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Wiener Morgenzeitung · 1923-10-25 · Heft 1687 (25.10.1923) · p. Seite 9

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1687 (25.10.1923)
Date
1923-10-25
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 1687 Men, Donnerstag Futzbal», Der Sport. Modetorheit oder knttüreNe Errungenschaft? Der Sport in seiner hMtigen Austnachnug wird von Vielen Seiten als ein nervenreize.nder Zeitvertreib von MüßiggäWern angeschen. Die Tatsache, das; gerade das arme, ver- »:XcTt*bcte Wien die mächtigste Sportmetropole des Kontinents geworden eiist, wertet man manchmal als Zeichen des Verfalles. Wie viel Energie und welche Kraft äußeruug, die dem mirtschädlichen Aufban zugute kommen könnten, werden zwecklos durch den Sport absorbiert? Dibse Araumente werden oft, acgeu den „Zrciuldling" Sport, den die anal-ika-nisck'en Völker überall heimisch machten, angeführt. Diejenigen Menschen, die den Sport als solchen oder die Auswirkungen der Loibesübnugeu bekämpfen, vergessen aber, daß die Befreundung der Mensch-, heit mit der sportlichen Betätigung die Zolge einer natürlichen Entwicklung ist, ja, das; fÄbst der imstete Aufschivung, der, der iSport in der Nachkriegszeit genommen hat. in den gegebenen Verhältnissen seine Begründung findet. Die Weckung und Uelbima der Kräfte cr;eugen H.ci den aktiven Sportlc.uten ieglichen Alters ein GTicksgefühl. von beul rin Slubenhocker, Kaffeehausfrequentam oder Bücherwurm sich keine Vorstellung machen kann. Die Beherrschung des eigenen Körpers, die dessen Gesundung und EMarkuug zur Voraussetzung hat, fördert ein früher nie gekanntes Woihibehagen. Zeder Sportijnnger, dessen bisher fchlnnunerttden Klüfte in Bewegung gesetzt wurden, trat Äs Werber rür die Leibesübungen <mf. Dadurch wuchs die Spovtgemeind? in der Vorkriegslzcit larW'am, aber stetig. Anfangs gab es bei den 'portlichen VevcmstMnngcn nur wenige Zufdher. aber bald mußte auch der^Zuschaitierranin ausgästÄtet werden, da die ausgedienten Sportler, deren Alter ein Mitkonkurrieren nicht mehr gestattete, kamen, um sich am, farvvnprachtigcn Bild oer kämpfenden Jugend zu erfreuen. Zn den Ausgedienten gesellte sich danil die früheste Jugend, die sicham gebotenen Beispiel 'bilden trollte. Diese beiden Besuchrrgruppen eMihren. .nit der Zeit in den reinen Zuschauern, die mit der Leibesübung nur platonisch in seühlung traten, eine ErgäMiug. Letztere Gruppe bildete aber anf dem Sportplatz nnr 'einen verschwindendea Zaktor. BeMchneniderweiise war jeder Mensch, der Äs Ausübender oder Äs Zuscher in dcu Bannkreis der Leibesübungen geriet, 'dem Sport mit Haut und Haaren vcnfalstu. Der Krisg hemmte den Sport in seiner Entwicklung, und man erwartete allgemein, das; es auch nach Ende des rnrchtbaren Ringens viele Jahre dauern wird, bis der Sport-die Höhe erreicht haben wird, die er im' Jahr? 1914 anfweise-n konnte. Diese Befürchtungen trafen aber nicht ein, da die Leibesübungen vom Jahre 1A9 an alle Berufs-schichrrn in Wien ertfahte. Dieses Anwachsen der Sportinteressenten war., so, merkwürdig es im ersten A'ngonbl-ick auch klingen mag, in der wirtschaMichen Not begründet. Bor dom Kriege konnte sich der gewöhnliche Sterbliche einige AibwechslilMg und einiges Per-. gnngen gönnen. Der kleine Mann durfte sich manchmal den Besuch der Theater und der Konzerte erlauben, er benützte die Sonntage, um mit Kind und Kegel Ausslüge in die Umgebung von Wien zu unternehmen, und auch der Prater bot insbesondere beit Jugendlichen mancherlei Aibwechslung. Die furchtbaren wirtschaftlichen Verhältnisse, die in den