Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1923-11-24 · Heft 1716 (24.11.1923) · p. Seite 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1716 (24.11.1923)
Date
1923-11-24
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
83% known words query
IRI
…/2979076-2980477-2980798--16879-3003833
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Nr. 1716 Wien, Samstag Wiener Morgenzeitung. Die morgigen Meisterschaftsspiele. Dis bisher herrschende günstige Wit'ierunq hatte zur Folge. hast die MoilstevsHaftskonkurrom flott fortlschritt. Pätzlich ist nun aber der Wttttcr bereingchroch-n Schnee und Rqg-n verwandten die Spi, äffoWbcr m ein wahres Kotmeer, so dast es stcute noch nicht sicher ist. ob sämtliche unbesetzte MMevschciftlspickle auch zur Austragung ge-langm werden können. Der Konkurrenz vorausgeeilt sind Hevtha riind B-K'nnia, die ihr MeisieuscherftZHs-icl bereits haut« ©antStact oauf dem Platze des zuerst genaninrn Vereines Mstvasten. Sollte das Wetter aber f>ar zu schlecht sein, dann findet dieises Treffen eß?nfafl§ morgen Sonniag statt, ftm venssa-nistrnerr Jahr konnten sich die D!W'ina>er Mprn ihren cheutiaen StoWten nicht durchsetzen. Sie wurden im ersten Spiel mit 1:2 Toren gesclllolge-n und auch Ha8 -weite Trdffen erdete 2:2 uneniltschiicden. Die Vienna brachte also ans bviden KänDfen nur einen PunEt nach fömtifc. S.tt den letzten Ba- Mgnr.mgnl hat sich aber das Kräfto»cvhälttn'» sehr Maunsten der Vienna vertschdben. so dast auch heute mr ithre-m Sieg zu rechnen ist. Schiedsrichter Seemann. Die Raserveu faiden morgen um 10 Ulhr voviirittaigs auf denk Hertha-Platz. Schiedsrichter ChaWa. Schlechte Zeiten sind für dear Gpodltzlnb tzereingcitzrachen, Zu Bcichnu der Saison ftina es den Wirrer Tschechen recht au», sie erfochten Dica aus Si«.q lind es batte den Anschein, atls ob sie ein gÄvichtiaes' Wort in der Meisterschaft mitzzuislpvechen hätten. Plötzlich atber trat ein UmisäMung o'-n und der Gportlilutb Slova» ersitzt zahlreiche Nvededagen. Diese Mißerfolg.' dürsten das SMwertranen der Mannschaft einigermastoar ersebütb-rt haben, so daß 'inan ihr morigrn auf dam Raipid-Ptatz im Kan-pf gegen den Wiener Nteister kaum Si-sgesauAsichterc zubilligen kann. Schiedsrichter Wcmvura. Reserven Präger. Bedeutende Tordifferenzen engabon die vorsähriaen Spiele ^ischril SportNirb nnid ^ldmir-a. Die FlorDsDopf^r gewannen rmmilich dos erste TvösifenL.:! u-rtzd nn Kveit-eu Spiel bhielten die Dovntbacher mi' 4: (7 Töven die Oberhand. Di Änatl düvfft kein'derart großer Kräftennterischietz Mischen den beiden Vereinen bestehen. Mt Rücksicht davaiuft daß das Shial ans dem Dornlbacher-Platz stattfintdet, ränmerr wir dean SvorMvb bk etwas b. siereu SieWsrussichten vm. Schiekisvichtzer AVbvecht. ilieserverr HMstÄ. Die aroße Ueberraschung, der SpvrKlnh Simmering. dam m-an die oünstM Waoiernnig vau-m vocherigesagt hat, empfängt noorigen aus ei!gen>'m Platze den SpoEutb Wacker zu Gaste. Im vergangenen Fahr gewann Simmering beide Spiole, urch zwar nvit 2:1 utiib. 3:3 Toren. Es evscheimen Mn alle Boöbcivingwnaen geigsben, daß die Gimmeringer auch di'Smial die Oberihamld bchcrlten. Mit Rücksicht daruf. daß die MeMmaer nicht so günstig wie in den fvüiheren Jahren in der Tcchell« plaeievt sind, ist aber mit ihrem bchoNdewn Kampfeseifer zu rechnen. Es ist leicht möglich. daß sie eine Netbervaschu-ng bvi-Wen. Schirdsvicht«! Kiengl. Reserven FriM. Als Nachhutgefecht >tann das Spiel W. A. F. gegen ^slmavk beschneit werden, das aus beim Platze des zuerst gemannten Vereines zur Ansi-rcrgunig gelangt. Verde Mannschaften halben eS in der dies-- 'sährfacn Me'istvüschast »roch zu ksinem Sie« gelbracht. Di« Mittlchdorfer können wrnMwns auf ihrer ReEorldlsiste mit drei Unerntschicidenen Spielen paradieren. OstmaÄ hiirmgen hat noch leinen emvarn Pumlbt zu verizmchnen. 