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Wiener Morgenzeitung · 1923-11-21 · Heft 1713 (21.11.1923) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1713 (21.11.1923)
Date
1923-11-21
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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«KN« 8 Wien, Mittwoch Wiener Moraenzeitung. 21. November 1923 Nr. 1718 Jas SfterreichiW Budget. Wesentliche Berminderung der Lesizitr. - Die Mseutahnen die wichtigste Sesirttquelle. Gestern wurde d.'m Nationalrat der Budgetentwurf für daS Jahr 1924 Vorgvlegt. Der Übersichtlichkeit wegen sind die Einnahmen und Ausgaden der Bundesbe riebe und Eiswüahnen von den übrigen Einnahmen und Ausgab.n getrennt angeführt. Die Gesamteinncohmen des Bundes belaufen sich auf 8945 Milliarden Kronen, die Gesamtausgaben betragen 9182 Milliarde" Kronen. Das Gesamtdefizit wird demnach also mit 836,7 Milliarden Kronen veranschlagt, was gegen das für das Jahr 1923 veranschlagte Defizit von 2601,2 Milliarden eine Besserung um 6 8,6 Prozent bedeutet. Die einzelnen Ä ns atze des Voranschlages sind auf Grund der Maßnahmen des Genfer Resormprogramms festgesetzt. So sind unt'r den Einnahmen schon die mit 1. Jänner 1924 einse^ende Erhöhung der Waren um sah st euer sowie die bereis öffentlich bekmrnten Reformen der Tarife der Monopole und Betriebe vorauschlagsmäßig berücksichtigt: dagegen sind die durch Einführung eines N'uen Zolltarifes zu gewärtigen-dcn Mehreinnahmen in dm Voranschlag noch nicht einbezogen worden. Ferner wurde bei der Veranichlaanng der Ausaoben auf die finanzielle Auswirkung der großen organisawrisch n Maßnahmen Bedacht genommen, z. B. auf die Zusammenlegung der Ministerien, Wiedervereinigung der Postanstalt mit der Telegraphen- und Fernsprechverwaltung, Bildung des selbständigen WirtschaflSkörpcrs der Bundesbahnen, Auflassung von Behörden Md Aemtern der Hoheitsverwaltung (insbesondere Auflassung von Bezirksgerichten, Steuerämtern, Finanzprokuraturen, Lotwämtern nstv.). Bei Berechnung der Ausgaben pur Gehül'er der Beamten wurde auf die setzt schwebenden Lohnverhandlungen vorläufig noch nicht Bedacht genommen. Hervorhebung verdient die Tatsache, daß im neuen Budget die Hobeitsverwaltnng nich' mehr passiv ist, sondern durch die Netto: inkünste der Monopole ein lieber schuß von 63,6 Milliarden Kronen erzielt wird So wird nun klar zum Ausdruck zu bringen versucht, daß die Quelle des Defizits ausschließlich bti den Eisenbahnen und den Bundesbetrieben zu suchen ist. Bei den Dund'sbabnen betrügder Nettozuschuß 4 8°i Milliarden Kronen. Zur S üb bahn beträgt der Zuschuß 281 Milliarden Kronen, zu den übrigen Bahnen 158 Milliarden Kronen. Es läßt sich momentan noch nicht übersehen, inwkferne die Ziffern des Budgets der Wirklichkeit entsprechen, zumal da die detaillieren Angaben vorläuifig noch nicht vorliegen und nur summarische Angab n gemacht werden, die schwer cmf den ersten Blick übersehen werden können. Auf alle Fälle zeigt es aber, wie der Kurs der Finanzvertvalltung nunmehr auif Grund des Sanierungsprogramms eingestellt ist. nn Telephon 65-4-56 Telephon 65-1-56 JudenpSatz Nr. € Telephon 65-4-56 Telephon i Kulanteste Durchführung al’er bank^eschäfllichen Transaktionen sowie Verwaltung von Geldern im Kontokorrent- I Verkehr zu dem jeweils geltenden Reportzmsfuss. sz Fernsprechgebühren im Berkehr mit Polen. Seit 16. d. betragen di' Sprechoebühr.'n für die Einheit gewöhnlich" angemeideier