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Wiener Morgenzeitung · 1923-11-06 · Heft 1699 (6.11.1923) · p. Seite 9

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1699 (6.11.1923)
Date
1923-11-06
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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t Nr. 1699 Wien, Dienstag Wwner Morsknzeituns. 6. November 1923 'T T'.-" Seite - Fußball. Das Spiel» das ein vorzeitiges Cn-e nahm. Wir. haken bereits gestern üj&tex bie Vorfälle oiui der dohen Warte einMenld bevichtiet und stellen mH GeniuMung est, Kak der Großteil der Preise unseren SjanIdpu'M tienirt. SiMüflc Eraäll^uum-n ctfdrhtic'n uns ■ aber unbediaW natwe-n- >r>st, wiesh'M wir nochlmals auf die Gefchebnisse .z!N'rückkoin«m-e>n. 6or allem tvolleu wir mit dwr Märchen curfräumein, daß gerade Vas DribünenpulbMum bei jedem Rada.u tormnWlbend lt. Es ffibt nmr aiwei ErtUäruniqm baifitr, daß manche Be« .-ichtc-OMer in ihren Müttern VW Ansicht Vettvettn. DK oerren von der Presse sitzen sMst aus der Tribüne amlb •Htutcit deinaemäß rtiur die BoMrme. biic sich in um« mÄitc'Haren Nachbarschaft äöMÄicin, aenau verfMen. Vom Buschaucrrcmm. der für Stelhptatzlbchncher reserviert ist, hört 'nan nnr die Mäimimieniatrlfaßte Kmsten-iifMnnp 'der Stimnren, ölnrc aber Genaueres uMrfcheiilden m Wimen. Wenn dlie Herren Derichteritütter sich «wer dmn StekN'atzpniMuul arBhalten mürtden. dann k-önniten sie Vas 'Unrecht ermessen, das sie den TribüneMchuche'M anitllm. Es äilbt aber auch eine ,pveite Er- 5f<in»na für die rmtzevechte C!hara'kt>eristerttir'a der TrliLsm-enbcisncher, nnid die ist darin zn such'in. das; manche Presseschre>i>b«r billige WMtzaischi.''rk!i anstreibem. Der kleine Mann, der bei den Fu-ftbaMülMeln in «roßen Massen vevt-vchm ist, hört cs imnM tKrn, tverm die Bvvo-rmiabrn l'este'ajeR weiden. Tatsache ist, daß das Dr.ibünenpMMnk sich oft ungehörig baniimn-t, Vile Basitzer der StchpkaOa-rten W> aber tvvmöglich noch schlechter. Dies konnitle man an; verlMligemn ToNnta'a ans der Hohen Warle nctMMch idrÄVick fMstetten. Was sich nach Keim Ausjschlluß von Lowatk ans Ken ^uichcmervanrpen abfpl'Me, spottete ielder Besch re ib-unU. Wüstes Loben, wilde BiejschimvstEen mild Bitdrohlliniaen schüchterten auch wi-Mch dm 'Tchieldsrichtcr ein, daß er sich dann;u unüberlegten HaM'NWlen hinreißcn lreß. Als 'Herr Wagnvr das Spi^Äfeibd Mg verließ. Meristiieaen mcch SttWiattbMlcher die Unv- Uitumma. um einen richiiiiaen Rvldaiu M stMenteren. Das Tr.ißünenpnib'lilkmn hiiNUdam peMM sich vollkönmen rultzin linnid asab nicht den aeriniMn Anlaß znnr Mnlschreiten der Wache vdvr der Ordner. Wir Wnnten noch zablios« Beispi^r dastir anWiren, daß sich das Tri'büInenpiuib'Wum tvÄit aosttteter a>n«f- Mvt Äs die u-rWevechWeMait verhätischelten DtteiWatzhejsnctM. Z>u dm Dorsällen sMst, die jicttt Abbruch des S-gioles führten, wollen wir noch fMmdes bsnckrken: