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Wiener Morgenzeitung · 1923-11-17 · Heft 1709 (17.11.1923) · p. Seite 9

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1709 (17.11.1923)
Date
1923-11-17
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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W. 17Ö& Wien, Wiener Modenzeitung. 17. Novoucher 11*23 Seite * Wird ein Wechsel in der Führung eintreten? Der Sportttub Rapid, der die Spitze in der Tabelle eiunimmt, pausiert morgen, tvodurch er Gefahr läuft, von den Amateuren überholt zu werden. Gelingt es den Ober- St. Beiteru morgen, den W. A. F. zu schlagen, dann dürften sie auch die Führung im MeisterschaftKtressen an sich reißen. .Auch die ädrigen Spiele ttüuieu n-nter Umständen einige Verändernugelt in der Tab. lle mit sich bringen. Einen vermehrten Punktebesitz rtictjl die öatoal, auf, da ihr das seinerzeit abgebrochene Spiel gegen Admircr mit 3:0 Toren vom Begllaubiguugsausschuß '.ngesprochiul wurde. Die Hakoah hat es dadurch auf tehu Punkte in acht Spielen gebracht und ummrt den sechsten Platz irr der Tabelle ein. Morgen hat nun der jüdische Verein Gelegenbeit, seinen Punktestand zu vermehren, da er auf eigenem Platze gegen den Sportiklub Hertha aut ritt. Die Favorilner bemnochreu sich in den 'bishvvvgen K-mnpfen noch wenig anszuzeichueri, was aber nicht auf das minderwertige Können der Mannschaft zurückznführen ist. Sie hatte aber mit gwsteur Pech -n kämpfe,l. da sie fast nie die komplette erste Mannschaft heransbrachte. Unter eiltet ähnlichen Mißgunst ha< auch die Halo ab zu leiden, die morgen wieder ohne drei ihrer besten Spieler, und zwar Halpern Schoner und Häusler. amrrten muß. Bei Hertha wieder schtt Ostriezek, der durch Srmenka gut ersetzt wenden dürste. Die Favorit,,er sind in der angenchmen Lage, in Loklvene und Netterer zwei vorzügliche Mittelläufer zu haben. Da die Fnnenftürmerposten nicht zufriedenstellend besetzt sind, wird sich Rcitcrer morgen als RechtsvevbindunaLstnriner versuchen. Die erste Probe hat dieser Spieler bereits au, vergangenen Montag gut bestandet,, ha er in em-ein Trainingsspiel nicht/ivernger' als sieben Toro erzielte. Die .Hakoah mutz also damit rechnen, paß sie diesmal nicht nur eine sehr starke Verteidigung. sondern auch einen ichußgewÄtigen AngrH trifft. Ein Erfolg Jber Krieaner ist nur dam, möglich. wenn ihr Innentrio Kampfgeist aufbring! und jede sich bietende Schußgelegenheit entsprechend ausn'ntzt. Im Vorjahre endeten beide Spiele unentschieden, wobei die Resultate 1:1 und 0:0 lauteten. Wenn die Hakoah morgen einen Erfolg zu verzeichnen hat, dann könnte' sie im günstigsten Falle bis ans den dritten Platz in der Tabelle gelangen. Ein Mißerfolg hingvgen bringt sic in Gefahr von Slovan von der sechsten Stelle verdrängt zu werden. Die Hertha kann morgen vom drittletzten Platz nur nach abwärts kommen. Schiedsrichter Dchönecker. Reserven Musil. Keinen einzigen Treffer ^Dmochle der W. A. F. im Vorjahre gegen die Amateure zu e-rzieleu. Er wurde nämkich 0:8 und 0:1 geschlagen Die Hirtteldo-rlfer haben auch morgen wenig Auststcht, aus dem Ober- Dt. Beiter Sportplatz glimpflicher wegzukoamnen. Die Amateure dürftenfidj nämlich kaum die Gelegenheit cntqeltzen lasse», dem paufeereinden Sportklub Rapid von der Spitzenposition zu verdrängen. Andererseits könnte ein Mißerfolg für sie rnsoferne von weittragender Bedeutung sein, als sie von der Weiten Stelle bis auf die fünfte Stelle guvücksallcn könnten. Ein Sieg würde den W. A. F. unter