Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1727 (5.12.1923)
- Date
- 1923-12-05
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Ifo 17L7 Men, Mttwvch Wiener Moegenzettttn«. «WH Die Generalversammlung deS Jüdischen Sportverbandes. - -T-er JÖwJft&ufo' des JiiidUschen Gpov:ioe»j6smideS bevuft Kr SaanÄa« Von 16. d., halb 4 Uhr nachmittags, die dritte vrdentliche Ooncrawe^sammlliuM des Dwbandes ein. Der Ort der Äpglmg wird noch vechtzeitta b^a,»MM>bru. Alle dem: Berbcmldr angcliörig-e,» Vereine sind berechtigt, für je 100 MrtgliÄdtt' >f.iir die eriü^sprechende Beiträge cköMührt wurden) er,non Del-egi!?rt.rn Ml crtts-eMu. Die Vereiiriqugiq lmihverer Stimmen äu«f einen Delmi-'rten ist nur ESwävtigM Versinen gestattet. Die zulässige HöWanM an Stimmen «i»res Vereines be- Veörtfjt fünf. Die ToiDsordrmng der GmeiMMMmiinN-ng umfaßt: 1. Bericht der. Äbtretenden Lc>iA,nv.. epsttttttt von ihren FttMioirären.. 2. DtatiutennndevurMN. A. Anträge. t. WM des neuest Borlsta-ntdeS mrld der UlnovauUMsst' Cventu-ell.es. Anträge und WaUpovichläae für die Gme-vcüpochaa»m»- <una ftiüib bis inklnsive 10. i>. bm Sökoeckmoite des Verbandes, 1. B«;., Wvesiuge-rstraße 11-, sttMbvttrgen. DovtisMsi halben sich die Beve'me auch Wer ihre g-smeild.'te MtsBedermWü^, Zählkingen und Stimmrecht m inifomri-even- Was der Tag bringt. Verband und Presse. I»» der letzten Sitzmrg des W. F. B. wurde mit der Presse Abrechnung gehakten. Den Anlas; dazu qab eme EMänmg des Vorsitzender» TMtisch. der das Vorstandsmitglied Wottitz ff:ip AiMisfe. die in einem Wochrublatt schoben wurden, in Schuh nahm. Herr Deu-tfch teilte mit, daß sich Herr Wortitz durch diese ZettuuBpoleiM! nicht nur in kein«' Ehre.gekränkt, sondern <mcl) in seiner Existenz bedroht fühtt. Aus diesem Grunde hat Herr Wottitz auch sein Mandat 4nr Verbauldsdorsta-nide Mrückgel-ogi. Bei der Rede des Herrn Deutsch kam die Presse wahrlich nicht gut wog. Anschließend an diese-Ausführungen m-e'B&etcn sich noch mehrere Vorstandsmitgliedes die m beredttu Worten über manche ZeittmgM Klage Wirte,r, zu Wort. Obwohl wir gerne zugdbon,!daß die vorqehrachieil Büschwerde»» Nicht ganz unbegründet waren, so scheu wir uns doch qu der Fvststelliunq g-e-Mungen, daß ähnliche Auslassungen im Berbandsvorstand zwecklos sind. Das Berrraumsvotum, das Herrn Wottitz erteilt wurde, war am Platze. "Alles übrige hingegen tonnten sich, unferer Meiming nach, die Vorständenitglioder schenken. Bardach «egen MeiSl. Herr Bardach aus Karlsbad ist kriegerisch. Er will sich eine Position rm internationälen Sportltzbeu erkämpfen und so ist ihm fedes Mittel recht, um das gewünschte Ziel M erreichen. Die Lorbeeren des Herr» Weiß aus Agranl, schienen ihm verlockend, -und so trat'« in dessen Fuftstapftu und iourde Manager. Seine erste Tat aus diesem Gebiete tvar die DurchfÄhrumig der Guropareis-e von Wescham United. Die Englä-ndcr konnten sich -aber ans den» Kontiuenit ltidM .im gewünschten Vtaße durchsetzvu rund so endete das Geschäft. für -Herrn Bardach