'Die Brigittemiuer, die den letzten Platz in der Taibelle einnMnen. halben in dm letzten Spielen ome ^ormvev'besseruniq erkennen lassen, die gem'vamd groß erscheint, mn dom W. A. F. morgen beide Punkte ckbzunehmen. Schiodsrichcher Schüneck-er. Reserven Zwicker. Die Hakoah ist heute um 7 Uhr fri'ch mit der Franz Josessbahn nach Prag o'boereist. Wirser Md Brandstädter, die im letzten Städtskampf' Wien—Prag den tschechischen Stürmer Dvoraeek sidwer beleidigt Hoden, wurden vom Oe. F. B. für einen Auswahlkämpf gesperrt. . Der Jugoslawische Verband schlug denr Oe. F. B. vor. «m 8. Dezember in Agram einen.Länderkamps Mszutrolgen. Der O-c. F. B. machte den -Gegenvorschlag, daß das SiM erst im Februar stattfinden soll. Herr Deutsch, der Präsident des Wiener Fustiballvevbanides, ricktet« an den Oe. I. B. ein Schreiben, wouln er mitteilte, dast 'das eingesetzte Komitee die Professional- und die An§- länderfrage nicht läsen kann. Weiters ersuchte «r. dost ein« Enguet« einberusLn werde, an der die Verbanlde von Oesterreich» Deutschland. Unaarn. Dschecho-SlÄvoikei. Schweiz, Italien und Jugoslawien teilnehmen soll'":. Der Vorstand des Oe. F. B. sprach sich gegen dies« Eltguete ans und beauftragt« daL Komitee, die BeratniMu zu eimnk Abschluß zu führen. Hierländer darf morgen bei den Amateuren spielen. Der Oe. F. B.^ erteilte gestern tow Stürmer Hietzlander Spiel- «rlau'bnis für das morgige Treffen gegen Sparta. Präsident Rimet vorn .fran-räsifchen Fustballverband richtet« an den PrÄsidrnte» des Oe. I. B. ein Schredben. das folgendes beinhaltet:. ,,Jn französischen Blättern wurden ossiHi'Äse Nachrichten publiziert, nach tvdch-n der Oelterreichische Fnst>ballbun>d an den Olvmvischen Spielen 1924 in Paris nickt teilnebnreil wird. Ich denke, dast dies« Nachrichten zumindest übertrieben sind.^aber im Falle als dieselben nur einen, scheinbaren Wahrbeitsstempel tragest würd"r. ersuch« ich Sie. Ihren Einfluß geltend zu machen, damit Ihr Land an der'großen Friedensmanifestation der olhülpischen Spiele vertreten werde. Ich habe auch Grund anZunelmml. daß im Hinblick daraus, daß alle Länder nach Paris^ konmisn Werder'. u,n an diesem solennen Wettbewerb, der die bederrteriidste Organisation, die se dagowesen. war, darstellt, es sehr bedauerlich tvär«. wenn Oesterreich nicht vertreten schien Jlrr Erscheinerl wird mitbelfon. die Zeit dorbereiten. in der mit Hilfe der Gerechtigkeit der Einzug des wahrhaft allgemeinen Friedens und der Eintracht stattfindet. Ich lnttc Sie daher, Ihr möglichstes zu tun, um uns eine Mannschaft zu schicken. Sie und alle jene, die Sie, begleiten, mögen 5m'§ besten Emp-farWs Mens des französischen Verbandes gewiß sein." — Das Schreiben wurde im Oe. F. B. mit Befriedigung zur Kenrcknis genommen. In der nächsten Sitzung wird der Oe. F. B. über das Schreiben beraten. Der Deutsch« Sportverein Leoben weii^ierte sich, gegen die Grazer Hakoah das fällige MeistevschaftIspiel. auszutraaen, weshaW er vom Steirischen Landesverbarld ausgeschlossen wurde. Der Deutsche Sportverein Leodsu erhob gegen diesen DesMuß beim O«. F. B. Einspruch. Der Protest wurde aber einstimmig abgewiefen. Dem Steirischen Landesverband wurde aber ncchegelegt. den Deutschen Sportverein Äeoben wieder aufzunehmen und in die erste Klasse emzu reihen, wenn er aus seinen Statuten den Paragraph elemmiert. der besagt, daß der Klub nur mit Ariern in den Wettbewerb treten darf. Die Cricketer tragen am 8. und 9. Dezember zwei Spiel« in Mährisch-Ostran aus. Ari. DonnerAoq den M. d. Gerierasversarnurluna im Wiener Bürgercafe, Praterstraße. Greif, Frim und Schiller sind unserem Verein beigetreten, sie bedeuten für. den S. C. Ari eine große VerstärEnrig. . W. A. C.