Ferngespräche zwischen Wien und den nachfolgenden polnischen Drten bis auf weiteres: Mit Teschen 20 200 K., Bielitz 23.000 K.. Skotschau, Strumien und l'stron 26.900 K., Andrvchau, Dzieditz. Keth, Krakau. Wadow're. Sevbusch 28 800 K-, Bochnia, Chrmnow. Trwbinicr. Wieliczka 34.600 K., mit Bedzin, Dabrowa. Gornicza Lswiecim. Sosnowiec, Szakowa, Kielcze. Neusandec, Tornow. Zakopane. Kattowitz, Könioshütte^ Mvslowih. Tarnowitz. Warschau (Sprechzeit nur 23 bis 8 Uhr), Boryslaw, Jaslo, Iaroslau, Krosno, Przernysl, Rzeszow 37.400 K.. Dauok. DwiV-bver. Lemr'-rm. S^'gdnica unb Stryi 43 20Y K. Für „dringend" angemeldete Gespräche wird das Dreifache, für „bestellte Nachtgespräche", die nur als „dringend" anfeme^det entgegenoenommen werden, wird das Eineinhalbfache obiger Gebühren eing-'hoben. Für Gesprächsaufforderungen und Voranmeldungen kommt die Sprechgebühr für ein „gewöhnliches" Dreiminutengespräch zur Einhebung. Ursachen des Rückganges des bulgarischen Levas. Im Hinblick auf den in letzter Zeit bed u'enden Rückgang des bulgarischen Leva fführte der bulgarische Fina-nzminrster im „S-gvvor" folgende Gründe für diesen Rückgang an: Die Gerüchte über das Defizit des bulgarischen Budgets, das in Wirklichkeit 300 Millionen nty überschreiten werde, die Gerüchte über die angeblich großen Zahlungsverpflichtungen Bulgariens für die Okkupationskosten, der Umstand, daß die tschechoslowakisch.' Taibakregie den Ankauf bnlaarische-n Tabaks abgelehnt hat und schließlich die für den Ausfall der Ernte ungünstige Trockenheit. Export nach Amerika. Das österreichische Generalkonsulat in New Bork macht den Auß'rhandelsdi'nst der österreichischen Handelskammern darauf aufmerksam, daß an das Konsulat st"ndw Anfragen nach den ani^rikanischm B"rwewrn öisterreichifcher Firmen gelangen, weil die amerikanisch m Interesstnten es vorrieh'n. an Qrt und Stelle mit einem Vertreter an Hand der bei ihm deponierten Muster zu verhandeln. Vielfach w'"0"n sich die amerikanischen Interessenwn gleichzeitig an andere Konsulate und. toeun diese in der Lao.> sind, die amerikanischen Vertreter ihrer heimischm Firmen bekanntzugeben. fällt diesm das Geschäft zu. Die östeweickischeu Firmen werdw oaher.in ibr"m eigenen Inwrelle ein^cuv-n. ihre amerikanischen Vertreter dem Auß'nb^nd-lsdienst der Handelskammern. Wien. 1. Bez.. Slub?urina 8-10. zur ve-r'raulichen Weitergabe an das österreichische Generalkonsulat bekanntzlwebrn. Bankhaus Susiin ». Co Es wird uns mitge'eilt. daß das Bonkbous Suss'n u. Eo. feine Tätigkeit in seinen Bureaulok^lltäten, 1. B«"Z., Biber-st-aße 16, Te-le'nbm 79-2-65 und 74-2^3, nunmähr begonnen hat. h.) Wiener Vörie. Geschastslos und schwacher. Dir seit einigen Tagen vorherrschende Geschäj'.swsigkeit übertrug sich in verstärktem Maße auf die gestrige Börse. Die Fortdauer des Bankbeamtenstreiks winkle deprimierend, zumal da einzelne Privatfirmen erklärten, sie wären infolge der andauernden Geschäftslosiakeit um!) der erhöhten Lohnforderungen zur Liquidation ihrer Unternehmungen gezwungen. Nicht einmal die Kunde von der Bewilligung des amerikanisch-englischen Kredits an Deutschland und die günstigere Beurteilung der Situation des Kabinetts S^resemann konnten eine Belebung des Marktes verursachen. Kleine Abgaben bewirkten schon ein Nachbeben des Kursniveaus. Stärker in Mitleidenschaft waren die We>rh ungarischer Provenienz mit Rücksicht auf die aus Budapest vorliegenden ungünstigen Tewdenzberichte. In