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Wiener Morgenzeitung · 1923-12-13 · Heft 1734 (13.12.1923) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1734 (13.12.1923)
Date
1923-12-13
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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T-;i Seite 8 Wien, Donnerstag Wiener Morgenzeitung. 18. Dezember 1923 Nr. 1734 MMB Jüdische Sportvereine, Achtung; Wagen verschiedener Nnzukömnilichkeitcn werden >>ie Mischen Sportvereine bawtuf aufntettfi'ant gen:acht, daß der Verein, Touristen- und Skisektion des I. S. V. Hechawer, Wien, 9. Bez..» Schwarzspanierstraste 1, nicht identisch ist mit der gleichnamigen tatsächlichen Touristens-eEtion Hechawers. Der neue Verein, der aus der von Hechcvw-er ausgeschlossenen Gruppe seiner Tviuristenstktion hervorgegangen ist, gehört auch nicht den: Jüdischen Sportverbcmde am. (Vorstand des I. S. V.) Die Generalversammlung des Jüdischen Sportverbandes. Mt Rücksicht aus den Streik hat sich der Verba ndsvorstand veranlagt gesehen, die diesjährige. ordentliche General- Versammlung, die diesural von ganz besonderer Wichtigkeit ist. von dem ursprünglich cmgosetzten Termin (15. d.) auf den 22. d. zu verschieben. Die Vereine des I. S. B. werden dringend ersucht, in: Sekretariat für sie erliegende Post durch einen Vertreter beheben;u lassen. Die Generalveusamnllnng findet somit Samstag den 22. d. um HM 4 Uhr nachmittags im Hakoah-Klubheiw. statt. Sollte die Versammlung zu der angesetzten Zeit noch nicht beschlußfähig sein, so findet eine Stunde spater eine unter allen Umständen beschlußfähige Generalversammlung statt. Jeder Verein hat das Recht für jedes begonnene Hundert gemeldeter Mitglieder einen Delegierten ZU entsenden. Die Höchstzahl der für einen Verein zulässigen Delegierten beträgt fünf. Die Vereinigung mehrerer Stimmen aus eine Person ist nnr den außerhalb Wiens befindlichen Verbandsvereinen gestattet. Nach den derzeit im I. S. B. aufliegenden Mitglicdermeldunoen haben Hakoah Wien) und Hcckoab (Graz) fünf, Kadimah vier, Hazair, I. A. C. und Hechawer drei, Hasmvnea. Ar-i. Hagibor und Houno J-ewish Sporting Club zwei Stimmen, alle übrigen Vereine je eine Stimme. Falls das Stimimrecht eines Vereines durch veränderten Mitoliederstand eine Vermehrung oder Verminderung erfahren soll, ist bis spätestens 17. d. im Vevbaudssekretariat zu reklamieren. Sämtliche Verbandsöereine haben bis spätestens 18. d. Namen und Adresse ihrer Delegierten für die Generalversammlung bekanntchigeben. Die Delegierten erhalten voraussichtlich Legitimationen. Anträge und Wahlvorschläge (insbesondere für die neu zu schaffenden je fünfgliedrigen Ausschüsse für Finanz. Fußball, übrige Sport zweige. Kultur, Organisation) sind bis spätestens 17. d. im Sekiretariate einzubrüvgrn. Zur Orientierung geben wir die Tagcsovdnuug der Gmeratversammlung noch einmal detailliert bekannt: 1. ■ Verlesung des Protokolls der letzten Genrralverfammluna. 2. Bericht des abtretenden Vorstandes. 8. Kassa- und Revisorenbericht. Ent'lv'tmm. 1. Statutenänderungen. 5. Behandlung von Anträgen. 6. Eventuelles. Die Unstimmigkeiten bei Rapid. Wir waren das erste Blatt, das aus die Differenzen, die Kvvschen dem früheren Sektionsleiter Schönecker und den Spielern entstanden waren, hingswiesen hat. Wir kennzeichnten auch in der bestimmtester: Form die Gründe für die Gegnerschaft. Wir wollen nun, um den Entwicklungs gang, der zur derzeitigen Krise führte, lückenlos zu gestalten, einiges bereits Gsiagte wiederholen und ergänzen. Im Frühjahr 1923 bemühte sich die Sektionsleiiung der Hütletdorfer, eine Sommerreise .zusammenzustellen. Die Verhandlungen führten aber nicht zu dem gewünschten