Wir stellen gern ßest, daß Herr Wagner es s'chr M Versteht, dis RegM so lMge vollkommen vichtP,m handhaben, solanM er nicht Ms döm Häuschen Mibvacht wird. Mit seiner LöWnM warm auch Fvelunld mch Foind Ne längste Z'dst mir,iictden. Herr WÄgner Etzit aber nicht die Nerven, utn devn konizerüÄerten Willen lHidörMchMchsr Massen Hu trotzen. Diche Tatsache erkeinint Uran am besten. wswc man die PorgäMe, die sich boim Stzii-eÜ Haikdah-MMdtt eSMmtm, rmt denen hri'vn TvGm SpovWuIb—HMcch vergleicht. Beliide . WMe terrovcsteöte das PkM'iVivm. das sich .dmgegnievischen Vereinen der Mrschen Mannschaft verschrraben YMe. B-etide MaSe eEchted Herr Wcmner^ verschiiedm. ^koMZidoris wagte er es Nicht, das TvcßisÄn akbizubriechm, o>bwoW ein HwönWnder Gvnnd vochanldm war. weil er ,uvch etigönvr Angabe für ßeme geraden GtöM&e? jii'wchtebe. Attf der Hohen Waritiö Müüe der Grund Mn WMsp-KiWbibvuch, er fällte aber trotzdmr diese En!tsche>'iivun>g, weil er wieder vom PusUMm KM hatte. Es ist tvanvig, daß ein SchiMvichter heute in erster Linie Mut'besitzm muß. SolWge aber der -sÄlßdallveMind üiÄ die Krast a-Mvingt. dieM.chcmerin die Tchrarcken zu lvelsen. solange ist ern Ächt angstltchev Schredsnchter eine Unmöglichkeit. Bon ^'.'r Hakoah Mfahven wir noch, daß. sich -Wider Gutt «MM noch Häusler gÄve!i!gevt hattm, bas SviöWM zu der lassen. Der StziieWhrer Nm>M bat nur nur NMicht, lvoibÄ er dm SHieldSMWr tzahm Veiaiinifliussien wollte, daß Häusler den Limenrrchter um Entschuldigung bitten dürfe. Als NeufM mit Häusler beim L'inienvichter dteslbeistialich vorstellig wurde, verschwand Herr Wagner «üiDetnfbä von der BiMäche. Stern PfM war ertönt, der den „WMspiM'bibeuch kenniwichnete. Naujfevd eilte darauf dem SchiÄsvichte-r nach uind gcib chm Lite Erkläruna! ab, daß soSvohl Guttmann Äs auch Häusler bereits das Feld verlassen haben und daß die Hakoah ohne diche beiden 'Stdiaver das Tvchfeu?.u En>de führm will Der' Gedameligang des Herrn Wagner hatte aber anscheinen'd be- Miits eine böstimmte Rschtuiivg einlaMsjaiam. und so Iteß er sich nicht beestOusseii. Der verbl'mfte NorisM ko-lmte n-ichls mehr alideres uiiterurehmen als dem schnellfüßigen Herrn Wcrgner niach'MUckeu. Der MittieWänser Gntitin-ann stellte. cicfilitg, daß Peer uiicht ,-nvchgchackt" habe, er sei mit dichem nur MKammmgestoßen, wobei beide sich stleml-ich we'h t-Äon. Keiner erlitt über eine Be^letziu-na. Gnttndanin verisichewt, baß er weit davon entiforiet war. ein Foul m, vmschuPden. Cr legt auch hiaxaus Wert, daß -in der Oesi-en-tiiichAeiit die Dat'sache bdkaimt wird, daß tveder dar DchichsrÜchtor noch der Äinkennichrer dm ihrn mr Last aelagtan- RegelveWoß be»nerLt Men koin-ntsn. da beiiide Herren der Richttlmg, die vor Ball gwommen hatte» gefollgl waren. Herr Wümer. aab Ech sofort m, daß er näch'ts. Mchen hatte. Ter Lmienrichter hincMrn b-onötigte MnindD dine halbe M-imito, nni dlie Frage dies