Umständen vor die Hertha schieben. Eine Degradation auf den letzten Platz haben die roten Hütteildorfer nicht zu befürchten. Schiedsrichter Werner. Reserven Präger. Punktelos fleht noch imnter der Sportklub Ostmark da, der aus eigenem Platz die vorzüglichen Simmeringer yu Gast enrpsängt. Die Brigittenauer sind vorläufig ans den letzten Platz" fcstgenagelt. Und selbst die Erlangmm beider Punkte könnte ihre Placierung nicht günstiger gestalten. Die Simmeringer hingegen tummeln sich im Bvvdertrosfen herum und mvvgen haben sie sogar Aussicht, vom dritten auf den zweiten Platz in der Tabelle zu gelangen. Unterliegen die Simmeringer, dann könnten sie von Sportklub und Hakoah überholt werden. Die Simmeringer gehen wohl als Favorits in den Kamps, doch dürften sie das'Spiel nicht von der leichten Seite nehmen. Schiedsrichter Wagner. Reserven Zwicker. Keine einzige Niederlage hat bisher der Wiener 'Sportklub erlitten, der morgen auf eigenen, Platze den Sportklub Slovan zmu^ Gegner hat. j3>ic Dornbacher liegen sehr gut im Rennen. Tie könnten, falls sie erfolgreich bleiben, bis ans den zweiten Platz ' in der Tabelle vorstoßen. Eine Niederlage könnte den Dornbachern unangenehm werden, da Hakoah und Slovan sich vor die Dor,wacher schieben könnten. Ein unentschiedenes Ergebnis würde in diesem Steffen den Erwartungen am ehesten entsprechen. Schiedsrichter Grüubaum. Reserven Edelmann Tabellennachbarn sind die Vereine Wacker und Admira, die in Meidbing einander entgegentreten. .Im Vorjahr blieb Wacker in beiden Tressen mit 1:1 und 1:0 Toren siegreich. Beide Mannschaften können 'ihre Stellung nur insoweit verändern, daß sie mir* einander Platz tauschen. Wacker nimmt derzeit den nennten Platz ein rund' würde durch einen Sieg ans den achten gelangen, den bis setz: der Sportklub Admira imic hat. Ein knapper Erfolg der Merdlinaer ist wahrscheinlich. Schiedsrichter Haberlei, ner. Reserven Engter:.' Strenge Maßregelung eines Funktionärs eines Fußballklubs. Die seinerzeit in der S-Äftn,lichten viel besprochenen peinlichen Szenen, die sich bei dt», Meisterschaftsspiel des W. A. F. gegen Haikoah am 17. April d. I. abgespielt hauen, bildeten gestern beim Strasbezirksgericht 1 den' Ausgangspunkt einer Eh r e l, b-e leidign ng s>kia ge, lvelche das gnvksene Borstandsinitglied des W. A. F., der tlla-ufmänn .Johann K u z m i r, gegen sieben Borstandsmilglieder des Oesterreichischen Fußballverbandcs erhoben haue. Boi. dem genannten Meisterschaftsspiel, wobei <s zu Ausschreitungen seitens des Publikums kam, . -würbe der Präsident des Fußballvereins Hakoah, Dr. Körner, tätlich insultiert. Im Zuge der vom Struma zwecks Eruierung des Täters, eiugeleitelen Untersuchung wurde Herr Kchz-mir von, Struma als Zeuge einvernominen, Herr Kuftnir bezeichuet-e den .Beamten Joses Stehlik als den Täter. Der Slrnma war der Ansicht, daß Stehlik nur vorgeschoben wurde, mn den w ah reu Täter zu schonen nwd stellte die Untersuchung ein. . In der Sitzung des Fnßballverb-andes von, 17. Tbugust d. I. wurde Herr Krozmir, trotzden, er bereits am 1. IM ans dem W. A. F. ausgetreten war. wegen Irresühru-ng des Struma aus die Dauer von fünf Jahren disqualifiziert und gleichzeitig gegen ihn-das Platzvevbo t, ebenfalls für fünf Jahre, ansgesproäien. Wegen dieser Maßregeln.echbb Kuzmir gegen sieben Mitglieder des Vorstandes die Ehrenbeleidigungsklage. AngeLlagt erschienen in der gestern von dem ÄandcSgerichtsrar Dr. Iryda geleiteten Verhandlung Staatsantvail: Dr. Fickeis, Präsident des «Struma: Siegfried