der Kulisse waren die Kurse durchwegs schwächer. Nur Südbahnprtoritäten, welche gegenüber dem Vortage eine Besserung um 5000 K. aufzuweisen hatten, waren stärker begehrt. Es verloren Britisch-ungarische Bank 13.000 K., österr. Ärcd:t und ung. Kr'.'dit 12.000 K., llnionbank 9600 K., Staats« bahn 10.000 K., Alpine 7600 K., Koburg 6000 K., Felten 8000 Kronen, PoDihütte 26000 K., Rima 7000 K., Skoda 86.000 Kronen, Waagnvr 14.000 K, A. E. G. Union 5000 K., Karpathen 19.000 K., Semperit 12.0M K. Jur Schranken haben einzelne Werte namhafte Kursrückgänge zu verzeichnen. Bon Petroleumwerten senkten sich Apollo um 10.000 K.. Fcmto um 100 000 K., Galieia um 700.000 St, Schodnica um 36.000 K. Von den Kohlenwerten ermäßigten sich Brüxer und Gran-Szaszvarer um je 90.000 K., Oberungarische Berg und Hütten um 76.000 K., Ung. allg. Kohle um 200.000 K., Urikanh um 100.000 K. Nordbahn waren um 850.000 K. niedriger. Bezugsrechte: Ung. Kredit 82.000 bis 86000 K-, Osers u. Bauer 100 K., Lumen 2000 K., Landeis 600 K. De-r Anlage markt verkehrte in gebesserter Haltung. Bon den Exoten notierten: Erdöl 36.500 bis 87.500, Iriaq 291 000 bis 300.000, Schubert u. Co. 16.000, Tepege 78.000 W °1 600, Wiener Masten 19.500 bis 20.000. Wiener Warenbörse. <E:aenberickN der „Wiener Morgenzeitung".) Tie .Herabsetzung der Devisenkurse in Deutschland hatte wenia Einfluß auf die Preisbildung. Die wenigen Produkte, die am Berliner und Hamburger Markt gebandelt wurden, schwächte» sich im Gegensatz dazu ab. Tie Terminabwicklungen konnten naturgemäß nicht glatt vonstatten gehen, da infolge einer ganz ungewöhnlichen wilden Speknlat'vn die Preise in die Höhe getrieben worden waren und demgemäß die für Termin eingegangenen Engagements weit über den Marktvreifen lagen. An der gestriaen Warenbörse gestaltete sich der Verkehr etwas lebhafter, ohne daß es iedoch zu nennenswerten Abschlüssen gekommen wäre. Zn Chemikalien wurden ausgeboten: Alaun zu 3300 K. Wien, Antichlor krisi. zu 3100 K. transit Wien, Cbromalaun zu 8500 K. Wien, Cbromkali zu 17.700 K. transit Wien, Chromuatron zu 14.500 K. transit Wien, Schwefelnatrium 60/62 zu 6600 K. Wien, franz. Harz W. W. zn 6300 K. Wien, Schellack T. N. or. zu 104.000 K. Wien, Kernseife zu 13.900 K. pro Kilogramm. Abgeschlossen wurden: Bittersalz zu 600 K. transit Wien und Annnoniaksoda 96/98 zu 2650 K. ab Wien. OeleundFette. Die Stimmung blieb in allen Artikeln bebauvtet. nur Schweinefett vure lard in Kleinfässern befestigte sich um 300 K. auf 28.700 K. ab Wien. Kolonialwaren hatten einiges Geschäft in Kaffee, Tee, Kakao, Gewürzen und Reis. Zucker war nrebr begehrt und tendierte fester. Verkauft wurde Kristall österreichischer Provenienz zu 8950 K. frncfttfrel Wagaon Wien. Es notieren: Kristall 3.60 tlchech. K., Würfel 3.90 tschech. K. ab Grenze unverzollt unversteuert sowie 10.200 K. resp. 10.900K. ab Lager Wien. Bosnische Pflaumen schwächten sich um 200 K. ab, 95/100 Sackware notieren 5000 K., in Kisten 5900 K. ab Wien. Zum öffentlichen Verkaufe gelanaten gemäß Art. 343 der H.-G.-B. 500 Kisten ungezuckerte Kondensmilch zu 50 Lire und 425 Stiften zu 40 Lire transit Wien, sowie g ezuckerte Kondensmilch 500 Kisten zu 80 Lire transit Wien. Zum öffentlichen Verkaufe gelangten gemäß Art. 311 deS H.