nrit ebnm Defizit. Herr Bardach »rar wütend. Er geriet im Gegre-nsah zu Prag, Men und Budapest, was zahlreiche <^mübeleMgrmg8klaigem. die noch nicht ausge- - Svageu sind, zur Folge hatte. Herrn Bardach stand nun aber auch unser Bunde skapitäu Meisl im Wog. den er u. a. als einen Ms Nachod vingÄvanderten Teutonen -bezeichnte. Herr Bavdach Miel sich -auch in der humoristischen Aeußerung. daß er, obwohl er getauft, trotzdem kein Antisemit sei. Mas er mit all diesen Weisheiten bcMvcckt, ist wohl klar. Er will Was ■ aber diese Wcchrsütze mit seiner Kaimpfesifühvung zu tun haben, ist verschleiert. Jnteressautvttveis-e läßt sich unser Verband mit dem Karlsbader Mmrager in Derhaüdlungen ein. was wir nicht recht verstehen können. Die Angriffe. dieses Herrn gegen unseren Bundeskapitän können Oesterreich nicht schaden und dem KaMbader ikaunr nützen. Herr Bardach mimt eine schlechte Gpisodelftigur. die ohenso rasch, wie sie geiöonrnren ist, verschwinden wird.. Berufssportler und Amateure. wie die Spanier sind die. meisten VerleinLfunktionäre. Sie fühlen sich als die eigen tilichen Träger des gesäurten Sportgedankens und blicken mit Verachtung aus die Professionals, .selbistredeüd der anderen Klubs, herab. Mit den eigenen Spielern wagen sie es nur in den seltensten Fällen anzubinden. -da sie instinktiv fiihllen, daß ihre ganze Herrlichkeit mit der Kamplfmannschaift stcht um» Mt. Diese Funktionäre, die bei jeder unpassenden Gel-ogenheit ihre Ainateureigerrschaft hervorheiben, werden trotz ihrer nicht geringen Macht im Verein recht reslpeMoS behandelt.. Wie weit es mit dem Ama'eurisNluS dieser Aeinen Gernegvoß her ist. beweist. foil-gende Begeibenheit, die sich dieSnM zufälligeriveise in Agram Zutrug. Gradsanski hätl.e in Konstant,,wpel einige Spiele austragen sollen. Nun ist aber die Mettspielreise plötzlich und gänzlich uupermntet abgesagt worden. Die Außenstehenden glaubten, daß finanAiell« Hindernisse den Plan zum SchÄtern brachten. Wie wir aber aus Agram erfahren, sind ganz andere Gründe für die zuletzt getroffene Entscheidung maßgebend gewesen. I-m Verein ist nämilich ein Krieg Mischen den, Ausschuß und den Spielern ausgäbrochen. Zahlreiche unbedeutende Mitglieder der Leitung wollten selbstverständlich auf Kl-ubkosten an der Reise teÄnehnwn. Da die Gastgsber nur für die Spesen einer besmnmten Anzahl von Agrmnern anf- Ämrmen, batte die Karnpsmannsichaft fast ohne ReiserÄüfpiÄer die weite Fahrt antreten müssen. Di« Fußballer erklärten nun 'mit Recht, daß m,r der Präsident und der SektionSleiter auf der Reise benötigt werden. Die übrigen Vereinsfunktionäre hingegen lKtten krftwn Anspruch an oer Fahrtteilnahme, die nur auf Kvssten der RefervespiÄler b-üwerfftelligt lverden konnte, da letztere einerseits gebraucht werden können und andererseits eine Anerkennung für chre-sportliche Tätigkeit verdienen. Wenn die Herren der Leftung, die sich auf ihren Amat-eurismus so viel cinbilden. nach Konstantnropel mitfahren wollen, dann sollen sie für die Spesen