Ziele, so daß die Mannschaft in Wien bleiben mußte. Sie empfand . den Eingang des Sommer- Vergnügens um so kränkender, als sie gerade in diesem Jahre zum achten Male den Meistertitel errang. Die einzelnen Spieler erhielten nun als einmalige Rermmevation für ihre grandiose Leistung je zwei Millionen Kronen, welcher B-etrag ihnen als viel zu modrig erschien. Das Unterbleiben der Sommerreise und die geringe Entlohnung wurde von den Fußballern auf die Einflußnahme Schöneckers zrwückcpführt. Die Tatsache, daß der Soktivnsleiter in den Sommermonaten als Trainer in der schönen Schweiz weilte, während die Hüttoldorfer Spieler sich in Wien aufhalten mußten, gab den Unzufriedenen wieder Gnrrrd zum Revoltieren. Dem Faß wurde dadurch der Goden ausgeschlagen, daß Bauer von einer Spezialbesoldung Schöneckers erfuhr. Letzterer hatte nämlich aus bcr Schweiz an die Hütteldorfer Vereinsleitung einen Brief geschrieben, worin er das Ansuchen um Unterstützung bei einer Existenftgründimg stellte. Cr verlangte nämlich einen Betrag, der so hoch sein sollte, wie sämtliche Spieler zusammen erhalten haben. Die Vereinsleitung. die der Meinung war, daß Schönecker elfnml zwei Millionen, das sind 22 Millionen, beanspruche, bewilligte wese Bitte. ’ Aus dem Antwortschreiben erkannte aber die Klubleitung. daß sie sich ht einem Irrtum befunden hatte. Kuthan und Brandstätter, die das ISjährige Jubiläum ihrer Zugehörigkeit zu Rapid feierten, wurden durch die Zuwendung von je 60 Millionen Kronen bedacht. Schönecker gab nun bekannt, daß er so viel verlange, wie Kuthan und Brandstätter zusau: men bekommen haben. Die Klubleitung bewilligte auch diese hundert Millionen, doch zahlte sie vorerst nur fünfzig Millionen Kronen aus, wobei sie schriftlich das Versprechen abgab, daß der restliche Betrag in Kürze folgen werde. In diesem: Stadium befand sich die Angelegenheit, als Bauer davon Kenntnis -erlangte. Er berief sofort eine Spielervevsammlung ein. die Schönecker die ärgste Mißbilligung und gleichzeitig der Klublei tu-ng das Mißtrauen aussprach. Die Spieler waren aus den: Gnmde empört, weil Schönecker ihnen gegenüber sich immer sehr sparsam zeigte und dann selbst mit offenen Händen nahm. Grund zur Unzufriedenheit gab auch die Tatsache, daß die Klubleitung derart hohe Beträge verschenkte, ohne diejenigen zu befragen, die diese Beträge eigentlich verdient hätten. Dies war die Ansicht der Spieler. Schönecker zog aus den Vorgängen die Konsequenzen. Er retournierte wohl die erhaltenen 50 Millionen Kronen nicht, doch gab er seine Demission. An seine Stelle wurde Herr Dworschak berufen, der fein Amt zur Zufriedenheit der Spickter ansübte. Die Klnblertung gelangte aber zur Ansicht, daß Herr Dworschak nicht die geeignete Person sei. um die Mannschaft zu führen. Er kostete dem Verein nicht weniger wie Schönecker, besaß aber nicht die starke Hand, mn die Ansprüche der Spieler in die vor: der Leitung gewünschten Bahnen zu lenken. Es war also erklärlich. daß zumindest ein Teil -des Vorstandes zur Ansicht gelangte, daß Sckönecker einerseits noch billiger komme und andererseits die Fähigkeit besitzt, mit der 'Kampfelf die größten sportlichen Erfolge zu erringen. Die Spieler wieder sahen in Schönecker einen sogenannten „Abinehmer", der überdies sic in ihren Einkünften verkürzen wolle. Be: der Generäloersammlung am vergangenen Sonntag kam es nun zu-rn .Krach". Die Majorität foer Anwesenden entschied sich für Schönecker. der in Weiser Voraussicht nicht für die S-ektionsleiterstellc, icmben: nur für ein Ausschnßmandat kandidierte. Sektionsleiter wurde Kuthan, doch waren sich sämtliche Spieler darüber Aar, daß Rigo nur der Platzhalter Schöneckers sei. Die -beiden