Den tsch, Präsident des Fnstbalwerbandes; ferner die Vorstaitzdsmirglieder Robert Tomaskiewicz, Robert Wi-ttitz, Frang Haas, Theodor Pfgndler und Rudolf Rieder. Der Klagevertreter führte aus, daß der Beschluß statuteuwirorig war. Das Platzveckbot könne imr gegen jemanden ausgesprochen werden, der ans den, Spielplatz gegen den Lffclülichen Anstoß verstoße. Der Kläger erklärte, daß er den Sttnma keieAwcgs irvegesühr: habe und daß er als Beschul- 'xovriso JEW1SH SPORTlNa-CLUB - -— Wien, i. »iinpoake ' — ———— Am 2. Daiembir 1023 iindet unter dem Protektorat zugunsten unserer notleidenden Brüder in Deutschland statt. — Ort: Olympiasäle, I., Rotgasse. Zeit: 8 Uhr Am 2. Daiembar 1023 iindet unter dem Protektorat des Dr. Desider Friecfmann eine Das Pelzhaus EC30N MEHL hat für diese Veranstaltung einen hervorragenden Da me „preis gestiftet dich er in dieser, Sache ü-berhanp, nicht gehört wurde. Der Angeklache DiaatsamvaLt Dr. Fickeis erklärte, daß diese Angele-genheit, wie Viole andere Angolochnheiteu, da danrats der Strnnta oft nicht beschlußfähig war, den, Vorstand? des Fußball' Verbandes angewiesen wurde, daß <r in der Sitzung lediglich den Antrag ans Maßregelung des Klägcrv lsür die' Tauer cine-3 Jahres gestellt, selbst aber über diesen Antrag nicht abgestimm: halbe. Der Klager zog die Anklage gegen Dr. Fickeis zurück, worauf der Richter dessen Freispruch verkündig!e. Präsidcnt Dr. Deutsch etzklärtr daß er zwar über den Antrag nicht äbgestnnm-i habe, aber die volle Vercmttlvortnng übernehme. Der ülngeklagte Haas, der «Frlnktionärldes ArbeitorfttßballlnntldeS 'B. A. S. ist, erkläne, daß er es war, der auf Grund des Referates des StagtsanwalieL Dr. stzickeis nud ans Grund eigener tKennknis des Sachvechailities für die Strafverschärfung eiugetreten und die Maßregelung des Klägers -ans die Dauer von fünf Jahren beantragt habe. Die übrigen Angoklagiei, er klärten, daß sie für den Antrag des Dr. Fickois und den. dos Haas geq'tftnmt harten. Zur Dnrchsi'chrnng verschiedener B.- ltoeife wurde nach -mchrstündichr Dauer die Verhandlung v c rtagr. _ Oesterreich—Jugoslawien. Wir erhalten aus Agram folgende Nachricht: Das lang ersehnte Zusau,memrefftn de, Auswahlmannschaften diesen beider, Staaten soll.nach neuester dkachrichten endlich zustande kommen. Der österreichische Fnßballverband hat unserem Verband den Vorschlag gemacht, da; erste Länderspiel, in den Monateu Detzemoer, Jänner oder Februar in Zagreb auszutragen. Der jugoslawische Fußballverband hat diese Termine akzeptiert und seinerseits -der 8. Dezember als fixen. Tag vorgeschlagen. Die Antwort de? österreichischen Verbandes wird je-densalls in Kürze eintrefsen Das LLnderspiel Schwei;—Holland finde, am 20. d. ir Amfterdan, statt. Das Schweizer Team steh, wie folgt: Pulver <Aonng Boys). Bonchat <Bern), Ramseyer (Aoung Boys), 'Fäßlcr (Aoung Boys). Schmiedlmg (Bern), Gallcr (Basel) Cliarpillad, Pache «beide Se,wette), Leiber Ooung Fellows),' Nbegglen (GraLhoppers). Jnäbnit (Lausanne Sports). Da- Tressen leitet bekanntlich Schiedsrichter Retschurh. Jüdischer Sportverband. Montag den 16. d. um 7 Uhr abenids eine wichtige SportveribanL^fitznng stau. Es Werders folgende^ Herren cingeladcn: Dir., Spiegler, Ariur Baar, Pani FAdes, Frankl, Kurt .Fuhrt, Fritz Lauf-er., Torctzyuer, TUser, Erust Weiß, Wolfensohn. Akademische Meisterschast. Die Hakoah -Akademiker tragen heute um-viertel S Uhr nachmittags aus den, Hakoah-Platzc ihr fälliges Rkeisterschaftsspiel gegen die W. A. C.