selbst a-usikomnpen. Da nun kein Funktionär zurücktreten trollte und die Kieler auf ihrrin StaitdpuM -btzharrien. wurden di» Abschlüße r-ürhgänM gemacht. Gradjansk: ist deshaG gezwungen, die Weihnachtsfeiertaige zu Haitse zu derbriivgen. Vrreinörivalität und nationales Zusammengehörigkeitsgefühl. Mcnr u,ächte es nicht ft'rr mWlich Hallen, m welchen formen sich die BeromsrivaMät auslvbt. Die sportliche Ginstellulm im iutsrnatiolml-cn Wettbetverb ««scheint den M-nbS orttschwvsn tvertvMr wichtig, <tts die lokale Vorherrschaft. So sehen wir. daß zum Beispiel Rapid die MAsterschastMmpfe viel ernster, als die rnternaltioiwleir Spiele ui-mutt. Wr erlebten «es auch uitt-zählige Male, daß ein Teil des eruhei-Miischon PubMunls bei internationalen Tvetffen zu Parteigängern der Gaste wurde, und ztoar einzig und allein aus drin Grunde/ weil es den, Lokcckrivalen dem ErfoPg iftcht gönnte. Dies« gLgrrüvärtige Ilnduü-dMBe'it erreichte in Prag zwischen -Spavra und Slavia «einen Grad, dernichr nwhr überl-oten werden kann. Enchfänpt die Sparta auswärt-ige Gäste, dann köuueu letztere sich« -seul, daß der SlavigMchang für fit „drücke". Selbstverständlich verhält sich der Sparta-Anfang bei den Äiavia- Spirlen nicht besser. Sföcm kann getrost behaupten, daß die. beiden,Versi>ae einander nn tvcchrsten Sun« -des Wortes hassen. Nun sind wieder ein-,na! di-e „dipwinatischen Begiehu-n-gen" zwischen den.-beiden Be reinen abgebrochen. Der Grund für die u-lmerftch entbrannte osftrre Fehde ist sagender: Anläßlich der dreiWiahuiigen I-uAsäuursfeier der 'Sp«ria, die am 16. d. stattfatch. versti-sg sich «der Fc-stredner M dbusfühnungen, die die Sl-avia auf das ainpfiudlichsle b-'l-e-idipen '.nutzten. Letzterer Beroin verlangte auch sofort fchvrrfÄiche GLuugku!u,vg. -doch Nmrhe chm diese bis jetzt nichr gegeben.. Die Slowia setzte deshalb die Sparta davon -in Ke-inttuis, baß sie alle spovLichrn Brziechmgen m’ii chvmn Deleüdiger M'^che. Die MoravÄa SLavia (VieSi») hat am__, Donnerstag ihre DEM-vGe nvch KonftantmoipeL angcktvst««. , Preßburger Spiel«. Der 1. C. G. K. BrvtMava bestoM den S- K. Drnava 7:1 <S: V). — LaAvah schM Wvelde» (LilL^'vk R-efütta-t enchpricht nicht dem gegeigten KvaifAechoLtmS. da der MW Vevom die weStauS -eff«e MmlfchM stellte, ßn MKgMchwetor Form bchmdm sich die Brüher Weiß. weSterö Schiwag; md Dr«Mor. Dt»nd der italienischen. MeisterscheFt. fpn der A.-G>vuppe fuhrt Genua F. C. uniumstrrtlen unid -vrrld tvchl kaum «nchr «tngcholt werd'n können.Ja, der B^Kvupp« ist V« Situation noch umigek.'ärt: Pro Bervelli, Lgguauo und Turin führen KelchMtch. doch durfte, nach den letzten Rchutbtaten zu schließen, Pro Vervelli wrckvr eiMM mehr die Wichm Chanen, auff -sich ve«r«migen. Frankreichs international« Spiel«. Die 8. F. A. h»t bis letzt folgerte LLuder-trGen Vereiniblcvrt: 18. Jänner: Fra-ckre-ich—Belgien vn PaviS - BulMo-Glvidchm): 16. Fekbunar: Anmosnurtch Fra,Ävorch—Engiland WiuMalo); 28. März: Franlkreich—Schwei; in Genf; 4. April: Avmc-smatch FrEvoich- Belgien in Brussel; 17. Mai: Frvinkrvirh-EMlmH in.Pars» Mpjhrny^Dtäd-ion). Groß im vorMliiche Skilufsr des S. L. Hechawer O wieder seinem Stommdevem HalMr-MEalbaa beigttvetden. Di« Bndapester Meisterschaft wich am kommenden Sonn wg Mit stzkaendrn Spitzien fortges-etzd: B. A. C.