stehen nämlich auch in engen verwandtschaftlichen Beziehungen. Knapp vor der Abstimmung gab Bauer im Namen sämtlicher Spieler der ersten Mannschaft bekannt, daß sie ans einer Wahl Schöneckers die Konsequenzen ziehen würden. Trotzdem ließen sich die Mitglieder von dieser Drohung nicht einschüHtern. Die Spieler gaben nun bekannt, daß sie am der Spanienreise noch teilnehmen, nach der Rückkunft aber aus den: Vereine austreten werden. Wir glaüben wohl nicht daran, daß sämtliche Spieler ihre Drohung auch wirklich durchführen werden. Es ist immerhin -möglich, daß enrzelne Größen in die Fangarme anderer Klubs gelangen. So ist es uns bekannt, daß zum Beispiel Uridil mit Slovan in Fühlung getreten war. Schon vor ungefähr einen: halben Jahre waren Gerüchte aufgetancht, daß dc> ,PTank" zu den Wiener Tschechen übertreten wolle, ohne daß man ihnen über sonderlich Glauben schenkte. Wir können über Mitteilen, daß damals tatsächlich Verhandlungen gepflogen wurden, wobei Slovan versprach, lindst zwecks Heilung von seiner alter: Verletzung auf drei Monate nach Karlsbad zu schicken. Warum die Untevha-ndlunigen zu keinem Ziele führten, 'ist uns nicht 'bekannt. Außer Slovan bringen noch andere Wiener Vereine der: unzufriedener: Napid-Spielern großes Interesse entgegen. so daß -es leicht möglich ist, daß die fritttddorfer im kommenden Frühjahr mit einer wesentlich geschwächten Mannschaft in die Meisterschaft werden gehen' müssen. Der Wiener Cup. Am kommender: Sonntap gelangt die nächste Crrprunde zur Austragung, wobei bereits die erstklassigen Vereine in den Wettbewerb treten. Die Hakoah empfängt der: viertklasfiger: Sportklub Union 21 zrt Gaste. Im Tressen Ostmark gegen Vienna, das auf dem Platze des erstcren Vereines stattfindet, treffen zwei Erstklassige aufeinander. Wertere Paarungen: Amateure geger: Südstern. Hertha gegen Landstraßer Amateure, Slovan gegen Viktoria 5, Sportklub gegen B. d. V., Admira gegen Nußdorf, W. A. F. gegen Hu« manite. Simmering gegen Stadlau, Wacker gegen Helfort, Rapid gegen St. Beiter Sportfreunde. Die Hcckoah trügt am kommenden Sonntag das proponierte Spiel gegen Sparta in Prag nicht aus. Hagibor—Hochstädt 7:1 (2:1). Hagibor konnte trotz Einstellung einiger Reservespieler eine:: sicherer: Sieg feiern. Die Mische Mannschaft befand sich in guter Verfassung, insbesondere -die Stüvnrerr-eihe, die diesmal sehr ischnßfr-endig war, gefiel allgemein. Auch die Halvesreihe arbeitete, sehr erfolgreich. Die Verteidigung entledigte sich ihrer nicht allzuschweren Aufgabe in sicherer Weise. Hagibor: Spira; Teichthal, Altmann; Lovber, Ellenberg, Weil 2; Stern, Lilien 2, Gold, Rosenberg und Weil 1. Vom Abstoß weg brennt Stern durch und erzielt den ersten Tr-eff-er. Zehn Minuten später kv'inmen die Gegner durch einer: Zu'fallstr-effcr zum Ausgleich. Vor Halbzeit nock) verwandelt Gold ein Zuspiel Liliens zum Meilen Treffer. Nach Halbzeit erzielen Gold (3), Lilien und Spira -(Elfer) die übrigen Tore. Das jährliche Rugbpfnßtzallmatch zwischen den Universitäten Oxford nnd E a n: b r i d g e endigte mit 21:11 für Oxford. Für die zweite Akakkaböa-Soiree, die am 25. d. in den Sophieusälcn zugunsten der notleidenden Inden Deutschlands stattfindet, wurde der Kartenverkauf bereits eröffnet. Im Klwbheim des S. C. Hazair-Viakkabäa. 