-Akadenriker—Hakoah-Akademiker 2:1 (1:1). Zwölf Mimrten vor Schluß wegen angeblichen beiderseitigen Verschuldens abgebrochen. Das Spiel litt unter der schlechten Leitung des vollkommen unfähigen Schiedsrichters Chiger, der die Hakoah ständig benachteiligte, reguläre Tore nicht anerkannte und aeg»n sie unbegründete Elfer diktierte, I. A. C. - Jungmannschaft—Ankrrbrot - Jnngmmmfchaft 2:2 (0:2). Aarkevbwt gelingt es, enwn Durchbruch des Rechts- 24. November 1928 Sette § Verbinders und einen Elfmeter zu Treffern zu vevwerten. MÜ Beginn der zweiten Spielzeit an unterninunL der I. A. C. uilunterbrochen Angriffe. Jellinek holt ein Tor auf. Knapp vor Schluß kann der I. A. C. aus einem Elstmt-erstoß glsichtzr-chen. Schiedsrichter Lotz. Prager Wettspiele. Sonntag vormitwgs: D. F. C. gegen Viktoria Zizkov. eventuell Ateisterschaftssviel Cechie Karlin gegen Meteor 8 (Wiederholung). — Sonntag nachmittags: Hackoah (Wien) gegen Slavia. Amerikanische Fußballer in Europa. Die Amerikaner werden sich mit einer Fußballmcmnschast an der Pariser Olympiade beteiligen. Nach Erledigung der Spiele in Paris werden die Amerikaner in verschiedenen Ländern EuropaS gastiercn. So sind Spiele in . Schweden, Dänemark und Norwegen vorgesehen, aber die Berhandlningen sind noch nicht bis zum Abschluß gediehen. Schwimmen. Ein Werbevortrag. Der deutsche Moilsticr Gkaimiper, der jetzt das Tvcvirmrder HaSoah leitet, hält morgen Saun lag hailb 11 Uhr vormittags im FeMnMds-Kino, 2. Deq., Daboritraste 1, einen Vortray, den er wie folgt betz'Mt: „Der Schwimmisiport. Ml« geistMheitilichen und sitKich.'n Vorte-'s« unld seine EnÄvick'üuig". Meister Skamyer, der nicht nur einer der heüvorragenldsten Ren-nschiwimmier der Erde, sondern auch ein gvüMichn TheoreWer ist. hat es bereits aMUck seines e-rfften Vortrag:s devstmvde-n. die Archörer in seinen Bann zu ziehen. Demgemäß macht sich' auch Kr seinen morgigen Vortrag das grüßte In»- teresse -geltend. Um d.n' AuKsühriungeil «ine gewiste Maftk? m verleihen, gelangt auch der Film „Meistvr >des Wassers" Vorfültzruniq. Das Pvocwamm vervollständigt dcnm der FiLn HaLoah ° W-Mam Un,it-eL> und ein cunerik-Mtzches LuistspN. Die HaEoah lädt aus dichem Wegr sämMche Wüschen Sport» farte ein. dem Vortrag beiMwohnen. Aber cruch an die Eltern «ergeht die Aulffordevung, die Aussühnmrgen SkamperS aiyzuhören» da ft? dadurch aus brnuffsnem Munde üb.'r die in dor Häkoah geleistete Kvviilichr EMchungSaribeit MisenMverttk erlsichren. Mgen. Di« Ringsektlon der Hakoah, die sich durch ihre letzten Siege^ in den Meisterschaften von Wien und Oesterreich als der führende Verein im heimischen Ringsport erwiesen hat, veranstaltet morgen Sonntag im Klubheim Cafe Atlashof um halb 8 Uhr abends einen großen Propagandakampfabend. Diese Kämpfe, die als Feier des großen Erfolges gedacht sind, bilden auch gleichzeitig ein Abschiedsfest für den bekannten Ringer der Hakoah. Herrn Erwin Setzer, der nach Anrerika übersiedelt. Die Aufstellung der Paare verbürgt