JchiiÄsr-ichtors, wer etwas gMestellt hat., m doanitwortrii. Vorerst sagt-e der Linienrichter: „Aner hat treten." Ans die weitere Frage, wer das getpesen sei, sagte -er zögernd, nachdm die sich in der Nähe bsfiMichm Äportklribloute Gwttnr-a-nn rir-jim'. daß es dieser Spieler gewesen sei. Dararifhiir wurde Gnitmann ausge^ schlossen. Jeder, der sich in der Nähe dieses Vorfalles befunden hatte, gewann den Eindruick, daß der Linienrichter seiner Sache bbiso'I'Ul nicht sicher war. Herr Wagner hat aus stiinour 'Zchichsrichrierbevichr Äie Dalisachen. die. sich seinicr Mcii'nnwa nach kMetragm halben, sestgchälrrir, ohne Ober die SchLustfMor.n>M .»u ziehen, 8»ß das Treiffm Ms BenschnGm deik Haikoch abgebrochen wurde. Auch damius wird lu-an in der Ansicht bsKärikt, daß Herr Wagner selbst seline HaiMnngÄveHe Äs vorMg bechvachitÄt. Schiedsrichters ins Unrecht setzeir tvird. Jüdischer Sport in der Schweiz. Hakoah (Zürich) spielte gegen Ocrlikon 0:0 unentschiedeu. An Perm trug die Sportsektion des Jüdischen Wanderbundes Blan-Weiß «ihr erstes'Wettspiel aus. Sie trat gegen die Jnng^ Mannschaft des. F. C. Wes an Und erzielte >ein 2:2-Resultat., . Hakoah (Zürich) ist in der Meisterschaftstabeile wie folgt pl-aviert: s - .j Tttr 8 »t e i n I 7-T' V ü £ ' | VC * » Mpkingen . . , . . . 6 5 — : i 31 10 10 Hakoah ... . . » » 6 4 1 i , 24 14 9 Äsung Fellöwr . Züttch ..... . . . 5 ... 5 4 8 i. 2 25 16 4 17 8 6 Oerltkon .... 2 2 2 16 5 6 Wallisellen . . . . . 5 3 i — 2 12 lß 6 Küsnacht . . . . ... 0 t- 1 5 4 28 1 Seebacb ■ . . . ... fi —; — ß 12 m — Auswärtige Resultate. Grazer Meisterschaft. HÄoach—B-viMr S. E. S:X (3 :1), G. A. K.—G. A. F. 4:1 (2 :1). Arbeiter A. C.- Rapid 1:0 (1:0). 2. Klasse: Südbahn-J. A. F. 9:0 (1:0). Frennoschaftsspiel: Eggenberg—Amateure 2:2. Uchachv-flowakifchcr Fußball. Prag: Sparta—ViiLtovi» WMbsvge 10:0. D. F. C.—S. B. Witkoiwitz 9:1 (3:0), Keß schießt alle viel Tore, D. F. C Geserven)-Hagibor 4:1 (2:0). - TepUtz: Tchbltzer F. T.- Makkabi Brünn 2:3 (0:2). - Pilsen: Biktoria Men^S. K. Zizkov 3:3 (1:0), Sladia-EeSki Lev 3:2 ä:1), Svarta- Otympia 1:1 (0:0). -- Olmütz: Hakoah—MaWbi Proßmtz 3:0. — Miihr.-Ostrau: S. K. Dtorahöka Ostrava—Slovan 3:1 (1:1). — Pardubitz: S. K. Parvubiee-^A. S. K. KÄr« 2:1 (1:1). — Reichrnver-: Reichenberyer G. V.-GutsMür Dresden 1:0 (0:0). Poaon (Lembera) Meister von Pole«. In Krvkiau wurde gestern die polnische Fußballmeisterschäst entschieden. Pogon (Lemberg) besi>eg?te WiM 2:1.. Die nächste« Meisterschaftsspiele: Simmering gegen Hakoah. P'.enna gegen Amoteure. Rapid gegen AVmira, Ostmark gegen Sportklub, W A. F. gegen Wacker, Stovan geg.» Her'.ba. Da- Wo^ltätigkeitsfpiel zugunsten des Blindeninstltnte» in Slraß, dar ein Teau> de-'' ersten gegen rin solches der zweite» Klasse ausrrcigt, findet am 15 d. ans dem Herkha-Platz statt. LchiedsricktergebUhttn. Bon der dritten Maste abwärts: 20.000 K. Die Per« me haben aber nur 10.000 K. zu 'bezciihstn, den Rest trägt der W. F. B. bei. Der Beglaubigungsausschnß der ersten Klasse hat d'n Buchung des MeistvrichaftLspicles Hakoah—AVuttra, mit dem Resultat 1:1 vorstrnomMen. wurde, wieder ansgehöben, um vorerst die Entscheidung des Struma ÄMwarten. Erklärung. Am 2 t. 