— 83 F. C., B. T. E —M. L. K., ZüKo-M. T. S. E., U. T. E.-KispM. DörM»eS--46vf«s. F. T. C.—8. B estich T. B. E. Schwimmen. Das Hakoah-Meeting. Henme, 7 Uhr abends, ßMd«-»t «tt AuA-oibrng der Nemmügru zum intevrmti.an«!l«n SchwiMmmvet-mg deS S. L. HaSoiah rm Kl.nbhe«im, 1. Dqz-, WOngerstraße lir statt. Für 8 Uhr abends wurde die LöitnnpAsitzuiR «rsbvmumt. DageSochmEg: Rauwahicvr, iwE»tt<m>alieS Wettschwimmen uftv. Di« belgische Meisterschaft über 400 Meder bobiirlbiijg würde m BriüM vom Gevavd Blitz <AMvcrP«n) m 6 Mm. 1 Seik. Kttvmmen. Tonristik und Wintersport. Olympische Spiele. Beginn am 25. Jänner 1924. Hn Ehamonix. am Fuße des Mont Blanc, beginnen au, 25. Jauner 1934 die Wintersportveranstaltungen, welche, wie!der offizielle Termin lautet, „anläßlich der 8. Olympischen Spiel« organisiert werden". Bekanntlich wehrten sich am Olympischen Kongi^ß 1921 zu Lausanne die Skandinavier dagegen, die Wintersports als Bettachteile der Olympischen Spiele figurieren zu lassen und «rkölrten, daß sie nur dann an den Konkurrenzen teilnehmen werden, wenn ihrem Antrag stattgö- Kunstlauf-, Bobsleighuch Ejshockeywettbotverb« zu Chamonix sind demnach in Wirklichkeit keine olympischen Konkm-renren^ Ms sichere Teilnehmer an den Wintersports gelten, bisher: Amerika, 5dmada, England, Frankreich, Dänemark. Finnland. Belgien, die Tschecho-SlowEi. Oesterreich, di« Schweiz Schweden, Norwegen und Italien. Hechawer (Sektion für Touristik und Wintersport). Morgen Donnerstag tum 8 Uhr im Vereinsheim Cafe Lwo, 3. Bez.» Dampfschiffstraße 2o, Sektionsabend. Trockenskikurs (8). Vortragender Fred Beck: Praktische Hebungen. Mer und Bergschuhe sind mitzubringen. Neuaufnahmen. Auskünfte, Materialanmeldungen usw. Toureuprogr-amm: Sonntag den 9. d. v-Wienerwalidt^eSfußtour. Treffpunkt 10 Ahr Endstation 39er-W<rgen (Sievering). Außerdem findet eine Reihe von Skitouren vom Anfänger biß zum ausgebildeten Tourenfahrer am 8. uüd 9. d. in Payerbach und Umgebung statt. Quartierbeschaffurrg ist Sache den einzelnen Teilnehmer. Kein 5ttlrsbeitrag. Auskünfte ustv. morgen beim Sektionsabend. Bei! günstigen Schneeverhältnissen im Wienerwald finden die Kurse 1 rn der Nähe Wiens statt. Die Sektion verleiht auch an Kurs¬ Copyright ,684. Rachdruik verboten. | Ladyeobnlkoff-Vorlag, ßorliri. (2V. Fonjetzung.) , I Snlel Moses. Noman von Schalom Asch. Z^rr Nachtzeit fuhr Ma-nes mit eirmn Wagen vor .Kmneralden den ganzen Kastvn aus den, Zimnier, legte ihn auf den Wagen und führte ihn zmn Fluß. Die Schulidfcheim -sandte er jedem Schuldner ins Haus. Die Armeupfänder, Sikbevkeuchter, Eheringe, Ohvg«hünge und dergleichen gab er jedem zurück, da auf einem Zettel an jedem Pfand (Joel war ein gewissenhafter Mann), der Name des Eigentümers