3. Bez., Löwengasse 39, sind bei Vorweisung der Legitiination Stndenteukarten zu 1>edeutend ermäßigten'Preisen'täglich ab 7 Uhr abends zn haben. Eisschnelläufen. Friedrich Pollack-Parnegg-Wandrrpreis vom Jahre 1913. Gewidmet der B-er-emigung Wümier Eisschn-ellänfer. Nach 'vierjähriger Pause, hervor-gerufeu durch den Weltkrieg, -ist es der Verein-igun-g Wwlrer Eisschnelläufer bai voraus,sichtlich gnterr Eisverhättnissen am 12. und 13. Jänne-r 1924 vergönn:, den iiberaus wertvollen, künstlerisch a-nsg-- führten silbern-sn Wanderpok-a: zur Ausira-WN'g zu -bringe::. Der Wiener Eislaufverein, welcher allein über einen ent>sprecher:den Platz verfüg:, -ha: :n enitpeg-eukommender Weise -d:e AnstraMng des Preises .llcrno.nmei:. Der Kampf nur diesen prachtvollen Siltberpokal, weiche-r abgesehen vo.nl knustkenischen, auch einen höhen mat-eri-ellcn Wert darstellt, dürfte zu ei-nmn Er-ei-gnis der hem-igen Eissaisou des Wie-rwr Eisl-ansvewin-es, auf dessen Platze das Rennen statitlfindet, werden. Ist -es doch schon jetzt sicher, daß nnr diesen Waudcrpokal, welcher ÄS Pvois für das bei uns i:.och viel zu wenig popul-a-rHsierte Eisschnellanfen einzig da-steht, die besten Läufer aus dam Inn-wd ^Ausland,r in Kon'kurren-z treten -werden. Die Austra-gung erfolgt nach der Wettpausor'vn.nlirg der Jntarnationalen >Eis-Ions!ve-re:-ni>g.iurg und nmfaß-t drei Strecken, n-nd Mar 500, 1-500 -und .'000 Äl-ete-r. Der Wander.pre-is -ist zwc-in:-al hi.nt-crc:ua-:üde.r oder dr-einml überhaupt zu gewii:nen, am: in den endgültigen Besitz deS Siegers übevzugehen. Dein fc'woiligen Sieger ein großes vergoldete-s, de»n Zweiten ein silboru-es, den: Dritten ein br-onzern-es GhrentZlichen. dopsnztit 1924. 1, Lad7Bchnikofl-Vcrl ’Jtnrfibrucf ve-doten. Z\. FlirNetzilvg.) Asch. Roirrcu: von Schalom „Siehst du, Mascha, so nennt urich mein Sohr:. Altes Schaf. So nennt man in Amerika seine Mutter." ,£), du old fool!" Charlie hob die Atutter auf -den Anm und tru-g sie durch das Zimmer. „Laß los, um Gottes willen, laß mich los, du wirst mir noch etwas antun", flehte d'i-e alte Frau. „Nicht früher, als -dir „old chap" sagst. Nicht Schaf, sondern chap, chap." „Was 'lieat daran, chap, Schaft Meinetwegen chap, nur laß mich los, du wirst mir noch etwas antun." „Und jetzt beit „Salut". Ich lasse dich nicht früher l-os, bevor du nicht den „Salut" sagst." „N Pledge altegiance to my flag", -mühsam stammelte Genenide-l die Worte hervor, welche Charlie sie gelehrt 'hatte, als er noch ein Knabe war nnd in die Volksschule ging. „So ist's recht. Und jetzt lasse ich dich los, old cha-p!" VvNsicht-ig fetzte Charlie die Mutter aus einen Stuhl. „Da siehst du, Mascha, wie mein Schn mich behandelt," klagte die alte Frau, „mir nichts dir nichts setzt er mich aus feine Schultern — wo - soll ich denn die Kraft heanehmen gegen ihn?" „Nun, jetzt komm', Mascha. Haw do hou do?" fragte Charlie Mascha, als hätte er sie jetzt erst gesehen. Die Tante wchnte in .Haarlem, in einer der armen Judenaassen. Als Charlie und Äca-scha aus dem Haustor traten, spürten si-r erst die Hitze. Es war einer jener New- Arwber Sommertage, da sich schon am früher'. Ricrg-en eine schwere, feuchte Hitze aus dir Stadt legt, die keine Hoffnung auf Erfrischung und Ausruhen im Leben läßt. Ans den csfemn Fenstern blickt schnt'rltzig-rs Bettzeug und aus den Feuerleitern trocknen Wäschestücke; aus den Fenstern stehen Topfe mit -vertrocknetem Essen von gestern. Auf den Treppen der .Häuser, auf den Schwellen der Haustore und weit in die Straße hinein lungern wie wegg-eworfene Fetzen oder zevbrochenes Gerät Frauen -und Künder. Halb nackt gleiten -und huschen sie über die Treppen ans die Gehsteige. Die Mütter versuchen, die Kinder mit Pennhstücken über das Mißvergnügen hintocgzutäüschen, das ihnen die Hitze bereitet. Die Pennhstücke verwandeln sich sehr schnell in Honigzuckerstangen. Die zerg-eheit in den Kinderhändchen und beschmieren die Gesichtchen; die weißg-ckbügelten Henrdchen, welche die Mütter bei Nacht hergcrichtet haben, sind klebrig vom zerslossenen Zucker. Die Kinder flüchten von dem glühend heißen