'April d. I. erschien im Sportblatt der „Wiener Morgen.zeitung" ein von mir gezeichneter Artikel unter der Aufschrift „Offener Brief an das Schiedsrichterkolleginm", tvelcher eine Reihe von Beschuldigungen gegen Herrn Max Reichsfeld enthielt, durch die sich letzterer in sein« Ehre gekränkt fühlte. Ich stehe nun nicht an zu erkläret:, daß ich die genannten Beschutdigmigen auf Grund von Jnformä« iionen erhoben habe, die sich als unrichtig erwiesen. Ich bedauere daher Herrn Reichsfcld gekränkt zu haben rmd ziehe meine Beschuldigungen vorbehaltlos zurück. Dr. Fritz Spitzer. In letzter Stunde. Wie noch in Erinnerung sein, dürfte, wurden drei Spieler des B. A. C. (BllldapG) p. MMaibi (Pvoßnitz) gezogen. Diese Schwächung bewirkte, dan der Budappster Bruderverein Gefahr lärrft, die EvsttlaWkeit zu .verlieren. Wie tvir nun erfahren, sind die Brüder Breuer von Proßnitz zu ihrem Stammverein zurückgekehrt. Hoffentlich trifft die Verstärkung nicht zu spät ein. Hakoah (Cfmiiu) empfängt in den nächsten Wochen de>' D. S. V. Troppau- Liga und den Makkabi (Brünn) zu Gaste. Der nächste Länderkamps Tschecho-Slvwakei—Jugoslawien fmdet am 28/Juni 1924 in Agram statt. Der D. A. C. lPrag) besiegte am Sonntag den D. S.' B in Witkotvitz cm fälligen Meisterschaftsspiel 8:1. Zum Läuderkamps Polen gegen Schweden, der am vergangenen Donnerstag in Krakau 2:2 endete, erschienen 20.000 Zuschauer. Polen geht sogleich zum Angriff über und erringt rn der 6. Minute durch den Mittelstürmer Reymaim ' (Wiflä) hie Dührung. In der 30. Minute gleicht Schweden aüZ.. Nach' Seitenwechsel hat Polen mehr vom Sviel und in der 3. Mmnid erringt Stalinskr (Wartg, Posen) die Führnng. In der 32. Minute erzielt Schweden einen Korner. Der Tormann Wgt zwar den Ball, läßt ihn aber fallen, wodurch der Ausgleich hergestellt 'wird. I. % C. Kadimah—Union 14 3:1 (1:0). Kadimal) gelang es. neuerlich ztvei Punkte nach Kanipf nach Hause zu bringen rmd Ist sie somit, nach Berlustpnnkten gerechnet, an die vierte Stelle Druckt. Das Spiel artete zeitweise und ist es nur der umpchtigen Leitung des Schiedsrichters zu danken, daß es zu Noinen ernsten Ausschreitungen kam. Bezeichnend für die Disziplinlosigkeit der ■ Unign-Mannschaft ist, daß es während des Wett spiele szu einer Schlägerei unter kden Spielern von Union gekommen ist, in welche die Kadimahner vermittelnd emgreifen mußten. Kadimah: Teitler; Kolisch, KlarsM; Lech- «er.