seriöse und spannende Kämpfe. Die Herren Uhl (Heran). Schicker (W. A. C.). Herndl (Heran), Markowec (Germania). Musil (Austria), Paukal (Chganiewicz) und andere haben ihre Mitwirkung zugesagt. — Die Sektionsleitung de: Ringsektion setzt sich derzeit aus folgenden Herren zusamruen: Sektionsleiter: Ing. Kadmon; Sektionsleiter-Dtellvertreter: Dr. Altar ilglorchseitia Delegierter im Permanenzausschust); sportlicher Verrat für Rirrgen:' Ernb MarkuS; sportlicher Beirat für Boxen: Leo Koch; Schrift, st'chrer: Bieder; Kaffakontrollore: Pereles und Kolbach. Boxe». Die diesjährige Juniorenkonkurrenz beginnt morgen Sonntag um halb 6 Uhr nachmittags in der Halle deS Wiener Sportklubs, 17. Bez., Rötzsrgasse 6. Zu dieser Konkurrenz wurden von nurn Vereinen, und zwar: Wiener Sportklub, Sportklub Hertha, Wiener Athletiksportkklb, Sportklub Hakoah. Sportkluv Wacker. Vienna Cricket and Football Club, Boxklub Iran. Boxklub Styria (Leoben). Boxklub Liesing Nennungen abgegeben. Die Abwage und Auslosung der Konkurrenten zur ersten Runde findet heute im Klnbheim des Boxllubr Iran. 4. Bez.. Blechturmgaffe 20, um 6 Uhr nachmittags'statt. Preist der Plätze betragen 7060 bis 30.000 K. Am ersten Kampftag boxen zwölf Paare. Der Boxklnb Makkabi (Berlin) veranstaltete im Langen. beck-Haus, Ziegelstraße, seine ersten öffentlichen Erstlings- und Einladungskömpfe. MakbaLi gewann von den sechs Kämpfen fünft zwei davon durch knock ratt. Die Kampf« hatten das Er- ' gebnis: Zwiebel (Makkabi) siegt nach Punkten im jugendlichen LopfNedt l«24. Nachdruck verboten. 3, tidf«chnikonA>rlug, Berlin. (17, FoUptzun^) SnlcS Moses. Roman von Schalom Asch. Doch OtM Moses hatte sie bereits benterkt. „Wer ist das?" ,/Gar nichts, ein Kind" enschuldigte sich Aaron. „Und was kanwst du?" fragte der Onkel. ,Mno spielen." Cillis Aenglem glänzten aus dein schmutzigen Gesichtchen hinter dem Feiertagsklest' der Mutter hervor. „Kino spielen, das ist schön, komm' her, komm' her — ja, da hast du . . . Aber die Mutter hatte ihre Armut bereits in einem Winkel versteckt und dort schluchzte die „Armut" bitterlich. 10. Die Kusminer Landsleute. Onkel Moses' Werkstatt getverkschaftlich zu organisieren ivar unmöglich. So sehr sich auch die jüdischen Arbeiterogitatoren bemühten, -die Landsleute des Onkel Dcosts gewerkschaftlich zu organisieren, sie stießen stets auf eine eiserne Aiauer. Das hatte feine Ursache darin, daß daS Verhältnis zwischen Onkel Moses und seinen Landsleuten nicht ein Geschäfts-, sondern ein Familienverhältnis war. Onkel MoseS war für di« Kusminer Landsleute das Haupt einer Familie, der Regent eines kleinen Königreiches. Die Kusminer Landsleute waren stolz auf Onkel MoseS' Vermögen. Wenn sie an einem Hause vorbeikamen, das dem Onkel MoseS gehörte, so rühmten sie sich dessen, als wäre e§ ihr eigenes Haus. Onkel Moses kümmerte sich um alle ihre Familienangelegenheiten. Sie trugen ihre RechtSstv-iligkeiten vor ihm aus und Onkel Moses fällte seine Urteilssprüche wie ein Patriarch der Urzeit über die Angehörigen seiner Sippe. Sie waren Onkel MoseS treu ergeben, itnb wenn einer seiner Unzufrieden-hett Ausdruck .