Nachlviegsiahrenall diese harmlosen Berguüaungen zunn unerschwinglichen Lupus werden liegen, brachten es mit sich, das; viele Bürger unserer Stadt dem Sport in die Amte getriclben wurden. Die Ausgaben, die der Besuch eines Iußlballtveitspiests verursachp'u. waren im Bcrhältuis zu den Kosten imd den-Ananmhmlichk.citen, die ein Wstuertvaldausflna mit sich brachte, gering. Tie Zolge davon war, das; die Zuschauermassen bei den sportlichen Veranstaltungen sprunghaft wuchsen, so dag smnUich? Anlagen vergrößert werden mußten. «■ Das zeitweise Verbot der Pferderennen kam der; Körpersporten ebenfalls sehr zugute. Biele» die sonst an federn Sonntag ihr w in-die Freudenau trugen, kamen dadurch zu den Znßballwettspielen. wo sie irptz Fchlens der materiellen Interessen^ bald heimisch wurden. Die alten mrd neuen Neichen schlossen sich dem Zeitgeiste an und so fanden wir auch sie ans deir Sportplätzen. Bei den großen VeranstÄtungen stauten sich vor den Gingangswren die Autokolonnen und auf den Tribünen hielten die Damen ihre Modoschan ab. Der Sport hatte also alt und jung, arm und reich gewonnen, und wer das Wesen des Kampfsporb's könnt, der weiß, daß. er niemanden, der einmal in seinen Wirbu'Ngskwis gÄangt, losläßt. Wir ersehen also, daß das Interesse für den Sport keine Konijunktursache und keine Modetorheit ist. sondern daß das gewaltige Anwachsen der Sportgemeinde, das 'bei oberflächlicher BeurtM-ung überrascht «und unerklärlich erscheint, bei genauerer Verfolgung der Entwicklung logisch begründet ist. r Wiener MÄrgenzeitimgl Selbstverständlich heißen wir manche Auswirkungen, des' Sportes'nicht gut. Biel fremdes Beiwerk hat sich den Leibesübungen angesch'lojsen, so daß sie in Gefahr geraten, verkamst .und'Mißachtet'zu werden. Der'Sport ist aber seinem Wesen, seiner Tendenz und seiner Struktur nach derart gesund, haß er alles nicht zu ihm Gehörige bald abschütteln wird, dünn wird auch seine''kulturelle Bedentuüg fürsedermaun klar ersichtlich fein.' " ' , ■ . . Wenn der Kern aller Hüllen'entledigt ist, dann .erkennt, man, 'in welch hervorragendem'Maße der Sport der Iirgend als modernes 'Erziehungsmittel, dienen kann. Ganz ahg?sehen davon, das; die richtige sportliche Betätigung die wünschenswerte körperliche Entwicklung der Jugend fördert, weckt sie edle Tugenden, die das gesellschaftliche und soziale Leben in absehbarer Zeit cmf eine höhere Stufe bringen' WerdensDer Sport ist..überdies der .-natürliche' Bekämpfet' voi^Alkohol, Nikotin;lijib des ansfchweifenden Lelvnswandels. Selbst. dje Zuschauer werden der k-Segnungen, des Sportes/zu teil,, da sie innerhalb des'Sportplatzes die' ungesund? Sucht nach Ge-, winnj wie es das Spiel jeglicher Art darstcllt, zn'Hanse lassen,' mit zumindest ans' Stunden ideelle Wert? erstrebenswert , zu finden- Jedes Ideal adelt die Menschen, weshalb wir gegen die Ideales die sich der Sportplatzbesucher setzt, nichts eiuwendeu wollen. - , Die Leibesübungen sind, trotz ihrer wenig stzinpaihischeu. Begleiterscheinungen, kein Zeitvertreib für Müßiggänger, da sie das Volk körperlich regenerieren und für den Lebenskampf reif machen. .Sie föitnen auch nicht als Zeichen des Verfalles angesehen worden. Im .Gegenteil, .siebeweisen. daß sich die . Bevölkerung von der Not nicht uiiterkriegeu läßt und das; sie | ihr Rechtaus eirr.menschenwürdiges Dasein, geltend istacheu will. Die dem Sport gewidmeten Eiiergien ' Md geopferten Kraftänßerungcn kommen letzten Endes auch dem wirtschaftlichen Ausbau zugute, da ein abgehcirteter., gesunder iu,d muskelstatker Sportsmamc sün die Gesellschaft weit ucehrleisten 'kann als