Gehsteig, den die Sonne immer mehr erhitzt, nnd suchen Rettung auf dem breiten Fahrweg. Me fahren, der eine auf einem Rad, der andere ans einer alten Kiste, ein anderer wieder in einer Heringstonnc; und wer ein altes Wagenrad erwischt, der lädt alle seine. Kameraden von der Straße zn einem „Raid" durch die Straße ein. Der Staub und Schmutz der ungekehrten Gassen wirlbelt durch die Bewegung empor und legt sich auf Gesichter und Hände,, auf Steine und Fenste.r, bis er die nackten Brüste der Mütter erreicht, welche den Schmutz und Sta-uib der Straßen ihren Kindern zusammen mit der Mtfl-erm-ilch als Nahrung geben. . . Charlie und Mascha schritten stu!mm durch die Gassen und bahnten sich mühsam einen Weg durch -die Kinder, die mit Rädern an den Füßen geboren zu sein schienen und zwischen den Pferden, Fracht-Wagen und Kohlenfuhren einherglitten, welche ihre Route durch diese.Straße nahmen. Einer verstand kein Wort vom anderen infolge des Lärms und der staubigen Hitze, -die ebenso grell und schreiend zu sein schien wie der Straßenlärm riugsMN, wie die Eisenräder der Kinder, welche durch die Straße tollten . . . Doch je weiter sie kamen, desto stiller und reiner wurde die Straße, desto ruhiger und sauberer wurden die Häuser und bald war der Lärm ganz verstummt. Sie kamen zum Ende der Straße, das über die Fünfte tzlbenue zum Park führt. Die Häuser, welche g-egeirüber dom Park standen, waren von Bäumen beschattet, große Fenster blickten auf die Straße, heruieder; doch die Fenster -waren blind, geschloffen, mit du-n'kclgrüneu Vorhängen bedeckt. Um die Häuser war es kühl und still, doch in den Häusern wohnte niema-:ck>, sie lwaren den ganzen Sommer hindurch verschlossen. Lange gingen sic -durch die Straße, welche sich dem Park entlang zog. Es war sehr angenehm, dort spazieren zu gehen. Die Gasse war in -den beweglichen Schatten der Blätier gehüllt, den die großen Bäume aus den Gehsteig warfen. Es war ganz still. Eine se-stliche Stille herrschte, welche die Bäume um sich verbreiteten, kein Hauch Ivar zu spüren, Türen und Fernster der -Hä-ufer waren fest der« schlossen; so lagen verschlossene Häuser und Plätze ganze Straßen lang da, alle entlang dem kühlen Zcntralparr. nnd kein -lebendes Wesen hatte Nutzen, davon. Charlie begann lächel-nd.' „Die Häulser hier sind der beste Beiweis dafür, von uneni'lvickelt die amerikanische Kultur' ist." „Was meinst du damit, Charlie?" „Diese Häuser sind ein schreiender Beweis, tvie nugerecht die Gcfcll-fchastsordnnng ist. in welcher -wir leben. Das sehen wir Tag für Tag — Millionen von Menschen sehen diesen schreienden Beweis der Ungerechliai-i: und wir schweigen." ,^Jch verstehe dich nicht, Charlie." „Stelle dir vor, e.s käme jemand in eine Stad! unl» würde alles Brot in der Stadt aufkausen und es dann für sich in großen Magazinen vevsperren. Oder er würde alle Brunnen der Stadt erwerben nnd für sich verschließen — die Bewohner würden einen solchen Menschen sicher steinigen. Ist das hier b-cssor, als wenn man Brot und Wasser we-rfchließt? Die Stadt 'besitzt einige kühle Plätze entlang der Parks, am River, und diese kühlen, sclchnen Plätze ha«ben reiche Leute für sich anfgekauft, sie nnt schönen Palästen verbaut und während des Sommers, da die Menschen am meisten solche Plätze, nötig haben, verschlossen und sind fortgefahren. Weder sie haben einen Nutzen davon, noch fönst irgend jentand. Und das sehen die Menschen Tag für Tag, tan,sende und aber tausen-de sehen es und schineigen. Ich glaiche, daß so etwas nnr in Amerika möglich ist." „Gibt es denn in anderen Ländern keine. Neichen, welche große Paläste, besitzen?" (Fortsetzung folgt.)

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