> Kaplan, Ungvary; Schalit, Herrmann. Finko, Felix. Bärenzweig. Kavimäh hat Abstoß und Herrmann erzielt in der 6. Mnnte das erste Tor. Stach wechselvollem Kampf, wobei Teitler durch Rpbinsvnaden retten mußte, bleibt daß Resultat unverändert. Nach her Pause forcierte Union 14 das „One Back-Systent". Trotzdem gelang. es Schalit, im Alleingang mit 1 schönem Schuß 'den Stand auf 2:0 zu erhöhen. Union 14 be' 7kixbt IM*. _ drsfihsikoff'Veilag, B«rUa. Nachdruck d erdeten. (4, Fettsrtznn,.) Dnfel Moses. R oruan von Schalom Asch. 3. Morgen. Es tvar rroch Nacht, als. die Sorge Aaron Melnik aus von: ZitNiMev trieb. In den Betten schliefen noch alle, Frau und Kinder. Aaron Metnik KeiVetg sich fwfe an. Er ging in die Küche, hob den Tops aus, unter welchem seine Frau das Brot für die Kinder versteckt hatte und wollte das Stück Brot mit nehmen. Da erinnerte er sich au etwas, machte eine Handbewegung und schritt tzur Tür. „Vater, wchm Mt im?" Mascha faßte ihn bei der -Hand. „Du bist es, Mascha? Warum bist du so früh cmsge- 1 tauben? Sofort gttviick ins Bett!" „I ch habe gesehen, daß du dich angezogen hast. Ich lasse dich nicht fort. Ich habe Angst,' daß du nicht mehr zurücklommst." Ein trotzig-bitteres Lächeittr mnspielte Aarons Lippen: „Tnm'tner Fratz, gnviick ins Bett, wiW du mir Schritt <ruf Schritt nachgehen? Ich gehe zum OE Berl, ich muß mich mit ihnt beraten, wir werden daun zusammen 5um Outet Aiofts gehen." ' Mascha sah dem Bater tu die Augen: „Wirst du am Abend nach Hause femurnen?"' „Natürlich werde ich nach Haufe kornmen, wohin, soll ich denn gehen?" Mascha ve.gaß, daß sie schorr „ein großes Mädchen" war. Es Werkam sie. Jäh warf sie sich dem Vater an den Ms, vergrub ihr Köpfchen an feilier Brust und sagte: „Sorge, dich nicht. Wavunr sorgst du dich so? Wir ivevden uns schon helfen . . . Ich werde beim Delikgtessen-- häMer borgender wird mir borgen . . . Sorge dich nicht, Pasxr, es wird allrigth sein." Mtaschas Morte verdrossen Aaron ein tvcncig und er nm-vme-tter „Es ist allrigih, good by!" -Hastig verließ er das Haus. Ueber Down-Town ging die Sonne aus; wie ein Fvemder, der zum erstenmal ein Land betritt, irrte sie über die ungeheure Weite ldes Himmels; vor sich her goß sie Wellen Achtes,. welche über große Flächen des Himmels dahinstvömteir. Noch ruhtein tiefem Schlaf die Stille der Nacht über den einsamen hohen Türmen und Dächern 8er WoMnkratzer von Down-Town. . $ Sie schienen aus dem Schlaf zu ertvacherc — und tausend und aber tausend Fensterwäude begannen dem Licht des Morgens entgegenzufnnreln. Das Licht des Morgens weckte alles; Mich dev eiserne Riese, die Williamsbrrrglbmcke, der über dem Flusse liegt, e.rwachte aus dem Schlaf, reckte Hände und Füße und ^begann seine -orste Morgenabbett — er ließ eine verschlafne Car über sich herüber, in der Aaron Melnik und ein schlafender Schaffrter saßtzn... In den Straßen von Down-Town tauchten die ersten Menschür auf . ,,. vevemM... Mnschen,. deren Lieben sich bei Nacht ab-fpielt, Vann MAchwMn und Brotwagen, ZsituugsauSträgev ... Das große New-Aork erwacht erst. . . Da, die ersten Stimmen . . .Irgendwo Amgett eine Car, rattert ein versinZellter Hochhahnzuy über den Köpfen .. . Auf den Sbvaßtzn liegen nvch die UÄberre-ste des gestrigen Tages. Aschenki'M, haWetckohlte KisttzN, welche Gasferchnben gesttvn.angWvndet haben, alte Möbelstücke, die aus den Wohnmigen geüvorfen wurden ... Auf den Fensterbrettern lüsten sich Speisen von gestern . .. Zum Trocknen ausge.