ein weicher, kränklicher und ungesunder ZestflenOll'C; - ' . ' b. s Zwei jüdische Vereine spielen an einem Tag. in Brünn. Brini u, iä. D-ktöber. '.Hm vergangenen Sonntag, besiegle der >Brunner Makkabi die A'oravsko Slavia in einem ' HerMsforderung»spiel . (1:1). Der jüdische Verein konnte Hajos, Hirzer und Weiß wieder nickt aufstelleu, da der C. S. A. Z. und der M. L. Sz. sich eine Berschüppungstaktik zurecht gelegt haben. Makkabi. ließ geshalb wieder Köves von Makkabi (Proßnitz) spielen. " Der Sieg, des jüdischen Vereines loar verdient, da sich der Angriff in sehr , guter Form befand. ' Auch die Deckung, in der wieder Rainer- und Tbitz' spielten, Hot Wanz'leistunge>i. Die Tschechen verdankep da§>.'knappr'.:ErgjkLnis ausschließlich ihren, hervorragendesi Tormann Lichtmann. 'Eine Vernichtende <):8- Niederlaae crt-itt die 'Makkabi>-Reserve. durch - die ÄNoravsca' Slapia-Reserve. Dieses DebakeHgst die Folge cher voWommenrn Veruachlässigung des Nachwuchses. Es ist nicht .zu begreifen, zu welchem Zweck/der'Makkabi einen Trainer; fyüt? M '«g': für einen so großen Verein keine Schände, daß er fehlende Spieler der Ersten nicht ersetzen kann'und sich Spieler ansborgen muß? Sportplatz Hohe Warte Sonntag, den 28. Oktober 1923, halb 3 Uhr Meisterschaft Vorbei1 die Reserven Vorverkauf ab heute: Amateure, I., Liliengasse 1 — Hakoah, I.,.'Wiesingerslrasse 11 — Neumann, I., Kärntnerstrasse — Stadion, II., Franzensbrückenstras9e 24 — Stadion, II., Taborsträsse 4 -v- Häusler, II., Taborstrasse 59 io376 25. Okt'dbev 1928 Seite 9 Eine sehr' gute Leistung bot hier lMaKabag <iPreßjburg), der gegen den S. K. Zideuice nur 0:1 unterlag. Das Resultat ist um' so' anerkeuuenswerier. als die Tschechen chren Sieg vor allem dem Schiedsrichter ve>dankten. Zu Vergleichszwecken weisen wir daraufhin, daß die Wiener Adnnra in Brünn gegen Zidcnice 0:3 unterlag. Hervorragende' Leistnn'geu boten Armin Weiß und sein Namensvetter im Tor. R a d o. Amateure—Hakoah. Die Besucher dieses Wettspiels wer» den ersucht, sich-die Karten int Vorverkauf m Mn, da an der Kassa erhöhte Preise eingelwben werden. Es wurdm solgerlde Vorverkaufsstellen erosfuet: Amateure, 1. Bvz., Mbnqasse .1; Hakoah, 1. Ba;., Wiesirlgerftraße 11; Union, 9. Bez.. Nmß- .dvrferstraßei Stadion, 2. Be.;., Franzensbrückvnstraß'e 24; Stadion, 2. Bez., Taborstrasje 4; HänÄer, 2. Bez., Talborstraße 59; Lkeumann-Popovich, 1. Bez., Kärntnerstraßr; Baltape, 6. Bez., Niariahilferstraße 128. ... Jüdische Sportverbandsmeisterschast. Wettspielprogramm: B.wegnug 22-Platz. Samstag halb 3 Uhr: Bauntgartner Hakoah Resim (Schiedsrichter vZutterimit). Samstag halb 4-Uhr: Chernth—Adir (Schiedsrichter Posauner). . Ernst Schwarz, Gründer und rühriger Obmann der Hakoah (Innsbruck), hat sich, ant vergangenen Sonntag mit Z-räulein Helene Kafka, Wien, Margaretenstraße 45, vermählt. A. I. K. Meister von Schweden. Durch den jottutägigen Sieg von 5:1 int Stadion über Kamraterna - EskWuna wurde der A. I. K. z'.lm -sechstel Male Meister. .Die Ntvisterschaft dieses Jahres verlor an Interesse, da die Göwborger Vereine .zurücktraten. Im Semifiitale siegte A. I. K. über Kamraterna Malmö 2:1, Eskilstuna 5:6 über Seigner Norrköpmg.- Ein Städtespiel Agram—Prag dürste am .Momag nach dem Lärtderspiel Ingoslawien—^Tschecho-Slowakei in ' Prag ansgetragen werden. Dos Länderspiel Schweden---Lschecho-SIowakej kamt wegen per kurzem Zeit, die zur Verfügung steht, .nicht mehr verwirklicht werden. Dagegen soll ein Städtcspiel- Stockholm- Prag in den ersten Ngvembertagen in Prag zur Austragung gelangen.. > Metz. Hockehverband. Heute um 7 Uhr abends im -BerliandL» l>eim, Cafe City, 9. Bez., Porzellangasse l, außerordentlicher VerbandStäg. Tagesordnung: 1. WiedereinMi-nng.per Meisterschaft für die niedervsterreichischsn Vereine. 