-Abrdemiker aus. Dieses Spiel dürste das interessantest>e dieser Saison sein da beide Vereine iu ihrer stärksten dlufstellrrng mttrAen. 28Y Personen rvurden beirr, Einsturz eine Tribüne an, Samstag den 10. $>., in Cliarleston, West - Virginia, U. S. .A., während eines Universitäts-Fußballspieles verletzt; 25 davon schwer. Achduth—Vindobona 2:2 (2:2). Der jüdische Verein vermochte aus diesem Meisterschaftsspiele durch große Artfopierrntß einen Punkt heimzubringen. Achduth war dem Gegner m den ersten 30 Minuten stark über legen und konnte in die fern Zeitabschnitte Zwei Tore erzielten. Eine später vorgenomme-ue Coimiglit 1924. Rachdritik verboten. S, Ladyechaikoff-Vorlaf, Berlin. ,11. Forlsetzmiz.) Snkel Moses. Roman von Schalom Asch. 7. Onkel MoseS' Leben. Die gar^e letzte Zeit hatte Onkel Mojeö sehr viel über sich, über sein Leben, seine VergM-genheit und seine Zufunft nachgedacht. Unv als Mascha weggegangen war, vev° sanl Onfcl Moses wieder in Nachdenken. Mascha, daS lm-lbe Kind, hatte einen starken Eindruck aus ihn geniacht. Eine Kindheit hatte Onkel Moses nie. besessen. Er wuchs!xi feinem Vater, dem Grießtnüller, auf. Der mahlte Grieß für die Bauern und seine Kinder hungerten dabei. Von Kiudhe'u auf mutzte Moses arbeiten und selbst verdiemn: Körbe vom Dkarkt hinter einer Hausfrau hertvagen oder ins Schlachthaus lauftn, um ein"Huhn schlachten zu lassen. Fm Schlachthaus freundete er sich mit den Fleischerburschen an und die verließ er nicht me-hr. Er half ihnen beim An-- biudet, der Tiere, hie und da durfte er auch einem geschlachtetel« Schaf das Fell abziehen. So verdiente er sich sein bißchen Bwt'und imichs dabei ganz einsam auf. Er hatte nienwwden und gshörte niemandom. Als er stellung-spflichtig wurde imd'Angst bekam, man könnte ihn bei den Soldaten behalten, ging er eines Tages dttrch, eittlvischtc über die Grenze, und führ auf einem Rindertranspovtschiff über das große Wasser, ohne einen Kreuzer GeV; er arbeitete, indem er die Ochsen füttern Haff. Mit schmerzenden Seiten von den Hieben, welche chm die Matrosen auf der Reise austeilten, und mit Mi Nnbeln hatte er das ameri» iViuijclK Festland betretet, — und jetzt war er Moses Mcluik, der Großkonfektionär auf der Bdwery, der Präsident der „Congregation Ansche Kuslnin". .Halb KltsNtin steht in stlnen Die>tsten, die vornehmsten Juden seiner Heimatstadt sind bei ihm Arbeiter, Bügler usw., sie zittern vor ihm imd schmeicheln ihm; Moses Melnik besitzt einige Miethäuser, in dertei! die LandSleikte aus Kusmilt wohnen. Einige Betten im HolvitÄ „Bstur Eholim" tragen seinen Ramm ttnd ftr ihlteu lieget, die Juden aus Kusnüu krank, wenn sie alt iverdeu; der Name Moses Meknik leuchtet mit Goldbuchstaben über dem Tore Schaar Rachnüm" am Eingang.des Friedhofes, auf de-m die Lsttte aus -KuSmin ruhen, wenn sie gestorben sind. Doch was hat Moses Melnik vor, feinem Leben'? Manchmal scheint es ihnt, auch er sei, ebenso wie seine Arbeiter, ein Faden, der in die Nadel eingesadelt ist. Die Mtschine läuft und Ae Nadel näht, ob sie nun will oder nicht... Alle Menschen in Amerika sind in die Nadel eingvpfriemt, auch Mofts Melnik; vom ersten Tage an, da er Bierflaschen aus dem ,-Saloon" benannten kleinen Gaftzhaius trug, in welchem er am ersten Tage nach ferner Ankunft Arbeit gefunden hatte, bis heute steckt Moses Melnik in der Nadel und hat keine einzige Minute lartg Zeit gehabt, still zu stehen und nachzudenken. Die Energie hat ihn wie eine Ivahnsnlnig gewochem Maschine Vorivärts getrieben und keinen Augenblick nachgelassen. Nächtelang