aufgeschrioben war. Die goldenen Uhren nahen der Gertdarm .Jerzej als seinen Anteil, und das Bargeld, welches sich in der Lade befand, korrfiszierte Manes. Der Magd, wslche die .Haustür geöffnet hatte, gab er ein paar hundert Rubel als Mitgift, vevheiratete sic mit rhrvm Verlobten, und im ganzen Städtchen hervschte. eitel Freude. Die ganze StM tanzte auf der Hochzeit des Paares. Den leeren Kasten brachte Manes in der nächsten I-acht auf einem Wagen zu Joels Haus und stellte ihn vor der Haustüre ans. So hatte Manes mit -einem Male ganz Kusmin von dem schweren Joch des Wucherers Joel befreit. Die KuSminer Landsleute erzählten eins,«der noch jetzt dieses Wunder der Befreiung üird segneten ManeS Hand. Als Mmres nach Anwrrka kam (er rnußte wegen des. Diebstahles bei Joel flüchten), hielt er es nicht lange in der Werfftätte bei Onkel Moses aus. ManeS tvar der erste, avelcher sich von der Werlstätte des Onkels Moses befreite und in Amerika dasselbe Leben führte, wie daheim. Er erfaßte ba>ld die amerikanische Atnuofphäre und sah ein, ivenn er lobte, wie es das Gesetz vorfchrieib, würde er nicht vorwärts kommen, und wenn er warten wüvde, bis andere besiere Gesetze entstünden, wüvde er inzwischen auf dem -Fviedhose liegen. Manes wußte sich Rats. Er begriff bald, «S sei in Amevika sehr wichtig, gute Freunde, vvne Abenge guter Freunde zu haben, von denen eitler dem anderen beistoht. So wurde Manes bald Mitglied einer Reihe-von ,-Sovielhs"; daö tätigste Mitglied aber . war er in der. ..Society M Bekämpfung des Moholverbotes". Und jetzt hat Manes Iren zu Freunden — Juden mag er nicht — er wohnt rnt Jrenviertel, nicht luetl von den DirnenquartievM. Er ist ein kleiner Banunterrtehnrer, lmt einige polnische Maurer mrd Zi-mmevnralcr und seine guten Freunde besorgen im Aufträge, (^aht dabei nicht alles in Ordnung, so Wender man sich an der, Vorsitzenden einer „Society" oder an den politischen Führer des Distriktes; dafür ist Dianes, wenrr es Wahlen gibt, „allrigth". In allen Fenstern seiner Wohnung hänge,, Bilder seiner Part-Sifre>ntrde. Mines läuft bei den Landsleuten urnher und agitiert. Manes macht ILahlvevspwchnugen. ManeS ist in voller Tätigkeit. Am Wahltag bindet?r em grünes, irisches Halstuch um und" bezieht seinen Posten. Mehr als einmal kouunt es darauf an, Gegner mit „handgreiflichen" AiMNieuten zu überzeugen, und für diesen Teil der Wühlarbeit ist Manes der.b^te Agitator im Distrikt. Wenn es nottvendig ist, wird Ndcrnes von einem Wahldistrvkt in den anderen geschickt, um die Diskussion mit der Faust zu führen. Der Führer des Distriktes hat ihm «den Namen „Agitator gegeben, im Klub der AMprohlbit'wnisten, der sich an der Straßenecke befindet, wo die Binder aller früheren politischen Führer hängen, ist Manes als der beste Agitator berühmt. Am Adend des Wahltages, noch ehe die Mihlrssnltate bekannt werben, behängt Manes -das ganze Haus nrit Reisig uud Lampions und er samt Frau und Kindern halten große Knarren in den Händen und schnarren die