-G -B. Schusterpech zu 50.000 K. pro Kiste fl 50 Kilogramm und Ofentüren zu 300 K. pro Stück. Zum öffentlichen Verkaufe gelangen beute um 12 Uhr zirka 25.000 Kubikmeter Holz und am 23. d. «m halb 1 Uhr 200 Stück Rindshäute. BiebmöMe in 6t. Marx. (Eigenbericht der „Wiener Morgenzeitung".) Borstenviebmarkt. Angemeldet wurden für de» gestrigen Markt 5377 Schweine, zu Beginn desselben waren bloß 5122 Stück, darunter 1404 Fleisch- und 3718 Fettschweine auf- .getrieben. Der Provenienz nach waren 117 inländische, 655 unoarische, 2759 inaoslawische, 219 schwedische, 391 niederländische und 981 dänische. Unter dem Einfluß einer Mehrzusubr von 2300 Stück und angesichts der anhaltend gesteigerten Schweinezufubren in der Großmarkthalle wickelte sich der Verkebr in träger Stimmung ab. Im Vergleich zur Vorwoche erlitten sowohl Fletsch- Copyrizh: 1924. Mn&Drorf verboten. J. Ladyechnikofl-Verlag. Berlin. (.14. Fonikhung.) Snkel Moses. Roman von Schalom Asch. <:usmins Bürger verstummen in Furcht vor dem kleinen Sam, der daheim ein Fleischerlehrling gewesen ist und hier „Gouverneur" von Kusmin ist . . . Aber Kusm'm hat einen mächtigen Beschützer und Fürsprecher. Das ist der alte Melnik, Onkel Moses' Vater, den der Sohn nach Amerika gebracht hat. Der Alte streicht müßig umher, den Stock mit goldenem Knopf, den ihm der Sohn einst zum Geschenk gemacht hat, in der Hand; der steife Hut, an den er nicht gewöhnt ist, quält ihn und deshalb hat er ihn schief gerückt. Er langweilt sich in Amerika und sehnt sich nach seiner Grießmühle. Aus Langeweile hat er zu trinken begonnen. Ein Schnäpschen hat er schon daheim immer gern gehabt, aber hier in?lmerika, wo er sich's vergönnen konnte und gute Freunde stets bereit waren, mit dem Alten anzustoßen, war er ewig betrunken. Bekannte hatte er nicht. Alle Kusminer arbeiteten ja in der Werkstätte bei seinem Sohne. Duher liebte es der Alte, in die Werkstätie emporzuklimmen und Lei seinen Landsleuten die Zeit zu verbringen, mit ihnen von Kusmin zu sprechen. Oft bekam er auch Lust, Hosen zu nähen, da er sah, daß alle seine Jugendfreunde, alle vornehmen Bürger, vor denen er daheim so viel Ehrfurcht gehabt hatte, bei seinem Sohne Hofen nähten. Warum sollte er also nicht auch Ho'en nähen? So kam er denn m die Merkstätte und half beim Nähen mit, On'kel Moses aber war es nicht recht, daß sein Vater in der Wertstätte saß. Den-n wenn er hinkom, störte er Kusmin in der Arbeit; denn er licß sich mit seinen Landsleuten in Gespräche über die Heimat ein, über alte Gutsherren, über Geschäfte auf dem Dorf, über den Rabbi und den Lhasan — und Kusmin versenkte sich oft so stark in diese Gespräche von -der Heimat, daß ein Streit über einen Ch-asan oder einen Schlächter ansbrach. Kusmin vergaß, daß seine Bürger nicht mehr Bürger von Kusmin waren . . . doch das bloße Sprechen niachte ihnen Freude. Utfch den Alten zog es zur Werkstatt des Sohnes. OnLel Moses hatte wohl Sam den Auftrag Hegeben, er möge 'den Vater nicht in die Werkstätte hineinlasien; doch wenn der alte Melnik betrunken war. so hörte er auf niemanden und hatte vor niemandem Furcht, schlug Sam mit dem Goldknopf seines Stackes und drang in die Werkstatt ern. „Der Pferdedieb, der. ich will nicht sagen was, der Fleischerjunge, der will mich nicht hineinlassen'. Meines Sohnes Wertstatt ist das und er will mich nicht hineinlassen", so jagte er Sam mit dem Stocke weg, lief in die Werkstätte, den Hut verkehrt auf den Kopf gestülpt und fächelte sich mit seinem wten Taschentuch, „hinaus, Lump, hinaus, hinaus", so trieb er Sam aus der Werkstatt. Kusmin freute sich über die Niederlage des Gouverneurs. Sich laut