ist er auf seinem Bett gelegen und hat Plätte entworfen; Wie er sein Fortkommen aufbancn soll. In seinem Leben ist Moses Melnik aus verschiedenen Betten gelegett. Aus schnmtzigeu StrvMcken in finsteren Herbergen trnd auf breiten, reinen Betten in hellen Zimurern — aber auf allen hat er die Nächte nur. mit Geschäftspläuen verbracht; mit dem Plan, eiimn Lunchroom an eirrer Straßenecke nicht Iveit von einer Fabrik zu eröffnen, dom ersten Platt, den er verwirklichte. Er führte auch diesen Lunchroom in den ersten Jahren nach seiner Ankuttft bis zu seiner Berheimttlng, Dann vertairschte er ihn gegen einen Laden mit zurückgesetzter Männerkleidung, die er in großen Fabriken zusanunet,kaufte und iu den Süd'staaten dttrch Reisende verkaufen ließ. Aus diesem (Geschäfte erwtlchs eine KonsektivttSschneiderei für Aiämterklevdung. Immer war Josef Melniks Kops voll von Zuknnftsplänett. Später entstanden die Pläne, Häuser zu bauen. Diese Idee hatte ih>r wie eine Ria nie ergriffen. Wo er einen leeren Platz sah, wollte er^ihtt mit hohen Zinshäusern verbauen > . . Und gerade damals hatte er zu tvmcn begvntien. als es mit dem Gclde bei ihm am! knappsten Auch, gerade damals, als tx vor «u»r Arm,'vor einem Abgrund stand — gerade damals hatte er sich entschlossen, die größten Unternehmungen durchzuführen. Das war für ihn wie ein Spiel, wie eine Wette, als wollte er seine eigenen Kräfte an sich selbst erproben. Nicht di« persönlichen Bedürfnisse trieben Onkel Älvses zur . ewigen Jagd nach Geld. Gr selbst hatte sehr kleirre Lehens'bedürfnisse. Für sich selbst brauchte er gar nichts. E8 tnachte keinen Unterschied für ihn, in Ivas für einer Wohnung er wohnte, in was für einem Bett er schlief. Noch jetzt hatte er oft Sehnsucht 'danach, in einer Herberge zu schlafen, und das helle Zimmer mit dem weichen Bett und den graziös geschnitzten Möbeln, auf die er sich nicht ordentlich hmzrrsetzen traute, machte ihm eigentlich gor keine Freude . . . Noch jetzt ging er oft zur Lunchzeit mit seinen Arbeitern in einen billigen Lunchroom und schlang dort stehend, in Eile, sich drängend Sandwich, eine Suppe, oder eine Taffe Kaffee hinunter; mit den GeschästÄettten in einem vornehmen Restaurant zu essen, hatte er nie rocht Lust, nicht deshalb, weil er etwa getzig gewesen wäre, sondern weil er an das ärmliche Leben, in welchem er bvu größten Teil seiner Tage verbracht hatte, mehr gewöhn: war und daran mehr Freude, hatte wie an dem reichen Leben. Etwas anderes als das Geld war es, was ihn im kalten Winter so zeitig aus dem Bett trieb, damit er nur ja der erste im Geschäft sei und sehen könne, ob die Arbeiter zur rechten .Zeit zur Arbeit taen; eülvas «utees als das Geld Ivar es auch, was ihn bewog, in den heißen Sommermonate,t in der Stadt zu bleibel,. Obwohl er sehr unter der Hitze litt, welche auf seinen dicken Körper schädlich eiuwirkte, wollte er doch nicht in eine Sommer frische fahret,, sondern stand in seinem Geschäft zwischen den Haufen staubiger Kleider, atmete schwer und sächeüe mit dem steifen Hut sein erhitztes Gesicht, fuhr sich in it einem Taschentuch über den von der,-Hitze roten, schütter behaarten Kopf und wollte sich nicht einmal auf Sam verlassen, dem er doch sein Vertrauen schenkte. Es war irichi das Geld, es war etwas mehr als Geld — es ivar, aU sei er ein SÜave seiner unerschöpflichen Energie geworden, die ihn tote eine Tenfelsmacht vortvävts trieb, deren Bevp blüch svborchsu Mußte. Fortsetzung fbigt.)

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