Gegenpartei hervor... In dies-om Jahre ist Manes auf der Höhe. Der ganze ,Distrikt gehört ihm. Der Richter gehört seiner Partei au, der DistÄtSaittvalt ist fein Manu, alte „Spitzen^ sind.seine Leute, kurz, die ganze Stadt gehört ju ihm. Deshalb fühlt sich Ätanines in diesem Jahve ganz besonders sta-vk. Und bei seinen Landsleuten äst sein Ruhm in diesem Jahr >befortiders groß. Wenn einer von den Kusnünern eine Unannehmlichkeit nüt der Polizei oder dern Gericht hat, so geht er zu Manes und Maues richtet öie Sache. ManeS besaß wirklich ein getvissts G-evechtigkeitsge- .fühl. Bon Natur aus konnte er kein Unrecht ertragen. Die WieltovdnunH, in lvelcher er «lebte, -war so beschaffen, daß iftcht immer ihre Einrichttrrrgen mit!de-r MrechtiBei-t i-Hand in Hand gingen. Nicht imnwr -war eS leicht, dem Gesetz zu entsprechen und nicht immer war das Gesetz gerecht. Deshalb hielt auch Manes den Weg seiner Partei, guten Fveunderr zu helfeir und sich ihrer anzunehmen, für viel naheliegender und der Gerechtigkeit nrehr entsprechend als den toten Buchstaben des Gesetzes. Und Dtanes tvar auch ein tvahrhaft treuer und ergebener Diener seltner Partei, weil er sie für die lbeste und gerechteste hielt. Für den Richter, den Führe.r seiner Partei — überdies eilt Jude —, welcher Manes stets hie Hand reichte, wenn er ihn a-uf der Straße tvaif und -ihm ,^Hallo, Agitator!" zurief — für diesen Richter -hätte Manes fein Leben -hergege'ben. In ihnr fah er die. Verkörperung sei-ms Ideals. Richter Grünfeld war sein Mann. Wenn jemand etwas brauchte,- ging Manes zum Richter indie Wohnung und besprach mit: ihm den Fall eingehend. Bor ihm hatte Manes keine Gcheiumisst. Dem Richter sagte er die. volle Wahrheit und -der Richter belehrte ihn, wie er bei der Gerichtsverhandlung ausifagen sollte. Richter Grunfeld war Manes' Ideal und ita er überdies ein Jude und noch >dazii ein girier Jude war, ivelchcr an jedem Sabbat zum Gottesdienst ging, war Manes stol-, auf ihn. Obwohl Manes selbst nicht fromm war und sich ttim Gott nicht kümmerte, gefiel e§ ihnr doch, daß der Richter an jedem Sabbat zum Gotte.s-dienst gi'Ug und in jüdischen Vereinen eine große Rolle spielte. Und weil e! in Am-eri.fa einen jüdischen Richter gibt, weil es in Amerika eine Partei ' gibt, wie di«, der ManeA angehört, eine Partei, rvelche für einen guten Freund alles tut — deshalb liebte Nlaues Amevika als sein Leben. „America, uiy eountry" -- sagie Manes stets mit Stolz zu feimn irischen Freunden. Nianer' war ein großer amerikanischer Patriot und in: besonderen ein großer Anhänger des Richters Grünfesd, weil Richter Grü-nfc-ld zuiu Symbol Amerikas geworden war. In seinen» Zinmner hing a-n einer Wand das Bild Washingtons und an der andere»: das des Richters. Und an» Ive'che-nstagc ließ Marres aus feinenr Fenster ein großes amer-itauische -' Ba'nner wehe»» und stellte aetf eine. Seite daS Bild W.ifvino tonS, mrf die andere das $fc§ Richters Gvüufeld ... «Fortisetz-ttnq folgt.) üd iBiBBESsagmrf -^yi-raaiaaiBBi «MMSiSMi