2. Anträge des Vorstandes. 3. Beschlußfassung über etwaige von ' -den Mit- .gl-iedern gestellte Anträge. Auszug aus den Satznngeu: § 9, .Punkt 7: Anträge von Mitgliedern müssen Mindestens acht Tage vor dem anbcrantnte-n Vbribandstag rekomma^iert beim Vevbandsvorstand eingelaufeu fein. — 8 18... Der Berba-nidslaa ist bei Anmesenhe-it von mindestens der Hälfte der St'munen beschlußfähig. Sollte er zur festgesetzten Stunde - und eine Stunde nachher nicht beschlußfähig svin, so ist der ''für eine . Stmrde nach der ifestgesetzten .Zeit einbevusene BoMmdLtag auf alle Iälle beschlnstfähig. — 19. Die Mitplioder hähen das Recht'und die PflÄ)t, am Vebbandstag drei schriWich W tclgalister.?nde .. Vertreter, zu entsenden und dort aktives: .Wahlrecht . ansKuÄben. R. Piowath und BalaKz werden die tschecho-slowäkijckeu. Igrchem' in Spanien vertretzou. Aus den Vereine». Ädir. Heute um halb 8 Uhr SpielevvevsMnmstmg und'.'.'. Mgnnschaists'auMlkmglür diefonntägligen Spiele. Nicht-' -: anweserrde,- die mit ihren Beiträgen im Nüch'tanide sind, werden nicht berücksichtigt. Foilgvnve Herren wollen -sich schon um 7 Uhr zwecks wichtiger Besprechung einfindeu: Balghart, Jäger,! Hniber, Schwarz 1 und 2, Straßberg, Knpfcrmgnu. Weiß und Pisk. ... Bar-Kochba. Heute um 7 Uhr abends Sitzung der Gefelligkeitsisektion im Last Btagnet, 20. Bez.. Gaußpla'tz, zu der folgende Herren eingcladcn sind: Vanl, Kob sich Drucker '1, Kudisch, Ratz, Wicsolthier.,,, ' Hasmonea. Honte ab 7 Uhr Ping-Pong-iTpiele.. Mor- . gen nnr lwlb 8 Uhr Laulftvaining. Zusammeukunst i,n Klub-; cafe. Die Reserve spielt Samstag nur halb 3 Uhr gegen Vereinsbank 1 auf dem Elektra-Matz. Aufstellung bei der Spielerversamnlluug morgerr um 9 Uhr. Samstag um 7 Uhr äußerst wichtige Spielerversaiumlung sämtKcher Mnmischa-stcn. 8 Uhr Vollversamurlnug. Sonntag um 10 Uhr Meisterschaft gegen Hcchaiwer auf dom R-enutveger-Platz. Die Billarb-Handlkap- Crrpkonkurrenz beginnt am 10. Novernibcr. AnmelÄungert werden von Adler entgegeugenommeu. Kadimah. -Schwl.muis'?k-tion. Jeden Donnerslag Training im Brünnlbad von 7 bis drbvdiertol 9 Uhr. Die. Mitglieder worden ansgesordert, b-estimvit zu erscheiuou.. Unitas-20. Haust um halb 8 Uhr abends Voliver' sammilung. Mannlschastsausstelklng für die Wettspiele am Samstag und Sormiag. Sportbrrefkasten. Hakadur. Inschrift verspätet eingolangt. - ®e st r i ck t e K o st ü m e — immer dasNeueste bei A l b e r t M a d n e r, Kohlmessergasse 8 u.IV.,WiednerHauptstraße10 Tel. 74-1-67 üromöbel Schreibmaschinen i £eop» Steinhart Wien^ I., Biberstrasse 9 »• Schrelbtns»chlnen«Reaafattiren d'ür valutastarkes Musland wird ein ‘’,!os zweiter Kantor im Silier oon 30 bis,40 3ahren g e Stic ht der auch zum Schächten berechtigt ist. Bewerber muss besonders religiös*sein und die Befähigung kabentevent. eine fremde Sprache zu erlernen. Sofortige Anstellung unter giinstiaen Bedingungen, bei SKonvenienz erfolgt selbe definitiv. 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J. benütze ich Ihren HeiljipBap.atJ schon nach kurzer Zeit besserte sich mein Zustand, so dass ich tchlafon keimte, wieder Appetitbekam und bin ich Gott sei Dank fetzt imstande, längere Spaziergänge zu machen, ' wozu ich bemerke, dass ich bedeutend ruhiger und zuversichtlicher geworden bin. Ich' werde Ihren Apparat, jedermann nur bestens empfehlen. 0363

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