zu freuen, laut zu lachen, hatte Kusmin Furcht. Denn der Gouverneur konnte sich rächen. So stieß denn einer den anderen an und zwinkerte ihm zu. „Wie hat er doch zu Hause geheißen? Rotzbub, nicht? He, du Rotzbub", schrie der Alte Sam über die Treppen nach, „deine Mutter hat bei mir Graupen im Geschäft gestohlen. Ich selber habe sie einmal bei der Hand gepackt; aber da in Amerika bist du ein großer Pharao geworden, der Teufel hole dich zusammen mit meinem Sohn Md ganz Amerika!" Kusmin schwamm geradezu in Freude; alle Achseln zuckten vor verhaltenem Lachen und einer stieß den anderen an: „Siehst du, wie er eingeht?" „Allen Judenseinden wünsche ich das Gleiche." „Seine Mutter hat doch bei den Ständen Fleisch gestohlen ..." Und man begann, Erinnerungen an das alte Kusmin hervorguholen und uralte Geschichten auszugraben. Doch mit einem Male verstummte jeder Laut. Kusmin erbebte, wurde starr, zu Stein. Kusmin wurde eine Maschine, welche die Nadel hielt und nähte. In d:r Werkstätte erschien Onkel Moses in eigener Person, die große Schere in der Hand, ohne Nock; die Uhrkclte lies über die ganze Breite seines mächtigen Bauches und gab seiner Erscheinung Ansehen und Gewicht. Kusmin beugte die Köpfe über die Hosen und nähte. Onkel Moks ging auf den Vater zn und faßte ihn beim Arm; „Vater, komm' hinunter!" „Ich will nicht. Was wirst du mir tun, was? Ich ha^be keine Furcht vor dir", schrie der alte Melnik und klopfte mit dem Stock mutig auf den Tisch; er bekam stets Mut, wenn er einige Schnäpse hinter die Binde gegossen hatte. ,^8ater, du störst sie bei der Arbeit. Sie müssen allein fein, komm' mit mir hinunter", sanft faßte der Sohn des Vaters Hand. ,^Fch will nicht gehen. Ich habe keine Furcht vor dir. Was bist du eigentlich, ein neuer Pharao, ein Kaiser? Ich habe selbst vor dem Polizeihauptmann keine Angst. Ich habe vor me-manden Angst. Ich brauche dich N'cht. Was hast du von mir haben wollen? Was hast du mich hergebracht? Schick' mich zurück, ich will wieder heimfahren!" „Du wirst zurückfahren, du wirst zurückfahren. Komm' nur hinunter. Vater, störe sie nicht." „Ich will nicht gehen", schrie der Alte, „ich brauche dich zum Krenrciben", sein Zorn stieg, „dich samt deinem ganzen Amerika. Begräbnisgeld brauche ich nicht von dir, da, 'da, ich habe es mir von meiner eigenen Arbeit erspart." Der Alte zie'ht ein Beutelchen hervor, das er an seiner Brust verborgen hat. „Hier habe ich mein Begräbnisgcld, von meiner eigenen Arbeit. Von dir will ich gar nichts. Schick' mich zurück. Mas hältst du mich hier wie der Pharao die Juden in Aegypten? Schick' uns zurück, laß uns hinaus aus Aegypten, ich will hier nicht bleiben!" Onkel Moses sann nach, was er tun sollte. Dem Vater brachte er Achtung entgegen. Das war für ihn Ehrensache. Aber vor seinen Leuten beschämt zu werden, vor die er stets im Glanze seiner ganzen Macht trat (was das Geheimnis feiner Autorität bildete), das konnte er nicht dulden. Er fand sich aber bald zurccht und änderte den Ton: „Wenn du nicht gehen willst, es muß nicht sein. Mright. Bleib' hier bei deinen Landsleuten, unterhalte dich über Kusmin, über den alten Gutsherrn, den Krösus, der siebzehneinhalb Dollar im Vermögen gehabt hat. Bleib' hier, bleib' nur hier, y like it, wenn du dich unterhältst", mit diesen Worten verließ er den Vater. (Foclstvuna iofet.) ZW*? 55BS5Ssszzzrzzr; ^v; sz'": littet 54056624993^79254^

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