««& «tat feg ttxutit. tia Wort kMttu ks AewerWatz i* sprechen, so hinterbrachten es die Landsleute sofort dem Onkel Moses. Dann kam Onkel Moses in die Werkstätte hinauf, suchte sich den „Revolutionär" ausblieb neben ihm stehen und betrachtete ihn zunächst lange, und genau, so daß der glaubte, es sei sein Tod.! „Sam, wie hat er doch daheim geheißen?" fragte ' Onkel Moses dann seinen Gouverneur, indern er auf den „Revolutionär" deutete, der sich mit dev Gewsrhchaft abgab. „Mojfche Gerngroß" antwortete Sam kurz. „Soso, das bist du, Mojsche ,Mrngroß'." Du willst also bei mir eine Organsation einführen? Bei mir nicht lieber Freund. Bei mir wird am Sabbat und an Feiertagen nicht gearbeitet. Bei mir ist keine Werkstätie, in die man Organisierte hine'miläßt.- Bei mir gibt es nur Landsleute^ Familie. Gäbe e§ bei mir Arbeiter und eins richtige Werkstättr, so würde man bei mir anl Sabbat und an Festtagen arbeiten, sogar am Roschaschana und Jom Kippur, wie in jeder Werkstätte, wo es Organisierte gibt.' Ich brauche den ganzen Krempel' ilicht — OnN MoseS deutete ans die Werkstatt —, ich zahle dabei nur drauf. Ich führe Vas Zeug ohnedies nur euch Mivbe,. .damit mein« Landsleute leben können. Was hättet ihr ohne mich angefangen? Wer hat euch nach Amerika gebracht? Zu wem seid ihr um die Schiffskarven und um Geld gekommen, wie ihr eure Angehörlgen habt herbringen wollen? Zu tvem kommt ihr, wenn es ein Unglück gibt? Wenn, Gott bewahre, einer von euch krank wird?" Onkel Moses schrie bereits so laut, daß dir Landsteute wie Espenlaub zitterten. „Zu wem kommt ihr dann? Mit allem zu Onkel Moses, wie? Ist es nicht so? Und der will bei mir eine Organisation einsühren. Bdi miv-nicht, Freund! Mich wird niemand zwimzen, daß man bei mir am Sabbat und an Feiertagen arbeitet. Bei mir gibt es keine Arbeiter. Bei mir sind Landsleute. Meine Familie sinket bei nur ihr Auskommen und ich arbeite genau so schwer wie ihr alle. Ihr seht es ja selbst. Und für tven arbeite ich? Für mich brauche, ich «S . wiMch nicht! Rur ftu euch. Ich toeä* Mine WerMU« schließen und daun sucht euch irgendwo anders Arbeit. Wenn ihr ein paar Dollar brauchen werdet, so tveröe ich sie wie euch ja ohnedies geben. Ihr braucht keim Angst zu haben. Aber ich will nichts mehr damit zu iw* haün." ,/Aber, was sagt der Onkel? Warum hört der OM auf das, tvas so ein dummer Kerl redet?" beginnen die Landsleute Onkel MoseS zu bitten. „Durch ihn sollen wir alle leiden?" fährt Äavon Mojsche, ein naher Verwandter des Onkels,, hitzig drein, der in Kusmin ein Dorsgänger gewesen war, Wind und Wetter widerstanden hat und hier beim Bügeleisen sicht. »Faßt mich nur zu ihm, ich will ihm schon eine „Orgamjätion" geben", schreit Aaron Mojsche mit «chobener Hcnck. ,/Psi. Ruhe! Bei mir wird nicht geprügelt." OnN ZRoses hält den Hitzkopf zurück. „Doch wem eS Bei mir nicht gefällt, der kann sich irgendwo anders etwas Besseres suchen. Sam, schau nach, wieviel ex zu bekommen hat und bezahle ihm bis zum letzten Heller; da, hier hast du noch ein paar Dollar auf den Weg!" Onkel Moses Güte rührte alle. Er gewann sich stets die Herzen seiner Kusminer Landsleute durch seine freigebige Hand. Nie schlug er einem Landsmann eine Bitte ab. Der „Revolutionär" selbst wurde gerührt üb«r Onkl MoseS' Rede und durch die paar Dollar und bereute schM seine Worte. ,Dttte den Onkel Moses um Berzeihlwg! Augen» Wcklich bitte ihn um Berzsihung", schrien di« Kusmimr LaMleutr. ,ßt muß ihm die Hand küsien. Kuss dem OM Moft» die Hand", schrie Aaron Mojsche der Dorfgangrr, welcher hier beim Bügeleisen stand, den ^evolutionär" an. Das Ende war, daß Onkel MoseS sich nicht dir Hand küssen ließ. Den Landsnrann entließ er nicht. Der Nto« bann für seine Dumacheit den Spitznamen «to chtzwech schaktler". Gortfttzuua -chgftd .TTO.^ggrr- " - •- •r-^z.-.,-.-iaafwgia~n-:.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.