- häugbe Wäschestücke tanzen wie M-orgendünmiergeister aus -den Feuerleitern und Schnüren... Die Nacht ist vom Täg überrascht worden und entdeckt dem Licht all ihre Geheimnisfs . . . Mit schuMeiwnßtem Lächeln stieg Aaron die finstere. Treppe empor. Schiverer Geruch von gestrigem Essen, von schlafenden Menschen, von ungelüftete-ttc Bettzeug schlug aus allen Türen . . . Kindersttnrmen ertänteu, die aus den Wiegen drangen; aus einigen TürenIwar Zant von Manu Mtb Frau;vu hören, Aus all. diesen Geräuschen'hörte Aaron vorn letzten Stoct her des Bruders, wohl-bekannten Genrara- Gr txaf den Bnlder 'str Tallis und Tefilin 'beim Tisch sitzen; m 'einem sauberen Küchenwinkel lernte er laut. Sein Singsangaber aveckte nicht Charlie, seinen Sohn, .welcher in enrenv AuMH'bE im Mgenüberliegenden Winket -der Küche schlief. Als Bert seinen Bruder sah, hielt er im Lernen mne mrd rief mH einer Freude, die wie -TaubeN' gesteder aus stßnen Hellen Augerc glänzte: ,,Sie>h' da, ein Gast; Aaron, was stihrt dich so früh her?" «bm hevgÄommen, um dich lernen zre hören. Ich iveiß, daß du cmr Morgen lernst, «bevor du in die Arbeit Mt." Der Bmder sah sich um, ob ihn- -niema-nd horie, dann entgegneiie er leise: „Wvruur hast du dich «bös« gestellt? Und mit wem? Mit Frau und Kindern? Das tut doch kein Jude; geisterir war dein Mädel hier, die Mascha, sie hat dich geisucht. Es ist, daß Gott erbarmt! Was tust du eigentlich?" ,^ch' bitte dich, sprich mir nicht davon — erwiderte Aaron unwillig f sonst gehe ich sofovtt Ich bin gu dir ge- - kommen . . . ich rnöchte -dich foagen . . . gibt es vielleicht dort, bei dir in dev Werikstait eine freie Stelle?" ,Mcs, ibei den Schurzen, zwischen Christenmüdchen? Wieviel wirst du da verdienen? Und wie stcht es mit Onkel Moifes? Man hat wir erzählt, du wolltest dich zum Einkäufer auMlden — und Ortkel Moses sei einverstanden." . ,^Hol' ihn der Teufel. Seine Schwelle betrete ich nicht mehr — ich schenke ihnr das Glück, das -dabei herauskomntt.- Schluß mit der Bertvarrdtschast, bei Verwandten arbeiten ist ärger als di« Hölle. Genug, ich -will's bei Fremden versuchen." „Aber bei Schürzen, zwischen alten Fuder: rmd Chryterp uräd'chen? Es ist ja-gar -nicht in eiuenr Atem zu nenuerr, brr ein Bater von -vier Kinidern — wieviel wirst dubKm di verdienen?" „Ich uehrn-e altes, was sich findet — aber nur etmn Neues -- etwas anderes — ivir wollerr setzen — iatzren wi' zu-saiumerr fori." Mottsttzrmg Wt^

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