu »»»achen. Die Demokratie ist der Zar irr» Inkognito. Oder, besser gesagt, der anonyme Zar. Die ,Zaven>kron>e wurde von dem .Haupte eines Ind'.vi-- imumö genommen und deuftmgen Übergaben, welche die besten Fähigkeiten für Raub -und Verbrechen besitzen. Dadurch hat sich der Zarismus in Amerika i», viele kleinen Zaris»»ien ge,teilt. Mer die Fähigkeit besitzt, bringt ei»» größeres Stück Zarentnln a»t sich. Demokratie ohn-e Beschrä»»- lwtig der Eigentmnsrechte, das ist ein Wettrennen, ein Wett.la»»s un» die Macht. Eirve »vahrhast demokratische Welt — es gibt keine Befthränlungen, keine Rasftu»une»eschiede; »ver irgend oinen Einsatz hat, sei es-Schlauheit, sei cs verbrecherische Begabung, der kann an der Macht teilnehluen. Dadurch ist hier das Zarentum viel gefährlicher »md viel schwerer zu bekämpft»» als in Rußland; denn hier wird es imiirer wieder durch neue Blntzuflüsse gestärkt. Es wird imut'er wieder durch stärkere, enevg»schere-Menschen ausgcübt und van Seiner Majestät, Seiner Heiligkeit, dem Mgott Demokratie beschützt." „Ich versiehe dich »licht ganz, -doch Mt-Ü allen deinen Reden suhle ich heraus, dos; d'>, die Reichen fthr hassest. Muß dem» jeder Reiche ein schlechter Mensch sein, kau»: »na»» nicht reich m»d dabei gut sein?" warf Mascha ein, »als »vollte sic ipgenÄ etivas im voraus entschuldige»». „Ja, Mascha, d»r W recht, ich gebe zu, daß ich instinktiv jede»» Reiche»» hasse. Den Gute»» noch »»»ehr als den Schlechten. Denn Reichtmn an und für sich ist eine Gemein« heit.' Reichtum ist c.tir Beweis von Perbrechen, von Raub — wie immer du ihn er-rvorben yave»» u»agst, sobald du mehr besitzest als du brauchst, leranbst du andere — und das ist gemein. Aber nicht bloß des-halb hasse ich die Reiche»», sondern auch aus -ein-em ganz andcrcn Grunde: Ich glaube, daß rin reicher Mensch ein häßlicher Mc»zsch sich» muß; er kann teiu-c schönen Empfi»tdung-e»» haben. Ich weiß nicht, iiximui ich fo denke, vielleicht »st »»»eine Erzi-ehnng dura»» schuld, die Avnmt, irr ivelcher tvir gelebt haben, doch ich hasse instruktiv die Reiche»»." „Das sagst du nur, lveil du nicht reich bist — aber »venu du GeV bckärnest ..." „Ich habe schon darübgr »»achgedacht und versucht, mir in dev Pharrrasie vorzrrstellci», was geschähe, »um»» ich plötzlich Geld besiinle oder über Nacht reich -würde: Schöne Paläste, Pftrde, Doruntervillen, eine Euvchrareise — ich könnte U'usever „Socicch of Foreigners" helft»», vor» der ich dir noch späte.r erzählen werde — nein, ich möchte es »richt »vollen, cs lornutt mir vor, das; »»»an alle Ernpsindimge»», die ma»» durch de», Besitz des Geldes evlariger» ta-nn, alle die verschal ebene»»- Gefühle und Möglichkeiten, nicht »nit der»» Gefühl vergleichen kann, das man hat, tven-n nian arm ist; »r-icht vergilerckM mit de»»» Gefühl, das ich habe, wen»» ich in »m-ftrer Gasse die arm-e»» Leute,' die Frauen, die Kinder sehe, »nit de,»» Gefühl, das ich habe, »venu ich über den Reichtum nachdeule mir ist wohl, ich bin avm, ich wallte immer arrn sein, inrmer so -ftii» »vie ich jetzt bin." Riasölst» schwieg. Bisher hatte das Gespräch für sie keine sonderliche Bedtzutü»»g gehabt. Es. schien ihr, daß Charlie ihr seine Gelehrsamk-eir -zeigen wollte u»»d deshalb so sprach. Doch seine letzte»» Worte berührten sie plötzlich gariz eigenartig. Sie fühlte sich getroffen und -empfand, daß er so fühlte, )»»ie er sprach. Sei»»e Worte brachten sie daz»:, an ihre Äinicheit. zn denken und an die Wvhnuug in der Hopkinsstreet. .,»Jetzt verstahe ich." „Was vevst-chst du?" „Jetzt verstehc ick, warun» du -mich hassest — o, -ick rveiß, du hassest ruich und deine Mutter haßt u»,ch und alle ftzsseir mich, alle armer, und guten Menschen hassen »rnch, seit ich »nit de.»n Onkel.verlobt bin." Mascha hob ihre großen A,»ge»» und hest-er-e ihrer» Blick auf Charlie. Ihre Augen Ware»», groß u-»»d länglich. mit dem Schnitt feiner spanischer Trarrben und genau so voll .wie eine Traube. Der Augapfel leuchtete hell und Mascha lächelte, lächelte wie e.in Kind, doch Charlie ruerkie, daß sie jeden Augenblick iu Weiu-en a-uszn'breckrcn -droht»'. — und der ganze Saft der Trauvenairge»» würde beroorquellen. Er fiircktctc, die Traubeua-ugen würden Tränen vergießen und deslplb sagte er »ult demsklbeu Lächeln wie Mascha: „Es ist nicht deirw Schuld, ich weiß <.s." Diese Worw zivculgcn Mascha weit mehr als aller, l»vas Charlie bisher gespwocher» Hane, über sich und ihre ganze Lage nackHuden-ken. In ihre Gedanken vertief», schwieg sic euch dern ganzen Wege; doch ihre Auge»» horten »vtrbi einen Augenblick auf zu lächeln und zu. glänzen, als wollten sie statt geivrocken-er Worte Charlie unterhalte»». ’ 8. Couch Island. In Couch Island vergaß Charlie das erzzfle »üech.äch, das er mit Masclm gvsühri hatte, und wurde ein „Ameriear, boy". Kann» Halle er die Badekabi»»-e betreten, tan fpitvi-cu seine nackten Arme und Beine die Meekbrift, da faßte es ih>» -wie ein 'St-urntivind. Er wartete »»rigrduldig auf Närfcha. rvelche aus der Fra»»eukabine t'onrme»» follte. Das Strandbad tvar voll mit Menschen und schien ein z-rve.ites Meer zu ftiu. Doch das Meer von Mentschen störte Charlie uicht. Er fühlte sich stets -rvohl unter der Menge. Er liebte die Masse und ihr Gera »»sch. Die vielfarbige M'uscher»- masft, welche das User des M«vcZ urnrahrute, ernveckie in »hm Fr-errde und Lebeuslnst. Dic Ijafbnacta Frauen mit de»» rote»», blaue»» uud vielfarbige»» Badehaube»», die. nackten Kinder, lve-lche. mit lautern, freudige»»» Geschrei. Essen in den Händen, umhorlieftn, die Fam-Mcn, lvelche rings mit die Kinder lagerte»», sie eriveckter» iu ihm die Vorstellung, als wäre er bei -einem Picknick am Frecheitstage, als wären die Menschen zusammeugekolmnen, ein großes Freudenftst zu feiern; alle sind nackt, alle essen, Hiabctt, waschen sich und!chtvnn.men und alles ist an diesem Fest erlaubt. (Fortsetzung folgt.)

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